Freizeitstress

Auf Madeira machen wir Urlaub mit allem Drum und Dran. Wir haben Besuch von Mareike und wandern zu dritt über die abwechslungsreiche Insel.
Auf Madeira weiß man nicht nur nicht wie das Wetter wird, sondern auch nicht wie es ist. Die Wolken bleiben an den Gipfeln Madeiras hängen, bilden sich, lösen sich wieder auf. Der Wind ist zum Teil kühl, doch in der Sonne ist es heiß. Wir haben also immer eine Jacke und Badezeug dabei. Man weiß ja nie.
Madeira begeistert uns mit seiner Vielfältigkeit. Nachdem wir uns an unserem ersten gemeinsamen Tag nicht so recht für eine Wanderung entscheiden können, schlägt Mareike einen Wanderführer vor, den wir kurzerhand herunterladen (Kindle sei Dank) und dem wir in den nächsten Tagen treu folgen ohne jemals enttäuscht zu werden. An der Ostspitze, die wir von Hafen aus erwandern, treffen wir auf baumlose, karge Felsen. Am nächsten Tag fahren wir auf die zentral gelegene Hochebene auf über 1000 m, wandern von dort entlang einer Levada und klettern dann abwärts zu einem natürlichen Pool, der von einem Wasserfall gespeist wird und sich wiederum als Wasserfall ins Tal stürzt. Eine Wanderung an der Nordküste Madeiras verläuft entlang ursprünglicher Levadas, Felder und Gärten. An jeder Ecke lauert ein toller Ausblick und wir treffen den ganzen Tag keine anderen Wanderer. Bei der nächsten Wanderung wartet zunächst ein sehr langer Abstieg mit unzähligen Stufen auf uns, bevor wir an einer Levada entlang wandern. Gegen Ende unseres Weges suchen wir unseren Weg in mitten einer Wolke, aus der plötzlich ein See und Kühe auftauchen. Gestern sind wir im Süden Madeiras unterwegs gewesen, haben einen Gipfel erklommen und von dort die Aussicht auf die Südküste und Funchal genossen.
Häufiger haben gelesen, es sei ratsam früh aufzubrechen. Entweder um dem Ansturm der Wanderer aus dem Weg zu gehen, oder aber um tendenziell besseres Wetter zu haben. Wir haben diese Empfehlung konsequent ignoriert und hatten Glück, nirgendwo war es überfüllt, manchmal haben wir den ganzen Tag niemanden getroffen und das Wetter hat auch mitgespielt. Ohne Auto ist es schwierig Madeira zu erkunden, schon ganz und gar wenn man etwas abgelegen wohnt wie wir zurzeit. Also haben wir ein Auto gemietet und fahren damit zu den Ausgangspunkten der Wanderungen. Autofahren wird zum Abenteuer obwohl außerhalb der „rapidos“ kaum über 30-40 km/h. Mareike ist froh, dass sie nicht fahren muss und ich halte mir die Augen zu, Nobbi hingegen freut sich über die Herausforderung im ersten Gang. Ob Serpentinen oder Straßen mit 40 % Steigung Nobbi scheucht unseren Polo kreuz oder quer über die Insel. Interessant sind nicht nur die Straßen, auch die Parkplätze begeistern. Ebene Flächen sind rar auf Madeira, was liegt da näher als auf dem Dach zu parken? Häufig gibt es nicht mal eine Begrenzung wie eine kleine Mauer oder einen Zaun, wer zu schwungvoll ausparkt hat ein Gartenhaus (30 m tiefer) und braucht ein neues Auto.
Natürlich sehen wir uns auch die Hauptstadt Funchal an. Wir spazieren am Wasser entlang und besichtigen die Marina, fahren mit der Seilbahn nach Monte, laufen durch Parks mit vielen Blumen und spannenden Bäumen, kaufen auf dem Obstmarkt ein und sehen uns die riesigen Thunfische auf dem Fischmarkt an.
Auch auf Madeira gibt es die wundervollen Puddingtörtchen Pasteis de Nata, wie überall in Portugal. Wie wir finden sind sie der ideale Proviant für Wanderungen. Außerdem entdecken wir „Tim Tam Tum“ für uns, einen typischen Likör, der besonders in der Weihnachtszeit getrunken wird. Uns schmeckt er pur nicht so gut, doch mit Vanillepudding wird er zum Dessert des Jahres gekört.
Madeira ist keine Badeinsel, anders als auf der kleinen Schwester Porto Santo gibt hier kaum natürliche Strände, trotzdem haben wir ausgiebig gebadet: während der Wanderung in einem natürlichen Süßwasserpool, im Hotelpool, an einem kleinen schwarzen Strand und in natürlichen Meerwasserpools an der Nordwestküste.
Heute ist Mareike zurück nach Deutschland geflogen und wir kümmern uns in den nächsten Tagen um den Bordalltag. Der Besuch von Mareike hat uns viel Spaß gemacht, nicht nur weil sie uns Ritter Sport und Lakritz mitgebracht hat. So haben wir „Urlaub im Urlaub“ gemacht, viel gesehen und viel gewandert. Mareike, schön dass du bei uns warst!
Auf unseren Wanderungen haben wir tolle Fotos gemacht, die wir hier nicht einfach anhängen möchten, deshalb werden wir sie in den nächsten Tagen, sortiert nach Wanderungen, nachreichen.

