Mission Steuersäule

In unserer Steuerung ist ein wenig zu viel Spiel. Wenn man das Steuerrad dreht, hat man ein etwas wabbeliges Gefühl. Das gefällt uns nicht. Wir haben uns auf die Suche nach Konstruktionszeichnungen unserer Steuersäule gemacht und neue Lager bestellt. Meine Eltern haben die Lager nach Singapur mitgebracht und ich habe sie dort abgeholt. Nobbi hatte schon vorher einige schlaflose Nächte und auch ich habe Befürchtungen. Irgendwann müssen wir es angehen, jetzt ist der richtige Moment.
Als erstes bauen wir den Kompass aus und verstauen ihn sicher im Vorschiff. Solche Baustellen bieten die große Gefahr unverzeihliche Kollateralschäden zu verursachen. Steuerrad, Autopilot, Haltebügel, Getriebeschaltung, diese Dinge haben wir schon häufiger abgebaut. Kein Problem. Dann wird es spannend. Um die oberen Elemente abnehmen zu können, muss man zwei Sicherungsstifte ziehen. Die Stifte wollen nicht weichen. Schließlich, lassen sie sich, mit massiver Gewalteinwirkung doch überreden. Einer der Stifte fliegt dabei durchs Cockpit und verschwindet im Abfluss. Das kann doch nicht wahr sein! Ich klettere auf die Badeleiter und halte unter Wasser die Hände vor den Auslass. Nobbi stochert mit einer Leine vom Cockpit aus darin herum. Tatsächlich, der Stift war noch nicht im Hafenbecken verschwunden, sondern lag im Abfluss. Glück gehabt!!! Wir stülpen einen Eimer über die nun oben geöffnete Säule und beschließen am nächsten Tag weiterzumachen.
Nobbi liegt auf dem Rücken in der Achterkoje und schraubt dort den Fuß der Säule los, ich brauche nur von oben gegenhalten. Beim Lösen der Schubstange, die die Kraft zum Ruder überträgt fällt ihm ein 24er Schlüssel auf die Nase. Er ist etwas beschädigt,
Nun können wir die Säule endlich aus dem Cockpit heben und die äußere Hülle lösen. Endlich halten wir das Innenleben der Steuersäule in den Händen. Jetzt müssten wir die Lager abziehen, durch die neuen ersetzen und schon könnten wir alles wieder zusammenbauen. Nobbi hat schon ausgiebig darüber nachgegrübelt, wie er es schaffen soll das untere Lager über die ganze Achse nach oben abzuziehen. Nun sind wir doch etwas sprachlos. Gleichzeitig stellen wir fest, dass sich das untere Lager nicht von der Achse schieben lassen wird. Oben ist ein kleiner Ring angeschweißt, der das obere Lager positioniert, unten ein Winkel. Eine kleine Abweichung von der Konstruktionszeichnung mit großer Wirkung. Plan B wird geboren. Das können wir nicht selbst. Der Hebel, der die Übertragung aufs Ruder übernimmt, muss abgetrennt und anschließend wieder angeschweißt werden.
Charly hatte bei der Reparatur der Hydrovane gute Arbeit geleistet und wir wissen, dass er Stahl, Niro und Alu bearbeiten kann. Leider ist Charly beim ersten Versuch nicht in seiner Werkstatt. Mal wieder bekommen wir Hilfe vom Marina Büro, eine der Frauen telefoniert für uns. Am nächsten Nachmittag sollen wir vorbeikommen.
Wir erklären Charly unser Problem, das ist nicht ganz einfach, unser Französisch ist zu schlecht und Charly spricht kein Englisch. Der Handwerker aus der Nachbarwerkstatt hilft und übersetzt.
