Bei Ziegen und Schafen zwischen Portugal und Spanien

Am Donnerstag verlassen wir unseren Ankerplatz bei Romeirao und fahren flussaufwaerts. Der Fluss wird immer schoener, je weiter wir kommen. Zwischen Sanlucar auf der spanischen Seite und Alcoutim auf der portugiesischen Seite etwa 20 Meilen von Ayamonte entfernt gibt es ein regelrechtes Dorf auf dem Wasser. Hier ankern viele Schiffe, von stark renovierungsbeduerftigen Exemplaren bis zu sehr gepflegten Schiffen ist alles vertreten. Viele der Ankerlieger wohnen hier. An Bord eines grossen Stahlschiffes wird gerade die Gartenarbeit erledigt, das Schiff verfuegt ueber einen richtigen Garten mit grossen Pflanzen, um die sich die Bordfrau, bewaffnet mit Schuerze und Hacke, gerade kuemmert.
Hier endet die Betonnung, doch der Fluss ist weiterhin tief und wir wollen sehen wie es weiter geht. Nach weiteren 9 Meilen weiter und suchen uns einen schoenen Ankerplatz aus. Wir sind jetzt wieder eindeutig in Portugal, hier bildet der Rio Guadiana nicht mehr die Grenze. Es ist traumhaft, unsere einzigen Nachbarn sind die Ziegen, die man mit ihren Glocken weit hoert. An Bord gibt es ein Geburtstagskind, deshalb gibt es nur Kuchen, sondern auch noch rote Gruetze. Ansonsten vergeht der Tag mit Ziegen und Voegel beobachten. Uns gefallen besonders die leuchtend gelben Voegel mit den schwarzen Streifen auf den Fluegeln und wir sind begeistert gleich zwei verschiedene Adlerarten zu entdecken.
Am naechsten Tag unternehmen wir einen Ausflug mit dem Dinghi in den 2 Meilen flussabwaerts gelegenen Ort Pomarao. Der Ort ist winzig und sehr ruhig, gleich hinter dem Ort liegt eine riesige Staumauer. Der zugehoerige Stausee ist schoen, trotzdem finde ich den Staudamm unheimlich.
Gestern wollten wir die Huegel beiderseits unseres Ankerplatzes erkunden, was sich sportlicher gestaltete als zunaechst angenommen. Vielleicht waren Crocs auch nicht die optimalen Schuhe fuer dieses Unterfangen, beim Anlanden am unwegsamen Ufer haben sie sich jedoch bewaehrt. Wir sind ganz schoen gekraxelt, wurden aber belohnt. Wir entdecken Apfelbaeume, Granatapfelbaeume und viele weite Pflanzen, die man bei uns aus der Obst- und Gemueseabteilung kennt, außerdem Unmengen bluehender Blumen, bluehende Opunzien, viele verschiedene Insekten, Schildkroeten und die Aussicht ist fantastisch.
Wir beschliessen weiter zuziehen und ankern nun 5 Meilen flussabwaerts (jetzt wieder irgendwo zwischen Portugal und Spanien). Vor Pomarao gibt es eine flache Stelle, die wir bei Hochwasser queren, sonst ist die Fahrt gemuetlich. Lediglich die Netze der Fischer halten uns auf Trab, sie sind mit kleinen Styroporkloetzchen gekennzeichnet. Einmal werden wir von einem Fischer zu einer Durchfahrt zwischen zwei Netzen gelotst, die nur doppelt so breit ist wie Mari. Die Entscheidung fuer einen Ankerplatz ist aussergewoehnlich lustig, wir entscheiden uns beim Schaf zu ankern. Direkt am Ufer zwischen zwei Oleanderbueschen steht ein Schaf, dort lassen wir den Anker fallen. Zu dem einzelnen Schaf gehoeren noch etwa hundert weitere, sie kommen hier in regelmaessigen Abstaenden vorbei und Kummaehnizieren dabei eifrig.
Heute ging es mit dem Schlauchboot nach Puerto de La Laja wo wir auf verschiedene Wanderwege stossen, unteranderem den GR114, einen Verwandten unseres Bretagne-Wanderwegs. Der GR114 fuehrt 800km in 44 Etappen am Guadiana entlang. Wir laufen nur in jeweils ein Stueck in beide Richtungen und freuen uns ueber den gepflegten und gut ausgeschilderten Weg. Ueberhaupt ist uns aufgefallen, dass wir in den letzten vier Tagen keinen Muell gesehen haben.
Nach einer Mittagspause im Schatten, bei uns war es sehr sommerlich, sind wir in den Rio Vascao gefahren. Der kleine Nebenarm war uns schon aufgefallen, als wir flussaufwaerts gefahren sind, er sah so interessant aus. Wir sind ganz langsam den kleinen Fluss hochgetuckert, um die Schildkroeten nicht zu vertreiben, die am Ufer ueberall in der Sonne lagen und haben die grandiose Landschaft genossen.
Eigentlich wollten wir heute wiederum ein Stueckchen flussabwaerts fahren, doch es gefaellt uns so gut hier, dass wir bis morgen bleiben und noch ein wenig den Wanderweg erkunden.

