Alte Steine und Urlaubstage

Nobbi versucht mich dazu zu überreden das Bier zum Boot zu tragen. Angeblich ist es ganz leicht. Die enthaltende Kohlensäure lässt die Dosen schweben. Alternative Physik? Ich habe meine Zweifel an dieser Theorie und überlasse ihm den Biertransport. Ihr bekommt einen Eindruck wie er sich seinen neuen Spitznamen „Quasselflosser“ ehrlich verdient hat, den er auch noch selbst erfunden hat. Wie ihr seht, sind wir wieder in Nouméa. Die Nahrungsmittelvorräte wollen aufgefüllt werden, unser Konservenvorrat war seit unserer Abfahrt in Bremen nicht so minimiert.
Unsere langsame Rückfahrt nach Nouméa hat uns an viele schöne Plätze gebracht. Wir hatten wunderschöne ruhige Nächte, in denen wir die Sterne durchs Luk über unserer Koje sehen konnten, und haben Delfine, Haie, ein scheues Dugong und sehr viele Schildkröten gesehen.
Wir hängen noch einen Tag in der Baie d´Uitoe dran und machen einen Spaziergang am Strand. Am nächsten Morgen geht es wieder zeitig los. Wir kommen so gut voran, dass wir bis in die Baie Papaye fahren und nun praktisch wieder in Sichtweite von Nouméa sind. Wir haben die große Bucht für uns allein, wenn man von den muhenden Kühen absieht. Von hier unternehmen wir einen Tagesausflug zur Ilot Signal, machen an einer Boje fest und gehen ausgiebig schnorcheln. Am Riff ist viel los, wir beobachten das Leben an einer kleinen Putzerstation und treffen eine große Muräne. Die Fische scheinen zu wissen, dass sie sich hier im Schutzgebiet befinden und nicht geangelt werden darf. Für die Nacht ist leichter Westwind angesagt. Wir beschließen wieder an die Hauptinsel umzuziehen und ankern hinter der Insel T`Ndu. Unseren vorigen Ankerplatz können wir von hier sehen. Die gesamte Rückfahrt und das Ankermanöver werden von heftigem Regen begleitet. In Signal hatten wir aus dem Trocknen die „Blauhandtücher“ beobachtet, eine Gruppe Urlauber mit identischen blauen Handtüchern, die furchtbar nass werden aber trotzdem fröhlich singen. Nun werden wir ausgiebig geduscht. Wir hängen unsere Handtücher im Regen auf, so werden sie mal Frischwasser gespült.
Als wir am nächsten Tag an Land rudern um uns die Füße zu vertreten, fällt uns sofort das interessante Gestein ins Auge. Ähnliche Formationen hatten wir am Tag zuvor in der Baie Papaye entdeckt und deshalb ein wenig recherchiert. Stromatolithen sind Sedimentgesteine. Und tatsächlich sehen sie nicht nur spannend aus, sondern sind auch sehr interessant. Es handelt sich vermutlich um die ersten durch Organismen aufgebauten Strukturen, so entstanden Riffe, lange bevor die Natur die Korallen erfunden hat. Sie sind die ältesten Fossilien und bis zu 3,5 Milliarden Jahre alt. Die schmale, 1.3km lange und 70m hohe Insel T’Ndu ist praktisch ein riesiges Fossil. Als das Riff entstand gehörte es quasi noch zu Australien, wo Neukaledonien kürzlich von 80 Millionen Jahren abgebrochen ist. Interessant was man aus Versehen unterwegs alles lernt (unser Wissen stammt aus dem Revierführer, und einer kleinen Internetrecherche mit Wikipedia und Co).
Ein wunderbarer Sonnentag lädt zu einem erneuten Inseltag ein. Wir fischen eine Boje an der Ilot Laregnere, wo wir schon einmal waren. Zwei echte Urlaubstage verbringen wir hier. Wir schnorcheln so lange, dass wir abends früh auf dem Sofa einschlafen. Wieder sind wir total begeistert, was wir hier auf der Seegraswiese und am Riff zu sehen bekommen. Die Schildkröte die uns jedes Mal begleitet ist sozusagen die Kirsche auf der Sahne.
Am zweiten Tag wird es voll. Richtig voll. Ein echter Langfahrtklassiker, bei uns ist Dienstag, bei allen anderen Allerheiligen und Feiertag. Wir sehen uns das Getümmel einige Stunden an bzw. sind ein Teil dieses wunderbaren ersten Novembers, dann lösen wir unsere Leine von der Boje und segeln in die Baie Maa. Von dort geht’s am nächsten Tag nach Nouméa, wo wir jetzt in der Marina liegen.

In den Einträgen die seit unserem letzten Nouméa-Aufenthalt entstanden sind habe ich lauter Fotos ergänzt. Unterwasserfotos gibt es erstmal nicht mehr. Das Gehäuse ist endgültig undicht und die Kamera hat ihr letztes Schnorcheln leider nicht überlebt.

