Vor Beginn Ende des alten Jahres und zu Beginn des neues Jahres wurden alle bösen Geister von Curacao vertrieben. Pagara nennt sich der Spaß. Man trifft sich trinkt, isst, feiert und brennt ewig lange Schnüre mit Knallern ab. Wir haben Kartons gesehen auf den steht „100.000 Schuss“. An einer Schnur! Einzeln sind die Dinger harmlos, eher ein Britzeln als ein Donnern, doch im 100.000er Pack ist es eindrucksvoll. Ganz und gar, weil es hier steile Felswände gibt, die das Ganze reflektieren. Zu den Knaller-Schnüren gibt es gerne noch ein paar bunte Raketen, auch am Tag. Das Ganze begann am 28. Dezember und erreichte seinen Höhepunkt am 31. am frühen Nachmittag. Sehr viele Firmen richten das Geknalle für ihre Angestellten aus. Als wir mittags einkaufen erleben wir Pagara an jeder Ecke. Zu Mitternacht gibt es auch noch ein Feuerwerk, am besten soll es von der Schwingbrücke zu sehen sein, es wird voll werden, wir sollen früh hingehen, hat man uns erzählt. Wir machen zwei Anläufe. Als wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs sind, es ist es so ruhig, dass wir zurück zur Marina laufen. Wir sehen einen Film im Bordkino und trinken Blue Curacao (mit Ananassaft und Rum), dann geht es wieder über den Hausberg. Diesmal ist die Brücke bereits gut von Menschen mit Klappstühlen bevölkert. Wir finden einen Platz auf der Brücke, sehen ein schönes Feuerwerk und wundern uns über die insgesamt eher verschlafene Stimmung.
Wir kümmern uns um Bootskleinkram und spazieren immer wieder durch Willemstad. Die kleine lebendige Stadt gefällt uns. Auf dem Floating Market verkaufen die Händler aus Venezuela ihr Obst und Gemüse. Die besten Ananas und Papayas seit Brasilien! Es gibt viele schöne, renovierte Häuser, aber auch viele Ecken mit Potential.
Heute haben wir ein Auto. Der erste Stopp ist der Schiffshändler, zum Glück brauchen wir nicht viel. Unser Lüfter im Vorschiff ist hinüber. Nobbi hat ihn auseinander genommen und festgestellt, dass der Motor unrettbar kaputt ist. Schade, er hat so schön viel Wind gemacht.
Wir haben kein konkretes Programm und fahren in den Norden. Curacao ist ganz schön hügelig, es gibt Tafelberge, runde Hügel, steile Felswände und grüne Hänge. Wie auf Bonaire ist es ziemlich trocken und die großen Kakteen fühlen sich sichtbar wohl, doch es gibt mehr Sträucher und Bäume. Wir stoppen gelegentlich an einem Aussichtpunkt und sehen uns einige Strände an. Furchtbar dieses Curacao blue- leuchtende Wasser, das an die weißen Strände schwappt. Tatsächlich regnet es, wenn auch nur sehr kurz. Das ist ein interessantes Phänomen hier. Wir haben sie „Mikroschauer“ genannt. Es regnet ganz kurz, nur ein bis zwei Minuten. Gerade so, das einmal alles nass ist.
Auf Curacao kann man eine Menge unternehmen und auch sehr schön tauchen, doch in Gedanken sind wir schon weiter gezogen. Wir planen unsere Weitereise, es sieht aus, als bekämen wir nächste Woche gutes Wetter für die Passage nach Panama. Wir wollen und müssen demnächst einen Deutschlandbesuch einlegen. Nun überlegen wir, wo wir das Boot liegen lassen, von wo wir wann und wie lange nach Deutschland fliegen, welche Ziele wir zuvor ansteuern und welche Orte wir auslassen. Die Unzufriedenheit ist schnell die aufkommt als wir feststellen, dass wir viel zu wenig Zeit haben um alle attraktiven Spots auf unserem Weg anzusteuern, verfliegt schlagartig als wir mit der Planung der Reise nach dem Deutschlandbesuch beginnen. Fantastische Reiseziele warten auf uns. Reiseführer wandern auf die Einkaufsliste, Revierinformationen müssen gesichtet werden und natürlich brauchen wir auch Seekarten.
Morgen aber wollen wir uns weiter auf Curacao umsehen und vielleicht auch schnorcheln. Ich würde gerne die Hirsche sehen (nein, nicht beim Schnorcheln).
Kleiner Jahresrückblick 2018
Kurz gesagt ging es von Brasilien nach Curacao. Dazwischen lagen 3700 gesegelte Meilen, 24 Nächte auf See, spannende Länder, viele Orte, einige Landreisen und wunderbare Erlebnisse.