Grenzverkehr – Rio Guadiana

Nach unserem Ausflug nach Huelva haben wir noch einen Tag in Mazagon verbracht der mit Erdbeer-Gruetze kochen, lesen, Spazieren gehen, naehen und rumtueddeln schnell vergangen ist.
Vorgestern sind wir bei sehr leichten Winden nach Ayamonte gefahren. Ayamonte liegt am Rio Guadiana, dem Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Auf dem Hinweg waren wir schon einmal in diesem Fluss, hatten uns aber fuer den Hafen auf portugiesischer Seite in Vila Real Santo Antonio entschieden. Umso naeher wir den Flussmuendung kommen, umso mehr Fischerfahnen sehen wir, so dass der Nachmittag ein einziger Zickzackfahren wird. Die netteste Unterbrechung des Tages sind sportliche Delfine, die immer wieder aus dem Wasser springen.
Der gestrige Tag war gepraegt von Erledigungen. Unsere leere Gasflasche wurde gegen eine volle getauscht, wir haben 40 l Diesel an der Tankstelle in Kanister getankt, drei Maschinen Waesche sind vielleicht nicht voellig sauber, riechen aber wieder hervorragend und wir haben eingekauft. Nachmittags haben wir einen Ausflug nach Portugal gemacht, diesmal nicht mit dem eigenen schiff, sondern mit der Faehre. In Vila Real Santo Antonio haben wir Datenvolumen für unsere portugiesische SIM Karte gekauft, etwas gebummelt und unter anderem zwei grosse Handtuecher gefunden, die in Zukunft unsere Sofas schuetzen sollen. Der Ort hatte uns schon bei unserem ersten Aufenthalt gut gefallen und auch jetzt moegen wir ihn wieder sehr. Nach einer Pause in einem Cafe und der Besichtigung der Skulpturen die zurzeit ueberall in der Stadt stehen geht es wieder auf die spanische Seite.
Auch Ayamonte ist ein ausgesprochen netter Ort, trotzdem wollten wir heute weiter und auf dem Rio Guadiana unsere eigene Flusskreuzfahrt unternehmen. Niedrigwasser war heute um halb fünf und eigentlich wollten wir Ayamonte mit Niedrigwasser verlassen und uns von der Tide flussaufwaerts schieben lassen. Nach einem Spaziergang fahren wir aus dem Hafen, um irgendwo im Fluss zu ankern und darauf zu warten, dass der Strom kippt. Doch dann ist der Strom schwaecher als erwartet und wir beschliessen, dass wir ja auch mal gegen den Strom schwimmen koennen. Kurz hinter Ayamonte durchfahren wir die Autobahnbruecke, die Mitte des Fahrwassers ist leicht auszumachen, dort ankert ein Angler direkt unter der Bruecke. Der Hafenmeister hat uns extra gefragt wie hoch unser Mast ist, erst vor zwei Wochen hat es bei einem anderen Segler nicht gepasst und er hat seinen Mast hier verloren. Wir koennen teilweise sogar segeln und kommen besser voran als erwartet. Nach 2 Stunden ankern wir um in Ruhe zu essen. Es gibt Guacamole, Haehnchenbrust und frisches Baguette, anschliessend lesen wir ein bisschen und sonnen uns. Um fuenf gehen wir wieder Anker auf und fahren weiter. Der Fluss schlaengelt sich sanft zwischen niedrigen Huegeln, auf beiden Ufern gibt es kleine Doerfer, schoene Hoefe und Haeuser mit sehr viel Potenzial. Der Fluss ist perfekt ausgetonnt und so ist die Navigation denkbar einfach, immer schoen zwischen den roten und gruenen Stangen durchfahren. Nur ab und zu machen wir einen kleinen Schlenker um ein Netz, das den halben Fluss sperrt oder um eine schwimmende Insel aus Schilf. Auf dem Fluss ist es insgesamt sehr ruhig. Wir haben heute nur drei andere Yachten gesehen, die ebenfalls unterwegs waren. An zwei Stellen lagen mehrere Yachten, die dort anscheinend schon sehr lange liegen und sicherlich in absehbarer Zeit auch nicht umziehen. Fuer die Nacht haben wir einen schoenen Ankerplatz kurz hinter dem Dorf Romeirao gefunden, den wir ganz fuer uns alleine haben. Der Fluss hat eine Badetemperatur von 23 Grad und wir sind erstmal eine Runde geschwommen. Wir liegen auf der spanischen Seite, allerdings ist der Fluss nur etwa 300 m breit, Voegel und Fische queren also fortwaehrend die Grenze und auch wir haben ausnahmsweise zwei Gastlandflaggen gesetzt.

