Schon fast in Spanien – Vila Real de Santo Antonio

Dienstagmorgen klingelt der Wecker um 4.30 h. Nicht unsere Lieblingsaufstehzeit, doch wir wollen in den Ria Guadiana den Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Der Fluss hat eine 2m flache Barre, deshalb wollen wir dort mit Hochwasser ankommen und haben uns entschlossen die Lagune von Faro bei Niedrigwasser zu verlassen.
Wir wecken uns mit Kaffee, um fünf ist der Anker an Deck und es geht los. Der Morgen ist ganz ruhig, es ist fast windstill und sternenklar. Nur ab und zu fliegt eine Möwe auf, die wir beim Schlafen stören. Um halb sechs, genau bei Niedrigwasser, passieren wir die Ausfahrt. Hier fällt der Meeresboden innerhalb weniger Meter von 12m auf über 60m ab, hier wohnen die Fische und dementsprechend sind viele Fischer unterwegs. So sind wir beschäftigt, wir beobachten die Fischer und wir fahren Slalom um Fischerbojen und Schwimmer von Netzen. Die hellen Strahler mit denen die Fischer ihr Deck beleuchten überstrahlen die Positionslichter, so dass wir häufig erst mal nicht erkennen können,  ob sie in die gleiche Richtung fahren oder ob sie entgegen kommen. Pünktlich zu Sonnenaufgang bekommen wir Besuch von Delfinen, die uns ein Stück begleiten. Fast zu kitschig, aber wunderschön. Den ganzen Morgen ist es völlig windstill, so dass wir die gesamte Strecke motoren, trotzdem ist es ein toller Tag. Es hat richtig Spaß gemacht mal wieder im Dunkeln unterwegs zu sein, unter dem Sternenhimmel, mit den vielen Lichtern und einem schönen Sonnenaufgang.
Vor der Flussmündung erwarten uns unglaublich viele Fischerfähnchen. So viele Bojen haben wir noch nirgends gesehen. Wir waren etwas schneller als gedacht und sind eineinhalb Stunden vor Hochwasser am Ziel. Es ist aber bereits genügend Wasser über der Barre, wir messen nirgends weniger als 4,7 m. Wir entscheiden uns Vila Real de Santo Antonio, den Ort auf der portugiesischen Seite anzulaufen. Im Hafen versetzt uns der Strom, aber wir waren darauf vorbereitet und machen gleich neben der Einfahrt am Empfangssteg fest. Zunächst dachte ich es gäbe im Hafen Papageien, doch das wilde Gezwitscher stammt aus der Möwenabschreckungsanlage.
Nachmittags machen wir einen langen Spaziergang durch den Ort an den Strand. Der Ort ist hübsch und für Portugal ungewöhnlich flach bebaut. Die meisten Häuser haben nur 2-3 Stockwerke. Der ursprüngliche Ort wurde 1755 vom Erdbeben zerstört und 1774 wurde die Stadt auf dem Reißbrett geplant und in nur 5 Monaten wieder aufgebaut. Viele hübsche Häuser sind erhalten, das Pflaster der Fußgängerzone ist sehr schön und im Ort herrscht eine fröhliche Atmosphäre. Zum Abschied von Portugal essen wir in einem netten Café noch einmal Pasteis de Nata.

