Mittwinternacht und Rumgetüddel

Schon mehr als eine Woche ist vergangen seit wir aus Manaus zurückgekommen sind und der erste Monat unserer zweiten Spielzeit in Brasilien ist bereits um.
Inzwischen sind alle Amazonasfotos sortiert und bearbeitet und auch die Erkältung, die wir uns mitgebracht haben, gilt als besiegt.
Bevor wir den Hafen verlassen in dem unsere Mari nun seit fast fünf Monaten liegt, erledigen wir kleine und winzige Punkte von unserer Liste. Wir haben eine neue Außenborderhalterung gebastelt, Sprayhood und Bimini mehrfach imprägniert und die freien Einmachgläser gefüllt. Rinderfilet, Papaya-Chutney und Apfelmus warten nun auf ihren Einsatz. Unsere Niedergangstreppe hat neue Haken bekommen und vibriert nun hoffentlich nicht mehr, einige Schrauben wurden ersetzt und ein paar Kleidungsstücke repariert. Da wir zum Glück im Moment keine Schäden haben, haben wir Zeit für diesen ganzen Kleinkram. Außerdem haben wir begonnen unsere Proviantschapps wieder zu füllen, bekommen morgen hoffentlich eine volle Gasflasche zurück und haben unsere Dieselkanister betankt. Unsere Arbeitsliste ist nicht leer, für Beschäftigung ist also auch in den nächsten Tagen gesorgt. Wir überlegen ob wir eine Liste mit Punktesystem anlegen, so dass man sich beim Abarbeiten der Liste von Level zu Level hangelt, quasi wie in einem Computerspiel. Ganz „beliebte“ Punkte stehen noch auf der Liste, die sich als Endgegner eignen würden, z.B. Fußboden in der Pantry abschleifen und neu lackieren…
Seit Monaten hoffe ich jetzt im Südwinter Wale hier an der Küste zu sehen, weil die Buckelwale jetzt Richtung Norden ziehen stehen die Chancen nicht so schlecht. Wir haben vor zwei Tagen einen Wal gesehen, allerdings anders als ich mir die Sichtung vorgestellt hatte. Er trieb tot in der Bucht.
Wir beneiden unsere Freunde, die gerade im hohen Norden segeln, um das lange Tageslicht. Hier wird die Tageslichtversorgung um halb sechs abrupt abgeschaltet. Da wir hier ungern im Dunkeln unterwegs sind, ist der Tag für uns sehr kurz. Angeblich hat der brasilianische Fußballstar Neymar in St. Petersburg das umgekehrte Problem, er kann nicht schlafen weil es so lange hell ist. Vielleicht hätte er statt seinem Friseur eine Augenmaske einpacken sollen? Wir hatten schon in Manaus beschlossen Mittwinternacht an Bord ausgiebig zu feiern. Zurück in Salvador wurden wir vom Yachtclub zu einer Sao Joao Party am 20. Juni eingeladen. Die Junifeste sind eine Mischung aus Sonnenwendfeier und Erntedankfest und werden besonders im Nordosten Brasiliens gefeiert. Traditionell gibt es lauter Leckereien mit Mais und frischen Erdnüssen. Wir werden von den anderen Seglern liebevoll mit salzigem und süßen Gebäck versorgt. Anlässlich von Sao Joao wird auch ordentlich geknallt. Jeden Abend ist hier Geböller, gestern Abend lag ganz Ribeira im Dunst.
Damit uns hier nicht die Decke auf den Kopf fällt, waren wir am Mittwoch in Barra, einem Stadtteil am Atlantik. Wir standen an der Bushaltestelle und unser Bus kam einfach nicht. Also haben wir begonnen bei den Busfahrern nachzufragen. Eine junge Frau, die das mitbekommen hatte, informierte einen anderen Wartenden über unser Ziel als ihr Bus kam. Er wusste, dass wir Bus 220 nehmen müssen. Bevor auch er in den Bus stieg, malte er die Zahlen in die Luft und versuchte es sogar auf Englisch. Ein Taxifahrer, der an der Bushaltestelle auf Fahrgäste wartete, stieg aus und erklärte uns welche Endhaltestelle an unserem Bus steht. Als unser Bus schließlich kommt, stoppt der Taxifahrer ihn und drei Leute sorgen dafür, dass wir auch wirklich einsteigen. Immer wieder unglaublich wie die Brasilianer für uns sorgen! Wir haben fast ein schlechtes Gewissen, wäre unser Bus nicht gekommen, hätte der nette Taxifahrer ein gutes Geschäft gemacht.
Nach einem Spaziergang an der Strandpromenade und einer erfrischenden Kokosnuss mit Meerblick, machen wir uns auf den Weg ins Einkaufszentrum. Wir brauchen eine neue Computermaus. Unsere Entscheidung fällt auf ein Modell für umgerechnet zwei Euro, für das wir einen liebevoll ausgefüllten Garantieschein erhalten. Bevor wir den Laden verlassen, gucken wir gemeinsam mit den Verkäufern das Fußballspiel Uruguay gegen Saudi-Arabien zu ende. Anschließend wollen wir bei einem netten Italiener essen, bei dem wir während unseres letzten Brasilienaufenthalts waren und werden enttäuscht. Das Restaurant gibt es nicht mehr. Letztlich stellt sich dies als großes Glück heraus, wir finden ein anderes Restaurant mit einem tollen Büffet. Gemüse in allen Varianten! Eine Seltenheit in Brasilien. Damit ist klar, dass wir diese Woche wieder nach Barra müssen. Es wird sich doch irgendein 2-Euro-Artikel finden lassen, den wir „dringend“ besorgen müssen?

Manaus – die Zweite

Dienstagmittag (12. Juni) sind wir wieder in Manaus und verbringen hier noch eineinhalb Tage bevor wir wieder nach Salvador fliegen.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen im Fischrestaurant gehen wir zu den Ausstellungsräumen des Museu Amazonas. Das Museu Amazonas ist ein riesiger botanischer Garten etwas außerhalb der Stadt, am Opernplatz gibt es jedoch einen Ausstellungsraum. Wir stellen fest, dass der Garten am Mittwoch geschlossen ist und sehen uns eine kleine Ausstellung über Sagen der Ureinwohner an. Nach einem Spaziergang zum Hafen, einem Jenipapo bzw. Ananassaft in unserem „Saftladen“ und einer Pause im Hotel stoßen wir bei „Caipi Fruta“ auf den gelungenen Regenwaldausflug an. Mein Favorit ist Maracuja Caipi, der auch dafür sorgt dass ich früh und lange schlafe.
Am nächsten Tag besuchen wir zunächst das „Museu indio“. Es versprüht den Charme der 50er Jahre, so alt ist die Ausstellung und vermutlich wurde sie seitdem auch nicht nennenswert verändert. Trotzdem ist die Ausstellung ganz interessant, auch wenn einige ergänzende Erklärungen nicht schaden würden.
Nach einer Pause an einem Eckkiosk, wo wir gleich wieder erkannt werden, beschließen wir in den Palacete Provincial wenigstens hineinzugucken. Es soll hier irgendwelche Ausstellungen geben. Das ist etwas untertrieben. Nachdem wir uns eingetragen haben, erklärt uns eine Mitarbeiterin, dass es im Haus sechs Ausstellungen gibt. Wir besuchen zu erste die Pinakothek von Amazonas (Amazonas ist nicht nur der Name des Flusses, sondern auch des größten Bundesstaates). Die Sammlung ist toll präsentiert und enthält einige tolle Bilder.
In anderen Ausstellungen über die Militärpolizei, die Entwicklung des Fotoapparates, Münzen aus der ganzen Welt und Archäologische Ausgrabungen sehen wir uns nur kurz um. Dann schließt das Museum. Nach diesem Besichtigungsmarathon brauchen wir eine Pause und verholen wieder zu unserem Eckkiosk, dort gibt es Hamburger. Zum Nachtisch ziehen wir weiter in unseren „Saftladen“ auf einen Obstsalat.
Auf dem Heimweg stellen wir fest, dass der Palacio Justicia heute geöffnet ist. Obwohl die FlipFlopFüße brennen gehen wir hinein. Bis 2006 saß hier der oberste Gerichtshof, jetzt ist es Kulturzentrum. Neben den Gerichtsräumen sind einige Gemälde ausgestellt und es gibt ein kleines Kriminalmuseum, das wir auslassen. Aus den Räumen im ersten Stock hat man einen fantastischen Blick auf den glitzernden Fluss und die hässliche Bebauung am Ufer.
Abends gibt es ein Konzert auf dem Opernplatz, das von einem Suppenstand gesponsert wird. Wir ergattern wieder einen Platz in unserer Pizzeria und lassen unsere Amazonas-Reise bei Pizza und Caipi ausklingen.