Besuch in der Erdbeerhauptstadt

Der Wind weht aus West, da wir nach Westen wollen beschließen wir noch ein wenig in Mazagón zu bleiben und machen einen kleinen Ausflug nach Huelva. Der Bus hält ganz in der Nähe des Hafens und für 1,65 Euro gibt es fast eine Stunde Busfahrt. Zunächst geht es durch den Pinienwald, der bald von Erdbeerfeldern abgelöst wird. Erdbeeren unter weißen Planen soweit das Auge reicht. Huelva hat 145.000 Einwohner und ist eigentlich nicht für seine Erdbeeren bekannt, sondern genießt einen zweifelhaften Ruf. Es ist bekannt für seine Chemieindustrie, die Industrieanlagen sind unübersehbar. Zweifelhaft ist der Ruf, da Huelva die meisten Krebserkrankungen (bezogen auf die Einwohnerzahl) in Spanien haben soll und das Trinkwasser stark schwermetallbelastet sein soll. Wie immer bei solchen Informationen, ist es etwas schwierig, dazu Informationen aus seriöser Quelle zu finden. Sicher ist jedoch die glanzvolle Vergangenheit. Die Stadt ist mindestens 2000 Jahre alt, es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Phönizier sich hier bereits vor 3000 Jahren tummelten. „Cristóbal Colón“ ist von Huelva aus gestartet als er Amerika „entdeckt“ hat und so gibt es gleich mehrere Colon-Denkmäler. Wir haben uns durch die Stadt treiben lassen, sind die Fußgängerzone auf und ab flaniert, haben versucht die beworbene Mosaikausstellung zu finden und sind stattdessen im Büro eines Fernsehsenders gelandet und haben lecker gegessen. Zum 525-jährigen Jubiläum der „Begegnung mit Amerika“ gibt es das ganze Jahr hindurch Veranstaltungen, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen. Heute gab es einen Büchermarkt auf dem zentralen Platz mit einer Lesung und Signierstunde ein Fernsehkochs. Eine Lesung aus einem Kochbuch finde ich ganz lustig. Rezepte vorlesen könnte, je nachdem wie hungrig man ist, auch als Folter eingestuft werden. So schmutzig die Straßen auf dem Weg nach Huelva waren, so auffallend sauber war die Stadt selbst, insgesamt hat es uns gut gefallen. Zum Schluss noch einen Abstecher zur Kathedrale, zur Stierkampfarena und an den Fluss und schon wurde die Zeit knapp und wir mussten uns beeilen unseren Bus zu bekommen.
Auf dem Rückweg zum Boot haben wir 2 kg Erdbeeren aus Huelva für 2,80 Euro gekauft, weder beim Essen noch beim Rote-Grütze-kochen werde ich über Schwermetalle nachdenken.

Möwen-Yoga

Möwen baden nicht nur leidenschaftlich gerne, sie machen auch Yoga. Eine einfach Übung für Einsteiger: beide Flügel zur Seite spreizen, nun einen Flügel wieder anlegen und ein Bein nach hinten ausstrecken. Wer keine Flügel hat kann sicher auch seine Arme nehmen.
Wir haben Zeit Möwen zu beobachten. Am Montag ging es für uns weiter nach Chipiona, knappe 20 Meilen nördlich von Cádiz. Dort waren wir bereits, allerdings waren wir nur eine Nacht im Hafen und gar nicht im Ort. Chipiona ist ein kleiner Ferienort, im Sommer nimmt die Bevölkerung von 20.000 auf 120.000 Menschen zu, jetzt ist es eher ruhig. Der Ort hat lange, schöne Strände, eine hübsche Strandpromenade und eine nette Fußgängerzone. Sehenswürdigkeiten sind der 69m hohe Leuchtturm, der zu den höchsten der Welt zählt, und die große Kirche direkt am Meer. Wir haben die Tage mit Spaziergängen, etwas Bootspflege, lesen, sonnen, Brot backen und Möwen beobachten verbracht. Um die Wartezeit auf das ideale Wetterfenster für die Überfahrt nach Madeira zu überbrücken sind wir heute nach Mazagón umgezogen, auch hier kannten wir den Ort noch nicht. Die Fahrt hierher war ein fröhliches Slalom um Fischerbojen und Netze. Die Kanister sind recht gut sichtbar, allerdings gibt es auch Netze die mit 1l-Wasserflaschen markiert, oder sollte ich sagen getarnt, sind. Mitten in diesem Irrgarten haben wir eine Gruppe großer Delfine getroffen, wie die sich dort wohl zurecht finden?
Auch in Mazagón gibt es reichlich unbewohnte Ferienhäuser und die obligatorischen Hotelruinen. Den etwas skurrilen Supermarkt haben wir bereits gefunden, die Umgebung erkunden wir morgen, falls der angesagte Regen unsere Pläne nicht davon spült.

