Aal Galerie

Das Aalthema ist noch immer aktuell. Weiterhin werden Aale „gefunden“ und einge wurden auch gemalt. Das besonders schöne Exemplar des Katastroph Aals stammt aus der Buntstiftspitze meines Vaters (auch bekannt als Otti). Mareike hat sich den Fat Aal ausgedacht und Annika hat Phenomen Aal und Koloss Aal gezeichnet. Die Aal Galerie darf gerne erweitert werden, also her mir eurem Aalen!

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Koloss Aal von Annika

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Phenomen Aal von Annika

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Fat Aal von Mareike

 

Ich freue mich euch weitere Aale vorstellen zu dürfen. Nobbi, Simone, Martina, Julia und Boris haben mir ihre Aale zur Verfügung gestellt! Wieder sind ganz tolle Ideen dabei. Der Billy der die Form eines Imbusschlüssels hat, wenn das mal kein Zufall ist …

 

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KapitAal von Nobbi

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StAal von Simone

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LegAal von Julia und Boris

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Billy von Martina

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LoyAal von Simone

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KarnevAal von Julia und Boris

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Eine ganze Aal Familie von Simone

 

Ein neuer Aal in der Sammlung, Wiebke und Ralf haben den Portug Aal entdeckt!

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Portug Aal von Wiebke und Ralf

Schon wieder Nachwuchs bei den Aalen! Eine Gemeinschaftsarbeit meiner Eltern: Nicola hatte die Idee, Otti hat sie umgesetzt.

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Kreiß Aal von Nicola und Otti

 

Joachim hat noch ein bisschen weiter gedacht und eine neue Gattung gefunden!

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Bremin Aale von Joachim

 

Christopher hat diesen Notfaal getroffen, behandelt und gezeichnet.

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Notfaal von Christopher

Sonne am Ende der Welt und Glühwein in Lissabon

Wir waren tatsächlich in Sagres und am Cabo de Sao Vicente. Mit dem Bus sind wir zunächst zum Kap und dann weiter nach Sagres gefahren. Das Kap kannten wir bereits von der Seeseite und es war toll nun nochmal von oben runter zuschauen. Schon wieder ein Ende der Welt. Oder der Anfang von Europa, alles eine Frage der Perspektive. Zunächst war es bewölkt, doch dann kam die Sonne durch, die Sicht war hervorragend und wir konnten sogar die Frachter weit draußen im Verkehrstrennungsgebiet sehen. In Sagres haben wir die Reste der Seefahrtsschule von Heinrich dem Seefahrer angeschaut, die bereits im 16. Jhd von Francis Drake angegriffen wurde und schließlich 1755 von dem großen Erdbeben endgültig zerstört wurde. Auf dem Klippen ist es wunderschön und es gibt eine Vielzahl von Schautafeln zu der alten Anlage und zu Pflanzen und Tieren in der Region. Außerdem gibt es eine Art Schnecke über einer Felsspalte, in die Wellen donnern. In dieser „Chamber of Sound“ werden die Meeresgeräusche verstärkt und es ist wirklich unheimlich. Man hört nicht nur wie die Wellen auf die Felsen treffen, sondern spürt auch den starken Wind der aus der Felsspalte nach oben weht, Nobbis Haare standen senkrecht nach oben!
Wir sind von Lissabon aus nach Bremen geflogen, also sind wir zunächst am Sonntag mit dem Bus nach Lissabon gefahren, haben dort übernachtet und am nächsten Tag ging es dann nach Bremen. Die Busfahrt war richtig schön und wir haben bei Sonne das schöne, hügelige Hinterland mit Olivenplantagen und Korkeichen bewundern dürfen. Außerdem fuhr der Bus über die Brücke des 25. Juni, die imposante rote Hängebrücke, unter der wir vor ein paar Wochen durch gefahren sind. Das war auch nochmal toll. Den Sonntagnachmittag sind wir durch Lissabon gebummelt, haben den Sonnenuntergang am Tejo angeguckt, unseren ersten Glühwein und den lokalen leckeren Kirschlikör getrunken und eine Weihnachtsgeschichte auf dem Praca do Commercio angeguckt. Die Geschichte wurde auf die Gebäude um den Triumphbogen projiziert und die Weihnachtsbeleuchtung der umliegenden Gebäude wurde ausgeschaltet. Wir haben nur Teile der Geschichte verstanden, in der ein Wal eine tragende Rolle spielte. Ein Hummer kam nicht vor. Doch die Atmosphäre auf dem Platz mit den vielen Menschen, die gespannt die Geschichte verfolgt haben, war toll.
Mitte Januar geht es für uns zurück nach Portugal, dann setzen wir unsere Reise fort und werden dann auch wieder berichten.
Zum Jahresende und zum Ende der ersten Etappe von Lesum nach Lagos noch ein wenig Statistik: 2026 Meilen haben wir zurückgelegt, dabei 6 Länder besucht, in 43 Häfen festgemacht und an 10 Plätzen geankert.

