Reiseplanung: wohin führt uns die nächste Etappe?

Als wir uns im November entschieden haben hier in Nouméa zu bleiben, haben wir uns gefragt, was wir hier monatelang machen sollen. Vor ein paar Tagen ist uns aufgefallen, dass die Zeit bis zum Ende der Zyklonsaison verfliegt und wir uns nun schon ranhalten müssen alle Dinge zu tun, die wir uns vorgenommen haben.
Am 1. Mai endet hier die Zyklonsaison (hoffentlich wissen die Tiefs das!) und damit können wir endlich weiter segeln und zu neuen Zielen aufbrechen.
Wir lesen Revierführer und blättern in Reisebeschreibungen, holen uns Inspirationen aus Blogs von Seglern, die vor uns in die gleiche Richtung gesegelt sind, breiten Seekarten aus und scrollen uns auf dem Tablett von Ankerbucht zu Ankerbucht. Unter einer Palme vorm Marina Büro finden wir eine stabile Internetverbindung, die es uns erlaubt, uns ein Webinar anzusehen, in dem wir allerdings keine einzige der erhofften Informationen bekommen, dafür aber ganz neue Routenideen entwickeln. Unsere Ideen passen unmöglich in eine Segelsaison. Deshalb tragen wir die Distanzen auf einer selbstgemalten Karte ein und haben nun eine grobe zeitliche Vorstellung.
Von hier aus wollen wir zunächst nach Vanuatu segeln und in dem kleinen Archipel von Insel zu Insel segeln. Anschließend geht es nach Australien, wo wir der Küste nach Norden folgen wollen. Australien ist erschreckend groß und wir rechnen damit, dass uns spätestens hier die Zeit ein wenig knapp werden könnte. Dann wechseln wir den Ozean und den Kontinent. Das nächste Ziel ist Indonesien, ein weiteres riesiges Land. Unser Etappenziel ist Singapur, es wäre toll Ende des Jahres dort anzukommen.
Vor unserem Start zum nächsten Reiseabschnitt soll Marisol noch einen kurzen Abstecher an Land machen. Der Bewuchs hier ist sehr stark, schon mehrfach haben wir ihren Bauch geschrubbt, vom Antifouling, das wir in Neuseeland in den Regenpausen gemalt haben ist nicht mehr viel übrig.

Wir sind sehr gespannt, auf die Überraschungen, die die nächste Etappe für uns bereithält und freuen uns auf neue Länder und ihre Menschen. Mal sehen, wo wir am Ende des Jahres dann wirklich festmachen werden.

Auf dem Markt von Nouméa

Der Markt ist einer unserer liebsten Plätze hier. Jeden Morgen außer Montag findet er statt. Er öffnet lange bevor wir die Augen öffnen und endet gegen zwölf. Praktischerweise ist er ganz nah an der Marina direkt am Hafenbecken.
In einem Pavillon ist der Fischmarkt untergebracht, in den anderen wird hauptsächlich Obst und Gemüse verkauft, aber auch Souvenirs, Blumen, Gebäck, Honig und viele Leckereien von Frühlingsrollen über süßen Reis im Bananenblatt bis zu Kokos-Eis. Samstags und sonntags ist am meisten los, vor dem Marktgebäude stehen mehr Stände, die bunte Tücher, Seifen und Tüdelüt anbieten, die Trinknüsse sind manchmal schon vor zehn ausverkauft und einige Verkäufer sind auch nur am Wochenende auf dem Markt. Auf dem Markt gibt es auch das absolut beste Weltkulturerbe. Das perfekte Baguette. Das „Tradition“ von der netten Dame im mittleren Pavillon.
Immer geöffnet ist das Café in der Mitte des Marktes. Wenn wir sonst keine Pläne haben, sitzen wir hier gerne, trinken einen Espresso und gucken Leute. Ist der Espresso an den anderen Tagen eine Option, gehört er sonntags inzwischen zum liebgewonnenen Pflichtprogramm. Wir werden es vermissen. Den Kaffee, die netten Bedienungen, das Gewusel. Und es deshalb jetzt ausgiebig genießen. Es ist schließlich Sonntag.

Ein entspannter Sonntagsausflug und ein etwas zu ereignisreicher Segelausflug

Wir dürfen das Auto unserer Nachbarn benutzen und verschieben alle geplanten Arbeiten für den Sonntag auf später. Nach einem Abstecher zur Quelle, um die Wasserkanister zu füllen, wollen wir das Erfolgsmodel vorangegangener Ausflüge wiederholen. Kurz wandern und lange Baden. Wir laufen am Rivière des Pirogues entlang, hier waren wir vor einigen Wochen schon mal. Diesmal laufen wir ein bisschen weiter und werfen einen Blick auf einen Wasserfall und einen tollen Badeplatz. Hier findet aber gerade ein Treffen vom Wanderverein statt. Wir suchen uns unseren eigenen Badespot, kühlen uns im frischen Wasser ab und verspeisen unser Picknick. Auf dem Rückweg stellen wir fest, dass man sich die Haut doch sehr viel mehr an den harten Pflanzen verletzt, wenn man zuvor bei einem ausgiebigen Bad die Haut aufgeweicht hat. Trotz einiger Kratzer war es wieder schön und darf wiederholt werden.