Zur Baie de St. Vincent

Platsch. Klonk. Schwapp. Spritz. Wir schauen uns an. Das ist nicht das erste Mal in Neukaledonien, dass wir von der Unterwasserwelt geweckt werden. Wer unter Wasser klopft wissen wir leider nicht. Nobbi öffnet das Fenster, das wir heute Nacht bei einsetzendem Regen schließen mussten, und wir beschließen noch eine Runde zu schlafen.
Nach einem ausgiebigen Morgenbad und einem gemütlich Frühstück machen wir uns auf den Weg. Heute liegt eine kurze Etappe vor uns. Die Strecke ist abwechslungsreich. In der großen Baie de St. Vincent liegen viele kleine und größere Inseln, so wechselt die Aussicht ständig. Zunächst ist es windstill, die Wolken spiegeln sich im Meer, dann kommt Wind auf. Ein Delfin schaut kurz vorbei, hat dann aber andere Verpflichtungen. Ein 190 m langer Bulkcarrier, ein Schiff das Schüttgut transportiert, ankert auf der Tontouta Reede und wird beladen. Auf jeder Seite liegen zwei Bargen, die schiffseigenen Kräne schaufeln den Inhalt der Bargen (vermutlich Erz) in die Laderäume. Sophie, Julien und Rhumb Matilda, die drei Schlepper, fahren mit den leeren Bargen davon und bringen volle zum Schiff. Wir haben viel zu gucken, passieren das Schiff und biegen hinter einer kleinen Insel ab, wir ankern heute in der Baie d´Uitoe.
Gestern haben wir nach einer Woche Ouano wieder verlassen. Wir hatten einige windige Tage, an denen wir dort gut lagen, uns aber doch über die starke Thermik gewundert haben. Der Wind stimmte selten mit der Vorhersage überein, schon gar nicht mit der Prognose für diesen Ort. Mit der Erfahrungen der vorigen Tage, der Wettervorhersage für weiter draußen liegende Orte und einem Blick auf die Topografie konnten wir uns selbst eine Vorhersage basteln und die riet uns zu bleiben.
Eine Wanderung hat uns besonders gut gefallen, vielleicht gerade deshalb, weil wir geringe Erwartungen hatten. Der Weg führte entlang der Mangroven am Ufer der Bucht, das hörte sich nicht so aufregend an. Doch wir wurden mal wieder überrascht. Der Pfad schlängelte sich durch salzige Wiesen, einen kleines Wäldchen, die unterschiedlichen Mangrovenarten wurde auf Schildern erklärt, wir passierten kleine Teiche mit Seerosen und entdeckten Blümchen auf trocknen Wiesen. Ein kleiner Aussichtspunkt auf einer Anhöhe ermöglichte einen schönen Blick über die Bucht. Rundum zufrieden kehrten wir zurück zum Boot. Kaum hatten wir das Boot zusammengefaltet und verpackt, da wehte der Wind auch schon wieder mit 25 bis 30kn aus Nord entgegen der Vorhersage, die wenig Wind aus Südost versprach.
Gestern wollten wir nun endlich weiterziehen und sind deshalb früh aufgestanden. Wir wollen uns langsam auf den Weg zurück nach Nouméa machen, d.h. nach Südosten. Von dort kommt hier fast immer der Wind, der meistens tagsüber auffrischt. Also stehen wir um halb sechs auf, trinken Kaffee und beginnen dann unsere schlammige Ankerkette aus dem Grund zuziehen. Diesmal wählen wir die innere Route dichter am Festland und als der Wind gegen neun deutlich zunimmt, biegen wir in die Baie de St. Vincent ab. Die Inseln in der Bucht bieten guten Schutz gegen den vorherrschenden Wind und bieten interessante Durchfahrten. Wir hofften unsere Delfinfamilie von der Hinfahrt wiederzutreffen, hatten jedoch kein Glück. Dafür sehen wir mehrere Seeschlangen. Die Tiere sind faszinierend, aber ich finde sie auch irgendwie unheimlich. Die Tiere können lange tauchen, müssen aber zum Atmen an die Oberfläche, schließlich sind es keine Fische, sondern Reptilien. Weltweit gibt es etwa 55 Arten, 14 davon sind in Neukaledonien unterwegs.
Die große Ile Ducos bietet an ihrer Nordseite einen schönen Ankerplatz in der Baie de Moustique. Als wir den Anker fallenlassen, sehen wir einen Rochen dreimal hintereinander aus dem Wasser springen. Wir nehmen die Begrüßung als gutes Omen und verbringen hier eine ruhige Nacht. So viel Unterwasserleben wie hier in Neukaledonien haben wir bisher nur an ganz wenigen Plätzen erlebt.