Wir wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest, entspannte Tage zwischen den Jahren und einen guten Start ins Jahr 2017!

Entspannte Adventszeit

Wir vertüddeln hier in Lagos die Adventstage. Am dritten Advent haben wir einen langen Strandspaziergang bis nach Alvor gemacht, uns über das schöne Wetter gefreut und gebadet. Am Strand waren Menschen in kurzen Hosen mit nacktem Oberkörper unterwegs, andere in Winterstiefeln und Mantel. Bekleidungstechnisch waren wir im Mittelfeld angesiedelt, doch ein Bad musste sein. Und, es war nicht kalt. Wie im Sommer in der Ostsee. Nach dem Baden gab es Stollen, eine empfehlenswerte Kombination.
Nicht immer lädt das Wetter zum Baden ein, zwischendurch war es grau und regnerisch. Bei Regen saugt sich der rote Teppich, der in der Fußgängerzone ausliegt und wohl zum Weihnachtseinkauf anregen soll, herrlich voll. Im Gegensatz zum Pflaster wird der Teppich bei Regen aber nicht rutschig. Bei uns hat der Teppich gewirkt, wir waren gestern bummeln und haben einige Dinge gekauft, von denen wir zuvor nicht wussten, dass wir sie brauchen.
Auch das gesellschaftliche Leben kommt nicht zu kurz, letzte Woche waren wir bei einem netten Abend der Musikgruppe in der Marina Bar, bei dem sehr schön Gitarre gespielt wurde und wir alle viel Spaß beim gemeinsamen Singen hatten.
Zwischendurch haben wir einige Kleinigkeiten erledigt, endlich wurde auch die Steuerbord-Seite und der Aufbau poliert, über der Gemüsekiste gibt es jetzt eine Lampe mit Bewegungsmelder, eine LED-Lichtleiste wurde in der Kombüse montiert und der Außenborder hat eine neue Abdeckung bekommen. Auf so einem Boot geht ja immer was kaputt. Zum Glück haben wir gerade keine größere Baustelle, doch Korrosion ist an Bord ein Spezialthema. Die USB-Anschlüsse meines Laptops rosten fröhlich vor sich hin. Jetzt schon, der sollte mich eigentlich noch ein wenig begleiten. Metall und Seewasser ist ja eine komplizierte Angelegenheit, deshalb verstehe ich auch nicht, weshalb fast alle meine Bikinis kleine Schildchen aus Metall aufgenäht haben. Kommen die Bikinis also in die Nähe des Meeres, was ja prinzipiell wünschenswert wäre, rosten die Schilder wenig attraktiv vor sich hin.
Heute haben wir eine Wanderung entlang der Küste nach Westen unternommen, waren noch einmal am Ponta de Piedade und sind auf Trampelpfaden entlang der zerklüfteten Küste gelaufen. Die Felsen leuchten golden in der Sonne und bilden Grotten, Schluchten und Tore. Auf dem Rückweg ging es durch eine noble Wohngegend, wo jedoch viele Wohnungen und Häuser leer zu stehen schienen. Ob die generell leer stehen, gerade nicht an Gäste vermietet sind oder ihre Besitzer nur im Urlaub dort wohnen?
Falls das Wetter Morgen nett und trocken ist, im Moment regnet es, machen wir einen Ausflug nach Sagres.

