Vigo

Gestern Vormittag  wollten wir einen Strandspaziergang machen, bevor wir die Bucht verlassen. Fix in „Donkey“ unser Banana Boot geklettert, noch ein paar Fotos von Mari in der Sonne vor dem weißen Strand gemacht und dann ging es Richtung Strand. Ich saß vorne, Nobbi ruderte. Wir stellten Überlegungen an, wie stabil Donkey wohl ist und ob wir mal eine Kenterübung machen sollten. Gerade als ich sagte „wir sind gleich da, du kannst mir ja dann die Wellen ansagen“ sah ich im Augenwinkel eine besonders große Welle heranrollen. Diese Welle hat uns in Richtung Strand geschoben und in der Brandung sind wir quergeschlagen. Soviel zum Thema Kenterübung. Nun waren wir am Strand, Donkey voll  Wasser, Nobbi ziemlich und ich komplett nass. Wir haben Donkey ausgeleert, ein Stück den Strand hochgezogen und unsere Klamotten zum Trocknen aufgehängt. Praktisch, wenn der Strand an dem man klatschnass ankommt anscheinend ein FKK-Strand (witzigerweise in Spanisch „Playa Aleman“ genannt) ist. Zum Glück war unsere Kamera in einem wasserdichten Beutel!
Nach einem sehr schönen Strandspaziergang in angepasster „Kleidung“, d.h. wir wurden in der Sonne sehr schnell getrocknet, stellte sich uns langsam die Frage wie wir nun zurück zum Schiff kommen. Wir sind mit Donkey zwischen uns in Position gegangen und haben die Brandung (immerhin liegt die Bucht direkt am Atlantik) beobachtet und als sie nicht so stark schien haben wir das Boot geschnappt, sind schnell ins Wasser, ich bin rein gesprungen und habe begonnen zu rudern, Nobbi hat angeschoben und ist achtern reingehüft. Das ging besser als erwartet. Zurück am Boot haben wir versucht den ganzen Sand wieder loszuwerden, Donkey wieder zusammengefaltet und an der Reling verzurrt. Gleich gab es auch noch eine kleine Anpassung, wir haben ein Loch in das Brett gebohrt, das die Sitzbank stützt. Dieses Bett ist nicht gesichert und war bei unserer Kenterung weggeschwommen, nun können wir es anbinden. Eine interessante Beobachtung hat uns sehr verwirrt. Die ganze Nacht lag ein großer blauer und hell erleuchteter NYK Autotransporter vor unserer Bucht am Anker. Morgens verholte das Schiff in den Hafen als ein Containerfrachter diesen verließ. Soweit alles ganz logisch, nur kam der NYK Frachter nach einer Stunde wieder zurück aus dem Hafen und 2 Stunden später kehrte er zurück. Großes Rätselraten, bis wir später beim Näherkommen feststellen mussten, dass es sich um 3 baugleiche Schiffe handelte und wir 2 davon im Hafen von Vigo liegen sahen. Ein Telefonat mit Otti klärte uns später auf, dass NYK eine ganze Serie dieser 200m langen Schiffe im Betrieb hat. Wir hatten den Hafen von Vigo jedenfalls nicht so groß eingeschätzt.
Nachmittags haben wir selbst nach Vigo in den Hafen verholt und liegen nun im Real Club Nautico Vigo. Die Einfahrt in den Hafen war durch ein Kreuzfahrtschiff verdeckt und ist sehr schmal, was den netten Effekt hat, dass wir hier gar keinen Schwell und einen wunderbar ruhigen Liegeplatz mitten im Stadtzentrum von Vigo haben. Direkt hinter der Kreuzfahrerpier. In 3 min in die Fussgängerzone, 100m bis zum Einkaufszentrum. Auf den ersten Blick gefällt uns Vigo sehr, viele alte, schöne Häuser, hübsche Parks und lebendige Plätze. Der Yachtclub hat auch einiges zu bieten. Im Clubhaus gibt es ein Restaurant und eine Bar, hier wird viel gesegelt, heute war Jollentraining und Regatta und das zugehörige Schwimmbad ist voll ausgelastet. Schwimmkurse für Kinder, Jugendliche pflügen im Schmetterlingsstil durchs Wasser, Synchronschwimmtraining und Wasserball. Hier ist richtig was los. Auf der Suche nach Duschen sind wir heute Morgen auch im Schwimmbad gelandet, als Besucher des Clubs dürfen wir Schwimmbad, Sauna und Fitnessstudio benutzen. Ich habe also heute mit einer Truppe 9-jähriger Schwimmprofis geduscht. Sehr kommunikativ. Dank Großstadtdschungel konnten wir heute einige Punkte unserer Einkaufsliste abhaken. Außerdem hat unser Spifall einen neuen Block im Topp bekommen, genauso wie beim Block des Großfalls waren wir wohl zu stark für den Block (bist du zu stark sind sie zu schwach, oder so). Das Fall hatte sich im Block verklemmt und wollte sich nicht mehr bewegen, das wäre aber sehr unangenehm gewesen, wenn uns das mit stehendem Blister passiert wäre, den man dann nicht mehr runter bekommt. So ist es nur ärgerlich und spricht nicht für die Qualität der Blöcke. Nach einem Spaziergang durch die Altstadt und entlang der Hafenpromenade genossen wir das leckere Abendessen an Bord mit spanischem Rotwein. Im Moment gießt es in Strömen an Deck und wir liegen mit unseren Büchern gemütlich auf den Salonsofas. Da für morgen auch schlechtes Wetter angesagt ist, bleiben wir mindestens bis Montag hier in Vigo.

