Die Königin der Levadas und der westlichste Punkt

Wir sind noch auf Madeira und haben einige Tage mit Baden und kleinen Wanderungen in der Umgebung verbracht, nebenbei am Boot getüddelt und immer wieder nette Segler kennengelernt.
Am Donnerstag haben wir wieder ein Auto gemietet und entscheiden uns für eine weitere Levada-Wanderung. Die Wahl fällt auf die Levada do Rei. Die Königslevada soll sich für eine zauberhafte Wanderung durch den Lorbeerwald anbieten. Diesmal könnrn wir keinen Rundwanderweg laufen, sondern wir wandern auf dem Hin- und Rückweg entlang der Levada. Wir werden nicht enttäuscht, die Levada do Rei bietet alles was man sich von einer Levada wünscht: einen Wasserfall, der einen duscht, einen Tunnel, dichten Lorbeerwald, eine Vielzahl blühender Pflanzen und grandiose Ausblicke. Die Wanderung führt bis zur Quelle der Levada, wo der Ribeiro Bonito, ein Wildbach, die Levada speist. Wir machen eine kleine Rast und Nobbi füttert die zutraulichen Madeira-Buchfinken mit Schokokeksen. Hier treffen wir eine portugiesische Familie, die den heutigen Feiertag für einen Familienausflug nutzt. Wir werden von ihnen ausgiebig mit Kuchen versorgt und treten frisch gestärkt den Rückweg an. Auf dieser Wanderung treffen wir, anders als bei den meisten anderen Touren die wir unternommen haben, häufiger andere Leute. Trotzdem ist es wahrlich nicht überlaufen. Während Nobbi am Wasserfall seine Jacke anzieht, denke ich „wird schon nicht so schlimm werden“ und werde ziemlich nass. Daraufhin höre ich einige Kommentare zur Nützlichkeit von Regenjacken. Wieder am Auto angekommen machen wir uns auf den Rückweg. Wir beschließen der irgendwie nett aussehenden Beschilderung zu einem Café zu folgen und erreichen nach etlichen Kilometern ein kleines Restaurant. Dort essen wir in der Sonne mit fantastischem Meerblick traditionell gegrilltes Hühnchen.
Bevor wir das Auto wieder abgeben wollen wir noch den westlichsten Punkt Madeiras Ponta do Pago besuchen. Deshalb entschließen wir uns eine Inselrundfahrt zu machen. Zunächst kommen wir auf der Schnellstraße flott voran und machen einen ersten Stopp in Calheta. Hier gibt eine kleine Marina, einen künstlichen Strand und einige Hotels. Wir essen ein Eis und schlendern über die Promenade, bevor es weiter geht. Eine kleine Straße führt in unendlich vielen Serpentinen immer weiter in den Westen der Insel. Madeira ist ohnehin nicht überlaufen, doch hier ist es leer. Nur gelegentlich kommt uns ein Auto entgegen. Die Straßenränder leuchten blau und weiß, sie sind gesäumt von Hortensien und Agapanthussen (oder heißt es Agapanthii?). Die Straße führt immer wieder durch lichte Eukalyptuswälder und es riecht leicht nach Hustenbonbons. In Ponta do Pago halten wir an einem Teehaus und machen einen Spaziergang zum Leuchtturm. Nach einem Abstecher nach Cabo zu einer kleinen Kapelle mit gigantischem Ausblick, wo wir viel Spaß mit ein paar ausgebüxten Ziegen haben, fahren wir zu nordwestlichsten Ecke nach Porto Moniz. Porto Moniz ist ein beliebter Ferienort und berühmt für seine natürlichen Schwimmbecken aus schwarzer Lava. Wir genießen den tollen Ausblick und beschließen eine Planänderung. Statt an der Nordküste zurück zu fahren (den Weg kennen wir schon) wollen wir die Hochebene Paul da Serra nochmal sehen. Dort hatte es uns schon während unserer Wanderungen besonders gut gefallen. Die Straße führt auf knapp 1000 m in die Wolken und das Thermometer sinkt auf 14 Grad. Wenig später ist es oberhalb der Wolken wieder sonnig und mit 19 Grad auch wieder deutlich wärmer. Wir halten immer wieder an und freuen uns über spektakuläre Ausblicke, die vielen Kühe und den blühenden Ginster. De Straße verläuft auf fast 1600 m, bis wir schließlich zum Encumeada Pass gelangen. Im Norden kann man entlang einer Schlucht aufs Meer sehen. Wir nehmen die Straße nach Süden und erreichen in Ribeira Brava wieder das Meer. Die Schnellstraße bringt uns zurück in den Osten der Insel. In Machico kaufen wir ein, bummeln durch die kleinen Straßen und essen am Hafen in einem netten Restaurant.
Madeira begeistert uns. Diese unglaubliche Vielfältigkeit, die verschiedenen Landschaften, die fantastische Pflanzenwelt und die grandiosen Ausblicke. Es gibt es noch unzählige Levadas an denen wir gerne entlang wandern würden, doch für uns wird es nun Zeit weiter zuziehen.