Hafentage in Lagos

Schon zehn Tage sind wir hier in Lagos und es gefällt uns. Inzwischen haben wir beschlossen, dass wir vorerst hier bleiben werden. Wir machen über Weihnachten einen Abstecher nach Bremen und unsere Mari ist hier gut aufgehoben. Doch noch sind wir hier und genießen das milde Wetter und das Hafenleben. Ende letzter Woche haben wir bei durchwachsenem Wetter den Ort und die Umgebung erkundet. Die felsige Küste ist wirklich sehr schön, wir haben schöne Spaziergänge unternommen und hoffen auf sonniges Wetter, weil wir gerne ein Dezemberbad am Leuchtturm Ponta da Piedade nehmen würden. In Weihnachtsstimmung zu kommen ist nicht schwer, viele Schiffe sind geschmückt, auf der Werft gibt es einen riesigen Weihnachtsbaum, die Palmen am Hafen sind mit Lichterketten dekoriert und das Radio spielt Weihnachtsmusik. Ich habe außerdem einen ganz tollen Adventskalender per Mail (Danke, Sandra!) und weiß deshalb das Datum.
Am Wochenende hat es gegossen wie aus Eimern, unglaubliche Wassermengen sind vom Himmel gefallen. In Spanien gibt es größere Überschwemmungen, so schlimm ist es hier nicht. Das sonst grünliche graue Hafenwasser war drei Tage lang schlammig braun, der Fluss hat anscheinend eine Menge Schlamm mitgebracht, jetzt hat es wieder seine ursprüngliche Farbe.
Montag war ein aufregender Tag für uns. Wir waren mit Mari in der Werft. Die Dichtung der Stopfbuchse sollte erneuert werden. Wir haben also einen kleinen Ausflug vom Hafen zur Werft gemacht (ungefähr 200m). Mari wurde aus dem Wasser gehoben, gewaschen und an Land geparkt. Wir haben die Gelegenheit genutzt und einige Arbeiten erledigt, die nur möglich sind, wenn das Boot auf dem Trockenen steht, oder die dann zumindest sehr viel leichter sind.  Der Propeller wurde abgeschmiert und poliert, auf der Propellernase sitzt eine neue Opferanode, die Logge wurde von einigen Seepocken befreit und der blaue Streifen in der Wasserlinie wurde geflickt. Während Nobbi dem Mechaniker über die Schulter geguckt, ihm assistierte und die Lampe gehalten hat, habe ich ein paar Flecken auspoliert. Wir wurden abends noch zurück ins Wasser gekrant und konnten wieder an unseren Liegeplatz verholen. Obwohl wir eigentlich nicht viel gemacht haben und alles hervorragend funktioniert hat waren wir fix und fertig, sind Essen gegangen und früh ins Bett gefallen.
Pünktlich zu Nikolaus hatten wir Dienstag fantastisches Wetter. Auf allen Booten wurde geputzt, geschrubbt und gelüftet. So auch bei uns. Nobbi hatte am Tag zuvor in der Werft festgestellt, dass an der Verbindung vom Getriebe zur Welle drei von vier Schrauben lose waren. Einfach so konnten die natürlich nicht angezogen werden, erst mussten andere Teile ausgebaut werden, damit die Schrauben zugänglich waren. Gut, dass ich so einen versierten Handwerker an Bord habe, der an einem ungewöhnlichen Klack-Klack gemerkt hat, das etwas nicht stimmt! Der Motor wurde dann auch gleich „eingewintert“, auch wenn der Winter dieses Jahr sehr kurz ausfallen wird. Wir haben außerdem das gute Wetter genutzt und unser Vorsegel abgeschlagen, da wir in den nächsten Wochen nicht segeln, darf es warm und vor allem trocken auf seinen Einsatz warten.
Hier in der Marina überwintern viele Segler, insbesondere viele Briten, und so kommt es, dass es ein großes Freizeitangebot gibt. Leute finden sich zusammen und machen Yoga, spielen Bridge, gehen ins Kino und lernen Portugiesisch. Mittwochs wird gewandert. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns angeschlossen. Es hat viel Spaß gemacht, wir haben wieder nette Leute kennengelernt und sind eine Strecke erwandert, die wir alleine sicher nicht gelaufen wären. Wir haben eine tolle Landschaft gesehen mit roten Felsen, Korkeichen, Olivenbäumen und vielen anderen interessanten Pflanzen. Wir freuen uns schon auf die Wanderung in der nächsten Woche!
Ansonsten verbringen wir die Zeit mit Haushalt, Bootsgetüddel und Schnack-auf-dem-Steg. Man kommt schnell mit einander ins Gespräch und trifft sich, zufällig oder absichtlich, zum Kaffee, Rotwein oder Essen. Es wird nicht immer nur gequatscht, da werden auch wichtige Informationen ausgetauscht. Unsere Nachbarn waren heute Morgen bei Lidl und erzählten, dass es LED-Leisten im Sonderangebot gibt, die auf 12 V laufen. Wir hatten also einen Grund für einen Lidl-Besuch und ich bekomme eine neue Beleuchtung in der Kombüse.
Im gut sortierten Supermarkt wird der Segler zum Eichhörnchen. Das ist wirklich unglaublich. Wir brauchten eigentlich nichts, aber was wir alles gefunden haben! Schlimmer als große Supermärkte sind nur Schiffsausrüster, da schleichen wir dann beide um die Regale und gucken was wir gebrauchen könnten, man weiß ja nie! Übrigens gibt es Untersuchungen, dass Eichhörnchen sich nicht merken, wo sie was vergraben haben, sondern einfach in ihrem Vorgarten viele Nüsse einbuddeln in der Hoffnung welche zu finden, wenn sie Hunger haben. Das ist bei uns so ähnlich. Von den Ersatzteilen gibt es natürlich eine Liste und die Schapps sind beschriftet, bei den Nahrungsmitteln funktioniert das nach dem Eichhörnchen-System, ich suche.