Das Ganze gestaltet sich als nicht gerade trivial. Eineinhalb Stunden gibt Charly alles. Mit Flex, Hydraulikpresse, Schweißgerät, einer Armada weiterer Geräte und mehreren spontan zurecht gesägten Hilfskonstruktionen schafft er es die Lager zu entfernen. Das obere Lager leistete deutlich mehr Widerstand als erwartet und das untere Lager war in der Schale, in der es gelagert ist, so elegant festkorrodiert, dass gar nicht mehr sichtbar war, dass es sich ursprünglich um zwei Teile handelte. Einige Male hatten wir Angst, dass Charly aufgibt, doch er hatte für jedes auftauchende Problem eine neue Idee. Nachdem dann auch noch die neuen Lager eingepresst und der Steuerhebel wieder im 90 Grad Winkel am unteren Teil der Welle verschweißt ist verlassen wir die Werkstatt sehr erleichtert und sind einen riesigen Schritt weiter.
Bevor wir nun alles wieder einbauen, könnten wir doch die korrodierten Stellen außen am Fuß lackieren, denken wir uns. An wenigen Stellen kommt der Lack freiwillig runter, sonst nur sehr zögerlich. Das ist im Prinzip super, dass der Lack nach 30 Jahren wunderbar haftet, nur eben nicht wenn man „mal eben“ lackieren möchte. Wir entscheiden uns gegen die große Lösung, wir haben hier keine Werkstatt, wollen das auch nicht in Auftrag geben, sondern entscheiden uns, nur die schlimmen Stellen zu reparieren. Ich male das unhandliche Teil unter Deck, auf dem Tisch, Nobbi hält es fest und bindet es anschließend fest, so dass es nicht umfällt. Dann gehen wir zum Markt einen Kaffee trinken. Als wir zurückkommen ist der Lack soweit trocken, dass das Teil im Bad angebunden werden kann, um dort weiter zu trocknen. Wer etwas aus den Schränken im Bad braucht, hat Pech. Drei Anstriche gönnen wir uns – und dazwischen drei ausgezeichnete Espressi.
Zwischendurch passieren immer wieder Dinge, die den Fortgang der Arbeiten entschleunigen. Nobbi setzt den Multimaster an und möchte mit der Scheibe schleifen. Da zerlegt sich die Schleifscheibe in zwei Teile. Macht nichts, wir haben noch eine. Zack, wieder zwei Teile. Also werden diese Teller, auf die man das Schleifpapier klettet, erstmal mit Epoxi neu zusammen geklebt.
Hochmotiviert machen wir uns an den Einbau. Und, es ist mal wieder schlimmer als gedacht. Die Sicherungsstifte wollen nicht wieder an ihren Platz. Schließlich gewinnt Nobbi, aber es ist ein schmerzhafter Sieg. Diese mechanischen Baustellen, wo es am Ende doch nur mit Gewalt geht, mögen wir beide nicht. Dann können wir die Säule wieder an ihren Platz stellen und festschrauben. Nun haben wir endlich kein Loch mehr im Cockpitboden. Wir hatten einfach die Gasflasche auf das Loch gestellt und es ist auch bei starken Regenschauern erstaunlich wenig Wasser ins Schiff gekommen. Jetzt wird es wieder lustiger. Wir müssen die Länge der Schubstange neu einstellen. Ich sitze in der achteren Backskiste, Nobbi liegt in der Achterkoje. „Dreht das Gewinde links?“ „Welches links?“ „Kürzer!“ „Nee, andersrum“. Gar nicht so einfach. Ich peile die Mittschiffslage des Ruders während ich bis zu Hüfte im Wasser auf der Badeleiter stehe und Nobbi stellt in der Achterkammer die Länge der Schubstange ein. Schließlich sind wir zufrieden. Für die Endabnahme springt Nobbi mit der Taucherbrille in das Hafenbecken. Kein Vergnügen.
Letztlich brauchen wir fast zwei Wochen, in denen wir natürlich nicht ununterbrochen, aber eben immer wieder daran arbeiten. Wir sind froh, dass wir diese Aufgabe hinter uns gebracht haben. Das untere Lager war völlig hin. Zwischendurch haben wir ernsthaft überlegt, ob wir nicht einfach auf eine Pinne umrüsten sollten, dann hätten wir den ganzen Ärger nicht. Aber wo lassen wir dann unseren Kompass? Jetzt hoffen wir, dass wir auch nach der Testfahrt zufrieden sind und diese Lager auch erst in 30 Jahren wieder getauscht werden müssen.