Islas Cies

Nach einer ruhigen Nacht am „Playa de Silgar“ begann der Tag mal wieder mit Baden und Kaffeetrinken im Cockpit. Anscheinend gab es einen Fischschwarm unter dem Boot, auf jeden Fall kam ein Fischer immer näher an uns ran und warf sein Netz schließlich 10 m von uns entfernt aus. Sein fröhliches  „Don’t worry“ beruhigte uns nicht wirklich, da er nach Durchfahren eines großen Kreises wieder zur Netzaufnahme in unsere direkte Nähe zurückkam. Nach einem gemütlichen Frühstück beschlossen wir das ruhige Wetter zu nutzen und zu den Islas Cies umzuziehen, sie liegen im Eingang es Rias Vigo und der ausgesuchte Ankerplatz auf der Ostseite der Isla del Norte lag nur 12 Meilen entfernt. An diesem traumhaften Platz haben wir die letzten beiden Tage verbracht. Die Insel besteht auf zwei ziemlich hohen, felsigen, bewaldeten Bergen und dazwischen liegt eine Lagune. Zur Ostseite ist die Lagune durch einen weißen Strand vom Meer getrennt und dort haben wir geankert. Außer uns waren nur noch 3 andere Yachten dort. Angeblich soll es der schönste Strand Europas sein, soweit würde ich vielleicht nicht gehen, auf jeden Fall ist es sehr schön dort. Die Insel gehört zum Naturschutzgebiet „Islas Atlanticas“ für das wir uns vorab eine behördliche Ankererlaubnis besorgt hatten und wird erster Linie von einer großen Möwenkolonie bevölkert, außerdem haben wir Eidechsen, viele Fische in der Lagune und eine fette Ratte gesehen. Zum ersten Mal haben wir Donkey (unser Bananaboot) an Deck auseinander gefaltet, das ging überraschend gut und sehr flott. Gestern haben wir zunächst barfuß den Strand, den Anleger und den Weg um die Lagune erkundet, heute haben wir dann unsere Crocs mitgenommen und sind auf einen der Berge gelaufen. Für die nächste Wanderung würden wir vielleicht doch richtige Schuhe anstelle der (Wander-) Crocs einplanen. Der Ausblick war toll. Von oben konnten wir nicht nur unser kleines Beiboot auf dem großen leeren Strand sehen, sondern auch die Brandung auf der Westseite, wo der Atlantikschwell ungehindert auf die Felsen donnert. Die Größe des Anlegers, die Wegweiser und der Campingplatz deuten darauf hin, dass es hier im Sommer nicht so leer ist. Gestern haben wir auf der Insel zwei Wanderer getroffen, heute niemanden. Es hat Vorteile, wenn man außerhalb der Saison unterwegs ist.
Das Meeresleuten ist im Moment gerade sehr intensiv, gestern Abend fuhr ein kleiner Fischer durch die Bucht und warf sein Netz aus, die Kugeln an seinem Netz konnte man durch die Fluoreszenz unter Wasser verfolgen. Hinter seinem Boot sah man ca. 15 grün leuchtende Kugeln durchs Wasser ziehen. Magisch. Fischen ist anscheinend erlaubt im Naturschutzgebiet, genauso wie tauchen. Heute Morgen war die Bucht plötzlich voll mit kleinen Booten mit Muscheltauchern. Gleichzeitig war ein Kontrollboot unterwegs, dass die gesammelten Muscheln begutachtet und aussortiert hat. Die vielen Boote haben für ordentlich Schwell gesorgt und so wurde es zeitweise recht ungemütlich, vormittags sind sie aber alle wieder verschwunden und die Bucht war wieder so leer wie zuvor.
Da der Ankerplatz leider etwas exponiert liegt und der Wind heute Nacht auf Ost drehen soll, sind wir nachmittags in eine Bucht am Festland umgezogen, wo wir nach Osten geschützt liegen und auf weniger Schwell hoffen. Ob auch hier morgens begeistert unter ankernden Seglern gefischt wird wissen wir morgenfrüh. Die Bucht wird von einem weißen Strand und einem Kiefernwald gesäumt und wir sind die einzige Yacht vor Anker. Vielleicht haben wir morgen noch Gelegenheit an Land zu paddeln. Hinter uns sehen wir die Lichter von Vigo und beobachten den Schiffsverkehr. Hier sind mehr große Schiffe unterwegs als wir erwartet hatten, neben gewöhnlichen Autofähren und Kreuzfahrtschiffen, sind hier auch jede Menge interessanter Exemplare unterwegs wie Bulkcarrier und Containerfrachter mit eigenem Ladegeschirr, große Fischtrawler und ein Kühlschiff mit eigenen Kränen. Gute Zeiten für Schiffegucker.

