Weihnachten und die Rückkehr des Sommers

Die Tage nach unserer Rückkehr von der Südinsel verbringen wir mit dem Sichten und Sortieren sehr vieler Fotos und natürlich feiern wir ausgiebig Weihnachten. Am 24. Dezember laufen wir nach Paihia, gehen dort essen und kaufen ein. Auf dem Rückweg nehmen wir den Bus, der zweimal in der Woche fährt. Wir sind die einzigen Fahrgäste. Die Busfahrerin ist sehr nett und fährt uns bis vor die Marina. Abends gucken wir „Tatsächlich Liebe“ und trinken neuseeländischen Sekt. Am 25. gibt es das Weihnachtsessen, dieses Jahr Steaks und Spargel.
Hier ist der Sommer zurückgekehrt. Nach einigen kühleren Tagen, werden wir nun wieder mit Sonne verwöhnt. Wir unternehmen einen Spaziergang zum Aussichtspunkt und bereuen es, dass wir unsere Wasserflasche nicht dabei haben.
Nicht weit entfernt liegt ein Weingut, das mit warmer Küche und Weinprobe wirbt. Wir setzen mit der Fähre nach Okiato über und erreichen das kleine Weingut nach fünfzig schweißtreibenden Minuten. Mit Blick auf die Weinberge genießen viele Gäste die sommerlichen Temperaturen. Kinder aller Altersgruppen spielen auf der Wiese oder zwischen den Weinreben, Babys schlafen im Schatten und die Erwachsenen genießen den Wein. Natürlich probieren wir uns durch die Weine, laufen zwischen den Reben hindurch bis zum Aussichtspunkt und essen auf der schönen Terrasse. Nun träumen wir nicht mehr von Glühwein, wie vor zwei Wochen auf der Südinsel, sondern genießen den neuseeländischen Sommer.

Südinsel Teil 3 – die Ostküste, Seebären und lange Strände

Von nun an geht es entlang der Ostküste zurück nach Christchurch, dann ist unsere Rundreise leider schon wieder zu Ende. Die verbleibende ca. 370 km lange Strecke haben wir unterteilt und in Timaru eine Übernachtung gebucht, so bleiben zwei Tagesetappen mit jeweils knapp 200 km.
Das Wetter meint es heute gut mit uns, es ist viel freundlicher. Wir verlassen Dunedin und biegen gleich wieder ab. Ein kleiner Strand lädt zu einem Spaziergang ein. Entlang unserer Route habe ich in maps.me einen Aussichtspunkt gefunden, der mit „seal viewing area“ beschriftet ist. Tatsächlich tummeln sich hier viele Seebären. Wir besuchen den Aussichtpunkt und wandern an der Küste entlang. Überall auf den Felsen, im Wasser und auf den vorgelagerten Inselchen sind die Tiere unterwegs, die den Beobachtern so gute Laune machen. Sie schwimmen auf dem Rücken, recken die Flossen aus dem Wasser, robben erstaunlich schnell die Felsen hinauf und lassen sich mit lautem „Platsch“ auf den Bauch fallen. Die Kleinen rufen nach ihrer Mama, die Halbstarken kämpfen im flachen Wasser und die Erwachsenen scheuchen die Jungen mit einer lässigen Flossenbewegung ins Wasser, wenn diese es zu wild treiben.
Weiter nördlich soll es eine Pinguinkolonie geben. Auf der schmalen Landzunge treffen wir viele brütende Vögel, Seebären, sehen einige Seelöwen und sogar einen einzigen Pinguin. Irgendwann reißen wir uns los, Tiere gucken macht einfach so viel Spaß, und setzen unsere Fahrt fort. Wenige Kilometer weiter liegen die Moeraki Boulder, große runde Steinkugeln am Strand. Wir machen einen Strandspaziergang und legen eine Kaffeepause ein. Obwohl es schon spät ist, wir haben sehr viel Zeit bei den Seebären verbracht, halten wir noch in Oamaru und machen einen Spaziergang zum Pinguinstrand. Doch die Pinguine sind wohl noch auf Fischfang, wir sehen sie leider nicht. Wer bis zur Dämmerung wartet, hat bessere Chancen sie zu sehen. Die Tage sind lang, es dämmert erst um 21 Uhr, wir warten also nicht.
Das Hotel in Timaru hat schon bessere Zeiten gesehen. Die englische Königin hat hier 1954 übernachtet, heute würde sie es vermutlich nicht mehr auswählen. Wir werden von der Küche des Restaurants und der extrem netten Bedienung positiv überrascht.

Am nächsten Morgen laufen wir durch Timaru, sehen uns den Park mit Rosengarten und Vogelvoliere an und besuchen den Strand. Timaru ist ein netter kleiner Ort mit einer betriebsamen Einkaufsstraße.
Bis nach Christchurch geht die Straße eigentlich immer gerade aus. Die Feriensaison hat begonnen und die Straßen sind voll. Dieser Straßenabschnitt ist nicht besonders interessant, sind wir in den letzten Tagen doch so verwöhnt worden. Wir bringen die Strecke schnell hinter uns und biegen auf die Bank Peninsula ab, die Halbinsel südlich von Christchurch. Leider haben wir nicht genügend Zeit die Halbinsel selbst zu erkunden, doch wir fahren eine interessante Strecke entlang der kleinen Bergkette die die Halbinsel von Christchurch trennt. Ein Ausblick jagt den nächsten und wir haben die stark gewundene Straße wieder einmal fast für uns allein. Der kalte Wind, der über die Bergrücken weht, macht es aber sehr ungemütlich.
Außerhalb von Christchurch, in der Nähe von New Brighton, beziehen wir unsere letzte Unterkunft auf der Südinsel. Wir wollen eigentlich nur mal einen Blick an den Strand werfen und dann ein Restaurant suchen, doch dann stellen wir fest, dass der Strand windgeschützt hinter hohen Dünen liegt. Wir laufen eine Stunde nach New Brighton, essen dort indisch, testen den Spielplatz und wandern am Strand wieder zurück.
Am Samstag geht unser Flieger erst um drei, wir haben noch Zeit für einen langen Spaziergang durch die Dünen bevor wir unseren Mietwagen abgeben. Den Abend in Auckland verbringen wir am Hafen. Wenn wir nach Deutschland reisen, werden wir etwas mehr Zeit in Auckland verbringen. Wir wollen uns unbedingt das Maritime Museum ansehen.