Gemütliche Tage auf Madeira und ein Besuch im Walmuseum

Die Tage auf Madeira vergehen schnell. Bevor wir den Mietwagen wieder abgeben kaufen wir gründlich ein, sehen uns Machico an und machen einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt auf dem Pico Facho.
Wir lesen in unseren Revierführern und recherchieren im Internet wo es als nächstes hin gehen soll und betüddeln unser Boot. Irgendwas ist immer zu tun. Zu Großprojekten haben wir keine Lust, doch das Deck wurde gewachst (auch unsere Mari braucht Sonnencreme), die Edelstahlteile poliert und das Unterwasserschiff von Algen befreit. Das Wäschewaschen war mal wieder ein Event. Die Waschmaschine nimmt nur 20 Cent Münzen und 2 Euro Stücke, gut dass wir 1 Euro und 50 Cent Stücke sammeln. Nachdem ich mit Hilfe des Marinabüros genügend Kleingeld gesammelt hatte, hatte der Wind aufgefrischt und die Wäsche musste nicht nur beim Trocknen bewacht, sondern sogar festgehalten werden. Doch dank des starken, trocknen Windes war die Wäsche binnen 50 min trocken. Nachdem unser letztes selbstgebackenes Brot starke Ähnlichkeit mit einem Brikett hatte, ist der aktuelle Versuch richtig lecker und ziemlich fluffig geworden. Das Brikett war das Werk einer nicht aufgegangenen portugiesischen Backmischung, die aktuelle Version entstand mit einer veganen, superöko, glutenfreien, quinoahaltigen Sauerteigalternative, die ich allerdings mit Weizenmehl gemischt habe. Ich werde weiter experimentieren. Eine der Tischdecken, die wir in Portugal gekauft haben, hat sich gestern mit Hilfe der Nähmaschine in einen Wäschesack verwandelt und ziert nun unsere Kammer.
Am Sonntag haben wir das Walmuseum in Carniçal besucht. Zu Fuß sind wir eine knappe Stunde in den Nachbarort gelaufen, auf dem Rückweg haben wir eine Abkürzung gefunden und waren etwas schneller. Das Museum ist toll. Der erste Teil befasst sich mit dem Walfang, der hier nur 40 Jahre lang zwischen 1941 und 1981 von offenen Ruderbooten aus betrieben wurde. Gejagt wurden fast ausschließlich Pottwale. Der zweite Teil des Museums befasst sich mit den Besonderheiten der Wale, den Arten, die hier vor Madeira vorkommen, und dem Schutz der Wale. Ein Audioguide führt die Besucher durch das Museum und im zweiten Teil erklären gut gemachte 3D-Filme zum Beispiel die Organsysteme der Wale, weshalb sie so tief tauchen können und die verschiedenen Walarten. Uns hat das Museum sehr gut gefallen und wir haben über 3 Stunden in der Ausstellung verbracht.
Madeira ist keine Badeinsel. Trotzdem wird bei uns eifrig gebadet. Das Hafenbecken ist klar und tief, jede über Bord gegangene Wäscheklammer muss gerettet werden. Bei einer seiner Wäscheklammerrettungsaktionen meldet Nobbi eine Schule Baracudas unter dem Boot, was auch mich dazu bewegt ins Hafenbecken zu hüpfen. Tatsächlich, eine Schule kleiner Baracudas wohnt hier im Hafen unweit vom Boot und kommt manchmal neugierig näher. Die anderen Fische lassen sich mit Brot anlocken und bekommen gelegentlich ihren Anteil am Frühstück.
Auch der Meerwasserpool des Hotels ist schön und in der kleinen Bucht vor dem Hotelstrand haben wir Fische und Seeigel beim Schnorcheln angeguckt und sogar einen kleinen Rochen gesehen. Nur der Ein- und Ausstieg ist hier nicht ganz einfach. Bei Hochwasser kann man an der Treppe, die auch die Tauchschule benutzt, ins Wasser steigen, bei Niedrigwasser bleibt nur der Einstieg über den Strand. Das ist mühsam, da es auch bei wenig Wind immer eine recht ordentliche Brandung gibt. In der Nachbarbucht, nur eine Viertelstunde zu Fuß entfernt, gibt es einen der seltenen Sandstrände Madeiras. Hier haben wir letzte Woche Mareikes Abschiedsbad genommen und die kleine Strandbar stellt einen netten Anlaufpunkt für Spaziergänge dar. Eigentlich wollten wir hier noch Tauchen, doch jetzt sind wir mit Schnorcheln und Baden ganz zufrieden.