Ärger im Unterholz

Am Sonntag wollten wir gerade zu einer Wanderung aufbrechen, als ich beim Betten machen festgestellt habe, dass ‚irgendjemand‘ kleine gelbe Eier in unserem Vorschiff abgelegt hat, nicht viele, aber genug, auf dem Holz, auf Nobbis Pulli, meiner Handtasche und einem Wäschesack. Also haben wir erst mal gründlich geputzt.
Mit zwei Stunden Verspätung sind wir den blau grünen Wanderweg in die andere Richtung gefolgt. Der Weg führte uns die Berge hinauf, durch den Wald. Ohne die Wanderwegmakierung wären wir da sicherlich nicht hingekommen, aber es hat sich sehr gelohnt. Kiefern-Eukalyptuswald, ab und zu ein paar Eichen und wir sind immer höher den Berg hochgeschnauft. Auf dem Gipfel ging es entlang einer gerodeten Fläche, da stand keine Pflanze mehr, die höher als 30 cm ist. Dann ging es in Serpentinen entlang kleiner Mauern und blühender Heide, wieder runter und schließlich auf den nächsten Berg. Zunächst sind wir auf geschotterten Wirtschaftswegen gewandert, in zweiten Teil wurden die Wege enger, steiniger, steiler, beschwerlicher, aber auch viel interessanter. Schließlich sind wir durch lauter kleine Felder gelaufen, als Tore zwischen den Mauern dienen alte Bettfederrahmen, und durch ein hübsches Dorf. Auf jeden Hof und sei er noch so klein hat man zwei Hunde, einen kleinen und einen großen. Irgendwann haben wir gemerkt, dass es sich um einen Rundwanderweg handelt und wir an der Stelle rauskommen, an der wir am Tag zuvor gestartet sind. Also haben wir an der Kapelle eine Pause gemacht, unsere Pistazien gegessen und waren nach vier Stunden wieder am Boot. Den ganzen Tag war es grau, aber wir sind trocken geblieben.
Gestern sind wir in den Ria Arousa umgezogen. Delfine haben für Unterhaltung gesorgt und die Einfahrt war Dank einiger Untiefen auch interessant. Ria Arousa sieht ganz anders aus als Ria Muros, während die Berge um Ria Muros hoch sind und recht steil zum Wasser abfallen, ist es um Ria Arousa viel flacher und er ist viel größer. Die große Anzahl Fischfarmen machte es gar nicht so einfach den ausgesuchten Ankerplatz zu erreichen. Den ganzen Tag war es grau, doch Abendessen gab es draußen in der Sonne und der Sonnenuntergang war sehr schön rosa.
Der heutige Tag begann mit dem Baden, danach Mangomüsli in der Sonne. Weil es gerade so schön war sind wir noch ein bisschen geblieben und haben die Sonne genossen. Schließlich haben wir beschlossen uns in den Ria Pontevedra zu verlegen. Wir konnten segeln und wurden von Delfinen begleitet. Nachmittags schlief der Wind ein, also mussten wir wieder motoren. Inzwischen war es wieder grau und diesig, doch die tiefhängenden Wolken und das diesige Wetter sorgten für eine märchenhafte Stimmung. Als wir heute Morgen entschieden hierher zu fahren, fanden wir, dass sich „a pleasant anchorage, Sand 3-5m“ zwischen 2 kleinen Häfen sehr gut anhört. Unter einer pleasant anchorage versteht eben jeder was anderes. Wir dachten bei „Playa de Silgar“ an eine verträumte Bucht mit Sandstrand, den gibt es hier auch, allerdings ist die Bucht flächendeckend 6-stöckig bebaut. So ist das mit den Erwartungen. Gut geschützt liegen wir hier wirklich und jetzt im Dunkeln mit der Straßenlampen und der Beleuchtung der Läden sieht es auch schön aus. Wie viele Leute uns morgen beim Baden beobachten wissen wir noch nicht, die meisten Rollläden waren zu. Überhaupt haben wir seit Hooksiel nicht mehr so viele Rollläden gesehen wie hier und in der Regel sind sie geschlossen. Im spanischen Sommer leuchtet es mir ein, dass man die Rolläden zu macht, um die Hitze draußen zu halten, aber am 18. Oktober bei 19 Grad? Da wäre ein wenig Licht am frühen Abend doch vielleicht ganz nett? Außerdem scheint es hier viele leere Ferienwohnungen zu geben und ein ganzer Häuserblock in der ersten Reihe ist zu verkaufen. Hat jemand Interesse? In den nächsten Tagen würden wir gerne an den vorgelagerten Inseln ankern, doch ob das was wird bestimmen Neptun und Rasmus.