 

Abschied von Porto Santo und Geburtstagsdelfine

Die Tage in Porto Santo sind schnell vergangen. Einen Tag haben wir einen Roller gemietet und sind kreuz und quer über die Insel geflitzt. Nun ja eher gekrochen als geflitzt, selten schneller als 40, meist ging es gemächlich mit 20 km/h die Hügel hoch. Es gibt viel mehr Straßen als auf den Karten eingezeichnet, so sind wir auch an Orten gelandet, von denen wir gar nicht wussten, dass wir dort hinwollten. Meistens hatten wir die kleinen Straßen abseits der Küstenstraße für uns. Wir sind zu einem Aussichtspunkt ganz im Süden gelaufen und haben in einem kleinen Vogelpark eine Kaffeepause eingelegt. Abends sind wir die Stufen auf den Gipfel des Pico do Castelo hoch (und wieder runter) gekraxelt, haben eine traumhafte kleine Straße zum Pico Facho durch den Wald genommen und sind dort ein wenig auf dem Wanderweg spaziert. Nach einem Abstecher über einen weiteren Aussichtspunkt im Nordosten waren wir bei Einbruch der Dunkelheit wieder an Bord.
Einen anderen Tag haben waren wir mit der „Try“ und der „Lotta“ zum Schnorcheln an der felsigen Nordost-Spitze der Insel. Den Weg kannten wir schon von einer kleinen Wanderung. Wieder ging es den steinigen Wanderweg entlang durch den kleinen Tunnel. Tatsächlich haben wir eine ganze Menge verschiedene Fische gesehen, darunter auch einen Papageifisch!
Gestern ging es für uns schließlich weiter. Der Abschied ist uns nicht leicht gefallen. Porto Santo ist eine tolle Insel, aber vor allem haben wir hier liebe Freunde gefunden und wieder getroffen. Unseren letzten Abend haben wir gemeinsam mit „Lotta“, „Aloma“ und „Try“ verbracht, lecker gegessen und viel gelacht.
Nach Madeira waren es nur 30 Meilen, eine entspannte Tagesetappe. Zwischen den Inseln war die Atlantikwelle wieder recht hoch, doch dank des frischen Windes sind wir flott vorangekommen. Wir haben die ganze Etappe von Hand gesteuert, weil es so viel Spaß gemacht hat. Mal wieder waren wir froh, dass unser Boot Marisol heißt. Kurz vor Madeira wurden wir angefunkt, ob wir das Spezialschiff der portugiesischen Marine „green to green“ hinter deren Heck passieren könnten. „Marisol“ versteht jeder und kann jeder aussprechen, ich hatte mit „NRP Gago Coutinho“ schon mehr Probleme. Ich wollte Mari ja ursprünglich Ümptidümpti nennen, gut dass Nobbi das verhindert hat. Man stelle sich das Gefunke vor. „Please repeat and spell: Uniform with Tüddels- Mike-Papa-Tango-India-Uniform with Tüddels-Mike-Papa-Tango-India …“.
Bei Porto Santo haben wir einen riesen Truppe Seevögel getroffen, die wir als Gelbschnabel-Sturmtaucher identifiziert haben. Sie haben uns ebenso interessiert beäugt wie wir sie. Auf der kurzen Überfahrt hatten wir gleich dreimal Delfinbesuch (darunter einmal große Tümmler und einmal Fleckendelfine). Vermutlich handelte es sich um Geburtstagsdelfine, ich hatte nämlich gestern Geburtstag, was ich auf Porto Santo allerdings nicht erzählt habe, sonst hätten wir unmöglich an dem Tag weiter segeln können. Viele liebe Menschen haben an meinen Geburtstag gedacht und mir damit eine große Freude gemacht. Gerade trage ich meine neuen „Happy Socks“, dunkelgrün mit pinken Palmen, die meine Schwester mir geschenkt hat (vielleicht sollte ich mal ein Bordmoden-Spezial schreiben?).
Nun liegen wir in der Marina Quinta do Lorde, ganz im Osten Madeiras, und dienen als Dekoration eines fünf Sterne Hotels, genießen aber auch dessen Annehmlichkeiten. Wir wurden nicht nur mit dem Schlauchboot vor dem Hafen empfangen und an unseren Platz geleitet, wir wurden bei der Anmeldung auch gleich mit vielen Informationen rund um die Insel, Wanderwege und Veranstaltungen versorgt. An der Hotelbar haben wir gestern den Tag ausklingen lassen, weiter sind wir noch nicht gekommen. Heute wollen wir uns die nähere Umgebung ansehen.
Übrigens, wir haben unsere Route auf den aktuellen Stand gebracht und die Rubrik Kurioses eingeführt. Eine Seite auf der wir gewagte, mäßig elegante, scheußliche und außergewöhnliche Bootslösungen sammeln.

