Suwarrow faellt aus

Der Betreff sagt es schon. Suwarrow faellt aus. Heute Morgen haben wir die Entscheidung getroffen an dem Atoll, das zu den Cook-Inseln gehoert, vorbei zu segeln.
Heute ist Tag 7 seit Bora Bora. Ein Segeltag wie aus dem Bilderbuch. Blauer Himmel, vier Windstaerken und dieses unglaublich blaue Wasser des Pazifiks. Wir sind auf West-Kurs gegangen. Der Wind kommt nun schraeg von achtern, das Boot liegt stabil auf Steuerbord-Bug. So macht Segeln Spass, so kann es bleiben.
Seit Bora Bora sind wir recht langsam vorangekommen, oft hatten wir wenig Wind und den auch noch direkt von achtern. Eine schauklige Angelegenheit. Der wenige Wind sorgt fuer geringe Geschwindigkeit, die oft recht hohe Welle schuettelt das Boot. Heute Morgen hat Nobbi laenger die huepfende Teekanne durchs Cockpit gejagt. Alles was nicht eingeklemmt oder angebunden ist macht sich selbststaendig. Doch es geht uns gut an Bord. Nachdem wir eingeschaukelt sind und seit der dritten Nacht gut schlafen, macht das Leben an Bord Spass. Wir lesen viel, heute Mittag haben wir beide zum Beispiel Palstek und Wetterlotse gelesen und dann auch gleich ausfuehrlich diskutiert. Podcasts und Krimis halten uns waehrend der Nachtwachen wach. Wir sammeln die verbliebenen Leckereien aus der Bilge. Die letzten deutschen Wuerstchen sind aufgefuttert, gestern gab es schon das zweite Mal seit Bora Bora Rinderfilet und auch heute Abend gibt es wieder Tomatensalat.
Jetzt, wo wir den wenigen Wind fuer unseren geplanten Aufenthalt auf Suwarrow brauchen koennten, verabschiedet dieser sich. Anfang der Woche ist fuer dieses Seegebiet viel Wind angesagt, dazu heftige Schauer und Gewitter bei 4m Schwell. Eine Wetterlage, die nicht zum recht ungeschuetzten Ankerplatz passt. Ein Revierfuehrer schreibt, dass Suwarrow nur in ruhigem Wetter zu empfehlen sei, der andere raet bei schlechtem Wetter sofort auszulaufen. Etwas enttaeuscht sind wir schon, beide haben wie das Buch von Tom Neale „An Island to Oneself“ gelesen, und davon getraeumt das Atoll eines Tages zu besuchen. Natuerlich koennten wir darauf hoffen, dass das Wetter gar nicht so schlecht wird wie vorhergesagt. Doch dann koennten wir ja auch einfach aufhoeren ueberhaupt den Wetterbericht zu lesen.
550 Meilen sind es auf direktem Weg nach Samoa, eventuell werden wir einen kleinen Umweg segeln um dem schlechten Wetter etwas aus dem Weg zu gehen. Auf See fuehlen wir uns besser geruestet stuermisches Wetter durchzustehen, als an einem unsicheren Ankerplatz.
Wir warten noch immer auf Wale, hier ist gerade Buckelwal-Saison, essen Schokopudding mit Mango und freuen uns nun auf Samoa.

Bora Bora – die schönste Insel der Welt?

