Papeete – jeder Buchstabe wird einzeln gesprochen – ist Tahitis Hauptstadt. Über Tahiti und Papeete haben wir viel Schlechtes gehört „Das Beste an Tahiti ist der Blick auf Moorea“ oder „Eine Woche in Tahiti sind fünf Tage zu viel. Uns jedoch gefällt es hier.
Sonntagmorgen stehen wir zeitig auf und gehen auf der Markt. Der Markt beginnt irgendwann in den frühen Morgenstunden. Ich glaube um vier, das überprüfen wir jedoch nicht. In der großen Markthalle und in den angrenzenden Straßen reihen sich Stände mit Obst und Gemüse aneinander, aber auch Blumenkränze, Fisch, Fleisch und Gebäck werden verkauft. Wir tragen eine große Tasche Gurken, Tomaten, Papaya, Salat, Bananen, Mango und vier Ananas nach Hause. An einem kleinen Stand trinken wir einen Kaffee, schauen uns das Marktleben an und essen eine Blätterteigschnecke. Wir probieren FiriFiri, ein typisches Gebäck, das etwas an Kreppel erinnert.
Wir sind hier vor allem nach Tahiti gekommen um einzukaufen – und natürlich um zu duschen. Übrigens, danke der Nachfrage. Wir waren nicht total schmutzig, als wir hier angekommen sind. Es wäre auch ziemlich schwierig schmutzig zu bleiben wenn man mehrmals am Tag baden geht. Nur warme Frischwasserduschen sind sehr limitiert an Bord. Deshalb genießen wir jetzt all-you-can-shower. Die letzte Dusche mit unbegrenztem Frischwassernachschub hatten wir in Atuona, die war zwar etwas rustikal, aber das kühle frische Wasser aus dem Bergen war ganz wundervoll.
Wir benötigen einige Ersatzteile und waren bisher recht erfolgreich. Das neue Relais für den Wassermacher ist bereits eingebaut, wir haben Diesel- und Ölfilter für den Motor bekommen und eine neue Gasflasche gekauft. Neben dem Bootsgetüddel bunkern wir Lebensmittel für die zweite Hälfte des Pazifiks. Nobbi hat nicht nur den Motor gestreichelt, Öl und Filter gewechselt, sondern auch unsere Ankerkette abgesägt. Die ersten Kettenglieder waren rostig. Der Niro-Anker und die verzinkte Kette sind kein Dreamteam. Dies war einer der Punkte, den wir hier unbedingt erledigen wollten solange wir hier am Steg liegen. Die Ankerkette absägen wenn man an selbiger hängt ist ja doch eher schwierig. Ich konnte meine Computerprobleme lösen und vertreibe mir die Zeit mit Wäsche waschen und Einkochen.
Nebenbei machen wir ein wenig Sightseeing und genießen das Stadtleben. Auf dem Weg zu den verschiedenen Schiffshändlern und zum Supermarkt haben wir bereits einige Kilometer zurückgelegt und Papeete wenigstens etwas kennengelernt. Vorgestern hatten wir Glück und sind zufällig auf die Verabschiedung der Faafaite gestoßen. Das traditionelle Segelschiff hat sich auf den Weg nach Neuseeland gemacht. Dort wird das 250ste Jubiläum der Entdeckung durch Cook gefeiert. Die Verabschiedung war sehr emotional mit viel Gesang. Als das Muschelhorn zum Abschied geblasen wurde hatten viele Tränen in den Augen.
Papeete bietet ein interessantes Stadtleben. Es gibt viele Restaurants, Cafés, Bars und Geschäfte. Morgens sieht man viele Läufer, junge Leute treffen sich zum Crossfit oder zum Fußballspielen. Im Vergleich zu allen Orten die wir bisher in Polynesien besucht haben ist hier viel Verkehr. Es gibt ein Kino und Shopping Center, ich bin gestern gleich zweimal Rolltreppe gefahren. Auch die Schattenseiten des Stadtlebens treten zu Tage, viele Menschen leben auf der Straße. Trotz Stadtflair vergisst man nie, dass man in Polynesien ist. Ständig sind Männer und Frauen unterwegs zum Kanutraining, leicht zu erkennen am Paddel unterm Arm. Mit einer Blume hintern Ohr ist man immer richtig angezogen, wer mag trägt einen Blumenkranz.
Wir bekommen Hafenkino geboten. Am Wochenende war ein großer Kreuzfahrer hier, im (kleinen) Handelshafen wechseln sich kleine Containerschiffe und Autotransporter ab, im Marinehafen liegen ein paar Kriegsschiffe und die Luxusyachten kommen zum Tanken in die Marina und um ihre Gäste einzusammeln. Und wenn uns das nicht reicht, können wir immer noch Flugzeuge gucken, die sind wunderschön bunt lackiert und starten über uns hinweg zu den anderen Atollen oder auch nach Übersee.