Ein erlebnisreiches Jahr voller kleiner und großer Höhepunkte liegt hinter uns. Der Versuch zu überlegen wo es am schönsten war misslingt aufs Schönste. Wir erinnern uns an lustige Erlebnisse, großartige Städte, grünen Regenwald, weiße Strände, blaues Wasser, perfekte Segelstunden und schwärmen uns gegenseitig vom vergangenen Jahr vor. Hier eine kleine unvollständige Stichwortliste zu den Reise-Highlights: Tauchen auf Bonaire, Rio-Besuch, Tiere gucken am Amazonas, die Oper von Manaus, Ausflug nach Cachoeira und zu Dannemann, die Iles du Salut nur für uns, Liebe auf den ersten Blick mit Buenos Aires, Frühstück mit Affen in Suriname, Beobachten eines Raketenstarts vom eigenen Boot in Kourou, Carnaval in Salvador, Chapada Diamantina und Lencois, …
Und dann durften wir den Frühling in Bremen genießen, Lisa in Singapur besuchen, Urlaub-vom Urlaub mit Lisa in Bali machen und ganz viele Freunde treffen.
Wir ziehen eine kleine Zwischenbilanz und stellen fest, der „Umweg“ über Brasilien, Französisch Guyana und Suriname hat sich gelohnt. „Umweg“ ist in diesem Zusammenhang ein netter Begriff, die schnellste Reise von Bremen nach Bremen wäre schließlich Zuhause zu bleiben. Brasilien hat sich einen ganz besonderen Platz in unserm Herz erobert, das liegt weniger an den großen Highlights, als an den kleinen Erlebnissen und den vielen Begegnungen mit herzlichen, hilfsbereiten Menschen. Der Wille das Leben zu feiern hat uns beeindruckt und berührt.
Allen Bloglesern wünschen wir ein glückliches und aufregendes Jahr 2019!
Neue Insel, neues Glück. Auf nach Curacao!
Nun ist Weihnachten schon wieder vorbei. Wir haben ganz gemütlich Weihnachten gefeiert, haben gut gegessen, schön geschnorchelt und Weihnachtsgrüße mit Familie und Freunden ausgetauscht. Ganz besondere Weihnachtsgrüße haben wir von Roswitha und Walter erhalten, die von ihren Freunden Petra und Frank übermittelt wurden. Das war eine gelungen Überraschung, die uns sehr gefreut hat! Es gab sogar ein Weihnachtsgeschenk. Meine Eltern haben es uns mitgegeben. Als ich es vor genau 7 Monaten im Bücherregal verstaut habe, hätte ich nie gedacht, dass es bis Weihnachten eingepackt bleibt, aber ich habe meine Neugier besiegt.
Ursprünglich hatten wir geplant uns von Bonaire auf den Weg nach Panama zu machen, doch vor Kolumbien ist es sehr windig. Uns ist es dort im Moment zu stürmisch, deshalb haben wir spontan entschieden uns erst einmal Curacao anzusehen.
Gestern ging es zeitig los. Als der Wecker um sechs klingelte war es noch dunkel. Um kurz vor sieben laufen wir trotz drohendem Schauer aus. Nachdem wir den Schutz und den Windschatten Bonaires verlassen haben, blasen uns 5 bis 6 Beaufort nach Westen und die Wellen sorgen für eine schauklige Überfahrt. Wir blicken zurück, Bonaire hat uns sehr gefallen und uns sehr schöne Tauchgänge geschenkt, doch uns zieht es uns weiter nach Westen.
Wir sind flotter unterwegs als gedacht und runden um viertel nach zwölf bereits Curacaos Südspitze. Anders als gedacht (oder gehofft), bietet Curacao keinen Schutz gegen die von Osten heran rauschenden Wellen und der Wind dreht gar auf Südost. So begleiten uns die über 2m hohen Wellen bis vor die Einfahrt. Wir haben einen Platz in Willemstad reserviert. Als wir nur noch eine Meile von der Einfahrt entfernt sind, funkt Nobbi „Port Authority“ an und bittet um die Öffnung der Königin Emma Schwingbrücke. Die Brücke verbindet die Stadtteile Punda und Otrobanda. Eigentlich ist es gar keine richtige Brücke, sondern eine Art Schwimmsteg. Die Brücke besteht aus schwimmenden Pontons. Wenn sie geöffnet wird, wird sie mit einem Motor, vergleichbar mit einem Außenborder, zur Seite geschoben. Wir sollen auf die Brücke zu fahren, sie würde sofort geöffnet, wenn wir kommen. Dieses sofort dauert dann doch einen Moment. Eigentlich nicht weiter schlimm, doch der Platz vor der Brücke ist eng, die Welle läuft in den schmalen Kanal und wird von allen Seiten reflektiert. Das Warten gestaltet sich so recht mühsam für uns, wir müssen Mari bei dem unruhigen Wasser und starkem Wind auf der Stelle halten. Große Erleichterung, als die Brücke sich endlich für uns öffnet und wir einfahren können. Nach der schmalen Einfahrt öffnet sich das Schottegat, einer der größten Naturhäfen der Welt. Hier gibt eine große Raffinerie, verschiedene Hafenanlagen darunter einen Containerhafen, Werften, verfallene und topmoderne Anlagen, eine ganze Flotte Schlepper, Marineschiffe, usw. Wir haben keine Zeit uns in Ruhe umzusehen, wir finden schnell die Marina, die zu einer Werft gehört. Wir haben einen Platz reserviert und sollen über Funk rufen. Doch es meldet sich niemand. Nobbi telefoniert schließlich und stellt fest, dass hier Ferien sind. Wir sollen uns einfach einen Platz aussuchen. Abends wird der Beginn der Ferien dann auch mit einem Riesen Feuerwerk gefeiert. Wir waren bereits in der Koje, doch dafür sind wir noch einmal an Deck geklettert.