Bora Bora wirbt nicht gerade bescheiden damit die schönste Insel der Welt zu sein. Für uns soll Bora Bora die letzte Insel Französisch Polynesiens sein, hier wollen wir ausreisen.
Die Überfahrt von Tahaa macht Spaß. Wir starten gleich nach dem Frühstück, haben perfekten Segelwind und nur wenig Schwell. Wir gewinnen eine kleine private Regatta, deren Hauptpreis die letzte freie Boje vorm Bora Bora Yacht Club ist, was wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen. Das Segeln macht so viel Spaß, dass wir hoch am Wind bis in die Einfahrt zum Pass segeln. Auf den letzten Meilen hoch am Wind überholen wir einen Kat und hängen einen zweiten ab. So kommt es, dass wir als erste durch den Pass gehen und Kurs auf die freie Boje nehmen. Das Boot hinter uns ist unter Maschine schneller und versucht auf den letzten Metern zu überholen. Ich fahre ein ungewohnt schnelles Manöver, falle dabei ins Cockpit, höre das Gelächter vom Boot hinter uns und schnappe mir trotzdem die Boje.
Entgegen Bora Boras Werbeversprechen haben wir viel Schlechtes gehört. Die Insel sei hoffnungslos überbewertet und total überlaufen. Wir laufen vom Yacht Club in den Ort, das sind etwa 2,5 km und wundern uns zunächst, dass vergleichsweise wenig Verkehr ist.
Bevor wir auf Entdeckungstour gehen erledigen wir das Pflichtprogramm: Wäsche waschen, Diesel tanken und einkaufen. Bei der Post finden wir eine schnelle Internetverbindung, können so unsere Post lesen, einige Überweisungen wollen getätigt und ein paar Kleinigkeiten erledigt werden.
Dann haben wir Zeit für schöne und unnütze Dinge, wir gehen spazieren, baden, kaufen Bora-Bora-T-Shirts und feiern in einem schönen Restaurant sehr stilvoll unseren Abschied von Französisch Polynesien. Dafür schmeißen wir uns richtig in Schale. Nobbi nimmt sein Hemd vom Bügel (das einzige, das auf einem Bügel hängt, alle anderen müssen zusammengefaltet im Schapp überleben), ich ziehe mein kleines Schwarzes an.
Wir unternehmen eine kleine Wanderung und blicken vom Aussichtspunkt auf den Pass. Vom Ort aus beginnen wir den Aufstieg auf den Berg, doch der Weg ist uns zu steil, wir haben Angst vor dem Abstieg und kehren um. Unser Pfad endet vor einem der vielen „Tabu“-Schilder, was nichts anderes bedeutet, als „verboten“ oder „kein Durchgang“. Auf keiner anderen Insel haben wir so viele Tabu-Schilder gesehen. Sind wir Touristen so dreist, dass diese Schilder nötig sind, oder ist das Bedürfnis sich abzugrenzen so stark? Wir wissen es nicht. Eine Baustelle trennt uns von der Straße. Uns schwant Böses. Wir wollen niemanden gegen uns aufbringen, doch umzukehren würde bedeuten, wieder hoch auf den Berg zu klettern. Mal wieder werden wir überaus positiv überrascht. Wir wollen uns vorsichtig an der Baustelle vorbei schlängeln, doch die Männer unterbrechen die Arbeit, weisen mir den einfachsten Weg quer durch ihre Baustelle und strahlen uns begeistert an, als wir uns mit einem Maururu, dem polynesischen Danke, verabschieden.
Am Yacht Club will man am plötzlich 2000 Franc (das sind 17 Euro) von uns haben – für das Anbinden des Dinghies. Wir weigern uns, klären die Situation. Wir saßen hier mehrfach als Gäste auf der Terrasse und haben (teures) Bier getrunken. Letztendlich müssen wir nicht bezahlen und dürfen unser Dinghy weiterhin dort anbinden. Früher gehörten die Bojen an dieser Stelle wohl zum Yacht Club, nun werden die Bojen überall auf der Insel von den gleichen Leuten betreut (=abkassiert), dass der Yacht Club nun nicht mehr seinen Steg zur Verfügung stellen möchte, können wir verstehen. Aber 17 Euro Parkgebühr für ein Schlauchboot wollen wir auch nicht bezahlen, schon gar nicht, weil wir ja auch Kunden des Restaurants sind. Dieser Zwischenfall beschreibt das Problem auf Bora Bora ganz gut. Einige verdienen sehr gut an den reichen Touristen der Luxushotels, alle anderen wollen nun auch verdienen. Dabei werden zum Teil absurde Preise aufgerufen.
Seit diesem Jahr gibt es eine neue Regelung, die das Ankern um Bora Bora nur noch in bestimmten Gebieten erlaubt. Nur wird sie nicht durchgesetzt, bzw. nur wenn es gerade passt. Die einen ankern in „verbotenen“ Gebieten und dürfen bleiben, die nächsten werden aus „erlaubten“ Gebieten verscheucht. So herrscht gelegentlich Verwirrung oder Unmut.

Auch nach 4 Monaten gibt es viele Dinge in Französisch Polynesien, die uns immer wieder staunen lassen. Dazu gehört oft die Preisgestaltung. Der Ananassaft (ok, bei uns dürfte das nicht Saft heißen, wenn es hauptsächlich aus Zucker besteht) aus Moorea, ist deutlich teurer als der Apfelsaft mit 100% bretonischen Äpfeln. Ein paar Puma Sneakers sollen in Papeete 60 Euro kosten, eine (große) Wassermelone auf dem Markt 35 Euro. „Naturschutzsteuer“ auf Fakarava 50 Cent pro Tag, ein Blick in die Pearlfarm 8 Euro. Für dieses Preisungleichgewicht gibt es unzählige Beispiele. Auf den Marquesas haben wir häufig in einem Laden den gleichen Artikel zu unterschiedlichen Preisen gefunden. Wenn für Obst und Gemüse oft (aber nicht immer) so hohe Preise verlangt werden, warum liegen dann so viele Gärten und Felder brach? Wir werden es nicht mehr verstehen und uns weiter fragen wie sich die Menschen das teure Leben hier leisten können.