Mastputzen und Sightseeing

Wir haben heute unseren Mast gewaschen, eine selten blöde Beschäftigung. Nach den stürmischen Tagen ist die Ostseite von allem mit einer salzig, sandigen Schicht bedeckt. Jeder Draht und jede Leine hat diese Schicht und natürlich auch unser Mast, unser Windgeneratormast und unsere Vorsegelrollanlage. Nobbi ist also mit samt dem Wasserschlauch in den Mast geklettert und hat unser Schiff von oben nach unten gewaschen. Ich hatte die wesentlich trockenere Aufgabe ihn von unten zu dirigieren „da, unter dem Radar noch ein bisschen“ und „die Saling ist ganz außen noch sandig“. Auf den andern Schiffen gab es ähnliche Aktionen zu bewundern, unsere finnischen Nachbarn hatten ein ganz ausgeklügeltes System und waren nicht nur mit Wasserschlauch, sondern auch mit Eimer und Wischmopp im Mast. Am Nachbarsteg wurde ein System etabliert, wo der Schlauch in den Mast gezogen und mit einer zweiten Leine gesteuert wurde. Unser Schiff ist wieder weitgehend sauber, das Vorsegel wieder angeschlagen und die gebrochene Halterung der Wetterfaxantenne wurde auch erneuert. Nachmittags haben wir einen langen Strandspaziergang gemacht und uns von Cádiz verabschiedet.
Hier ist die Kreuzfahrtsaison ausgebrochen, jeden Tag liegt ein anderes Schiff an der Kreuzfahrerpier. Vor drei Tagen lag dort die Club Med 2, ein Segelkreuzfahrer, der vier Masten mehr hat als wir, gestern war es „Mein Schiff 5“ und heute ein kleines Luxuskreuzfahrtschiff. Die „Mein Schiff 5“ haben wir nicht nur morgens beim Festmachen beobachtet, wir haben einen Teil der Passagiere auch in Sevilla wieder gesehen. Nach den windigen Tagen, in denen wir viel Zeit an Bord verbracht haben, stand uns der Sinn nach ein wenig Sightseeing. So sind wir gestern ausnahmsweise vor dem Sonnenaufgang aufgestanden und haben den Zug nach Sevilla genommen. Sevilla hat uns wieder genauso gut gefallen wie bei unserem ersten Besuch, inzwischen blühen überall in den Straßen die Bäume und machen die Stadt noch schöner. Vormittags haben wir uns zunächst das Flamenco-Museum angesehen und nach einem Picknick auf einem der Plätze mitten in der Stadt haben wir uns in die Schlange des Alcázar, des mittelalterlichen Königspalastes, gestellt. Das Schlange stehen hat sich gelohnt, der Palast ist mit seinen vielen maurischen Elementen und den schönen Gärten beeindruckend. Wenn sich der spanische König in Sevilla aufhält residiert er in diesem schönen Schloss, würde ich auch machen, wenn ich König wäre. In einem Park mitten in Sevilla fand eine Ausstellung andalusischer Pferde mit Körungen und Wettbewerben in verschiedenen Disziplinen statt. Dort haben wir den Tag ausklingen lassen. Uns wurde andalusische Reitkunst vom Feinsten geboten und außerdem konnte man an den Boxen entlangspazieren und die schönen Pferde bewundern. Ich habe die Gelegenheit genutzt und so viele Samtnasen wie möglich gestreichelt. Rechtzeitig zum Sundowner waren wir dann wieder an Bord zurück.