 

Fazit
Die Reise auf die Südinsel hat sich unbedingt gelohnt. Wir hätten noch viel länger unterwegs sein mögen, hätten dann aber gerne längere Zeit an einem Ort verbracht. Es gibt viele Orte, die wir gerne noch besucht hätten, oder Wanderungen für die wir gerne mehr Zeit gehabt hätten.
Neuseeland ist gespickt mit fantastischen Ausblicken. Die Landschaft verändert sich unglaublich schnell. Diese Abwechslung macht es so spannend. Hügel, Seen, schroffe Berge, Küste, Strände, Wasserfälle, das liegt alles sehr eng zusammen.
Sicherlich haben wir von der Vorsaison profitiert, es waren noch keine Ferien und die Hauptsaison hat noch nicht begonnen. Durch die meist leeren Straßen war das Autofahren stressfrei und wir konnten auch mal mitten auf der Straße halten.
Aufgrund der viele Nachfragen, hier ein paar Eckdaten:

Inklusive an und Abreise via Auckland waren wir 12 Tage unterwegs. 2000 km sind wir während unserer Rundreise gefahren, inklusive aller Abstecher und Umwege, sowie der Fahrten durch Christchurch. Wir haben das Auto (ein Auto der günstigsten Kategorie) bei Apex in Christchurch gemietet und dort auch wieder abgegeben. Umgerechnet haben wir etwa 230 Euro bezahlt, inklusive Versicherung (Keine Selbstbeteiligung im Schadensfall). Bei fast allen Autovermietern bezahlt der Mieter die ersten 3500 Dollar im Schadensfall selbst, falls er nicht eine entsprechende Versicherung abschließt.
Unsere Übernachtungen hatten wir alle zuvor gebucht. Leider mussten wir unsere Route ändern, die Straße entlang der Westküste war wegen starker Regenschäden gesperrt, genau wie einige Abschnitte am Milford Sound. Mit Frühstück und Mittagessen haben wir uns selbst versorgt, abends sind wir meistens Essen gegangen. BnB ist sehr üblich, allerdings nur selten mit Frühstück. Bei zwei unserer Übernachtungen gab es Milch und Müsli, sowie Toast und Marmelade, so dass der Gast sich Frühstück machen konnte. Wir haben zwischen 35 und 70 Euro pro Nacht bezahlt. Auf dem Campingplatz haben wir die gemeinsamen Duschen und Toiletten genutzt und in einer weiteren Unterkunft haben wir uns das Bad mit anderen Gästen geteilt, sonst hatten wir unser eigenes Bad, oder gar unser eigenes Haus. Die Sanitäranlagen, Küche und Gemeinschaftsräume des Campingplatzes waren hervorragend, da können die meisten Yachthäfen nicht mithalten. Handtücher und Bettwäsche waren überall inklusive, auch auf dem Campingplatz. Wir waren mit allen unseren Unterkünften zufrieden.
Viele Touristenattraktionen in Neuseeland sind sehr teuer. Eintrittsgelder betragen umgerechnet häufig 20, 30 Euro oder mehr. Der Eintritt in viele Museen und die botanischen Gärten ist andererseits kostenlos. Und die grandiose Natur darf man fast überall „einfach so“ angucken.

Südinsel Teil 2 – die großen Seen, Dunedin und die Otago Halbinsel

Von Entenhausen, besser bekannt als Geraldine, machen wir uns auf der Inland Route auf den Weg nach Wanaka. Heute stehen die großen Seen auf dem Programm, die zwischen den Südalpen und dem flachen Land entlang der Ostküste liegen. Was uns heute als erstes auffällt ist der viele Verkehr. Unser erster Stopp ist der Lake Tekapo, hier wollen auch alle anderen Touristen hin. Der See leuchtet türkis, im Hintergrund erheben sich die schneebedeckten Berge der Südalpen und am Ufer des Sees fordern Lupinen zu kitschig schönen Fotos auf. Wir unternehmen einen langen Spaziergang, der uns zur kleinen Kirche und durch einen schönen Kieferwald führt. Entfernt man sich weiter als 200 m vom Parkplatz ist man allein. Voll ist es nur am Parkplatz, wo die Lupinen alle plattgetrampelt sind, weil jeder Besucher dringend ein Foto von sich selbst im Blumenmeer braucht. Die ruhige Stimmung am See gefällt uns sehr, allerdings ist es so kalt, dass wir immer in Bewegung bleiben, wir mögen uns nirgends hinsetzen.
Leider bewölkt es sich immer mehr, so dass die hohen Berge verschwinden. Am Lake Pukaki verzichten wir deshalb auf den Abstecher, den wir geplant hatten um einen besonders schönen Blick auf Mount Cook, Neuseelands höchsten Berg, zu genießen. Wir haben Glück und sehen den Berg an einem anderen Tag, völlig ungeplant. Zwischen den großen Seen wird uns klar, woher Neuseeland seinen Strom bekommt. Ungefähr 80% des neuseeländischen Energiebedarfs werden durch erneuerbare Energie gedeckt, vor allem durch Wasserkraft. Wir fahren über Staudämme, sehen die Kanäle und Staubecken.
Der Lake Hawea gefällt uns, weil er glasklares Wasser hat. Hier ist es sehr still und wir finden eine Bank für eine weitere Pause. Der Lake Wanaka, an dem der gleichnamige Ort liegt, ist der vierte See des Tages. Leider hingen in der zweiten Tageshälfte die Wolken sehr tief, so dass wir das Bergpanorama manchmal nur erahnen konnten. Trotzdem war es sehr schön. Die Verschiedenartigkeit der Seen hat uns beeindruckt. Während das Wasser des Tekapos milchig und türkis ist, hat der Hawea glasklares Wasser, frei von Sediment.
In Wanaka (vor allem als Ski-Ort bekannt) gibt es Outdoor und Andenkenläden ohne Ende. Leider haben alle geschlossen. Außer den großen Supermärkten, die meist bis 9 oder sogar länger geöffnet haben, schließen die Läden gerne zwischen fünf und halb sechs, das kennen wir schon aus Auckland und Dunedin. Gut für unsere Reisekasse. Nobbi isst die schlechteste Pizza unserer Reise, wenn nicht gar seines Lebens, trotzdem bleibt uns Wanaka als netter Ort in Erinnerung.

Am nächsten Morgen regnet es. Heute geht es nach Dunedin. Die Landschaft gefällt uns, nachdem es gestern meistens geradeaus ging, ist die Straße kurvig und die Landschaft hügelig. Auf den Weiden sind Felsen und Felsformationen malerisch verstreut, ab und zu führt die Straße durch ein Waldstück. Im weiteren Verlauf der Fahrt durchqueren wir Obstanbaugebiete und Weinberge. Hier kommen also unsere Äpfel her. Die Kirschen sind gerade reif, überall gibt es kleine Stände bei denen man sie kaufen kann. Leider regnet es noch immer. Durch Zufall entdecken wir ein Café in einem kleinen Ort, und Nobbi liest mir dort das Lokalblättchen vor.
Südlich von Dunedin folgen wir kleinen Straßen entlang der Küste, wir parken immer wieder und sehen uns die endlos langen, einsamen Strände an, doch da es noch immer regnet können wir uns nicht zu einem längeren Spaziergang aufraffen.
In Dunedin (das man übrigen Deniedin – mit der Betonung auf nie – ausspricht) haben wir ein Zimmer in einem kleinen Guesthouse. Nobbi ist sehr zufrieden mit meiner Wahl, schließlich kann man vom Bett aus den Hafen überblicken. Abends hört es auf zu regnen und wir erkunden die Stadt. Dunedin gilt als die „schottische Stadt“ Neuseelands und hat viele schöne alte Gebäude. Das Gelände ist sehr hügelig und zu unserem viktorianischen Guesthouse geht es steil bergauf. Gut fürs Fitnessprogramm.
In Dunedin finden wir unseren Verdacht bestätigt: Neuseeländer glauben nicht an Heizungen. Die meisten neuseeländischen Häuser haben keine Heizung. Bereits als ich Zimmer gebucht habe, war mir aufgefallen, das gerne mit dem Vorhandensein von Heizdecken geworben wird. Für Heizdecken, Wärmflaschen und Thermounterwäsche gibt es einen großen Markt. Kleine elektrische (häufig mobile) Heizungen oder Klimaanlagen mit Heizfunktion stellen die luxuriösere Alternative dar. Ansonsten setzen die Kiwis auf Abhärtung. Insbesondere bei ihren Kindern. Während ich im Restaurant meine Fleecejacke anbehalte, trägt das Baby am Nebentisch kurze Hosen und T-Shirt. In Dunedin sitzt man auch bei knapp 10 Grad und Nieselregen draußen, kurzärmelig. Damit die Gäste, die drinnen sitzen nicht zu sehr verweichlicht werden, lässt man einfach die Schiebetüren des Restaurants offen.