Ilha da Culatra

Am Sonntag haben wir Vilamoura wieder verlassen, wir hatten nur einen kurzen Törn in die Lagune von Faro vor uns. Wir haben uns über den schönen Wind gefreut und konnten die ganze Strecke segeln. Beim Auslaufen aus Vilamoura dachten wir noch, dass wir vielleicht zu wenig Wind haben würden, später haben wir sogar ein Reff ins Groß gebunden. Wir waren etwas unsicher, weil wir gelesen hatten, dass in der Einfahrt zur Lagune erhebliche Strömungen vorkommen können und hatten unsere Ankunft deshalb zu Niedrigwasser geplant. Die Einfahrt war dann trotz des zunehmenden Windes problemlos und wir ankerten hinter der Ilha Culatra. Einige Boote lagen hier bereits vor Anker, doch dort ist viel Platz, da kommt man sich nicht in die Quere, zumindest nicht im Februar, im August sieht es hier vermutlich ganz anders aus. Endlich mal wieder Ankern! Das Gefühl am Anker ist eben doch ein anderes als im Hafen, man sitzt in seiner ganz eigenen Welt und beobachtet was an Land vor sich geht.
Montagmorgen haben wir erst mal gebadet und dann beschlossen einen Inseltag einzulegen. Wir sind mit Donkey (unserem Banana Boat) zur Ilha Culatra, der Düne, die die Lagune vom Meer trennt, gerudert. Genauer gesagt hat Nobbi gerudert, ich habe lediglich die Richtung angesagt. Auf Culatra sollen etwa 1000 Menschen wohnen. Jetzt im Winter wirkt die Insel verschlafen und entspannt, es gibt keine Autos, nur einen Trecker und es sind nur wenige Tagestouristen unterwegs. Die Häuser stehen im Sand, auf den Wegen zwischen den Häusern liegen Betonplatten oder Fliesen, es gibt eine Schule, eine beachtliche Anzahl von Kindern, einen Laden und mehrere Cafés und Restaurants. Nachdem wir durch den Ort spaziert sind, sind wir am Strand entlang gewandert bis zum Leuchtturm in der Einfahrt. Der Februar hat uns einen warmen Tag geschenkt und wir genießen das T-Shirt-Wetter. Abends testen wir dann endlich unseren Omina-Backofen, eine Art Topf mit Loch die man auf den Gasherd stellt. Das Kartoffelgratin ist sehr lecker und der Omina darf dauerhaft an Bord bleiben. Die Kriterien für einen dauerhaften Platz an Bord sind streng. Seit unsere Nachbarn in Lagos beschlossen hatten ihr Schiff um mindestens 100 kg zu erleichtern, ist Gewicht immer wieder ein Thema an Bord. Mit dürfen nur Dinge die gebraucht werden, doch was braucht man wirklich? Im Sinne der Gewichtsreduzierung lesen wir gerade zunächst unsere „Papierbücher“, die können anschließend bei nächster Gelegenheit nach Bremen reisen oder werden ausgesetzt. Eine andere Möglichkeit das Schiff leichter zu machen ist das Auffuttern oder Austrinken von Vorräten, auch nicht unangenehm.