Urlaubsinsel Porto Santo

Die Tage plätschern dahin. Porto Santo ist ruhig, entspannt und sonnig. Wir passen uns an. Wenn wir sonst nichts zu tun haben laufen wir ins 2km entfernte Cidade Vila Baleira den langen Sandstrand entlang, der direkt an der Hafenmole beginnt.
Jeden Morgen baden Lisa, Christine und ich im Meer (manchmal ist auch Michele dabei), so beginnt der Tag erfrischend, fröhlich und sehr kommunikativ. Nobbi macht inzwischen Frühstück. Unsere Frühstücksstandards sind hoch: jeden zweiten Tag ein Ei und jeden Tag mindestens ein Stück leckeres Obst. Maracuja, Nispeln und Cherimoya sind die Favoriten neben dem frisch gepressten Orangensaft. Nach dem ausgiebigen Frühstück überlegen wir, was wir mit dem Tag anfangen wollen.
In den letzten Tagen haben wir mehrere kleine Ausflüge unternommen. Wir sind um die Nord-Ostspitze gewandert, wo es einen kleinen steinigen Wanderweg gibt, der tatsächlich durch einen Tunnel führt. Ein Ausflug mit den Crews der „Try“, „Lotta“ und „Aloma“ hat uns an die Westküste geführt, wo wir in natürlichen Pools gebadet haben, ein kleines Museum besichtigt und sehr gut gegessen haben. Hinter jeder Ecke wird man mit fantastischen Ausblicken belohnt.
Heute haben wir noch einmal einen Spaziergang durch die Ort unternommen, wichtige Besorgungen erledigt (z.B. einen Anspitzer gekauft) und bei einem kühlen Coral-Bier das Treiben auf dem Marktplatz beobachtet. Nach einem Hamburger ging es auf dem Rückweg wieder den wunderbaren Strand entlang zum Hafen.

Galerie an der Hafenmole

Direkt neben dem Hafen beginnt der lange Sandstrand, in den Ort sind es eineinhalb Kilometer, die man wahlweise auf der Straße oder am Strand laufen kann, und in dem kleinen Hafen hat sich eine sehr nette Gemeinschaft zusammen gefunden.
Sonntag wurde es Zeit, etwas mehr von der Insel zu sehen, deshalb haben wir uns für eine Rundfahrt mit dem Bus entschieden. Die Insel ist klein (etwa 11 x 6 km) und das Straßennetz übersichtlich. Der Bus hat an verschiedenen Orten gehalten. Wir konnten aussteigen, die Aussicht genießen, rumlaufen und Fotos machen. Während die Ostseite von dem langen Strand gesäumt wird, ist die Westseite felsig und rau. Nach einer Pizza im Ortszentrum, schauen wir uns noch den kleinen Ort an, kaufen Dinge von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie brauchen und beenden den Tag mit einem Spaziergang um den Hafen.
Auf der Hafenmole Porto Santos haben sich unzählige Segler verewigt, man hinterlässt sein Logo oder seinen Schiffsnamen. Jedes Mal wenn wir an der langen Mole entlang laufen fallen uns Namen auf, die wir zuvor übersehen haben. Es gibt bunte und einfache, kreative und lustige Ideen. Wir sehen die Logos von Schiffen, die wir kennen und Namen von Schiffen und Crews, deren Blogs wir gelesen haben. Auch wir wollen natürlich unser Marisol-Logo an der Mole hinterlassen und so habe ich die letzten Tage daran gearbeitet. Seit heute besitzen wir auch ganz dünne Pinsel, hätte ich die am Wochenende bereits gehabt, wäre es viel einfacher gewesen. Das nächste Mal. Während des Malens hatte ich viel Unterhaltung. Am Freitag lag ein Kreuzfahrtschiff vorm Strand, die Passagiere sind mit Booten in den Yachthafen gebracht worden und dort an Land gegangen. Ich habe mich nett mit der Crew unterhalten und den zum Teil sehr lustigen Gesprächen der Passagiere gelauscht. Da es sich um ein deutschsprachiges Schiff handelte, musste ich mich nicht mal besonders anstrengen. Samstag und Sonntag habe ich alle Autos der Insel mehrfach gesehen. Da die Insel so klein ist, hat der Autofahrer anscheinend wenig Auslauf. Man fährt also die Hafenmole entlang, dreht am Leuchtturm um und fährt wieder zurück. Und weil’s so schön war gleich nochmal. Wir kennen nun alle Autos der Insel und die ca. 20 Taxis. Lustiger weise sind die Taxis 4-stellig nummeriert, wobei die ersten 3 Ziffern meist aus Nullen bestehen. Man denkt halt an die Zukunft und will für das Wachstum gewappnet sein.