Wir bleiben noch einen Tag in Dunedin und wollen uns die Otago Halbinsel ansehen. Zunächst haben wir Glück und das Wetter ist viel weniger grausam als angesagt. Es ist zwar kalt, aber immer wieder kommt die Sonne raus. Wir genießen die Fahrt entlang der Küste. Unser erstes Etappenziel ist die Albatros-Kolonie ganz an der Spitze der Halbinsel. Hier brüten Königsalbatrosse. Diese riesigen Vögel (Spannweite bis 3,30 m!) möchten wir gerne sehen. Der starke Wind treibt uns die Tränen in die Augen sobald wir aus dem Auto steigen. Was für uns Menschen mühsam ist, ist für die Albatrosse super Flugwetter. Immer wieder steigen sie über den Klippen auf, drehen eine Runde und verschwinden hinter den Felsen. Was für ein toller Anblick! Die Albatrosse sind nicht die einzigen Bewohner der Landspitze. Einige Seebären tauchen zwischen dem Kelp und viele verschiedene Seevögel sind hier zu Hause. Hunderte Rotschnabelmöwen brüten hier. Überall sitzen die flauschigen Küken und warteten auf ihre Eltern. Viele Möweneltern haben eine interessante Wohnungswahl getroffen und ihr Nest auf dem Gehweg, auf der Mauer die den Parkplatz begrenzt oder sogar auf den Treppenstufen zum Aussichtspunkt gebaut. Nun verteidigen sie ihre Jungen mit einem riesen Geschrei. Die brütenden Kormorane haben sie lieber auf die Klippen zurückgezogen.
Wir gucken Tiere bis der nächste Schauer kommt und verstecken uns dann entweder im Albatros Zentrum oder im Auto und wärmen uns auf. Es ist kalt, wir reden über einstellige Temperaturen. Hier ist doch Sommer? Das Ganze machen wir vier Mal. Wir überlegen, ob wir eine Führung zu den Albatrossen machen wollen, doch es gießt schon wieder und der Preis ist uns zu eigentlich zu hoch.
Nobbi fährt tapfer meine Routenvorschläge, auch wenn sie uns über unbefestigte einspurige Straßen führen. Außer einem Fahrzeug, das den Sandweg planiert und dem wir natürlich an der engsten Stelle begegnen, treffen wir keine anderen Autos und halten immer wieder an um Vögel zu beobachten. In der Sandfly Bay genießen wir den Blick über die Südwestküste und lassen uns vom stürmischen Wind durch pusten. Der Himmel ist aufgerissen, die Sonne scheint und es weht kräftig. Inzwischen haben wir wohl 9 bis 10 Bft. Selbst die Schafe haben sich in windgeschützte Kuhlen gelegt. Auf den Abstieg zum Strand verzichten wir. Die Bucht ist nicht nach den fiesen kleinen Insekten benannt, die einen stechen, sondern nach dem fliegenden Sand. Schon auf halber Höhe werden wir gesandstrahlt, als es anfängt zwischen den Zähnen zu knirschen, drehen wir um.
Abends fotografieren wir noch einmal den Bahnhof Dunedins, das am häufigsten fotografierte Gebäude der Südinsel, diesmal wird es von der Sonne angestrahlt. Eine kleine italienische Pizzeria versöhnt Nobbi mit der neuseeländischen Pizzalandschaft, die beste seit Europa! und dazu leckerer Chianti und der Nachtisch erst…

Rundreise auf der Südinsel Teil 1 – Ein kaputter Außenborder, Christchurch, die Südalpen und die Westküste

Pünktlich zu Weihnachten sind wir wieder zurück auf Mari. Unsere Tour über die Südinsel war toll und ereignisreich. Wie nach jeder Reise ist es auch schön wieder zu Hause anzukommen.
Schon während der Planung wurde uns klar, dass unser kleiner Ausflug auf die Südinsel gar nicht so klein wird. Allein für die Anreise zum Ausgangspunkt in Christchurch nehmen wir uns mehr als 24 Stunden Zeit. Mit dem Schlauchboot fahren wir von Mari zur Marina, dann laufen wir mit schwerem Gepäck den Hügel hoch zur Bushaltestelle, dort sammelt uns der Bus ein und bringt uns in vier Stunden nach Auckland. Hier übernachten wir bevor wir am nächsten Tag mit dem Bus zum Flughafen fahren, nach Christchurch fliegen und dort schließlich den Mietwagen übernehmen.
Gleich der erste Teil der Reise, die Fahrt mit Schlauchboot, begann spannend. Der Motor schnurrte, doch wir kamen nicht voran. Mit ganz wenig Gas ging es langsam vorwärts, gaben wir mehr Gas passierte nichts. Wir waren sehr erleichtert, als wir so dicht am Steg waren, dass wir zur Not hätten rudern können. Unser Beiboot haben wir am Steg liegen lassen, den Motor bei Honda abgegeben. Unser (genialer) Plan: der Außenborder wird repariert und ist bestens aufgehoben, während wir uns auf der Südinsel umschauen. Wenn wir wiederkommen, holen wir den Motor wieder ab. Der Rest der Anreise verlief unspektakulär und somit entspannt. Im Bus braucht Nobbi nur seinen Vornamen sagen und wir können einsteigen, die Sicherheitskontrolle in Auckland ist die entspanneste seit Jahren. So macht Reisen Spaß.
Nach ein paar Tagen kommt ein Anruf von Honda, unser AB würde doch super laufen, was denn eigentlich das Problem sei. Nobbi erklärt erst der Sekretärin, dann dem Mechaniker am Telefon das Problem. Einen Tag später rufen sie uns an, sie hätten das Problem gefunden, der Propeller sei kaputt, ein neuer bestellt, wir könnten ihn morgen abholen. Inzwischen war uns aufgegangen, dass unser genialer Plan vielleicht doch nicht ganz so genial war. Zwar hatte unser AB die Zeit ohne uns gut bewacht und trocken verbracht, jedoch wollten wir an einem Sonntag wiederkommen. Mit anderen Worten der AB ist so sicher aufgehoben, dass wir nicht dran kommen. Eine Lösung war schnell gefunden. Die netten Mitarbeiter von Honda versprachen den AB beim Hafenbüro für uns abzugeben. Glücklicherweise hat das tatsächlich geklappt. Als wir Sonntagnachmittag in Opua ankommen, wissen die Marina-Mitarbeiterinnen sofort von welchem AB wir reden und wir können ihn samt Rechnung aus dem Lager holen. Sehr gut, denn wir hatten 6 bis 7 Beaufort Wind, rudern wäre gelinge gesagt problematisch geworden.