Segeln vom Feinsten und Zwischenstopp im Schrebergarten

Von Sines aus haben wir einen langen Schlag an die Algarve gemacht. Wir wollten gerne bei Tageslicht um das Cabo de Sao Vicente segeln und sind daher früh aufgestanden und um 6 h ausgelaufen. Der Himmel war dunkel und wolkenverhangen, und aus einem abziehenden Gewitter blitzte es heftig. Kein romantischer Morgen und auch relativ kalt, also sind wir mal wieder in vollem Ölzeug gesegelt. Nach einiger Zeit sahen wir es vor uns blitzen, noch ein Gewitter? Nein, Mündungsfeuer! Das hatten wir auch noch nicht. Anscheinend eine Übung. In der Seekarte gab es nur die Bemerkung, dass man an der gesamten Küste Ausschau nach U-Booten halten soll und dass normalerweise nur Übungen stattfinden, wenn keine anderen Schiffe unterwegs sind. Klingt beruhigend. Tatsächlich wurde das Feuer eingestellt als wir näher kamen. Ich denke die ganze Zeit darüber nach, wie ich ein U-Boot sehen soll, ich dachte das ist der Witz beim U-Boot, dass ich es nicht sehen kann. Und was hat Nobbi vorhin vorgelesen? Es gibt mehr Flugzeuge im Meer, als U-Boote im Himmel.
Nachdem wir erst wenig Wind hatten wurde es im Laufe des Tages immer mehr, so dass wir einen schnellen Segeltag hatten. Wieder wurden wir von vielen Delfinen begleitet, die so nah neben dem Boot schwimmen, dass man das Gefühl hat sie anfassen zu können. Nachmittags binden wir ein Reff rein, wir sind ein eingespieltes Team, es klappt in unter 2 min. Am Cabo de Sao Vicente, dem Südwest-Zipfel Europas, nimmt der Wind weiter zu. Diese Kaps sind tückisch, das kennen wir mittlerweile, wir binden ein 2. Reff ein und werden von den Kreuzseen durchgeschüttelt, bis wir Landschutz haben. Kurz hinter Sagres ankern wir in der Bucht von Baleeira. Wir freuen uns endlich mal wieder zu ankern und verbringen eine ruhige Nacht unter sternklarem Himmel.
Am nächsten Morgen genießen wir die Vorteile des Ankerns und gehen ganz in Ruhe baden. Das Wasser hat noch immer fast 18 Grad, für Ostseebader ist das Sommer. Außerdem nutzen wir die Gelegenheit uns mit der Tauchmaske das Schiff von unten an zusehen. In Sines hatten wir diese Knusperfische, die an Maris Buch geknabbert haben, deshalb dachten wir, dass wir vielleicht starken Bewuchs haben, doch das Unterwasserschiff sieht gut aus. Die Knusperfische sind ganz kleine silberne Fischchen, am Ankerplatz haben wir sie beim Knabbern beobachtet. Ob sie sich am Antifouling berauschen?
Nach Lagos ist es nicht weit, nur 15 Meilen, wir segeln bei wenig Wind, mit bummeligen 2 bis 3 Knoten, als an Bord eine Diskussion entsteht, ob es sich lohnt den Blister zu setzten. Der Blister wird schließlich aus der Achterkammer gezerrt und gesetzt, belohnt werden wir mit wunderbarem Segelspaß und bis zu 6 Knoten Fahrt. Wir genießen jede Minute dieses wundervollen Segeltags und wenn Lagos noch ein bisschen weiter entfernt gewesen wäre, hätten wir unsere britischen Freunde mit ihrem viel größeren Boot sicher noch eingeholt…