94 Stunden blau

In 94 Stunden sind wir von Ayamonte nach Porto Santo gesegelt. Sonntagmorgen ging es um sieben Uhr los, aber auch nur, weil wir auf portugiesische Zeit umgestellt haben, eigentlich war es sechs. In der Einfahrt in den Rio Guadiana gibt es eine Barre, also eine flache Stelle. Deshalb mussten wir uns mit unserer Abfahrtszeit nach der Tide richten um sicher zu sein, dass es dort tief genug für uns ist. Der Strom spült uns schnell aus dem Fluss aufs Meer hinaus und über uns fliegt ein Schwarm mit über 100 Flamingos. Was für ein grandioser Abschied.
In der ersten Nacht auf See queren wir die Schifffahrtsstraße, auf der die großen Schiffe von der portugiesischen Küste Richtung Gibraltar fahren. Später treffen wir auf die Schiffe, die von Gibraltar in die Karibik unterwegs sind oder umgekehrt auf dem Weg ins Mittelmeer. Wir freuen uns, wenn wir die Lichter der Schiffe sehen, bevor sie auf dem AIS auftauchen und passen den Kurs ab und zu etwas an, eng wird es aber nie. In der zweiten Nacht werden wir von einem Yachttransporter überholt, mit dem Fernglas kann ich an Deck die Yachten sehen, doch ich frage nicht, ob er uns mitnimmt.
Der Sonntag fühlt sich wie ein ganz normaler Segeltag an, Montag ist unser Eingewöhnungstag, wir müssen uns ans Schaukeln gewöhnen, ich kann nicht lesen und bin lieber an als unter Deck. Ab Dienstag können wir die Überfahrt in vollen Zügen genießen. Dieses unglaubliche blau des Atlantiks, an dem wir uns nicht satt sehen können. Unsere Mari segelt unbeeindruckt Meile um Meile und Ursel, unsere Windsteueranlage, steuert uns zuverlässig. Wieder einmal sind wir mit unserem Boot und seinen angenehmen Seegangseigenschaften rundum zufrieden. Was für einen tollen Job unsere Windsteueranlage macht, merken wir erst als wir die letzten Meilen in den Hafen per Hand steuern und bei den hohen achterlichen Wellen sehr gut aufpassen müssen. Einmal am Tag rufen wir mittels Kurzwellenfunk und Pactormodem den Wetterbericht ab, es gibt keine Überraschungen. Zunächst bläst der Wind mit vier bis fünf Windstärken aus Nord bis Nord-Ost, am Mittwoch nimmt der Wind auf satte 6 Windstärken zu und auch die Wellen werden höher.
Die Tage vergehen mit Essen, Schlafen, Lesen und nichts tun. Einmal eingeschaukelt, könnte es so immer weiter gehen. Aus unserer Biskayaüberquerung haben wir gelernt keine Segelbücher auf Überfahrten zu lesen. Lord Nelson soll gesagt haben, das sicherste Mittel gegen Seekrankheit sei sich unter einen Apfelbaum zu legen. Wir befolgen diesen Rat indirekt und lesen auf See nur noch absolut wasserfreie Bücher. Beide verschlingen wir einen Krimi nach dem anderen. Während Nobbi im Münsterland ermittelt bin ich in München und Italien aktiv. Nachts schlafen wir abwechselnd in unserer sicheren, gemütlichen Seekoje und holen auch tagsüber ein wenig fehlenden Schlaf nach. Neben dem warmen Mittagessen und dem Sundowner (auf See gibt es keinen Alkohol auf Mari, einzige Ausnahme ist der Sundowner) ist die Dusche das Tages-highlight. Wir duschen ausgiebig mit Atlantikwasser, das macht wach und erfrischt. Da wir, Dank unseres Wassermachers ausreichend Wasser haben, gönne ich mir anschließend eine Süßwasserdusche zum Haare waschen. Ein wahrer Luxus, gefolgt vom anschließenden Trocknen in der Sonne und aufs blaue Wasser gucken. Wunderbar. Einen Wal haben wir noch nicht gesehen, dafür gab es einige andere tierische Begegnungen. In der ersten Nacht hatten wir eine Gruppe jagender Delfine am Boot und am Mittwoch haben wir eine Gruppe Delfine beobachtet, die über die 3m hohen Wellen gesprungen sind. Ich habe eine Schildkröte überfahren, die es aber hoffentlich gut überstanden hat. Sie ist taumelnd in unserem Kielwasser aufgetaucht, hat sich dann aber sortiert und mir entsetzt hinterher geschaut. In kleiner Vogel hat eine Pause bei uns gemacht und saß einige Stunden auf dem Steuerrad. Nach der Ankunft haben wir festgestellt, dass auch einige Tintenfische auf Mari eine Pause eingelegt haben, allerdings ihre letzte. Nobbi hat ihre Reste von Deck geschrubbt. Am Mittwochabend sichtet Nobbi schließlich Porto Santo aus 30sm (!) Entfernung und gewinnt damit die dafür ausgelobte Schokolade. Als Gewinn nimmt er aber auch Aquadiente aus Madeira an. Donnerstagmorgen um fünf Uhr lassen wir den Anker in der Hafenbucht Porto do Porto Santo fallen und stoßen auf die angenehme Überfahrt an. Wir freuen uns über die schöne Reise, die wir nicht nur heil, sondern auch ausgesprochen fröhlich überstanden haben.
Nach einem gemütlichen Frühstück fragen wir über Funk im Hafen nach einem Liegeplatz und dürfen nachmittags schließlich an den Steg umziehen. Hier treffen wir die „Lotta“ wieder, die 12 Stunden vor uns angekommen ist.
Porto Santo, die kleine Schwester von Madeira, gefällt uns auf Anhieb. Direkt am Hafen beginnt ein langer Strand mit feinem weißem Sand und an der Kasse im Supermarkt wartet man mit Blick auf die Brandung und den blauen Atlantik. Da macht Schlange stehen doch Spaß.