Nach der Übernahme des Mietwagens füllen wir die Proviantkiste, kaufen uns einen schönen Reiseführer und Nobbi geht zum Frisör. Nun sind wir bereit für unsere Entdeckungstour.
Zunächst hatten wir uns überlegt ein Zelt zu kaufen, was wir dann verworfen haben, da wir nicht auch noch ein Zelt durch die Gegend segeln wollen. Ein Wohnmobil war aus Kostengründen ausgeschieden. Letztlich waren wir ganz froh, dass wir nicht gezeltet haben, es war zeitweise recht nass und vor allem unerwartet kalt.
Wir haben ganz unterschiedliche Übernachtungen gebucht. Von einer einfachen Hütte auf einem Campingplatz, über ein Hotel bis zu verschiedenen BnBs ist alles vertreten. Eigentlich müsste es Bw/oB heißen, Angebote mit Frühstück sind selten.

Wir beziehen unsere erste Unterkunft in Christchurch, ein schönes Zimmer bei einem jungen Paar in einem ruhigen Wohnviertel. Unser Auto lassen wir stehen und laufen quer durch den Park und botanischen Garten ins Stadtzentrum. In Christchurch sind noch immer die Nachwirkungen des schlimmen Erdbebens 2011 zusehen, in der Bebauung gibt es viele Lücken, die Ruine der Kathedrale erinnert an die verheerenden Schäden und überall wird gebaut. Uns gefällt die Stadt. Wir bleiben in der tollen Stadtbibliothek hängen. Die spannende Architektur hat uns angezogen, eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Bibliothek, die Sammlung der Bücher über den Pazifik und die umfangreiche Zeitschriftensammlung halten uns fest. Wo sonst hat man denn Gelegenheit den „Earthmover“ zu lesen? Tonganische Kochbücher, die Geschichte der Besiedlung Samoas, Fiji zwischen Tradition und Moderne, gerne würden wir ein paar Tage zum Lesen bleiben, doch wir haben andere Pläne. Auf dem Nachhauseweg essen wir einen fantastischen Rinderbraten.

Am Freitag steht die Überquerung der Südalpen auf dem Programm. Greymouth an der Westküste ist unser Tagesziel. Das Autofahren ist sehr entspannt, nicht nur für mich als Beifahrerin. Die Straßen sind gut, und außerhalb der Städte ist wenig Verkehr. Auf den Landstraßen darf man 100 km/h fahren, langsamere Fahrzeuge lassen einen an einer der vielen Ausweichstellen passieren. Oft haben wir weder vor noch hinter uns ein Auto gesehen und man hat hier wirklich weite Sicht. Nobbi schaltet den Tempomat ein und wir genießen die sich schnell verändernde Landschaft. Ab und zu halten wir an, machen ein paar Fotos oder essen unsere Brote. An den Castle Hills treffen wir das erste Mal auf andere Touristen. Wir klettern auf den Felsen herum und sind bald allein. Einige unternehmen lange Wanderungen, die meisten machen ein Foto am ersten Felsen und fahren weiter. Umso weiter wir in die Berge kommen, umso schlechter wird das Wetter. Als wir Arthur‘s Pass erreichen, wo wir eine kleine Wanderung unternehmen wollten gießt es, wir verzichten. Die Keas, die berühmten Papageien sehen wir leider nur im Flug, sie sollen sehr neugierig sein und häufig Touristen-Autos auseinandernehmen. Wahrscheinlich mögen sie auch keinen Regen. Auf der Westseite der Alpen, ein paar Aussichtspunkte später, ist es wieder fast trocken. Wir entscheiden uns kurzfristig für einen Abstecher zum Lake Brunner. Hier sind wir ganz allein, die Saison hat noch nicht begonnen. Die Straßen, aber auch die Ferienhäuser, sind leer. Als wir Greymouth erreichen will Nobbi unbedingt noch mal abbiegen. Das Schild „Breakwater“ zieht ihn an. Warum müssen Segler eigentlich immer aufs Wasser gucken? Das Schild „Achtung Pinguine“ überzeugt auch mich von diesem Abstecher. Pinguine sehen wir nicht, dafür eine große Gruppe Hektordelfine, die im flachen Wasser jagt. Wir beziehen unsere Hütte auf dem Campingplatz und beschließen den Tag mit einem Stadtspaziergang.

Am nächsten Tag haben wir kein Ziel, wir bleiben noch eine Nacht in Greymouth. Nach einem Kaffee am leeren Strand, entscheiden wir uns für einen Ausflug entlang der Westküste. Das Wetter trotz der schlechten Vorhersage, die Sonne scheint, wir sind zu warm angezogen und ich hole mir einen Sonnenbrand. An den Pancake Rocks in Punakaki bewundern wir die witzigen Kalksteinformationen und die darauf brütenden Seevögel. Am Kap Foulwind unternehmen wir zwei kleine Wanderungen. Eine Kolonie neuseeländischer Seebären unterhält uns lange. Viele Aussichtspunkte und Strandfotos später endet der Tag für uns wieder am Strand direkt am Campingplatz.

Bisher gefällt uns die Südinsel sehr, doch es ist bereits Mitte Dezember und bei uns kommt kein Weihnachtsgefühl auf. Es gibt nur wenig Weihnachtsdeko, dekorierte Privathäuser sehen wir nur sehr selten, es gibt kein Marzipan und keine Dominosteine. Nicht mal Glowwine, obwohl es bei den Temperaturen (besonders in den folgenden Tagen) durchaus schmecken würde. Wir dekorieren unser Mietauto mit Weihnachtskugeln und singen bzw. hören Weihnachtsmusik. Weihnachtslieder werden auch im neuseeländischen Radio fleißig gespielt. Meine Lieblingswerbung ist „get your roof reindeer ready“, auch wenn ich immer noch nicht begriffen habe, wofür eigentlich geworben wird. Während wir vor uns hin trällern stellen wir fest, dass es den Thomanerchor schon gab, als Neuseeland noch nicht besiedelt war. Verrückt, dass die Besiedelung dieses Landes so kurz zurück liegt. Der Thomanerchor ist aber nur der viertälteste Chor in Deutschland, der Aachener Domchor wurde bereits um 800 gegründet und damit 400 Jahre vor den Thomanern. Nur der Vollständigkeit halber.

Am Sonntag wollten wir unsere Rundreise eigentlich entlang der Westküste fortsetzen und einen Blick auf die Gletscher werfen, doch der Highway ist gesperrt. Ein Erdrutsch hat ihn weggespült. Die Neuseeländer klagen über das „freaky weather“, dass es auf der Südinsel deutlich kälter ist, insbesondere im Dezember ist normal, doch die schweren Stürme, der extrem starke Regen und die schweren Überflutungen sind ungewöhnlich. Wir fahren also wieder auf die Ostseite der Insel, wieder über Arthur‘s Pass. Diesmal haben wir mehr Glück, es nieselt nur leicht und wir kommen doch noch zu unserer Wanderung zum Wasserfall. Eine weitere Pause legen wir an einer Höhle an, die Mutige durchqueren. Wir sehen uns Eingang und Ausgang an, haben aber keine Ambitionen im hüfthohen Wasser, gegen den Strom, in völliger Dunkelheit durch die Höhle zu klettern. Am Rakaia River machen wir die dritte Wanderung des Tages zu einem schönen Aussichtspunkt und kehren mit müden Füßen zum Auto zurück. Unser Tagesziel ist ein BnB in der Nähe von Geraldine, das wir Entenhausen nennen. In unserer Wohnung finden sich überall Enten. Im Wohnzimmer, der Küche und dem Bad, auf Kissen und Vorhängen, auf dem Geschirr, als Tonfigur und als Plüschtier. Unsere Gastgeber haben ein Highlandrind, ein Pferd, ein Alpaka und einen Hund. Uns gefällt es so gut, dass wir abends statt essen zu gehen lieber ein paar Brote auf den Stufen vorm Haus essen. Wir kommen mit den Gastgebern ins Gespräch, die vor 17 Jahren aus England nach Neuseeland gekommen sind und uns viele Einblicke geben. Sie interessieren sich für unsere Reise. Als wir am nächsten Morgen weiterfahren sind wir richtig traurig, dass wir nicht noch eine Nacht bleiben können und bekommen zwei Teddybären geschenkt. Die beiden sind von England mit nach Neuseeland umgezogen, wir haben versprochen sie wieder nach Europa zu segeln. Nicht ganz zufällig haben wir die beiden Erica und Andrew getauft.