Bisher hatten wir mit Fischern überhaupt keine Probleme, im Gegenteil, häufig änderten sie ihren Kurs um uns Platz zu machen. Auf dem Weg nach Lagos hatten wir jedoch ein unerfreuliches Erlebnis. Während wir sehr langsam segeln, fährt ein Fischer langsam in einigem Abstand neben uns her, wirft eine Boje über Bord, dreht auf uns zu und gibt Gas. Das wird knapp, zu knapp. Wir starten den Motor. Ein winkender Fischer erscheint auf der Brücke, dreht ab und passiert uns ganz eng. Der Abstand betrug keine 20 m mehr. Ob wir es geschafft hätten aus dem Weg zu kommen, wenn er nicht doch noch auf der Brücke aufgetaucht wäre?
Nun liegen wir in Lagos. Hier ist viel los, der Hafen ist gut belegt und fest in britischer Hand. Es fühlt sich ein bisschen an wie im Schrebergarten, aber ein sehr netter Schrebergarten. Man trifft sich zu allen möglichen Aktivitäten, wenn man möchte. Viele haben beschlossen den Winter hier zu verbringen und richten sich entsprechend ein. Wir fühlen uns gleich wohl, uns gefällt das quirlige hier, nachdem die letzten Häfen doch schon recht ruhig waren. Wir treffen verschiedene Segler wieder, die wir zuvor in anderen Häfen kennengelernt haben. Die Sonarosa, mit der wir einen lustigen Abend in Sines verbracht haben, ist auch hier und unsere Stegnachbarn kennen wir aus der Ostsee.
Unsere Stopfbuchse leckt immer mehr, Nobbi hat sie schon ein paar Mal nachgezogen, doch nun sind wir am Ende. Wir brauchen eine neue Dichtung. Eigentlich nicht schlimm, aber für den Wechsel der Packung müssen wir aus dem Wasser. Glücklicherweise gibt es hier eine Werft, bei der wir aus dem Wasser gehoben werden können. Zunächst war gestern geplant. Gestern war sehr viel Wind, deshalb sind wir morgens nochmal zur Werft gelaufen und haben nachgefragt, ob sie denken, dass das bei dem starken Wind eine gute Idee ist. Dabei stellte sich heraus, dass heute Feiertag ist und dass wir deshalb erst am Freitag wieder ins Wasser gekrant werden können. Wir möchten aber nicht länger auf dem Trockenen bleiben als nötig, also Freitag. Freitag ist aber Freitag… und nun haben wir einen Termin für Montag. Da sind wir uns allerdings nicht ganz sicher ob das mit der Tide passt, anscheinend können wir bei Niedrigwasser nicht gekrant werden. Wir gehen also morgen nochmal rüber und lassen uns den Termin für Montag bestätigen.
Bis Dienstag sind wir also mindestens hier. Die Zeit hier nutzen wir für die Fortsetzung des Wohlfühlprogramms für Mari. Gestern wurde die Achterkammer ausgeräumt, geputzt und wieder eingeräumt. Nobbi hat den Motor ausgiebig gestreichelt, inklusive Ölwechsel und Wechsel des Öl- und Dieselfilters. Heute wurden einige Schrauben im Spibaum durch Nieten ersetzt und Leinen angeschlagen, so dass wir unseren Spibaum unabhängig von der Schot fixieren können. Das Lümmellager (da wo der Baum am Mast befestigt ist) hat neue Teflonscheiben und quietscht nun hoffentlich nicht mehr und die Steuerbord-Seite des Rumpfs wurde entgilbt.
Wir haben hier nicht auszustehen und sehen dem unfreiwillig verlängerten Aufenthalt hier gelassen entgegen. Lagos ist nett und wir hatten heute fast 20 Grad und saßen mit T-Shirt und kurzer Hose im Cockpit. Rotweinabende mit anderen Seglern mindern das Leid und die wunderschöne Küste möchte in den nächsten Tagen von der Landseite erkundet werden.