Cabo Finisterre

Der Wetterbericht für gestern ließ sich optimistisch interpretieren und so haben wir uns ums Cabo Finisterre gewagt und liegen jetzt in Portosin, Ria Muros. Morgens sollte der Wind auf Norden und vormittags über West auf Süd drehen. Also haben wir uns den Wecker gestellt und sind nach einem schnellen Kaffee um acht, noch im Dunkeln, ausgelaufen. Schnell wurde es heller, die Kirche an der Küste durften wir nochmal vor orangenem Himmel bewundern, doch erst um 9.10 h kam die Sonne schließlich über die Berge. Zunächst hatten wir wenig Wind, dann drehte er wie vorhergesagt und kam von vorne. Doch dank schiebendem Strom kamen wir schnell voran und konnten schließlich segeln. Das Ende der Welt präsentierte sich harmlos, angeleuchtet von der Sonne. Das Segeln in der Ria war dann perfekt, 4 Windstärken und glattes Wasser, dazu Sonnenschein und wunderschöne Landschaft. Wir hatten eher mit einer ungemütlichen Fahrt bei mäßigem Wetter gerechnet, wollten aber weiter und wurden mit einem wunderschönen Tag beschenkt. Die Rias lassen einen an norwegische Fjorde denken mit ihren Kiefernwäldern, Eukalyptusbäumen und den bunten Häusern.
Im Club Nautico Portosin wurden wir sehr nett empfangen. Während die letzten Häfen ja sehr leer waren, ist dieser Hafen gut gefüllt mit einheimischen Yachten. Hier gibt es ein reges Clubleben mit Regatten und Jollentraining, in der Halle sind Jollen in Regalen gelagert und Spis hängen zum Trocknen von der Decke. Auf dem Weg zum Clubbüro beeindrucken nicht nur die Fußmatten mit Clubinitialen und der Fahrstuhl, sondern auch die gewonnen Pokale und Bilder von Olympiasiegern, die dem Club für die Unterstützung danken. Wir werden mit Prospekten über Sehenswürdigkeiten versorgt und der Stadtplan wird extra für uns kopiert. Die Duschen sind heiß und das WLAN ist schnell. Mit anderen Worten wir sind rundum zufrieden.
Nachdem wir heute dem Supermarkt einen Besuch abgestattet haben, wechseln wir den Block, der das Großfall am Mast nach achtern umlenkt. Gestern wollte das Großsegel nicht fallen, das Fall hatte sich im Block zwischen Rolle und Scheibe eingeklemmt, der Block ist hin. Anschließend wollten wir eigentlich am Strand entlang wandern, doch da ging es bald nicht weiter, deshalb sind wir dann querfeldein zur Straße gelaufen und bergauf zu einer kleinen Kapelle gewandert. Sehr hübsch und umweht von Hustenbonbongeruch von den vielen Eukalyptusbäumen. An der Kapelle sind wir auf die blau grüne Beschriftung eines Wanderweges gestoßen, die wir bereits am Yachthafen gesehen hatten, also beschlossen wir den Zeichen zu folgen. Mit Sicherheit haben wir so den längst möglichen Heimweg genommen, im Zickzack sind wir auf schmalen Pfaden zwischen mit Felssteinmauern eingefassten Gärten und Feldern bergauf und -ab gelaufen. Hinter dem Ort ist es gleich sehr ländlich und in jedem Garten wachsen Apfel-, Birnen-, Khaki-, Zitronen- und Orangenbäume. Auf kleinen Feldern steht noch der Mais und wo immer noch etwas Platz ist wachsen Melonen und Kürbisse. Wer was auf sich hält hat einen Hòrreo im Garten oder auf dem Feld, einen Speicher mit Luftschlitzen auf hohen Steinfüßen. Diese Lager für Getreide gibt es im Ganzen Nordwesten Spaniens und die ältesten sind aus dem 15. Jhd., wie wir heute gesehen haben, gibt es aber auch Neubauten. Der Ort ist klein, ruhig und hübsch. Anders als in den anderen Orten gibt es hier viele Einfamilienhäuser mit schönen Gärten und Meerblick. Man gewöhnt sich an den galizischen Charme. In allen Orten, die wir bisher kennengelernt haben gab es die eine oder andere Ruine. Erdgeschosse sind etwas unbeliebt. Oft ist das Erdgeschoss unverputzt, wirkt baufällig und steht leer, darüber ist es aber renoviert und schön. Das Schulgebäude von Portosin liegt direkt am Meer und der Schulhof grenzt an den Strand. Überhaupt gibt es hier eine Menge schöner Strände. Und Morgen? Vielleicht geht es weiter, allerdings gibt es Südwind, vielleicht bleiben wir hier…