Endlich haben wir die Achse mit den Lagern freigelegt
Da braucht man kein Experte sein, das Lager ist hin.
Charly gibt alles. Die Reste des kaputten Kugellagers müssen raus.
Oben das neue Lager, darunter die alten.
Nun muss der „Steuerhebel“ noch wieder angeschweißt werden.
Eine Arbeitsposition schöner als die andere…

Wetter, ein neues Telefon und eine Beinahe-Rettung

Letzte Woche haben die beiden Zyklone Judy und Kevin das Geschehen auf der Wetterkarte bestimmt. Wir hatten Glück, es gab zwar Vorwarnung und die Aufforderung das Wetter zu beobachten, aber es blieb bei ein paar schwülen und regnerischen Tagen. Weniger Glück hatte Vanuatu. Die beiden Wirbelstürme sind in wenigen Tagen auf sehr ähnlichem Track über den Inselstaat gefegt. Beide Stürme waren mit Kat 3-4 bzw. 4 (das Ganze ist etwas verwirrend, weil es verschiedene Skalen gibt) recht stark. Kevin erreichte sogar kurzzeitig Kat 5, zum Glück aber erst, als er sich auf dem insellosen Ozean austobte.
Zyklon Freddy bricht gerade alle Rekorde im Indischen Ozean. Der Sturm wurde Anfang Februar zwischen Indonesien und Australien auf dem indischen Ozean geboren. Nachdem er den ganzen Indischen Ozean überquert hatte, überquerte er Madagaskar und traf in Mozambique den afrikanischen Kontinent. Normalerweise „sterben“ diese Stürme über Land. Freddy jedoch hat neue Energie bekommen, ist umgekehrt, hat wieder die Straße von Mosambik überquert, wieder Madagaskar getroffen, wieder kehrt gemacht und trifft nun wieder das Festland. Seit ein paar Tagen ist trägt er den zweifelhaften Titel des am längsten lebenden Zyklons.
Wetterseitig ist es gerade ruhig bei uns, so darf es gerne bleiben. Wir tüddeln uns durch den ganz normalen Langfahreralltag mit Bootsarbeiten, Wäsche waschen, Steuererklärung und gelegentlich einem Mittagessen im Schatten der großen Bäume auf dem Place de Cocotiers.
Nobbis Handy hat ein Bad genommen. Nein, es ist nicht ins Hafenbecken gesprungen, sondern ist ins Süßwasser gefallen. Trotz umfassender Wiederbelebungsversuche konnten wir es nicht retten. Das neue Telefon einzurichten war nicht ganz trivial, schließlich haben wir hier ein schwaches WLAN und keine Möglichkeit SMS zu empfangen, was ein Manko beim Freischalten unterschiedlichster App ist. Wir haben wieder ganz viel gelernt und Nobbi ist wieder rundum einsatzfähig. Es ist schon beruhigend, wenn man wieder Zugriff auf seine Konten hat…
Gestern Morgen sind wir um halb sechs aus dem Bett gefallen. Wildes Gehupe. Hier wird ausgiebig protestiert. Also haben wir beim Frühstück recherchiert, Grund für die Proteste ist eine Reform der Krankenversicherung. Die Anhebung der Beiträge trifft unter anderem die Fahrer der Minen, dementsprechend imposant sind die Fahrzeuge, die hupen und Kreuzungen und Durchfahrtsstraßen lahmlegen.
Mittags hatten wir Besuch vom großen Lotsenboot. Ein wenig peinlich. Für uns. Vor ein paar Tagen, als wir beide mitten in einer blöden Reparatur steckten, stelle Nobbi fest, dass eine meiner Schwimmesten sich aufgeblasen hatte. Die Salztablette war zerbröselt. Wir beschließen es als Wartung einzustufen. Sie bläst sich auf und hält die Luft, also ist sie in Ordnung. Bevor wir sie nun wieder richtig zusammenlegen und wegpacken, wollen wir die persönlichen AIS Signale testen. Die Dinger sind in der Schwimmweste befestigt. Sollte ich ins Wasser fallen, soll das Ding ein AIS Signal senden und Nobbi helfen mich wiederzufinden. Natürlich hat Nobbi auch eins. Während wir versucht haben rauszufinden, wie man die kleinen Geräte testet, haben wir wohl eins ausgelöst. Die Crew des großen Lotsenbootes hat unser Signal gesehen und ist mal kurz vorbeigekommen. Sie waren übrigens sehr freundlich und haben nur gelacht.
Auf dem Weg zum Schiffshändler kommen wir an einer Schiffstaufe vorbei. Der Zoll hat ein neues Boot bekommen, das nun getauft wird. Die Zöllner tun uns ein wenig leid, müssen sie doch in der prallen Sonne warten. Für wichtige Leute und die Gäste gibt es schattenspendende Pavillons. Wir beobachten das Geschehen aus dem Schatten einer Palme. Neben uns stehen zwei Möwen. Sogar den Vögeln ist es zu warm in der Sonne.

Warten auf die Taufzeremonie

Briefgeheimnis mal anders

Irgendwann im Dezember wurden wir gefragt, an welche Adresse man uns Weihnachtspost schicken könne. Kurz vor Weihnachten beginne ich jeden Tag im Marina Büro nachzuschauen bzw. zu fragen, ob Post für uns angekommen ist. Es dauert. Keine Post für Marisol.
Dann erhalte ich eine Nachricht aus Deutschland. Mareike schreibt, dass die Weihnachtspost zurückgekommen ist. Auf dem Umschlag ist ein Stempel, dass die Zustellung ins Bestimmungsland nicht möglich ist. Ich bekomme Fotos des Inhalts und freue mich wieviel Mühe sie sich gemacht hat.
Wir wussten, dass DHL keine Pakete mehr nach Neukaledonien verschickt. Schade, wir hatten gehofft, dass wir uns einige Kleinigkeiten schicken lassen könnten. Ein Blick auf die Internetseite zeigt, dass in viele Pazifikstaaten nicht zugestellt wird. „Aufgrund der COVID 19 Pandemie oder wegen sonstiger internationaler Ereignisse“ kann sich die Zustellung verzögern bzw. ist nicht möglich und „Überflugverbote Russlands“ führen dazu, dass Transportkosten höher sind, einige Destinationen nicht bedient werden usw. Wir dachten, so ein Brief würde einfach nach Frankreich gehen und von dort nach Neukaledonien.
Am 28. Februar kommt Nobbi aus dem Marina Büro zurück und freut sich. Wir haben Post! Die Weihnachtskarte von meinen Eltern ist doch noch angekommen. Nach mehr als zweieinhalb Monaten hat der Brief den Weg um die halbe Welt zurückgelegt und wird Nobbi im Büro persönlich übergeben. Der Briefumschlag ist gestempelt „Zurück an den Absender. Postverkehr mit dem Bestimmungsland ist momentan unterbrochen. Die Wiederaufnahme ist zur Zeit nicht absehbar“. Der gleiche Stempel war auf Mareikes Brief. Anscheinend wurde der Brief von meinen Eltern am 16.02. noch einmal gestempelt und dann doch versendet?
Wie der Brief es geschafft hat hierher zu kommen bleibt sein Geheimnis. Wir freuen uns über die überraschenden Grüße.