Kuhweide mit Aussicht

Auf dieser Wanderung galt es 500 Höhenmeter zwischen dem Start in einem kleinen Dorf im Süden Madeiras und dem 1436 m hohen Gipfel des Chão dos Terreiros zu überwinden. Trotzdem war dies wohl unsere gemütlichste Wanderung. Der Weg verläuft zunächst zwischen Feldern, später entlang der baumlosen Berge, die durch den Ginster, der überall wächst, gelb leuchten. Hier oben treffen wir nur einige andere Wanderer und viele Kühe. Die Kühe haben nicht nur eine tolle Aussicht und klare Luft, sie müssen auch sehr trittsicher sein. Ob die schleswig-holsteinischen Schwarz-Bunten sich hier wohl fühlen würden? Der Wanderführer empfiehlt früh zu dieser Wanderung aufzubrechen, wir starten gleich nach dem Frühstück und beginnen die Wanderung erst um 13 Uhr. Doch wir haben Glück, es ist sonnig und klar. Die Aussicht ist grandios. Wir sehen die hohen Berge Madeiras und können vom Gipfel weite Teile der Südküste mit der Hauptstadt Funchal überblicken. Auf dem Rückweg sind wir froh, als der Weg schließlich durch Eukalyptuswälder führt und wir im Schatten laufen.

Stinklorbeer im Nebel

Hört sich wenig romantisch an? Tatsächlich war es eine tolle Tour. Diesmal ging es unzählige Stufen Abwärts um zu einer hübschen Levada zu gelangen. An einem Aussichtspunkt können wir auf die umliegenden, bewaldeten Berge sehen. Die Levada führt „Hochwasser“ und schwappt gelegentlich über die Begrenzung, so dass es zum Teil sehr matschig ist und wir auf der Kante der Levada balancieren. Der Vergleich mit dem Schwebebalken ruft bei dem einem oder anderen unserer kleinen Wandergruppe unangenehme Assoziationen hervor. Der Weg entlang des kleinen Kanals verläuft im Schatten, wir sind umgeben von Bäumen, Wasserfällen und Farnen. Als wir auf die Straße gelangen, befürchten wir zunächst es könne in der Sonne zu heiß werden. Doch ein langer und anstrengender Aufstieg führt uns geradewegs in eine Wolke. In dichtem Nebel finden wir die Stinklorbeerbäume und einen kleinen See, an dem gerade eine Kuh trinkt. Uns wird klar, weshalb es hier überall so grün ist und weshalb hier so viele Farne wachsen. Wir stehen auf einem grasbewachsenen Gipfel und werden von der Wolke völlig eingehüllt. Wir sehen weder wie weit es neben uns in die Tiefe geht, noch wo unser Weg entlang führt. Kurz bevor wir unserer Auto erreichen setzt sich die Sonne durch und verdrängt den Nebel.
Auf dem Rückweg besuchen wir die natürlichen Schwimmbecken im Nordwesten Madeiras bei Seixal. Bei Hochwasser schwappt die See in die Becken und wechselt so das Wasser aus. Bei Niedrigwasser kann man hier geschützt schwimmen, während das Wasser an die felsige Küste donnert und das Baden unmöglich macht.