Erst das Vergnügen dann die Arbeit

Das marisoleigene Reisebüro war fleißig. Spontan haben wir uns entschlossen unseren Ausflug auf die Südinsel, den wir für Januar geplant hatten vorzuverlegen und schon im Dezember dorthin zu reisen. Morgen geht es los. Bustickets, Flüge, Mietwagen und ganz unterschiedliche Übernachtungen haben wir gebucht. Wir sind gespannt was uns erwartet.
Es geht schon aufregend los. Neuseeland ist ein Land der Naturgewalten, das zeigt sich auch aktuell. Gestern ist ein Vulkan auf einer vorgelagerten Insel ausgebrochen, dabei wurden fünf Menschen getötet, acht werden noch vermisst und viele haben sich verletzt. In der letzten Woche hat es auf der Südinsel kräftig gestürmt und geregnet. In einigen Gegenden sind Flüsse und Seen über die Ufer getreten und es gab Erdrutsche. Die Straße, die an der Westküste entlangführt, wurde teilweise weggespült und wird vermutlich erst zu Weihnachten wieder passierbar sein. Auf genau diese Strecke hatten wir uns besonders gefreut. Nun haben wir umdisponiert und fahren statt der sorgfältig geplanten Rundtour eine abgewandelte Strecke. Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen nicht so viel regnet und nicht noch weitere Reiseziele davonschwimmen. Plan C, D und E haben wir aber schon vorbereitet.
Manchmal ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort, manchmal verlässt man einen Ort jedoch auch zur richtigen Zeit. Kurz nachdem wir Samoa verlassen haben, ist dort eine Masern-Epidemie ausgebrochen. Eine Freundin, die wegen einer bakteriellen Infektion dort im Krankenhaus war, hat sich angesteckt und sie und ihr Mann mussten zehn Tage an Bord in Quarantäne verbringen. Sie hat die Masern gut überstanden und konnte die Reise fortsetzen. Viele andere hatten weniger Glück. Inzwischen sind 4700 Masernfälle registriert. 70 Menschen sind bereits gestorben, die meisten waren jünger als vier Jahre. Eine Not-Impfkampagne soll die Epidemie eindämmen.

Unsere ToDo-Liste lassen wir an Bord, wir haben keine Eile, es besteht nicht die Gefahr dass jemand anders unsere Arbeit übernimmt. Um unsere kleinen und größeren Baustellen kümmern wir uns wenn wir wieder zurück sind.
Kurz vor Weihnachten sind wir wieder an Bord, dann gibt es sicherlich einiges zu berichten und ganz viele Fotos.