Vilamoura

Schon Vorgestern, also Mittwoch sind wir von Albufeira nach Vilamoura umgezogen. Die Reise war mit 8 Meilen relativ übersichtlich, da lohnte es sich ja kaum die Fender weg zu stauen. Navigatorisch war es sehr einfach, Vilamoura konnte man bereits von Albufeira gut erkennen, einfach auf diesen Berg aus Hotelhochhäusern zufahren.
Hört sich nicht sehr romantisch an? Ist es auch nicht. Ein großes Hotel steht neben dem anderen und der Hafen ist umgeben von Geschäften, Bars und Restaurants. Anders als in Albufeira sind die meisten Läden aber geöffnet, oder werden gerade renoviert. Neben Unnützesachenläden, kann auch Designermode gekauft werden, es gibt einen Schiffshändler, die obligatorischen Makler, einen Sexshop und mehrere Alkoholfachgeschäfte. Wir dachten zunächst wir hätten einen Supermarkt gefunden, aber der Laden führt tatsächlich nur Alkoholika. Supermärkte gibt es in der dritten Reihe. Die Hotels in der ersten Reihe sind in top Zustand, Bauruinen haben hier keinen Meerblick, sondern befinden sich in der dritten Reihe. Die Marina ist riesig, es soll die größte in Portugal sein. Gestern waren wir beim Marina Office um uns Münzen für die Waschmaschine zu besorgen, da ist man schon ne knappe halbe Stunde unterwegs (ein Weg!). Anscheinend ist es auch nicht unbedingt vorgesehen zu Fuß zur Rezeption zu gehen, wir hatten nur gerade die Autoschlüssel verlegt. Wir gehören hier nicht zu den typischen Kunden, auch wenn uns gleich ein Liegeplatz für fünf oder mehr Jahre ans Herz gelegt wurde, der Durchschnittskunde hat eine 50 Fuss Motoryacht. Eine Box für einen 40m langen Schoner ist hier genauso wenig ein Problem wie für das 80 Fuss Motorboot. Wer sich „nur“ eine 60 Fuss lange Yacht leisten kann muss schon ziemlich weit in den Hafen hineinfahren, mit so einem kleinen Boot schafft man es nicht in die erste Reihe. Hier liegen auch noch ein paar andere Segler, die sind aber deutlich in der Unterzahl. So lernen wir einiges in Sachen Motoryachten z.B. dass eine Pershing 70 doch sehr an gleichnamige Rakete erinnert und dass richtig hippe Leute nicht nur ihr Auto (einen Hummer) sondern auch ihr Boot (Brutus, ca 80 Fuss) mattschwarz bekleben. Auffällig ist ja doch, dass diese Yachten in wunderbaren Orten registriert sind: Jersey, Britisch Virgin Islands, Gibraltar… . Die riesen Yachten haben drei Satellitenanlagen und können so vermutlich alle europäischen Fernsehsender auf einmal empfangen. Auf den Stegen mit den etwas kleineren Booten (immer noch deutlich größer als wir) hat man die Satellitenschüsseln einfach klein an die Dalben geschraubt. Sehr schön. Besonders teuer ist es hier nicht. In der Nebensaison kostet es 20 Euro die Nacht, das ist etwa portugiesischer Durchschnitt. In der Hauptsaison wird’s teuer, da müssten wir schmerzhafte 60 Euro zahlen. Wir freuen uns, dass wir hier einen belebten und sicheren Hafen gefunden haben, da auf dem Atlantik ein riesiges Tief unterwegs war, das uns zwar nicht viel Wind gebracht, aber seinen Schwell hier her geschickt hat.
Heute war es grau aber trocken. Wir haben eine lange Wanderung am Strand entlang unternommen, vorbei am Ort Quarteira (Hotels, Hotels, Hotels) bis zu einer Lagune. Zum Glück haben wir einen kleinen Weg gefunden, der uns um die Lagune herum führte. Die Lagune ist fest in der Hand von Enten, Kormoranen, Möwen und Reihern. Wir sind entlang kleiner Gärten mit Obst und Gemüse, Hühnern und Puten, Katzen und Hunden gewandert und hatten eine sehr nette Begegnung mit einer Ziegenherde. Ich konnte mich zusammenreißen und habe die Ziegen nicht gestreichelt, bei dem Pferd konnte ich dann aber nicht mehr widerstehen. Mitten in der Walachei steht, zwischen Kakteen und Büschen, ein Schild von „Engel und Völkers“. Anscheinend soll dieses Grundstück gekauft werden.
Morgen soll es regnen und Sonntag könnte es dann weiter nach Osten gehen. Wohin wissen wir noch nicht genau, in jeden Fall wird die Etappe länger als die letzte.
Nicht verpassen, schon wieder Nachwuchs bei den Aalen!