Der Wetterbericht verspricht schlechtes Wetter für Mitte der Woche, wir entscheiden uns deshalb vorher noch eine kleine Ausfahrt zu unternehmen. Morgens kaufen wir ein und schlagen das Vorsegel wieder an, dann geht los. Der Motor spuckt schwarzes Kühlwasser, nimmt seine Arbeit dann aber auf. Gleich nach dem Verlassen der Marina kalibrieren wir unseren Autopiloten, dazu müssen wir langsam mehrere Kreise fahren. Wir sind froh, dass er wieder einwandfrei funktioniert. Für die Reparatur der Steuersäule haben wir ihn demontiert und nach dem Zusammenbau tat sich erstmal nichts. Wir hatten befürchtet, dass wir ihn eventuell ausversehen kurzgeschlossen haben, doch es lag nur an einer Steckverbindung, die sich getrennt hatte. Da sie im Schrank, hinter den Klopapiervorräten ist, war das Problem nicht ganz so einfach zu finden.
Wir setzen das Großsegel und freuen uns über den frischen Segelwind, auch wenn sich schon wieder eine beachtliche Welle aufgebaut hat. Ein lautes „Zong“ lässt uns erschrecken. Die Hebelklemmen die das Großfall und die Reffleine halten haben sich verabschiedet. Sie sind aus dem Deck gekommen und gegen die Scheibe im Cockpit gerumst. Wir sichern Fall und Reffleine auf den Winschen und sind erleichtert, dass unser Segel heil geblieben ist. Ganz überraschend kommt das Versagen der Hebelklemmen nicht. Wir haben die Vorgänger noch in Deutschland getauscht. Da wir die Schrauben nicht aus dem Deck bekommen haben, haben wir den Auftrag an einen Bootsbauer gegeben. Irgendwann haben sich die Hebelklemmen an Backbord aus dem Deck gehoben. Wir haben sie abgebaut, festgestellt, dass die Arbeit erschreckend schlecht erledigt worden war und die Klemmen neu angebaut. Mit deutlich längeren Bolzen, die wir mit Epoxy eingesetzt haben. Hätten wir die Steuerbordklemmen doch auch gleich hochgenommen und neu eingebaut.
Wenig später verabschiedet sich auch noch der Baumniederholer. Eine Curry- Klemme ist gebrochen. Langsam wird es uns zu wild, wir entschließen uns abzudrehen und eine ruhige Bucht an der Hauptinsel anzulaufen. Kurz vorm angepeilten Ankerplatz machen wir die Maschine an und bergen das Segel. Als ich Gas gebe, weil ich Maris Nase in den Wind drehen will, kommt keine Leistung. Der Motor nimmt kein Gas an, qualmt und das Kühlwasser ist schwarz. Unter Standgas schleichen wir uns an den Ankerplatz und sind etwas demotiviert.
Nobbi taucht später, stellt fest, dass wir uns keine Plastiktüte um den Propeller gewickelt haben, aber das der Propeller ziemlich bewachsen ist. Das scheint aber nicht unser einziges Motorproblem zu sein. Wir überlegen was das Problem sein könnte, lesen in unseren Motorbüchern, streicheln den Motor ein bisschen und machen einige Tests. Er nimmt wieder Gas an, aber hat weiterhin irgendein Problem. Die Einspritzdüsen? Wir werden sehen.
Abends genießen wir einen spektakulären Sonnenuntergang und freuen uns über einen wolkenlosen Sternenhimmel.

Wir beschließen, dass wir nach der Aufregung vom Vortag einen gemütlichen Ankertag verdient haben. Lesen, kochen, Sonnenuntergang angucken. Unser Gecko zeigt sich endlich mal wieder. Während wir Kaffee trinken, genießt er eine Ameise.
Am Mittwoch sind wir auf, bevor die Sonne über den Berg guckt und schon um halb sieben unterwegs. Wir wollen zurück in die Marina, bevor am Donnerstag das schlechte Wetter kommt. Der Motor läuft, aber mehr als 1600 Umdrehungen sind nicht drin. Geben wir mehr Gas, ist das Kühlwasser schwarz. Wir sind nie schnell unter Motor, schon gar nicht wenn wir gegen eine unangenehme Welle an motoren müssen. Nun sind wir eben noch etwas langsamer. Das Motto ist Tee trinken und geduldig bleiben. Es ist ein schöner sonniger Morgen, trotzdem sind wir erleichtert als wir unseren Liegeplatz erreichen.
Das schlechte Wetter ist eingetroffen. Heute schüttet es ohne Ende und auch die nächsten Tage sollen ziemlich nass werden. Die Zeit nutzen wir um über die nun wieder etwas längere ToDo-Liste nachzudenken und von neuen Reisezielen zu träumen.

Bei Sonnenaufgang sind wir unterwegs.
Mit Tee und Geduld zurück nach Noumèa.