Bora Bora zeigt sich bei schönstem Südseewetter von seiner besten Seite. Ein Manta umkreist uns, einfach wunderschön. Wir haben die Ausreisepapiere ausgefüllt, müssen nun aber zwei Tage warten, bis wir unsere Clearance abholen können. Wir entscheiden uns für eine Lagunenrundfahrt. Der schönste Platz soll in der Südost-Ecke der Lagune sein, dort wollen wir hin.
Wir fahren in der Lagune immer entlang der Hotels mit den Wasserbungalows. Davon gibt es viel mehr als ich dachte und die meisten der Hotels haben mindestens 50 dieser Palmenwedel gedeckten Hütten. Schon verrückt, die Luxushotels decken die Hütten mit Palmenwedeln, die Einheimischen mit Wellblech.
Die Fahrt durch den flachen Teil der Lagune kostet, besonders mich, Nerven. Ich stehe am Ruder und habe Angst aufzulaufen. Hier ist es ganz schön flach, das Wasser ist superklar und ich kann nicht schätzen wie tief es ist. Das Echolot zeigt meist weniger als vier Meter, oft weniger als drei. Dass Nobbi das Ruder übernimmt, will ich aber auch nicht. Ich bin erleichtert als es wieder tiefer wird und sehr froh, dass wir den Weg auf uns genommen haben. Der Platz ist fantastisch. Das klare Wasser der Lagune, das schützende Außenriff, das Motu mit seinem weißen Strand, die grünen Palmen und im Hintergrund der beeindruckende Berg. Das Türkis leuchtet. Wolken, Vögel, Boote, Flugzeuge, einfach alles reflektiert diese unglaubliche Türkis. Der Vollmond lässt die Lagune sogar nachts leuchten. Unglaublich, wir sehen nachts den Grund am Ankerplatz. Wir baden, schnorcheln, gehen am Strand spazieren und schießen unzählige Fotos. Zielsicher sind wir in der „deutschen“ Ecke gelandet (insgesamt 8 Boote, darunter 3 Deutsche, 1 Schweizer) und freuen uns über ein unerwartetes Wiedersehen.
Gerne würden wir noch ein paar Tage bleiben, doch wir entschließen uns am nächsten Tag weiter zufahren. Dieser Südseetraum ist der perfekte Abschied von Französisch Polynesien.

Bleibt die Frage, ist Bora die schönste Insel der Welt? Für mich nicht, obwohl es hier wirklich sehr sehr schön ist. Ob ich auf Bora Bora keinen Hubschrauber oder Jet-Ski miete oder auf einer anderen Insel ist egal. Das Angebot für die Touristen der Luxushotels brauche ich nicht, ich könnte es ohnehin nicht bezahlen. Unser Luxus ist Zeit. Zeit unser eigenes Paradies zu finden.
Die Konkurrenz um den Titel „schönste Insel der Welt“ ist riesig. Einige Aspiranten wären aus meiner Sicht Fernando de Noronha, Anholt, Porto Santo, Makemo, Lummerland, Amrum… aber ich kann mich einfach nicht entscheiden.

In den letzten Blogbeiträgen von Moorea, Huahine, Raiatea und Tahaa findet ihr nun endlich Fotos!