Von Sintra nach Sines

Am Dienstag waren wir nochmal in Sintra. Wir haben wieder den Bus genommen, der den Umweg übers Cabo Roca fährt und obwohl wir die Strecke ja schon kannten lauter Neues entdeckt. Diesmal haben wir uns das Nationalschloss angesehen, hier hat König Manuel I. 1499 von der Entdeckung des Seewegs nach Indien erfahren und zwei Jahre später von der Entdeckung Brasiliens. Die Decken der Säle im Schloss sind toll bemalt z. B. mit Schwänen, Elstern, Schiffen und Wappen, und natürlich gibt es im Schloss eine Vielzahl von Fliesen aus den verschiedenen Epochen. Nach unserem Schlossbesuch haben wir die Sonne auf den Schlosstreppen genossen und uns dann auf den Rückweg gemacht.
Am Mittwoch ging es weiter nach Sesimbra. Wir sind die ganze Strecke wunderbar gesegelt. Bei 4 bis 5 Windstärken und rauschender Fahrt wurden wir von Delfinen begleitet und die Reise war nach 20 Meilen viel zu schnell zu Ende. Am Kap Espichel kurz vor Sesimbra hatten wir 3 bis 4 m hohe Wellen, die uns dort flott um die Ecke geschoben haben. Zwischen diesen hohen Wellen tauchte eine Gruppe Fischern auf, die wir nur sehen konnten, wenn sie und wir gleichzeitig auf einem Wellenkamm waren. Die Fischer fahren selbst bei dieser hohen Welle in kleinen Booten und Schlauchbooten raus. Für mich wär das nix.
Gestern ging es weiter nach Sines. Das Wetter war etwas gemischt angesagt, aber der Wind sollte passen, also haben wir uns auf den Weg gemacht. Die Schauer haben uns fast verschont und sind freundlicherweise vor oder nach uns abgeregnet, so dass wie fast nicht nass geworden sind. Zunächst hatten wir wenig Wind, dafür beim Einlaufen in den Hafen von Sines dann umso mehr. Sines hat einen mäßig romantischen Industriehafen (großer Tiefwasserhafen, innerhalb der Molen mehr als 30m Wassertiefe), in dem der Yachthafen liegt. In den großen Außenmolen, die sich immerhin eine Meile weit öffnen, liegt auf der einen Seite der Ölhafen, wo die Tanker anlegen, auf der anderen Seite ist die Frachterpier und der Containerhafen. Hinter den inneren Molen liegen auf der einen Seite die Fischer, auf der anderen Seite der Yachthafen. Schon bei der Einfahrt wurde uns einiges geboten, ein großes Containerschiff fuhr gerade raus und ein anderes rein und auch bei den Tankern gab es einen Wechsel. Hier im Yachthafen merkt man nicht, dass man eigentlich in so einem großen Hafen liegt, da man nicht über die Innenmole gucken kann. Allerdings riecht man, je nach Wind mal mehr mal weniger, die Raffinerie.
Heute Morgen war das Wetter ausgesprochen grausam, so schlimm war es nicht mal in Hooksiel, es hat gegossen und Mari hat sich im Wind richtig auf die Seite gelegt. Mittags wurde es besser, so dass wir uns den Ort ansehen konnten und einen langen Spaziergang gemacht haben. Sines ist der Geburtsort von Vasco da Gama, also heißt hier alles nach ihm. Der Strand, der Hafen, die Bar,… . Die Portugiesen sagen übrigens Vaschk zu Vasco. Die Strandpromenade inklusive der Treppen in den Ort wurde sehr nett renoviert und es gibt neben dem für Portugal obligatorischen Fitness-Park auch einige Musikinstumente, wie Xylophone und Trommeln, die wir begeistert bespielt haben.
Wir haben ein knisperndes und knusperndes Geräusch an Bord und suchen dessen Ursache. Es hört sich an, also ob sich eine Brausetablette auflöst, oder wie die Weihnachtskugeln von Milka mit pinker Schrift die Knuspern. Anscheinend sind das die Fische die an Maris Bauch knabbern, wir haben also unsere eigenen Putzerfische!
Übrigens, in einem Monat ist Weihnachten! Ich darf erst am Sonntag das Boot schmücken und für Glühwein ist es auch bei Regen viel zu warm, dafür gab es heute Muffins mit Zimt und Nüssen.