Eingeweht in Cádiz

Es stürmt. Seit gestern Morgen weht es ohne Unterbrechung. Im Moment haben wir hier 7 Windstärken in Böen 10 ab und zu gar 11, so geht das seit gestern Abend, vorher hatten wir 6-7 in Böen 9. Unser Windanzeiger zeigt minutenlang über 40 Knoten, manchmal über 50.
Wir haben unsere Mari festgestrickt und inzwischen 14 Leinen draußen. Zum Glück haben wir einen der besten Plätze hier im Hafen, wir liegen im inneren Becken, hier gibt es keinen Schwell, in Luv neben uns liegt ein schweres Stahlschiff aus Finnland, das uns ein bisschen Schutz bietet und wir liegen ablandig, das heißt wir liegen nicht auf unseren Fendern, sondern hängen in den Leinen, so ist es bei uns vergleichsweise gemütlich. Die größeren Yachten, die im äußeren Hafenbecken liegen haben es deutlich unbequemer, da baut sich auch auf kurze Distanz eine eklige Welle auf, die die Boote hin und her tanzen lässt.
Der Marina-Bar sind heute Nacht Teile des Dachs weggeflogen, ab und zu treibt ein Fender, ein Rettungsring oder eine Planke aus einem der Stege vorbei. Einem Boot an unserem Steg ist heute Nacht das Bimini zerrissen, ein anderes hat sich einen Kratzer geholt, weil die Fender auf denen es liegt völlig platt sind. Bei einem Boot ist heute Nacht das Vorsegel ausgeweht, heute Morgen lagen die zerrissenen Fetzen im nächsten Zaun. Sonst gibt es bisher zum Glück keine größeren Schäden, die Marineros checken selbst nachts die Leinen der Boote und versuchen jetzt aufzuräumen, soweit das bei diesen Windstärken geht.
Die einzigen die das alles gar nicht beeindruckt sind die Möwen und die Seeschwalben. Gerade ist unsere Lieblingsmöwe am Slip gelandet um dort ihr tägliches Nachmittagsbad zu nehmen. Ich wusste gar nicht, dass Möwen so gerne baden. Die Tauben wirken weniger entspannt, ihnen ist es anscheinend zu viel Wind und sie kämpfen darum nicht vom Wind aufs Meer hinaus getragen zu werden.
Gestern haben wir einen Stadtspaziergang gemacht, heute waren wir nur beim Supermarkt und verbringen den Tag ansonsten an Bord. Man lernt dazu, gestern habe ich lange Ohrringe getragen, heute habe ich gerefft und mich für Ohrstecker entschieden, das diesem Wetter gilt es so wenig Windangriffsfläche zu bieten wie möglich. Gut war der Getränkeeinkauf, die schweren Rucksäcke haben die Straßenlage deutlich verbessert.
Am Dienstag, bevor dieser Sturm begonnen hat, hatten wir noch ein ganz anderes Problem zu lösen. Montagabend hat Nobbi eine Zahnfüllung verloren. Deshalb entschieden wir nicht weiter darüber nachzudenken, ob wir vor dem Sturm noch weiter Richtung Norden segeln wollen, sondern uns zunächst auf die Suche nach einem Zahnarzt zu machen. Mit der Hilfe von Frau Google hatte ich eine vielversprechende Praxis in der Innenstadt herausgesucht und wir hatten Glück, nicht nur, dass wir warten durften und Nobbi noch am Vormittag dran kam. Die Praxis war auch sehr modern, Nobbi mit der Arbeit des Zahnarztes zufrieden und die Kommunikation wurde dadurch vereinfacht, dass der Zahnarzt nicht nur Englisch sondern auch Deutsch sprach. Den Nachmittag haben wir, nach einem kleinen Imbiss in unserem Restaurant gegenüber der Kathedrale bei sonnigen 28 Grad für einen Spaziergang am sehr beliebten Badestrand genutzt. Insgesamt 10 km sind wir an Cádiz‘ feinem Stadtstrand entlang spaziert und haben uns danach in der Strandbar mit einem kühlen Getränk erfrischt.
Morgenfrüh soll der Wind abnehmen, die Aussicht auf 6 in Böen 8 lässt uns hoffen. Mal sehen wie lange wir dann brauchen um den Sand wieder los zu werden. Ein paar hundert Meter von uns entfernt lagert feinster weißer Sand, der nach und nach zu uns herüber gepustet wird, da brauchen wir diesmal gar keinen Saharasand um gepudert zu werden.