Von Piranhas, Ameisen und Fledermäusen

Das erste Highlight am Sonntagmorgen ist ein schwarzer Kaiman, der unter der Terrasse sitzt und uns ebenso interessiert beobachtet wie wir ihn. Dann geht es zum Piranha angeln. Wir sollen die Fische mit den berüchtigten Zähnen mit einer traditionellen Angel aus dem Wasser holen. Die beiden anderen Reisenden, die heute mit uns unterwegs sind, verzichten und so liegt es an uns. Die Piranhas beißen tatsächlich, sind aber auch sehr erfolgreich darin den Köder abzuknabbern und die Haken zu ignorieren. Schließlich sind wir jedoch beide erfolgreich. Manoel zeigt uns die scharfen Zähne und lässt die kleinen Exemplare wieder frei. Zwei große Piranhas landen später auf dem Grill.
Unser Angelplatz wird auch von vielen fröhlichen Papageien bevölkert. Die kleinen grünen Vögel machen einen unglaublichen Lärm in der Baumkrone über unsern Köpfen. Während wir im Boot sitzen und die Angel baden haben wir Gelegenheit uns die schwimmenden Pflanzen genau anzusehen. Sie haben ganz unterschiedliche Strategien. Mein Favorit sind die kleinen lila Blumen, die aus ihren Blättern einen Schwimmkörper formen. Diese Luftblase hält sie nicht nur über Wasser, sie sieht auch schön aus.
Während unserer Kanutour am Nachmittag treffen wir wieder auf die scheuen Uacaris und haben Glück. Eine ganze Familie der weißen Affen ist in den Bäumen über unseren Köpfen unterwegs. Umso länger man im Wald unterwegs ist, umso mehr Zeit hat man sich für die kleinen Dinge zu begeistern. Wir haben gelesen, dass Ameisen etwa 30 % der tierischen Biomasse ausmachen. Das erscheint zunächst wahnsinnig viel, doch wenn man sich bei einer Kanutour die Äste, zwischen denen das Kanu hindurch gleitet, genau ansieht, hält man es für möglich. Auf fast jedem Ast sind Ameisen unterschiedlichster Größe unterwegs. Auf einem Baum transportiert eine Blattschneideameisen-Straße große Blattstücke, als wir den Ast anstoßen, lassen sie die Blätter fallen. Kaum sind wir vorbei, wird der Transport fortgesetzt. Viele Pflanzen gehen eine Symbiose mit Ameisen ein. Die Ameisen wohnen zwischen dünnen Härchen auf den Ästen und wehren im Gegenzug Fressfeinde ab. Auf einem Blatt hat sich eine kleine Schlange zusammengerollt, an einem Baum hängen kleine Fledermäuse und überall haben Spinnen ihre Nester gebaut.
Der Wald besteht, anders als wir das aus unseren Wäldern kennen, aus einer Vielzahl unterschiedlicher Baumarten. Nur selten stehen Individuen der gleichen Art nebeneinander. Neben den großen Bäumen, für die der Regenwald berühmt ist, wachsen auch viele Palmen im Wald. Darunter die Acai-Palme an der die dunkelvioletten Früchte wachsen, die es in Brasilien überall als Eis oder Saft zukaufen gibt. Kaum ein Baum lebt hier „allein“. Es gibt eine unendliche Anzahl von Epiphyten (Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen), wie zum Beispiel Bromelien. Lianen wachsen von vielen Bäumen nach unten und manch einem Baum wird seine Gastfreundschaft nicht gedankt und er wird später von seinen Untermietern umgebracht, wie bei den Würgefeigen. Es gibt hier auch verschiedene Vertreter der Gattung Inga, ich wusste bisher nicht, dass ich mir den Namen mit einer Pflanzengattung teile. Auch wenn die Bäume häufig nur die Kulisse darstellen, sobald Affen, Faultiere oder Vögel auftauchen, sind die doch die wahren Stars des Regenwalds. Und sie laufen nicht weg, man kann sie ganz in Ruhe betrachten.
Nach dem Abendessen steht eine Nachttour auf dem Programm. Wir sind insgesamt zwölf Personen und sind gespannt was wir im Dunkeln zu sehen bekommen. Die Augen der Kaimane leuchten gelb, wenn man sie mit einer Taschenlampe erwischt. Unsere Guides zeigen uns einige nachtaktive Vögel und fröhlich blinkende Glühwürmchen tanzen um uns herum. Zwischendurch machen wir alle Lichter aus, lassen das Boot treiben, genießen den Sternenhimmel und lauschen den Geräuschen des Waldes. Richtig beeindruckt haben mich die fischenden Fledermäuse. Ja genau, Fledermäuse die sich von Fisch ernähren gibt es wirklich.