Der heutige Tag beginnt mit der besten Dusche seit Bremen. Im Vergleich der Hafenduschen ist es die beste Dusche seit La Gomera. Dann machen wir uns auf den Weg zum Einklarieren. Unsere netten Nachbarn haben uns mit allen Infos versorgt, es gibt eine Abkürzung. Wir finden den Weg über den Berg, quer über den Parkplatz, unter der Autobahn hindurch und die Stufen hinunter auf Anhieb. Jetzt ist es nicht mehr weit. Wir wollen Geld abheben, hier ist der Antillen-Gulden das Zahlungsmittel, und stellen fest, dass das Portemonnaie im Boot liegt. Also geht es noch mal zurück.
Der Zoll ist vorübergehend in einem etwas herunter gekommenen Haus untergebracht. Das Büro ist geschlossen, aber es hängt ein Zettel mit einer Telefonnummer an der Tür. Der Beamte öffnet uns, wir haben Glück, er muss eigentlich zum Kreuzfahrtschiff, aber wir kommen zuerst dran. Das Ausfüllen des Dokuments am Computer ist etwas zeitaufwendig, aber der Mann ist sehr freundlich. Auf dem Weg vom Zoll zur Immigration unterhalten wir uns darüber, dass man häufig interessante Einblicke beim Einklarieren bekommt und nette Menschen trifft, da hupt es hinter uns. Der Zollbeamte muss zu dem Kreuzfahrtschiff, das ganz in der Nähe des Büros der Immigration liegt und nimmt uns im Auto mit. Er fährt uns über die große Hafenbrücke bis zum Eingang des Hafengebiets und informiert die Wächterinnen auch noch, dass wir zur Immigration wollen und den kurzen Weg über die Hafenmole benutzen dürfen. Wir bekommen unsere Pässe gestempelt und könnten jetzt drei Monate bleiben.
Anschließend sehen wir uns in Willemstad um. Die lebendige und bunte Stadt gefällt uns. Wie schön, dass es vor Kolumbien zu windig ist, das hätten wir sonst verpasst. Heute sind drei Kreuzfahrtschiffe hier, überall werden Fotos geschossen und Souvenirs gekauft. Wir lassen uns treiben, beobachten Leute und essen auf einem schattigen Platz. Auf dem Rückweg kaufen wir in einem chinesischen Supermarkt Saft aus der Türkei, Käse aus Holland und Brot von hier.
Gestern Abend wurde nicht nur ein wenig geknallt, es gab richtiges Feuerwerk. Wir sind gespannt auf Silvester! Auf der Pier werden schon gewaltige Bühnen für die Party-Musik aufgebaut.
Fröhliche Weihnachten
Bonaire begeistert über und unter Wasser!
Die Zeit vergeht rasend schnell. Wir erleben regelrechten Urlaubsstress, wollen wir es doch ausnutzen, dass wir einen Mietwagen haben.
Am Mittwoch wollen wir endlich mal wieder tauchen. Den anstrengendsten Teil haben wir bereits hinter uns, das Tauchzeug ist aus der Achterkammer an Deck gewandert. Wir haben uns einen Tauchplatz im Süden der Insel ausgesucht. Auf dem Parkplatz bei „Angel City“, so heißt der Tauchplatz, steht nur ein anderes Auto. Wir ziehen uns um und gehen wenige Meter hinter dem Auto ins Wasser. Wir atmen eine Stunde Bremer Luft. Wir sind zwar auf unserer Reise schon getaucht, aber nicht mit unseren eigenen Flaschen. Nach knapp einer Stunde tauchen wir wieder auf und sind begeistert. Es war wirklich schön! Ein intaktes Riff und viele bunte Fische haben uns einen schönen Tauchgang beschert. Da macht es auch nichts, dass ich auf allen vieren aus dem Wasser komme. In der Brandung mit dem Tauchgerödel auf dem Rücken aus dem Wasser zu kommen ist gar nicht so einfach. Hinzu kommt, dass wir keine Neoprenschuhe mitgenommen haben, wenn wir die Flossen ausziehen sind wir also barfuß unterwegs. Nicht immer ganz einfach. Wir tauchen dort wo die beiden verlassenen Paare FlipFlops nebeneinander stehen und warten!
Wir verlängern unsere Rückfahrt um die die Südspitze der Insel. Hier wird Salz gewonnen. Das Wasser leuchtet in den Becken rosa und türkis, dazwischen türmen sich die weißen Salzberge auf. Wir entdecken einige Flamingos und treffen auf wilde Esel. Zurück an der Tauchbasis lernen wir, wie wir unsere Tauchflaschen binnen weniger Minuten wieder füllen können.