Windige Tage und ein sauberer Bauch

Es sind nur noch 2 Meilen bis zur Marina, gleich ist unser Segelausflug schon wieder vorbei. Was ist das? Schon wieder ein Delfin? Ein großes graues Tier nähert sich. Kein Delfin, ein Hammerhai. Wir sind uns sicher, seine charakteristische Nase hat ihn verraten. Wir können es kaum glauben, Hammerhaie sind hier eher selten und wir treffen das große Tier kurz vor der Marina. So ein Glück!

Es wurde wirklich Zeit wieder ein paar Tage außerhalb der Marina zu verbringen. Doch zunächst hatten wir Besuch von Gabrielle und dann von der Crew der Jajapami. Während der Tropische Sturm Gabrielle zum Glück weit entfernt durchgerauscht ist und wir froh darüber waren, nicht zu viel Wind gehabt zu haben, haben wir uns über den zweiten Besuch sehr gefreut.
Die Jana, JD und ihre beiden Jungs haben wir erstmals 2017 in Tazacorte auf La Palma getroffen, dann immer mal wieder und zuletzt 2019 auf Bora Bora. Sie sind mit ihrem Boot zurzeit in Australien, mussten aber ausreisen um ihre Visabedingungen zu erfüllen. Sie haben eine Stippvisite per Flieger in Nouméa gemacht und wir haben uns gefreut, dass wir uns nach langer Zeit wieder treffen. Natürlich gab es ganz viel zu erzählen, gleich an drei Tagen haben wir uns getroffen. Wir haben uns gefreut, dass sie sich so viel Zeit für uns genommen haben.

Als die Vier sich wieder auf den Weg zu ihrem Schiff gemacht haben, haben wir unsere Segel angeschlagen und sind am letzten Sonntag (am 19.2.) endlich mal wieder gesegelt.
Wir wurden doch etwas überrascht, der Wind war kräftiger als erwartet und kletterte schnell auf 6-7 Bft. Also wählten wir als Ankerplatz für die erste Nacht mal wieder die geschützte Baie de Papaye. Schon auf diesem kurzen Segelschlag wurden wir mal wieder verwöhnt, gleich zweimal gab es Delfinbegleitung, wir sahen Seeschlangen und Schildkröten.
Auch in der geschützten Bucht ist es windig, trotzdem entscheiden wir uns nach Mbe Kouen zu segeln. Das Inselchen ist winzig, aber das umgebene Riff bietet einen geschützten Platz. Wir wollen unbedingt das Unterwasserschiff putzen, dafür wünschen wir uns einen Platz mit klarem Wasser. Deshalb kommen nur die Riffankerplätze in Fragen und nicht die Buchten an der Hauptinsel in denen das Wasser weniger klar ist.
Wir verbringen schöne Tage am windigen Platz. Die ruhigeren Stunden nutzen wir um schnorchelnd zu putzen und schlucken ziemlich viel Salzwasser. Unsere Mari hat nun wieder einen sauberen Bauch. Nachmittags hören wir im Radio, dass es zwei Tage zuvor erneut einen Haiangriff in Nouméa gab. Ein Schwimmer starb nachdem er von einem oder sogar zwei Haien gebissen wurde. Furchtbar.
Ansonsten lesen wir, beobachten die Schildkröten und genießen die Freiheit am Anker. Während Sturm Gabrielle haben wir süß-sauren Kürbis eingekocht, weil der Kürbis so schön war, wunderbar orange und ganz fruchtig, haben wir noch einen Kürbis gekauft, den ich nun in Kürbisgemüse mit Möhren, Zwiebeln und Knoblauch verwandle und auch wieder in Gläser einkoche. Wind und Kürbis scheint eine gute Kombination zu sein. Das Heulen des Windes geht uns aber doch ein wenig auf die Nerven immer wieder Böen über 30kn.
Auf dem Rückweg legen wir wieder eine Nacht in Baie Papaye ein. Wir sitzen noch lange an Deck und beobachten wie Jupiter Venus über die Abendhimmel verfolgt und der Mars im Stier rot leuchtet. Der Sternenhimmel ist trotz des Lichtscheins von Nouméa wunderschön.
Eine Wetterverschlechterung kündigt sich an und wir fahren zurück in die Marina. Einige Arbeiten wollen vor der neuen Saison erledigt werden, wir haben also genügend Beschäftigung.