Alcoutim und Sanlucar

Bevor unsere Zeit auf dem Fluss zu Ende geht wollen wir die beiden Orte Sanlucar und Alcoutim ansehen. Zuvor machen wir noch einmal eine Wanderung auf dem GR114 von Puerto de la Laja aus. Wir wandern 3 Stunden durch die wunderbare Landschaft und nehmen auf dem Rückweg eine Abkürzung über die Landstraße, auf dem ganzen Weg sehen wir kein Auto und nur einen anderen Wanderer, dafür ein totes Schaf, das anscheinend einen Hang hinabgestürzt ist.
Wir ankern zunächst nördlich von Alcoutim und Sanlucar und fahren mit dem Schlauchboot die eineinhalb Meilen. Unsere letzte Nacht auf dem Fluss ankern wir im Ankerfeld zwischen den beiden Orten. Alcoutim auf portugiesischer Seite und Sanlucar auf spanischer Seite liegen sich genau gegenüber, beide Orte habe einen Steg an dem es ein paar Liegeplätze gibt, dazwischen erstreckt sich ein großes Ankerfeld in dem ungefähr 60 Boote ankern. Wir pendeln mit dem Schlauchboot zwischen den beiden niedlichen Orten und können uns nicht entscheiden, welcher uns besser gefällt. Wir bummeln durch die kleinen Orte, essen wunderbar Fisch (auf der portugiesischen Seite), auf beiden Seiten gibt es verschiedene Kirchen und je eine Festung. Hier ist es ruhig, friedlich und wieder auffällig sauber. Wir können verstehen, dass mancher hier hängenbleibt. Es ist nett mal wieder andere Segler zu treffen. Der Fluss scheint fest in englischer Hand zu sein, manch einer wohnt hier. Doch wir sehen auch isländische, amerikanische, argentinische, französische und viele holländische Flaggen. Wir kommen mit einem portugiesischen Segler ins Gespräch und sind uns einig, dass der Fluss ein tolles Revier ist. Doch wir hören auch mit an, wie davor gewarnt wird, den Fluss weiter aufwärts zu fahren, er sei viel zu flach und vor Pomarao gäbe es gefährliche Felsen. Nun ja, wir haben die Felsen nicht gesehen und hatten mit fast 2m Tiefgang keine Probleme, die Navionics-Karten stimmten und unser Anker hat überall sofort gehalten. Gut, dass wir nicht auf dem Hinweg hier waren, sonst hätten wir das vielleicht geglaubt und den schönsten Teil des Flusses verpasst.
Bevor wir uns verabschieden machen wir noch eine Wanderung auf der spanischen Seite (wieder auf dem GR 114) und sehen hunderte von Schmetterlingen. Der Rückweg auf dem Rio Guadiana nach Ayamonte ist ungemütlich. Es ist grau und immer wieder erwischen uns Schauerböen. Ich trage mal wieder Ölzeug und wir sind froh, als wir ankommen. Kurz vor Ayamonte sehen wir eine Yacht, die mitten im Fluss treibt. Wir fahren ein Kringel und das brasilianische (!) Schiff, das zwar einen Anker im Wasser hat, aber dennoch vorm Wind Fahrt flussaufwärts macht. Wir tröten um festzustellen, ob jemand an Bord ist und sprechen mit dem Eigner, der zum Glück an Bord ist und uns versichert es sei alles in Ordnung (!). Beim Anlegen weht es nochmal ordentlich und wir freuen uns über einen hilfsbereiten Iren, der unsere Leinen annimmt.
Die Tage in Ayamonte vergehen schnell, wir erledigen kleine Einkäufe, können Kabel und Farbdosen von unserer Liste streichen und lernen die Wohngegenden von Ayamonte kennen, als wir das außerhalb gelegene Shoppingcenter besuchen. Nobbi wagt sich wieder zu einem spanischen Friseur  und ist diesmal sehr zufrieden. Während wir über den mit 8 Euro doch überschaubaren Preis staunen, freut sich der Friseur über das (anscheinend unerwartete) Trinkgeld und alle sind zufrieden. Abends genießen wir das Leben auf dem Marktplatz, wundern uns über Elektroroller für zu dicke Kinder und haben bereits eine Stammkneipe und ein Lieblingsrestaurant.

