Wir wünschen euch ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest. Den meisten von euch Lesern sind wir einige Stunden voraus. Während ihr vielleicht letzte Einkäufe macht, den Baum schmückt, mit dem Hund spazieren geht, die Kinder auf dem Spielplatz lüftet oder ein Geschenk verpackt, gehen wir nun gleich zum gemütlichen Teil über, genießen unser Festessen und sind gespannt, ob wir ein Dugong mit Weihnachtsmütze sehen.
Ferien in der Reihenhaussiedlung
Das Leben in der Marina Port Moselle hier in Nouméa ist ein wenig vergleichbar mit dem Leben in einer Reihenhaussiedlung.
Anders als in vielen anderen Südsee Destinationen gibt es hier eine starke einheimische Seglerszene.
In vielen Häfen in denen wir auf unserer Reise waren, liegen fast nur Langfahrer, die für einige Tage oder Wochen dort Station machen. Das ist hier anders. Fast alle Boote hier gehören Menschen, die in Nouméa leben. Eine weitere Besonderheit ist, dass sehr viele Boote dauerhaft bewohnt sind. Morgens machen sich die Bewohner von ihren Booten auf den Weg zur Arbeit und die Kinder gehen in den Kindergarten oder die Schule. Vor einigen Booten stehen Blumenkästen mit mehr oder weniger dekorativen Pflanzen und natürlich gibt es auch Haustiere. Mehrere Hunde wohnen auf unserem Steg, eine Katze ist besonders gerne nachts unterwegs und hinterlässt gelegentlich Tatzen-Abdrücke bei uns an Deck. Sein Fahrrad hängt man einfach über den Anker am Bug.
Es gibt einen klaren Rhythmus. In der Woche liegen die meisten Boote auf ihren Liegeplätzen, an Wochenende fahren viele raus und genießen die schönen Plätze in der Umgebung der Lagune.
Am Montag haben die Sommerferien begonnen und die Festtage stehen an, das merkt man. Viele Bewohner verreisen und haben Segel und Biminis abgeschlagen. Es ist etwas ruhiger als sonst.
Lustige Randbemerkung, wir kennen das schon aus anderen französischen Häfen, viele Paare duschen gerne gemeinsam. Eine, wie ich finde, nette und typisch französische Lösung ist das Schild an der Damendusche, dass man das gemeinsame Duschen in die Herrendusche verlegen soll. Ebenfalls typisch französisch und sehr sympathisch, werden solche Schilder eher als allgemeiner Hinweis verstanden.


Schnee in Nouméa
Seit dem 10. Dezember gibt es das Fete de la Lumiere, das Lichterfest. Eine weitere Weihnachtsattraktion auf dem zentralen Platz. Um 19 h, bei Einbruch der Dunkelheit, geht’s los. Aus Lautsprechern erklingen Weihnachtslieder, fast jeder Baum und jede Palme ist beleuchtet, auf einem Weg tanzen Lichtpunkte, die die Farbe wechseln, eine Krake sitzt auf dem beleuchteten Museum und auf die Wand des Rathauses werden Weihnachtsornamente und Fotos von Passanten projiziert. Der besondere Clou: alle paar Minuten schneit es am Weihnachtsbaum! Wem es zu warm für Schnee ist, der kann ausprobieren wie es sich im Kalten anfühlt. In zwei Kühlcontainern sind eine kleine Rutsche, eine Curlingfläche und einige Eiswürfel aufgebaut bei -18 Grad. Die Schlange ist an den meisten Abenden lang, viele möchten sich für fünf Minuten abkühlen. Die Stadt lässt sich wirklich viel einfallen!
Wir gehören zu den regelmäßigen Besuchern. Um halb sieben beginnt die Vorstellung am „Musik Pavillon“. Davon haben wir letzte Woche schon berichtet, Artisten, Tänzer oder Clowns treten auf. Anschließend führt der Nachhauseweg an den Lichtern vorbei. Als wir uns am Freitag das erste Mal in den Weihnachts-Lichtertrubel gestürzt haben, kamen wir so weihnachtlich gestimmt zurück, dass wir danach „Tatsächlich Liebe“ gesehen haben. Noch schöner als die Lichter zu betrachten ist es aber sich die Kinder anzusehen. Das Staunen, der Spaß wenn sie versuchen die Lichterpunkte zu jagen und die Aufregung, wenn sie ihren Wunschzettel in den Briefkasten vom Weihnachtsmann einwerfen.