Besuch von Gabrielle und das normale Leben

Den Zyklon Gabrielle haben wir gut überstanden. Vor einer Woche bildete sich das Tief und zog glücklicherweise weit im Westen an uns vorbei. Das Zentrum blieb über 200 Meilen von uns entfernt. Am Samstag stürmte es, wir hatten etwas mehr Wind als erwartet, aber kaum Regen. Das Bimini hatten wir Freitagabend eingepackt und so konnten wir das Wetter relativ entspannt beobachten. Meist wehte es mit 25 bis 35kn, in der Spitze dann mit etwa 45kn. Der Sturm zog weiter nach Neuseeland, wo er sich ausgiebig austobte.
Heute haben wir uns auf unserem Spaziergang die der Nachbarbucht umgesehen. 15 Boote haben den Sturm nicht so glücklich überstanden und sind gestrandet. An einige gestrandete Boote erinnern nur noch die Kratzer auf den Steinen der Mole, die meisten wurden bereits geborgen, ein Motorboot wurde an der Mole angebunden, ein Zweimaster ist halb untergegangen und in einem Hafenbecken schwimmen lauter traurige Reste. Wie viele Boote hätte es wohl erwischt wenn der Sturm dichter an uns vorbei gezogen wäre? Das Bojenfeld ist ein unsicherer Platz bei Weststurm. Segler die ihr Boot lieben, verlegen es in die Mangroven.

Spektakuläre Sonnenuntergänge kündigen das schlechte Wetter an
Vor der Mole ist es ungemütlich
Nicht für alle endet der Sturm gut
Bootsbausatz für Selbstabholer? Diese Teile waren einmal ein Boot,

Ansonsten leben wir hier unser ganz normales Leben. Ich war beim Zahnarzt, wir erledigen Kleinigkeiten am Boot, waschen Wäsche und trinken Espresso auf dem Markt. Im großen Hafen liegt ein elegantes Schiff mit japanischer Flagge. Ungewöhnlich, das macht uns neugierig. Wir befragen die Mannschaft und erfahren, dass sie mit dem über 40 Jahre alten Schiff Thunfisch angeln. Ein Jahr sind sie auf See, andere Schiffe holen den Fisch ab und bringen ihn nach Japan. Nouméa haben sie nur für eine Reparatur angelaufen, weil die Maschine sich nicht mehr auf rückwärts umsteuern ließ.

Japanischer Thunfischfischer

Am Wochenende haben uns unsere Nachbarn spontan auf einen Ausflug in die Wildnis eingeladen. Wir sind zu einem tollen Badeplatz an einem Wasserfall gelaufen, haben gebadet und uns auf dem Rückweg etwas verlaufen. Ein echtes Abenteuer. Wenn man mit Einheimischen unterwegs ist, lernt man die wirklich wichtigen Sachen. Schon öfter haben wir uns gefragt, weshalb an dem unscheinbaren Kreisel so viele Autos stehen. Hier gibt es die besten Milchshakes. Wir testen das natürlich und sind überzeugt. Nie wieder werden wir hier ahnungslos vorbeifahren.

Irgendwo hier müsste der Weg sein
Es hat sich gelohnt, Der Wasserfall bildet tolle Pools.

Unseren heutigen Spaziergang unterbrechen wir und trinken eine Tasse Kaffee. Ein Blick in die Auslagen macht klar, der Kaffee muss von einer Leckerei begleitet werden. Nobbi wählt ein Tartelette a Passion au Chocolat und ich eine Eclair mit Kaffeefüllung. Wunderbar diese kleinen Meisterwerke. Gerade noch rechtzeitig fällt uns ein, heute ist Valentinstag: so können wir die Sonderausgabe vor der Revision rechtfertigen. Uns wäre sicherlich auch ein anderer Grund eingefallen.

Die kleinen Kunstwerke schmecken hervorragend.