Madeira 4 matschige Wege

Madeira 4 verwunschener Wald

Madeira 4 am Aussichtspunkt

Am Aussichtspunkt

Madeira 4 Berge und WolkenMadeira 4 gruene BergeMadeira 4 Inga im Wald

Madeira 4 Levada biegt ab

Die Levada biegt ab

Madeira 4 auf der Brueke

Über die tiefe Schlucht führt eine Brücke

Madeira 4 eingehuellt von der Wolke

Plötzlich sind wir in einer Wolke

Madeira 4 Nobbi hat den See gefunden

Nobbi hat den See gefunden

Madeira 4 am SeeMadeira 4 Paradies fuer farne

Madeira 4 Wo ist der Weg

Und wo geht’s jetzt weiter?

Madeira 4 Wiese und das nichts

Eine Wiese im Nichts

Madeira 4 Nebel lichtet sich

Der Nebel lichtet sich…

Madeira 4 Seixal Pool

Madeira 4 netter Einstieg zum Seixal Pool

… und wir gehen in den natürlichen Pools von Seixal baden

Madeira 4 badespass

Madeira 4 relaxtes baden bei Brandung

Trotz starker Brandung kann man hier entspannt baden

Ursprüngliche Levadas und Blumenpracht

An der Kirche von Boaventura im Norden Madeiras startet eine Wanderung mit vielen Treppenstufen, die uns zu einem Aussichtspunkt über das Dorf bringt. Anschließend klettern wir auf schmalen Pfaden hinauf zu einer ursprünglichen Levada. Nach einem gemächlichen Abschnitt entlang des Bewässerungskanals folgen wir einem Bach. Die Vegetation ist üppig und überall blüht es. Wir gelangen zu einem kleinen Ort, wo wir wiederum kleine Pfade hinauf steigen, um zur nächsten Levada zu gelangen. Hier müssen wir auf der Kante der Levada balancieren, an der einen Seite der nasse, überhängende Felsen, auf der anderen Seite geht es in die Tiefe. Besser nicht nach unten gucken. Zum Glück ist der Weg nur ein kurzes Stück so aufregend, danach spazieren wir wieder gemütlich entlang der Levada. Der letzte Teil des Weges verläuft durch Gärten und Felder und bringt uns zurück nach Boaventura.

Levada und Badespaß

Nach einer abenteuerlichen Autofahrt hoch zur zentral gelegenen Hochebene auf über 1000 m, finden wir im zweiten Versuch den kleinen Pfad, der uns zu einer Bilderbuchlevada führt. Die Levadas sind Bewässerungskanäle, die das Wasser aus dem Norden und der Mitte der Insel in die trockeneren Gebiete bringen. Entlang der Levadas wandert es sich wunderbar, sie haben meistens wenig Gefälle und die Orientierung ist einfach. Wir laufen entlang der Levada bis zu ihrer Quelle, einem Becken, in das sich ein kleiner Wasserfall ergießt. Hier quaken die Frösche und ein kleiner Vogel ist so zutraulich, dass ich ihn mit den Krümeln meines Pasteis de nata füttere. Kurz überlegen wir hier zu baden, doch unser Wanderführer verspricht nach einem steilen Abstieg einen tollen natürlichen Pool. Der Abstieg gestaltet sich tatsächlich sportlich und auch der weitere Weg ist zum Teil sehr unwegsam, doch es hat sich gelohnt. Wir baden in einem Becken, das von einem Wasserfall gespeist wird und sich wiederum als Wasserfall ins Tal stürzt. Das Wasser ist klar und kalt. Wir haben den zweiten Teil des Weges für uns alleine und werden immer wieder mit tollen Ausblicken belohnt. Als wir zurück zum Auto kommen werden wir von einer Kuh-Herde beobachtet. Die Kühe genießen beim Wiederkäuen den Ausblick und lassen sich nicht stören.