Ein Ausflug in den hohen Norden

Wir haben für drei Tage ein Auto gemietet und wollen uns den Norden der Nordinsel ansehen. Am Freitag übernehmen wir das Auto und fahren zügig nach Norden. Wir wollen bis ans Cape Reinga und anschließend nach Kaitaia, wo wir übernachten werden. 330 km liegen vor uns. Für Leute die in den letzten Monaten selten schneller als mit 6 kn unterwegs waren ist das eine weite Strecke. Cape Reinga liegt weit im Norden einer schmalen Landzunge, der nördlichste Punkt Neuseelands ist jedoch das North Cape ungefähr 30 Meilen weiter östlich.
Es macht Spaß durch die Landschaft zu fahren. Es ist nur wenig Verkehr, die Straßen sind gut und die Umgebung sehr abwechslungsreich. Wir sehen viele Obstplantagen, meterhohe Hecken, Wälder und viele Kuhweiden. Rinder haben die Schafe für die Neuseeland so berühmt ist inzwischen in viele Regionen abgelöst. Während man mit Schafen kaum noch Geld verdienen kann lohnt sie die Rinderhaltung.
Ab und zu halten wir, laufen ein paar Schritte und machen Fotos. Wir biegen zu einem Strand ab, laufen durch die Dünen und überlegen baden zu gehen. Schließlich verzichten wir, das Wetter ist durchwachsen. Bis auf zwei kurze Schauer ist es trocken, doch große dunkle Wolken jagen über den Himmel. Immer wieder bietet sich ein neuer grandioser Ausblick auf die schöne Landschaft. Grüne Hügel, dunkle Wälder, goldene Dünnen, kleine Seen und Bäche. Das Kap samt seinem Leuchtturm hüllt sich in dichten Nebel. Hier treffen sich Tasman See und Pazifik. Wir können beide nur hören. Die Wellen der Tasman See sehen wir 140m unter uns an die Felsen donnern. Da die Sicht so schlecht ist, sparen sich viele Touristen den Weg zum Leuchtturm und wir haben ihn ganz für uns allein.
Auf dem Rückweg halten wir, weil uns ganz viele Schafe entgegenkommen. Frisch geschoren sollen sie die Weide wechseln. Sie haben allerdings andere Pläne als ihre Besitzer und die Hunde alle Pfoten voll zu tun, sie auf den richtigen Weg zu treiben.
Wir haben ein Zimmer in Kaitaia gebucht, die Adresse finden wir ohne Probleme, doch wo ist unser Gastgeber? Alle Fenster und Türen sind offen, doch wir finden niemanden. Wir setzen uns auf die Terrasse und trinken ein Bier. Nobbi entdeckt ihn schließlich, er schläft in seiner Garage.
Abends finden wir ein nettes Restaurant in Kaitaia. Der Ort hat 5000 Einwohner, ist nicht gerade aufregend und gewinnt keinen Schönheitspreis, auf der Hauptstraße tummeln sich jedoch einige Restaurants.
Am nächsten Tag machen wir einen Abstecher zum 90-Miles-Beach, der allerdings nicht 90 Meilen sondern 90 Kilometer lang ist. Er zieht sich die gesamte Westküste der schmalen Landzunge entlang fast bis Cape Reinga. Wir folgen einer Straße mit vielen Kurven durch eine hügelige Landschaft. Selten ist ein Auto vor oder hinter uns. Schließlich erreichen wir Kohukohu, einen kleinen Ort am Hokianga Harbour. Hokianga Harbour ist ein tiefer Fjord an der Westküste. Wir setzten mit einer kleinen Fähre nach Rawene über. Am Eingang des Fjords bei Omapere unternehmen wir eine kleine Wandung. Von der ehemaligen Signalstation hat man einen tollen Ausblick auf die Dünen auf der Nordseite des Fjords und die sich brechenden Wellen in der Einfahrt. Gut, dass wir nicht mit dem Boot hierhergekommen sind.
Quer über die Insel wieder zurück an die Ostküste zur Bay of Islands mit Zwischenstopps an verschiedenen kleinen Wasserfällen. Mal treffen wir Neuseeländische Familien beim Baden, mal lauter Wohnmobile und dann sind wir wieder ganz allein. Wir halten an heißen Quellen, in denen man auch baden kann. Wir sind nicht überzeugt, eine wenig gepflegte Umgebung und die Warnung vor krankmachenden Amöben schrecken uns ab, so entscheiden wir uns gegen ein Bad.
Abends freuen wir uns zurück auf Mari zu sein, wir waren nur eine Nacht nicht an Bord, aber es kommt uns länger vor.
Am Sonntag lassen wir es ruhig angehen und fahren über Waitangi nach Kerikeri. Wir nehmen eine kleine Seitenstraße, die über einen Golfplatz führt uns immer wieder die Möglichkeit bietet anzuhalten und über die Bay of Islands zu gucken. Eine weitere geplante Abkürzung stellt sich als verbotene Privatstraße heraus, wir fahren lieber außen rum.
In Kerikeri steht das älteste Haus Neuseelands und das älteste Steinhaus. Hübsch ist es hier. Wir machen einen schönen Spaziergang zu einem Wasserfall. Als der Weg in einem Wald führt in dem auch Kauri-Bäume stehen, muss man eine Schranke passieren, an der man die Schuhe reinigt und desinfiziert. Es gibt nur noch wenige Kauris und die verbliebenen Exemplare werden durch einen Pilz bedroht.
Wir sehen Pukekos, eine Art hübsche blaue Hühner, und Fasanen. An einem Seerosenteich badet eine Ente. Schafgabe, Gänseblümchen, Löwenzahn, Disteln, Hahnenfuß. Dass ich so viele Arten bestimmen kann, ist kein gutes Zeichen. Mein Wissen kommt aus dem Bestimmungskurs heimische Blütenpflanzen. Heimisch bei uns, nicht in Neuseeland. Schon auf unseren Wanderungen in der Umgebung Opuas und auf unserem Ausflug zum Kap ist uns aufgefallen, dass wir sehr viele Pflanzen, die wir aus Mitteleuropa kennen, sehen. Die Anzahl der eingeschleppten Arten ist sehr groß, etwa 1800 sollen es sein, mal wurden sie absichtlich eingeführt, mal unabsichtlich zum Bespiel mit Saatgut. Neuseeland hat durch seine abgeschiedene Lage eine ganz eigene Flora entwickelt. Viele der Arten (ca. 85%) sind endemisch, das heißt sie kommen nur hier vor. Es gibt Schätzungen, dass von der ursprünglichen Vegetation nur jede fünfte Art überlebt hat.
Bei den Tieren sieht es ähnlich aus. Ein Viertel der Vogelarten ist bereits ausgestorben. In Neuseeland gab es bis zum Eintreffen der Maoris, abgesehen von Fledermäusen, keine Landsäugetiere. Die Maoris brachten Ratten auf ihren Kanus mit. Die Engländer haben gleich einen ganzen Zoo eingeführt. Während Schafe und Kühe auf Weiden gehalten werden, wurden Hirsche, Ziegen und Fasanen ausgewildert um sie dann jagen zu können. Possums (Kusus, nicht Opossums) wurden aus Australien eingeführt um einen Fellhandel zu etablieren. Als sich die Kaninchen explosionsartig vermehrten, wurden Hermeline und Wiesel freigelassen, um die Kaninchen-Plage zu bekämpfen. Hermeline und Wiesel haben nun wiederum keine Feinde und vermehren sich fröhlich. Die heimischen Vögel sind nicht an die Jäger angepasst und so ist der flugunfähige Kiwi ein leichtes Opfer. Bei dem was die Engländer hier in kürzester Zeit angerichtet haben, kann man ganz toll lernen wie man es nicht macht.
Es gibt große Programme, die die Population vom Kusus in Schach halten sollen, die dafür sorgen sollen, dass die Hirsche sich nicht weiter ausbreiten und die Leute dazu bringen sollen, endlich aufzuhören Pampagras in ihre Gärten zu pflanzen.
Da wir gerade bei den wenig erfreulichen Dingen sind. Neuseeland ist das Land, das am meisten Regenwald verloren hat (bezogen auf seine Größe). In Neuseeland steht nur noch 10 % des Waldes. Bei abgeholztem Regenwald habe ich bisher an Borneo oder Brasilien gedacht, nicht an Neuseeland.
Wir genießen unseren Spaziergang trotz der Überlegungen zu ausgestorbenen Pflanzen und finden in Kerikeri ein ausgesprochen hübsches Restaurant.
Einen Umweg über Neuseelands meist fotografierte Toilette bildet den Abschluss des touristischen Programms. In Kawakawa, einem kleinen Ort wurde die öffentliche Toilette von Hundertwasser gestaltet. Der eigentlich sehr unspektakuläre Ort vermarktet seine Toilette so gut wie nur möglich und so machen bunte Kacheln und Mosaike die hässliche Hauptstraße etwas netter. Sonntagnachmittag riecht der gesamte Ort nach Frittenfett und auch die historische Eisenbahn, die am Wochenende von hieraus fährt, kann man mich nicht wirklich begeistern. Man muss diese Toilette nicht gesehen haben. Übrigens, Neuseeland ist das Land der super sauberen öffentlichen Toiletten (immer mit Papier) und die in Kawakawa machen hier, trotz der vielen Besucher, keine Ausnahme.
Auf dem Rückweg beladen wir das Auto am Supermarkt mit allem, das wir nicht weit tragen wollen. So eine Gelegenheit müssen wir nutzen. Als mit unseren ganzen Einkäufen im Schlauchboot auf dem Weg zu Mari sind, geht der einzige Schauer des Tages über uns nieder. Das wäre jetzt nicht nötig gewesen.

Auf dem Weg zum Kap:

 

Die Neuseeländer:

 

Unterwegs in Northland:

 

Hokianga Harbour:

 

Kerikeri:

 

Kawakawa und seine berühmten Toiletten:

Wanderung nach Russel

Als ich am Mittwoch aufwache, sehe ich durch das Luk über mir strahlendblauen Himmel. Es gibt keine Ausrede, wir wandern. Zunächst geht es den Küstenweg entlang nach Paihia. Leider gibt es heute keine Erdbeeren und für uns keine Erdbeerpause. Schon nach eineinhalb Stunden sind wir in Paihia und machen Mittagspause bei einer Pizzeria. Mit einer kleinen Fähre, nur für Fußgänger, setzen wir nach Russel über. Russel ist ein netter kleiner Ort. Fast etwas mondän. Russel war 1840 für kurze Zeit Neuseelands Hauptstadt, bevor Auckland zur Hauptstadt gewählt wurde. Die Kirche von 1836 ist Neuseelands älteste erhaltende Kirche. Die Geschichte Neuseelands ist jung, die Besiedlung wird auf etwa 1280 datiert, da war der Kölner Dom bereits im Bau. Geschichte steht heute jedoch nicht auf dem Programm. Wir bummeln durch die vielen kleinen netten Läden und ringen mit uns. Gerne würden wir ein Bild kaufen, aber eine Wandung mit Bild unterm Arm erscheint uns dann doch nicht so empfehlenswert.
Wir treten den Rückweg an. Zunächst geht es auf und ab, erst an der Straße entlang, dann durch den Wald. Wir sind froh, als wir auf einen langen Holzweg einbiegen, der uns, ohne jegliche Steigung zwischen den Mangroven entlang der Küste entlang führt. Der Weg ist abwechslungsreich, doch er zieht sich. Wir finden eine Tankstelle, stärken uns mit Apfelsaft und machen eine Pause zum Vögel beobachten und Füße ausruhen. Die letzten Kilometer haben es in sich, nicht nur, dass es auf und ab geht, unendlich viele Stufen warten darauf hoch und hinunter gestiegen zu werden. Das geht auf die müden Knie. Wir bewundern den Kauri-Wald und sind doch froh, als wir in Okiato ankommen. Von hier geht die Fähre nach Opua. Zurück auf dem Boot beschließen wir, dass die nächsten Wanderungen gemütlicher ausfallen sollen. Falls wir die Strecke noch einmal laufen, wählen wir die entgegengesetzte Richtung, dann warten die mühsamen Stufen zu Beginn auf uns.