Nachdem wir Dani erzählt haben, dass wir gerne noch einmal mit dem Kanu losfahren würden, dürfen wir jeden Tag ins Kanu, so auch Montagmorgen. Die kleine Schlange liegt auf dem gleichen Blatt zusammengerollt wie am Tag zuvor. Ob sie auf diesem Blatt wohnt?
Wir sehen einen Zitteraal, unser Guide warnt uns ihn nicht zu berühren. Das wäre auch keine gute Idee, die Jungs können ihren Opfern einen satten Stromschlag verpassen, eine Spannung von 600 Volt ist keine Ausnahme. Viele Brüllaffen zeigen sich und sind ausnahmsweise nicht so scheu, so dass wir Gelegenheit haben sie in Ruhe zu beobachten. Anders als die kleinen Totenkopfäffchen, springen sie nicht ganz so weit, sondern prüfen vorsichtig ob die dünnen Äste sie auch tragen.
Nachmittags geht es auf unsere letzte Bootstour. Wir unternehmen eine weite Fahrt um dem Sonnenuntergang auf dem Rio Japura anzusehen. Der Sonnenuntergang ist schön, aber noch schöner sind die vielen kleinen, ruhigen Kanäle, durch die wir auf dem Weg dorthin fahren. Wir sehen wieder sehr viele Affen. Eine große Gruppe Schwarzkopftotenkopfäffchen mit Babys, mehrere Gruppen Brüllaffen, einmal mit Baby, eine Truppe Gewöhnliche Totenkopfäffchen, die so wild von Baum zu Baum springen, dass ein Ast mit Affe darauf abbricht und Kapuziner mit zwei Babys. Was für ein schöner Abschied. Am Rio Japura machen wir noch einen kleinen Stopp bei einer Familie, die unser Guide kennt. Hier ist das Land etwas höher gelegen. Die Familie hat viele Kühe, die auf dem Trocknen stehen, und baut Bananen an. Auf der Rückfahrt genießen wir noch ein letztes Mal das goldene Licht auf den schönen Bäumen.
Am Dienstagmorgen (12. Juni) ist unsere Woche in der Pousada Uacari schon vorbei. Mit dem Boot geht es wieder nach Tefé und dann mit dem Flieger weiter nach Manaus.

Uns hat es in der Uacari Lodge sehr gut gefallen. Die Lodge ist kein fünf Sterne Hotel, der Luxus hier ist die Natur und die Ruhe. Die Zimmer in der Lodge sind schön durch den unvergleichlichen Ausblick. Wir haben selten so gut geschlafen, obwohl es nicht so ruhig ist wie man denken sollte. Brüllaffen, Frosche und Vögel können ganz schön Krach machen. Eine gewisse Toleranz gegenüber Viehzeug sollte man mitbringen. Gelegentlich haben wir eine Kakerlake gebeten sich doch eine andere Übernachtungsmöglichkeit außerhalb unseres Zimmers zu suchen.
Wir haben viel mehr Tiere gesehen als erwartet, tatsächlich gab es keine Tour, ob im Boot oder im Kanu, auf der wir nicht einige Affen gesehen haben. Jeder, der eine Amazonas-Tour macht wird gewarnt, er solle nicht erwarten viele Tiere zu sehen. Im dichten Wald ist es einfach häufig schwierig Tiere zu sichten. Die Pousada Uacari im Mamirauá Reservat liegt am Rio Japura und am Rio Solimoes, am „Weißwasser“. Dort gibt es generell deutlich mehr Tiere, Moskitos eingeschlossen. Hinzukommt, dass die Tiere, die über Wasser leben, in der Flutsaison zusammenrücken müssen, während sich der Lebensraum der Fische stark ausdehnt. In der Trockensaison ist es andersrum, da ist es dann deutlich leichter Kaimane zu sehen. Mosquitos gab es, bei Sonnenuntergang auch sehr viele, dann musste man sich gut einsprühen. Natürlich haben wir einige Stiche gesammelt, es insgesamt aber gut überstanden. Einen Jaguar haben wir nicht gesehen, das haben wir auch nicht erwartet. Die Jaguar-Expedition übrigens auch nicht.
Die weite Anreise hat sich sehr gelohnt. Wir nehmen einen Haufen schöner Bilder und Eindrücke mit. Die Geräusche des Waldes, die Stille, die Tiere, Licht und Schatten im Wald, dieses unglaubliche Grün, der stetig fließende Fluss… wunderbar!

Affen im Gegenlicht

Donnerstag besuchen wir die Boca Mamiraua Community. Obwohl die Varzea nur 5 % der Fläche des Amazonasbeckens ausmachen, sind hier 80 % der Menschen angesiedelt. Der Fluss bringt Sediment aus den Anden mit und die Böden werden so jährlich gedüngt. Jetzt in der Flutsaison steht das Dorf unter Wasser. Die Häuser stehen auf Stelzen oder schwimmen. Wenn man sich besuchen möchte, muss man das Kanu nehmen. Auch die Tiere leben auf den Pontons, ob Schweine, Hunde oder Enten. Es gibt sogar Dörfer, die Kühe halten. Dann stehen die Kühe auch kleinen Pontons und werden mit dem schwimmenden Gras gefüttert. Wir lernen, dass es abends Strom gibt, normalerweise bis 22 Uhr, bei einem wichtigen Fußballspiel auch länger.
Nachmittags sind wir mit dem Boot unterwegs und erleben eine regelrechte „Affentour“. Wir sehen so viele Affen, dass wir auf dem Rückweg nicht mehr stoppen wenn wir Affen sehen. Mir gefallen die kleinen Totenkopfäffchen am besten. Sie springen mutig von Baum zu Baum und sind sehr gesellig. Ein weiteres Highlight ist eine Faultiermutter mit Baby, die (für ein Faultier) schnell zum Nachbarbaum wechselt. Auf dem Rückweg zur Lodge fliegt uns ein Paar roter Aras voraus.
Abends berichtete eine junge Frau über die Primatenarten im Reservat und darüber wie schwer es ist die scheuen Affenarten, wie die Uacaris, in ihrer natürlichen Umgebung zu erforschen. Das können wir gut nachvollziehen. Wir haben nicht den Anspruch perfekte Tierfotos zu machen, drücken aber trotzdem ab und zu auf den Auslöser. Dadurch, dass wir im Kanu oder im Boot sitzen, sehen wir Affen und Faultiere entweder auf grünem Grund oder gegen den hellen Himmel. Zum Glück ist unser Auge unserer Kamera weit überlegen.
Freitagmorgen stehen wir ganz früh auf. Um 5:30 Uhr sollen wir zur Sonnenaufgangstour ablegen. Außer uns ist jedoch niemand da. Wir organisieren uns aus der Küche einen Kaffee und begrüßen den Morgen auf der Terrasse. Verspätet starten wir schließlich doch noch. Wir haben nicht viel verpasst, es ist bewölkt und so war der Sonnenaufgang unspektakulär. An diesem Platz scheint es viel Fisch zu geben, denn wir sehen viele Botos, die rosa grauen Flussdelfine, und Tucuxis, die kleinen grauen Delfine.
Durch unseren frühen Start in den Tag haben wir heute besonders viel Zeit und verbringen den halben Tag auf der Terrasse. Wir sehen wie ein großer Kaiman auf der anderen Seite des Flusses ins Wasser springt und wissen spätestens jetzt weshalb wir nicht baden dürfen. Immer wieder treiben große Inseln aus dem schwimmenden Gras vorbei und Reiher streiten sich um sie.
Ich habe Zeit der Frage nach zu gehen, weshalb Faultiere überhaupt vom Baum klettern und stoße auf eine interessante Geschichte über Faultiere, Algen und Motten. Das Faultier beheimatet in seinem Fell eine eigene Algenplantage, diese Algen werden mit toten Motten „gedüngt“. Diese Motten leben ebenfalls im Faultierpelz. Die Motten legen ihre Eier in den Faultierkot, in dem dann die Larven wachsen. Das Faultier frisst bei der Fellpflege seine Algen. Es könnte also sein, dass das Faultier nicht einmal die Woche vom Baum klettert um die Toilette aufzusuchen, sondern um seine Motten zu pflegen (was aufs Gleiche hinausläuft). Da trägt so ein langsames Tier einen Garten und einen Zoo mit sich herum, um seinen Speiseplan zu vervollständigen. Einige Fragen sind allerdings noch offen, zum Beispiel was das Faultier macht, wenn es kein trockenes Land im Umkreis gibt. Diese Algen-Zusatznahrung scheint besonders für Dreifinger- Faultiere, mit denen wir es hier zu tun haben, interessant zu sein.
Dies war übrigens der einzige Tag, an dem die Internetverbindung zu mehr taugte, als zum Versenden von Textnachrichten. Vielleicht lag es auch daran, dass wir an diesem Tag die einzigen Gäste waren. Frühmorgens hatten wir uns bereits von Sheila verabschiedet, mit der wir eine schöne gemeinsame Zeit hatten, die Jaguar-Expedition war auf Katzensuche und die neuen Gäste noch nicht angekommen.