Der Wind bläst uns zurück in den Atlantik

Für die nächsten Tage ist Wind angesagt, viel Wind. Deshalb entschließen wir uns Gibraltar hinter uns zu lassen und die nächsten windigen Tage woanders zu verbringen. Wir wollen die Düse von Gibraltar, wo es fast immer sehr windig ist endlich wieder verlassen.
Bei der Ausfahrt aus der Bucht von Gibraltar wurde uns einiges geboten. Direkt über unserem Kopf tauchte ein Flugzeug, das im Landeanflug war, durch die tiefe Wolkendecke, startete durch und verschwand wieder in den Wolken. An der Kreuzfahrerpier lag die „Mein Schiff 4“, leider kein schöner Tag für einen Kurzbesuch des Rocks, wurde er doch von dunklen Wolken eingehüllt. Mitten in der Bucht, zwischen all den Fähren, Tankern und einigen besonders interessanten Schiffen, wie einem eleganten Kühlschiff oder einem Frachter, der lauter Motoryachten an Deck sehen hatte, schwamm ein Mondfisch, der uns zum Abschied gewinkt hat.
Für uns ging es nach Westen wieder in den Atlantik, das Tagesziel war Barbate. Da fünf Windstärken angesagt waren und wir die „Düse“ bei Tarifa schon kennen, haben wir gleich ein Reff ins Groß eingebunden. Letztendlich war der Wind jedoch deutlich stärker als wir gedacht hatten, wir hatten satte sieben Windstärken in Böen acht aus Ost. Als der Wind mehr wurde haben wir unsere Fock ganz weggerollt und das 2. Reff ins Groß gebunden, so konnten wir den Wind gut händeln, selbst das Halsen war unproblematisch, aber aufregend war es schon.
Wie schnell man sich an neue Verhältnisse gewöhnt, ich habe fast die ganze Zeit gesteuert und hatte zunächst gewaltiges Herzklopfen. Nach einiger Zeit war ich immer froh, wenn wir „nur“ 30 Knoten Wind hatten (das sind immer noch sieben Windstärken). Hinter Tarifa war der Wind weniger böig, kam nicht mehr direkt von achtern, wir konnten die Fock wieder etwas ausrollen und das Segeln war entspannter. Kurz vor Barbate hat Rasmus uns dann doch noch einen Streich gespielt. Der Wind nahm ab, es wurde warm im Cockpit und wir hatten nur noch drei Windstärken, also haben wir ausgerefft, die Fock ganz ausgerollt und es uns gemütlich gemacht, plötzlich hatten wir wieder 7er Böen. Schnell runter mit dem Segel. Zwischen den Böen konnten wir dann auch unser Vorsegel wegrollen und als wir nach Barbate in den Hafen gefahren sind war es wieder ganz ruhig. Unsere neue Rollanlage hat ihren Test bestanden, sie rollt ganz wunderbar, und unsere Mari hat mal wieder gezeigt, dass sie sich nicht so leicht beeindrucken lässt. Den ganzen Tag sind wir parallel zu einem deutschen Katamaran gesegelt, beide Boote waren fast gleich schnell und so sind wir auch zusammen in Barbate angekommen. Wir wurden von der Crew eingeladen und haben gemeinsam auf das gute Ende des aufregenden Segeltags angestoßen. So anstrengend so ein Tag ist, haben wir doch noch mehr Vertrauen in unser Schiff und uns gewonnen und werden das nächste Mal bei viel Wind denken „bei Tarifa hatten wir auch so viel Wind“.
Wer sich einen Eindruck von der „Düse“ in der Straße von Gibraltar verschaffen möchte, oder sich generell für Wetter interessiert, dem empfehlen wir die kostenlose App Windytv. Sie ist gut geeignet um sich die Lage der Windsysteme weltweit anzusehen und eine Vorhersage für die nächsten 10 Tage gibt es auch.
Heute hatten wir Kontrastprogramm gebucht, ein gemütlicher Segeltag. Der Wind kam genau von hinten, deshalb haben wir unsere Fock ausgebaumt und sind im „Schmetterling“ dahin geschaukelt. Ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch. Ich hatte gestern zu viel Sonne und habe deshalb den ganzen Tag brav meinen Tilleyhat getragen. Zwar muss ich immer an „Linnea- und die schnellste Bohne der Stadt“ denken, wenn ich den Hut aufsetze, aber er beschattet mich zuverlässig und bleibt auch bei Segelmanövern auf dem Kopf. Nachmittags ist der Wind eingeschlafen, zwar mussten wir deshalb die letzten zwei Stunden motoren, hatten aber auch noch Gelegenheit zu einem Badestopp. Das Wasser hat so türkis-blau geleuchtet, da konnten wir nicht widerstehen. Inzwischen haben wir fast 20 Grad Wassertemperatur, wundervoll! Nun liegen wir wieder in Cádiz. Hier bleiben wir, bis der starke Wind vorbei ist und hoffen dann auf gutes Wetter um nach Madeira zu segeln.

Fleißige Tage in La Línea

Seit gestern haben wir eine neue Furlex, sprich Rollreffanlage. Eric, über den wir sie gekauft haben, hat sie mit uns installiert, dass ging letztendlich recht flott und wir haben noch einiges gelernt und ein paar netten Geschichten gelauscht. Unser Mast steht jetzt nur leicht nach achtern gebogen, genau wie wir uns das vorgestellt hatten. Unser Segel haben wir gleich gestern Abend wieder angeschlagen, schließlich wollen wir bald weiter.
Heute wollten wir eigentlich alle Spannschrauben sichern und einige Sicherungsringe unter einer Lage Tape verstecken, doch dann hat Nobbi auf einem Kontrollgang im Mast festgestellt, dass eine Lampe (das Topplicht) wackelt. Kurz haben wir überlegt, ob wir da jetzt wirklich Lust zu haben, doch dann beschlossen es jetzt gleich zu erledigen. Die alten korrodierten Nieten haben schnell aufgegeben, mussten dann aber ausgebohrt werden, die die eigentlich rein sollten passten nicht, also eine Größe größer, wieder ausbohren, wieder mit der Nietzange in den Mast… gut, dass wir Stufen am Mast und so viel Werkzeug an Bord haben. Die Laterne ist nun so fest, man könnte man seinen Sicherheitsgurt daran befestigen!
Auch in den Tagen zuvor waren wir fleißig, unser Wassermacher hat nun einen Betriebsstundenzähler, der WLAN Router hat ein neues Netzteil und die Antenne wurde neu angeschraubt, das neue (alte) GPS zeigt zuverlässig wo wir sind und lässt sich ohne Volkshochschulkurs bedienen und unsere neue Ankerlaterne wurde getestet, lediglich über den Montageort wird noch diskutiert. Nebenbei haben wir uns um Kleinigkeiten gekümmert wie Rostflecken entfernen, kleine Gelcoatschäden flicken, putzen und Schweinefleisch Tandoori einkochen. Gestern hat Nobbi mal wieder Gelegenheit bekommen zu baden, nachdem er einen Schraubenzieher neben das Boot gelegt hatte. Im ersten Versuch hat er den Schraubenzieher aus 5m geborgen und nach zwei weiteren Versuchen auch den bayrischen Bierkrug unseres Nachbarn, den ein Besucher vor ein paar Tagen bei einem unfreiwilligen Bad verloren hat.
Da wir die letzten Tage sehr viel Zeit im Hafen verbracht haben, hatten wir Gelegenheit das Hafenleben ausführlich zu beobachten. Die Saison hat begonnen, viele Segler sind auf der Durchreise und viele Schiffe, die im Sommer als Charterschiffe im Mittelmeer Geld verdienen sollen, werden dorthin überführt. Ab und zu liegen auch ganz besondere Segelyachten hier im Hafen, wie die in Neuseeland gebaute „Escapade“ (Aluminium mit Carbonrigg, fast 40m lang, unter der Flagge Vanuatus) oder die deutsche Yacht „Cool Breeze“, ein mintfarbener 80 Fuss langer Segeltraum. Heute Nacht ist ein estnischer Traditionssegler rein gekommen, ein Gaffelsegler fällt natürlich gleich ins Auge. Britische Segelschulen fahren hier fleißig ihre Manöver, mindestens drei Yachten sind jeden Tag dabei An- und Ablegen zu trainieren. Darunter eine ganze Gruppe von Leuten die hier ihren Yachtmaster machen, in einem 15 wöchigen (!) Kurs, dass muss man sich auch leisten können.
Ansonsten sind der Brexit und die Konsequenzen für Gibraltar weiterhin ein großes Thema. Auch ist die Frage, ob Gibraltar zum United Kingdom gehören sollte (das tut es anscheinend nicht, dass ist so kompliziert mit United Kingdom und Great Britain, dass verstehen nicht mal die Engländer, oder Briten?), dann müssten sie allerdings auch Steuern zahlen. Natürlich kann es unmöglich an die Spanier abgetreten werden. In diesem Zusammenhang wird seit Tagen im Radio diskutiert was Churchill 1941 (!) zu Franco gesagt haben soll. Nebenbei ärgern Spanien und Gibraltar sich gegenseitig ein wenig, kontrollieren die einen an der Grenze besonders gründlich, sperren die anderen am nächsten Tage eine Spur am Grenzübergang. Und so weiter.