Bei Ziegen und Schafen zwischen Portugal und Spanien

Am Donnerstag verlassen wir unseren Ankerplatz bei Romeirao und fahren flussaufwaerts. Der Fluss wird immer schoener, je weiter wir kommen. Zwischen Sanlucar auf der spanischen Seite und Alcoutim auf der portugiesischen Seite etwa 20 Meilen von Ayamonte entfernt gibt es ein regelrechtes Dorf auf dem Wasser. Hier ankern viele Schiffe, von stark renovierungsbeduerftigen Exemplaren bis zu sehr gepflegten Schiffen ist alles vertreten. Viele der Ankerlieger wohnen hier. An Bord eines grossen Stahlschiffes wird gerade die Gartenarbeit erledigt, das Schiff verfuegt ueber einen richtigen Garten mit grossen Pflanzen, um die sich die Bordfrau, bewaffnet mit Schuerze und Hacke, gerade kuemmert.
Hier endet die Betonnung, doch der Fluss ist weiterhin tief und wir wollen sehen wie es weiter geht. Nach weiteren 9 Meilen weiter und suchen uns einen schoenen Ankerplatz aus. Wir sind jetzt wieder eindeutig in Portugal, hier bildet der Rio Guadiana nicht mehr die Grenze. Es ist traumhaft, unsere einzigen Nachbarn sind die Ziegen, die man mit ihren Glocken weit hoert. An Bord gibt es ein Geburtstagskind, deshalb gibt es nur Kuchen, sondern auch noch rote Gruetze. Ansonsten vergeht der Tag mit Ziegen und Voegel beobachten. Uns gefallen besonders die leuchtend gelben Voegel mit den schwarzen Streifen auf den Fluegeln und wir sind begeistert gleich zwei verschiedene Adlerarten zu entdecken.
Am naechsten Tag unternehmen wir einen Ausflug mit dem Dinghi in den 2 Meilen flussabwaerts gelegenen Ort Pomarao. Der Ort ist winzig und sehr ruhig, gleich hinter dem Ort liegt eine riesige Staumauer. Der zugehoerige Stausee ist schoen, trotzdem finde ich den Staudamm unheimlich.
Gestern wollten wir die Huegel beiderseits unseres Ankerplatzes erkunden, was sich sportlicher gestaltete als zunaechst angenommen. Vielleicht waren Crocs auch nicht die optimalen Schuhe fuer dieses Unterfangen, beim Anlanden am unwegsamen Ufer haben sie sich jedoch bewaehrt. Wir sind ganz schoen gekraxelt, wurden aber belohnt. Wir entdecken Apfelbaeume, Granatapfelbaeume und viele weite Pflanzen, die man bei uns aus der Obst- und Gemueseabteilung kennt, außerdem Unmengen bluehender Blumen, bluehende Opunzien, viele verschiedene Insekten, Schildkroeten und die Aussicht ist fantastisch.
Wir beschliessen weiter zuziehen und ankern nun 5 Meilen flussabwaerts (jetzt wieder irgendwo zwischen Portugal und Spanien). Vor Pomarao gibt es eine flache Stelle, die wir bei Hochwasser queren, sonst ist die Fahrt gemuetlich. Lediglich die Netze der Fischer halten uns auf Trab, sie sind mit kleinen Styroporkloetzchen gekennzeichnet. Einmal werden wir von einem Fischer zu einer Durchfahrt zwischen zwei Netzen gelotst, die nur doppelt so breit ist wie Mari. Die Entscheidung fuer einen Ankerplatz ist aussergewoehnlich lustig, wir entscheiden uns beim Schaf zu ankern. Direkt am Ufer zwischen zwei Oleanderbueschen steht ein Schaf, dort lassen wir den Anker fallen. Zu dem einzelnen Schaf gehoeren noch etwa hundert weitere, sie kommen hier in regelmaessigen Abstaenden vorbei und Kummaehnizieren dabei eifrig.
Heute ging es mit dem Schlauchboot nach Puerto de La Laja wo wir auf verschiedene Wanderwege stossen, unteranderem den GR114, einen Verwandten unseres Bretagne-Wanderwegs. Der GR114 fuehrt 800km in 44 Etappen am Guadiana entlang. Wir laufen nur in jeweils ein Stueck in beide Richtungen und freuen uns ueber den gepflegten und gut ausgeschilderten Weg. Ueberhaupt ist uns aufgefallen, dass wir in den letzten vier Tagen keinen Muell gesehen haben.
Nach einer Mittagspause im Schatten, bei uns war es sehr sommerlich, sind wir in den Rio Vascao gefahren. Der kleine Nebenarm war uns schon aufgefallen, als wir flussaufwaerts gefahren sind, er sah so interessant aus. Wir sind ganz langsam den kleinen Fluss hochgetuckert, um die Schildkroeten nicht zu vertreiben, die am Ufer ueberall in der Sonne lagen und haben die grandiose Landschaft genossen.
Eigentlich wollten wir heute wiederum ein Stueckchen flussabwaerts fahren, doch es gefaellt uns so gut hier, dass wir bis morgen bleiben und noch ein wenig den Wanderweg erkunden.