Tahaa – Inselrundfahrt und Perlen

Der Samstag beginnt mit einem Frühstück im sonnigen Cockpit. Wir verlassen unsere Boje, bevor das Wetter es sich wieder anders überlegt. Kaum sind wir unterwegs wird es wieder ziemlich grau. Wir ignorieren das diesmal und brechen zur geplanten Inselrundfahrt auf.
Raiatea und Tahaa teilen sich eine Lagune. Wir können also innerhalb des Riffs zu Tahaa hinüberfahren. Aber kräftige Wind sorgt auch innerhalb des Riffs für eine kabbelige Welle, manchmal spritzt Salzwasser übers Deck und ich friere. Dennoch weigere ich mich einen Pulli anzuziehen. Pullover und Südsee das geht einfach nicht. Trotzdem macht die Fahrt Spaß und wir bekommen Vieles zu sehen. Ein Viermaster liegt an der Pier in Raiatea, es findet ein Kanurennen statt, manch ein Surfer ist mit dem frischen Wind überfordert und viele Segler sind zwischen den beiden Inseln unterwegs. Im Norden von Tahaa ist es einsam, wir treffen hier keine anderen Segler und nur wenige Boote, keine Angler, keine Touri-Touren. Die Insel ist nicht so hoch wie Raiatea, aber ebenso grün und im Norden nur wenig bebaut.
Der erste potentielle Ankerplatz in Tahaas Osten ist von Schaumkrönchen dekoriert, die Nordküste ist gänzlich ungeschützt und abgesehen davon, dass das Wasser meist sehr tief ist, tummeln sich unzählige Bojen der Perlfarmen außerhalb des Fahrwassers. Wir finden eine Boje an einer Perlfarm. Natürlich fragen wir, ob wir über Nacht bleiben dürfen und bekommen bei der Gelegenheit die beste Führung in Sachen Perlen, die wir bisher hatten. Die junge Frau spricht sehr gut Englisch und kann alle unsere Fragen beantworten. Das macht richtig Spaß. Natürlich kaufen wir anschließend etwas im Laden. Das gehört dazu und ist sicher kein Opfer. Nun wissen wir, dass wir neben dem Muschelkindergarten liegen. Hier wachsen die Muscheln heran, bis sie zwei Jahre alt sind. Dann bekommen sie die erste Kugel aus Perlmutt eingesetzt, die sie dann in etwa eineinhalb Jahren in eine schwarze Perle verwandeln sollen. Die „erwachsenen“ Muscheln, die Perlen produzieren, hängen auf der anderen Seite des Fahrwassers am Außenriff im tiefen Wasser. Die Muscheln können mehrere Perlen nacheinander produzieren und viele Jahre alt werden. Heute werden alle Perlen nach Tahiti geschickt und dort bewertet. Perlen, die eine zu dünne Schicht um das Implantat besitzen, werden vernichtet. Nach der Bewertung gehen die Perlen zurück an die Perlfarm, ein Teil der Perlen wird dort weiterverarbeitet und verkauft. Der größte Teil der Perlen wird jedoch sofort weiterverkauft. Die dunklen Perlen sind besonders auf dem asiatischen Markt beliebt und die meisten Perlen werden via Hongkong gehandelt. Das ist nicht weiter verwunderlich, sind doch die meisten Perlfarmen in chinesischer Hand.
Heute ist es sonnig und wir entschließen uns ans Außenriff zu wechseln und dort neben dem Hotel zu ankern. Das „Le Tahaa“ ist eines dieser Hotels mit den berühmten Wasserbungalows. Anders als viele andere ist es in Betrieb und anscheinend einigermaßen gut besucht. Viele der Luxushotels sind wenig besucht oder verlassen und verfallen. Das könnte an den Preisen liegen. Wir kennen die Preisliste des „Le Tahaa“ nicht, vergleichbare Hotels hier in der Gegend nehmen aber gerne 1000 Euro pro Nacht. Kein Schnäppchen.
Kaum hat unser Anker gefasst, kommen mehrere Boote und versuchen neben uns zu ankern. Vermutlich denken sie, dass wie DEN Spot gefunden haben. Haben wir nicht. Der Wind kommt heute leider aus Nordost und so haben wir 70 cm Welle am Ankerplatz. Das kann man machen, muss man aber nicht. Wir verlegen also nachmittags wieder an „unsere“ Boje an der Perlfarm. Überhaupt herrscht ein ständiges Kommen- und Gehen. Boote ankern, verlegen, fahren weiter, stoppen ein paar Meilen nördlich, drehen wieder um. Richtig was los. Und wir liegen hier ganz allein in unserer kleinen Bucht und schauen uns das an.
Wir verbringen den Sonntag mit lesen und Schnorcheln. Außerdem bekämpfen wir unsere Bananenflut. Bananenkuchen zum Frühstück, zwischendurch einige Baby-Bananen, mittags gebratene und gesalzene Kochbananen… Zum Glück konnten wir gestern ein paar Bananen an unsere französischen Nachbarn verschenken.
Zum Schluss noch einige tierische Neuigkeiten und Erkenntnisse. Rochen und Haie mögen keine Baguettes und keine Bananen. Rochen gibt es hier überall. Die Adlerrochen springen gerne mal aus dem Wasser, das sieht spektakulär aus und platscht so schön. Die Stechrochen sind da zurückhaltender, sind aber an Stegen, beim Dinghi fahren und beim Baden häufig zusehen. Auf Baguette und Bananen reagieren sie nicht. Anders als Schiffshalter und Doktorfische.
Die Seevögel, die um uns herum auf dem Bojen sitzen, haben tolle Stimmen. Sie lachen sie kaputt. Lauthals. Vermutlich über uns?!
Auch innerhalb des Riffs sieht man immer wieder Delfine. Heute sehen wir die Delfine im leuchtend blauen Wasser vor dem kleinen Motu mit zerzausten Palmen und weißen Sandstrand, die Welle bricht sich auf dem türkis leuchtenden Riff, im Hintergrund die Silhouette Bora Boras. Kitschiger wird’s nicht!