Am Nachmittag verdienen wir uns einen Fleißpunkt. Wir machen einen Ausflug zum Waschsalon, frieren dort (Klimaanlage) bei schnellem Internet und freuen uns nun über die frisch gewaschene Wäsche.
Donnerstagmorgen türmen sich dunkle Wolken am Himmel auf. Das passt nicht so gut zu unseren Tauchplänen, schließlich ist die Unterwasserwelt doch umso schöner wenn sie von der Sonne angeleuchtet wird. Wir entscheiden uns vormittags in den Nationalpark zufahren. Das Tauchen am Nachmittag fällt aus, uns gefällt es viel zu gut im Nationalpark.
Auf sandigen Wegen führt der Weg durch hohe Kakteen, schnell wird klar, weshalb man hier nicht mit einem Kleinwagen unterwegs sein sollte. Unser „Drempel-Hopser“ aus Suriname hätte vermutlich nicht mal die Hälfte der Strecke geschafft. Wir sehen uns interessante Steinformationen an, besuchen den Leuchtturm, genießen die Aussicht auf die wilde Ostküste und treffen grüne Leguane und viele Vögel. Zum Glück haben wir unsere Flossen dabei. Wir beschließen im Nationalpark schnorcheln zu gehen und finden einen tollen Platz. Über eine dreiviertel Stunde halten wir es nur in Badeklamotten im Wasser aus. Das ist ganz schön lange, wenn man bedenkt dass wir in 7mm dicken Neoprenanzügen tauchen und uns das nicht zu warm ist. Es gibt einfach so viele Fische, Korallen, Schwämme und Schnecken zu sehen, dass wir uns nur schwer trennen können.
Die beiden nächsten Tage sind Tauchtage. Morgens geht es wieder nach Süden, nach dem Tauchgang essen wir die mitgebrachten Brote. Dann füllen wir die Flaschen und fahren weiter an einen Tauchplatz nördlich der Marina. Der Platz „Alice in Wonderland“ gefällt uns so gut, dass wir ihn gleich zweimal besuchen. Bei unserem Tauchgang bei „1000 Steps“ dürfen wir gleich zweimal für längere Zeit eine Schildkröte begleiten. Eine schubbert sich ausgiebig an einem Stein. Kann es Schildkröten tatsächlich unterm Panzer jucken? Ich dachte das wäre nur im Comic möglich! Am nächsten Nachmittag sehen wir in „Tolo“ sogar einen kleinen Hai und freuen uns über riesige Fischschwärme.
Heute Mittag müssen wir den Mietwagen wieder abgeben. Wir müssen uns entscheiden ob wir mit dem Auto komfortabel einkaufen, oder ob wir tauchen. Wir sind vernünftig und entscheiden uns fürs Tauchen. Das Tauchen hier macht uns Spaß, unabhängig und entspannt. Wenn an einem Platz schon viele Autos stehen, taucht man halt an einem anderen. Die Tauchplätze sind nicht sehr tief, die Riffe weitgehend intakt und es sind sehr viele Fische am Riff unterwegs.
Warum gleich meine beiden Tauchcomputer auf Bonaire ihr Leben aushauchen müssen, bleibt unklar. Nun bin noch abhängiger von meinem Mann und Buddy, aber nun ja, wir sitzen ja ohnehin im selben Boot…
Zwischendurch haben wir es genossen ein Auto zu haben und jederzeit zum Supermarkt fahren zu können. Wir sind gute Kunden beim Schiffshändler und nun stolze Besitzer einer amerikanischen Gasflasche aus Kevlar. Sie kann nicht durchrosten. Zurzeit steht sie im Cockpit und wartet darauf, dass wir Zeit haben uns um sie zu kümmern.
In den nächsten Tagen steht wieder das Bootsleben im Vordergrund, der Blick auf das Wetter für die Weiterreise und natürlich Weihnachten!
Dushi Bonaire
Nach unserer Ankunft am Sonntag hatten wir uns vorgenommen mindestens bis acht Uhr wach zu bleiben. Auch wenn es um fünf nicht so aussah als könnten wir das schaffen, haben wir doch durchgehalten. Nach zehn Stunden Schlaf waren wir Montag wieder fit für neue Abenteuer.
Wir haben beschlossen auf Bonaire einen kleinen Weihnachtsurlaub einzulegen! Und schon wird es stressig. Das Urlaubsprogramm will organisiert werden. Doch zunächst melden wir uns bei der Marina an, besuchen den Schiffshändler, vervollständigen unsere Weihnachtsdeko und besuchen den Supermarkt. Wir stellen fest, dass es nicht so einfach ist kurz vor Weihnachten einen Mietwagen auf Bonaire zu bekommen. Auch andere machen hier Weihnachtsurlaub.
Heute Vormittag haben wir eine Tauchbasis gefunden, bei der wir unsere Flaschen füllen können und heute Nachmittag haben wir unseren Mietwagen bekommen. Morgen können wir also abtauchen.