Mission Steuersäule

In unserer Steuerung ist ein wenig zu viel Spiel. Wenn man das Steuerrad dreht, hat man ein etwas wabbeliges Gefühl. Das gefällt uns nicht. Wir haben uns auf die Suche nach Konstruktionszeichnungen unserer Steuersäule gemacht und neue Lager bestellt. Meine Eltern haben die Lager nach Singapur mitgebracht und ich habe sie dort abgeholt. Nobbi hatte schon vorher einige schlaflose Nächte und auch ich habe Befürchtungen. Irgendwann müssen wir es angehen, jetzt ist der richtige Moment.
Als erstes bauen wir den Kompass aus und verstauen ihn sicher im Vorschiff. Solche Baustellen bieten die große Gefahr unverzeihliche Kollateralschäden zu verursachen. Steuerrad, Autopilot, Haltebügel, Getriebeschaltung, diese Dinge haben wir schon häufiger abgebaut. Kein Problem. Dann wird es spannend. Um die oberen Elemente abnehmen zu können, muss man zwei Sicherungsstifte ziehen. Die Stifte wollen nicht weichen. Schließlich, lassen sie sich, mit massiver Gewalteinwirkung doch überreden. Einer der Stifte fliegt dabei durchs Cockpit und verschwindet im Abfluss. Das kann doch nicht wahr sein! Ich klettere auf die Badeleiter und halte unter Wasser die Hände vor den Auslass. Nobbi stochert mit einer Leine vom Cockpit aus darin herum. Tatsächlich, der Stift war noch nicht im Hafenbecken verschwunden, sondern lag im Abfluss. Glück gehabt!!! Wir stülpen einen Eimer über die nun oben geöffnete Säule und beschließen am nächsten Tag weiterzumachen.
Nobbi liegt auf dem Rücken in der Achterkoje und schraubt dort den Fuß der Säule los, ich brauche nur von oben gegenhalten. Beim Lösen der Schubstange, die die Kraft zum Ruder überträgt fällt ihm ein 24er Schlüssel auf die Nase. Er ist etwas beschädigt,
Nun können wir die Säule endlich aus dem Cockpit heben und die äußere Hülle lösen. Endlich halten wir das Innenleben der Steuersäule in den Händen. Jetzt müssten wir die Lager abziehen, durch die neuen ersetzen und schon könnten wir alles wieder zusammenbauen. Nobbi hat schon ausgiebig darüber nachgegrübelt, wie er es schaffen soll das untere Lager über die ganze Achse nach oben abzuziehen. Nun sind wir doch etwas sprachlos. Gleichzeitig stellen wir fest, dass sich das untere Lager nicht von der Achse schieben lassen wird. Oben ist ein kleiner Ring angeschweißt, der das obere Lager positioniert, unten ein Winkel. Eine kleine Abweichung von der Konstruktionszeichnung mit großer Wirkung. Plan B wird geboren. Das können wir nicht selbst. Der Hebel, der die Übertragung aufs Ruder übernimmt, muss abgetrennt und anschließend wieder angeschweißt werden.
Charly hatte bei der Reparatur der Hydrovane gute Arbeit geleistet und wir wissen, dass er Stahl, Niro und Alu bearbeiten kann. Leider ist Charly beim ersten Versuch nicht in seiner Werkstatt. Mal wieder bekommen wir Hilfe vom Marina Büro, eine der Frauen telefoniert für uns. Am nächsten Nachmittag sollen wir vorbeikommen.
Wir erklären Charly unser Problem, das ist nicht ganz einfach, unser Französisch ist zu schlecht und Charly spricht kein Englisch. Der Handwerker aus der Nachbarwerkstatt hilft und übersetzt.