Madeira 2 Bilderbuch Levada

Entlang der Levada

Madeira 2 Mareike und IngaMadeira 2 Levada mit Treppe

Madeira 2 alternative Levadanutzung

alternative Levadanutzung

Madeira 2 Quelle der Levada

Quelle der Levada

Madeira 2 Abstieg

Madeira 2 es wird steil

Der Abstieg ist steil

Madeira 2 kleiner Wasserfall

Madeira 2 Wasserfall

Natürlicher Pool

Madeira 2 natuerlicher Pool

Erfrischendes Bad

Madeira 2 da gehts runter

Da geht’s ganz schön tief runter

Madeira 2 Aussicht beim baden

Aus unserem Schwimmbad stürzt das Wasser ins Tal

Madeira 2 gruen

Blick in den Urwald

Madeira 2 gruene Berge

Madeira 2 fast angekommen

Fast wieder zurück

Madeira 2 wiederkauen mit Aussicht

Wiederkäuen mit Aussicht

Der östlichste Zipfel Madeiras

Die Marina Quinta do Lorde liegt ganz im Osten Madeiras, der karg und fast baumlos ist. Im Vergleich zur übrigen Insel ist es hier flach. Von der Marina aus sind es etwa 5 km zur östlichen Spitze. Auf keinem anderen Weg haben wir so viele andere Touristen getroffen, es scheint eine beliebte Wanderung zu sein.

Freizeitstress

Auf Madeira machen wir Urlaub mit allem Drum und Dran. Wir haben Besuch von Mareike und wandern zu dritt über die abwechslungsreiche Insel.
Auf Madeira weiß man nicht nur nicht wie das Wetter wird, sondern auch nicht wie es ist. Die Wolken bleiben an den Gipfeln Madeiras hängen, bilden sich, lösen sich wieder auf. Der Wind ist zum Teil kühl, doch in der Sonne ist es heiß. Wir haben also immer eine Jacke und Badezeug dabei. Man weiß ja nie.
Madeira begeistert uns mit seiner Vielfältigkeit. Nachdem wir uns an unserem ersten gemeinsamen Tag nicht so recht für eine Wanderung entscheiden können, schlägt Mareike einen Wanderführer vor, den wir kurzerhand herunterladen (Kindle sei Dank) und dem wir in den nächsten Tagen treu folgen ohne jemals enttäuscht zu werden. An der Ostspitze, die wir von Hafen aus erwandern, treffen wir auf baumlose, karge Felsen. Am nächsten Tag fahren wir auf die zentral gelegene Hochebene auf über 1000 m, wandern von dort entlang einer Levada und klettern dann abwärts zu einem natürlichen Pool, der von einem Wasserfall gespeist wird und sich wiederum als Wasserfall ins Tal stürzt. Eine Wanderung an der Nordküste Madeiras verläuft entlang ursprünglicher Levadas, Felder und Gärten. An jeder Ecke lauert ein toller Ausblick und wir treffen den ganzen Tag keine anderen Wanderer. Bei der nächsten Wanderung wartet zunächst ein sehr langer Abstieg mit unzähligen Stufen auf uns, bevor wir an einer Levada entlang wandern. Gegen Ende unseres Weges suchen wir unseren Weg in mitten einer Wolke, aus der plötzlich ein See und Kühe auftauchen. Gestern sind wir im Süden Madeiras unterwegs gewesen, haben einen Gipfel erklommen und von dort die Aussicht auf die Südküste und Funchal genossen.