Nachschlag Fakarava
Zum Duschen nach Tahiti
Das Wasser hat dieses unglaubliche Blau, dass es nur mitten auf dem Ozean gibt. Die Wellen wiegen uns sanft und wir gleiten leise dahin. Segeln kann so schön sein. Leider sind wir am zweiten Tag unserer Überfahrt nach Tahiti zu langsam. Wir wollen Tahiti bei Tageslicht erreichen. Nachmittags verabschiedet sich der Wind fast ganz, wir beschließen etwas zu motoren. Abends kommt der Wind wieder. Wir erleben eine schöne Nacht unter Segeln. Gegen Morgen nimmt die Bewölkung zu, bei Sonnenaufgang tummeln sich dicke Wolken um uns, in der Ferne schauert es. Dann taucht Tahiti aus den Wolken auf. Wir waren schneller als gedacht. In den letzten Stunden legt Mari noch einen richtigen Sprint hin, so dass wir bereits um elf Uhr den Pass erreichen. Wir melden uns an und dürfen sofort reinfahren. In der Einfahrt begrüßen uns verspielte Delfine. Immer wieder schön! Port Control lotst uns zügig am Flughafen vorbei nach Süden. Zweimal müssen wir warten bis ein Flieger gestartet ist. Nobbi ist begeistert. Richtige Flugzeuge!
Wir funken die Marina Taina an, niemand meldet sich. Mittagspause? Wir fischen eine Boje, an der ein Priveé Schild hängt und beschließen hier zu warten. Nach der Mittagspause antwortet die Marina sich noch immer nicht über Funk, dafür erreichen wir telefonisch eine Dame im Büro, die uns schnippisch erklärt, dass wir am nächsten Tag nach einem Platz fragen sollen. Der Hafenmeister ist nicht da. Wir suchen nach einem anderen Platz und finden eine freie Boje. Nach einiger Zeit taucht ein kleines Boot vom Hafen auf, sie geben dem Hafenbüro durch, dass wir an der Boje liegen, daraufhin haben wir die schnippische Dame am Funk, die zwar nicht weiß wo wir liegen, aber sicher ist, dass wir dort nicht liegen bleiben können. Die beiden Marineros sind freundlicher, sie sagen wir können über Nacht bleiben, am nächsten Morgen sollen wir mit dem Hafenmeister sprechen, nicht mit dem Büro. Da wir ja gar nicht an der Mooring sein dürfen, brauchen wir sie auch nicht bezahlen.
Wir erleben einen traumhaften Sonnenuntergang mit Moorea in der Hauptrolle. Hinter der spektakulären Skyline der Nachbarinsel geht die Sonne unter und zaubert einen goldenen Himmel.
Um zwei wache ich auf und treffe Nobbi an Deck. Neben dem Schiff bricht sich die Welle, Mari hopst über kabbeliges Wasser. Der hohe Südwest-Schwell ist wie vorhergesagt da. Leider läuft er über das Riff. Unsere Boje liegt jetzt im Hexenkassel, das Wasser um uns herum erinnert an eine Waschmaschine. Gefährlich ist das Ganze nicht, auf der Mooring ist keine Belastung, aber gemütlich ist es auch nicht. Am Ankerplatz ist es etwas besser als im Bojenfeld, aber auch nicht gut.
Morgens fragen wir in der Marina nach einen Liegeplatz, wir haben einige Jobs zu erledigen, für die ein Stegplatz schön wäre, außerdem hätten wir gerne eine Dusche. Die Marina ist voll. Wir rufen die Marina in Papeete an, dort geht niemand ans Telefon. Also ziehen wir ins Ankerfeld um. Als wir uns entscheiden nun ein letztes Mal die Marina in Papeete anzurufen, geht doch tatsächlich jemand ans Telefon. Wir dürfen kommen, aber nicht in der Mittagspause. Eine große Schildkröte taucht neben dem Boot auf und heitert uns auf.
Wir verstauen Dinghy und Außenborder, verpacken unser Großsegel, holen Festmacherleinen und Fender hervor und essen Spiegeleier. Dann machen wir uns auf den Weg. Kurz vor dem Flughafen melden wir uns bei Port Control und erbitten Clearance für die Passage der Landebahn. Unsere Anfrage wird ignoriert. Wir stoppen auf, warten und funken Port Control an. Ob die auch Mittagspause machen? Nicht unwahrscheinlich. Unsere Anfragen werden ignoriert. Ab und zu landet ein Flieger. Schließlich vermittelt eine französische Yacht, deren Anfrage auf Französisch beantwortet wird. Ein Schelm wer Böses denkt. Wir passieren das Südliche Ende des Runways, fahren mit ordentlich Schiebestrom mit Rekordtempo zum nördlichen Ende des Runways und erbitten erneut um Clearance. Nach einigen hin und her, dürfen wir passieren, zwischen zwei startenden Fliegern fahren wir am nördlichen Ende des Flughafens vorbei. Schade, der Kollege des Mitarbeiters von Port Control, der uns am Tag zuvor durchs Fahrwasser gelotst hat, war ausgesprochen nett. Dass der grummelige Kerl uns immer wieder ignoriert hat, hat unsere Fahrt um eine Stunde verlängert und den Tag ziemlich anstrengend gestaltet.
Am frühen Nachmittag machen wir in der Marina fest wo uns ein netter Mitarbeiter begrüßt. Warum sind wir eigentlich nicht am Tag zuvor direkt hierher gefahren? Das hätten wir einfacher haben können. Mari liegt nach 5 Monaten das erste Mal wieder an einem Steg (seit Shelter Bay Marina in Panama) und wir gehen sofort ausgiebig Duschen!
Toau
Montagmorgen verlassen wir Fakarava. Um kurz vor sieben lösen wir die Leinen von der Boje um pünktlich zu Niedrigwasser um acht am Pass zu sein. Das Timing stimmt, der Pass zeigt sich friedlich und wir werden sanft auf den Ozean hinausgespült. Unterwegs macht Nobbi uns Frühstück und wir genießen einen fantastischen Segeltag.