Big Ben, Regen und Pilger

Das erste was ich höre, noch bevor ich richtig wach bin, ist der Regen der aufs Luk prasselt. Meine Aufwachgeschwindigkeit wird vollautomatisch auf die langsamste Stufe runtergeregelt. Bei Regen habe ich es nicht eilig. Nobbi wacht auch auf und der Tag beginnt mit einem Austausch über den Regen. Wir motivieren uns mit optimistischen Regenbetrachtungen „ich glaube das grau wird heller“ und „die Tropfengröße hat deutlich abgenommen“. Das ist ein Vorteil, wenn man im Vorschiff direkt unter dem Luk schläft, man muss sich nicht bewegen, um das Wetter einzuschätzen. Als wir vom Duschen kamen war es fast trocken, auf dem Rückweg vom Brot kaufen, haben wir dann gleich noch eine Dusche bekommen.
Seit drei Tagen sind wir in Muxia. Nach einem sehr gemütlichen Tag am Anker in Corme sind wir hierhergekommen. In Corme hat uns der Kirchturm, der zur halben Stunde die Melodie von Big Ben und zur vollen Stunde eine andere, traurigere Melodie schlägt, unterhalten. Sehr nett. Wir hatten dort einen windigen Tag am Anker, den wir großen Teils mit Buch in der Sonne verbracht haben. Ein 9. Oktober, den man im Bikini verbringt, lässt keine Wünsche offen. Da macht es auch nichts, wenn es abends schnell kühl wird und man sich nach dem Abendessen auf dem Sofa in eine Fleecedecke wickelt. Dank Wind und Sonne waren unsere Batterien schnell geladen und wir hatten am Anker mehr Strom als wir mit der Hilfe des Kühlschranks und dem Laden aller Geräte vernichten konnten. Die Solarpanels machen einen tollen Job. Vom Ankerplatz in der Ria de Corme hierher waren es nicht mal 20 Meilen und wir hatten wenig Wind, dafür viel Sonne.
Dann war zunächst kräftiger Wind aus Süden vorhergesagt, der auch kam. Da waren wir froh, dass wir hier schön geschützt liegen. Gestern war weniger Wind und der drehte wieder auf Nord. Heute wollten wir ursprünglich weiter, doch dann sagte der Wetterbericht für heute ungemütliches Wetter an, das Sturmglas bildete Kristalle, die kalt und stürmisch bedeuten könnten, und Nobbi registrierte ein Barometer das ins Bodenlose fällt (Anmerkung der Redaktion: ein bisschen übertrieben). Heute haben wir tatsächlich eine ganze Menge Wind aus Nord-Ost. Wir bleiben hier. Außerdem macht Segeln im Regen ja wenig Spaß. Man wird zunehmend anspruchsvoll.
Hier haben wir ausgiebig gewaschen, jetzt sind nicht nur alle Klamotten sauber, sondern auch die Handtücher sind vorübergehend salzfrei und die Bettwäsche duftet. Ansonsten verbringen wir die Zeit mit Spaziergängen, der Ort ist nicht so klein wie er zunächst aussieht und es gibt eine nette Kirche direkt am Meer. Muxia ist mitten im Pilgertrubel. Santiago de Compostela ist ja nicht weit und der ein oder andere pilgert dann noch bis ans Cabo Finisterre, optional über Muxia und die Kirche am Meer. Wir sind also auch ein wenig auf dem Camino gelaufen, brauchen wir doch dringend Ersatz für „unseren“ GR34. Gestern wollte eine sehr resolute Spanierin uns unbedingt in ihrem Hostel unterbringen. Nachdem ich ihr erklärt hatte, dass wir keinen Schlafplatz brauchen, weil wir mit dem Boot da sind, wurden wir zum Kulturzentrum geschickt. Muxia liegt auf einer Landzunge, der Yachthafen liegt geschützt auf der Ostseite, an der Westseite kann man wunderbar Wellen gucken, die da beeindruckend und laut auf die Felsen donnern. Trotzdem gibt es hier keine Bürgerinitiative die ein Nachtbrandungsverbot fordert ;-).
Der Hafen ist ziemlich leer. Nur drei Boote sind bewohnt, lustigerweise drei deutsche Boote. Zwischendurch trifft man sich immer mal auf einen Stegplausch. Gerade ist noch ein belgisches Schiff dazu gekommen. Sie hatten zunächst vor dem Hafen geankert, jetzt wo der Wind gedreht hat, ist es wohl zu ungemütlich, außerdem waren sie auf der Suche nach einem Supermarkt.
Auf einem Boot gibt es immer was zu tun. Wir haben die Achterkammer ein bisschen umgestaut, der Hahn für die Dusche im Cockpit ist jetzt festgeschraubt, da hatte es etwas getropft und uns mal wieder einen Wasseralarm beschert, und Nobbi hat gestern mal wieder ausgiebig unseren Motor gestreichelt.
Morgen sieht es ganz gut aus fürs Kap Finisterre und ein Blick auf den Wetterbericht lässt auf spätsommerliche Tage in den südlichen Rias hoffen. Gerade wird das grau heller und der Regen hat aufgehört, beste Bedingungen für eine weitere kleine Wanderung auf dem Camino.