Fischsuppe

Heute haben wir einen Ausflug nach Lissabon gemacht und waren im Aquarium, dem Oceanario. Von Cascais sind es 40 min mit der Bahn nach Lissabon und dann ging es weiter mit der U-Bahn zum ehemaligen Expogelände, wo das Aquarium liegt. Uns hat der Parque das Nacoes, wie das Expogelände jetzt heißt, ganz gut gefallen. Nach einem Kaffee und einem Spaziergang zum Yachthafen und dem Viermaster (!) „Santa Maria Manuela“, der dort an der Pier lag, haben wir ganz in Ruhe Fische geguckt.
Das Aquarium ist wirklich toll. In der Mitte ist ein Zentrales Becken, der Ozean. Man läuft zwei Runden um das große Becken, eine im oberen Bereich, eine auf Meeresgrundebene. Dabei kommt man an mehreren kleineren Becken vorbei. Im Ozean gibt es Rochen, Haie, Makrelen und viele anderen Fische. Und Mondfische. Ihr erinnert euch, dass wir mittlerweile schon mehrfach Mondfische vom Boot aus gesichtet haben. Jetzt wissen wir weshalb. Wir haben gelernt, dass der Mondfisch auf Englisch „Ocean Sunfish“ heißt und ein Sonnenfisch ist. Er schwimmt gerne an der Wasseroberfläche und nimmt ein Sonnenbad, außerdem hofft er darauf, dass Vögel vorbeikommen und Parasiten von seiner Haut picken. Ob er mit der Flosse wackelt, um die Vögel heranzuwinken?
Es viel zu sehen, über 400 Spezies, Pinguine, Tölpel, tropische Fische, Oktopusse und Quallen. Mir haben die Otter besonders gefallen. Sie mögen kaltes Wasser, im Aquarium leben sie bei 10 bis 15 Grad, damit sie nicht frieren, haben sie 155.000 Haare pro cm2. Unglaublich. Im Gegensatz zu Robben und Co haben Otter nämlich keine wärmende Fettschicht, sie nutzen also quasi Funktionskleidung als Isolierung. Weil diese Funktionskleidung auch beim Menschen so beliebt war, wurden sie massiv bejagt. Inzwischen ist die Jagd verboten und der Bestand hat sich wohl etwas erholt.
Heute war es im Oceanario nicht so voll, so konnten wir uns alles in Ruhe anschauen. Alle Informationen gibt es auf Portugiesisch und auf Englisch, ein gibt einen schönen Film über die Arbeit hinter den Kulissen und viele Hinweise, was für den Schutz der Meere getan werden müsste. Viele Reptilien-Arten sind vom Aussterben bedroht, wir überlegen ob wir uns einen Frosch halten, der die Insekten an Bord fängt, denn leider mögen auch die Mücken den milden portugiesischen Herbst.
Auch wenn wir erst im Dunkeln nach Cascais zurückgekehrt sind, haben wir noch einen Spaziergang zum Boca do Inferno gemacht. Heute war zwar mehr Welle als die letzten Tage und im Boca schäumte es, doch wir haben keine unheimlichen Geräusche gehört. Vielleicht kam die Welle aus der falschen Richtung. Die angekündigten 4 bis 5 m Schwell konnten wir von der Küste nicht sehen, vielleicht weiter draußen. Sehr gemütlich war es heute sicherlich nicht.
Morgen soll die Persenning für unser Schlauchboot, die wir zur Reparatur gegeben haben, fertig sein. Wir könnten also Übermorgen weiter segeln.