Am frühen Nachmittag erreichen wir Toaus Nordpass. Anse Amyot ist ein falscher Pass, ein Riff versperrt den Zugang zur Lagune. Die Einfahrt ist schmal, aber gut betonnt. Die Einfahrt ist hier unabhängig von der Gezeit möglich, das macht die Planung einfach. Freunde berichteten begeistert von Toaus Norden. Doch wir wurden auch gewarnt, nach Toau würden alle fahren, dort sei es nicht mehr schön. Tatsächlich war das erste was wir von der Bucht sahen ein 30m langer Ankerlieger, ein Segler der Luxusklasse, dazu ein 58 Fuss Chartercat mit Crew. Die beiden anderen Fahrtensegler fielen daneben kaum auf. Kaum liegen wir an der Boje, fällt neben uns der Anker des nächsten 50 Fuss Chartercats. Eine italienische Truppe mit französischer Skipperin macht nun gefühlt in unserem Cockpit (weil sie so dicht hinter uns liegen) Yoga. Ganz schön voll hier, finden wir das jetzt gut? Doch, wie so oft, kommt es ganz anders als gedacht. Wir verbringen fantastische gemeinsame Tage.
Am ersten Abend treffen wir Valentine und Gaston an Land. Die beiden wohnen hier an der kleinen Bucht und leben vom Fischfang und vom gelegentlichen Restaurantbetrieb. Wir vereinbaren am nächsten Abend gemeinsam mit den beiden Chartercats bei ihnen zu essen. Die Crew des Luxusseglers hat ein paar Stunden frei bekommen, wir treffen uns bei Valentine auf ein Bier und sie berichten vom Berufssegeln.
Den folgenden Tag verbringen wir unter Wasser. Wir schnorcheln im Zick-Zack durch die Bucht. Der Artenreichtum ist beeindruckend. Ein grauer Riffhai, eine Schwarzspitze und ein Silberspitzenhai, viele Napoleons, Muränen, riesige Zackenbarsche, Doktorfische (lauter Doris), Papageifische, … alles was sich der Schnorchler nur wünscht. Als ich in der Dämmerung der dritten freischwimmenden Muräne begegne, beschließe ich, dass die zunehmende Aktivität dieser nachtaktiven Jäger das Ende meines Badetages bedeutet.
Nach Einbruch der Dunkelheit werden wir von Valentine und Gaston empfangen. Achtzehn hungrige Segler freuen sich auf ein leckeres Essen und werden nicht enttäuscht. Vorweg gibt es eine Art Thunfischpizza. Die Vorbereitungen laufen schon den ganzen Tag. Für das spontane Fest wurde morgens ein Schwein geschlachtet, das den ganzen Tag (von Hand!) über dem Feuer gedreht wurde. Ein echtes Atollschwein, das hauptsächlich Kokosnüsse gefressen hat. Wir sitzen mit den Italienern an einem Tisch, die alle hervorragend Englisch sprechen. Schnell beginnt ein interessantes Gespräch übers Segeln, Reisen, Europa und das Leben. Und zwischendurch verputzen wir das leckere Essen. Fisch-Carpaccio (roher Fisch mit einer würzigen Knoblauchmarinade), Poisson Cru (roher Fisch in Zitrone und Kokosmilch), Fischpuffer, zwei Sorten selbstgebackenes Brot, Reis und natürlich das Schwein. Die Tische biegen sich. Zum Nachtisch gibt es einen Kokoskuchen, der uns so gut schmeckt, dass wir nach dem Rezept fragen. Der Kokoskuchen von Valentine wird zukünftig nicht nur auf Marisol gebacken werden, sondern sicher auch in Mailand. Anschließend sitzen wir mit Hunden und Katzen auf der Terrasse und Valentine, Gaston und zwei Freunde machen Musik für uns. Mein Favorit ist definitiv Gastons Bass aus einem Eimer, einem Stock und mit einer Saite. Wunderschön.
Am nächsten Morgen treffen wir uns alle wieder. Die Hunde und Katzen kennen wir schon, doch nun ist auch der Fregattvogel da. Seit 10 Jahren kommt er einfach immer wieder. Er sitzt mitten auf dem Tisch und lässt sich mit Schweinefleisch füttern. Am Steg läuft die „Spülmaschine“. Das Geschirr vom letzten Abend liegt im flachen Wasser und die kleinen Fische fressen es sauber.
In der kurzen Zeit haben wir von Valentine unglaublich viel über das Leben auf dem Atoll gelernt, sie spricht gut Englisch, interessiert sich sehr für ihre Besucher und ist äußerst mitteilsam. Wusstet ihr, dass Einsiedlerkrebse Tsunamis vorhersagen können? Gaston ist etwas schweigsamer als seine Frau, aber nicht weniger nett. Es fällt uns schwer weiter zu fahren, doch am Samstag soll 3m hoher Schwell aus Südwesten kommen, dann wollen wir in Tahiti sein. Wir verabschieden uns herzlich von „unseren“ Italienern und von Valentine und Gaston. Großzügig werden wir mit Essen versorgt und mit Perlen beschenkt. Die beiden freuen sich über die Zahnbürsten die wir ihnen mitgebracht haben, der nächste Supermarkt ist weit weg. Der Großteil unserer Vorräte neigt sich dem Ende zu und will in Tahiti aufgefüllt werden, doch Zahnbürsten haben wir reichlich.