Happy Sailing

8.10.16
Zwar gefällt uns A Coruña, doch wir wollen weiter. Morgens bummeln wir nochmal durch die Stadt, kaufen ein und nehmen Wasser. Die Sonne scheint und es ist, wie vorhergesagt, wenig Wind. Beide sind wir nicht wahnsinnig motiviert 30 Meilen zu motoren, aber mit einem guten Buch im Sonnenschein kein Grund zu jammern. Weil das Boot im Schwell hin und her rollt setzen wir das Segel, als Stützsegel. Nach einer halben Stunde werden wir plötzlich immer schnelle „ich glaube wir können segeln!“ Wir rollen das Vorsegel aus und machen den Motor aus, plötzlich haben wir richtig schönen Segelwind. Ein paar Delfine kommen vorbei und wir genießen den Segelspaß. Doch der Wind wir immer mehr, wir binden ein Reff rein und segeln weiter mit 7 kn. Wenig später brauchen wir ein zweites Reff und verkleinern die Fock. Aus vorhergesagten 2 Windstärken sind 6 geworden, in Böen 7 oder sogar noch mehr. Die Richtig stimmt und wir kommen schnell voran, Mari lässt sich gut steuern und bei Sonnenschein macht  das Segeln viel Spaß, doch das Vertrauen in die Wetterberichte ist begrenzt. Andere Segler haben ähnliches berichtet. Die lokalen Effekte hier scheinen sehr stark und schwer vorhersagbar zu sein. Unser Ziel für heute ist die Bucht von Corme, sie ist nach Norden und Osten gut geschützt, nach Westen bietet eine hohe Hafenmole zusätzlich Schutz. Nach kurzer Verwirrung „wo ist die grüne Tonne aus der Karte?“ und „was ist das für ein grüner Turm?“ fällt der Anker zwischen einigen Booten an Moorings und aufgegebenen Fischfarmen, die jetzt von Möwen bewohnt werden. Corme sieht nett aus, im letzten Sonnenlicht sehen wir Palmen auf der Uferpromenade, einen Spielplatz, bunte Häuser und kleine Strände zwischen hohen Felsen. Nachdem Abendessen, Frikadellen, Möhren und Kartoffeln, lesen wir noch ein bisschen bevor wir ins Bett fallen. Der Tag ist mal wieder ganz anders ausgefallen als erwartet, aber schön war es!

A Coruña

7.10.16
In Ria Cedeira haben wir uns einen entspannten Ankertag gegönnt. Morgens haben wir gebadet. Das Wasser wird schon frischer, ich muss zügig die Badeleiter runterklettern, damit ich es mir nicht anders überlege, aber dann war es schön. Die Nächte sind jetzt schon deutlich kühler und das Deck war noch feucht und trocknete nur langsam. Der einzige trockene sonnige Platz war auf dem Vorschiff, also saßen wir den ganzen Morgen dort auf dem Vorschiff. Zunächst haben wir dort unseren Kaffee getrunken und haben die Bucht betrachtet, sind dann zu Tee übergegangen und haben schließlich auch unser Müsli dort gegessen. Wir haben ja Zeit. Mittags sind wir mit dem Schlauchboot an den Strand gefahren. Der Ort Cedeira ist niedlich, mit vielen bunten Häusern und hübschen Gärten. Nach einem Spaziergang durch den Ort sind wir noch einen Pfad zu einer alten Festung hochgeklettert und ein bisschen durch den Fischereihafen geschlendert.
Am nächsten Tag sind wir nach A Coruña gesegelt. Bei schönstem Sonnenschein konnten wir, zeitweise in kurzer Hose, ein ganzes Stück segeln. Hier ist nichts mehr viel los, den ersten anderen Segler haben wir in der Bucht von A Coruña gesehen. Etwas Abwechslung bot ein Fischer, der dicht vor uns vorbeifuhr und bei flotter Fahrt sein Netz raus warf. Gespannt warteten wir darauf nun im Netz hängen zu bleiben, es passierte jedoch nichts. Nachdem wir abends nur ein paar Kleinigkeiten eingekauft hatten und einen kleinen Spaziergang gemacht hatten, wollten wir uns die Stadt heute genauer ansehen. Zunächst sind wir zum Torre de Hercules gelaufen, dem ältesten Leuchtturm der Welt, der noch immer in Betrieb ist. Die Strandpromenade und die Anlage um den Turm sind schön und wir hatten tolles Wetter. Nach einer Pause auf einer Bank in der Sonne haben wir uns auf dem Rückweg gemacht und auf einem belebten Platz war zufällig gerade ein Tisch an einer Pizzeria frei den wir sofort zwecks Einnahme eines Mittagessens besetzten. Anschließend wollten wir Einkaufen. Erst jetzt haben wir gemerkt, dass alle Geschäfte geschlossen haben. Hier ist anscheinend heute Feiertag, auch wenn wir bisher nicht verstanden haben was für einer. Nachmittags wollten wir unser Schiff neu anbinden. In der letzten Nacht hatten unsere Leinen etwas geknatscht. Die gesamte Steganlage ist vom Schwell immer in Bewegung und die Schiffe fahren ununterbrochen am Steg auf und ab. Also haben wir unsere Leinen getauscht und dabei ist uns eine Leine ins Wasser gefallen. Eigentlich nicht weiter schlimm. Holt man sie halt wieder raus. Allerdings ist das Wasser an unserem Liegeplatz ganze 14 m tief! Auch mit der Taucherbrille kann man den Grund nicht sehen. Schließlich haben wir den Anker fürs Beiboot an eine lange Leine geknotet und damit versucht unsere Leine vom Grund zu fischen. Die Fangvorrichtung wurde schließlich noch mit einem Gewicht ausgestattet, das den Anker besser in Position bringt. Die Aktion hat uns eine Stunde beschäftigt, doch unsere Hartnäckigkeit wurde schließlich belohnt, wir haben unsere Leine tatsächlich rausgefischt. Abends sind wir nochmal durch die Altstadt gebummelt und haben uns über die Haupteinkaufsstrasse treiben lassen. Trotz geschlossener Geschäfte war viel los, wir sind in eine Trauerfeier geraten, auf ein Fest mit Live-Musik und Kinderkarussell und auf dem Rathausplatz standen die Oldtimer, die morgen an einer Rally teilnehmen.