Raiatea – schlammiges Wandervergnügen

Mittwoch wird es Zeit für einen Ortswechsel. Wir wollen zur Nachbarinsel Tahaa umziehen. Während wir Anker auf gehen beginnt es zu nieseln. Als wir die Bucht verlassen, trifft uns der Schwell der durch den Pass in die Lagune läuft. Eine unangenehme, erstaunlich hohe Welle schüttelt uns durch. Die Welle nimmt mit der Entfernung vom Pass ab, dafür nimmt der Regen zu. Wir sehen die Fahrwassertonne in 100m Entfernung nicht mehr. Das macht uns keinen Spaß, die Sightseeingtour hatten wir uns anders vorgestellt. Wir fischen in einer kleinen Bucht eine Boje und beschließen die Weiterfahrt zu vertagen. Nachmittags fahren wir mit dem Schlauchboot an Land und laufen bis zu einem kleinen chinesischen Laden der auch nachmittags Baguette verkauft.
Am nächsten Tag zeigen sich noch immer dunkle Wolken, das Frühstück muss wegen Regen wieder unter Deck stattfinden, trotzdem schnüren wir die Wanderschuhe. Es gibt einen Wanderweg, der zu drei Wasserfällen führen soll. Zunächst wandern wir einen breiten Feldweg zwischen Weiden und Feldern bergan. Hier läuft es sich fantastisch, der Blick auf den Bergkamm ist toll und das Pferd auf der Weide lässt sich streicheln. Irgendwann wird der Weg schmaler und führt über den Bach. Oder sagen wir, normalerweise führt er über den Bach. Durch die starken Regenfälle ist der Bach angeschwollen und über seine Ufer getreten. Ich ziehe meine Schuhe aus, um sie trocken auf die andere Seite zu bekommen. Nobbi holt sich einen nassen Fuß als er auf den moosbedeckten Felsen ausrutscht. Auf der anderen Seite wartet ein Rudel hungriger Mücken auf uns. Wir wehren uns mit Mückenspray und versuchen ihnen davon zu laufen. Der Weg wird nicht nur schmaler, sondern leider auch immer matschiger. Wir queren eine Fläche die mit Elefantenohr-Taro bestanden ist. Das ist toll zwischen den riesigen Blättern hindurch zulaufen. (Für alle, die das Klimahaus in Bremerhaven kennen, das fühlt sich an wie auf der Insektenwiese! Für alle anderen, ihr müsst nach Bremerhaven!) Der vermeintliche Wanderweg endet im Nichts, ob wir falsch abgebogen sind? Wir kehren um und testen einen anderen Pfad, als der Matsch uns hier entgegenfließt geben wir auf. Auf dem Rückweg hole auch ich mir einen nassen Fuß. Nun haben wir beide einen trockenen linken und einen nassen rechten Fuß. Wir wandern die Straße entlang, den in der Karte verzeichneten Bäcker gibt es ebenso wenig wie den Supermarkt. Also kehren wir um, kaufen auf dem Rückweg wieder ein Baguette beim chinesischen Laden und kriechen nach Hause. Der Rückweg zieht sich und uns tun die Haxen weh. Wir beschließen am nächsten Tag auf keinen Fall irgendwo hinzulaufen.
Heute Morgen frühstücken wir draußen! Zwar zeigt sich die Sonne nicht, doch der Himmel ein fröhliches hellgrau. Wir wollen weiter ziehen. Das Schlauchboot hängt startbereit hinter Mari, eine Bojenleine ist bereits gelöst. Es kann losgehen! Da fängt es an zu regnen. Das kann doch nicht sein! Wir streiken. Die Abfahrt ist verschoben – auf morgen. Kuchen backen, Bilge putzen, Rost entfernen. Man kann sich mit so netten Dingen beschäftigen, man muss gar nicht segeln.
Die Stimmung ist trotzdem gut an Bord. Nobbi singt. Ich dachte zunächst er singt Weihnachtslieder, aber nein. Er singt das Lied vom Regentier. „Rudolph, the red nosed rain-deer…“

