Freizeitstress

Auf Madeira machen wir Urlaub mit allem Drum und Dran. Wir haben Besuch von Mareike und wandern zu dritt über die abwechslungsreiche Insel.
Auf Madeira weiß man nicht nur nicht wie das Wetter wird, sondern auch nicht wie es ist. Die Wolken bleiben an den Gipfeln Madeiras hängen, bilden sich, lösen sich wieder auf. Der Wind ist zum Teil kühl, doch in der Sonne ist es heiß. Wir haben also immer eine Jacke und Badezeug dabei. Man weiß ja nie.
Madeira begeistert uns mit seiner Vielfältigkeit. Nachdem wir uns an unserem ersten gemeinsamen Tag nicht so recht für eine Wanderung entscheiden können, schlägt Mareike einen Wanderführer vor, den wir kurzerhand herunterladen (Kindle sei Dank) und dem wir in den nächsten Tagen treu folgen ohne jemals enttäuscht zu werden. An der Ostspitze, die wir von Hafen aus erwandern, treffen wir auf baumlose, karge Felsen. Am nächsten Tag fahren wir auf die zentral gelegene Hochebene auf über 1000 m, wandern von dort entlang einer Levada und klettern dann abwärts zu einem natürlichen Pool, der von einem Wasserfall gespeist wird und sich wiederum als Wasserfall ins Tal stürzt. Eine Wanderung an der Nordküste Madeiras verläuft entlang ursprünglicher Levadas, Felder und Gärten. An jeder Ecke lauert ein toller Ausblick und wir treffen den ganzen Tag keine anderen Wanderer. Bei der nächsten Wanderung wartet zunächst ein sehr langer Abstieg mit unzähligen Stufen auf uns, bevor wir an einer Levada entlang wandern. Gegen Ende unseres Weges suchen wir unseren Weg in mitten einer Wolke, aus der plötzlich ein See und Kühe auftauchen. Gestern sind wir im Süden Madeiras unterwegs gewesen, haben einen Gipfel erklommen und von dort die Aussicht auf die Südküste und Funchal genossen.
Häufiger haben gelesen, es sei ratsam früh aufzubrechen. Entweder um dem Ansturm der Wanderer aus dem Weg zu gehen, oder aber um tendenziell besseres Wetter zu haben. Wir haben diese Empfehlung konsequent ignoriert und hatten Glück, nirgendwo war es überfüllt, manchmal haben wir den ganzen Tag niemanden getroffen und das Wetter hat auch mitgespielt. Ohne Auto ist es schwierig Madeira zu erkunden, schon ganz und gar wenn man etwas abgelegen wohnt wie wir zurzeit. Also haben wir ein Auto gemietet und fahren damit zu den Ausgangspunkten der Wanderungen. Autofahren wird zum Abenteuer obwohl außerhalb der „rapidos“ kaum über 30-40 km/h. Mareike ist froh, dass sie nicht fahren muss und ich halte mir die Augen zu, Nobbi hingegen freut sich über die Herausforderung im ersten Gang. Ob Serpentinen oder Straßen mit 40 % Steigung Nobbi scheucht unseren Polo kreuz oder quer über die Insel. Interessant sind nicht nur die Straßen, auch die Parkplätze begeistern. Ebene Flächen sind rar auf Madeira, was liegt da näher als auf dem Dach zu parken? Häufig gibt es nicht mal eine Begrenzung wie eine kleine Mauer oder einen Zaun, wer zu schwungvoll ausparkt hat ein Gartenhaus (30 m tiefer) und braucht ein neues Auto.
Natürlich sehen wir uns auch die Hauptstadt Funchal an. Wir spazieren am Wasser entlang und besichtigen die Marina, fahren mit der Seilbahn nach Monte, laufen durch Parks mit vielen Blumen und spannenden Bäumen, kaufen auf dem Obstmarkt ein und sehen uns die riesigen Thunfische auf dem Fischmarkt an.
Auch auf Madeira gibt es die wundervollen Puddingtörtchen Pasteis de Nata, wie überall in Portugal. Wie wir finden sind sie der ideale Proviant für Wanderungen. Außerdem entdecken wir „Tim Tam Tum“ für uns, einen typischen Likör, der besonders in der Weihnachtszeit getrunken wird. Uns schmeckt er pur nicht so gut, doch mit Vanillepudding wird er zum Dessert des Jahres gekört.
Madeira ist keine Badeinsel, anders als auf der kleinen Schwester Porto Santo gibt hier kaum natürliche Strände, trotzdem haben wir ausgiebig gebadet: während der Wanderung in einem natürlichen Süßwasserpool, im Hotelpool, an einem kleinen schwarzen Strand und in natürlichen Meerwasserpools an der Nordwestküste.
Heute ist Mareike zurück nach Deutschland geflogen und wir kümmern uns in den nächsten Tagen um den Bordalltag. Der Besuch von Mareike hat uns viel Spaß gemacht, nicht nur weil sie uns Ritter Sport und Lakritz mitgebracht hat. So haben wir „Urlaub im Urlaub“ gemacht, viel gesehen und viel gewandert. Mareike, schön dass du bei uns warst!
Auf unseren Wanderungen haben wir tolle Fotos gemacht, die wir hier nicht einfach anhängen möchten, deshalb werden wir sie in den nächsten Tagen, sortiert nach Wanderungen, nachreichen.