Häufiger haben gelesen, es sei ratsam früh aufzubrechen. Entweder um dem Ansturm der Wanderer aus dem Weg zu gehen, oder aber um tendenziell besseres Wetter zu haben. Wir haben diese Empfehlung konsequent ignoriert und hatten Glück, nirgendwo war es überfüllt, manchmal haben wir den ganzen Tag niemanden getroffen und das Wetter hat auch mitgespielt. Ohne Auto ist es schwierig Madeira zu erkunden, schon ganz und gar wenn man etwas abgelegen wohnt wie wir zurzeit. Also haben wir ein Auto gemietet und fahren damit zu den Ausgangspunkten der Wanderungen. Autofahren wird zum Abenteuer obwohl außerhalb der „rapidos“ kaum über 30-40 km/h. Mareike ist froh, dass sie nicht fahren muss und ich halte mir die Augen zu, Nobbi hingegen freut sich über die Herausforderung im ersten Gang. Ob Serpentinen oder Straßen mit 40 % Steigung Nobbi scheucht unseren Polo kreuz oder quer über die Insel. Interessant sind nicht nur die Straßen, auch die Parkplätze begeistern. Ebene Flächen sind rar auf Madeira, was liegt da näher als auf dem Dach zu parken? Häufig gibt es nicht mal eine Begrenzung wie eine kleine Mauer oder einen Zaun, wer zu schwungvoll ausparkt hat ein Gartenhaus (30 m tiefer) und braucht ein neues Auto.
Natürlich sehen wir uns auch die Hauptstadt Funchal an. Wir spazieren am Wasser entlang und besichtigen die Marina, fahren mit der Seilbahn nach Monte, laufen durch Parks mit vielen Blumen und spannenden Bäumen, kaufen auf dem Obstmarkt ein und sehen uns die riesigen Thunfische auf dem Fischmarkt an.
Auch auf Madeira gibt es die wundervollen Puddingtörtchen Pasteis de Nata, wie überall in Portugal. Wie wir finden sind sie der ideale Proviant für Wanderungen. Außerdem entdecken wir „Tim Tam Tum“ für uns, einen typischen Likör, der besonders in der Weihnachtszeit getrunken wird. Uns schmeckt er pur nicht so gut, doch mit Vanillepudding wird er zum Dessert des Jahres gekört.
Madeira ist keine Badeinsel, anders als auf der kleinen Schwester Porto Santo gibt hier kaum natürliche Strände, trotzdem haben wir ausgiebig gebadet: während der Wanderung in einem natürlichen Süßwasserpool, im Hotelpool, an einem kleinen schwarzen Strand und in natürlichen Meerwasserpools an der Nordwestküste.
Heute ist Mareike zurück nach Deutschland geflogen und wir kümmern uns in den nächsten Tagen um den Bordalltag. Der Besuch von Mareike hat uns viel Spaß gemacht, nicht nur weil sie uns Ritter Sport und Lakritz mitgebracht hat. So haben wir „Urlaub im Urlaub“ gemacht, viel gesehen und viel gewandert. Mareike, schön dass du bei uns warst!
Auf unseren Wanderungen haben wir tolle Fotos gemacht, die wir hier nicht einfach anhängen möchten, deshalb werden wir sie in den nächsten Tagen, sortiert nach Wanderungen, nachreichen.