Ein schöner Tag mit jähem Ende

Auf der kleinen Pier hatten wir am Tag zuvor Damien kennengelernt. Er lebt mit seiner Frau Ruth auf einem Segelboot und ist schon länger in Neukaledonien. Er bietet uns sofort an, uns am nächsten Tag mit dem Auto in den Ort La Foa mitzunehmen. Eigentlich brauchen wir nicht unbedingt einkaufen, aber wir haben Lust auf einen Ausflug. Und so schließen wir uns den beiden am Mittwoch an. Wir werden mit allerlei Tipps versorgt und in der Ortsmitte abgesetzt.
La Foa ist ein netter Ort. Wir laufen erst die Hauptstraße runter und biegen dann in niedliche, kleine Nebenstraßen ab. Hübsche Häuser stehen in üppigen Obstgärten. In der Touristeninformation werden wir freundlich empfangen, wir sehen uns die eiserne Brücke von 1906 an, die es sogar aufs Wappen geschafft hat, und gehen ganz in Ruhe einkaufen. Anschließend laufen wir mit unseren vollgepackten Taschen zum Schwimmbad, hier soll es ein gutes Restaurant geben. Das Schwimmbad ist super modern, jede deutsche Gemeinde wäre neidisch. La Foa scheint wohlhabend zu sein. Auch Rathaus, Schule und Polizeiwache sehen top aus. Tatsächlich überrascht uns das Restaurant mit tollem Essen. Es ist brechend voll. Wir sitzen quasi mitten im Schwimmbad, direkt neben dem Becken in dem gerade Aquagymnastik stattfindet und Kinder auf einer aufgepumpten Matte spielen. Hier hätten wir nie mit so ausgezeichnetem Essen gerechnet, sondern eher mit Pommes-rot-weiß. Damien und Ruth sammeln uns schließlich wieder ein und zusammen genießen wir eine fröhliche Rückfahrt.
Der Spaß endet jäh, als unsere Boote in Sicht kommen. Der Wind hat aufgefrischt, auf der Ankerbucht sind kleine Schaumkronen und Mari liegt nicht im Wind. Unser geliebtes Boot und Zuhause liegt merkwürdig dicht an einem anderen Boot, das an einer Mooring hängt. Nobbi und Damien fahren mit dem größeren Dinghy zu den Booten und versuchen Mari zu befreien. Mari hängt mit der Windsteueranlage in der Mooring-Leine und im Bugkorb des anderen Boots fest. Den beiden Männern gelingt es schließlich Mari zu befreien und neu zu verankern. Was genau passiert ist können wir nur vermuten. Der Anker ist wohl geslippt. Zum ersten Mal in all den Jahren, in denen wir unsere Mari segeln. Das andere Schiff, in dem wir hängen geblieben sind, ist aus Stahl und hat zum Glück keinen größeren Schaden davon getragen. Bei uns jedoch ist die Windsteueranlage gebrochen. Unser wichtigstes Ausrüstungsstück. Wir sind froh, dass es nicht schlimmer gekommen ist. Kein Schaden am Heck, an der Badeleiter, den Solarpanels, am Bimini, am Windgenerator. Nobbi hat mit vollem Körpereinsatz um unsere Mari gekämpft und sich ein paar Schnitte an den Füßen zugezogen, als er auf der Muschelbesetzten Mooring-Leine stand. Die Windsteueranlage haben wir bereits auseinander genommen, festgestellt welche Teile wir ersetzen müssen und mit Hydrovane Kontakt aufgenommen. Mal sehen, wann wir Ersatz bekommen können.
Wir sind Damien unendlich dankbar für seine Hilfe und seinen beherzten Einsatz. Mit so einer Situation nicht alleine zu sein ist Gold wert und in so einer Situation einen erfahrenen und tatkräftigen Segler an seiner Seite zu haben ist unbezahlbar.

Delfine, Wrack und Wanderschuhe

Segelt man innerhalb der Lagune weiter nach Nordwesten, nähert sich das Außenriff immer weiter Grande Terre, der Hauptinsel, an. Irgendwann wird es zwischen Riff und Insel so flach, dass hier für größere Boote die Welt zu Ende ist. Wer weiter an der Küste entlang segeln möchte muss hier das schützende Riff durch einen der vielen Pässe verlassen. Kurz vor der Sackgasse zwischen Riff und Insel liegt die Halbinsel Ouano, unser nächster Ankerplatz. Wir segeln ganz ruhig dahin. Das Wasser der Lagune leuchtet türkis und wir bekommen Delfinbesuch. Eine kleine Familie aus vier Tieren begleitet uns. Die drei erwachsenen Tiere wollen dem Delfinbaby anscheinend ein Segelboot zeigen. Eins der Tiere scheint großen Spaß am Spiel mit Mari zu haben, immer wieder schwimmt es ganz dicht vorm Bug, dreht sich auf den Rücken und schwimmt Bauch oben an Maris Bug. Wir können uns gar nicht stattsehen.
Auf dem Außenriff liegt ein Riff, das weit zu sehen ist. Durchs Fernglas stellen wir fest, dass das Schiff schon länger dort liegt, an vielen Stellen sieht man nur noch die Spanten. Später recherchieren wir, dass die „Ever Prosperity“ 1965 hier aufgelaufen ist. Das Verrückte an der Geschichte, es gibt noch ein zweites Wrack am Außenriff, nur wenige Meilen entfernt. Das Schiff hieß ebenfalls „Ever Prosperity“ und fuhr unter dem Kommando desselben Kapitäns. Was für ein Unglücksrabe!
Als wir durch die schmale Durchfahrt zum Ankerplatz fahren, sind wir froh über die gute Betonnung und die gute Sicht, zwischen kleinen Riffen und Sandbänken können wir gut erkennen wo es tief genug ist.
Auf den Ankerplatz hinter Ouano sind wir aufmerksam geworden als wir in der Touri-Info in Noumea ein Faltblatt mit Wanderwegen auf der Landspitze mitgenommen haben. Diese Wege machen wir am nächsten Tag unsicher. Als erstes freuen wir uns über einen Müllcontainer und Wasserhähne. Gelegenheit seinen Müll zu entsorgen hat man an nicht so vielen Orten in der Umgebung. Wir folgen dem Wanderweg den Strand entlang und verlassen den ausgeschilderten Weg, weil wir nur mal kurz um die nächste Ecken gucken wollen und um die dahinter natürlich auch. Der Ausblick über die Küste ist beeindruckend. In der Ferne sieht man die weiße Gischt der brechenden Welle auf dem Außenriff, das flache Wasser leuchtet in allen Tönen von hellgrün bis türkis, das tiefere dunkelblau. Die Konturen der Riffe zeichnen sich in braun ab und hier und da liegt eine dekorative Insel mit weißem Strand herum. Wir kehren auf den Wanderweg zurück, entdecken das Beobachtungsdeck, eine Holzterrasse, von den man auch einen guten Blick hat und steigen dann auf den Hausberg. Also, Haushügel. Die Erhebung ist nur gute hundert Meter hoch, bietet aber einen schönen Rundumblick. Neben der Aussicht begeistert uns die Vegetation. Hier ist es sehr trocken und zwischen den gelblichen Gräsern wachsen viele interessante Blumen. Zum Abschluss sehen wir uns auf dem Campingplatz um, auf dem es ein Restaurant geben soll. Das Restaurant ist montags und dienstags geschlossen, aber der Wirt sehr nett. Alternativ machen wir unsere Pause unter einer Palme am Strand, bevor wir wieder an Bord rudern.