Bis Weihnachten werden wir uns abends sicherlich noch einige Male eine Ladung weihnachtlicher Gefühle abholen.








Schöne Tage am Anker
Wir stehen mit unseren Teebechern an Deck und beobachten einen Rochen, der unter Mari hindurch schwimmt. Noch vor dem Frühstück waren wir ausgiebig Schnorcheln und haben gerade unsere Handtücher auf den Seezaun gehängt. Es ist so klar, dass wir eigentlich nicht ins Wasser müssen um Fische zu beobachten.
Nach fünf Wochen in der Marina, war es Zeit das Türkisitäts-Konto aufzufüllen. So bequem das Leben am Steg auch ist, wurde der Wunsch nach ein paar Tagen „draußen“ immer größer. Wir haben einige wunderbare Tage am Anker bzw. an der Boje verbracht. Obwohl wir die meisten Plätze, die wir besucht haben, schon kannten, gab es einiges zu entdecken. Letzten Samstag ging es los. In die Baie de Papaye, eine schöne Bucht der Hauptinsel, sind es nur einige Meilen. Nach zwei Nächten sind wir in die Nachbarbucht Baie de Maa umgezogen, dann ging es weiter nach Ilot Laregnere und auf dem Heimweg haben wir noch einen Stopp bei Ilot Maitre eingelegt. Wir beobachten die Hirsche in der Baie de Maa, werden an der Boje an Ilot Laregnere immer wieder von der Luftwaffe überflogen und sehen den Lotsenbooten zu, die die großen Schiffe in den Hafen bringen.
Die Nächte waren ruhig und sternenklar. Lange saßen wir an Deck, haben uns Sterne, Planeten und Satelliten angeguckt. Mit dem Fernglas kann man sehr schön sehen wie Sterne weiß, blau, rot oder grün funkeln. Nobbi hat mir viele wahre Geschichten über Sternenbilder und einige etwas kreativere über ihre Benennung erzählt.
Wie so oft hat das Seglerleben eine kleine Überraschung für uns. Unser Unterwasserschiff ist ganz schön stark bewachsen und scheint sich gar nicht an dem recht frischen Antifouling zu stören. Für sportliche Betätigung ist also gesorgt. Wir putzen Maris Bauch mit einem Pfannenwender aus Holz. Das hält fit.
Am schönsten sind die Tage mit sehr wenig Wind, die wir an der Boje an Ilot Laregnere verbringen. Wir Schnorcheln mehrmals am Tag, schwimmen an den Strand der kleinen Insel und genießen die grandiosen Farben. Es ist unglaublich schön. Blau und türkis in allen Schattierungen. Als Kulisse die Hauptinsel Grand Terre mit ihren hohen Bergen, ausnahmsweise fast wolkenlos.
Ausgiebig diskutieren wir die Frage, ob die Baby-Schlangen als niedliche gelten. Nobbi hat beim Schnorcheln lauter kleine, niedliche Schlangen gesehen. Ich finde sie faszinierend und sie sehen so perfekt aus, mit ihrer glänzenden Haut und dem eleganten Muster. Aber niedlich???
Von Nachrichten, Social Media und Co sind wir hier weitgehend abgeschnitten. Die interessante Preispolitik unserer Touristen-SIM-Karte sorgt dafür, dass wir nur ein kleines Datenpaket haben, das wir hauptsächlich nutzen um die Wettervorhersage abzufragen. Dass Frankreich im Fußball-WM-Finale steht wissen wir, als ein fünf Meter langes Motorboot mit einer 4 Meter großen Frankreich Flagge vorbeifährt.
Das Sahnehäubchen auf dieser wunderbaren Woche ist die letzte Nacht bei Ilot Laregnere, als mehrere Dugongs im Mooringfeld unterwegs sind. Schade, dass es so dunkel ist. Wir hören ihr Prusten. Es scheinen vier Tiere zu sein, die immer wieder auftauchen. Schließlich kommen sie so dicht ans Boot, dass wir ihre Körper erkennen können.