Das Ganze gestaltet sich als nicht gerade trivial. Eineinhalb Stunden gibt Charly alles. Mit Flex, Hydraulikpresse, Schweißgerät, einer Armada weiterer Geräte und mehreren spontan zurecht gesägten Hilfskonstruktionen schafft er es die Lager zu entfernen. Das obere Lager leistete deutlich mehr Widerstand als erwartet und das untere Lager war in der Schale, in der es gelagert ist, so elegant festkorrodiert, dass gar nicht mehr sichtbar war, dass es sich ursprünglich um zwei Teile handelte. Einige Male hatten wir Angst, dass Charly aufgibt, doch er hatte für jedes auftauchende Problem eine neue Idee. Nachdem dann auch noch die neuen Lager eingepresst und der Steuerhebel wieder im 90 Grad Winkel am unteren Teil der Welle verschweißt ist verlassen wir die Werkstatt sehr erleichtert und sind einen riesigen Schritt weiter.
Bevor wir nun alles wieder einbauen, könnten wir doch die korrodierten Stellen außen am Fuß lackieren, denken wir uns. An wenigen Stellen kommt der Lack freiwillig runter, sonst nur sehr zögerlich. Das ist im Prinzip super, dass der Lack nach 30 Jahren wunderbar haftet, nur eben nicht wenn man „mal eben“ lackieren möchte. Wir entscheiden uns gegen die große Lösung, wir haben hier keine Werkstatt, wollen das auch nicht in Auftrag geben, sondern entscheiden uns, nur die schlimmen Stellen zu reparieren. Ich male das unhandliche Teil unter Deck, auf dem Tisch, Nobbi hält es fest und bindet es anschließend fest, so dass es nicht umfällt. Dann gehen wir zum Markt einen Kaffee trinken. Als wir zurückkommen ist der Lack soweit trocken, dass das Teil im Bad angebunden werden kann, um dort weiter zu trocknen. Wer etwas aus den Schränken im Bad braucht, hat Pech. Drei Anstriche gönnen wir uns – und dazwischen drei ausgezeichnete Espressi.
Zwischendurch passieren immer wieder Dinge, die den Fortgang der Arbeiten entschleunigen. Nobbi setzt den Multimaster an und möchte mit der Scheibe schleifen. Da zerlegt sich die Schleifscheibe in zwei Teile. Macht nichts, wir haben noch eine. Zack, wieder zwei Teile. Also werden diese Teller, auf die man das Schleifpapier klettet, erstmal mit Epoxi neu zusammen geklebt.
Hochmotiviert machen wir uns an den Einbau. Und, es ist mal wieder schlimmer als gedacht. Die Sicherungsstifte wollen nicht wieder an ihren Platz. Schließlich gewinnt Nobbi, aber es ist ein schmerzhafter Sieg. Diese mechanischen Baustellen, wo es am Ende doch nur mit Gewalt geht, mögen wir beide nicht. Dann können wir die Säule wieder an ihren Platz stellen und festschrauben. Nun haben wir endlich kein Loch mehr im Cockpitboden. Wir hatten einfach die Gasflasche auf das Loch gestellt und es ist auch bei starken Regenschauern erstaunlich wenig Wasser ins Schiff gekommen. Jetzt wird es wieder lustiger. Wir müssen die Länge der Schubstange neu einstellen. Ich sitze in der achteren Backskiste, Nobbi liegt in der Achterkoje. „Dreht das Gewinde links?“ „Welches links?“ „Kürzer!“ „Nee, andersrum“. Gar nicht so einfach. Ich peile die Mittschiffslage des Ruders während ich bis zu Hüfte im Wasser auf der Badeleiter stehe und Nobbi stellt in der Achterkammer die Länge der Schubstange ein. Schließlich sind wir zufrieden. Für die Endabnahme springt Nobbi mit der Taucherbrille in das Hafenbecken. Kein Vergnügen.
Letztlich brauchen wir fast zwei Wochen, in denen wir natürlich nicht ununterbrochen, aber eben immer wieder daran arbeiten. Wir sind froh, dass wir diese Aufgabe hinter uns gebracht haben. Das untere Lager war völlig hin. Zwischendurch haben wir ernsthaft überlegt, ob wir nicht einfach auf eine Pinne umrüsten sollten, dann hätten wir den ganzen Ärger nicht. Aber wo lassen wir dann unseren Kompass? Jetzt hoffen wir, dass wir auch nach der Testfahrt zufrieden sind und diese Lager auch erst in 30 Jahren wieder getauscht werden müssen.