Raiatea – Regentage

Wir sind nun drei Tage auf Raiatea, aber ob es schön ist können wir nicht genau sagen. Man sieht es nicht. Das Wetter ist so grausam wie schon lange nicht. Nieseln und Regen wechseln sich ab. Der Norddeutsche fühlt sich Zuhause, gestern Abend gab es doch tatsächlich Tee mit Rum, aber dazu weiter unten mehr.
Südseegefühle kommen wirklich nicht auf. Als ich heute Morgen mein Müsli im Cockpit esse, schwappt Wasser vom Bimini in meine Müslischale. Und wann immer wir uns freuen, dass es trocken ist, kommt der nächste Schauer über die Berge.
Wir erledigen Bootsgetüddel. Unsere Hebelklemmen die die Fallen halten haben sich gelöst. Das ist mehr als unerfreulich. Wir haben sie erneuern lassen. Das war die einzige Arbeit in Bremen, die wir nicht selbst durchgeführt haben. Wir setzen längere Schrauben mit reichlich Epoxy ein und hoffen, dass es nun hält. Mal wieder zeigt sich wie wichtig eine gut sortierte Bordwerkstatt ist, Epoxy findet sich im Farbenschapp, in der Schraubensammlung finden sich tatsächlich 4 längere Inbusbolzen der richtigen Stärke. Ich nähe neue Verschlüsse ans Segelkleid, wir putzen ein bisschen, es gibt ein paar neue Taklinge, irgendwas ist immer zu tun. Ansonsten vertreiben wir uns die Zeit mit Regenbeschäftigungen wie Kuchen backen, Fotos sortieren und lesen.
Zum Glück regnet es nicht immer, sondern nur fast immer. Wir fahren mit dem Schlauchboot den Fluss hoch. André bewirtschaftet hier zwei Hektar Land und hat mit den Touristen eine Einnahmequelle gefunden. Er zeigt seinen Garten, erklärt welche Pflanzen er anbaut und verkauft Obst. Wir treffen ihn hinter der ersten Biegung des Flusses. Für uns kehrt er um. In seinem Kanu ist er deutlich schneller als wir mit dem Schlauchboot mit Außenborder. Der kleine Fluss wird immer schmaler und schlängelt sich durch das Tal. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht auflaufen, so flach ist es. Seit langem treffen wir in André das erste Mal auf einen Menschen der sich über unsere mühsamen Versuche Französisch zu sprechen freut. Wir erfahren, dass er kein Auto hat und deshalb nicht auf dem Markt verkaufen kann. Doch mittlerweile kommen so viele Touristen, dass er davon gut leben kann. Neben den Seglern, bei denen dieser Ausflug beliebt ist, kommen Touristen mit gemieteten Kanus und sogar ein kleines Ausflugsboot fährt in den Fluss. Er pflanzt verschiedene Sorten Bananen, unterschiedliche Arten Taro, Papaya, Gurken und Bohnen. Er hat einen Mango- und einen Rhambutanbaum, Zitronenbäume und viele schöne Blumen. Pampelmusen- und Orangenbäume hat er neugepflanzt, sie brauchen noch ein paar Jahre, außerdem versucht er sein Glück mit Pfeffersträuchern. Wir kaufen ihm Bananen und Kochbanen, sowie zwei Papaya ab, bekommen noch ein paar Zitronen zugesteckt und eine Trinknuss serviert.
Es wird Zeit mal wieder zu laufen. Wir sind in Crocs unterwegs. Ich habe mir bei unserem Gewaltmarsch auf Moorea eine blutige Blase gelaufen und kann keine anderen Schuhe tragen. Außerdem passt unser Schuhwerk zum schlammigen Untergrund und der Absicht es etwas ruhiger anzugehen. Wir entscheiden uns der Straße ins Inselinnere zu folgen. Wir kommen an einem Kindergarten, der Feuerwehr und einer kleinen Kirche vorbei. Fast jeder hier hat einen großen Garten oder richtige Plantagen. André bekommt professionelle Konkurrenz, der Botanische Garten wird renoviert. Neue Wege wurden angelegt, der Parkplatz ist schon fertig und überall pflanzen Arbeiter prächtige Pflanzen. Auch ein College gibt es hier im Tal und an der Vereinigung der Kokosbauern. Am Wegrand wachsen Avocados, das sind die ersten Avocados, die wir seit Panama treffen. Uns begeistern der grüne Wald mit seinen unterschiedlichen Bäumen und die Vielzahl der Pflanzen, die wir am Wegrand, in den Gärten und Feldern entdecken.
Wenn die Wolken sich zurückziehen geben sie den Blick auf eine tolle Landschaft frei. Hohe grüne Berge und schroffe Felsen werden sichtbar. Der höchste Berg ist immerhin gute 1000m hoch, damit ist Raiatea die höchste der „Iles sous le Vent“. Zur Inselgruppe „unter dem Winde“ gehören neben Huahine, Raiatea und Tahaa auch die weniger bekannten Inseln Maupiti, Tupai, Manuae, Maupihaa (= Mopelia) und Motu One. Der Star der Inselgruppe ist Bora Bora. Raiatea und Tahaa sind nicht nur Nachbarn, die beiden Inseln liegen auch im gleichen Riff und teilen sich eine Lagune. Das finden wir nett, so können wir innerhalb des Riffs, geschützt vorm Schwell zur Nachbarinsel segeln. Das ist dann das Programm für einen der nächsten hoffentlich trockenen Tage.
Wir werden bei einem anderen Boot zu einem leckeren Essen eingeladen und verbringen einen netten Abend zusammen. Und tatsächlich trinken wir Tee mit Rum. Das schmeckt so gut, dass wir das heute Abend wiederholen. Das hätten wir nicht gedacht, dass wir in der Südsee Tee mit Rum trinken! Nun haben wir keinen Rum mehr, hoffen auf besseres Wetter und gehen irgendwann mal wieder einkaufen.
Heute folgen wir der Straße in die andere Richtung und haben Gelegenheit uns die Häuser aus der Nähe anzusehen. Das ist sehr interessant. Traurige Bretterbuden versinken im Schlamm, während die Nachbarn ein hübsches kleines Häuschen in einem schönen Garten ihr Eigen nennen. Es gibt auch in dieser Richtung einige tolle Gärten mit riesigen Fächerpalmen, einer Palmenbestanden Auffahrt samt Parkbank und großem Tor. Eine Pension ist geschlossen und hat ein ziemlich altes Zu-vermieten-Schild an der Tür. Ein Restaurant weckt mit einem Hinano-Schild Hoffnungen auf ein Bier, ist jedoch geschlossen. Das Schild, das für eine Veranstaltung Anfang Juni macht nicht den Eindruck, dass häufig geöffnet ist. Auch viele Wohnhäuser scheinen leer zu stehen. Heute Morgen wurde der Seitenstreifen gemäht, wir laufen also sehr komfortabel auf dem kurzen Gras. Nach einer Pause am Wasser, mit Blick auf den Pass, machen wir uns auf dem Rückweg. Katzenbabys und Kühe, die sich streicheln lassen, sorgen für Abwechslung. Und natürlich regnet es auch wieder.
Auch wenn es aussieht wie Herbst in Norddeutschland, irgendwas ist anders. Tagestemperatur heute ca. 26 Grad…