Da wir für die Übergabe des Mietwagens ohnehin am Flughafen waren, sind wir von dort aus weiter zur Eselstation gefahren. Die Esel kamen im 16. Jahrhundert als Arbeitstiere, wurden irgendwann nicht mehr gebraucht und dann einfach freigelassen. Die Station sammelt kranke und verletzte Esel ein. Mittlerweile leben auf dem Gelände 700 Esel. Wir streicheln fleißig die weichen Nasen und die plüschigen Ohren. Mit dem Auto kann man einen kleinen Rundweg fahren. Einige Esel sind sehr selbstbewusst, stecken ihre Nasen ins Auto und fordern die Herausgabe der Möhren, doch wir lassen uns nicht weichklopfen. Wir heben unsere Möhren für die schüchterneren Esel auf und gewinnen echte Freunde. Liebe geht eben durch den Magen.
Bonaire zu mögen fällt leicht. Die Menschen sind entspannt und freundlich, die Häuser sind gelb, weiß, pink, türkis oder grün. Bonaire ist eine schöne Mischung aus Karibik, Südamerika und Holland. Es ist heiß, aber windig und dadurch sehr angenehm. Es gibt Palmen und Kakteen, Esel, bunte Eidechsen und Flamingos. Und drumherum dieses unanständig türkise Wasser. Wir kennen bereits mehr gute Restaurants, als man nach drei Tagen kennen sollte.
Bonaire ist 288 km² groß, das ist kleiner als Bremen, oder um bei den Inseln zu bleiben kleiner als Usedom aber größer als Fehmarn. Hier leben 18.000 Menschen. Die Amtssprachen sind Papiamentu und Niederländisch. Bonaire gehört mit dem Aruba und Curacao zu den ABC-Inseln.
Politisch ist das Ganze, wie so oft bei diesen Überbleibseln der Kolonialzeit, etwas kompliziert. Bis 2010 gehörte es zu den Niederländischen Antillen. Während Aruba (seit 1985), Curacao und Sint Maarten heute autonome Länder im Königreich Niederlande sind, sind Saba, Sint Eustatius und Bonaire seit 2010 „Besondere Gemeinden“ der Niederlande. Das bedeutet im Wesentlichen, dass niederländische Gesetze hier nicht automatisch gültig sind. Wir sind hier im Königreich Niederlande und Willem-Alexander ist König, doch die Währung ist der US-Dollar.
Uns gefällt es hier spontan ausgesprochen gut. Wir freuen uns auf die nächsten Tage!
Überfahrt nach Bonaire
Donnerstagmorgen geht es los. Wir trinken Kaffee, gehen Anker auf, setzen Segel und sind ungefähr so schnell wie ein Stück Treibholz. Ich rechne aus, dass wir frühestens Montag, vielleicht erst Dienstag ankommen und bin demotiviert. Nach dem Frühstück baumen wir die Fock aus. Da wir alle Leinen vertüddeln dauert das etwas (Warum haben wir das eigentlich nicht am Ankerplatz gemacht?). Schließlich steht die Fock gegenüber dem Groß und der Baum ist so fixiert, dass er stehen bleiben kann, wenn wir die Fock wegrollen. Inzwischen haben wir den Windschatten von Bequia verlassen und rauschen dahin. Sehr schön.
Die erste Nacht verläuft ruhig. Flottes Segeln, die Fock lassen wir komplett stehen. Zwischen den Wolken zeigt sich der Sternenhimmel und wir sehen viele Sternschnuppen. Beide schlafen wir nicht besonders gut, das Schiff rollt fröhlich von einer auf die andere Seite.
Am zweiten Tag nehmen Wind und Welle deutlich zu. Solange es sonnig ist, sieht es toll aus, wenn die Wellen von Achtern heranrollen und man durch ihre hellblaue Kuppe hindurchsehen kann, kurz bevor sie sich schäumend weiß brechen. Ist es bewölkt und grau, scheint es eher ungastlich.
Den späten Nachmittag des zweiten Tages verdränge ich, nachdem Essen (Rührei und Kartoffeln) werde ich seekrank, hänge schließlich über dem Seezaun und bin froh, als es mir mit Einbruch der Nacht besser geht. Wir segeln mittlerweile im zweiten Reff und von der Fock steht nur das berühmte Handtuch, trotzdem machen wir zwischen sechs und acht Knoten.