Endlich haben wir die Achse mit den Lagern freigelegt
Da braucht man kein Experte sein, das Lager ist hin.
Charly gibt alles. Die Reste des kaputten Kugellagers müssen raus.
Oben das neue Lager, darunter die alten.
Nun muss der „Steuerhebel“ noch wieder angeschweißt werden.
Eine Arbeitsposition schöner als die andere…

Wetter, ein neues Telefon und eine Beinahe-Rettung

Letzte Woche haben die beiden Zyklone Judy und Kevin das Geschehen auf der Wetterkarte bestimmt. Wir hatten Glück, es gab zwar Vorwarnung und die Aufforderung das Wetter zu beobachten, aber es blieb bei ein paar schwülen und regnerischen Tagen. Weniger Glück hatte Vanuatu. Die beiden Wirbelstürme sind in wenigen Tagen auf sehr ähnlichem Track über den Inselstaat gefegt. Beide Stürme waren mit Kat 3-4 bzw. 4 (das Ganze ist etwas verwirrend, weil es verschiedene Skalen gibt) recht stark. Kevin erreichte sogar kurzzeitig Kat 5, zum Glück aber erst, als er sich auf dem insellosen Ozean austobte.
Zyklon Freddy bricht gerade alle Rekorde im Indischen Ozean. Der Sturm wurde Anfang Februar zwischen Indonesien und Australien auf dem indischen Ozean geboren. Nachdem er den ganzen Indischen Ozean überquert hatte, überquerte er Madagaskar und traf in Mozambique den afrikanischen Kontinent. Normalerweise „sterben“ diese Stürme über Land. Freddy jedoch hat neue Energie bekommen, ist umgekehrt, hat wieder die Straße von Mosambik überquert, wieder Madagaskar getroffen, wieder kehrt gemacht und trifft nun wieder das Festland. Seit ein paar Tagen ist trägt er den zweifelhaften Titel des am längsten lebenden Zyklons.
Wetterseitig ist es gerade ruhig bei uns, so darf es gerne bleiben. Wir tüddeln uns durch den ganz normalen Langfahreralltag mit Bootsarbeiten, Wäsche waschen, Steuererklärung und gelegentlich einem Mittagessen im Schatten der großen Bäume auf dem Place de Cocotiers.
Nobbis Handy hat ein Bad genommen. Nein, es ist nicht ins Hafenbecken gesprungen, sondern ist ins Süßwasser gefallen. Trotz umfassender Wiederbelebungsversuche konnten wir es nicht retten. Das neue Telefon einzurichten war nicht ganz trivial, schließlich haben wir hier ein schwaches WLAN und keine Möglichkeit SMS zu empfangen, was ein Manko beim Freischalten unterschiedlichster App ist. Wir haben wieder ganz viel gelernt und Nobbi ist wieder rundum einsatzfähig. Es ist schon beruhigend, wenn man wieder Zugriff auf seine Konten hat…
Gestern Morgen sind wir um halb sechs aus dem Bett gefallen. Wildes Gehupe. Hier wird ausgiebig protestiert. Also haben wir beim Frühstück recherchiert, Grund für die Proteste ist eine Reform der Krankenversicherung. Die Anhebung der Beiträge trifft unter anderem die Fahrer der Minen, dementsprechend imposant sind die Fahrzeuge, die hupen und Kreuzungen und Durchfahrtsstraßen lahmlegen.
Mittags hatten wir Besuch vom großen Lotsenboot. Ein wenig peinlich. Für uns. Vor ein paar Tagen, als wir beide mitten in einer blöden Reparatur steckten, stelle Nobbi fest, dass eine meiner Schwimmesten sich aufgeblasen hatte. Die Salztablette war zerbröselt. Wir beschließen es als Wartung einzustufen. Sie bläst sich auf und hält die Luft, also ist sie in Ordnung. Bevor wir sie nun wieder richtig zusammenlegen und wegpacken, wollen wir die persönlichen AIS Signale testen. Die Dinger sind in der Schwimmweste befestigt. Sollte ich ins Wasser fallen, soll das Ding ein AIS Signal senden und Nobbi helfen mich wiederzufinden. Natürlich hat Nobbi auch eins. Während wir versucht haben rauszufinden, wie man die kleinen Geräte testet, haben wir wohl eins ausgelöst. Die Crew des großen Lotsenbootes hat unser Signal gesehen und ist mal kurz vorbeigekommen. Sie waren übrigens sehr freundlich und haben nur gelacht.
Auf dem Weg zum Schiffshändler kommen wir an einer Schiffstaufe vorbei. Der Zoll hat ein neues Boot bekommen, das nun getauft wird. Die Zöllner tun uns ein wenig leid, müssen sie doch in der prallen Sonne warten. Für wichtige Leute und die Gäste gibt es schattenspendende Pavillons. Wir beobachten das Geschehen aus dem Schatten einer Palme. Neben uns stehen zwei Möwen. Sogar den Vögeln ist es zu warm in der Sonne.

Warten auf die Taufzeremonie

Briefgeheimnis mal anders

Irgendwann im Dezember wurden wir gefragt, an welche Adresse man uns Weihnachtspost schicken könne. Kurz vor Weihnachten beginne ich jeden Tag im Marina Büro nachzuschauen bzw. zu fragen, ob Post für uns angekommen ist. Es dauert. Keine Post für Marisol.
Dann erhalte ich eine Nachricht aus Deutschland. Mareike schreibt, dass die Weihnachtspost zurückgekommen ist. Auf dem Umschlag ist ein Stempel, dass die Zustellung ins Bestimmungsland nicht möglich ist. Ich bekomme Fotos des Inhalts und freue mich wieviel Mühe sie sich gemacht hat.
Wir wussten, dass DHL keine Pakete mehr nach Neukaledonien verschickt. Schade, wir hatten gehofft, dass wir uns einige Kleinigkeiten schicken lassen könnten. Ein Blick auf die Internetseite zeigt, dass in viele Pazifikstaaten nicht zugestellt wird. „Aufgrund der COVID 19 Pandemie oder wegen sonstiger internationaler Ereignisse“ kann sich die Zustellung verzögern bzw. ist nicht möglich und „Überflugverbote Russlands“ führen dazu, dass Transportkosten höher sind, einige Destinationen nicht bedient werden usw. Wir dachten, so ein Brief würde einfach nach Frankreich gehen und von dort nach Neukaledonien.
Am 28. Februar kommt Nobbi aus dem Marina Büro zurück und freut sich. Wir haben Post! Die Weihnachtskarte von meinen Eltern ist doch noch angekommen. Nach mehr als zweieinhalb Monaten hat der Brief den Weg um die halbe Welt zurückgelegt und wird Nobbi im Büro persönlich übergeben. Der Briefumschlag ist gestempelt „Zurück an den Absender. Postverkehr mit dem Bestimmungsland ist momentan unterbrochen. Die Wiederaufnahme ist zur Zeit nicht absehbar“. Der gleiche Stempel war auf Mareikes Brief. Anscheinend wurde der Brief von meinen Eltern am 16.02. noch einmal gestempelt und dann doch versendet?
Wie der Brief es geschafft hat hierher zu kommen bleibt sein Geheimnis. Wir freuen uns über die überraschenden Grüße.