Albufeira – bunte Immobilienkrise

Wir haben unsere Abfahrt aus Lagos kurzer Hand vorverlegt und sind gestern bereits ausgelaufen, statt wie geplant heute. Das war eine gute Entscheidung. Gestern war es sonnig und heute hingegen grau und regnerisch. Ein merkwürdiges Gefühl war es schon Lagos und die Seglergemeinschaft dort zu verlassen. Von Lagos nach Albufeira sind es nur 20 Meilen, eine gute Distanz für den ersten Tag nach längerer Pause. Leider verlief die Fahrt nicht ganz so ereignisreich, wie wir uns das gewünscht hätten. Unser Navigationsprogramm ist ungefähr alle 20 min abgestürzt und nach ungefähr zwei Stunden hörten wir das durchdringende Piepen vom Wasseralarm. Nicht schon wieder! Nach kurzer Zeit konnte Nobbi Entwarnung geben, die Stopfbuchse ist dicht, es tropft Wasser aus dem Schnüffelventil im Kühlkreislauf des Motors, alles nicht so schlimm. Bei der Einfahrt nach Albufeira machte der Hafen einen netten Eindruck, er liegt sehr geschützt. Das Hafenbecken ist umgeben von bunten Häusern. Auf der Südseite stehen zwei Reihen Einfamilienhäuser, auf der Nordseite Seite ein riesiger Block mit  Wohnungen und Geschäften und auf beiden Seiten hat man sich farbig ausgetobt rosa, blau, gelb, orange, grün, mint.
Bei einem abendlichen Spaziergang wird klar wie leer es hier ist. Das gerade keine Saison ist und die Ferienwohnungen leer stehen ist das eine, doch auch die Geschäfte stehen leer, in der Ladenzeile an der Straße stehen mindestens die Hälfte der Läden leer. In dem großen Wohnkomplex an am Hafen sieht die erste Etage aus, als wäre sie nie richtig fertiggestellt worden, sollten wohl Büroräume werden. Das Gebäude verfügt über eine Tiefgarage mit 1000 Parkplätzen. Gestern Abend war sie leer. Eine wunderbar surreale Szene: es ist schon fast dunkel, die Straßen sind, bis auf Nobbi und mich, verlassen, die Palmen rascheln im Wind, ein leerer roter Hop-on-hop-off-Touristenbus mit blauer Beleuchtung hält an einer Station, öffnet die Türen, schließt sie wieder und fährt weiter.
Oberhalb vom Hafen gibt es ein großes Areal mit Bauruinen, von weitem dachten wir, dass neue Ferienwohnungen gebaut werden. Doch bei näherer Erkundung stellen wir fest, dass schon meterhohe Bäume in den Ruinen wachsen. Daraus kann man ableiten, wie lange es her ist, dass die Bauarbeiten aufgegeben wurden. Hier ist die Immobilienbranche anscheinend seit Jahren in der Krise.
Als wir wieder zurück an Bord kamen, wartete eine unliebsame Überraschung. Die Bilgepumpe lief. Die Stopfbuchse leckte fleißig, so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Nobbi hat sie also jetzt fester gezogen, jetzt tropft sie nicht mehr. Wir sind gespannt, wie es sich jetzt während der nächsten Motorstunden verhält.
Heute Vormittag haben wir uns den Ort angesehen, der etwas östlich vom Hafen liegt. Albufeira ist ein riesiger Touristenort mit vielen Hotels und Apartmenthäusern. Unser Eindruck war gemischt, gerade im Osten des Ortes gibt es viele gepflegte Ferienanlagen, weiter in der Ortsmitte gab es einige Läden deren Schilder „closed Holidays!“ nicht den Eindruck machten dort seit einigen Wochen, sondern eher seit einigen Jahren zu hängen. Neben einigen ziemlich herunter gekommenen Häusern finden sich aber auch immer wieder Schmuckstücke. Albufeira hatte es heute aber auch schwer, der Himmel wurde immer grauer und als der Nieselregen in Regen überging sind wir den Rückweg angetreten.
Den Nachmittag haben wir bei Regen im Boot verbracht, abends sind wir noch einmal um die Marina gelaufen. Oben auf den Klippen mit Blick aufs Meer stehen die teuren Villen, von denen viele unbewohnt scheinen, nur 50 m entfernt hausen Menschen in Ruinen, die nicht mal ein Dach haben, geschweige denn Fenster oder gar fließend Wasser.
Wenn uns das Wetter morgenfrüh gefällt, fahren wir weiter. Übrigens, neu in der Aalgalerie ist der Portug Aal von Wiebke und Ralf, eine tolle Idee!

Noch immer in Lagos

In den letzten Tagen haben wir unzählige Kleinigkeiten erledigt zu denen man sonst nicht kommt, oder aber einfach keine Lust hat. Bei kleinen Baustellen im Schiff gilt die Regel „kleine Baustelle –  großes Chaos“. Da braucht man ein bestimmtes Werkzeug oder muss eine Backskiste ausräumen und schon gleicht der Salon der eben noch Wohnzimmer war einer Baustelle. Doch jetzt schließt die Tür im Vorschiff wieder, die abgebrochene Leiste am Cockpit-Tisch wurde glatt geschliffen und lackiert, die Sprayhood ist geschrubbt, die Pumpen in der Bilge haben nun eine LED, die leuchtet wenn die Pumpen Strom haben, ein loses Kabel, das in der Schalttafel lokalisiert wurde, ist wieder an seinem Platz und einige Gläser mit Fleischklößchen und Huhn sind eingekocht. Natürlich ist die ToDo-Liste nicht leer, doch viel kürzer geworden. Auch im Blog haben wir einige Kleinigkeiten geändert und in der Galerie auf der Startseite findet ihr jetzt andere Bilder. Es gab bereits Klagen, dass die Bilder dort aus Dänemark- und Schwedenurlauben stammen.
Ansonsten genießen wir das Leben, die tolle Fischauswahl im Supermarkt, das morgendliche Kaffeetrinken in der Sonne (wenn diese sich blicken lässt) und die nette Gemeinschaft der Segler hier.
Doch jetzt soll es endlich weiter gehen. Nobbi sitzt gerade am Kartentisch und plant die nächsten Etappen. Wenn der Wetterbericht es sich nicht anders überlegt wollen wir Dienstag aufbrechen.