 

Abschied von Porto Santo und Geburtstagsdelfine

Die Tage in Porto Santo sind schnell vergangen. Einen Tag haben wir einen Roller gemietet und sind kreuz und quer über die Insel geflitzt. Nun ja eher gekrochen als geflitzt, selten schneller als 40, meist ging es gemächlich mit 20 km/h die Hügel hoch. Es gibt viel mehr Straßen als auf den Karten eingezeichnet, so sind wir auch an Orten gelandet, von denen wir gar nicht wussten, dass wir dort hinwollten. Meistens hatten wir die kleinen Straßen abseits der Küstenstraße für uns. Wir sind zu einem Aussichtspunkt ganz im Süden gelaufen und haben in einem kleinen Vogelpark eine Kaffeepause eingelegt. Abends sind wir die Stufen auf den Gipfel des Pico do Castelo hoch (und wieder runter) gekraxelt, haben eine traumhafte kleine Straße zum Pico Facho durch den Wald genommen und sind dort ein wenig auf dem Wanderweg spaziert. Nach einem Abstecher über einen weiteren Aussichtspunkt im Nordosten waren wir bei Einbruch der Dunkelheit wieder an Bord.
Einen anderen Tag haben waren wir mit der „Try“ und der „Lotta“ zum Schnorcheln an der felsigen Nordost-Spitze der Insel. Den Weg kannten wir schon von einer kleinen Wanderung. Wieder ging es den steinigen Wanderweg entlang durch den kleinen Tunnel. Tatsächlich haben wir eine ganze Menge verschiedene Fische gesehen, darunter auch einen Papageifisch!
Gestern ging es für uns schließlich weiter. Der Abschied ist uns nicht leicht gefallen. Porto Santo ist eine tolle Insel, aber vor allem haben wir hier liebe Freunde gefunden und wieder getroffen. Unseren letzten Abend haben wir gemeinsam mit „Lotta“, „Aloma“ und „Try“ verbracht, lecker gegessen und viel gelacht.
Nach Madeira waren es nur 30 Meilen, eine entspannte Tagesetappe. Zwischen den Inseln war die Atlantikwelle wieder recht hoch, doch dank des frischen Windes sind wir flott vorangekommen. Wir haben die ganze Etappe von Hand gesteuert, weil es so viel Spaß gemacht hat. Mal wieder waren wir froh, dass unser Boot Marisol heißt. Kurz vor Madeira wurden wir angefunkt, ob wir das Spezialschiff der portugiesischen Marine „green to green“ hinter deren Heck passieren könnten. „Marisol“ versteht jeder und kann jeder aussprechen, ich hatte mit „NRP Gago Coutinho“ schon mehr Probleme. Ich wollte Mari ja ursprünglich Ümptidümpti nennen, gut dass Nobbi das verhindert hat. Man stelle sich das Gefunke vor. „Please repeat and spell: Uniform with Tüddels- Mike-Papa-Tango-India-Uniform with Tüddels-Mike-Papa-Tango-India …“.
Bei Porto Santo haben wir einen riesen Truppe Seevögel getroffen, die wir als Gelbschnabel-Sturmtaucher identifiziert haben. Sie haben uns ebenso interessiert beäugt wie wir sie. Auf der kurzen Überfahrt hatten wir gleich dreimal Delfinbesuch (darunter einmal große Tümmler und einmal Fleckendelfine). Vermutlich handelte es sich um Geburtstagsdelfine, ich hatte nämlich gestern Geburtstag, was ich auf Porto Santo allerdings nicht erzählt habe, sonst hätten wir unmöglich an dem Tag weiter segeln können. Viele liebe Menschen haben an meinen Geburtstag gedacht und mir damit eine große Freude gemacht. Gerade trage ich meine neuen „Happy Socks“, dunkelgrün mit pinken Palmen, die meine Schwester mir geschenkt hat (vielleicht sollte ich mal ein Bordmoden-Spezial schreiben?).
Nun liegen wir in der Marina Quinta do Lorde, ganz im Osten Madeiras, und dienen als Dekoration eines fünf Sterne Hotels, genießen aber auch dessen Annehmlichkeiten. Wir wurden nicht nur mit dem Schlauchboot vor dem Hafen empfangen und an unseren Platz geleitet, wir wurden bei der Anmeldung auch gleich mit vielen Informationen rund um die Insel, Wanderwege und Veranstaltungen versorgt. An der Hotelbar haben wir gestern den Tag ausklingen lassen, weiter sind wir noch nicht gekommen. Heute wollen wir uns die nähere Umgebung ansehen.
Übrigens, wir haben unsere Route auf den aktuellen Stand gebracht und die Rubrik Kurioses eingeführt. Eine Seite auf der wir gewagte, mäßig elegante, scheußliche und außergewöhnliche Bootslösungen sammeln.

Urlaubsinsel Porto Santo

Die Tage plätschern dahin. Porto Santo ist ruhig, entspannt und sonnig. Wir passen uns an. Wenn wir sonst nichts zu tun haben laufen wir ins 2km entfernte Cidade Vila Baleira den langen Sandstrand entlang, der direkt an der Hafenmole beginnt.
Jeden Morgen baden Lisa, Christine und ich im Meer (manchmal ist auch Michele dabei), so beginnt der Tag erfrischend, fröhlich und sehr kommunikativ. Nobbi macht inzwischen Frühstück. Unsere Frühstücksstandards sind hoch: jeden zweiten Tag ein Ei und jeden Tag mindestens ein Stück leckeres Obst. Maracuja, Nispeln und Cherimoya sind die Favoriten neben dem frisch gepressten Orangensaft. Nach dem ausgiebigen Frühstück überlegen wir, was wir mit dem Tag anfangen wollen.
In den letzten Tagen haben wir mehrere kleine Ausflüge unternommen. Wir sind um die Nord-Ostspitze gewandert, wo es einen kleinen steinigen Wanderweg gibt, der tatsächlich durch einen Tunnel führt. Ein Ausflug mit den Crews der „Try“, „Lotta“ und „Aloma“ hat uns an die Westküste geführt, wo wir in natürlichen Pools gebadet haben, ein kleines Museum besichtigt und sehr gut gegessen haben. Hinter jeder Ecke wird man mit fantastischen Ausblicken belohnt.
Heute haben wir noch einmal einen Spaziergang durch die Ort unternommen, wichtige Besorgungen erledigt (z.B. einen Anspitzer gekauft) und bei einem kühlen Coral-Bier das Treiben auf dem Marktplatz beobachtet. Nach einem Hamburger ging es auf dem Rückweg wieder den wunderbaren Strand entlang zum Hafen.