Windige Tage und ein sauberer Bauch

Es sind nur noch 2 Meilen bis zur Marina, gleich ist unser Segelausflug schon wieder vorbei. Was ist das? Schon wieder ein Delfin? Ein großes graues Tier nähert sich. Kein Delfin, ein Hammerhai. Wir sind uns sicher, seine charakteristische Nase hat ihn verraten. Wir können es kaum glauben, Hammerhaie sind hier eher selten und wir treffen das große Tier kurz vor der Marina. So ein Glück!

Es wurde wirklich Zeit wieder ein paar Tage außerhalb der Marina zu verbringen. Doch zunächst hatten wir Besuch von Gabrielle und dann von der Crew der Jajapami. Während der Tropische Sturm Gabrielle zum Glück weit entfernt durchgerauscht ist und wir froh darüber waren, nicht zu viel Wind gehabt zu haben, haben wir uns über den zweiten Besuch sehr gefreut.
Die Jana, JD und ihre beiden Jungs haben wir erstmals 2017 in Tazacorte auf La Palma getroffen, dann immer mal wieder und zuletzt 2019 auf Bora Bora. Sie sind mit ihrem Boot zurzeit in Australien, mussten aber ausreisen um ihre Visabedingungen zu erfüllen. Sie haben eine Stippvisite per Flieger in Nouméa gemacht und wir haben uns gefreut, dass wir uns nach langer Zeit wieder treffen. Natürlich gab es ganz viel zu erzählen, gleich an drei Tagen haben wir uns getroffen. Wir haben uns gefreut, dass sie sich so viel Zeit für uns genommen haben.

Als die Vier sich wieder auf den Weg zu ihrem Schiff gemacht haben, haben wir unsere Segel angeschlagen und sind am letzten Sonntag (am 19.2.) endlich mal wieder gesegelt.
Wir wurden doch etwas überrascht, der Wind war kräftiger als erwartet und kletterte schnell auf 6-7 Bft. Also wählten wir als Ankerplatz für die erste Nacht mal wieder die geschützte Baie de Papaye. Schon auf diesem kurzen Segelschlag wurden wir mal wieder verwöhnt, gleich zweimal gab es Delfinbegleitung, wir sahen Seeschlangen und Schildkröten.
Auch in der geschützten Bucht ist es windig, trotzdem entscheiden wir uns nach Mbe Kouen zu segeln. Das Inselchen ist winzig, aber das umgebene Riff bietet einen geschützten Platz. Wir wollen unbedingt das Unterwasserschiff putzen, dafür wünschen wir uns einen Platz mit klarem Wasser. Deshalb kommen nur die Riffankerplätze in Fragen und nicht die Buchten an der Hauptinsel in denen das Wasser weniger klar ist.
Wir verbringen schöne Tage am windigen Platz. Die ruhigeren Stunden nutzen wir um schnorchelnd zu putzen und schlucken ziemlich viel Salzwasser. Unsere Mari hat nun wieder einen sauberen Bauch. Nachmittags hören wir im Radio, dass es zwei Tage zuvor erneut einen Haiangriff in Nouméa gab. Ein Schwimmer starb nachdem er von einem oder sogar zwei Haien gebissen wurde. Furchtbar.
Ansonsten lesen wir, beobachten die Schildkröten und genießen die Freiheit am Anker. Während Sturm Gabrielle haben wir süß-sauren Kürbis eingekocht, weil der Kürbis so schön war, wunderbar orange und ganz fruchtig, haben wir noch einen Kürbis gekauft, den ich nun in Kürbisgemüse mit Möhren, Zwiebeln und Knoblauch verwandle und auch wieder in Gläser einkoche. Wind und Kürbis scheint eine gute Kombination zu sein. Das Heulen des Windes geht uns aber doch ein wenig auf die Nerven immer wieder Böen über 30kn.
Auf dem Rückweg legen wir wieder eine Nacht in Baie Papaye ein. Wir sitzen noch lange an Deck und beobachten wie Jupiter Venus über die Abendhimmel verfolgt und der Mars im Stier rot leuchtet. Der Sternenhimmel ist trotz des Lichtscheins von Nouméa wunderschön.
Eine Wetterverschlechterung kündigt sich an und wir fahren zurück in die Marina. Einige Arbeiten wollen vor der neuen Saison erledigt werden, wir haben also genügend Beschäftigung.

