Ein schöner Tag mit jähem Ende

Auf der kleinen Pier hatten wir am Tag zuvor Damien kennengelernt. Er lebt mit seiner Frau Ruth auf einem Segelboot und ist schon länger in Neukaledonien. Er bietet uns sofort an, uns am nächsten Tag mit dem Auto in den Ort La Foa mitzunehmen. Eigentlich brauchen wir nicht unbedingt einkaufen, aber wir haben Lust auf einen Ausflug. Und so schließen wir uns den beiden am Mittwoch an. Wir werden mit allerlei Tipps versorgt und in der Ortsmitte abgesetzt.
La Foa ist ein netter Ort. Wir laufen erst die Hauptstraße runter und biegen dann in niedliche, kleine Nebenstraßen ab. Hübsche Häuser stehen in üppigen Obstgärten. In der Touristeninformation werden wir freundlich empfangen, wir sehen uns die eiserne Brücke von 1906 an, die es sogar aufs Wappen geschafft hat, und gehen ganz in Ruhe einkaufen. Anschließend laufen wir mit unseren vollgepackten Taschen zum Schwimmbad, hier soll es ein gutes Restaurant geben. Das Schwimmbad ist super modern, jede deutsche Gemeinde wäre neidisch. La Foa scheint wohlhabend zu sein. Auch Rathaus, Schule und Polizeiwache sehen top aus. Tatsächlich überrascht uns das Restaurant mit tollem Essen. Es ist brechend voll. Wir sitzen quasi mitten im Schwimmbad, direkt neben dem Becken in dem gerade Aquagymnastik stattfindet und Kinder auf einer aufgepumpten Matte spielen. Hier hätten wir nie mit so ausgezeichnetem Essen gerechnet, sondern eher mit Pommes-rot-weiß. Damien und Ruth sammeln uns schließlich wieder ein und zusammen genießen wir eine fröhliche Rückfahrt.
Der Spaß endet jäh, als unsere Boote in Sicht kommen. Der Wind hat aufgefrischt, auf der Ankerbucht sind kleine Schaumkronen und Mari liegt nicht im Wind. Unser geliebtes Boot und Zuhause liegt merkwürdig dicht an einem anderen Boot, das an einer Mooring hängt. Nobbi und Damien fahren mit dem größeren Dinghy zu den Booten und versuchen Mari zu befreien. Mari hängt mit der Windsteueranlage in der Mooring-Leine und im Bugkorb des anderen Boots fest. Den beiden Männern gelingt es schließlich Mari zu befreien und neu zu verankern. Was genau passiert ist können wir nur vermuten. Der Anker ist wohl geslippt. Zum ersten Mal in all den Jahren, in denen wir unsere Mari segeln. Das andere Schiff, in dem wir hängen geblieben sind, ist aus Stahl und hat zum Glück keinen größeren Schaden davon getragen. Bei uns jedoch ist die Windsteueranlage gebrochen. Unser wichtigstes Ausrüstungsstück. Wir sind froh, dass es nicht schlimmer gekommen ist. Kein Schaden am Heck, an der Badeleiter, den Solarpanels, am Bimini, am Windgenerator. Nobbi hat mit vollem Körpereinsatz um unsere Mari gekämpft und sich ein paar Schnitte an den Füßen zugezogen, als er auf der Muschelbesetzten Mooring-Leine stand. Die Windsteueranlage haben wir bereits auseinander genommen, festgestellt welche Teile wir ersetzen müssen und mit Hydrovane Kontakt aufgenommen. Mal sehen, wann wir Ersatz bekommen können.
Wir sind Damien unendlich dankbar für seine Hilfe und seinen beherzten Einsatz. Mit so einer Situation nicht alleine zu sein ist Gold wert und in so einer Situation einen erfahrenen und tatkräftigen Segler an seiner Seite zu haben ist unbezahlbar.