Nachmittags geht es mit dem Kanu durchs Unterholz. Heute ist etwas sonniger als bei unserer ersten Kanutour, das Spiel von Licht und Schatten ist noch schöner. Ein riesiger blauer Schmetterling kreuzt unsere Bahn und wir beobachten viele Vögel. Wir sehen die weißen Uacari-Affen mit ihren roten Gesichtern. Sie sind sehr scheu und ergreifen die Flucht sobald sie Menschen bemerken. Mit den Uacari-Affen haben wir nun alle fünf Primatenarten gesehen, die im Gebiet unserer Touren leben. Zwei davon sind hier endemisch, das heißt sie kommen nirgendwo anders vor. Das Schwarzkopftotenkopfäffchen und der weiße Uacari. Mit ihm begann die Geschichte des Mamiraua Reservats. Der brasilianische Biologe Jose Marcio Ayres sah den weißen Uacari erstmalig im Frankfurter Zoo und beschloss daraufhin, ihn in seiner brasilianischen Heimat zu erforschen. Das Gebiet war damals massiv durch Abholzung, Überfischung und Bejagung bedroht.
Am nächsten Vormittag besuchen wir eine andere kleine Gemeinde. Im Gegensatz zur ersten ist sie nicht überschwemmt. Die Caburini Community ist etwas höher gelegen und man kann sich in diesem Jahr trockenen Fußes besuchen. Der Maniok, das Hauptnahrungsmittel wird direkt am Fluss angebaut, dieser Bereich ist jetzt überschwemmt. Wir lernen wie der Maniok geerntet, geschält, gewässert, gerieben, gepresst, gesiebt und schließlich geröstet wird. Bevor wir zurück zur Lodge fahren besuchen wir die kleine Holzkirche, die wie alle anderen Gebäude auf Stelzen steht.
Nachmittags steht eine Tour zu einem besonders großen Baum auf dem Programm. Hört sich harmlos an, entpuppt sich aber als abenteuerlich. Der Zugang zu dem Baum ist durch eine „schwimmende Wiese“ versperrt. Ein großes Feld treibender Pflanzen verhindert, dass wir uns über einen kleinen Seitenarm dem Baum nähern. Unser Guide will jedoch nicht aufgeben und so schlängeln wir uns am Waldrand entlang, bleiben zwischen zwei Bäumen stecken, wechseln wieder ins Gras. Unser Guide gibt Gas und klappt den Außenborder hoch um sich einen Weg durchs Gras zu bahnen, da schrecken wir einen kleinen Kaiman auf, der sich sicher getarnt glaubte. Schließlich schaffen wir es zu dem riesigen, wirklich sehr schönen Kapokbaum. Im strömenden Regen geht es zurück. Ich erschrecke sehr als der Ast neben mir sich als gelb grüne Schlange zu erkennen gibt. In unserem Boot sind auf dieser Fahrt nicht nur sehr viele Blätter und Zweige gelandet, als wir versucht haben uns einen Weg zu bahnen, sondern auch viele Spinnen und Ameisen, die wir nun von Bord scheuchen. Als es beginnt zu gießen, versuchen die Mücken sich bei uns unterzustellen.
Der ereignisreiche Tag endet mit einem sehr interessanten Vortrag über die Delfine im Reservat. Ein Team beobachtet das ganze Jahr die Delfine, zählt und identifiziert sie. Einmal im Jahr werden die Delfine gefangen und markiert. Die Flussdelfine können im Gegensatz zu ihren marinen Verwandten und den Tucuxis rückwärts schwimmen. So sind sie sehr gut an das Leben im überfluteten Wald angepasst, sie trauen sich zwischen die Bäume in flaches Wasser. Hier am Amazonas gibt es noch Flussdelfine, am Jangtse und am Ganges sind ihre Verwandten schon fast ausgestorben. Doch auch hier wird ihr Lebensraum knapper, Dämme verhindern dass die Männchen zu anderen Flussabschnitten wandern und die Delfine werden bejagt. Ihr Fleisch wird als Köder für einen anderen, seltenen Speisefisch verwendet. Dank verschiedener Naturschutzgruppen ist der Handel mit diesem Fisch nun verboten, hoffentlich bleibt dann zukünftig auch die Delfinpopulation stabil.

 

Uacari Lodge

Dienstagmorgen ging es mal wieder früh los. Wir flogen von Manaus nach Tefé noch knapp 600 km weiter nach Westen. In Tefé wurden wir am Flughafen abgeholt und zum Hafen gebracht, von hier dauerte die Fahrt noch knapp eine Stunde mit dem Boot bis wir an der Uacari Lodge ankamen.
Der Amazonas ist der mit Abstand wasserreichste Fluss der Erde. Er fließt von den Anden bis in den Atlantik (bevor die Anden sich neulich aufgefaltet haben und dem Fluss vor 10 Mio. Jahren endgültig den Weg abgeschnitten haben, floss er übrigens in die andere Richtung). Die Quellflüsse entspringen in den Peruanischen Anden, weitere Zuflüsse in Kolumbien, Ecuador und Bolivien. Der tropische Regenwald, der das Amazonasbecken prägt, gilt als die grüne Lunge unseres Planeten.
Wer einen Amazonas-Urlaub plant sieht sich einem riesigen Angebot gegenüber. Für uns war klar, dass wir Manaus sehen wollen, die Oper besichtigen und von dort aus etwas Regenwald entdecken möchten. Es gibt Unterkünfte und Angebote in jeder Preisklasse, besonders nach oben gibt es kein Limit. Uns war wichtig, dass wir Gelegenheit haben etwas über Pflanzen und Tiere zu lernen. Schließlich haben wir uns für die Uacari Lodge entschieden. Sie liegt im Mamiraua Reservat, einem Gebiet zwischen Rio Japura und Rio Solimoes.
Im Amazonas-Gebiet unterscheidet man Igapo-Wald, Terra-Firme-Wald und die Varzeas. Der Terra-Firme-Wald liegt so hoch, dass er in der Flutsaison nicht überschwemmt wird, der Igapo wird von Schwarzwasserflüssen geflutet und die Varzeas von Weißwasserflüssen. Das Gebiet des Mamiraua Reservats gehört zur Varzea. Die Landschaft wird durch nähstoffreiches, sedimentreiches „Weißwasser“ in der Flutsaison überschwemmt. Alle Pflanzen, die hier wachsen sind daran angepasst mindestens vier Monate im Jahr durchgehend nasse Füße zu haben (oder auch mehr als nasse Füße, das Wasser steigt um mehrere Meter). Die Tiere müssen begeisterte Schwimmer sein, sich mit einem Leben auf dem Baum arrangieren oder fliegen können. Da es einen Kanal zwischen Rio Japura und Rio Solimoes gibt, ist es nicht möglich das Gebiet des Mamiraua Reservats trockenen Fußes zu verlassen. Tatsächlich handelt es sich also um eine Insel zwischen zwei Flüssen, die regelmäßig überspült wird. Wir sind zur Flutsaison hier und sehen diese besondere Landschaft also „unter Wasser stehend“. Wanderungen sind nicht möglich, wir bewegen uns mit Booten und Kanus auf dem Fluss und durch den Wald.
Das Mamiraua Reservat wurde Mitte der 90er Jahre eingerichtet und baut auf die Einbindung der Menschen, die in den Gemeinden am Ende des Reservates leben. Deshalb kommen auch die meisten der Angestellten der Lodge aus den umliegenden Gemeinden, arbeiten jeweils einige Tage dort und verbringen dann wieder Zeit in ihren Dörfern. Das Reservat liegt in einem Gürtel aus verschiedenen Naturschutzgebieten, die zusammen viermal so groß sind wie die Schweiz. Das Gebiet selbst ist etwa halb so groß wie Hessen. Im Mamiraua Reservat laufen unterschiedliche Forschungsprojekte, einige davon konnten wir kennenlernen.