Besuch von Gabrielle und das normale Leben

Den Zyklon Gabrielle haben wir gut überstanden. Vor einer Woche bildete sich das Tief und zog glücklicherweise weit im Westen an uns vorbei. Das Zentrum blieb über 200 Meilen von uns entfernt. Am Samstag stürmte es, wir hatten etwas mehr Wind als erwartet, aber kaum Regen. Das Bimini hatten wir Freitagabend eingepackt und so konnten wir das Wetter relativ entspannt beobachten. Meist wehte es mit 25 bis 35kn, in der Spitze dann mit etwa 45kn. Der Sturm zog weiter nach Neuseeland, wo er sich ausgiebig austobte.
Heute haben wir uns auf unserem Spaziergang die der Nachbarbucht umgesehen. 15 Boote haben den Sturm nicht so glücklich überstanden und sind gestrandet. An einige gestrandete Boote erinnern nur noch die Kratzer auf den Steinen der Mole, die meisten wurden bereits geborgen, ein Motorboot wurde an der Mole angebunden, ein Zweimaster ist halb untergegangen und in einem Hafenbecken schwimmen lauter traurige Reste. Wie viele Boote hätte es wohl erwischt wenn der Sturm dichter an uns vorbei gezogen wäre? Das Bojenfeld ist ein unsicherer Platz bei Weststurm. Segler die ihr Boot lieben, verlegen es in die Mangroven.

Spektakuläre Sonnenuntergänge kündigen das schlechte Wetter an
Vor der Mole ist es ungemütlich
Nicht für alle endet der Sturm gut
Bootsbausatz für Selbstabholer? Diese Teile waren einmal ein Boot,

Ansonsten leben wir hier unser ganz normales Leben. Ich war beim Zahnarzt, wir erledigen Kleinigkeiten am Boot, waschen Wäsche und trinken Espresso auf dem Markt. Im großen Hafen liegt ein elegantes Schiff mit japanischer Flagge. Ungewöhnlich, das macht uns neugierig. Wir befragen die Mannschaft und erfahren, dass sie mit dem über 40 Jahre alten Schiff Thunfisch angeln. Ein Jahr sind sie auf See, andere Schiffe holen den Fisch ab und bringen ihn nach Japan. Nouméa haben sie nur für eine Reparatur angelaufen, weil die Maschine sich nicht mehr auf rückwärts umsteuern ließ.

Japanischer Thunfischfischer

Am Wochenende haben uns unsere Nachbarn spontan auf einen Ausflug in die Wildnis eingeladen. Wir sind zu einem tollen Badeplatz an einem Wasserfall gelaufen, haben gebadet und uns auf dem Rückweg etwas verlaufen. Ein echtes Abenteuer. Wenn man mit Einheimischen unterwegs ist, lernt man die wirklich wichtigen Sachen. Schon öfter haben wir uns gefragt, weshalb an dem unscheinbaren Kreisel so viele Autos stehen. Hier gibt es die besten Milchshakes. Wir testen das natürlich und sind überzeugt. Nie wieder werden wir hier ahnungslos vorbeifahren.

Irgendwo hier müsste der Weg sein
Es hat sich gelohnt, Der Wasserfall bildet tolle Pools.

Unseren heutigen Spaziergang unterbrechen wir und trinken eine Tasse Kaffee. Ein Blick in die Auslagen macht klar, der Kaffee muss von einer Leckerei begleitet werden. Nobbi wählt ein Tartelette a Passion au Chocolat und ich eine Eclair mit Kaffeefüllung. Wunderbar diese kleinen Meisterwerke. Gerade noch rechtzeitig fällt uns ein, heute ist Valentinstag: so können wir die Sonderausgabe vor der Revision rechtfertigen. Uns wäre sicherlich auch ein anderer Grund eingefallen.

Die kleinen Kunstwerke schmecken hervorragend.

Hasen und Haie

Es wird wirklich Zeit für eine Wasserstandsmeldung von uns. Während Nobbi auf unsere Mari aufgepasst hat, durfte ich meine Schwester und ihre Familie in Singapur besuchen. Nobbi hat unsere Mari nicht nur bewacht, sondern war auch sehr fleißig und hat viele kleine Arbeiten erledigt. Unser Herd ist so sauber, dass ich mich kaum noch traue auf ihm zu kochen, der Motor hat Streicheleinheiten bekommen und Nobbi hat die Lackierarbeiten unter Deck fortgesetzt.
Singapur hat mir wieder außerordentlich gut gefallen. Der Kontrast zwischen alt und neu, zwischen traditionell und modern, das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen und Religionen, Konsumtempel, Bling-Bling, liebevoll gepflegte Parks, Wanderwege und grüne Oasen. Wenn man eine Stadt schon etwas kennt, hat man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bereits besucht und kann sich treiben lassen. In der National-Galerie gab es eine spannende Führung und natürlich hat meine Schwester mir viele gute Tipps gegeben. Über Singapur gäbe es so viel zu berichten, das würde diesen Bericht sprengen. Ausführliche Singapur-Geschichten findet ihr hier, falls wir mit dem Boot dorthin segeln. Ich wurde verwöhnt und habe den Besuch auch kulinarisch sehr genossen. In Wirklichkeit war ich aber nicht in Singapur, um mir die Stadt anzusehen oder mich durchzufuttern, sondern um Duplo zu spielen, Findus-Bücher vorzulesen, in Pfützen zu springen und Ersatzteile zu besorgen. Wir haben nicht nur ein neues Handfunkgerät, sondern ich habe auch Material für einige kleine Reparaturen mitgebracht, um die wir uns in den nächsten Wochen kümmern werden.
Die Chinese New Year Feierlichkeiten fielen wunderbarerweise in meinen Besuch. Nicht nur in Chinatown, sondern überall in Singapur wurde geschmückt und gefeiert. Über das lange Wochenende waren viele Läden geschlossen (das ist wirklich etwas Besonderes), viele Menschen feiern mit ihrer Familie und überall findet Lion Dance statt. Das Jahr des Hasen wurde ausgelassen begrüßt, auch wenn das Wetter unglaublich schlecht (also regnerisch) war. Wir haben nun einen roten Plüschhasen an Bord, der uns hoffentlich Glück bringt. Von unseren französischen Steg-Nachbarn lernen wir, dass Hasen an Bord Unglück bringen. Segler sind ein ziemlich abergläubisches Völkchen. „Never leave port on a Friday“ kennen wir, Bananen gelten als Unglücksvorboten und Neptun bekommt auch bei uns zu jedem Auslaufen einen Schluck. Sicher ist sicher. Bei den Franzosen gelten Hasen an Bord als schlechtes Omen. Das geht so weit, dass einige lieber vom „Tier mit den langen Ohren“ sprechen, als sie zu benennen. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das im Jahr des Hasen nicht gilt. Der Plüschhase bleibt.
Der Abschied von „meinen Singis“ ist mir sehr schwer gefallen, doch ich freue mich zurück auf Mari und bei Nobbi zu sein.