Der dritte Tag bringt noch mehr Wind. Irgendwann rollen wir die Fock komplett weg. Immer wieder kommt ein kleiner Schauer vorbei. Meistens mit wenig Regen, aber mit etwas Wind. Nachmittags zieht ein besonders gemeiner durch, kaum Regen, eine kleine fluffige graue Wolke (keine böse, schwarze) aber satte acht Beaufort. Er ist genauso schnell wieder weg wie er gekommen ist. Die karibische See ist launisch. Sie verändert häufig ihr Gesicht. Mal haben wir eine lange angenehme Welle, wenig später eine kurze brechende. Die dritte Nacht ist ungemütlich, aber wir wissen, dass wir fast am Ziel sind. Nobbi sichtet Lichter, die er erst für Fischer, dann für Piraten und dann für eine Bohrinsel hält. Pünktlich zu Wachübergabe stellt sich heraus, dass es nur ein gewöhnliches Kreuzfahrtschiff ist. Während ich auch in dieser Nacht schlecht schlafe, schläft Nobbi so fest, dass ich ihn energisch wecken muss. In meiner Wache kommt immer wieder Wasser ins Cockpit. Die kurzen, steilen Wellen klatschen mit Schwung gegen Mari und schwappen am Rumpf hoch. Eine fiese Welle bricht über dem Cockpit zusammen und flutet alles bis zum Niedergang, wo ich mich verkeilt habe. Ich finde mir steht eine Aufmunterung zu und höre Weihnachtslieder. Mit „ Rudolph the red nosed Reindeer“ passieren wir den Leuchtturm mit „Es ist ein Ros´entsprungen“ erreichen wir den Wegpunkt an der Südspitze. Mit dem ersten Licht fahren wir eine Halse und erreichen wenig später den Schutz der Insel. Im ruhigen Wasser, segeln wir ganz langsam die Küste entlang und kommen in Ruhe an. Eine große Gruppe Delfine heißt uns willkommen. Nach ziemlich genau drei Tagen machen wir in der Marina fest. Ein Schnitt von über sechs Knoten. Das ist für unser kleines Boot eine schnelle Reise.
Bonaire gefällt uns sofort. Das Einklarieren bei Zoll und Immigration geht fix und der Passstempel zeigt einen Flamingo!
Abschied von den Grenadinen
Die Admiralty Bay gefällt uns. Das Wasser ist schön klar und immer wieder sehen wir Schildkröten. Port Elizabeth ist ein fröhlicher Ort und wir schlendern gerne am Wasser entlang. Die Fähre pendelt nach St. Vincent, ein kleines Kreuzfahrtschiff ist zu Besuch und mehrere Großsegler waren in den letzten Tagen hier.
Unser Bord-PC ist vorüber gehend gestorben. Wir hoffen, dass wir ihn irgendwann wieder zum Leben erwecken können. Bis dahin nutzen wir unsere Laptops für das Abfragen von Wetterinformationen mittels Funk und zur Darstellung der elektronischen Seekarte.
In der Bucht ist es überraschend leer geworden. Leer bedeutet, dass hier sicher noch immer mehr als 100 Boote liegen, doch Boote, die sich vor einigen Tagen einen Platz mitten im Ankerfeld gesucht haben, liegen nun alleine. Es weht ganz fröhlich und immer wieder rauschen Böen durchs Ankerfeld, doch die Anker halten und es gibt hier keinen Schwell. Das Bootsleben ist also überaus gemütlich.
Die meisten Boote segeln nach Norden, nach St.Lucia, Martinique, Dominica usw. Wir biegen hier ab, für uns geht es nach Westen. Unser nächster Stopp ist Bonaire, drei bis vier Tage werden wir bis dorthin brauchen. Auf den MP3-Playern ist Weihnachtsmusik, so dass uns das Weihnachtsgefühl auf dem Törn nicht abhandenkommt. Wir haben uns mit einem Radiosender, der sehr viel Weihnachtsmusik spielt, schon eingestimmt und arbeiten regelmäßig mit Spekulatius am Adventsgefühl.
Heute Nachmittag klarieren wir aus und geben unsere letzten East Carribbean Dollar aus. Morgenfrüh soll es losgehen, sobald die Sonne aufgeht!
Die Segelbilder sind von dem Törn hierher, die hatten sich noch auf dem Stick versteckt.
Tobago Cays, Canouan und Bequia
Genauso wenig wie Petit Martinique bei Martinique liegt, liegen die Tobago Cays bei Tobago. Die Antillen sind verwirrend. Von unserem Ankerplatz in Mayreau sind es nur ein paar Meilen zu den Tobago Cays.
Der Atlantik bricht sich am Riff, dahinter liegen einige kleine Inselchen, türkises Wasser schwappt an weißen Sand und gut geschützt liegen die Segelboote. Viele Boote. Wir suchen uns einen Platz auf türkisenem Grund, das heißt Sandboden. Schon auf der Fahrt hierher sehen wir sehr viele Schildkröten und auch jetzt gucken sie immer wieder aus dem Wasser. Vormittags schnorcheln wir, Nachmittag fahren wir mit dem Schlauchboot zu einem kleinen Strand. Unsere Schnorchelversuche hier sind nicht so erfolgreich. Auf der einen Seite der kleinen Landzunge ist die Sichtweite unter Wasser ungefähr 1m, auf der anderen Seite ist das Wasser kristallklar, wir sehen viele Fische, aber hier schnorcheln wir in der Brandung, mir ist das schnell zu sportlich und auch Nobbi kommt bald wieder raus. Vorher beobachten wir noch einen Oktopus, wie er seine acht Arme in ein kleines Loch sortiert.