Die Lodge schwimmt im Fluss und liegt wunderschön in einer Flussbiegung. Die Zimmer sind in kleinen schwimmenden Häusern untergebracht, die über Stege mit dem Haupthaus verbunden sind. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl. Das Wasser gurgelt unter den Häusern hindurch, die Brüllaffen und die Vögel machen ganz schön viel Lärm. Noch schöner als wir es uns vorgestellt hatten!
Nachdem wir die Angestellten der Lodge kennengelernt und Mittag gegessen haben, setzten wir uns auf die Terrasse und entspannen. Ein Pärchen rote Aras (Ara macao, für die, die es ganz genau wissen wollen) fliegt vorbei. Perfekt!
Nachmittags unternehmen wir unsere erste Tour mit dem Boot. Praktikantin Daniela begleitet uns, sie kennt sich gut aus und übersetzt die Erklärungen von unserem Guide Alan. Wir sehen Totenkopfäffchen, einen kranken (?) Brüllaffen und unser erstes Faultier. Bei Vögeln gibt es gelegentlich Missverständnisse, wenn wir den portugiesischen Namen nicht verstehen und den englischen nicht kennen, aber Dani und Alan haben immer ihr Vogelbuch dabei und zeigen uns, was wir gesehen haben.
Unsere Tage haben nun einen angenehmen Rhythmus. Frühstück ist um 6:30 Uhr, eine halbe Stunde später geht es los zur Vormittagstour, von der wir gegen elf zurückkehren. Um 12:00 Uhr ist Mittagessen, danach Pause bis um 15:30 Uhr. Dann beginnt unsere Nachmittagstour die bis kurz nach 18:00 Uhr dauert. Um 19:00 Uhr ist Abendessen und an einigen Tagen noch ein Vortrag. Bei Sonnenaufgangs- oder Sonnenuntergangstouren werden die Mahlzeiten ein bisschen verschoben. Die freie Zeit verbringen wir auf der Terrasse und schauen auf den Fluss, lesen, liegen in der Hängematte oder wälzen Bestimmungsbücher um herauszufinden welchen Vogel wir gesehen haben. Im Gemeinschaftsraum liegen viele Bücher über den Wald, Vögel, Säugetiere und Reptilien und einige davon sind sogar auf Englisch. So werden wir immer schlauer.

Mittwochmorgen machen wir unsere erste Kanu-Tour. Guide Alan sitzt vorne im Kanu, Nobbi in der Mitte und ich hinten. Alan paddelt uns, wenn wir gegen die Strömung unterwegs sind wird er von Nobbi unterstützt. Ich gucke nur schlau. Die Touren mit dem Kanu sind besonders schön, wir fahren mitten durch den Wald und genießen die Stille. Alan zeigt uns viele Tiere. Wir sehen wieder viele Totenkopfäffchen und Kapuzineraffen, außerdem stellen wir fest, dass er mit Krokodilen sprechen kann. Er macht tiefe Laute und sie antworten tatsächlich!
Nachmittags geht es zum Maumiraua-See zum Sonnenuntergang. Auf dem Rückweg ist es schon dunkel und die Guides suchen für uns nach Kaimanen. Tatsächlich sehen wir ein kleines Exemplar.
Nach dem Abendessen, haben wir Gelegenheit uns einen Vortrag über Jaguare anzuhören. Seit Jahren wird im Reservat an den großen Katzen geforscht. Heute sind die Teilnehmer der „Jaguar-Expedition“ angekommen. Sie begleiten die Forscher und haben so die Chance die scheuen Tiere zu sehen. Wir lernen, dass nirgends auf der Welt so viele Jaguare leben wie hier und dass sie tatsächlich auch in der Flutsaison hier bleiben. Die Jaguare verbringen also einen Teil des Jahres hauptsächlich auf dem Baum. Sie fressen hier vor allem Faultiere und Kaimane, manchmal werden sie aber auch von den Kaimanen gebissen. Einigen fehlt nämlich ein Stück vom Schwanz.

Die wohl größte Überraschung unseres Amazonas-Aufenthalts ist, dass es kalt ist. Also kalt für tropische Verhältnisse. Auf einigen Bootstouren sind wir froh über die wärmenden Schwimmwesten. In den ersten Tagen ist es bedeckt, zum Teil recht dunkel und so kalt wie nur selten hier. Das kühle Wetter sorgt dafür, dass die Fotos der ersten Tage ziemlich dunkel sind und dass wir wunderbar schlafen!

Manaus

Am Freitag, 1. Juni flogen wir nach Manaus. Sehr früh, genauer gesagt um ein Uhr morgens holte Aurelio uns ab und brachte uns zum Flughafen. Von Salvador ging es nach Sao Paulo, 1400 km nach Südwesten, von dort nach Manaus, wiederum 2700 km nach Nordwesten. Direktflüge von Salvador nach Manaus gibt es nicht.
Die Anreise verlief, bis auf ihren frühen Beginn, sehr entspannt. Bemerkenswert war nur der Kaffeeautomat auf dem Flughafen in Sao Paulo. Dort konnte man die Zuckermenge manuell einstellen, Nobbi wählte 50 %. Der Kaffee war so süß, dass wir augenblicklich einen Zuckerschock bekamen und dass obwohl in dem kleinen Becher noch etwa zwei Stück Zucker ungelöst zurückblieben.
Manaus liegt 1700 Flusskilometer von der Amazonasmündung entfernt am Rio Negro mitten im Regenwald und damit an einem der vielen Enden der Welt. Die Stadt ist nur übers Wasser oder durch die Luft zu erreichen. In Manaus gibt es sehr viele Autos, doch wer weiter als 200 km fahren möchte braucht Allrad-Antrieb, gutes Wetter und Glück. Oder er muss im Kreis fahren.
Die Stadt wurde durch den nur 40 Jahre dauernden Kautschukboom um 1900 reich, danach verfiel sie. Seit 1957 ist Manaus Freihandelszone, deshalb produzieren hier viele Firmen, die Stadt ist auf 2 Mio. Einwohner gewachsen und viele der alten Gebäude wurden renoviert. Aus Salvador kommend erscheint uns Manaus vergleichsweise wohlhabend und sauber. Die Altstadt ist sehr nett und versprüht Kleinstadtcharme.