Rifftage

Heute gab es Pfannkuchen zum Frühstück, schließlich ist Sonntag. Da wir in Frankreich sind, entscheide ich mich für schön dünne Crêpes, dazu gibt es Apfelmus. Das Apfelmus stammt aus Neuseeland, wird dort als Soße verkauft, die angeblich perfekt zu Schweinebraten passt, und enthält echte Früchte. Steht auf dem Etikett!

Am Dienstag haben wir Nouméa verlassen und uns ein paar schöne Rifftage eingelegt. Erst lagen wir eine Nacht an Ilot Maître. Auf der kleinen Insel ist ein Hotel mit Wasserbungalows und am Riff gibt es 20 Festmacher-Bojen. Nur an solchen darf man sein Boot vertäuen, denn Ankern ist zum Schutz der Korallen verboten. Auch wenige Meilen weiter, an der Ile Laregnere gibt es ein Bojenfeld. Hier haben wir zwei Nächte verbracht. Es war recht windig, immer wieder haben uns Böen geschüttelt und der Schwell ist gelegentlich übers Riff gelaufen. Wir hatten trotzdem schöne Tage. Am Freitag sind wir dann nach Ilot Mbé Kouen gesegelt. Die Mini-Insel liegt auf einem großen Riff, das einen großzügigen, gut geschützten Ankerplatz bietet.

Hier gibt es unglaublich viele Schildkröten. An dem schönen Platz an der Ile Laregnere hatten wir oft drei Schildkröten direkt neben dem Boot. Sie sind sehr aufgeschlossen und wir durften mit ihnen Schnorcheln. Sie haben sich durch unsere Anwesenheit nicht beim Fressen stören lassen.
Das Schnorcheln war überhaupt sehr schön, immer wieder gab es etwas Interessantes zu sehen, große Stachelrochen, Kalmare, eine Seeschlange, die kleine Fische aus Löchern jagt, große Fische unter unserem Boot und viele bunte Rifffische. . Haie gibt es hier auch, allerdings haben wir uns nicht unter Wasser getroffen. Einer schwamm ums Boot, den anderen haben beim Spazierengehen auf dem Riffdach gesehen. Das Wasser hat 24 Grad, das ist eine angenehme Badetemperatur, nach längerem Schnorcheln ist es aber schön, sich wieder in der Sonne aufzuwärmen

Das Wetter an diesem Wochenende war ausgesprochen schön. Sonne satt bei moderatem Wind. Als wir Freitagmittag unseren Ankerplatz bei Ilot Mbé Kouen ausgesucht haben, war Mari das dritte Boot in der Bucht. Uns war klar, dass viele Segler aus Nouméa die schönen Tage nutzen würden und so füllte sich das Ankerfeld langsam. Für uns hieß das Unterhaltungsprogramm, wir ankerten schließlich in der ersten Reihe. Fast jedes Boot hatte Spielzeug dabei: Kanus, SUPs, Kites und Wing Foils. Und natürlich ganz viele Beiboote mit noch mehr Hunden. Es wurde gebadet, geschnorchelt und getaucht. Natürlich haben auch wir einen Ausflug auf die Insel gemacht. Auf dem winzigen Eiland war richtig was los. Sogar nachts. Gleich mehrere Zelte wurden für die Nacht aufgebaut. Uns hat die fröhliche, entspannte Atmosphäre gefallen und wir fanden es zur Abwechslung ganz schön so viele Segler zutreffen.