Bei ruhigem Wetter fahren wir durch den Pass und setzen Segel. Zum Mittagessen gibt es Schwein von Toau mit Valentines leckerem Reis. Langsam verschwindet Anse Amyot und dann Toau am Horizont. Wehmütig blicken wir zurück. Wie gut, dass wir dort waren. Ein schöner Platz mit ganz besonderen Menschen, der uns in Erinnerung bleiben wird.
Fakaravas Hauptort Rotoava
Noch einmal verbringen wir ein paar Tage vor Rotoava. Zum einen wollen wir unsere Reise nach Norden fortsetzen, da bietet sich der Ort im Norden der Lagune an, zum anderen gefällt uns der kleine Ort. Es ist windig, der französische Wetterbericht verspricht immer wieder Böen mit 30 oder 35kn. Zwischendurch ist es grau und regnet, doch dann reißt es doch immer auf und jeder Tag hat auch schöne Stunden im Gepäck. Eine sehr schauklige Nacht haben wir hinter uns gebracht, in der ein unangenehmer Schwell die Boote am Ankerplatz geschüttelt hat, nun sind die unangenehmen Wellen jedoch verschwunden und wir können wieder ruhig schlafen.
Wir nutzen die einigermaßen stabile Internetverbindung um unsere Post zu erledigen, Rechnungen zu bezahlen und Fotos hochzuladen. Einen Tag verbringen wir damit unsere Rechner Updates machen zu lassen. Das dauert. Zum Glück haben wir uns was zu lesen mitgebracht, ich schaffe einen halben Krimi während mein Computer quälend langsam Windows-Updates herunterlädt.
Inzwischen kennen wir uns gut aus und werden in den drei Läden freundlich begrüßt. Die Kinder am Strand winken uns begeistert, wenn wir mit dem Dinghy anlanden, die Teenies im Laden probieren ihr Englisch an uns aus und die Hunde folgen Nobbi auf der Hauptstraße.
Die Sehenswürdigkeiten sind überschaubar. Der Ort hat eine niedliche kleine Kirche, die mit wunderschönen Muschelketten geschmückt ist. Es gibt einen Flughafen, der die ganze Nacht beleuchtet ist obwohl er nachts nicht angeflogen wird, einen alten Leuchtturm und die kleine Gedenktafel der Societé 193. Die Societé 193 erinnert an die Atomwaffentests in Französisch Polynesien und ihre Folgen. 193 Tests wurden auf zwei Tuamotu-Atollen zwischen 1966 und 1996 durchgeführt. Im Ort herrscht eine entspannte Urlaubsatmosphäre. Die meisten, egal ob Touristen oder Einheimische, sind mit dem Fahrrad unterwegs. Die erstaunlich zahlreichen Autos sind auch nicht viel schneller.
Obwohl im Moment nur noch eine Handvoll Segler auf dem Ankerplatz liegt, gibt es immer etwas zu sehen. Fakarava wird von vielen Luxusyachten angelaufen. Knautschige „kleine“ Motoryachten mit nur 25 m Länge, futuristische 50m lange Yachten in Bügeleisenform und 60m lange Segelyachten, uns wird einiges geboten. Diese Dinger haben natürlich Beiboote, Schlauchboote und Spielzeuge wie Jetskis. Die meisten Beiboote sind länger als unsere Mari. Da gibt es immer was zu gucken. Praktisch wenn man eine ausklappbare Terrasse Mittschiffs hat, falls man nicht an Deck sitzen möchte. Dann sind hier auch einige kleine Luxuskreuzfahrer und Tauchschiffe unterwegs und natürlich die Versorgungsschiffe, die Fakarava mehrmals pro Woche anlaufen. Heute hat ein kleines Schiff lauter Paletten und Säcke abgeladen. Vielleicht war etwas für die Tankstelle dabei? Die Tankstelle ist nagelneu und wurde für die heutige Einweihungsfeier mit Palmenwedeln geschmückt. Ab Montag hat sie geöffnet! Bisher mussten die Atollbewohner Benzin /Diesel per Fass ordern und Yachten konnten nach Absprache direkt am Versorgungschiff tanken.
Wir haben Haustiere. Oder muss es Bootsfische heißen? Die Anzahl von Schiffshaltern unterm Boot wird immer größer. Einige haben uns vom letzten Platz hierher begleitet, andere haben sich Mari erst kürzlich angeschlossen. Bei Blacky, meinen schwarzen Lieblingsfisch, bin ich mir sicher, dass er schon seit dem vorletzten Platz bei uns wohnt. Sie fressen sehr gerne Baguette, interessieren sich aber auch für Möhren und Gurkenschalen. Zwiebeln mögen sie nicht. Außerdem haben wir hier immer wieder Einhörner, einen großen Schwarm Nasen-Doktorfische unterm Kiel.
Haisichtungen sind auch hier nichts Ungewöhnliches. Meist trifft man im flachen Wasser auf kleine Schwarzspitzenhai. Es gibt jedoch auch einen recht großen Hai, mindestens 2,5 m lang und sehr kräftig, den wir seit Tagen dicht am Strand beobachten. Es könnte ein Zitronenhai sein. Also, beim Aussteigen aus dem Dinghi bitte nicht auf den Hai treten!
Die Bildergalerien von Ua Pou und Makemo sind nun vollständig.
Fakaravas Südpass – ein Hailight
Am Sonntag ist das Wetter hervorragend. Bei strahlendem Sonnenschein und wenig Wind verlegen wir uns zusammen mit einem anderen Boot an den Südpass. Wir fischen eine Boje auf und sind sehr zufrieden mit unserem Liegeplatz dicht am Riff. Schon das erste Schnorcheln zur Kontrolle der Boje ist schön. Sehr viele nette Fische begrüßen uns.