Huahine – eine Südseeperle

Von Moorea nach Huahine sind es über 80 Meilen, das ist zu weit für eine Tagesetappe. Nachmittags verlassen wir unseren Ankerplatz in der Baie de Cook. Beim Segelsetzen bricht Nobbi die Winschkurbel ab. Das hatten wir auch noch nie. Im Pass treffen wir ein befreundetes Schiff, schade dass wir uns knapp verpasst haben. Über Funk tauschen wir Neuigkeiten aus.
Eigentlich ist es eine schöne Segelnacht. Wir haben gerefft, weil wir sonst zu schnell wären, wir wollen Huahine nicht im Dunklen erreichen. Die erste Nacht ist immer anstrengend, wir sind noch nicht im Wachrhythmus angekommen, sind müde und können trotzdem nicht gut schlafen. Es ist überraschend viel Verkehr. Viele Segler nutzen die ungewöhnliche Wetterlage, wir haben Nordwind, um die Insel zu wechseln. Wir werden überholt, eine Yacht segelt fast gleich schnell die ganze Nacht neben uns und uns kommen viele Segler entgegen. Ein Boot ist gänzlich unbeleuchtet, eins hat die Lichter vertauscht und bereitet mir damit Kopfzerbrechen und viele Boote haben kein AIS (das ist so ein hübsches Identifikationssystem, das große Schiffen haben müsse und das inzwischen auch die meisten Yachten haben). Eine Luxusyacht schleicht sich von hinten an, einige Fischer queren und der Versorger ist auch unterwegs.
Huahine präsentiert sich wunderschön im Morgenlicht. Der Pass ist ruhig, das dunkelblaue Wasser bricht sich in weißem Schaum auf dem türkisenen Riff. Die grünen Berge leuchten intensiv, hier und dort gibt es einen weißen Sandstrand. Die Südsee schöner als in jedem Prospekt. Die beiden Pässe auf der Westseite liegen im Norden der Insel. Wir wählen den südlicheren und biegen hinterm Riff nach Süden ab. Wir haben uns einen Ankerplatz ganz im Süden ausgeguckt und schlängeln uns nun an der Westseite der Insel zwischen Riff und Insel entlang. Das Fahrwasser ist gut betonnt, außerdem kann man einfach dem Farbcode folgen. Dunkelblaues Wasser ist sehr tief. Wir genießen unsere Inselrundfahrt. Tiefe Täler, große Buchten, wenige Häuser und nur ein Hotel mit den typischen Pfahlbungalows. Huahine ist sehr ruhig und gemütlich. Die große Bucht im Süden bietet einen schönen Ankerplatz mit sandigem Ankergrund, viel Platz und nicht zu großen Wassertiefen. Eine Rarität in den Gesellschaftsinseln. Meistens ist es sehr tief oder sehr flach.
Wir ruhen uns von der Nachfahrt aus und verbringen den Nachmittag mit Schnorcheln. Dabei lernen wir, dass die hübschen Adlerrochen großen Respekt vor den Stechrochen haben, sobald sie sich nähern suchen die Adlerrochen das Weite. Der Sonnenuntergang über der westlichen Nachbarinsel Raiatea ist spektakulär und wir schlafen ausgezeichnet.
Am nächsten Tag wechseln wir den Ankerplatz und verlegen uns 3 Meilen Richtung Pass. Der Platz, den wir uns ausgesucht haben, ist schön doch das Wasser ist tief und wir sehen keinen sandigen Spot, nur Korallen. Als wir gerade überlegen, wo wir alternativ ankern könnten, legt ein Boot ab und macht eine von drei Bojen frei. Glück muss man haben! Nachmittags schnorcheln wir wieder und trainieren unsere müden Beine. Hier ist hinter dem Riff so viel Strom, dass man permanent paddeln muss. Abends beginnt es zu regnen, wir entscheiden uns für einen gemütlichen Abend unter Deck und schauen einen Tatort.
Samstagmorgen nieselt es. Wir wollen nach Raiatea segeln, in der Nacht soll 3m hoher Schwell aus Südwesten kommen, da wollen wir schon da sein. Ich habe wenig Lust bei Regen zu segeln und mache ein paar halbherzige Versuche Nobbi zum Bleiben zu Überreden. Er murmelt irgendwas Vernünftiges und reicht mit meine Öljacke. Unser Zwischenstopp auf Huahine war viel zu kurz aber sehr schön.
Nach Raiatea ist es nur ein Hüpfer, etwa 20 Meilen. Auf Am Wind Kurs sind wir flott unterwegs, Mari läuft meist 7 Knoten und der Segelspaß ist viel zu schnell zu Ende. Tatsächlich hat es auch gar nicht so viel geregnet, nur ab und zu ein wenig genieselt. Die erste Bucht in der wir eventuell ankern wollen überzeugt uns nicht, wir fahren weiter. Die tief eingeschnittene Bucht von Faaroa gefällt uns besser. Kaum haben wir geankert nieselt es wieder. Zeit sich unter Deck zu verkriechen.