Hasen und Haie

Es wird wirklich Zeit für eine Wasserstandsmeldung von uns. Während Nobbi auf unsere Mari aufgepasst hat, durfte ich meine Schwester und ihre Familie in Singapur besuchen. Nobbi hat unsere Mari nicht nur bewacht, sondern war auch sehr fleißig und hat viele kleine Arbeiten erledigt. Unser Herd ist so sauber, dass ich mich kaum noch traue auf ihm zu kochen, der Motor hat Streicheleinheiten bekommen und Nobbi hat die Lackierarbeiten unter Deck fortgesetzt.
Singapur hat mir wieder außerordentlich gut gefallen. Der Kontrast zwischen alt und neu, zwischen traditionell und modern, das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen und Religionen, Konsumtempel, Bling-Bling, liebevoll gepflegte Parks, Wanderwege und grüne Oasen. Wenn man eine Stadt schon etwas kennt, hat man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bereits besucht und kann sich treiben lassen. In der National-Galerie gab es eine spannende Führung und natürlich hat meine Schwester mir viele gute Tipps gegeben. Über Singapur gäbe es so viel zu berichten, das würde diesen Bericht sprengen. Ausführliche Singapur-Geschichten findet ihr hier, falls wir mit dem Boot dorthin segeln. Ich wurde verwöhnt und habe den Besuch auch kulinarisch sehr genossen. In Wirklichkeit war ich aber nicht in Singapur, um mir die Stadt anzusehen oder mich durchzufuttern, sondern um Duplo zu spielen, Findus-Bücher vorzulesen, in Pfützen zu springen und Ersatzteile zu besorgen. Wir haben nicht nur ein neues Handfunkgerät, sondern ich habe auch Material für einige kleine Reparaturen mitgebracht, um die wir uns in den nächsten Wochen kümmern werden.
Die Chinese New Year Feierlichkeiten fielen wunderbarerweise in meinen Besuch. Nicht nur in Chinatown, sondern überall in Singapur wurde geschmückt und gefeiert. Über das lange Wochenende waren viele Läden geschlossen (das ist wirklich etwas Besonderes), viele Menschen feiern mit ihrer Familie und überall findet Lion Dance statt. Das Jahr des Hasen wurde ausgelassen begrüßt, auch wenn das Wetter unglaublich schlecht (also regnerisch) war. Wir haben nun einen roten Plüschhasen an Bord, der uns hoffentlich Glück bringt. Von unseren französischen Steg-Nachbarn lernen wir, dass Hasen an Bord Unglück bringen. Segler sind ein ziemlich abergläubisches Völkchen. „Never leave port on a Friday“ kennen wir, Bananen gelten als Unglücksvorboten und Neptun bekommt auch bei uns zu jedem Auslaufen einen Schluck. Sicher ist sicher. Bei den Franzosen gelten Hasen an Bord als schlechtes Omen. Das geht so weit, dass einige lieber vom „Tier mit den langen Ohren“ sprechen, als sie zu benennen. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das im Jahr des Hasen nicht gilt. Der Plüschhase bleibt.
Der Abschied von „meinen Singis“ ist mir sehr schwer gefallen, doch ich freue mich zurück auf Mari und bei Nobbi zu sein.

In Neukaledonien sind nicht Hasen, sondern Haie das tierische Top-Thema. Am vorigen Wochenende gab es einen Haiangriff, hier an einem der Hausstrände Nouméas. Eine Schwimmerin wurde von einem Bullenhai schwer verletzt. Daraufhin war das Schwimmen hier in der Umgebung bis einschließlich Donnerstag verboten. Drei zu zutrauliche Tigerhaie und der Bullenhai wurden getötet. Dieses Wochenende gab es schon wieder einen Zwischenfall, ein Hai hat einen Schwimmer in die Flosse gebissen. Das Badevergnügen, zumindest in Stadtnähe, ist also getrübt.
Es ist heiß. Das ist keine Überraschung, schließlich ist Hochsommer und die Sonne steht fast senkrecht über uns. Im Schatten, bei leichtem Wind lässt es sich aushalten. Normalerweise habe ich kaum Probleme mit Hitze, doch im Moment fällt es mir schwer mich daran zu gewöhnen. Wir lassen es langsam angehen und verbringen die heißen Nachmittage mit einem Buch im Schatten. Die Wettervorhersage lässt auf etwas Abkühlung hoffen und kündigt außerdem ein dickes Tief am nächsten Wochenende an. Hoffen wir, dass es uns nicht zu viel Wind bringt.

Ein vergnüglicher Samstag

In der näheren Umgebung Nouméas kennen wir uns nun schon ein bisschen aus. Auf der Karte haben wir uns einen Wanderweg ausgesucht der am Rivière des Pirogues entlangführt. Auf dem Parkplatz, der an der Straße Richtung Stausee liegt, stehen schon einige Autos. Viele Familien machen an diesem schönen Samstag ein Picknick.
Der Weg ist eigentlich einfach, führt aber ab und zu durch ein tiefe Einschnitte, die sicherlich Wasser führen wenn es stark geregnet hat und dann wird dieser Weg zur Schlammschlacht. Jetzt läuft es sich gut. Lediglich unsere Beine leiden ein wenig, der Weg ist schmal und die trockenen Pflanzen kratzen uns. Wir laufen an dem kleinen Fluss entlang und begegnen ab und zu anderen Wanderern. Zwei Balken bringen uns über einen tiefen Einschnitt, hier gab es anscheinend mal eine Brücke. Es sieht so aus, als wäre hier früher eine Lore gefahren. Sicherlich wurden hier auch Bodenschätze, vermutlich Nickel, abgebaut. Ein Hinweis darauf ist auch die recht niedrige und vergleichsweise junge Vegetation. Hier gibt es viele interessante Optionen, wir könnten das Flüsschen durchqueren und uns den Wasserfall ansehen, zu einem weiter entfernen Wasserfall laufen oder einen der Aussichtspunkte als Ziel wählen, doch wir entscheiden uns anders. Wir haben den idealen Rastplatz gefunden: eine natürliche Umkleidekabine unter einer schattigen Kiefer, hübsche Felsen und tiefes Badewasser, das blaugrün leuchtet. Wir baden ausgiebig, essen unsere mitgebrachten Möhren und Baguettes und baden nochmal.
Ich wage die Prognose, dass ihr euch noch einige ähnliche Geschichten anhören dürft. Eine moderate Wanderung mit einem ausgiebigen Bad und einem kleinen Picknick ist die perfekte neukaledonische Freizeitgestaltung und es gibt hier noch einige Bäche, Flüsschen und Stromschnellen die auf unseren Besuch warten.