Wir verbringen zunächst knapp vier Tage in Manaus. Als erstes laufen wir zum Hafen, der leider nicht frei zugänglich ist. Doch wir treffen Manoel, der Werbung für Flussfahrten macht und anbietet uns die Ausflugsschiffe und den Hafen zu zeigen. Da der Rio Negro sehr wechselnde Wasserstände aufweist, der Unterschied zwischen Trocken- und Regenzeit kann 12 m betragen, sind alle Piers Schwimmpontons. Der Fährhafen, den wir besichtigen, ist über 100 Jahre alt und wurde in England gefertigt. Auch das Gebäude der Zollverwaltung wurde Ende des 19. Jhd. aus Liverpool hierher verschifft. Während Manoel sich mit seinen Kollegen unterhält dürfen wir uns umsehen. Von hier fahren Schiffe flussabwärts nach Belem (5 Tage) und flussaufwärts nach Tabatinga an der Grenze zu Kolumbien (6-7 Tage). Die Reisenden bringen eine Hängematte mit und spannen diese auf dem Oberdeck. Nur selten gibt es die Möglichkeit Kabinen zu buchen, wer es sich leisten kann fliegt. Hier im kleinen Fährhafen wird vor allem Obst umgeschlagen, einige Meilen flussabwärts liegt der Containerhafen und die Tankerpier.
Schließlich buchen wir bei Manoel eine Flusstour. Encontro das Aguas, das „Treffen der Wasser“, die Stelle an der Rio Negro und Rio Solimoes aufeinandertreffen wollen wir gerne sehen. Der Rio Solimoes kommt aus Peru, wo er Amazonas heißt, ist relativ kalt, nährstoffreich, fließt schneller und hat einen pH Wert von 7,5. Der Rio Negro entspringt in Kolumbien, ist wärmer, nährstoffarm, fließt langsamer und hat einen niedrigen pH Wert von 3,5. Aufgrund der unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften vermischen die Ströme sich zunächst nicht, sondern fließen 11 km nebeneinander her. Es entstehen schöne Muster aus dem dunkeln „schwarzen“ Wasser des Rio Negros und dem hellbraunen „weißen“ Wasser des Rio Solimoes. Diese „Encontro das Aguas“ gibt es an vielen Stellen, einige Kilometer flussabwärts von Manaus jedoch besonders schön. Nach dem Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimoes heißt der Fluss dann wieder Amazonas.

Die Flusstour macht uns letztlich viel Spaß. Bei 36 Grad ist es auf dem breiten Fluss mit dem Fahrtwind gut auszuhalten. Wir verbringen fast den ganzen Tag auf dem Wasser, schauen uns große Seerosen an, machen einen Spaziergang durch einen Naturpark, essen sehr gut zu Mittag und sehen einen der größten Süßwasserfische der Welt, den Arapaima oder Pirarucu. Unsere Tour beinhaltet einen Stopp bei einer Indio-Gemeinde, die aus einer Region an der kolumbianischen Grenze hierher umgezogen ist um sich hier den Lebensunterhalt mit Touristentouren zu verdienen. Im Schnellverfahren sehen wir uns einen Tanz an, sollen geröstete Ameisen essen und schon geht es weiter. Ein merkwürdiges Gefühl. Viele der brasilianischen Touristen in unserer Gruppe hatten eine kürzere Anreise als die Menschen, die hier ihre Tänze aufführen. Irgendwo zwischen Dokumentarfilm und Disneyland. Mein ganz persönliches Highlight sind die beiden blauen Aras, die während des Tanzes durch die Versammlungshütte fliegen und draußen auf einer Palme streiten. Der letzte Tagesordnungspunkt ist das Baden mit den Flussdelfinen. Die Touristen stellen sich in einer Schwimmweste ins brusthohe Wasser und die Delfine werden zwischen den Menschen mit Fischen gefüttert. Dabei werden die Delfine eifrig betatscht. Wir sehen uns die Tiere lieber nur an.

Natürlich sehen wir uns die berühmte Oper, das „Teatro Amazonas“ an. Bei unseren ersten Besuch bekommen wir eine merkwürdige Auskunft, es würde englische Führungen geben, allerdings nur vielleicht. Wir seinen in Brasilien. Das kommt uns merkwürdig vor. Bei unserem nächsten Versuch sitzt eine kompetente junge Dame an der Kasse. Eine Stunde später beginnt die ausgezeichnete Führung. Wir lernen, dass alle Baumaterialen, abgesehen vom Holz für die Fußböden, aus Europa stammen. Bevor die Oper eine Klimaanlage bekam, war der Platz um die Oper mit Gummiblöcken gepflastert damit die Pferdegespanne nicht so einen Lärm machen. Gummi war ja reichlich vorhanden! Die Oper ist wirklich schön, die ungewöhnliche Kuppel in den brasilianischen Farben hebt sie von anderen Gebäuden der Zeit ab. Ganz besonders wird sie jedoch durch ihren Standort. Bei der Eröffnung 1896 ist das Opernhaus „mitten im Urwald“ ein Zeichen des unglaublichen Reichtums der Stadt. Man schickte seine Wäsche damals zum Waschen nach Lissabon…

Wir machen einen kleinen Ausflug zum „Bosque de Ciencia“ einem kleinen Wald der zur Uni gehört. Hier kann man Otter, Manatis und Kaimane sehen. Im Wald und dem zugehörigen See trifft man mit Glück viele andere Tiere wie Affen, Faultiere, Schildkröten und Fische. Auf dem Rückweg werden wir wieder einmal „Opfer“ brasilianischer Hilfsbereitschaft. Weit und breit ist kein Taxi zusehen und wir entscheiden uns zur Hauptstraße zulaufen. Als ein Taxi vorbei kommt dem wir winken, ruft die Familie die dieses Taxi bestellt hat uns ein Taxi und ruft uns zu, dass wir zurück zum Eingang gehen sollen, unser Taxi käme gleich. Nur wenige Minuten später sammelt uns ein Taxi ein und bringt uns zurück in die Altstadt.
Die Adolfo Lisboa Markthalle, die den Pariser „Les Halles“ nachempfunden ist, beherbergt heute nicht nur den Fisch- und den Fleischmarkt, sondern neben Gemüseständen auch viele Andenkenläden. Kurz überlegen wir, ob wir ein 1,20m langes Paddel im Handgepäck mitnehmen können, dann fällt uns ein, dass wir es auch an Bord irgendwo lassen müssen und kaufen dieses Mal kein Paddel.
Der Palacio Rio Negro wurde von dem Hamburger Karl Waldemar Scholz Anfand des 20. Jhd. als Wohnhaus erbaut und diente von 1918 bis 1995 als Regierungssitz des Bundesstaates Amazonas. Heute kann er besichtigt werden. Wir bewundern nicht nur die schönen Räume, sondern lernen auch einiges über die Verfassung und die Flagge des Bundesstaates Amazonas.
Das kleine Museu Amazonico liegt in der Nähe unseres Hotels. Zunächst macht es den Eindruck geschlossen zu sein, doch die Pforte lässt sich öffnen und die Haustür steht offen. Im Untergeschoss ist eine Ausstellung moderner Gemälde und Fotografien, die sich unter dem Titel „das Universum als Wassermelone“ zusammenfassen lässt und uns nicht überzeugt. Wir sind immer noch nicht sicher ob geöffnet ist, als eine Frau reinkommt uns Licht macht und wieder verschwindet. Im Obergeschoss finden wir eine nette kleine Ausstellung mit Alltagsgegenständen der Ureinwohner und mit Gefäßen und Werkzeugen die bei Ausgrabungen gefunden wurden und über 6000 Jahre alt sind.