Zurück in La Línea

Seid ihr immer noch in Gibraltar? Geht es euch gut? Warum gab es so lange keinen Bericht von euch? Wir haben viele Anfragen erhalten, was denn mit uns los sei. Marisol liegt noch immer auf ihren Liegeplatz in La Línea mit Blick auf den „Rock“ und seit gestern Abend sind wir auch wieder hier. Wir haben einen kleinen Abstecher nach Bremen gemacht, meine Schwester hat geheiratet, das wollten wir nicht verpassen. Die Hochzeit war wundervoll und die Party grandios. Wie schön, dass wir dabei sein durften und konnten. Bremen hat uns mit sonnigem Frühlingswetter überrascht und wir haben mal wieder festgestellt wie schön unsere Landbasis ist. Leider hat Nobbi die Zeit für eine fiese Bronchitis und Fieber genutzt, doch nun ist er wieder fit und fröhlich. Der Nachteil einer Heimreise ist der Abschiedsschmerz, der jedes Mal ein bisschen schlimmer wird.
Unsere Rückreise hat gestern überraschend gut funktioniert, trotzdem waren es vierzehneinhalb Stunden zwischen Lesum und La Línea. Mit dem Auto ging es in Bremen zum Flughafen, über München nach Málaga mit dem Flieger, dann mit dem Langstreckenbus nach Algeciras und schließlich mit dem Stadtbus nach La Línea.
Heute haben wir ausgeschlafen, eingekauft und die Dinge verstaut die wir aus Bremen mitgebracht haben. Das ist ja immer ganz unterhaltsam. Wir reisen mit unserer Tauchertasche, in der, wie der Name schon sagt, unsere Tauschsachen verstaut sind. Diese Tasche lagert im Achterschiff ziemlich weit unten, um sie wieder an ihren Platz zu schaffen, müssen wir das ganze Achterschiff ausräumen, die Tauchsachen in die Tasche quetschen und alles wieder einräumen.
Ein paar Tage werden wir noch hier bleiben, bevor es weiter nach Westen geht. Im Moment weht es ganz ordentlich und das soll auch noch ein paar Tage so bleiben, was uns hier hält ist jedoch unsere neue Rollreffanlage für das Vorsegel. Als sich vor drei Wochen abzeichnete, dass wir einige Zeit hier bleiben werden, haben wir beschlossen unser Rigg kontrollieren zulassen. Für die Kontrolle der Wanten und Stagen (das sind die Drähte die den Mast halten) haben wir unser Vorsegel abgeschlagen. Schnell wurde klar, dass unsere alte Rollreffanlage ihre besten Tage hinter sich hat. Wir haben hier ein gutes Angebot für eine neue Furlex (das ist der Markenname) bekommen und beschlossen sie dann gleich hier zu ersetzen. Ich bin ja froh, dass ich meine neuen Schuhe zuvor gekauft habe, ob die jetzt noch genehmigt werden würden? Tatsächlich wurde die Furlex innerhalb von drei Tagen aus Frankreich geliefert und liegt bereits Boot. Sehr praktisch, so ein 2,5 m langes Paket im Salon… Für die Montage der neuen Anlage und das exakte Spannen der Drähte brauchen wir weniger windige Tage. Bis dahin könnten wir uns mit unseren anderen Projekten beschäftigen. Wir haben ein (gebrauchtes) GPS-Navi als Unterstützung für unser etwas störanfälliges GPS aus Deutschland mitgebracht, das Nobbi heute schon getestet hat. Solche stand-alone-GPS Geräte sind kaum noch zu bekommen und wir sind glücklich über das bedienungsfreundliche Gerät, dass nebenbei die Signale (für die automatische Positionsübermittlung in einem Seenotfall) an unser UKW-Funkgerät übermittelt. Wir könnten also „mal eben schnell“ die Kabel verlegen, dafür müssten lediglich einige Schränke und Kisten leergeräumt werden. Ich freu mich drauf!