In Neukaledonien sind nicht Hasen, sondern Haie das tierische Top-Thema. Am vorigen Wochenende gab es einen Haiangriff, hier an einem der Hausstrände Nouméas. Eine Schwimmerin wurde von einem Bullenhai schwer verletzt. Daraufhin war das Schwimmen hier in der Umgebung bis einschließlich Donnerstag verboten. Drei zu zutrauliche Tigerhaie und der Bullenhai wurden getötet. Dieses Wochenende gab es schon wieder einen Zwischenfall, ein Hai hat einen Schwimmer in die Flosse gebissen. Das Badevergnügen, zumindest in Stadtnähe, ist also getrübt.
Es ist heiß. Das ist keine Überraschung, schließlich ist Hochsommer und die Sonne steht fast senkrecht über uns. Im Schatten, bei leichtem Wind lässt es sich aushalten. Normalerweise habe ich kaum Probleme mit Hitze, doch im Moment fällt es mir schwer mich daran zu gewöhnen. Wir lassen es langsam angehen und verbringen die heißen Nachmittage mit einem Buch im Schatten. Die Wettervorhersage lässt auf etwas Abkühlung hoffen und kündigt außerdem ein dickes Tief am nächsten Wochenende an. Hoffen wir, dass es uns nicht zu viel Wind bringt.

Ein vergnüglicher Samstag

In der näheren Umgebung Nouméas kennen wir uns nun schon ein bisschen aus. Auf der Karte haben wir uns einen Wanderweg ausgesucht der am Rivière des Pirogues entlangführt. Auf dem Parkplatz, der an der Straße Richtung Stausee liegt, stehen schon einige Autos. Viele Familien machen an diesem schönen Samstag ein Picknick.
Der Weg ist eigentlich einfach, führt aber ab und zu durch ein tiefe Einschnitte, die sicherlich Wasser führen wenn es stark geregnet hat und dann wird dieser Weg zur Schlammschlacht. Jetzt läuft es sich gut. Lediglich unsere Beine leiden ein wenig, der Weg ist schmal und die trockenen Pflanzen kratzen uns. Wir laufen an dem kleinen Fluss entlang und begegnen ab und zu anderen Wanderern. Zwei Balken bringen uns über einen tiefen Einschnitt, hier gab es anscheinend mal eine Brücke. Es sieht so aus, als wäre hier früher eine Lore gefahren. Sicherlich wurden hier auch Bodenschätze, vermutlich Nickel, abgebaut. Ein Hinweis darauf ist auch die recht niedrige und vergleichsweise junge Vegetation. Hier gibt es viele interessante Optionen, wir könnten das Flüsschen durchqueren und uns den Wasserfall ansehen, zu einem weiter entfernen Wasserfall laufen oder einen der Aussichtspunkte als Ziel wählen, doch wir entscheiden uns anders. Wir haben den idealen Rastplatz gefunden: eine natürliche Umkleidekabine unter einer schattigen Kiefer, hübsche Felsen und tiefes Badewasser, das blaugrün leuchtet. Wir baden ausgiebig, essen unsere mitgebrachten Möhren und Baguettes und baden nochmal.
Ich wage die Prognose, dass ihr euch noch einige ähnliche Geschichten anhören dürft. Eine moderate Wanderung mit einem ausgiebigen Bad und einem kleinen Picknick ist die perfekte neukaledonische Freizeitgestaltung und es gibt hier noch einige Bäche, Flüsschen und Stromschnellen die auf unseren Besuch warten.