Der Himmel wir immer dunkler und es wird ungemütlich, wir haben einen kleine kabbelige Welle am Ankerplatz, die Gemütlichkeit ist dahin. Wir entscheiden für die Nacht zu unserem Ankerplatz in Mayreau zurückzukehren. Der kürzeste Weg wäre der südliche Ausgang aus dem Riff, doch wir können das Riff gegen die tiefstehende Sonne nicht sehen und beschließen vernünftig zu sein und den etwas weiteren Weg zunehmen. Da überholt uns ein 70 Fuss Kat mit Profiskipper an Bord und nimmt den Südausgang. Wir beschließen, dass er das nicht zum ersten Mal macht und fahren hinterher. Wenig später liegen wir wieder am geschützten Ankerplatz uns sind froh darüber als ein Schauer nach dem anderen uns in der Nacht das Deck wäscht.
Am nächsten Tag machen wir auch nur einen kurzen Törn nach Canouan. Die nächste Insel hatte eine tiefe Bucht, die überraschend leer ist. Ein Fischer will uns einen Hummer verkaufen, wir nehmen den Hummer nicht, schenken ihm aber einen Fender. Nun haben wir einen neuen Freund, den ganzen Nachmittag winkt er jedes Mal beim Vorbeifahren und ruft „Hello my friend!“. Wir wollen wenigstens einen kleinen Eindruck der Insel bekommen, gehen an Land, laufen auf den nächsten Hügel und kaufen Brot. Die Hotels scheinen sehr leer zu sein, genau wie die neue Marina direkt am Flughafen für die Privatjets. Der Norden der Insel gehört zu einem 5*Hotel mit Golfplatz. Wir haben den Eindruck, dass die Inselbevölkerung nicht viel davon hat, dass man auf sehr reiche Touristen setzt. Aber natürlich sind ein kleiner Spaziergang und ein paar Gespräche beim Einkaufen oder an der Hotelbar nicht ausreichend um zu verstehen wie die Menschen hier leben.
Nach einer Nacht geht es am Samstag weiter nach Bequia. Wir erleben den schönsten Segeltag seit langem. Hart am Wind gibt Mari ihr Bestes, wir gleiten über tiefblaues Wasser, die Sonne scheint und die Reise ist nach 20 Meilen viel zu schnell zu Ende. Bei solchen Bedingungen hat der Autopilot keine Chance, da wollen wir beide gerne steuern.
In der Admirality Bay liegen bereits viele Boote, aber da die Bucht riesig ist, ist es nicht schwer einen Ankerplatz zu finden. Kurz bevor wir ankommen fällt unser Computer aus. Wir verbringen den Abend mit Computerproblemen, wollen gerade einen Etappensieg feiern, da verabschiedet er sich wieder und wir haben inzwischen unsere Backup-Systeme aktualisiert. Es sieht so aus als müssten wir auf ungewisse Zeit ohne unseren Bordrechner auskommen. Irgendetwas ist ja immer.
Heute am Adventssonntag habe ich Franzbrötchen gebacken, die helfen gegen fast alles, besonders gegen Computerfrust. Dann erreicht uns die Nachricht, dass eine Freundin sich verletzt hat und uns wird klar, dass wir dankbar sein sollten, dass es nur der Computer ist, der ausgefallen ist. Als Frühsport schwimme ich zur SY Courante. Zwischen den vielen weißen Schiffen findet man den orangenen (oder goldenen, oder braunen?) Kat leicht. Wir kennen uns aus Grenada und hatten nicht damit gerechnet uns nochmal über den Weg zu segeln. Auf dem Rückweg sehe ich mehrere Adlerrochen und eine Schildkröte. Das Wasser ist hier wunderbar klar. Abends spazieren wir durch Port Elizabeth, kaufen Obst und Gemüse und trinken ein Bier auf der netten Terrasse von Maria´s Café. Es gefällt uns. Wir haben es nicht eilig.
Union Island und Mayreau
Die Distanzen sind übersichtlich. Wir haben nur 11 Meilen von Tyrell Bay nach Clifton Harbour auf Union Island vor uns. Montagmorgen geht es zunächst zu Immigration und Zoll. Wie immer wenn ein Behördenbesuch ansteht ziehen wir uns vernünftig an. Wir sind aus Suriname und Brasilien trainiert. Der Herr vor uns nimmt das mit der Etikette nicht so genau und taucht barfuß und in dreckigem, ärmellosem Hemd auf. Das Auschecken geht schnell. Ob es uns gefallen hat und warum wir dann nicht bleiben. Außerdem kommt natürlich das unvermeidliche „Deutschland? Ey, Alles klar!“. Wir legen mit dem Dinghi noch kurz vor dem Supermarkt an und sind dort zu früher Stunde die einzigen Kunden. Der Obst- und Gemüsestand hat heute ein besonders spärliches Angebot, aber es gibt Möhren!