Moorea – Baie de Cook

Die Sonne geht hinter den hohen Bergen unter. Die steilen Felsen werfen sich ständig verändernde Schatten auf die Bucht. Wir liegen in der Baie de Cook in Moorea. Diese Bucht ist eine der Buchten im Who-is-Who der Ankerbuchten der Welt. Das Panorama ist fantastisch. Die meisten Weltumsegler ankerten hier. Die Bilder dieser Bucht kennen wir aus all den Büchern, die auf unseren Nachttischen lagen als wir noch von einer solchen Reise träumten. James Cook selbst lag in der Nachbarbucht, diese aber wurde nach ihm benannt.
Montag war ein ganz klarer Tag als wir Tahiti hinter uns lassen und nach Moorea fahren. Nicht mal 20 Meilen sind es von der Marina in Papeete zum Ankerplatz hier in der Bucht. Wir haben schöne Tage in Papeete verbracht. Alle wichtigen Dinge sind erledigt und besorgt. Die Schönheitsreparaturen haben wir auf später verschoben, wir wollen nicht die wertvollen Wochen unserer Segelzeit im Südpazifik mit Lackarbeiten verbringen. In den Tagen in der Marina haben wir einige bekannte Schiffe getroffen oder wieder getroffen. Bei Kaffee oder Bier haben wir uns über unsere Pläne ausgetaucht. Leider trennen sich hier die Wege. Uns zieht es nach Westen, andere bleiben in den Gesellschaftsinseln, segeln zurück zu den Marquesas oder auf die Gambiers. Damit sinken die Chancen, dass wir uns (unter Segeln) wiedersehen.
Dienstagmorgen regnet es. Die Bucht wird dadurch noch eindrucksvoller. Die Berge rücken enger zusammen, die Wolken wälzen sich über die gezackten Berge. Spektakulär. Wir wollen aber eigentlich gerne wandern gehen, da passt der Regen nicht so gut. Nach dem Frühstück ist es trocken. Wir schmeißen unser Schlauchboot ins Wasser und schnüren die Wanderschuhe. Unser Ausflug beginnt ganz gemächlich, eine Straße führt ins Inselinnere. Sie geht in einen breiten Feldweg über und steigt nur leicht an. Vom Ananas-Aussichtspunkt sehen wir die großen Ananasplantagen am Fuß der hohen Berge. Wir entschließen uns zum Belvedere-Aussichtspunkt weiter zu wandern. Zunächst schlängelt sich der Weg zwischen den Ananasfeldern hindurch und verschwindet dann als schmaler Pfad im Wald. Es beginnt zu regnen, doch im Wald werden wir nicht sehr nass. Der Pfad wird steiler und führt nun über viele Stufen vorbei an alten Dörfern und heiligen Plätzen zum Aussichtspunkt. Inzwischen gießt es, wir können nicht mehr unterscheiden, ob wir vom Regen oder vom Schweiß nass sind. Die Stufen sind nun rutschig und glatt. Die Aussicht ist super, es hört auf zu regnen. Wir machen eine kleine Pause und treten dann den Rückweg über den Drei-Kiefern-Aussichtspunkt an. Am Aussichtspunkt stehen wirklich drei Kiefern auf einer steilen Klippe. Der Blick über die Baie de Cook ist toll. Nun müssen wir nur noch wieder runter. Die ersten Meter sind sehr steil, dann wird der Weg langsam besser. An einer Stelle hilft ein Seil beim Abstieg. Als wir aus dem Wald aufs Feld kommen, erwartet uns ein tropischer Regenschauer. Obwohl wir schon ziemlich durchgeweicht sind ziehen wir unsere Regenjacken an. Als wir nach viereinhalb Stunden wieder an der Bucht ankommen haben wir platte Füße.
In der Nacht hat es kräftig geregnet, heute wechseln sich Regenschauer und Sonne ab. Moorea gefällt uns sehr, trotz feuchter Witterung. Doch wir machen uns heute auf den Weg nach Huahine, wo wir morgen Vormittag ankommen sollten.

Flaggen und Perlen

Eigentlich waren wir auf dem Weg zum Supermarkt, sind dann jedoch abgebogen und haben uns Papeetes Regierungsviertel angesehen. Schöne Gebäude an einer schattigen Allee laden zum regieren ein. Französische Flaggen so weit das Auge reicht, viele größer als unser Großsegel. Nobbi haben die Hühner, die vor dem Palast rumgelaufen sind am Besten gefallen.

Kurz vor dem Supermarkt haben wir einen Abstecher ins Perlenmuseum gemacht. Dort haben wir einiges über die Aufzucht der Muscheln, die Geschichte der Perle und über Qualität und Wert der Perlen gelernt. Das Museum schmiegt sich um den Showroom von „Robert Wan“. Hier kann man sich Schmuckstücke in allen Preislagen ansehen und sie natürlich auch kaufen. Die unterschiedlichen Farben und Formen der Perlen sind beeindruckend. Wir haben „unsere“ Perlen bereits auf Fakarava gefunden und heute verzichtet. Das teuerste ausgestellte Stück ist zur Zeit eine Perlenkette für knapp 150.000 Euro, die teuerste Einzelperle die heute zum Verkauf steht kostet stolze 25.000 Euro!