Zurück in Portugal

Schon fast eine Woche sind wir wieder in Portugal. Letzten Montag sind wir über München nach Lissabon geflogen und von Lissabon mit dem Bus weiter nach Lagos gefahren. Zunächst hieß es alles auszupacken und irgendwo im Schiff verschwinden zulassen. Irgendwie haben wir doch wieder 40 kg Gepäck zusammen bekommen, obwohl es gar nicht so viel aussah. Neben einigen Ersatzteilen haben wir einen ganzen Haufen Seekarten, Bücher und 400 Beutel Ostfriesentee mitgebracht. Mal sehen wir weit wir damit kommen. Während es tagsüber in der Sonne schon wunderbar warm wird, ist es abends sobald die Sonne untergeht doch sehr kalt. Mir wurde berichtet, dass unser Thermometer vor ein paar Tagen morgens 1 Grad (Außentemperatur) angezeigt hat. Sicherheitshalber bin ich da, bis die Heizung lief, noch ein bisschen in meinem kuscheligen Bett liegen geblieben.
Abgesehen von den kalten Nächten ist das Wetter wunderbar. Sonnig und trocken. Wir sind also fleißig gewandert. Am Mittwoch haben wir uns wieder einer ausgiebigen Wanderung, die von den Marina-Bewohnern organisiert wird, angeschlossen. Und wieder hat es viel Spaß gemacht. Sonst waren wir auf eigene Faust unterwegs. Hier ist der Frühling schon zu spüren, überall beginnt es zu blühen. Nobbi freut sich seit Monaten auf die Mandelblüte. Zum Glück konnte ich meine Biologenehre retten und habe einen Mandelbaum gefunden.
Gestern haben wir unsere Fock wieder angeschlagen und sind somit im Prinzip wieder segelklar. Bevor es weiter geht wollen wir aber noch einige kleine Basteleien und Wartungsarbeiten erledigen. Die Motorbilge bekommt eine weitere Pumpe, die Winschen könnten mal gefettet werden und die Gasflasche möchte getauscht werden. Kleinigkeiten also. Außerdem ist unser Bordcomputer ein steter Quell der Freude. Gestern Abend hat es mehrere Stunden gedauert den Computer dazu zubringen wieder via Bluetooth mit dem Funkgerät zu kommunizieren. Immerhin, das funktioniert jetzt. Unser Navigationsprogramm, mit dem wir inzwischen Frieden geschlossen hatten, erkennt einen Satz Seekarten nicht. Warum auch immer, auf dem Laptop läuft alles. Gerade hatten wir beschlossen, dass wir mit dem Programm ganz gut zurechtkommen. Jetzt steht es wieder ganz oben auf der Abschussliste… vielleicht geschieht ein Wunder, oder wir fahren einfach nur in Gegenden von denen wir funktionierende Karten haben?
Die Aalgalerie habe ich vor ein paar Tagen ergänzt, Fans marinen Lebens könnten da mal wieder reinschauen. Aalzusendungen sind weiterhin willkommen.

 

Aal Galerie

Das Aalthema ist noch immer aktuell. Weiterhin werden Aale „gefunden“ und einge wurden auch gemalt. Das besonders schöne Exemplar des Katastroph Aals stammt aus der Buntstiftspitze meines Vaters (auch bekannt als Otti). Mareike hat sich den Fat Aal ausgedacht und Annika hat Phenomen Aal und Koloss Aal gezeichnet. Die Aal Galerie darf gerne erweitert werden, also her mir eurem Aalen!