Der Pass ist bekannt für seine schöne Unterwasserwelt. Mittags ist Niedrigwasser. Den Nachmittag nutzen wir, um bei einlaufendem Wasser im Pass zu schnorcheln. Gemeinsam mit Joan von der Simpatic fahren wir mit dem Dinghi in den Pass, lassen uns ins Wasser gleiten und treiben dann mit dem Schlauchboot durch den Pass zurück in die Lagune. Zunächst treiben wir gemütlich dahin, im inneren Teil des Passes, wo die Wassertiefe auf 2 bis 3 Meter abnimmt, nimmt der Strom zu und zieht uns mit sich. Das macht einen riesen Spaß und fühlt sich fast an wie fliegen über eine bunte Korallenlandschaft. Im Pass sehen wir sehr viele Haie, im flacheren Bereich Schwärme kleiner Fische und viele schöne Korallen. Das Ganze wiederholen wir dreimal. Dann sind wir durchgefroren, außerdem sind wir zum Kaffee trinken verabredet. Bevor es zurück an Bord geht machen wir noch einen Abstecher zur Tauchbasis und buchen Tauchgänge für den nächsten Tag. Wir haben Glück, nur weil wir nachweisen können, dass wir erfahrene Taucher sind, bekommen wir einen Platz.
Das Besondere am Südpass in Fakarava sind die Haie. Hunderte Haie leben hier in der Strömung, Beim Schnorcheln haben wir schon viele von ihnen von oben gesehen, doch nun wollen wir ihnen quasi auf Augenhöhe begegnen. Morgens laden wir unsere Tauchsachen ins Schlauchboot und machen uns auf den Weg zur Tauchbasis. Unser erster Tauchgang findet bei Ebbe also bei auslaufender Strömung statt. Mitten im Pass springen wir aus dem Boot. Dann geht es hinab auf 30m Tiefe. Die auslaufende Strömung zieht mächtig an uns, wir lassen uns ein Stück durch den Kanal ziehen und legen uns dann in eine Vertiefung auf dem Boden des Passes. Wir müssen nur kurz warten, dann kehren die Haie auf ihre Lieblingsplätze in der Strömung zurück. Wir sind umgeben von Haien. Graue Riffhaie stellen die mit Abstand größte Haipopulation, hinzukommen einige Schwarzspitzen, Weißspitzenriffhaie und einige seltenere größere Haiarten. Wir folgen der Strömung, steigen auf der anderen Seite des Passes ins flachere Wasser auf, haben auch hier Gelegenheit „Haie soweit das Auge reicht“ zu sehen und beenden den Tauchgang auf der Außenseite des Riffs im flachen Wasser. Ein schöner Korallengarten mit tausenden bunter Rifffische und ein großer Napoleon runden den Tauchgang ab. Nachmittags tauchen wir mit der einlaufenden Strömung, dieser Tauchgang ist weniger aufregend, weniger tief und die Strömung ist nicht so stark, dafür ist die Sicht etwas besser. Die Anzahl der Haie ist wieder überwältigend. Im Kanal sieht es aus wie auf der A1 am Freitagnachmittag. Nur dass keine Autos in der Schlange stehen, sondern hunderte von Haien. Ab und zu wendet einer und reiht sich an anderer Stelle wieder ein. Gelegentlich schwimmt ein großer Hai zwischen den anderen hindurch, die kleineren rücken respektvoll zur Seite. Einige Haie lassen sich an der Putzerstation säubern. Wir legen an verschiedenen Spots eine Pause ein und sehen uns die endlose Reihe von Haien an. Das Wort Nahrungskette bekommt eine ganz neue Bedeutung. Im Kanal sehen wir auch viele Zackenbarsche, die kennen wir aus „der blaue Planet II“ und von unserem Teller zwei Tage zuvor. Mir macht es am meisten Spaß mich neben den Haien in den Strom zustellen und so zutun als sei ich auch einer. Wir beenden den Tauchgang in dem wir uns mit dem Strom in den kleinen Arm des Passes tragen lassen. Wie Superman fliegen wir im flachen Wasser über die Korallen. Was für ein Spaß.
Wir sind schon an vielen schönen Plätzen getaucht, an Orten mit schöneren Korallen, mit besserer Sicht, mit größeren Haien. Aber eben noch nie an einem Platz mit so vielen Haien. Dadurch, dass wir einmal mit auslaufender und einmal mit einlaufender Strömung getaucht sind hatten wir zwei ganz tolle, ganz unterschiedliche Tauchgänge. Die französischen Taucher haben uns, wie unter Tauchern üblich, sehr nett aufgenommen.
Wer nicht nass werden möchte und trotzdem viele Fische sehen will ist hier am Pass auch gut aufgehoben. Im flachen Wasser spielen immer einige Haie, direkt vor dem Tauchersteg haben wir eine Vielzahl unterschiedlichster Fische und mehrere schöne Schwärme gesehen, ob Drücker-, Doktor-, Kaiser-, Wimpel-, Flöten- oder Trompetenfische, alle sind sie da.