Gerne hätten wir noch ein paar Tage am Anker verbracht, das Wetter ist noch immer wunderbar, unser langerwartetes Paket ist jedoch in Nouméa angekommen und steckt beim Zoll fest. Wir müssen uns darum kümmern und deshalb liegen wir nun wieder an unserem Platz in der Marina.



Dies ist kein Baby, sondern ein mittelgroßes Exemplar. Niedlich?








Ein 60. Geburtstag
Der Parc Forestier feiert am 2. Advent seinen 60. Geburtstag. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Es gibt einen Shuttle der praktischerweise direkt bei uns „vor der Haustür“ abfährt. Die kleine Bimmelbahn ist weihnachtlich geschmückt. Ein riesiger Teddy, lauter Girlanden, Kugeln, Glöckchen und als Krönung eine Weihnachtskrippe direkt hinter dem Nummernschild. Weihnachtliche Musik spielt, ausgerechnet mit „Last Christmas“ werden wir beschallt. Wir müssen beide lachen und ich denke, dass wir Reisenden hier im Vorteil sind. Niemand, den wir kennen sieht uns mit einem Teddy-Zug und Weihnachtsliedern durch die Gegend gondeln. Übrigens hat die Bimmelbahn viel weniger Probleme mit den steilen Straßen als der Linienbus.
Am heutigen Geburtstag ist der Eintritt frei. Im Park gibt es viele kleine und große Aktionen: Stände von verschiedenen Umweltorganisationen, Führungen, Kinder werden geschminkt, dürfen Ponyreiten und Schafe streicheln, Stelzenläufer begrüßen die Besucher, es gibt Theatervorstellungen und einen kleinen Markt. Am Eingang bemalt eine Frau unter den Augen der Besucher eine Wand. Schon das halbfertige Kunstwerk gefällt uns sehr. Wir lassen uns ein Riffschutzprojekt erklären und bekommen ein schönes Poster mit endemischen Bäumen geschenkt. Im Park machen wir einen ausgiebigen Spaziergang und genießen unser Picknick. Am meisten Zeit verbringen wir in der großen Voliere mit den heimischen Vögeln. Obwohl wir nun schon zum dritten Mal hier unterwegs sind, wird uns nicht langweilig. Als der Himmel sich dunkel färbt, machen wir uns auf den Weg zum Ausgang. Während wir auf den Bus warten, blitzt es bereits. Kaum sitzen wir im Bus beginnt es zu schütten. Perfektes Timing!




Zarte vorweihnachtliche Gefühle
Die Zeit rennt. Der Kagu zündet heute schon die dritte Kerze an. Kurz vor Weihnachten läuft die Zeit irgendwie schneller als den Rest des Jahres, das ist in Neukaledonien nicht anders als im Rest der Welt.
Wir sind beide eigentlich echte Weihnachtsfans, doch es ist so warm und sommerlich, dass nur zarte Weihnachtsgefühle aufkommen. Wir haben wieder unseren Salon geschmückt, die Lichterkette zaubert gemütliches Licht, rote Kugeln dürfen nicht fehlen und auch unseren Weihnachtsflamingo von Bonaire haben wir wieder aufgehängt.
Nouméa ist in Sachen Weihnachtsdekoration durchaus konkurrenzfähig. Im Supermarkt hängen nicht nur an vielen Regalen Girlanden, sondern auch an den Kühltheken, viele Straßen sind mit schöner Weihnachtsbeleuchtung geschmückt worden und auf dem zentralen Platz steht ein Weihnachtsbaum samt Briefkasten vom Weihnachtsmann. Auf diesem Platz ist fast jeder Baum und jede Palme geschmückt, ein regelrechtes Lichtermeer, und es gibt jeden Abend eine kleine Vorführung für die ganze Familie, wie zum Beispiel Tanz oder Zirkus.
Am ersten Advent waren wir auf einem hübschen Weihnachtsmarkt. Es wurden sehr schöne Dinge angeboten wie Schnitzereien, Aquarelle, Genähtes, Schmuck, also Kunsthandwerk im weitesten Sinne. Strahlendblauer Himmel und 30 Grad, dazu Weihnachtsbäume und Weihnachtsdeko. Wir waren anschließend am Strand. Uns gefällt die warme Vorweihnachtszeit, nur an Glühwein mögen wir nicht mal denken. Euch einen schönen dritten Advent!