Grenzverkehr – Rio Guadiana

Nach unserem Ausflug nach Huelva haben wir noch einen Tag in Mazagon verbracht der mit Erdbeer-Gruetze kochen, lesen, Spazieren gehen, naehen und rumtueddeln schnell vergangen ist.
Vorgestern sind wir bei sehr leichten Winden nach Ayamonte gefahren. Ayamonte liegt am Rio Guadiana, dem Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Auf dem Hinweg waren wir schon einmal in diesem Fluss, hatten uns aber fuer den Hafen auf portugiesischer Seite in Vila Real Santo Antonio entschieden. Umso naeher wir den Flussmuendung kommen, umso mehr Fischerfahnen sehen wir, so dass der Nachmittag ein einziger Zickzackfahren wird. Die netteste Unterbrechung des Tages sind sportliche Delfine, die immer wieder aus dem Wasser springen.
Der gestrige Tag war gepraegt von Erledigungen. Unsere leere Gasflasche wurde gegen eine volle getauscht, wir haben 40 l Diesel an der Tankstelle in Kanister getankt, drei Maschinen Waesche sind vielleicht nicht voellig sauber, riechen aber wieder hervorragend und wir haben eingekauft. Nachmittags haben wir einen Ausflug nach Portugal gemacht, diesmal nicht mit dem eigenen schiff, sondern mit der Faehre. In Vila Real Santo Antonio haben wir Datenvolumen für unsere portugiesische SIM Karte gekauft, etwas gebummelt und unter anderem zwei grosse Handtuecher gefunden, die in Zukunft unsere Sofas schuetzen sollen. Der Ort hatte uns schon bei unserem ersten Aufenthalt gut gefallen und auch jetzt moegen wir ihn wieder sehr. Nach einer Pause in einem Cafe und der Besichtigung der Skulpturen die zurzeit ueberall in der Stadt stehen geht es wieder auf die spanische Seite.
Auch Ayamonte ist ein ausgesprochen netter Ort, trotzdem wollten wir heute weiter und auf dem Rio Guadiana unsere eigene Flusskreuzfahrt unternehmen. Niedrigwasser war heute um halb fünf und eigentlich wollten wir Ayamonte mit Niedrigwasser verlassen und uns von der Tide flussaufwaerts schieben lassen. Nach einem Spaziergang fahren wir aus dem Hafen, um irgendwo im Fluss zu ankern und darauf zu warten, dass der Strom kippt. Doch dann ist der Strom schwaecher als erwartet und wir beschliessen, dass wir ja auch mal gegen den Strom schwimmen koennen. Kurz hinter Ayamonte durchfahren wir die Autobahnbruecke, die Mitte des Fahrwassers ist leicht auszumachen, dort ankert ein Angler direkt unter der Bruecke. Der Hafenmeister hat uns extra gefragt wie hoch unser Mast ist, erst vor zwei Wochen hat es bei einem anderen Segler nicht gepasst und er hat seinen Mast hier verloren. Wir koennen teilweise sogar segeln und kommen besser voran als erwartet. Nach 2 Stunden ankern wir um in Ruhe zu essen. Es gibt Guacamole, Haehnchenbrust und frisches Baguette, anschliessend lesen wir ein bisschen und sonnen uns. Um fuenf gehen wir wieder Anker auf und fahren weiter. Der Fluss schlaengelt sich sanft zwischen niedrigen Huegeln, auf beiden Ufern gibt es kleine Doerfer, schoene Hoefe und Haeuser mit sehr viel Potenzial. Der Fluss ist perfekt ausgetonnt und so ist die Navigation denkbar einfach, immer schoen zwischen den roten und gruenen Stangen durchfahren. Nur ab und zu machen wir einen kleinen Schlenker um ein Netz, das den halben Fluss sperrt oder um eine schwimmende Insel aus Schilf. Auf dem Fluss ist es insgesamt sehr ruhig. Wir haben heute nur drei andere Yachten gesehen, die ebenfalls unterwegs waren. An zwei Stellen lagen mehrere Yachten, die dort anscheinend schon sehr lange liegen und sicherlich in absehbarer Zeit auch nicht umziehen. Fuer die Nacht haben wir einen schoenen Ankerplatz kurz hinter dem Dorf Romeirao gefunden, den wir ganz fuer uns alleine haben. Der Fluss hat eine Badetemperatur von 23 Grad und wir sind erstmal eine Runde geschwommen. Wir liegen auf der spanischen Seite, allerdings ist der Fluss nur etwa 300 m breit, Voegel und Fische queren also fortwaehrend die Grenze und auch wir haben ausnahmsweise zwei Gastlandflaggen gesetzt.