Unser Boot sieht wüst aus. Unser Tauchzeug lagert normalerweise in der Achterkammer ganz hinten. Wir haben also vor dem Tauchen unsere Achterkammer ausgeräumt und können sie nun nicht wieder einräumen, da die Tauchsachen zunächst trocknen müssen. Unser Boot ist dekoriert mit Tauchequipment, trotzdem beschließen wir weiter zu segeln. Diagonal geht es durch die Lagune, der Wind kommt von achtern, die Sicht ist fantastisch. Innerhalb der Lagune ist die Welle nur einige Dezimeter hoch, das einzige Geräusch ist das platschen von MariChen, wir ziehen sie hinterher. Ich steuere, Nobbi verwöhnt mich, kocht mir Tee und reicht mit belegte Brote und Kuchen raus. So schön kann Lagunensegeln sein. Die Navigation in der großen Lagune Fakaravas ist recht einfach. Es gibt betonntes Fahrwasser, die Seekarten sind ziemlich gut und die Satellitenfotos bieten eine gute Unterstützung. Wir sind nicht die einzigen, die bei diesem schönen Wetter den Platz wechseln. Wir sehen so viele Boote unter Segeln wie schon lang nicht mehr. Allerdings kommen sie uns alle entgegen. Vier Stunden und neunzehn Meilen später fischen wir die letzte Boje am Pakokota Yachtservice auf, hier liegen heute nur eine Handvoll Boote.
Mittwoch segeln wir die letzten 10 Meilen bis zum Dorf. Wieder ein traumhafter Segeltag mit allerschönstem Lagunensegeln. Der Ankerplatz vor Rotoava ist diesmal gut besucht, trotzdem ist eine der drei Bojen frei. Wir fischen sie auf, lernen unsere südafrikanischen Nachbarn kennen und machen uns auf den Weg in den Ort. Wir wollen im Internet unsere Post abfragen und einkaufen. Es gibt keine Eier, das kennen wir ja schon, aber Baguette, Rettich, Gurken und Möhren.
In Fakaravas Lagune
Wir bleiben noch einen Tag in Rotoava, freuen uns über die gute Internetverbindung und kaufen Gemüse. In einem netten Restaurant essen wir Poisson Cru und trinken eine Kokosnuss, die Füße im Sand. In einem kleinen netten Laden suche ich mir meine schwarzen Perlen aus. In vielen Atollen der Tuamotus gibt es Perlfarmen. Im tiefen Wasser der Lagune wachsen die berühmten schwarzen Perlen, die dann als Tahiti-Perlen verkauft werden. Ihr Wert ist abhängig von der Größe, der Farbe und der perfekten Form. Wir kaufen kein Collier als Wertanlage, sondern entscheiden uns für eine günstige Variante. Ich wüsste auch nicht zu welcher Gelegenheit ich Perlen mit 16mm Durchmesser tragen sollte.
Mittwochmittag zieht es uns weiter in den Süden. Fakarava ist das zweitgrößte Atoll der Tuamotus und die Lagune fast 30 Meilen lang. Für die 10 Meilen, die wir uns heute vorgenommen haben, brauchen wir fast drei Stunden, Wind und Welle kommen direkt von vorn und machen die Fahrt langsam und ungemütlich. Unterwegs kommen wir an der Perlfarm vorbei, deren Perlen wir als Andenken gekauft haben. Wir sind erstaunt, dass vorm Pakokota Yachtservice sechzehn Yachten liegen, im Ort lagen nur noch drei Boote. Der Grund es schnell gefunden, es gibt eine passable Internetverbindung die sogar bis auf den Ankerplatz reicht. Wir teilen uns das letzte Bier, das es in der Bar gibt und gehen bald müde ins Bett.
Eigentlich wollen wir am nächsten Tag die knapp 20 Meilen bis in die Südost-Ecke Fakaravas zurücklegen, doch nach acht Meilen haben wir keine Lust mehr. Der frische Wind kommt direkt von vorn, der Himmel ist dunkelgrau und die Sicht schlecht. Wir finden einen gut geschützten Ankerplatz dicht unter Land. Wir waschen Wäsche. Kaum hängt sie auf der Leine beginnt es zu regnen… die Freuden des Bordlebens. Wir kochen uns einen Tee und verbringen einen gemütlichen Nachmittag unter Deck.
Freitagmorgen ist es zwar noch immer windig, aber sonnig. Heute kommen wir gut voran und liegen schon mittags vor Hirifa, ganz im Südosten der Lagune vor Anker. Ein ausgesprochen schöner Platz, weißer Strand, Palmen und perfekter Ankergrund. Immer wieder bekommen wir Besuch von einem frechen Tölpel, der abwechselnd bei uns auf dem Beiboot, auf dem Bugkorb oder im Cockpit sitzt. Wir entschließen uns einen Tag zu bleiben. Im flachen Wasser hinter dem Riff finden wir einen schönen Schnorchelplatz an dem sich viele bunte Fische im angenehm warmen Wasser tummeln. Ein Oktopus unterhält uns mit Farbwechseln, mal ist der tiefrot, dann wieder weiß. Wir beobachten ihn so lange bis wir ganz durchgefroren sind. Abends essen wir an Land. Wir haben am Tag zuvor Fisch bestellt und genießen ein leckeres Carpaccio und gegrillten Zackenbarsch auf der Terrasse direkt am Strand.
Ein neues Atoll
Manchmal ahnt man bereits, dass das eigene Verhalten nur mäßig schlau ist und kann doch nicht widerstehen. Wir haben unsere Zeit auf Makemo etwas ausgedehnt, auch wenn wir bereits geahnt haben, dass wir dadurch den idealen Zeitpunkt zur Weiterreise verpassen würden.