Am Wochenende findet auf dem Platz an der Oper ein Tanzfestival statt. Wir finden einen Platz direkt davor in einer Pizzeria, sehen sehr gute Ballettvorführungen, lustige tanzende Putzkolonnen, engagierte Tangotänzer und begeisterte Hip-Hop tanzende Kinder. Überhaupt ist auf dem Platz an der Oper immer etwas los, wir legen immer mal wieder eine Pause im Schatten der Bäume ein.
Ansonsten bummeln wir durch die gemütliche Stadt, essen Fischgerichte und testen immer neue Obstsorten wie Cupuacu und Jenipapo. Wir fühlen uns überraschend sicher. Unsere Telefone jedoch scheinen weniger sicher zu sein. Gemessen an der Anzahl gebrauchter Telefone, die uns zum Kauf angeboten werden muss die Quote „verlorener“ Telefone riesig sein.
Nach schönen Tagen in Manaus begann am Dienstag unsere Woche im Regenwald.

Zurück in Salvador

Gestern Abend sind wir von unserer Amazonas-Reise zurückgekehrt. Wir hatten wunderbare Tage im Regenwald und waren äußerst positiv überrascht von Manaus. Nun heißt es Fotos und Erlebnisse zu sortieren, damit es bald was zu lesen gibt.
Die Rückreise war interessant. Wir hatten ein Flug von Manaus via Sao Paulo nach Salvador gebucht, wurden aber umgebucht. Schließlich sind wir von Manaus via Santarem, Belem und Recife nach Salvador geflogen, 14 Stunden waren wir von Haus zu Boot unterwegs und das nur für eine Reise durch das nördliche Brasilien und ohne lange Wartezeiten. Von Manaus nach Recife ging es mit demselben Flieger und wir durften sitzen bleiben. In Recife sind wir umgestiegen. Die Strecke war interessant, immer entlang des Amazonas bis zur Küste. Dank wolkenlosem Himmel und Fensterplatz konnten wir die Aussicht genießen. Wir kennen uns nun sehr gut mit dem Service von Azul aus. Auf allen vier Teilstrecken gab es was zu trinken und wir wurden großzügig mit Keksen, Chips, Erdnüssen, Kuchen und Gummibärchen eingedeckt. Ich möchte in nächster Zeit keine Chips mehr essen. Auf Azulflügen gibt es Fernsehempfang, so hat (fast) der ganze Flieger gemeinsam das erste Spiel der WM gesehen.
Die WM ist hier natürlich das Thema. Bei der Sicherheitskontrolle hat sich niemand für mein Gepäck interessiert, mein Brasilien-Deutschland-Anstecker hingegen hat Anerkennung geerntet. Straßen und Läden sind großzügig mit grün-gelben Girlanden geschmückt, die Straßenlaternen in unserer Hauptstraße hier sind gelb und grün gemalt worden und auf vielen Mauern leuchtet ein neues Gemälde der brasilianischen Flagge. Sehr lustig war unsere Taxifahrt vom Flughafen zur Marina. Wir wurden das erste Mal überhaupt für Brasilianer gehalten, der Taxifahrer hat gedacht wir kommen aus Sao Paulo. Dann wollte Nobbi sich etwas unterhalten und hat gefragt wann Brasilien das erste WM-Spiel hat. Daraufhin ergoss sich ein 20-minütiger Monolog über uns. Wir haben nicht alles verstanden, doch der Fahrer ist sehr unzufrieden mit dem brasilianischen Fußball und der Verehrung der Stars. Neymar ist gar nicht gut weggekommen, die deutsche Elf wurde dafür hochgelobt. Was uns sehr verwirrt hat und nicht gerade für seinen Fußballverstand spricht ist, dass er an ein Finale zwischen Holland und Deutschland glaubt…

Amazonas Pläne

Ende November haben wir in Recife ein kanadisches Paar getroffen. Wir haben ein paar nette Abende miteinander verbracht, dann sind die beiden zum Amazonas geflogen und wir sind nach Salvador gesegelt. Seit Roberta und John uns von ihren Amazonas-Plänen erzählt haben, sind wir Feuer und Flamme. Wir wollen auch in den Regenwald. Heute Nacht geht es los. Mari bleibt in Salvador, wir fliegen via Sao Paulo nach Manaus. Zwei Wochen werden wir insgesamt unterwegs sein und so lang wird also auch die Blogpause dauern. Wenn wir wieder kommen, haben wir hoffentlich viele tolle Erlebnisse und Fotos im Gepäck.
Mich trennt noch das Abenteuer „packen“ von der Abreise. 14 Tage nur mit Handgepäck, da muss ich genau überlegen was ich mitnehmen möchte. Meine Sonnencreme ist leider in einer 200 ml Flasche, das Taschenmesser darf auch nicht mit und außer Wanderschuhen schaffen es nur FlipFlops auf die Packliste. Nobbi sieht das gelassener „also ich nehme nur mit, was in den Rucksack passt“. Ach nee… Ich habe aber einen Vorteil, ich bin kleiner und meine T-Shirts sind es auch. Ich kann also mehr Teile bei gleichem Volumen einpacken. Vielleicht drehe ich ihm auch noch die Zahnpasta an.

Wir haben es heute geschafft, trotz vieler kräftiger Schauer, unsere Wäsche trocken zu bekommen. Heute Nacht und auch heute Vormittag hat es zum Teil ergiebig geregnet. Die Straßen stehen unter Wasser, die Siele laufen über. Trotzdem konnten wir draußen frühstücken. Nobbi hat den ganzen Vormittag den Schauerwächterposten übernommen und bei einsetzendem Regen die Wäsche abgenommen und sobald es wieder trocken war wieder rausgehängt. Ja, so ist man sinnvoll beschäftigt.