Warnung von Neptun und Rasmus

Die Tage in Ribadeo haben wir sehr genossen, verschiedene kleine Wanderungen entlang der Küste gemacht und den Trubel in der Fußgängerzone beobachtet. An der Küste entlang gab es einen sehr schönen Weg zum Leuchtturm, vorbei an Befestigungsmauern und an einer alten Ladestelle, wo Schiffe mit Schüttgut beladen wurden, die heute als Aussichtsplattform dient. Unsere Banane hat wieder auf sich aufmerksam gemacht. „I think it’s a boat“ was das erste was ich von unseren englischen Nachbarn gehört habe, als sie vor unserem Boot auf dem Steg standen und überlegt haben, was wir da an die Reling gebunden haben.
Gestern ging es bei schwachem Wind nach Viveiro. Die Fahrt war angenehm ereignislos, ein paar Delfine, ein paar Fischer, Sonnenschein, im Cockpit sitzen und lesen. Wunderbar. Die Marina in Viveiro ist nicht kuschelig, aber sie ist ganz zentral gelegen und das Personal ist sehr nett. Ein riesiger Supermarkt vor der Tür und wir brauchen gar nichts.
Heute wollten wir weiter, eine nette Tagesetappe 30 Meilen die Küste lang. Nach dem Frühstück ging es los, vorausgesagt war Nordwind, später Ostwind. Wir waren wieder auf eine Kaffeefahrt eingestellt, ich war in Gedanken bei meinem Buch, während Nobbi sich schon das Beiboot aufblasen sah. Entsprechend sorglos und entspannt sind wir rausgefahren und wurden prompt daran erinnert wer auf See die Regeln macht. Kaum waren wir richtig unterwegs kam ein Schauer der  wenig Regen, dafür umso mehr Wind im Gepäck hatte. Statt der erwarteten 2-3,  hatten wir 5-6, natürlich aus West, also von vorne. So verlief der Tag ganz anders als wir uns das heute Morgen vorgestellt hatten. Wir beide im Ölzeug, das 2. Reff im Groß, wurden wir den ganzen Tag geschüttelt, die See war sehr unruhig und man musste sich irgendwie verkeilen um nicht hin und her zu rutschen. Statt Kaffee und Kuchen gab es Äpfel und Cracker. Zwischendurch habe ich Nobbi gefragt, ob wir nicht besser mit einem Wohnmobil reisen könnten. Und das von jemandem der nicht gerne Auto fährt, aber dafür umso lieber segelt. Wenn wir das heute Morgen gewusst hätten wären wir Wandern gegangen. Dann lägen wir jetzt aber auch nicht in der Ria Cedeira einer schönen, geschützten Bucht vor Anker, hätten hier nicht gebadet und hier auch nicht die Abendsonne genossen.

Biskaya – Wir sind in Spanien!