In Punaruku, im Westen Makemos, gefiel es uns ausgesprochen gut. Wir haben ausgiebig geschnorchelt und haben die Familien an Land besucht, die zur Kopra-Ernte dort waren. Dabei haben wir gelernt, dass sie 140 Franc für ein Kilo Kopra bekommen (das entspricht 1,20 Euro) und dass das Fruchtfleisch der Kokosnuss in der Sonne trocknet bevor es in Säcke gefüllt wird. Am West-Pass hätten wir gerne geankert, doch nachdem wir die 8 Meilen dorthin gefahren sind, scheint uns der Platz, insbesondere bei aufkommendem Süd-Ost-Wind ungeschützt, wir kehren um und legen uns wieder in Punaruka hinters Riff. Die folgende Nacht war die ruhigste seit langem, wenn wir das geahnt hätten wären wir am Pass liegen geblieben.
Nach dem wir einen weiteren Schnorchel- und Basteltag eingelegt haben, reißen wir uns am Samstag schließlich schweren Herzens von Makemo los. Es ist etwas mehr Wind angesagt als wir uns wünschen würden, aber da es in den nächsten Tagen noch windiger werden soll entscheiden wir uns weiter zu segeln. Wir erreichen den Pass bei Hochwasser und fahren durch ganz glattes Wasser hinaus in den Ozean. So einfach kann es auch sein durch einen Pass zufahren.
Fünf Windstärken aus Ost bescheren uns eine flotte Fahrt. Die Wellen sind mit einem Meter fünfzig sehr angenehm, nur ab und zu kommt eine Wolke und bringt uns ein paar Böen. In der Nacht nimmt der Wind immer weiter zu, leider auch die Wellen. Nun haben wir sechs Bft in Böen sieben bis acht. Mari zeigt sich völlig unbeeindruckt, wir rauschen dahin. Es macht richtig Spaß, nur die Regenschauer stören. Der Spaß wäre ungetrübt, wenn wir nicht ein Atoll anlaufen wollen würden. Diesen starken Wind und die hohe Welle können wir in einem engen Pass nicht brauchen. Wir haben uns vorher verschiedene Möglichkeiten durchgeplant und entscheiden uns nun für den Nord-Pass von Fakarava. Der Pass ist breit, der breiteste in Französisch Polynesien, und er liegt auf der Nordseite des Atolls, bei Südost Wind also auf der Wind abgewandten Seite.
Zuvor haben wir errechnet, dass etwa um zwanzig vor eins Hochwasser sein müsste. Wir erreichen den Pass bereits gegen elf. Der Pass ist sehr breit, doch über die ganze Breite sehen wir eine stehende Welle, die sich weiß schäumend bricht. Der hereindrängende Flutstrom trifft auf die Wassermassen die vom starken Wind aus der Lagune gedrückt werden. Der Meeresboden steigt hier fast senkrecht von 600 m auf 12 m an.
Eine andere Yacht passiert uns, ein großes Schiff mit starker Maschine. Sie geben Gas und fahren einfach durch. Wir sehen wie das Schiff tief eintaucht, und die Wellen bis zum Mast über das Deck laufen. Als das Boot die Lagune erreicht hat funken wir es an und wollen wissen ob wir recht mit unserer Annahme haben, dass der Flutstrom noch in die Lagune hineinschiebt, doch wir bekommen keine Antwort. Wir entscheiden uns dieses Manöver nicht nachzumachen und unserem eigenen Urteil zu vertrauen. Wir warten. Um Viertel nach zwölf entscheiden wir einen Versuch zu wagen. Die Welle in der Einfahrt scheint niedriger geworden zu sein und seltener zu brechen. Ein Zweimaster taucht auf, und fährt an uns vorbei durch den Pass, er taumelt in der Welle, es sieht aber nicht so dramatisch aus wie bei seinem Vorgänger. Wir kommen gut durch den Pass. Es ist eine schauklige Angelegenheit. Erst gilt es die stehende Welle zu überwinden, das geht besser als erwartet, wir setzen nur zweimal tief ein. Dahinter hat sich ein Feld unangenehmer steiler Wellen aufgebaut. Diese unangenehme steile Welle kennen wir aus der Ostsee, so fühlt sich die dänische Südsee bei 6 bis 7 Bft aus West an. Nach einer Meile können wir den Kurs ändern und den Ort anlaufen. In tiefem Wasser fällt der Anker. Wir sind müde aber sehr zufrieden.
Wieder einmal hat sich gezeigt, dass man nicht einfach einem anderen Schiff hinterherfahren sollte in der Annahme der andere würde sich besser auskennen. Wir treffen die Crew vom ersten Schiff am nächsten Tag beim Kaffee. Sie hatten keinerlei Tideninformation und sind einfach reingefahren und dachten wir ankern (nun ja, da hätten wir aber viel Kette gebraucht bei 600m Wassertiefe…). Sie berichten, dass sie noch nie so viel Wasser an Deck hatten und die Erfahrung nicht wiederholen wollen.
Nun liegen wir in Fakarava vorm Dorf Rotoava. Dieses Atoll ist im Vergleich zu Makemo richtig touristisch. Es gibt einige kleine Hotels, viele Tauchbasen und ein paar Andenkenstände. Insgesamt ist es jedoch auch hier eher ruhig.
Es gibt Eier! Im ersten Laden fragen wir danach. Die Verkäuferin entschuldigt sich, leider keine Eier, geht dann aber doch ins Lager und bringt uns ein Paket. Im zweiten Laden wird jeder Kunde darauf aufmerksam gemacht, dass es Eier gibt. Wir kaufen ein weiteres Paket. Als wir unsere 24 Eier heil an Bord befördert haben, feiern wir dies mit Spiegelei auf Baguette!