Besuch in der Erdbeerhauptstadt

Der Wind weht aus West, da wir nach Westen wollen beschließen wir noch ein wenig in Mazagón zu bleiben und machen einen kleinen Ausflug nach Huelva. Der Bus hält ganz in der Nähe des Hafens und für 1,65 Euro gibt es fast eine Stunde Busfahrt. Zunächst geht es durch den Pinienwald, der bald von Erdbeerfeldern abgelöst wird. Erdbeeren unter weißen Planen soweit das Auge reicht. Huelva hat 145.000 Einwohner und ist eigentlich nicht für seine Erdbeeren bekannt, sondern genießt einen zweifelhaften Ruf. Es ist bekannt für seine Chemieindustrie, die Industrieanlagen sind unübersehbar. Zweifelhaft ist der Ruf, da Huelva die meisten Krebserkrankungen (bezogen auf die Einwohnerzahl) in Spanien haben soll und das Trinkwasser stark schwermetallbelastet sein soll. Wie immer bei solchen Informationen, ist es etwas schwierig, dazu Informationen aus seriöser Quelle zu finden. Sicher ist jedoch die glanzvolle Vergangenheit. Die Stadt ist mindestens 2000 Jahre alt, es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Phönizier sich hier bereits vor 3000 Jahren tummelten. „Cristóbal Colón“ ist von Huelva aus gestartet als er Amerika „entdeckt“ hat und so gibt es gleich mehrere Colon-Denkmäler. Wir haben uns durch die Stadt treiben lassen, sind die Fußgängerzone auf und ab flaniert, haben versucht die beworbene Mosaikausstellung zu finden und sind stattdessen im Büro eines Fernsehsenders gelandet und haben lecker gegessen. Zum 525-jährigen Jubiläum der „Begegnung mit Amerika“ gibt es das ganze Jahr hindurch Veranstaltungen, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen. Heute gab es einen Büchermarkt auf dem zentralen Platz mit einer Lesung und Signierstunde ein Fernsehkochs. Eine Lesung aus einem Kochbuch finde ich ganz lustig. Rezepte vorlesen könnte, je nachdem wie hungrig man ist, auch als Folter eingestuft werden. So schmutzig die Straßen auf dem Weg nach Huelva waren, so auffallend sauber war die Stadt selbst, insgesamt hat es uns gut gefallen. Zum Schluss noch einen Abstecher zur Kathedrale, zur Stierkampfarena und an den Fluss und schon wurde die Zeit knapp und wir mussten uns beeilen unseren Bus zu bekommen.
Auf dem Rückweg zum Boot haben wir 2 kg Erdbeeren aus Huelva für 2,80 Euro gekauft, weder beim Essen noch beim Rote-Grütze-kochen werde ich über Schwermetalle nachdenken.

Möwen-Yoga

Möwen baden nicht nur leidenschaftlich gerne, sie machen auch Yoga. Eine einfach Übung für Einsteiger: beide Flügel zur Seite spreizen, nun einen Flügel wieder anlegen und ein Bein nach hinten ausstrecken. Wer keine Flügel hat kann sicher auch seine Arme nehmen.
Wir haben Zeit Möwen zu beobachten. Am Montag ging es für uns weiter nach Chipiona, knappe 20 Meilen nördlich von Cádiz. Dort waren wir bereits, allerdings waren wir nur eine Nacht im Hafen und gar nicht im Ort. Chipiona ist ein kleiner Ferienort, im Sommer nimmt die Bevölkerung von 20.000 auf 120.000 Menschen zu, jetzt ist es eher ruhig. Der Ort hat lange, schöne Strände, eine hübsche Strandpromenade und eine nette Fußgängerzone. Sehenswürdigkeiten sind der 69m hohe Leuchtturm, der zu den höchsten der Welt zählt, und die große Kirche direkt am Meer. Wir haben die Tage mit Spaziergängen, etwas Bootspflege, lesen, sonnen, Brot backen und Möwen beobachten verbracht. Um die Wartezeit auf das ideale Wetterfenster für die Überfahrt nach Madeira zu überbrücken sind wir heute nach Mazagón umgezogen, auch hier kannten wir den Ort noch nicht. Die Fahrt hierher war ein fröhliches Slalom um Fischerbojen und Netze. Die Kanister sind recht gut sichtbar, allerdings gibt es auch Netze die mit 1l-Wasserflaschen markiert, oder sollte ich sagen getarnt, sind. Mitten in diesem Irrgarten haben wir eine Gruppe großer Delfine getroffen, wie die sich dort wohl zurecht finden?
Auch in Mazagón gibt es reichlich unbewohnte Ferienhäuser und die obligatorischen Hotelruinen. Den etwas skurrilen Supermarkt haben wir bereits gefunden, die Umgebung erkunden wir morgen, falls der angesagte Regen unsere Pläne nicht davon spült.