Dann geht’s los. Noch einmal den gerade erst wieder getroffenen Freunden winken, Segel setzen und schon liegt die Tyrell Bay hinter uns. Angesagt war wenig Wind (4 Bft., das ist hier wenig), wir haben dann satte sechs gegenan. Mühsam pirschen wir uns an Carriacou entlang und können dann etwas abfallen nach Union Island, andere Boote versuchen es anders herum, segeln erst Richtung Union Island und motoren dann die Küste entlang nach Osten. Wir kommen alle gleichzeitig in Clifton Harbour an. Hier ist es erstmal unübersichtlich und ganz schön voll, außerdem weht es immer noch tüchtig. Schließlich sortiert es sich und wir finden einen guten Platz. Hier liegen wir wunderbar geschützt in der hintersten Ecke, vor uns das Riff, hinter uns die Insel. Das Wasser ist türkis, die Wellen rauschen am Riff und die Kiter düsen am Boot vorbei. Wir sind zufrieden.
Hier sind viele Boat Boys aktiv. Ständig kommt jemand vorbei und möchte Diesel oder Banana-Bread verkaufen, uns ein Restaurant empfehlen, einen Fisch loswerden oder uns in eine Bar lotsen. Alle sind sehr nett und ich werde bestens informiert, der eine war schon mal beim Werder-Spiel im Weserstadion (gegen HSV), die Mutter des anderen hat eine Tierklinik und der Dritte findet ich könnte doch kiten lernen, wenn ich schon keinen Fisch kaufen möchte.
Es herrscht ein ständiges Kommen- und Gehen der (meist Charter-) Segelboote, als wir Ankommen ist es ziemlich voll, nachmittags leert es sich merklich und die verbliebenen Boote brechen fast alle um acht Uhr am nächsten Morgen auf. Kurz darauf treffen aber bereits die ersten neuen Boote ein.
Für uns geht es zum Einklarieren. Wir fahren mit dem Schlauchboot an Land und sind zunächst irritiert. Wo sind die Dinghis der anderen Segler? Dann entdecken wir das Dinghi-Dock. Gut geschützt fährt man unter einer niedrigen Brücke hindurch in ein kleines Minihafenbecken, dort liegen die Schlauchboote sicher. Das Einklarieren geht wieder fix und sehr freundlich vonstatten.
Jetzt sind wir in St. Vincent und die Grenadinen. Die Grenadinen sind die Inselgruppe zwischen Grenada und St. Vincent, sie umfasst 32 Inseln (und Inselchen) von denen 11 bewohnt sind. Einige gehören zu Grenada, wie Carriacou, die meisten gehören zu St. Vincent wie Union Island.
Wir machen noch einen Spaziergang und klettern auf den nächsten Hügel um ein Foto zu machen. Union Island erscheint uns viel touristischer als Carriacou. Es gibt (noch) mehr Bars und Restaurants, außerdem viele Souvenirstände und Läden mit Bademoden und T-Shirts.
In der Nacht haben wir viel Regen (der unser Schiff vom Salz befreit) und immer wieder garstige Schauerböen, doch wir liegen an unserem Platz super geschützt. Als Nobbi aufwacht überlegt er, ob das Schiff an Land steht, so ruhig haben wir es.
Gestern ging es weiter nach Mayreau. Die Etappe ist noch kürzer als die vorige, ganze 2 Meilen liegen zwischen den beiden Inseln. Wir entscheiden uns für die Saline Bay. Ein schöner Strand säumt die Bucht, den Hang hinauf zieht sich das bunte Dorf. Wir schnorcheln ausgiebig über dem Seegras, hier gibt es viele verschiedene Fische. Und natürlich besuchen wir unseren Anker und gucken ob er sich vernünftig eingegraben hat.
Nachmittags unternehmen wir eine kleine Wanderung über die Insel. Als erstes geht es auf die Windseite. Ein kleiner Weg führt durch eine abwechslungsreiche Vegetation. Sträucher, Kakteen und Gräser säumen den Weg, dazwischen liegen kleine Felder auf denen Zucchini, Bohnen und Kürbis angebaut wird. Wir sehen viele unterschiedliche Vögel und noch mehr Schmetterlinge. Dann endet der Weg, wir kehren um und unternehmen einen neuen Versuch auf der „Hauptstraße“. Sie ist zeitweise ziemlich steil und wir kommen ordentlich ins Schnaufen. Der Weg führt uns an 2 Kirchen vorbei bis zur Saltwhistle Bay im Norden. Die kleine Bucht ist sehr schön und sehr voll. Segler und Gäste des Hotels teilen sich den Bilderbuchstrand. Klares Wasser schwappt an den weißen Sand, Palmen rascheln im Wind und über eine schmale Landzunge hinweg sieht man die Tobago Cays.
Wir machen uns auf den Rückweg und sind bei Sonnenuntergang wieder an Bord. Ein Großsegler kommt beim letzten Licht unter Segeln in die Bucht und ankert hinter uns. Sehr romantisch.
Heute Morgen entschließen wir uns hier zu bleiben und einen Arbeitstag einzulegen. Der Wassermacher bekommt ein wenig Zuwendung und in den Wartezeiten erledigen wir Kleinkram. Wenn alles erledigt ist belohnen wir uns mit einer Schnorcheltour.