Ankerwinsch und Kunstgenuss
Als wir unsere Mari gekauft haben, hatte sie eine mechanische Ankerwinsch. Auf der Ostsee haben wir mit einem Kettenvorlauf und einer Ankerleine geankert und waren damit zufrieden. Für unsere große Reise haben wir uns eine lange Ankerkette gekauft und die elektrische Ankerwinsch eingebaut. Das Relais sitzt seitdem im Ankerkasten und ist nicht immer ein Quell der Freude. In Brasilien haben wir es schon einmal ersetzt, immer wieder gab es mal Probleme mit Korrosion. Die Kontakte haben wir schon einige Male neu gemacht, trotz verschiedener Versuche das Ganze mit „flüssigem Isolierband“ oder größerer Mengen Silikon wasserdicht zubekommen, hat Nobbi es gelegentlich mit dem Schraubenzieher überbrückt. In Opua haben wir uns mit unserem Nachbarn, der nicht nur ein großes Motorboot hat, sondern auch eine kleine Werft, darüber unterhalten. Er hatte das gleiche Problem und irgendwann keine Lust mehr. Er gab uns den Tipp das Relais vom Ankerkasten in die vordere Kammer zu verlegen.
Eigentlich ist alles ganz einfach, wir müssen nur zwei Löcher ins Schott bohren und neue Kabel verlegen. Das wir neue Kabel brauchen schmerzt etwas. Die fünf Meter Kabel kosten (inklusive der Kabelschuhe) stolze 180 Euro… Am ersten Tag baut Nobbi die alten Kabel aus. Das schwarze Minus darf liegen bleiben, aber die roten zwischen Winsch und Relais (für vorwärts und rückwärts, bzw. hoch und runter) sind zu kurz und wir bohren die Löcher. Am zweiten Tag laufen wir zum Schiffshändler kaufen die sauteuren Kabel und beginnen mit dem Einbau. Leider bekommen wir die neuen Kabel nicht in die Winsch ohne sie vom Deck zu lösen. Mittendrin beginnt es zu regnen. Nicht so schön für einen Elektromotor, dessen Gehäuse wir abgebaut haben. Wir ziehen eine Mülltüte und die Schutzplane vom Außenborder über die Winsch und hoffen auf besseres Wetter. An Tag drei stellen wir fest, dass wir den Deckel nicht wieder auf die Winsch bekommen ohne die ganze Winsch nochmal vom Deck zu lösen, leider hatten wir sie am Tag zuvor liebevoll mit Sikaflex wieder aufs Deck geklebt. Nach einigem Gewürge und vielen Flüchen sind die neuen Kabel angeschlossen und die Winsch steht wieder an Deck, frisch verklebt und natürlich geschraubt. Dieses Sikaflex (so eine Dichtungsmasse aus der Kartusche) klebt wie der Teufel. Vor allem da wo man es nicht haben will. Ich hatte nicht nur welches am Rock, sondern auch in den Augenbrauen. Warum der Platz in der Ankerwinsch eigentlich nur für dünne Kabel reicht, wo hier doch recht viel Strom fließt und daher die Kabel ordentlich dick sein sollten, hat bestimmt einen Grund. Wir kennen ihn nicht. Dadurch, dass wir die Winsch vom Deck lösen mussten, haben wir festgestellt, dass einer der vier Haltebolzen abgerissen war. Materialermüdung. So war das doch für irgendwas gut.
Wir sind gespannt wie sich diese neue Installation bewährt.
Die ToDo-Liste ist bei uns, wie auf den meisten Langfahrern, immer lang. Und wächst schneller als man sie abarbeiten kann. Doch wichtiger als die Liste der anstehenden Arbeiten sind uns die kleinen Entdeckungstouren. Dafür, dass Nouméa so eine kleine Stadt ist, gibt es erstaunlich viel zu sehen. Die Art-Factory, eine kleine Galerie, stellt gerade ganz interessante Bilder aus. Die Porträts Japanischer Frauen sind mit der Nähmaschine auf Stoffe mit unterschiedlicher Textur genäht. Eine tolle Idee.