Ein kleiner Segel-Ausflug

Das Wetter ist wunderbar und wir haben Lust segeln zu gehen. Früher sind wir manchmal nachts losgesegelt, nachdem wir 750 km aus Frankfurt an die Ostsee gefahren waren. Wir wollten morgens am Anker aufwachen und haben deshalb nach einem Arbeitstag und einer langen Autofahrt noch die Leinen losgeworfen. Jetzt ist das irgendwie mühsamer, wir müssen unser Reihenhaus in ein Segelboot verwandeln, also die Wäscheleine abnehmen und die Plane überm Vorschiffsluk einpacken.

Als Nobbi die Kabelrolle wegräumen will macht sie komische Geräusche, sie ist voller Wasser. Also holt er den Akkubohrer raus und bohrt Löcher, damit das Wasser wieder rauskommt. Die Seekarte auf dem Tablet ist weiß, keinerlei Informationen, entschließt sich nach einem Neustart aber doch die Arbeit wieder aufzunehmen. Wir schalten den Bordrechner ein und das Abo des Seekartenprogramms möchte wissen ob es verlängert wurde, dafür braucht es Internet. Die WLAN Internetverbindung an unserem Liegeplatz ist bescheiden, also müssen wir erst einmal unsere SIM Karte aufladen und ein Datenpaket kaufen. So dauert es etwas bis wir endlich loskommen.
Wir segeln mit Westwind nach Osten und sind eher langsam unterwegs. Zum einen haben wir nicht so viel Wind, zum anderen haben wir den Verdacht, dass unser Unterwasserschiff schon wieder ordentlich bewachsen ist. Trotzdem ist es sehr schön, der Wind schiebt uns und wir werden von einer Delfinfamilie begleitet.
Im Canal Woodin ist richtig was los, die Schnellfähre nach Prony zur Nickelaufbereitungsanlage rauscht mit 32kn vorbei. Während wir darüber nachdenken, dass uns einige Linien in Deutschland einfallen, wo eine so flotte Fähre auch ein Gewinn wäre, kommt ein hübsches kleines Containerschiff vorbei. Wir biegen ab und ankern nördlich von Ouen. Kaum ist der Anker nass, badet auch Nobbi. Das Leben am Anker ist einfach schöner.
Am nächsten Morgen segeln wir nach Ilot Casy in der Baie de Prony. Wir segeln hart am Wind und freuen uns mal wieder darüber, dass unser kleines Fahrtenschiff so viel Spaß unter Segeln macht. Die kleine Insel mit seinem Bojenfeld hatte uns schon bei den letzten Besuchen so gut gefallen und es ist schön wieder hier zu sein. Auf dem Nachbarschiff sind vier kleine Jungs, die mit enormer Ausdauer schwimmen, paddeln, rudern und toben. Wir verausgaben uns beim Putzen des Unterwasserschiffs. Der blöde australische Kalkröhrenwurm hat sich schon wieder ausgiebig ausgetobt. Die Doktorfische, die aussehen wie Dory: blau mit gelben Brustflossen, sind sehr interessiert an allem was wir vom Rumpf kratzen. Warum können sie das Zeug nicht direkt vom Rumpf knabbern, das wäre doch die Lösung. Statt Antifouling zu malen, könnten wir einen Fischschwarm mitnehmen der Maris Bauch pflegt.
An diesem Tag lese ich ein ganzes Buch. „Das Lächeln der Vergangenheit“ von Birgit Weidt hatte ich Nobbi vor 2 Jahren geschenkt, es angelesen und es dann zur Seite gelegt. Es gibt nur wenige Bücher über Neukaledonien. Nun hat Nobbi ein Exemplar hier im Bücherregal gefunden und es gelesen, also gebe auch ich ihm eine zweite Chance. Ich bin nicht begeistert, mir gefällt der Schreibstil nicht und mir fallen einige Ungereimtheiten und Fehler auf. Doch jetzt wo wir viele Orte bereits kennen oder zumindest wissen wo sie sind, finde ich es interessant mehr über das Leben in den Stämmen der Kanaks zu erfahren.
Der Abend an der Boje ist so schön, dass wir gar nicht reingehen mögen und lange im Cockpit sitzen. Deshalb gibt es unser Abendessen – gebratene Auberginen – sehr spät. Aber was macht das schon?

Wie geplant dreht der Wind auf Südost, wir kreuzen aus der Baie de Prony und gehen dann vor den Wind. Der Strom schiebt uns bei moderatem Wind durch den Canal Woodin. Der Wind nimmt stetig zu. Deutlich merken wir, dass wir Mari vom Bewuchs befreit haben, wir rauschen dahin. Schließlich binden wir ein Reff ein, inzwischen haben wir satte 6 Bft. Wir sichten Delfine, Schildkröten, Seeschlangen und viele treibende Kokosnüsse. Lagunensegeln. Beide genießen wir das Segeln und geben den Platz am Ruder nur ungern her. Wie so oft, wenn es schön ist, sind wir zu schnell wieder an unserem Liegeplatz in der Marina.