Müde Waden, eine fleißige Kreditkarte und der Segleralltag

Jetzt sind wir bereits eineinhalb Wochen in Opua. Nach zwei Tagen am Steg sind wir an eine Boje umgezogen. Als wir eingewilligt haben an die Boje zu verholen, war uns nicht klar wie weit diese von der Marina entfernt liegt. Der Weg zur Marina ist nun 1km weit und bei windigem Wetter werden wir schon mal etwas nass im Schlauchboot, aber dafür ist der Platz sehr schön. Ursprünglich hatten wir eine Reservierung für einen Stegplatz in der Marina und im nächsten Jahr einen Platz an der Boje. Nun ist die Marina aber sehr voll, hätten wir am Steg liegen bleiben wollen, hätten wir mehrfach umziehen müssen, das war uns zu kompliziert.
Hier in der Bucht ist es sehr schön. Da wir uns mit jeder Tide drehen verändert sich der Ausblick ständig. Wir beobachten die Seevögel und die Wolken, die über die Hügel ziehen, sich schnell verändern oder auflösen. Und natürlich die Boote um uns herum. „Haustiere“ haben wir auch. Enten, die sich gerne füttern lassen.
Wir leben uns hier langsam ein. Die Tage vergehen schnell. Kleinigkeiten am Boot erledigen, mit der neuen Liste zum Schiffsausrüster gehen, Brownies im Marina-Café naschen, Fish and Chips am Fähranleger essen. Die Kreditkarte wird in diesen Tagen ausgiebig genutzt. Wir haben entschieden uns für die zweite Hälfte der Welt ein neues Großsegel zu gönnen. Den Luftfilter, der uns auf den Marquesas mit Wasser vollgelaufen ist, konnten wir hier bestellen, er wurde am nächsten Tag geliefert und ist bereits eingebaut. Unsere Motorfüße sind schon wieder eingerissen. Wir wollen das gleiche Produkt nicht noch einmal kaufen, denn wir haben die Füße doch schon einmal ersetzt. Nun haben wir hier eine Werkstatt gefunden, die uns andere Füße so anpasst, dass sie auf unsere Fundamente passen.
Im Radio läuft Werbung für Außenborder und Traktoren, das finden wir lustig. Verwirrend sind die Weihnachtslieder, nicht nur weil sich hier wirklich niemand Schnee wünscht, sondern auch weil wir trotz Lichterkette und Adventskalender mindestens zweimal am Tag verwirrt feststellen, dass bald Weihnachten ist. Im Radio wird „White Christmas 2020 in London“ verlost, Leute rufen an und erklären warum sie Weihnachten im Schnee gewinnen wollen. Weihnachtsurlaub in London ist bestimmt nett, aber sehr wahrscheinlich dürfte Schnee zu Weihnachten dort nicht sein…
Opua ist klein und die Seglerwelt in Opua noch kleiner. Im Fish and Chips-Laden treffen wir Segler mit denen wir in Panama und auf den Marquesas lustige Abende verbracht haben und von denen wir nicht dachten, dass wir sie wiedertreffen. So geht es ständig. Überall trifft man jemanden und quatscht sich fest. Gestern haben Katja und Stefan uns an Bord der Kama mit Pizza verwöhnt und wir hatten einen sehr netten Abend. Die Crew der Kama haben wir vor zwei Jahren in Brasilien kennengelernt und uns gefreut sie hier wiederzutreffen.
Hier in Opua gibt es einen kleinen General Store, dort gibt es fast alles, allerdings nicht zu Schnäppchenpreisen. Der Supermarkt ist in Paihia, auf dem Wanderweg entlang der Küste sind es dorthin 8 km. Wir genießen die tollen Ausblicke und wecken die müden Waden, die so viel Aktivität gar nicht mehr gewohnt sind. Unterwegs kaufen wir eine große Portion leckerer Erdbeeren (ja, hier ist Frühsommer!) und essen sie auf einer Bank mit Wasserblick. In Paihia sammeln wir bei der Tourismus Information zahlreiche Prospekte über ganz Neuseeland ein, kaufen einen Reiseführer, essen eine leckere Pizza, erstehen eine Neuseeländische SIM-Karte und statten dem Supermarkt einen Besuch ab. Hier kann man fast alles (bis auf Lakritz) kaufen, doch wir überlegen uns genau was in den Korb wandert, schließlich liegen 8 km Nachhauseweg vor uns. Auf dem Hinweg haben wir zwar überlegt, ob der Rückweg bei Hochwasser passierbar sein würde, waren dann aber etwas zu optimistisch, so dass wir weite Strecken über Felsen klettern mussten um trockene Füße zu behalten. Diese Tour hat uns zwei Tage Muskelkater beschert, inzwischen ist dieser wieder vergessen, wir haben einige Spaziergänge unternommen und sind nun bereit für die nächste Wanderung.
Und wenn wir denken, dass wir jetzt die wichtigsten Dinge erledigt haben, nun ganz in Ruhe unsere Liste abarbeiten können und die Umgebung ansehen, dann passiert etwas Unvorhergesehenes.

Ein unfreiwilliges Candlelight-Dinner
Vor ein paar Tagen hatten wir ungeplant ein sehr romantisches Abendessen im Kerzenschein. Unsere Batterien haben sich abgemeldet. Nachmittags wollte ich meinen Laptop laden und als ich den Inverter eingeschaltet habe, ging das Funkgerät aus. Nachdem wir zunächst dachten der Inverter macht Ärger, stellten wir schnell fest, dass die Spannung zusammenbricht sobald wir einen Verbraucher einschalten. Wir beschlossen in Ruhe zu essen und uns am nächsten Morgen um das Problem zu kümmern, also haben wir den Hauptschalter betätigt, das Schiff stromlos gemacht und hatten einen gemütlichen Abend im Kerzenschein. Wie gut, dass wir mit Gas kochen. Rohes Kartoffelgratin wäre wohl kein Erfolg geworden. Am nächsten Morgen haben wir die Batterien freigelegt und durchgemessen. Zwei waren ganz tot, die dritte hatte noch 30 %. Ein paar Stunden, einige Dinghifahrten, etwas Schlepperei (die Dinger wiegen je 30 kg) und 600 Euro später haben wir wieder Licht an Bord.