Heute haben wir den schönen Platz verlassen. Es war so herrlich sonniges Wetter, da wollten wir segeln. Vor dem Wind ging es nach Nordwesten. Viel zu schnell hatten wir unseren angepeilten Ankerplatz erreicht und so sind wir einfach weitergesegelt. Die Lagune ist hier recht flach und leuchtet türkis, dazu ein leuchtendblauer Himmel, einige flauschige weiße Wolken stauen sich an den hohen Bergen, die eine beeindruckende Kulisse bieten. Mein ganz persönliches Sahnehäubchen auf diesem schönen Tag ist etwa drei Meter lang und direkt neben uns abgetaucht. Ein Dugong! Ich finde diese freundlichen Meeressäuger extrem sympathisch.
Jetzt liegen wir an einem ruhigen Ankerplatz, der Wind ist eingeschlafen und es sieht aus, als dürften wir uns über eine sehr ruhige Nacht freuen. Wir sind nicht das einzige Boot hier, allerdings das einzige bewohnte. Obwohl das nicht richtig ist. Von einem Boot schauen nur noch die Masten und etwa 20 cm vom Rumpf aus dem Wasser, vermutlich sind also viele Fische eingezogen. Das andere Boot wirkt, als würde es dem gesunkenen bald folgen, es wirkt aufgegeben und die Wasserlinie macht einen ziemlich fragilen, rostigen Eindruck. Morgen geht es weiter, unsere Mari möchte nicht länger auf einem Schiffsfriedhof wohnen.

Stadtleben in Nouméa

Die Tage in Noumeá vergehen schnell. Morgens geht’s als erstes in den Supermarkt oder zur Bäckerei um ein Baguette fürs Frühstück zukaufen, ein bisschen Bootsgetüddel, ein paar Erledigungen, ein Plausch mit anderen Seglern.
Es wird Zeit für ein wenig Kulturprogramm. Direkt neben der Marina auf einem großen Parkplatz findet die Foire du Pacifique statt. Eine Messe mit Gästen aus Wallis und Futuna und Vanuatu. Auf dem Gelände gibt es Stände mit Tourismus-Infos, Kunsthandwerk, Kleidung, Blumen, Pflanzen, Gemüse und ganz viel Essen. Auf der Bühne gibt es ein abwechslungsreiches Programm mit Tänzen und Musik. Wir treiben uns gleich zwei Nachmittage auf dem Gelände herum, beobachten das Treiben, lachen mit den Leuten vom Gemüsestand, die uns jedes Mal wenn wir vorbeikommen einen großen Korb Gemüse verkaufen wollen, zunächst ernsthaft, schließlich als Scherz, wir müssen alle schon lachen wenn der Verkäufer „légumes“ ruft und schauen was auf der Bühne passiert. Eine Band aus Vanuatu macht tolle Musik, eine Gruppe aus Wallis führt interessante, aber etwas ermüdende Tänze auf, irgendjemand aus dem Rathaus hält eine endlose Rede und die Gruppe aus Nouméa reißt mit ihren rhythmischen Tänzen das Publikum mit. Mit platten Füßen geht es schließlich wieder zurück zum Schiff, allerdings nicht allein. Eine Schnitzerei hat ein neues Zuhause gefunden.
In Nouméa gibt es ein Aquarium, da es in einem Teil der Stadt liegt, den wir bisher noch nicht kennen, nutzen wir die Gelegenheit. Wir nehmen mal wieder den Bus und sehen uns zunächst das Aquarium an. Die Lebensbereiche Mangroven, Seegras, Riff und Tiefsee werden vorgestellt. Das Haus ist stolz auf seine fluoreszierenden Korallen und die Nautilusse, mir gefällt der Oktopus am besten. Hinterher beobachten wir am Plage Anse Vata die Wassersportler. Surfer und Wingfoiler haben bei frischem Wind sichtbar ihren Spaß.
Als wir auf dem Place des Cocotiers ein Kokoseis essen, fällt unser Blick aufs Musée de la Ville. Das könnten wir uns auch ansehen. Warum nicht sofort? Das kleine Museum zeigt die Geschichte Nouméas und ist in einem schönen historischen Gebäude, das zunächst eine Bank und dann das Rathaus war, untergebracht.
Will man mehr über ein Land lernen, sind offizielle Kultureinrichtungen interessant, bessere Einblicke bekommt man jedoch wenn man am richtigen Leben teilnimmt. Wir wollen drei Postkarten verschicken, da die Hauptpost in unmittelbarer Nähe der Marina ist, machen wir einen kurzen Abstecher um Briefmarken zu kaufen. Wie gut, dass wir Zeit haben. Wir ziehen die Nummer 511 und stellen fest, dass es nur sehr langsam vorangeht. Ich bin ungeduldig und würde lieber weitergehen, doch Nobbi beschließt, dass wir bleiben. Eine Frau, die ein Paket verschicken will diskutiert endlos was es kostet und die Dame hinterm Schalter packt es neu, jemand anders hat Probleme mit einer Überweisung. Die meisten haben Zeit, es geht alles sehr ruhig und sehr langsam vor sich. Die, die es eilig haben, drängeln sich ohne Nummer vor, was meistens geduldet wird. Eine Mitarbeiterin läuft zwischen den Kunden hin und her und entschuldigt sich, dass es so lange dauert. Eine Familie sitzt im Wartebereich, ist vor uns gekommen und bleibt dort einfach sitzen. Kinder spielen auf dem Fußboden. Als wir schließlich dran sind ist es ganz einfach, drei Briefmarken nach Deutschland, die Dame hinterm Schalter ist ausgesprochen nett, freut sich darüber, dass wir versuchen Französisch zu sprechen, klebt die Marken sogar auf die Postkarten und wirft sie für uns ein. Nach 54 Minuten ist der Postbesuch erledigt.
Bevor wir in Nouméa Wurzeln schlagen wird es Zeit die Marina wieder zu verlassen und ein wenig segeln zugehen.