Im Maison Higginson gibt es eine Ausstellung mit Werken des französischen Malers Gaston Roullet der Neukaledonien 1889 besucht und gemalt hat. Wir erfahren einiges über das bewegte Leben des Malers und über Neukaledonien im 19. Jahrhundert. Neben der Ausstellung ist auch das schöne Gebäude aus dem 20. Jahrhundert sehenswert.






Wir bleiben vorerst in Neukaledonien
Zu Beginn dieser Saison, die für uns sehr spät begann, hatten wir neben dem Plan mit Mari aus Neuseeland via Neukaledonien nach Australien zu segeln noch verschiedene andere Ideen. Als Segler braucht man Alternativen und so entstanden Mitte des Jahres Plan B, C und D als mögliche Optionen.
Wie so oft im Seglerleben kommt es dann aber doch ganz anders. Wir haben uns für eine Variante entschieden, über die wir nicht nachgedacht hatten und die deshalb auch keinen Buchstaben im Planungsalphabet bekommen hat. Wir bleiben für die Zyklonsaison hier in Nouméa, werden weiter die Lagune mit dem Boot, die Stadt zu Fuß und die Insel mit dem Auto erkunden.
Der Entscheidungsprozess war nicht ganz einfach, erst wollte Nobbi nicht hier bleiben, dann war ich nicht überzeugt. Letztlich haben der Schaden an der Hydrovane Windsteueranlage, unsere aufgekochten Batterien und viele weitere Kleinigkeiten, wie gefundene Termitenflügel, den Ausschlag gegeben. Und dann war ich auch noch krank. Außerdem gefällt es uns hier und wir können uns gut vorstellen noch einige Monate hierzubleiben.
Seit eineinhalb Wochen liegen wir nun auf unserem Platz in der Marina, unserem Wohnort für die nächsten Monate. Nun können wir jeder Zeit rein- und rausfahren, ohne uns ab oder anzumelden. Es war nicht ganz einfach einen Platz zu bekommen, die Marina ist voll. Aber wir hatten Glück, auch weil unsere Mari so schlank ist. Für den dauerhaften Platz wurden wir von der Marina-Crew vermessen. Die Gesamtlänge zählt. Wir lernen, dass man das Schiff dafür normalerweise an einen bestimmten Steg verlegen muss, schon um zu zeigen, dass das Schiff noch fahrtüchtig ist. Wir konnten an unserem (alten) Liegeplatz vermessen werden. Die Tatsache, dass wir vor kurzem aus Neuseeland gekommen sind reicht als Beweis unserer Fahrbereitschaft.
Inzwischen sind wir zufrieden mit unserer Entscheidung und fühlen uns wohl in unserem neuen Zuhause auf Zeit. Nun lernen wir fleißig Französisch. Heute haben wir auf Französisch eine neue SIM- Karte und eine Briefmarke gekauft. Übungsaufgaben in freier Wildbahn.


Ein kleiner Ausflug nach Mont Dore
Auch am Mittwoch machen wir einen Ausflug mit dem Auto, wieder fahren wir nach Osten. Zunächst legen wir eine kleine Pause bei der Touristeninformation ein. Es gibt sehr viele Wanderwege in der Region und einige Spaziergänge, außerdem bekommen wir Information zum Zustand der Straßen in der Region.
Wir machen eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt am Mont Dore, nach dem auch die Gemeinde benannt ist. Es ist sehr warm, wir schwitzen schon nach wenigen Metern, werden aber mit einem tollen Blick Richtung Nouméa, die Küste und das Landesinnere belohnt. Wir verzichten darauf den Mont Dore zu erklimmen. Die Wege wären uns auch bei moderaten Temperaturen zu steil.
In der Karte ist ein Aussichtspunkt bei einer Quelle eingezeichnet. Mit dem Auto sind es nur wenige Kilometer, der Aussichtpunkt ist nicht zugänglich, die Quelle wird aber fleißig besucht. Das Wasser sprudelt aus einer Anzahl von Rohren und viele Menschen füllen eine Wasserflasche nach der anderen. Das Wasser der Mont Dore Quelle wird nur 200m weiter in Flaschen gefüllt und ist in jedem Supermarkt erhältlich. Wir haben unsere Kanister nicht eingepackt und füllen nur unsere beiden Wasserflaschen.