Ausflug nach Tarifa

Gestern haben wir einen Ausflug nach Tarifa gemacht, die südlichste Ecke Europas wollten wir uns auch noch mal von der Landseite ansehen. Mit dem Bus haben wir eine Stunde gebraucht, die Fahrt war interessant, die Landschaft zwischen Algeciras und Tarifa ist sehr schön.
In Tarifa haben wir das „Castillo Guzmán el Bueno“ besichtigt. Die Burg wurde 960 n. Chr. gebaut und wurde 1000 Jahre durchgehend benutzt. Die Aussicht von der Burg über die Straße von Gibraltar, die hohen Berge Marokkos, den Hafen und die Altstadt Tarifas ist sehr schön. In dem erstaunlich aufwendig restaurierten Kastell wurden an mehreren Stellen alte Burgteile freigelegt und erklärt und es gibt ein Museum, das sich mit der Geschichte der strategisch wichtigen Festung, der Bewaffnung der Burg und der Bedeutung der Herrschaft über die Straße von Gibraltar beschäftigt.
So viel Kultur macht hungrig, auf der Suche nach etwas Essbarem sind wir in ein nettes Fischrestaurant geraten und haben einen wunderbaren Steinbutt verspeist. Während es im frischen Westwind recht kühl war, merkt man im Windschatten wie viel Kraft die Sonne hat. Beim Mittagessen war es selbst im T-Shirt schön warm. Zurück sind wir am endlosen Playa de Los Lances entlanggewandert, wo sich hunderte von Kitesurfern tummeln. Tarifa hat sich gelohnt, eine Wiederholung des Ausflugs ist nicht ausgeschlossen.
Ansonsten nutzen wir die Zeit hier für kleine Arbeiten und Rumgetüddel. Die Tasche, in der unser Schlauchboot verpackt ist, hatte einen Riss, der mit einer wunderschönen Bootsmannsnaht geschlossen wurde, unsere Fender sind prall aufgepumpt und Nobbi ist getaucht und hat die Logge von Seegras befreit, sie läuft wieder. Unser Traveller (daran ist die Großschot befestigt, mit der man wiederum den Winkel des Großsegels einstellt) hat ein wenig Pflege bekommen. Den Traveller-Schlitten haben wir umgedreht, er kann die nächsten 25 Jahre von der anderen Seite verschleißen, und wir haben eine neue Leine eingenäht. Die Matratze, die über dem Motorraum liegt und deshalb öfter mal angehoben wird, hat einen neuen Bezug aus einem alten Bettbezug bekommen. Ansonsten kann man sich ja auch mit seinem normalen Bootshaushalt beschäftigen: waschen, putzen, Matratzen lüften, Motor streicheln, Wassermacher spülen,… . Wir haben alle Lebensmittel ausgeräumt, gezählt, die Liste aktualisiert und alles wieder eingeräumt. Das ist ja immer interessant. Es sind noch zwei Gläser Maronencreme da, das stimmt mich froh, aber wer hat 9 Dosen Erbsen gekauft, die esse ich doch gar nicht besonders gerne. Für die Erbsendosen haben wir gleich eine Anwendung gefunden. Unser Cockpittisch hat eine neue Lackierung bekommen und die lackierten Teile kann man wunderbar auf Dosen lagern bis sie getrocknet sind.
Angeblich kann man in Gibraltar billig Alkohol kaufen, das mag sein, viel interessanter finde ich allerdings die Schuhpreise. Dienstag habe ich Paar wunderschöne blau-pinke Schuhe bekommen. Da an Bord ja Gewicht und Platz eine wichtige Rolle spielt, musste ich dafür natürlich etwas aussortieren, zwei Paar Schuhe sind heute Morgen in der Mülltonne gelandet. Ihr ahnt es, ich habe heute noch ein paar super leichte, leuchtend blaue Treter bekommen. Und Nobbi? Der sagt, er bräuchte keine (er hat tatsächlich noch zwei Paar nagelneue, ungetragene Schuhe im Schrank). Er durfte meine bezahlen. Das ist wie beim Slowfox: „Happy wife, happy life“ ;-) .