Die Biskaya-Überquerung ist bei Seglern ja ein viel diskutiertes Thema, auch wir wurden immer wieder gefragt, wann wir denn „rüber“ wollen. Letzte Woche haben wir begonnen das Wetter auf der Biskaya mal ganz unverbindlich im Auge zu behalten. Am Montag haben wir das erst Mal darüber gesprochen, dass wir gegen Ende der Woche über die Biskaya gehen könnten, wenn wir vor der nächsten großen Tiefdruckfamilie rüber wollen oder eben später. Montagabend haben wir uns überlegt, das Donnerstag vielleicht ein guter Tag wäre, oder Mittwoch. Dienstagmorgen haben wir uns mal wieder umentschieden. Es hat genieselt, kein schönes Wetter für einen Inselbesuch, der eigentlich geplant war, warum segeln wir nicht gleich los? Also haben wir zwei Baguettes gekauft, gemütlich gefrühstückt und schon ging es los. Durch den abrupten Aufbruch blieb keine Zeit für Biskaya-Nervosität.
Von Concarneau sind wir ganz dicht an den Glenans vorbei gesegelt, haben die berühmte Segelschule mit dem Fernglas betrachtet und ein Mondfisch hat uns zum Abschied zugewinkt.
Zunächst konnten wir sehr schön segeln und hatten unglaubliche Delfinbegegnungen. Schon häufiger habe ich von den Delfinen auf der Biskaya gelesen, aber nicht im Traum mit so etwas gerechnet, sechs Stunden lang wurden wir immer wieder von großen Gruppen begleitet.
In der ersten Nacht haben Delfine die mit Mari im Rudel gejagt, sie haben sich die Fische geschnappt, die unter Maris Bauch zur Seite gesprungen sind. Ein tolles Schauspiel, also für uns, für die Beutefische wohl weniger. Durch das Meeresleuchten waren die Delfine in einen grünen Schweif gehüllt. Überirdisch schön.
Das Schlafen in der ersten Nacht war schwierig, zu viele ungewohnte Geräusche und noch nicht die richtige Position gefunden. In vielen Segelbüchern steht so etwas wie „nach zwei Tage hatten wir uns an den Bordleben gewöhnt und konnten das Leben genießen“. Wir wissen jetzt was das heißt, beide haben wir zwischendurch mit Seekrankheit gekämpft und erst mal schlecht geschlafen.
Zweite Hälfte der Reise sind wir mit Stützsegel motort, es war einfach zu wenig Wind. Zwischendurch haben sich die Sterne auf dem Wasser gespiegelt. Der Wind kam aus Osten, die lange Dünung aus Westen, nicht sehr gemütlich. Diese Dünung ist beeindruckend. Haushoch, da wir wenig Wind hatten, meistens eher in der Höhe von Gartenhäusern, dann zwischendurch aber auch mal in der Höhe des Einfamilienhauses meiner Eltern, durch die Länge aber immer ganz angenehm. Und das Meer ist unendlich blau, da kann man stundenlang Wellen gucken.
Die zweite Nacht war dann viel besser. Wenn man das Leesegel in der Koje hochklappt (bei uns ein Brett), sein richtiges Kopfkissen optimal positioniert und entsprechend müde ist, schläft es sich ausgezeichnet in unseren Salonkojen. Nobbi hat ungefähr 3 Stunden 59 Minuten seiner vier Stunden Freiwache geschlafen. Am dritten Morgen waren unsere Lebensgeister wieder voll da. Es wurde an Deck mit dem Eimer geduscht, Haare gewaschen und vernünftig gegessen. Wir versuchen spanisch zu lernen, ich lese „spanisch kulinarisch“, Nobbi liest die abstrusesten Vokabeln aus dem Miniwörterbuch vor.
Leider war es über weitgehend recht grau. Fast hätten wir Spanien nicht gefunden, es war in einer riesigen Wolke versteckt. Doch nun liegen wir in Ribadeo, das ist auf der Grenze von Asturien und Galicia.  Die Einfahrt in die Flussmündung und den Hafen ist einfach, wir werden mit einem „Aqui, Aqui“ zu unserem Liegeplatz gelotst und melden uns im Hafenbüro an. Dabei geben wir nicht nur unsere Passnummern, sondern auch die Motornummer an. Was die wohl mit all diesen Daten machen? Und dann merken wir wie müde wir sind. Abendessen, ein winziger Spaziergang, dreieinhalb Seiten gelesen und ab ins Bett.
Nach zwölf Stunden Schlaf sind wir heute wieder fit. Reizüberflutung im Supermarkt (was für ein Angebot!), Stadtspaziergang, ein wenig Bastelei (AIS und Computer bekommen einen eigenen Schalter in der Schalttafel) und schon ist der erste Tag in Spanien um. Nobbi überlegt gerade ob er mit dem Nachbarn das Schiff tauschen möchte, falls dieser mitmacht. Ein sehr schöner Schoner, keine Frage, aber ich möchte unsere „Marisol“ nicht hergeben, nicht mal für die „Ocean Melody“.

Au revoir France!

Fünf Wochen waren wir, unseren Ausflug auf die Kanalinseln mitgerechnet, in Frankreich. Uns hat es sehr gut gefallen. Zweifellos sind der Kanal und die Bretagne anspruchsvolle Reviere mit großem Tidenhub und starken Strömungen, doch eben auch mit unglaublich schöner Landschaft. Und wenn man das erst mal so richtig verstanden hat, sind diese schiebenden Strömungen ja auch sehr brauchbar.
Uns hat es eigentlich überall gefallen, die Hafenbüros waren überall sehr nett und haben überraschend gut Englisch gesprochen. Überhaupt hatten wir viele nette Begegnungen, ob im Supermarkt, mit der Frisörin, mit der Nobbi sich so nett unterhalten hat, oder mit der fröhlichen Hafenmeisterin in L’Aber Wrac’h. Das Essen ist ohne Frage grandios, was ja keine Überraschung war, Käse, Langustinen und Wein. Was war nun das Highlight? Schwer zu sagen: Benodet? Douarnenez? St. Malo? Oder „unser“ GR34- Wanderweg, den wir immer wieder getroffen haben? Jeder Tag, insbesondere in der Bretagne hat es sich gelohnt und wir hätten noch viel mehr Zeit dort verbringen können, doch jetzt wollen wir uns von Galizien genauso begeistern lassen.