Neue Füße für den Motor

Kurz nach dem Sonntagsfrühstück beschließt Nobbi wir könnten „mal eben“ die Motorfüße tauschen. Aus Deutschland haben wir vier neue Füße mitgebracht, zwei um die kaputten zu ersetzen und zwei für die Ersatzteilkiste. Natürlich ist das nicht ganz so einfach, zum einem steht ja der Motor drauf, zum anderen ist bei Bootsbaustellen ja grundsätzlich kein Platz um das Werkzeug anzusetzen. Mit vereinten Kräften gelingt es uns schließlich den alten Fuß auszubauen und den neuen ein. Leider braucht es ein paar Anläufe bis wir alle Fehler gemacht haben, die sich anbieten. Mal fehlt eine Unterlegscheibe, mal kontern sich die Muttern gegenseitig. Wir stellen fest, dass alle vier Füße kaputt sind und nicht nur zwei. Warum dachten wir eigentlich nur zwei wären hin? Beim Wechsel des zweiten Fußes stellen wir fest, dass wir mit dem kompliziertesten begonnen haben. Nummer zwei geht ganz fix.  Wir bauen Nummer drei aus und wundern uns. Sieht doch heil aus. Er wird entrostet und gefettet (als einziger der Füße sieht er nicht nagelneu aus) und wir bauen ihn wieder ein. Wir tauschen Nummer vier und haben uns unser Mittagessen verdient.

Nach dem Essen folgt der Motortestlauf. Ich habe die Aufgabe den Motor zu beobachten. Ich weiß zwar nicht so genau worauf ich achten soll, aber berichte nach dem Testlauf: wenig Vibration aber Motorlager Nummer drei ist doch kaputt. Die Begeisterung ist grenzenlos. Um bei Nummer drei den hinteren Bolzen zu lösen muss nämlich die Achterkoje wenigstens teilweise geleert werden. Das haben wir gerade schon einmal erledigt. Hilft ja nichts. Unser Motor hat nun vier neue Füße und unsere neue Einkaufsliste ihren ersten Punkt „Ersatz-Motorfüße“.

Das geplante Belohnungseisessen fiel einem kräftigen Regenguss zum Opfer, wird aber nachgeholt. Sonnenuntergang ist um viertel nach fünf, da beginnt für uns die gemütliche Zeit auf der Terrasse des Yachtclubs und an Bord.

Heute ging es zum Zoll. Wir brauchten ein neues TECAT, das Papier was uns schon in Recife auf Trab gehalten hat. Auch diesmal war es nicht ganz einfach, wir saßen drei Stunden beim Zoll, alle halbe Stunde kam die junge Dame vorbei und fragte nach den Pässen oder den Bootspapieren. Schließlich sollten wir eine Zollerklärung am Computer ausfüllen, dabei stürzte der Rechner ab und das Programm verhedderte sich mehrmals, doch letztendlich kam dabei eine Erklärung heraus, laut der wir heute mit dem Flugzeug angekommen sind und Mari im Gepäck hatten. Oder so ähnlich. Nun halten wir das begehrte TECAT in den Händen und haben auch noch ein Papier, das die Aufhebung der temporären Stilllegung unserer Mari bescheinigt.

Zum Mittag wartete ein echtes Highlight auf uns! Wir trafen Walter und Roswitha von der Aloma. Die beiden haben wir zuletzt vor 11 Monaten auf Madeira gesehen. Wir hatten uns viel zu erzählen und haben uns sehr über das unverhoffte Wiedersehen gefreut.

Anschließend waren wir bei der Capitania, dort bekommen wir mit unserem neuen TECAT nun wieder einen Eingangs-Zettel für Bahia. Die Capitania war leider schon geschlossen. Die beiden Wachposten am Tor waren sehr freundlich und hatten viel Spaß dabei ihre Englischkenntnisse an uns zu testen „good afternoon“ „bye bye“. Auf dem Rückweg haben wir herausgefunden, dass ein kleiner Laden ganz in der Nähe unseres Liegeplatzes eine gute Brotauswahl hat und ich habe einen für mich neuen sehr leckeren Saft probiert „Caja“. Heute war es trockener als angesagt. Es ist Regenzeit und es regnet häufig und stark. Wir sind aber nur auf dem Rückweg vom Duschen nass geworden. Dafür aber so nass, dass wir die Kleidung auswringen konnten.

Morgen geht es dann erneut zur Capitania. Es wird nicht langweilig.

 

Wieder im Brasilien

Unsere Anreise verlief wie gewünscht unspektakulär, allerdings blieb der Adrenalinspiegel die ganze Zeit recht hoch. Schon in Bremen hatte unser Flug Verspätung. In Frankfurt sind wir dann eilig quer über den Flughafen zum Anschluss-Gate getrabt, um dort festzustellen, dass auch der Flug nach Lissabon verspätet ist. In Lissabon gießt es in Strömen, die Mitreisenden sind wenig enthusiastisch, kein Wunder, sind in Bremen doch 26 Grad bei strahlendem Sonnenschein. Wir nehmen den kürzesten Weg zum neuen Gate und haben Glück, außer uns will niemand durch die Passkontrolle. Unser knapp-drei-Stunden-Aufenthalt in Lissabon ist auf eine halbe Stunde zusammen geschmolzen. Uns stört das nicht, als wir am Gate ankommen beginnt das Einsteigen und wenig später hebt der Flieger nach Salvador ab, mit uns an Bord.
In Salvador bestätigt sich unser Eindruck, dass fast alle anderen Passagiere Brasilianer sind. Die Touristenschlange bei der Immigration besteht aus 5 Personen, uns eingeschlossen. Dementsprechend schnell verläuft die Einreise. Niemand interessiert sich für das Papier auf dem wir eingetragen haben, dass wir das Land mit SY Marisol verlassen wollen. Auch die vier Zöllner interessieren sich nicht für unsere drei Koffer, sondern weisen uns nur den Weg zum Ausgang.
Um vier Uhr deutscher Zeit sind wir müde und zufrieden wieder an Bord unserer Mari. Mari hat unsere Abwesenheit gut überstand und begrüßt uns fröhlich schaukelnd. Ob sie uns auch vermisst hat?
Gestern haben wir eingekauft und die Koffer ausgepackt. Auspacken hieß vor allem alle Dinge aus den Koffern nehmen und irgendwo ablegen. Heute kam dann das Feintuning. Alle Ersatzteile sind in den entsprechenden Boxen verschwunden, die Bordapotheke ist aufgestockt und die zugehörige Liste aktualisiert, die Kleidung in den Schränken gelandet und die Bücher passten haargenau in den knappen Regalplatz.
Da der Tag mit norddeutschem Sprühregen begann (er ist genauso fein, man wird genauso nass, nur etwas wärmer), passte das Wegsortieren gut in die Tagesplanung. Mittags wurde es dann freundlicher und trocken.
Zum Mittag tappten wir erneut in die Pansenfalle. Erinnert ihr euch, dass wir Anfang des Jahres schon einmal Pansen auf dem Teller hatten, weil wir nicht verstanden hatten, was es zu essen gibt? Wir dachten nun Freitag sei Pansentag und wähnten uns heute in Sicherheit. Leider zu unrecht. Entweder wir haben die Tage verwechselt, oder aber der Pansenrhythmus ist durcheinander. Nun ja, die Bohnen und die Soße waren lecker… . Zum Ausgleich gab es nachmittags noch ein Eis von unserer Lieblingseisdiele. Unsere entleerten Koffer waren wenig Bordkompatibel und fanden regen Anklang bei den Marineros. So war es ja auch von Anfang an geplant.
Am Montag müssen wir zum Zoll und unsere Mari wieder „aktivieren“ damit wir sie wieder bewegen dürfen.
Vielen Dank für eine netten Mails und guten Wünsche zur Weiterreise! Alle die uns nicht geantwortet haben bekommen in Zukunft keine Mail mehr wenn es etwas Neues zu lesen gibt.