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Koloss Aal von Annika

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Phenomen Aal von Annika

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Fat Aal von Mareike

 

Ich freue mich euch weitere Aale vorstellen zu dürfen. Nobbi, Simone, Martina, Julia und Boris haben mir ihre Aale zur Verfügung gestellt! Wieder sind ganz tolle Ideen dabei. Der Billy der die Form eines Imbusschlüssels hat, wenn das mal kein Zufall ist …

 

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KapitAal von Nobbi

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StAal von Simone

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LegAal von Julia und Boris

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Billy von Martina

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LoyAal von Simone

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KarnevAal von Julia und Boris

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Eine ganze Aal Familie von Simone

 

Ein neuer Aal in der Sammlung, Wiebke und Ralf haben den Portug Aal entdeckt!

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Portug Aal von Wiebke und Ralf

Schon wieder Nachwuchs bei den Aalen! Eine Gemeinschaftsarbeit meiner Eltern: Nicola hatte die Idee, Otti hat sie umgesetzt.

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Kreiß Aal von Nicola und Otti

 

Joachim hat noch ein bisschen weiter gedacht und eine neue Gattung gefunden!

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Bremin Aale von Joachim

 

Christopher hat diesen Notfaal getroffen, behandelt und gezeichnet.

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Notfaal von Christopher

Sonne am Ende der Welt und Glühwein in Lissabon

Wir waren tatsächlich in Sagres und am Cabo de Sao Vicente. Mit dem Bus sind wir zunächst zum Kap und dann weiter nach Sagres gefahren. Das Kap kannten wir bereits von der Seeseite und es war toll nun nochmal von oben runter zuschauen. Schon wieder ein Ende der Welt. Oder der Anfang von Europa, alles eine Frage der Perspektive. Zunächst war es bewölkt, doch dann kam die Sonne durch, die Sicht war hervorragend und wir konnten sogar die Frachter weit draußen im Verkehrstrennungsgebiet sehen. In Sagres haben wir die Reste der Seefahrtsschule von Heinrich dem Seefahrer angeschaut, die bereits im 16. Jhd von Francis Drake angegriffen wurde und schließlich 1755 von dem großen Erdbeben endgültig zerstört wurde. Auf dem Klippen ist es wunderschön und es gibt eine Vielzahl von Schautafeln zu der alten Anlage und zu Pflanzen und Tieren in der Region. Außerdem gibt es eine Art Schnecke über einer Felsspalte, in die Wellen donnern. In dieser „Chamber of Sound“ werden die Meeresgeräusche verstärkt und es ist wirklich unheimlich. Man hört nicht nur wie die Wellen auf die Felsen treffen, sondern spürt auch den starken Wind der aus der Felsspalte nach oben weht, Nobbis Haare standen senkrecht nach oben!
Wir sind von Lissabon aus nach Bremen geflogen, also sind wir zunächst am Sonntag mit dem Bus nach Lissabon gefahren, haben dort übernachtet und am nächsten Tag ging es dann nach Bremen. Die Busfahrt war richtig schön und wir haben bei Sonne das schöne, hügelige Hinterland mit Olivenplantagen und Korkeichen bewundern dürfen. Außerdem fuhr der Bus über die Brücke des 25. Juni, die imposante rote Hängebrücke, unter der wir vor ein paar Wochen durch gefahren sind. Das war auch nochmal toll. Den Sonntagnachmittag sind wir durch Lissabon gebummelt, haben den Sonnenuntergang am Tejo angeguckt, unseren ersten Glühwein und den lokalen leckeren Kirschlikör getrunken und eine Weihnachtsgeschichte auf dem Praca do Commercio angeguckt. Die Geschichte wurde auf die Gebäude um den Triumphbogen projiziert und die Weihnachtsbeleuchtung der umliegenden Gebäude wurde ausgeschaltet. Wir haben nur Teile der Geschichte verstanden, in der ein Wal eine tragende Rolle spielte. Ein Hummer kam nicht vor. Doch die Atmosphäre auf dem Platz mit den vielen Menschen, die gespannt die Geschichte verfolgt haben, war toll.
Mitte Januar geht es für uns zurück nach Portugal, dann setzen wir unsere Reise fort und werden dann auch wieder berichten.
Zum Jahresende und zum Ende der ersten Etappe von Lesum nach Lagos noch ein wenig Statistik: 2026 Meilen haben wir zurückgelegt, dabei 6 Länder besucht, in 43 Häfen festgemacht und an 10 Plätzen geankert.

Wir wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest, entspannte Tage zwischen den Jahren und einen guten Start ins Jahr 2017!