Zurück nach Nouméa

Von Ile des Pines kommend schnappen wir uns wieder eine Boje in der schönen Bucht von Ilot Casy. Abends rudern wir noch an Land und machen wir einen kleinen Spaziergang um die Insel.
Der Wind soll erst auf Nord dann auf West drehen, da liegen wir hier nicht so gut. Also ziehen wir am nächsten Morgen in den Norden der Baie de Prony um und ankern wieder in der Baie de Kaori. Tatsächlich pustet es ganz ordentlich, aber wir liegen hier sehr ruhig und nutzen die Gelegenheit für einen Haushaltstag. Ein kleiner Wohnungsputz steht an, wir setzten Joghurt an und kochen Milchreis. Und wir haben Zeit für einige kleine Arbeiten. Unsere Mari bekommt eine neue Schalttafel. Zwei Geräte sind nicht mehr in Betrieb und können verschwinden, unser Radio zieht um, so dass es einfacher zu bedienen ist, der Heizungsschalter bekommt einen neuen Platz und ein Teil der Schalttafel soll in Zukunft klappbar sein. Alles was wir brauchen findet sich an Bord. Ein Rest Bootssperrholz passt fast genau, ein Stück Klavierband schrauben wir von einem Brett ab, das wir ohnehin nie benutzen, und die alte Schalttafel wird in Teilen weiter benutzt. Nobbi sägt alles von Hand mit der Japansäge, quält sich einige Zeit mit den Kabeln in der Schalttafel, schmeißt einige Kabel raus die nicht mehr benötigt werden und schließt schließlich alle Geräte wieder an. Der anschließende Check verläuft zufriedenstellend, alle Geräte funktionieren. Das neue Brett muss nun noch lackiert werden, das ist mein Job. Es findet sich ein Marmeladenglas im Farbschapp, auf das ich „Bootslack International + Terpentin“ geschrieben habe. Das ist genau das richtige. Inzwischen ist das Brett viermal lackiert worden. An drei verschiedenen Orten. Eine reisende Baustelle.
Zwei Tage bleiben wir dort liegen, das Wetter ist viel besser als erwartet nur nachts regnet es stark. Das wissen wir so genau, weil wir erstaunlicherweise nicht beim Einsetzen des Regens aufwachen, sondern erst, als unsere Bettdecken schon etwas nass sind.
Obwohl wir matschige Wanderwege befürchten, wollen wir noch eine kleine Runde drehen und noch einmal in der warmen Quelle baden. Wir binden Donkey an eine Mangrove und sind positiv überrascht, der Weg ist angenehm zu laufen. Wir kreuzen den Fluss am Wasserfall und stellen fest, dass die warme Quelle besetzt ist. Die beiden Wanderer machen sich aber gerade zum Aufbruch bereit und so haben wir diesen schönen Ort bald für uns und baden ausgiebig im warmen Wasser. Hinterher trocknen unsere Handtücher an einem Baum und wir essen unsere Müsliriegel, als uns klar wird, was für ein Glück wir mit dem Timing hatten. Ein Schlauchboot mit 4 Personen trifft gleichzeitig mit zwei Wandergruppen aus insgesamt zwanzig Leuten ein. So viele Menschen haben wir schon lange nicht auf einem Fleck gesehen. Wir überlassen ihnen den Badeplatz und machen uns auf den Rückweg.
Nachmittags gehen wir Ankerauf und fahren zur Nordseite der Insel Ouen. Hier verbringen wir eine weitere wunderbar ruhige Nacht und segeln am nächsten Tag nach Uere. Auf Uere vertreten wir uns die Füße bevor wir Donkey zusammenklappen und an die Reling binden.
Nun sind es nur noch sechs Meilen nach Nouméa. Wir haben wieder Glück und bekommen einen Platz in der Marina. Jetzt beginnt der Marina-Dreikampf aus Einkaufen, Wäschewaschen und Putzen. Die leeren Schapps werden mit Leckereien gefüllt und wir nutzen es reichlich aus, dass wir unlimitiert Frischwasser zur Verfügung haben.

In Nouméa ist viel los. Seit 2020 ist das erste Kreuzfahrtschiff angekommen. Das ist ein mittelgroßer Event. Natürlich machen wir einen Abstecher zum Kreuzfahrtterminal, mischen uns unter die Kreuzfahrer und sehen uns die Souvenirstände an. Nach zwei Tagen hat das riesige Schiff wieder abgelegt und es kehrt wieder Ruhe ein. In der Zeitung lesen wir, dass im nächsten Jahr 150 Kreuzfahrtschiffe in Neukaledonien erwartet werden. Das ist eine ganze Menge für so ein kleines Land und sicher eine wichtige Einnahmequelle.
Noch ein bisschen wollen wir Nouméa genießen bevor wir noch eine zweite Runde durch die Lagune drehen. Neukaledonien bietet so unglaublich viel, wir wollen noch ein bisschen mehr davon sehen.

In den letzten Beiträgen haben wir die Fotos ergänzt, es lohnt sich zurückzublättern!