Nun folgen wir der Straße entlang der Küste und halten immer mal wieder. Die Straße wird bald einspurig und wir treffen nur selten andere Autos. Eine schmale Brücke führt über den Rivière des Pirogues, einen flachen Fluss. Ich finde die Brücke etwas unheimlich, Nobbi macht sie natürlich Spaß. Ein paar Kilometer weiter führt die Straße durchs Wasser, das wollen wir unserem fast neuen Peugeot 108 dann doch nicht zumuten. Außerdem sehen wir auf der anderen Seite hochbeinige Trucks in hohem Tempo über die sandige Piste jagen. Hier scheint es vorbei zu sein mit der Idylle, wir haben uns anscheinend einem Nickelabbaugebiet genähert.
Wir kehren also um und machen unsere Mittagspause an einem überdachten Tisch am Strand, inzwischen sind wir in Übung und haben ein Picknick dabei. Bei einem Spaziergang in einem Park an der Küste freuen wir uns über die Flamboyants, die Bäume beginnen wunderschön in kräftigem Rot zu blühen.
Wir nutzen die Gelegenheit und gehen mit dem Auto einkaufen. Wir stellen fest, hier gibt es fast alles, wenn auch zu sportlichen Preisen, doch wir brauchen gar nicht viel und fahren bald heim und geben das Auto wieder ab.














Ausflug ins Naturschutzgebiet „Rivière Bleue“
Am Dienstagmorgen teilen wir uns auf, ich fange ein Baguette und Nobbi holt das gemietete Auto ab. Überraschenderweise war es gar nicht so einfach ein Auto zu bekommen, doch wir sind am Montag noch einmal im Büro vorbeigegangen und hatten schließlich Glück.
Unsere erste Autotour soll uns ins Naturschutzgebiet Rivière Bleue führen, das etwa eine Stunde östlich von Nouméa liegt. In Nouméa ist noch ziemlich viel Verkehr, der dann schnell weniger wird als wir die Stadt hinter uns lassen. Nach einiger Zeit ist so wenig Verkehr, dass man die entgegen kommenden Autos grüßt. Die Fahrt ist schön, wir halten ab und zu an um Fotos zu machen.
Am Parkeingang zahlen wir eine (überschaubare) Gebühr und bekommen einen Plan. Außerdem werden wir gefragt was wir vorhaben. Ein Teil des Parks kann mit dem Auto befahren werden, es gibt viele Wanderwege, Mountainbike Trails und Kanutouren. 1959 wurde ein Staudamm gebaut, dessen Stausee vom Rivière Blanc und vom Rivière Bleue gespeist wird. Der Naturpark liegt im Westen des entstandenen Stausees, dem Lac de Yaté. Der See teilt den Park, der Teil südlich des Sees darf mit dem Auto befahren werden. Auf die andere Seite kommt man über eine Fußgängerbrücke, dort gibt es einen Shuttlebus mit dem man verschiedene Wanderwege erreichen kann und den man am Eingang des Parks bucht. Wir entscheiden uns für eine gemütliche Runde mit dem Auto, steuern verschiedene Aussichtspunkte an, laufen ab und zu ein Stück, machen ein Picknick und gönnen uns ein Fußbad. Uns gefällt es hier ausgesprochen gut, eine sehr abwechslungsreiche Vegetation, sehr viele verschiedene Vögel, der See, der „weiße“ Fluss, viele Bäche, Brücken aus Holz und immer wieder ein toller Blick auf die Bergkette im Norden begeistern uns. Außerdem sind wir ganz beeindruckt von der Infrastruktur des Parks: Picknicktische und Hütten, Grills in denen Feuerholz bereit liegt und gut ausgeschilderte Wege für ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Von Rollstuhl geeigneten Picknickplätzen mit Zugang zum Wasser bis zu sehr anspruchsvollen Wanderungen wird alles abgedeckt.
Wir kommen bestimmt wieder, für uns gibt es hier noch viel zu entdecken.






