Der Held der Nacht
Unser Außenborder springt an, schnurrt und wir pendeln eifrig zwischen Boot und Hafen. So war es die ganze Woche. Dann wollten wir spät abends zurück zum Boot, es ist dunkel und der Honda springt nicht an. Nobbi zieht und zieht (so sehr, dass er sich eine Blase holt), kontrolliert und testet, baut die Zündkerze aus und wieder ein. Der Motor bleibt aus. Zum Rudern ist es zu weit, die meisten Schlauchboote rudern sich extrem schlecht und wir liegen weit entfernt von der Marina, außerdem haben wir Gegenwind. Eigentlich komisch, dass es nicht geregnet hat, sonst regnet es in solchen Momenten immer. Wir überlegen gerade, wen wir um Hilfe bitten könnten, da kommt ein Mann mit seinem Hund den Steg entlang. Der sieht sich unseren Motor im Taschenlampenlicht an und kann den Fehler auch nicht finden. Schließlich leiht er uns sein Dinghy für die Nacht. Wir binden unser Schlauchboot an sein Schiff, das am Steg liegt, und fahren mit dem fremden Boot zu Mari. Obwohl er uns nicht kennt, wir uns noch nie gesehen haben, gibt er uns sein Boot. Als wir es morgens zurückbringen, ausgerüstet mit Werkzeug und Ersatzteilen, hat er den Fehler an unserem Außenborder bereits gefunden. Der Zündkerzenstecker ist hinüber. Jeff ist unser Held, er hat uns nicht nur nachts gerettet, sondern unserem Außenborder (und unserem Portemonnaie) auch noch einen Werkstattaufenthalt erspart.
Wir waren so froh darüber, dass unser Honda wieder läuft (erst mal mit einer Notreparatur), dass es fast egal war, dass wir auf dem Weg zurück zu Mari klatschnass geworden sind. Das stürmische Wetter hat für Schwell und Wellen gesorgt, der böige Gegenwind hat des Rest erledigt.

Wenn das Wetter mitspielt, nicht Merkwürdiges passiert und wir Lust haben, unternehmen wir nun morgen eine längere Wanderung.

 

Glücklich in Opua angekommen

Die letzte Nacht auf See war gar nicht lustig, aber nach Ankunft in Opua bei herrlichstem Wetter ist sie schon fast vergessen. Böen mit acht Windstärken auf die Nase und eine kurze, steile Wellen haben die letzten Meilen unendlich mühsam gemacht.
Als wir mitten in der Nacht in die neuseeländische 12 Meilen Zone einfahren rufen wir brav Maritime Radio, erst vergeblich über UKW und dann über Kurzwelle. Wir sind ganz überrascht, dass sich sofort jemand meldet. „Herzlich Willkommen in Neuseeland“. Melden soll man sich in vielen Ländern, meistens antwortet jedoch niemand.
Bei Sonnenaufgang erreichen wir die Bay of Islands. Ein zauberhafter Sonnenaufgang verwöhnt uns nach der anstrengenden Nacht. Tausende Seevögel und unzählige Delfine begrüßen uns. Es ist Samstagmorgen und viele Neuseeländer verbringen den Tag auf dem Wasser. Angelboote, Kanus, Motoryachten, Fähren, Ausflugsboote und Segler soweit das Auge reicht.
In Opua machen wir am Quarantänesteg fest. Punkt zehn Uhr. Minuten später legt ein Dinghy neben uns an und die Zollbeamtin springt auf den Steg. Sie legt ein unglaubliches Tempo vor. Sie sitzt noch nicht am Tisch, da sind unsere Pässe schon gestempelt. Wir werden dafür gelobt, dass wir alle Papiere bereits ausgefüllt haben und uns ordnungsgemäß per Email (schon von Fiji) und per Funk angemeldet haben. Kaum ist sie weg kommt die Dame von der Biosecurity. Anders als die Frau vom Zoll kann sie nicht mit ihrem Boot umgehen, nach drei Versuchen klappt das Anlegen dann aber doch nicht. Fröhlich erzählt sie uns, dass sie gar nicht gerne Boot fährt. Maris Unterwasserschiff wird per Kamera auf Bewuchs kontrolliert und für sauber befunden. Wir haben Fotos von unserem frisch geputzten Unterwasserschiff im Logbuch, die sie toll findet und abfotografiert. Unsere Wanderschuhe werden kontrolliert, sie müssen sauber sein, insbesondere Samen und Pollen sollen nicht illegal nach Neuseeland einreisen. Unsere bereits geschälte und halbierte Zwiebel kassiert sie ein, sonst dürfen wir alle Lebensmittel behalten. Da wir wussten welche Lebensmittel wir nicht einführen dürfen, haben wir frisches Obst und Gemüse vorher aufgegessen. Nachdem die Biosecurity-Lady ein paar Schränke geöffnet und unsere Souvenirs für ungefährlich befunden hat, sind wir fertig. Sie hat zum Glück nicht gefragt ob wir einen Kopra-Sack als Souvenir in der Backskiste spazieren fahren. Für die Backskisten und die Bilge hat sie sich überhaupt nicht interessiert. Wir wollen uns nicht beschweren. Nicht mal eine Stunde nach Ankunft in Neuseeland sind wir ordnungsgemäß eingereist und können in die Marina verholen. Wir sind froh und dankbar, dass wir Neuseeland heil und glücklich erreicht haben. Wir haben nach über 20.000 Meilen (davon 9.900 allein in diesem Jahr) keine Schäden zu beklagen, nur Wartung und Pflege stehen auf der Liste.
Wir freuen uns viele Bekannte zu treffen, gehen lecker im Marina Café Essen, kaufen ein paar frische Sachen ein und schlafen ausgezeichnet. Eine Nacht ohne Nachtwachen ist auch eine schöne Sache.
Heute Morgen testet Nobbi unsere Heizung, sie springt klaglos an. Es war nicht so kalt, dass man dringend heizen musste, es gibt jedoch Gerüchte, dass das Wetter hier nicht immer so schön ist. Wir sind vorbereitet. Gestern und heute war das Wetter perfekt, wie im Sommer in Skandinavien. Nur, dass die Sonne mehr Kraft hat. Der Himmel ist blau und blitzblank, tagsüber warm (25 Grad) und nachts kühl (13 Grad). Wunderbarerweise soll es die nächsten Tage so schön bleiben.
Wir haben das Frischwasser am Steg reichlich genutzt, Mari hat eine Dusche bekommen, wir haben einige Leinen gewaschen und auch besagten Kopra-Sack gespült. Den Bootsausrüstern vor Ort haben wir einen ersten Besuch abgestattet, nun wissen wir, was wir hier alles kaufen können und müssen. Unsere Rettungsinsel können wir gleich morgen abgeben, die soll gewartet werden.
Nun freuen wir uns darauf die Umgebung anzusehen, in der Bay of Islands zu segeln, Ausflüge in Neuseeland zu planen und Flüge für unseren Deutschlandbesuch zu buchen.

Viele von waren schon einmal in Neuseeland. Wo ist es denn am Schönsten? Mari bleibt in Opua, wir werden mit Auto, Fähre, Flieger oder zu Fuß unterwegs sein. Für Bungeejumping bin ich nicht mutig genug und Hubschrauberflüge passen nicht ins Budget. Über Empfehlungen würden wir uns sehr freuen!