Ile des Pines – die verschlafene Prinzessin

Nach einem Zwischenstopp auf Ilot Casy, mit dem bewährten Programm aus Schnorcheln und Spaziergang, machen wir uns auf den Weg zur Ile des Pines. Die Insel gilt als Juwel und ihre Strände sollen zu den schönsten der Welt gehören.
Der Wecker klingelt um fünf, es wird gerade hell. Wir werfen die Boje los und verlassen das liebgewordene Inselchen. Vor uns liegen gute 40 Meilen, leider nach Südost, also in die vorherrschende Windrichtung. Da der Wind normalerweise nachmittags deutlich an Stärke zunimmt entscheiden wir uns für einen frühen Start. Wir haben Glück, der Wind bleibt moderat und wir kommen am frühen Nachmittag in der Baie de Kuto an.
Ein langer weißer Strand fasst die weite Bucht ein. Es ist kitschig schön, fast zu perfekt. Das Wasser leuchtet türkis, Palmen wiegen sich im Wind. Natürlich fehlen auch hier die markanten Nadelbäume nicht. Wir rudern an Land und machen einen Strandspaziergang, der Sand ist nicht nur leuchtend weiß, sondern auch ganz fein.
Auf der Insel scheint die Zeit still zu stehen. Es ist sehr ruhig und sehr entspannt. Eilig hat es hier niemand. Jedes Auto, das uns auf der Straße entgegenkommt bremst ab und der Fahrer grüßt uns. Es gibt einige Hotels auf der Insel doch viele Touristen sind nicht unterwegs. Oft sind am hunderte Meter langen Strand nur eine Handvoll Leute zusehen. Manchmal haben wir ihn ganz für uns allein. Tatsächlich ist es so leer, dass man sich freut andere Menschen zutreffen. Wir kommen mit einer australischen Familie ins Gespräch und bekommen einige Tipps für unseren Australienaufenthalt. Auch auf dem Ankerplatz ist nicht viel los. Zwischen drei und sechs Segelboote sind wir, wir hatten mit viel mehr gerechnet.
Eine Schildkröte paddelt die ganze Zeit um Mari herum, wir haben wohl in ihren Wohnzimmer geparkt. Bald kennen wir ihren Rhythmus: Auftauchen und laut atmen, ein paar Flossenschläge an der Oberfläche bleiben dabei zweimal leise atmen, Abtauchen. Ein paar Minuten später taucht sie an anderer Stelle wieder auf.
Wir verbringen schöne Tage auf der Insel. Die Türkisität ist einfach unglaublich. Jeder Ausblick eine Postkarte. Wir haben sehr viele, sehr kitschige Fotos gemacht. Wir laufen entlang der Ringstraße zum Laden, sehen uns die Ruinen des Gefängnisses und einen alten Wasserspeicher an. Im Hotel am Strand sitzen wir auf der Terrasse und genießen ein leckeres Mittagessen. Beim Aufstieg auf den Pic Nga kommen wir ordentlich ins Schwitzen, 262 m ist die höchste Erhebung der Insel hoch. Anstrengender ist aber der Abstieg. Man muss sehr aufpassen, dass man auf dem steilen Hang nicht auf dem Geröll wegrutscht. Doch der Ausblick entschädigt. Wunderbar! Die Insel ist umgeben von Inselchen und Riffen. Wir können uns gar nicht sattsehen.
Nach Vao, in den Hauptort, sind es sechs Kilometer. Mittwochs ist Markt, also beschließen wir früh loszulaufen und uns Markt und Ort anzusehen. Wir sehen uns die erstaunlich große Kirche an, kommen an der Krankenstation, der Apotheke und am Rathaus vorbei und finden den kleinen Markt. Das Angebot ist sehr übersichtlich. Es gibt Taro, ein paar andere Wurzeln und Papaya. Wir kaufen einer Frau beide Papaya, die sie heute anbietet ab. Den Mini-Supermarkt können wir nicht übersehen, hier ist es gerade richtig voll und wir werden herzlich begrüßt. Wir kaufen Baguette und Käse und suchen uns einen schönen Platz an einem kleinen Strand für unsere Mittagspause. An einem anderen Strand gibt es ein Denkmal für die ersten Missionare, das von lauter geschnitzten Figuren eingerahmt ist. In Vao ist wirklich nichts los und es ist weitläufig. Das Durchschnittsgrundstück hat ein paar tausend Quadratmeter Garten in dessen Mitte ein kleines Haus steht, ein paar Palmen, Mangobäume, ein Gemüsebeet, ein Schuppen. Es gefällt mir sehr, aber wir haben langsam platte Füße. Auf dem Rückweg sind wir sehr viel langsamer unterwegs als morgens. In der Sonne ist es heiß und wir sind müde. Zum Glück stoppen zwei Frauen mit ihrem Auto, es sei doch viel zu heiß zum Laufen, wo wir denn hinwollen?
Wir sitzen am Strand unter Bäumen in unserer oder der Nachbarbucht und schauen aufs Meer, gehen im Sonnenuntergang am Strand spazieren und baden. Wunderbare Ferientage. Die Reiseberichte hatten Recht, die Ile des Pines gehört unbedingt zu den ganz besonders schönen Inseln. Für uns ist sie die verschlafene Prinzessin unter den Inseln.
Gerne würden wir noch bleiben, doch der Wetterbericht hat andere Ideen. Der Wind soll drehen und reichlich Regen mitbringen. Wir entschließen uns zurück in die Baie de Prony zu segeln und erleben einen fantastischen Segeltag mit Delfinbegleitung.