Tectocoris diophthalmus

Diese netten Exemplare der Hibiskus-Harlekin-Wanzen oder auch Baumwoll-Harlekin-Wanzen haben wir auf einem unserer Ausflüge getroffen. Die Namen geben reichlich Auskunft. Es handelt sich um Wanzen, auf deren Speisezettel sich viele Vertreter der Malvengewächse, wie Hibiskus und Baumwolle, finden. Die erwachsenen Weibchen sind eher orange und die Männchen eher blau. Im östlichen Australien, auf Papua, hier auf Neukaledonien und auf weiteren pazifischen Inseln futtern sie sich durch die Wildnis, Gärten und Plantagen. Die Wanzen sind nicht selten oder schwer zu finden, sondern haben ihren Platz im Blog einfach mit ihrem guten Aussehen bekommen.
Ich lese gerade ein Buch, das von der Suche nach einem goldenen Käfer in Neukaledonien handelt (Miss Bensons Reise – Rachel Joyce). Das Buch überzeugt mich (noch) nicht und vermutlich wird es nicht in unsere Buchempfehlungen aufgenommen. Doch als ich diese bunten Viecher gesehen habe, habe ich sofort an den goldenen Käfer gedacht. Auch wenn Wanzen keine Käfer sind. Sind sie nicht sehr hübsch?

Hale, Dumbéa und ein Handstaubsauger

Am 8. Januar zieht Hale an Neukaledonien vorbei. Hale ist hier das erste tropische Tief in dieser Saison, dass einen Namen bekommen hat. Am Abend des 7. Januar wird es als Kategorie 1 Zyklon eingestuft und benannt. Glücklicherweise zieht es weit im Westen vorbei, bringt uns nur kurz kräftigen Wind und starken Regen. Gute 30 kn Wind bringt das flotte Tief, nur eine einzige Böe mit über 40 kn sehen wir. Der starke Regen kommt schräg von achtern und schafft es Tropfenweise durch die Winschen im Cockpit ins Innere. Da hat es noch nie getropft. Immer mal was neues. Kein gemütliches Wetter, aber Nichts zum Fürchten. Nach wenigen Stunden ist es vorbei. Hale zieht weiter nach Neuseeland tobt sich dort aus. Wir haben es gut überstanden. Das nächste Tief kommt bestimmt, vielleicht schon Mitte nächster Woche.

Der Sturm zieht ab und der Himmel färbt sich orange.
Für die Sturm-Saison hat Mari eine extra kleine Nationale bekommen.

Wir machen einen Ausflug zum Parc Provincial Dumbéa. Nicht weit entfernt von Nouméa, ist dies ein beliebtes Ziel. Als wir das erste Mal an einem Samstag hierher kommen, ist der kleine Parkplatz voll und auch an der Zufahrtsstraße stehen viele Autos. Wir brechen nach ein paar hundert Metern unseren Ausflug ab, uns ist es bei 34 Grad einfach zu warm zum Wandern. Beim zweiten Anlauf wollen wir eigentlich einem Wanderweg folgen, der durch den Fluss führt. Durch den starken Regen, den Hale mitgebracht hat, ist der kleine Fluss angeschwollen. Ohne wasserdichten Sack trauen wir uns nicht durchs Wasser. Wir haben Angst um die Kamera und unsere Telefone. Also laufen wir ein kleines Stückchen auf einem anderen Weg und suchen uns dann einen Badeplatz. Wir baden ausgiebig im kühlen Frischwasser und genießen die natürliche Massagefunktion der Stromschnellen.

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir in den letzten beiden Wochen oft mit dem Auto unterwegs waren. Unsere Nachbarn haben uns großzügiger Weise ihr Auto zur Verfügung gestellt während sie im Urlaub sind und uns damit ein ganz tolles Geschenk gemacht. Wir haben uns sehr darüber gefreut, einige Ausflüge gemacht, haben die Gelegenheit genutzt und waren mit dem Auto einkaufen und im Baumarkt. Im Baumarkt schrumpfen viele Bedürfnisse beim Blick aufs Preisschild. Die gute Nachricht jedoch ist, dass es fast alles gibt.

Auf einer unserer Touren haben wir einen Abstecher zur Notre Dame du Pacific gemacht. Dort sind wir schon mehrmals mit dem Bus vorbeigefahren, nun konnten wir mal anhalten. Die Freiluft-Kapelle mit einer Marienstatue und einigen kleinen „Grotten“ überzeugt uns künstlerisch nicht, aber die Aussicht auf die Stadt und den Hafen ist fantastisch. Im Hafen liegt gerade ein Kreuzfahrtschiff mit einem extrem hässlichen Heck. Mein Vater hat es „den Handstaubsauger“ getauft. Das Schiff kommt regelmäßig nach Nouméa und heißt eigentlich Pacific Encounter.