Bildergalerie Ua Pou
Treasures of the Bilge
Das ist normalerweise der Name fuer die Rubrik in der ueberzaehlige Ersatzteile in Funkrunden verkauft werden. Wir heben dieser Tage auch unzaehlige Schaetze, diese sind allerdings kulinarischer Natur.
Das Angebot an frischen Nahrungsmitteln ist auf Makemo sehr begrenzt. Vor ueber einer Woche haben wir Kartoffeln, Zwiebeln und eine Gurke ergattert. Bei unserem letzten Einkauf am Montag haben wir nur ein paar Zwiebeln gekauft, die wenigen frischen Lebensmittel sahen sehr traurig aus. Das Versorgungsschiff war laenger nicht da, sogar die Tiefkuehltruhen waren fast leer.
Abgesehen von frischen Produkten kann man in Makemo ganz gut einkaufen. Dosen gibt es in grosser Vielfalt zu teilweise unglaublichen Preisen. Anscheinend gibt es hier Kunden die Fertiggerichte fuer umgerechnet dreizehn Euro pro Dose kaufen! Auch die Tiefkuehltruhen sind normalerweise gut gefuellt. Rindfleisch, Putenfilets und Entenbrust, Brokkoli, Moehren, Pommes Frites und Hamburger. Die Preisgestaltung fasziniert uns. Wie kann es sein, dass tiefgefrorener Brokkoli teurer ist als Rindfleisch? Ein Teil der Lebensmittel wird subventioniert, wie ueberall in Franzoesisch Polynesien, und ist somit guenstig. Das gilt zum Beispiel fuer Baguettes und Milch.
Das letzte Mal Gemuese haben wir in Taiohae auf Nuku Hiva gekauft, das ist jetzt ueber vier Wochen her. In Ua Pou gab es einige Laeden in Hakahau im Osten, jedoch gab es kein Obst und Gemuese. Bevor wir die Marquesas verliessen, haben wir Zitronen, Pampelmusen und einige Maracujas gepflueckt.
Viele Boote machen einen „Provision run“ bevor sie auf die Tuamotus segeln, wir sind einfach losgefahren als das Wetter passte. Je nach Sichtweise sind wir also unorganisiert oder spontan.
Unsere letzte Pampelmuse haben wir inzwischen gegessen. Der grosse Auftritt fuer die Dosen, Glaeser und Pakete die seit Wochen, Monaten oder Jahren in der Tiefe unserer Schapps lagern, ist gekommen. Wir sind gut versorgt und finden immer neue Leckereien. Da in Tahiti ein Carrefour wartet, wo wir unseren Proviant aufstocken koennen, darf geschlemmt werden.
In den letzten Tagen gab es beispielsweise Couscous (mit Zitrone, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie) und dazu Fisch (Dose), Vanillepudding mit Rum-Rosinen (aus Suriname), Rindergeschnetzeltes (in Panama eingekocht) mit Rotkohl (Curacao) und Kartoffelpueree, Nudeln mit Tomatensosse, Gries mit Mango (in Nuku Hiva eingekocht), einen Kuchen mit Bananenpueree und Zitronensirup (beides in den Marquesas eingekocht) dafuer ohne Eier, Pho mit Reisnudeln aus der Tuete, Wuerstchen (Suriname) mit Erbsen-Mais-Moehren-Gemuese, Rosenkohl (Dose) und Rindfleisch (Dose) mit Kartoffeln, Kartoffelpuffer, Milchreis mit Pflaume (eingekocht in Salvador), …
Die Arbeit mit dem Einkochen hat sich gelohnt. Wir freuen uns ueber Mangos von Nuku Hiva, Pflaumen aus Suriname und Salvador, Gurken aus Franzoesisch Guyana, Kuerbis aus Salvador und natuerlich Rindfleisch aus Panama. Sogar fuer die Bananen haben wir Verwendung gefunden. Bananen sind wirklich kein Obst, das eingekocht werden moechte, doch die Bananen an unserer Staude in Nuku Hiva wurden natuerlich alle gleichzeitig reif.
Einige sorgsam versteckte Schaetze, die mit uns vor drei Jahren aus Deutschland losgesegelt sind, haben wir noch. Zum Beispiel eine Dose Wuerstchen, eine Dose Huehnersuppe, einige Fischdosen und zwei Packungen Kartoffelknoedel. Nichts davon wird Neuseeland erreichen, wir werden das alles in den naechsten Wochen aufessen.
Abgesehen von frischem Obst und Gemuese vermissen wir Eier. Bisher hatten wir auf Makemo kein Glueck. In dem einen Laden wurden wir ausgelacht als wir nach Eier gefragt haben, in dem anderen gab es Eier, jedoch leider nicht fuer uns. Sie waren vorbestellt von einem anderen Kunden. Dienstagmorgen hat Nobbi unsere vorbestellten Baguettes abgeholt. Ein Fruehstueck mit Baguette, Butter und Marmelade war eine nette Abwechslung.
Manchmal traeume ich von einem grossen Salat. Doch dann schaue ich aus dem Fenster und sehe dieses hellblaue Leuchten des Wassers. Im Moment moechte ich den Ausblick nicht gegen einen grossen Salat tauschen. Vielleicht sollten wir jedoch aufhoeren uns gegenseitig Rezepte vorzuschlagen, fuer die es keine der Zutaten auf den Tuamotus zu kaufen gibt.