In Vao, dem Hauptort:

Wanderung auf den Pic Nga:

Heiße Quellen und Wasserfälle

Ganz ruhig ist es an unserem neuen Ankerplatz nicht. Ist die Straße in der Nähe? Nein! Das Rauschen stammt von den Wasserfällen. Einen sehen wir vom Ankerplatz, aber auch am anderen Ufer scheint es einen Wasserfall zu geben, den wir nicht sehen aber hören.
Im Norden der Baie de Prony münden mehrere Flüsse in die große Bucht, außerdem unzählige kleine Bäche. Wir lassen unseren Anker zunächst in der Baie de Kaori, der östlichen Bucht fallen. Unser Ankerplatz ist von grünen Hügeln umgeben. An anderen Stellen haben die grünen Hänge rote Wunden. Bodenerosion ist hier ein großes Problem. Beim intensiven Abbau von Nickel und anderen Rohstoffen wurden ganze Bergkuppen abgetragen, hinzukommt die Abholzung der ursprünglichen Wälder. Zurück bleiben rote Hänge.
Mit Donkey rudern wir den Fluss hoch. Genauer gesagt rudert Nobbi, ich weise nur den Weg. Wir haben mehr Gegenstrom als gedacht, da wir so wenig Tiefgang haben und ohne Außenborder unterwegs sind können wir uns nahe an den Mangroven am Ufer halten und so dem stärksten Strom ausweichen.
Hier gibt es eine heiße Quelle. Ein Holzdeck fasst ein kleines Becken ein, es gibt mehrere Bänke und einen überdachten Tisch. Ein hübscher Platz. Der Badeplatz ist überraschenderweise besetzt. Drei junge Frauen genießen das warme Wasser. Also entscheiden wir uns zunächst zum nahegelegenen Wasserfall zu laufen. Der Wasserfall ist nicht hoch und bildet mehrere kleine Becken. Wir suchen uns eins zum Baden aus und sind überrascht, dass das Wasser gar nicht kalt ist. Anschließend baden wir natürlich auch noch in der heißen Quelle, das Badewasser ist nicht heiß, aber angenehm warm. Es gibt noch weitere heiße Quellen in der Nähe, doch nur hier gibt es eine so schöne Badewanne. Zwei Frischwasserbäder an einem Tag, was für ein Luxus.
Auf dem Rückweg machen mit Donkey einen Abstecher in die Mangroven und klettern in einem weiteren Wasserfall herum. Zwischen den Wurzeln der Mangroven ist das Wasser ganz klar und wir sehen viele kleine Fische.
Nachts spiegeln sich die Sterne im glatten Wasser und die Unterwasserwelt beschert uns ein Biolumineszenz-Feuerwerk. Es leuchtete und blinkt. Unter uns ist einiges los.
Am nächsten Morgen suchen wir einen Platz an dem wir vom Ufer auf den Wanderweg kommen. Heute wandern wir zum Wasserfall. Der Weg ist schön, einfach zu laufen und häufig im Schatten. Immer wieder führt er über oder durch kleine Bäche. Die Reste eines kleinen Dorfs sind inzwischen fast verschwunden. Natürlich nehmen wir wieder ein Bad im Wasserfall, wechseln aufs andere Ufer und folgen dem Weg ein ganzes Stück den Berg hinauf, bis wir einen schönen Blick über die Bucht haben.
In dieser Bucht gibt es noch einige interessante Wanderwege, doch wir ziehen in die Nachbarbucht um. In die Baie de Carenage. Unsere Tagesetappe ist tatsächlich 1 Meile kurz. Trotzdem sind wir ganz gut beschäftigt. Der rote Boden, den wir schon von unseren verfärbten Füßen und Crocs kennen, sitzt auch in unserer Ankerkette. Wir versuchen unsere Kette einigermaßen sauber zu stauen, da hilft nur spülen mit den Eimer. Und hinterher muss der Schlamm vom Deck. Wir wissen ja inzwischen wie farbecht die Flecken sind.
Vom neuen Ankerplatz wandern wir den Rivière de Carénage entlang. Und wieder führt unsere Weg zu einem Wasserfall. Der Anfang des Weges ist ziemlich schlammig, dann folgt ein schöner Wanderweg. Der Abstieg zum Wasserfall ist sportlich und bei Regen sicherlich nicht zu empfehlen. Doch es lohnt sich. Wir baden in einem Becken unterhalb der Twinfalls, des doppelten Wasserfalls, lassen uns auf den Steinen trocken und essen hier unseren Kuchen bevor wir uns auf den Rückweg machen.

Wir sind ganz begeistert von den schön angelegten und sehr gepflegten Wanderwegen, den tollen Wasserfällen, Stromschnellen und Ausblicken. Es könnte sein, dass wir zurückkehren noch mehr Frischwasserbäder nehmen, doch jetzt zieht es uns weiter.

Baie de Kaori:

Wanderung von der Baie de Carenage: