Eine graue, neblige Überfahrt nach Walvis Bay

Zu gerne wären wir länger geblieben. Wir fühlen uns wohl im Royal Cape Yacht Club und Kapstadt hat viel zu bieten, auch wenn die „Nachmittagswinde“ mit 50 kn gelegentlich an den Nerven zerren. Doch unser Visum läuft in einer Woche aus und der Wetterbericht ist vielversprechend. Sonntagmorgen (23. Februar) lösen wir nach dem obligatorischen Müsli fast alle Leinen. Sie haben sich ordentlich zugezogen, wir müssen uns erst einmal losstricken. Nobbi macht den Motor an und guckt „sicherheitshalber“ noch einmal in die Bilge. Wasser in der Motorbilge. Wir gucken uns an. Hilft ja nichts. Nobbi stellt den Motor wieder ab. Das Problem ist schnell gefunden. Ein Schlauch am Ölkühler des Getriebes tropft. Zwei neue Schlauchschellen sorgen für Abhilfe.

Nun geht es wirklich los. Port Control gibt uns die Erlaubnis auszulaufen und schon sind wir unterwegs. Ausklariert haben wir am Tag zuvor, das war weitgehend unproblematisch, auch wenn die Dame bei Immigration sehr schnippisch war.

Wir sehen einige Pinguine, Seebären sonnen sich auf den Tonnen und Delfine kreuzen unseren Kurs. Zunächst haben wir kaum Wind und lassen den Wassermacher laufen. Nach gut einer Stunde setzt der versprochene Wind ein, wir setzen Segel und genießen die fantastischen Bedingungen. Glattes Wasser, leichter Wind, strahlender Sonnenschein und der Tafelberg als Kulisse. Es könnte nicht schöner sein. Plötzlich werden wir langsam. Wir entdecken, dass wir einen riesigen Kelpstängel mit uns schleppen. Er scheint am Kiel oder Ruder zu hängen. Wir drehen das Boot in den Wind bis wir rückwärts segeln und können die riesige Pflanze so loswerden.

Während der Tafelberg kleiner wird, nimmt der Wind zu. Leider auch die Welle. Es wird ein bisschen ungemütlich, aber wir sind flott unterwegs. Dafür sorgt auch der Strom, der uns schiebt. In der zweiten Nacht ist es noch windiger. Sechs bis sieben Beaufort treiben uns voran. Nur wenige Stunden ist es wirklich rau mit hohen Wellen von dreieinhalb Metern dann wird es wieder handiger. Ich bin trotzdem seekrank, besonders am dritten Tag. Wir sehen viele große Schiffe und Fischer. Der Schiffsverkehr folgt wie wir der Küste und wir müssen auf jeder Wache mindestens ein Ausweichmanöver fahren. Immer mal wieder funken wir ein großes Schiff an, fragen ob man uns gesehen hat oder bitten um einen größeren Sicherheitsabstand. Lieber sind uns die Begegnungen mit den Meeresbewohnern. Delfine begleiten uns nachts stundenlang, wir sehen Wale, einen Mondfisch, Albatrosse, Tölpel und immer wieder Seebären.

 Mittwoch ist weniger Wind als an den Tagen zuvor, die Wellen nehmen ab und es wird gemütlicher an Bord. Zeit zu kochen, bisher haben wir uns von Broten und Vorgekochtem ernährt, soweit uns nach Nahrung zu Mute war. Donnerstag nimmt der Wind in den frühen Morgenstunden immer weiter ab. Vormittags treiben wir schließlich in der Flaute. Das Großsegel schlägt hin und her. Irgendwann können wir es nicht mehr ertragen und nehmen es runter. Immerhin treiben wir in die richtige Richtung. Wir stecken in einer Nebelbank. Es ist feucht und die Sicht reicht kaum bis zur nächsten Welle. Als ein Containerschiff uns überholt ist es unheimlich. Wir sehen auf dem AIS, dass es weit weg ist, dreieinhalb Meilen. Das Typhon, das alle zwei Minuten ertönt, hört sich näher an. Irgendwann verzieht sich der Nebel und die Sonne kommt durch. Erst nachmittags kommt wieder Wind auf und ein paar Stunden später binden wir bereits das zweite Reff ein.

Nach einer schönen Segelnacht wiederholt sich das Spiel. Morgens nimmt der Wind ab und der Nebel zu. Diesmal schlägt das Segel nicht so entsetzlich. Wir haben die beiden oberen Segellatten rausgezogen, nun gibt es eher ein Flapp-Geräusch. Es will einfach nicht heller und trockener werden. Schon die Nacht war nass. Obwohl es zum Teil sternenklar war, tropfte es. Und auch jetzt kann man nur in Regenhosen im Cockpit sitzen. Natürlich mit Jacke und Mütze. Seit Tagen haben wir die langen Unterhosen nicht ausgezogen. Nachts tragen wir auch noch den Faserpelz. Das kalte Wetter macht die Überfahrt anstrengend, bevor wir in der Freiwache einschlafen können, müssen wir erst auftauen. Ich habe es gut, Nobbi kocht mir oft vor Wachübergabe eine Kanne Tee. Erst trocknet es langsam, um eins zeigt sich endlich die Sonne und bald ist auch der Wind wieder da. Nachmittags segeln wir bei Sonnenschein und frischem Wind. Bald wir es jedoch wieder kühl. Spätestens um fünf kommt der Fleece wieder zum Einsatz.

Wir haben uns damit abgefunden,  dass wir einen Tag später ankommen werden und sind gespannt ob sich die Nebelflaute am nächsten Tag wiederholen wird. Angesagt ist sie nicht, war sie in den letzten beiden Tagen aber auch nicht. Der Samstagmorgen ist grau, aber Nebel und Flaute bleiben aus. Wir kommen gut voran und sind optimistisch, dass wir Walvis Bay vor Einbruch der Dunkelheit erreichen könnten. Mittags kommt die Sonne raus und wir können uns aufwärmen. Nobbi macht ein Mittagsschläfchen und ich mache es mir mit dem Reiseführer im Cockpit gemütlich. Schon stecken wir wieder in einer Wolke. Die Sichtweite beträgt nur noch etwa 200m. Die Wetterwechsel kommen so schnell und unerwartet. Ich lege das Buch beiseite und gehe Ausguck. Sehen kann man nicht viel, aber hören würden wir ein anderes Schiff wohl rechtzeitig. Nach einer Stunde verschwinden die Wolken wieder, leider nehmen sie den Wind mit. Wir dümpeln mal wieder in der Flaute. Nach einer halben Stunde wecke ich Nobbi. Wenn wir jetzt die Maschine anmachen, könnten wir in drei Stunden am Ankerplatz sein. Wir nutzen die Chance und lassen den Wassermacher laufen. Bis zur Ansteuerung von Walvis Bay läuft es fantastisch. Seebären begleiten uns wie Delfine, springen aus dem Wasser und zeigen Kunststücke. Ich kann mich nicht satt sehen an diesen sympathischen Tieren.

Die Containerbrücken und der Leuchtturm sind das erste was wir von Walvis Bay und Namibia sehen. Der Wind hat inzwischen wieder aufgefrischt. Leider nimmt er immer weiter zu. Während in der Ferne goldene Dünen im abendlichen Sonnenlicht leuchten, liegt eine riesige dunkle Wolke über uns. Es sind nur noch einige Meilen in die tiefe Bucht bis zum Yacht Club und dem Ankerplatz für Sportboote. Leider genau gegen den Wind. Inzwischen hat der Wind auf sechs bis sieben Beaufort zugelegt und die entstehende Welle ist beachtlich. Mari kämpft sich mühsam voran. Das erste Mal auf dieser Etappe haben wir Wasser an Deck. Manchmal machen wir kaum mehr einen Knoten Fahrt. Wir fühlen uns überdeutlich an unsere Einfahrt nach Port Elizabeth erinnert. Mal wieder gilt „Du bist erst da, wenn du das bist“. Wir quälen uns quer über die Reede der großen Schiffe. Zuvor hatten wir gelesen, dass von einer Ankunft bei Nacht dringend abgeraten würde, man solle hier irgendwo ankern. Undenkbar. Einige Wellen erreichen wohl eineinhalb Meter und sind sehr steil. Uns bleibt nichts anderes übrig als weiter zu kämpfen. Nobbi behält den Überblick, das AIS im Blick und reicht mir abwechselnd Tee und ein Handtuch. Das Handtuch, um das Salzwasser aus dem Gesicht oder das Tablet trocken zu wischen. Ich steuere oder versuche es zumindest. Mühsam kommen wir voran, vorbei an großen Tankern, Schleppern und unbeleuchteten (aufgegebenen?) Fischereischiffen. Es ist inzwischen dunkel. Dank der hellen Hafenbeleuchtung sehen wir trotzdem noch Umrisse. Endlich kommen wir dichter unter Land und die Wellen werden kleiner. Wir erkennen erste Yachten und lassen den Anker auf vier Meter Wassertiefe fallen.

Drei Stunden später als erhofft und sehr erschöpft sind wir angekommen. Wir räumen auf, ziehen die nassen Sachen aus und waschen uns die dicke Salzkruste aus dem Gesicht. Namibia! Ein neues Land, das wir noch nicht kennen. Mit südafrikanischem Rotwein stoßen wir auf die gute, wenn auch etwas anstrengende Überfahrt an. Und während der Wind langsam abnimmt, beginnt auch unsere Erinnerung daran, dass wir vor wenigen Stunden das Segeln verflucht haben, langsam zu verblassen.

 

Der Tafelberg trägt einen leichten Schleier.
Seebären beim Sonnenbad.
Ab und zu werden uns traumhafte Segelstunden geschenkt.
Die Sonne setzt sich durch.
Angekommen in Namibia!

Am Kap der Guten Hoffnung

Jetzt wo das unser Getriebe wieder eingebaut ist, können wir Pläne machen und mieten ein Auto. Bevor wir zum spaßigen Teil kommen, haken wir das Pflichtprogramm ab und füllen unsere Dieselkanister und die Gasflasche. Eigentlich hatten wir ein ganz anderes Ziel, besuchen aber Groot Constantia, eines der vielen Weingüter. Die Stimmung ist entspannt. Wir machen jedoch weder hier, noch bei der Konkurrenz eine Weinprobe. Einer muss ja noch Auto fahren…
Wir sehen uns an mehreren sehr schönen Stränden um und beobachten Surfer. Glücklicherweise habe ich keinen Bikini dabei, so muss ich nicht unter Beweis stellen, dass ich ansonsten baden würde. Das Wasser sieht einladend aus, ist jedoch kalt. Rund um Kapstadt ist viel Verkehr, man kann wahlweise auf dem Highway oder am Strand im Stau stehen.

Am nächsten Morgen geht es früh los. Wir wollen uns das Kap der Guten Hoffnung auf dem Landweg ansehen. Auf dem Weg machen wir in der Nähe von Simonstown eine kleine Pinguin-Pause. Es gibt ein Pinguin-Zentrum mit Aussichtsplattform. Wir sind einfach auf einem Wanderweg in der nächsten Bucht unterwegs und sehen dort ebenfalls viele Pinguine. Die kleinen Brillenpinguine sehen putzig aus. Es bewahrheitet sich, man kann keine schlechte Laune haben kann, wenn man einen Pinguin anschaut. Nicht, dass schlechte Laune an so einem sonnigen Morgen ein Problem wäre.


Die Eintrittsgebühr für den Table Mountain National Park, der die Landzunge umfasst an deren Südspitze das Kap der Guten Hoffnung liegt, ist kein Schnäppchen. Wir freuen uns über die weniger befahrenen Nebenstrecken, wo wir Kilometerweit niemanden treffen und laufen überall ein paar Schritte. Auf einem Felsen machen wir einen Brunch mit Aussicht und beobachten Antilopen. Am Cape Point und am Kap der Guten Hoffnung treffen wir erwartungsgemäß auf viele Touristen. Das Besucherzentrum, mit einer schönen Ausstellung zur Entstehung des modernen Menschen, ist hingegen praktisch leer.
Cape Point ist der südlichste Punkt der Halbinsel, das Kap der Guten Hoffnung markiert die Süd-West-Ecke. Das Kap der Guten Hoffnung wurde zunächst Kap der Stürme bekannt, aus gutem Grund! Aus Marketing-Gründen wurde es umbenannt. Diese Herausforderung-statt-Problem-Strategie war also schon im 16. Jahrhundert populär. Das Wetter hat sich nicht beeindrucken lassen, stürmisch ist es noch heute.
Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher und freuen uns über Zebras, Strauße, Affen und Antilopen. Uns gefällt die karge, praktisch baumlose Landschaft mit den vielen verschiedenen Pflanzen mit unscheinbaren Blüten, die für einen gelben oder roten Schimmer sorgen. Der Table Mountain National Park war für uns definitiv ein Highlight. Mühelos hätten wir hier noch mehrere Tage verbringen können.

Auf dem Rückweg befahren wir den berühmten Chapman Drive, eine sehr schöne Küstenstraße. Eigentlich wollten wir sie am Tag zuvor befahren, da war sie aber leider geschlossen. Jetzt liegt die Küste im abendlichen Sonnenlicht, während sich erste Nebelbänke bilden. Ein wunderschöner Abschluss eines fantastischen Tages.

Freitagmorgen geben wir das Auto nach nur zwei Tagen wieder ab. Gerne hätten wir noch mehr gesehen, doch wir beschließen am Samstag (22. Februar) aus Südafrika auszuklarieren und Sonntag los zu segeln. Nun wird es hektisch. Noch viele kleine und große Dinge wollen innerhalb von zwei Tagen erledigt werden. Neben den Klassikern, wie einer letzten Waschmaschine und dem Einkauf von frischen Nahrungsmitteln, standen das erneute Abdichten des Babystag-Püttings und Papierkram für die nächsten Reiseziele, sowie ganz viele Kleinigkeiten auf dem Programm.
Samstagabend beschließen wir, dass alle Dinge, die nicht erledigt wurden einfach von der To-do-List gestrichen werden. Wir essen ein letztes Mal mit Freunden im Yacht Club und stoßen auf die schöne Zeit in Kapstadt und Südafrika an.

Kapstadt und der Royal Cape Yacht Club

Wir haben einen Liegeplatz im Royal Cape Yacht Club ergattert. Maris geringe Größe spielte hierbei sicher eine Rolle. Der clubeigene Hafen hat fast 400 Plätze und fast alle sind von Vereinsmitgliedern belegt.

Der Yacht Club hat in diesem Jahr 120. Geburtstag und man ist stolz auf die lange Tradition und darauf, dass Prinzessin Anne gerade zu Besuch war. Im schönen Clubhaus finden sich in vielen Vitrinen unzählige Plaketten und Pokale. Viele Große Regatten werden ausgetragen, wie das Cape to Rio Race.

Uns gefällt das sehr aktive Clubleben. Zu den Regatten ist richtig was los im Hafen. Wie wir es aus Kiel kennen, liegen die Stege zur Mittwochsregatta voller Equipment, das gewichtsbewusste Crews im Hafen zurückgelassen haben. Da stapeln sich Segel, Außenborder, Bodenbretter, Werkzeuge und Ersatzteile. In der letzten Saison gab es 105 Tage mit Segelveranstaltungen und im Schnitt waren 41 Boote an der Startlinie. Ganz schön beeindruckend. Beeindruckend ist auch das wuselige Leben auf der eigentlich sehr kleinen Werft, wo in der letzten Saison 900 (!) Boote gekrant wurden.

Leer ist es im Yacht Club selten. Mittwochs nach der Abend-Regatta (bei der auch Gäste mitsegeln dürfen) ist es fast so voll wie freitags. Freitags ist der Clubabend, bei dem Mitglieder auch etwas gewinnen können. Samstags ist in der Regel eine Regatta und auch Sonntagmittag findet man auf der Terrasse nur schwer einen freien Tisch.

Der Yacht Club hat knapp 2000 Mitglieder und über 60 Angestellte. Fast die Hälfte der Mitarbeiter ist im Restaurant tätig, das praktisch immer geöffnet ist. Die Karte ist abwechslungsreich, die Preise für Kapstadt-Verhältnisse sehr moderat und der Service nett. Manches Mal entscheiden wir uns nicht unterwegs zu essen, sondern in „unseren“ Club zurückzukehren.

Wir sind zu einem Empfang für neue Mitglieder und Gäste eingeladen, bei dem sich der Club und die neuen Mitglieder vorstellen und werden mit Getränken und Häppchen verwöhnt.

Gäste haben es hier sehr gut. Die Duschen sind immer sauber, sehr heiß und es gibt sogar einen Fön. Seit Jahren habe ich keinen Fön benutzt, doch bei den frischen Abendtemperaturen ist es schön nicht mit nassen Haaren unterwegs zu sein. Auf dem Werftgelände gibt es einen kleinen Bootshändler bei dem es Vieles gibt, das der Bootseigner braucht. Waschmaschinen und Trockner finden sich ebenfalls an der Werft. Schnell kennen wir nicht nur die Kellner, sondern auch das Büro-Team an der Rezeption, die Sicherheitsleute am Eingang und die Mitarbeiter auf der Werft. Praktisch alle sind nett und wir fühlen uns willkommen. Außerdem treffen wir Freunde wieder und lernen neue Segler kennen.

 Mit unseren Nachbarn verbringen wir einen äußerst netten Abend. Beim Ausparken sind sie leider in unserer Starlink-Antenne hängengeblieben. Als Entschuldigung werden wir auf einen Whiskey bzw. Gin Tonic eingeladen. Selbstverständlich nehmen wir ihre Entschuldigung an. Wir hören tolle Geschichten von den Regatten, hier segelt man schon mal ein Rennen nach St. Helena oder nach Rio. Und anschließend muss natürlich auch irgendjemand das Boot wieder zurück segeln. In der netten Runde fühlen wir uns sehr wohl und kehren ein wenig angetüdelt an Bord zurück.

 Nachmittags weht es häufig. Den berühmten Cape Doctor, den Fallwind vom Tafelberg, bekommt man hier zu spüren. 50 Knoten Wind sind keine Seltenheit, wir messen einmal über 60. Bei solchen Windstärken fahren Bootsbesitzer zu Hause weite Strecken, um nach ihrem Boot zu sehen, hier kommt das manchmal mehrfach pro Woche vor. Viele Boote haben jedoch Kratzer, wer sein Boot liebt hat dicke Leinen und viele Fender. Wir haben Glück und einen Liegeplatz, an dem wir mit der Nase im Wind liegen. Freunde liegen quer zum Wind, wenn zehn Windstärken ihr Boot auf die Seite legen, ist das Leben an Bord nicht mehr ganz so lustig.

 

Im schönen Clubhaus.
Beim Empfang für neue Mitglieder und Gäste.
Alle stellen sich vor.
Der Hafen des Clubs ist voll.

In Kapstadt gibt es viel zu sehen und die Umgebung biete tolle Ausflugziele. Allerdings ist Sightseeing leider nicht unsere oberste Priorität. Am wichtigsten ist es, dass unser Boot abfahrtbereit ist. Auch der von der Werft vermittelte Mechaniker kommt sofort zu dem Ergebnis, dass unser Getriebe kaputt ist. Nobbi baut das Getriebe selber aus, das spart uns viel Geld und Zeit, aber kostet ihn Schweiß und Nerven und bringt ihm Schrammen, blaue Flecken und Schmerzen ein.

 So lange wir nicht wissen, wie es mit unserem Getriebe weitergeht, können wir keine Pläne machen. Wir nutzen die Zeit für kleine Boots- und Büroarbeiten. Die Sprayhood wollte schon wieder genäht werden, der Mangan-Dreck aus Port Elizabeth muss von Deck geschrubbt werden und sogar die Steuererklärung ist fertig. Auch die Starlink-Antenne ist wieder gerichtet. Sie funktioniert noch, nur der Teil, der in der Halterung steckte, war verbogen. Nobbi findet auf der Werft jemanden der uns ein Edelstahlrohr absägt und eine Nut schneidet. Die Antenne wurde gewissermaßen geschient. Ersatz hätten wir in Südafrika nicht bekommen, Starlink ist in Südafrika nicht verfügbar. Man kann es nicht (offiziell) kaufen und vor Ort nicht anmelden. Anders als im Nachbarland Namibia funktioniert es aber.

 Zwischendurch nehmen wir uns Zeit für die Erkundung Kapstadts. Der Botanische Garten Kirstenbosch gefällt uns sehr. Mehr Park als Garten liegt das große Gelände im Südosten des Tafelbergs am Hang. Wir erkunden den Baumwipfelpfad und drehen eine große Runde über das weitläufige Gelände. Bald fällt uns auf, dass Valentinstag ist. Es wimmelt von Pärchen mit Picknickkörben.

Eine tolle Parkanlage vor schöner Kulisse.
Bäume umarmen soll ja glücklich machen…
Schöne Brücke durch die Baumwipfel.
Viele Kindergruppen sind im Park unterwegs.

Auf einer Stadtführung lernen wir das Zentrum Kapstadts kennen. Tatsächlich sind wir die einzigen Teilnehmer und erfahren nicht nur viel über die Geschichte der Stadt, sondern bekommen auch noch zahlreiche Anregungen für Unternehmungen in den folgenden Tagen. Als wir vorsichtig ausprobieren, ob die „Grote Kirk“ geöffnet ist, schließt uns eine ältere Dame die Tür auf und gibt uns auch gleich eine umfassende Führung.

Die Grote Kirk von innen.
Das jüdische Museum vorm Tafelberg.
Das alte Rathaus.
Castle ofGood Hope.
Schöne Bauten im alten Zentrum.
Tuynhuis.

Das Slave Lodge Museum ist in der früheren Unterkunft der Sklaven Kapstadts untergebracht. Die grausame Geschichte der Sklaverei ist uns nicht unbekannt, was uns an der Ausstellung jedoch sehr gefällt und sie von vielen ähnlichen Ausstellungen unterscheidet, ist der Bezug zur modernen südafrikanischen Gesellschaft. Welche typischen Nachnamen tragen die Nachfahren der Sklaven noch heute, welche Bräuche, Religionen und Geschichten haben sie mitgebracht.

Das Slave Lodge Museum.

In Bo-Kaap, dem kleinen malaiisch geprägten Viertel, sehen wir uns die berühmten bunten Häuser an und schlendern durch einige der vielen Galerien. Unsere liebste Galerie ist allerdings in der Nähe der Waterfront. Die V&A Waterfront ist ein großer Komplex. Ehemalige Hafengebäude sind zur Touristen-Flaniermeile umgestaltet worden, mitten drin liegt eine noble Marina, die Wohnbebauung ist elegant und dürfte extrem teuer sein, es gibt unzählige Restaurants, hier starten die Ausflugsboote zu ihren Touren und im Untergeschoss des großen Einkaufszentrums finden wir gleich zwei große Supermärkte. Interessanterweise sind die typischen Andenken ausgerechnet in dieser teuren Umgebung günstiger als (fast) überall sonst. Grund genug weitere Souvenirs zu erstehen.

Die bunten Häuser von Bo Kaap.
Die Möwe ist für die künstlerische Aussage essentiell.
Luxusyachten und Tafelberg.
Die alten Hafengebäude wurden gepimpt.
Der Uhrenturm an der Waterfront.

Die National Galerie kann uns leider nicht überzeugen. Die aktuelle Sonderausstellung gefällt uns nicht. Die Bilder haben etwas Brachiales und sehen für mich alle gleich aus, also entscheide ich, sie zu überspringen und mich dem Rest des Museums zu widmen, nur um festzustellen, dass das Haus renoviert wird und alles andere nicht zugänglich ist. Wir beschließen also ins South African Museum umzuziehen. Auch hier wird renoviert, aber es gibt trotzdem genug zu sehen. Die Abteilung über Wale und Delfine gefällt uns besonders gut.

 

Vor der National Galerie.
Die Ausstellung beginnt vielversprechend.

In Kapstadt gibt es viel zu sehen und wir haben das Gefühl, dass wir uns im Stadtzentrum frei bewegen können. Ein nettes Café oder hübsches Restaurant zu finden ist keine Kunst. Wir legen eine kulinarische Pause in einem Schokoladencafé ein und schmieden dort neue Pläne. Die Zeit reicht nicht aus um alles zu erkunden, was uns interessiert.

 

Nobbi im Schokoladen-Café

Am Montag (17. Februar) bekommen wir Nachricht, dass unser Getriebe fertig ist. Die Original-Ersatzteile waren nicht verfügbar und die Bestellung aus Schweden wäre nicht nur absurd teuer, sondern für uns auch viel zu langsam. In seinem Lager hat unser Mechaniker passende Ersatzteile gefunden und außerdem etwas gezaubert.

Sofort stoßen wir unsere Pläne um und Nobbi verschwindet im Motorraum. Der Wiedereinbau gestaltet sich, wie vermutet, noch schlimmer als der Ausbau. Doch Nobbi ist erfolgreich. Am späten Nachmittag können wir es vorsichtig testen und sind sehr erleichtert, es scheint, als wären wir wieder voll einsatzfähig.

Nobbi befestigt den Radarreflektor
Nach Kapstadt kommen viele Spezial-Schiffe.

Der Tafelberg

Ein Kapstadt-Besuch ohne Ausflug auf den Tafelberg ist nicht komplett.
Der Tafelberg ist 1087 m hoch und das unangefochtene Wahrzeichen Kapstadts, thront er doch über der Stadt. Der Tafelberg ist ein alter Berg. Die ältesten Bereiche sind 450 Millionen Jahre alt. Vor 150 Mio. Jahren brach Gondwana auseinander, der Berg wuchs durch Verwerfungen, wurde dann noch einmal überflutete und „erst“ vor etwa 30 Mio. Jahren entstand der Berg in seiner heutigen Form. Seitdem sorgt der Wind für Feinschliff.
Die Flora des Bergs ist außergewöhnlich und sehr artenreich. 1400 Pflanzenarten gibt es, z.B. sehr viele Erika-Arten (600!). Nobbi behauptete es sähe so ähnlich aus wie in der Lüneburger Heide, nur mit Berg.
Häufig ist ein Tischtuch auf dem Tafelberg zusehen, eine Wolkenkappe. Feuchte Luftmassen strömen vom Meer kommend über den Berg. Beim Aufsteigen kondensieren sie zu Wolken, die sich wieder auflösen wenn sie hinter dem Berg hinabfallen. Auf der Nord- und Westseite entsteht ein Fallwind, der Cape Doctor. Er heißt so, weil er die Stadtluft reinigt. Diesen Fallwind kennen wir gut, schüttelt er uns doch in der Marina ziemlich durch. Den Zusammenhang zwischen Tischtuch und Wind, können wir bestätigen. Wenn der Tafelberg eingedeckt ist, weht es kräftig.

Natürlich kann man einfach mit der Seilbahn nach oben fahren. Doch Hugh hat beschlossen, dass wir uns Mittwochmorgen um halb sieben treffen und gemeinsam auf den Tafelberg steigen. Hugh haben wir auf Cocos kennengelernt, er ist in Südafrika aufgewachsen und hat es sich zur Aufgabe gemacht befreundete Segler auf den Tafelberg zu jagen. Wir sind eine kleine Gruppe mit Seglern aus fünf Ländern und drei verschiedenen Häfen.
Die Wanderung ist durchaus sportlich. Der Weg ist nicht besonders lang, aber steil. Zu Beginn geht’s auf unregelmäßigen Stufen langsam aufwärts. Nun ist uns allen warm. Dann schlängelt sich der Weg den Berg hinauf und ab und zu müssen wir hohe Stufen hinaufklettern. Wir sind in einem gemächlichen, seglergeeigneten Tempo unterwegs und machen gelegentlich eine Pause. Der Ausblick ist die ganze Zeit fantastisch. Kapstadt liegt uns zu Füßen.
Nun werden die Kletterpartien immer anspruchsvoller. Mir wird irgendwann klar, dass ich auf keinen Fall nach unten gucken darf, viel zu steil geht es hinter uns hinab. Ich habe Glück, nur an einer Stelle wird mir mulmig. Danach muss zwar noch schlimmer geklettert werden, es geht aber nicht unmittelbar unter unseren Füßen abwärts. Nobbi betont, dass er eigentlich keine Ambitionen zum Klettern hat. Umdrehen ist auf dieser Strecke keine Option, also wird weiter geklettert. Im alten Gestein des Tafelbergs kann man sich wunderbar festhalten. An der schwierigsten Stelle gibt es eiserne Stufen und Ketten, die den Aufstieg auch für Laien wie uns möglich machen. Schließlich ist das Schlimmste geschafft und der Weg schlängelt sich auf die Rückseite des Bergs, wo wir nach knapp vier Stunden schließlich den Gipfel erreichen. Die Tischplatte gewissermaßen. Unterwegs haben wir nur eine Handvoll Wanderer getroffen, hier oben hingegen ist es dank Seilbahn richtig voll.
Wir haben uns ein bisschen gequält, aber die Wanderung sehr genossen. Die Stille, der unglaubliche Blick in alle Richtungen, die nette Gesellschaft und natürlich das gute Gefühl es geschafft zu haben. Wir denken bereits darüber nach die Wanderung zu wiederholen. Es gibt übrigens einen viel einfacheren Weg, aber Hugh sagt der sei langweilig. Und, es gibt einen viel längeren und schwierigeren, den haben unsere topfitten französischen Freunde in sieben Stunden geschafft. Das lassen wir lieber.

Für den Rückweg wählen wir die Seilbahn. Der Boden der Gondel dreht sich 360 Grad, so dass alle Fahrgäste einen guten Blick haben. Ein Extra, das Menschen, die keine Seilbahnfans sind, nicht unbedingt zu schätzen wissen. Ich habe die Rückfahrt trotzdem gut überstanden.

Zu Beginn gilt es einige Stufen hinaufzusteigen.
Der Weg führt zunächst unter der Seilbahn nach oben.
Der Ausblick ist die ganze Zeit fantastisch.
Ein schöner Platz für die Frühstückspause.
Die Kletterpartien werden anspruchsvoller.
Der Blick entschädigt für die Anstrengungen.
Nobbi beim Klettern.
An den schwierigsten Stellen gibt es einige Stufen und Ketten.
Nobbi mit vollem Körpereinsatz.
Blick auf Camps Bay.
Auch hier darf noch einmal geklettert werden.
Ganz schön schroff!
Toller Blick nach Süden.
Am Ende ist der Weg wieder schön und harmlos.
Himalaya-Tahr. Die Ziegen wurden eingeführt und fühlen sich sehr wohl.
„This is not an easy way down“. Definitiv kein einfacher Weg. Abwärts möchten wir ihn nicht laufen.
Nobbi ist heil oben angekommen.
Die Tafelbucht.
Blick zum Lions Head und Signalhill.
Auf der Tischplatte.
Danke für den schönen Ausflug, Hugh!
Im Süden beginnt auch an diesem ruhigen Tag die Wolkenbildung.
Tafelberg mit dünnem Tischtuch.
Tafelberg mit dickem Tischtuch.

Zwei Kaps auf einen Streich

Donnerstagmorgen klingelt der Wecker um fünf. Um sechs lösen wir die Leinen und motoren aus dem Hafen von Mossel Bay. 250 Meilen und zwei berühmte Kaps trennen uns von Kapstadt. Zunächst weht der Wind noch schwach aus West, dreht aber wie vorhergesagt über Südwest auf Süd und später auf Südost.
Diese Etappe ist in jeder Hinsicht sehr abwechslungsreich. Der Wind nimmt zu und in der Nacht von Donnerstag auf Freitag schiebt er uns mit sechs bis sieben Beaufort voran. Als wir das Kap Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas runden, ist der Seegang hoch und einige Böen erreichen acht Windstärken. Wir feiern, dass wir nun wieder im Atlantik segeln. Der Indische Ozean liegt endgültig hinter uns. Der Atlantik zeigt sich gleich von seiner besten Seite. Der Wind nimmt ab, bei strahlend blauem Himmel und gemütlichem Segelwind, gönnen wir uns eine ausgiebige Dusche im Cockpit. Kurz vorm Kap der Guten Hoffnung schläft der Wind ein, um dann von vorne zukommen, schließlich wieder auf Süd zu drehen und wieder einzuschlafen. Mal segeln wir, mal muss der Motor ran. Das Kap der Guten Hoffnung passieren wir am Freitagabend.
Später in der Nacht wird es bitterkalt und wir stecken plötzlich mitten im Nebel. Der Nebel ist so dicht, dass wir kaum den Bug unseres eigenen Bootes sehen können. Es ist sehr unheimlich. Gespenstisch wabert der Nebel um uns herum, mal wird es heller, mal dichter, dann sehen wir ein Stück der Wasseroberfläche. Ich kann mir nun vorstellen, wie Menschen im Nebel verloren gehen. Hatte das Wasser auf der Ostseite des Kap Agulhas, also im Indischen Ozean, eine Temperatur von 22 Grad, ist es hier sehr viel kälter. Wir messen 11 Grad! Schuld ist der Benguela Strom, der kaltes Wasser aus dem Süden entlang der afrikanischen Westküste nach Norden transportiert.

Auf keiner anderen Etappe haben wir so viele Tiere gesehen. Seebären grüßen uns, Albatrosse fliegen bei Kap Agulhas Schleifen um uns und zwischen Kap Agulhas und Kap der Guten Hoffnung sichten wir immer wieder große Wale (vermutliche Brydewale?). Manchmal sind sie nur wenige Meter vom Boot entfernt. Tausende von Seevögeln begleiten uns, schwarze Sturmmöwen, Tölpel, Seeschwalben und Möwen. Unter Deck suche ich nach der Quelle eines piepsenden Geräusches, als Nobbi von draußen nach mir ruft. Das Piepen kommt von einem Orca! Zweimal schwimmt er ganz dicht unter unserem Heck und dreht sich auf den Rücken, dann zieht er davon. Kurz vor Kapstadt springen hunderte von Delfinen aus dem Wasser und kurz vor der Einfahrt in den Hafen paddelt dann doch tatsächlich eine Vierergruppe Pinguine vorbei. Unglaublich, wir fühlen uns beschenkt.

Als sich der Nebel schließlich verzieht und Nobbi sich gerade hinlegen will, hören wir ein ungutes „Krrgs“. Kurz darauf ertönt ein weiteres „Krrgs“. Wir stoppen die Maschine. Hängt etwas in der Schraube? Wir geben rückwärts und wieder vorwärts. Leider stellen wir fest, dass wir kaum noch Vortrieb haben. Die Welle dreht sich, aber wir kommen kaum voran, geben wir mehr Gas, werden wir nicht schneller.
Mit sehr wenig Wind segeln wir bis zur Hafeneinfahrt. Am frühen Morgen telefonieren wir mit einem Freund, der aus seiner Wohnung in Kapstadt auf den Hafen schauen kann. Er macht uns Mut einfach in den Hafen zu segeln. Dieser Plan kommt erst ins Wanken, als ein Kreuzfahrtschiff nach den Windbedingungen im Hafenbecken fragt. Der Wind kommt nun genau von vorne. Wir drehen das Boot in den Wind und stellen fest, dass wir gegen den Wind gar nicht vorankommen. Die Idee Aufzukreuzen verwerfen wir wegen des vielen Verkehrs. Wir rufen die Seenotretter an, erklären, dass wir keinen Notfall haben, aber Hilfe gebrauchen könnten. Das Abschleppen verläuft dann extrem freundlich und äußerst professionell. Unsere Retter kommen mit dem großen Boot und sieben Leuten. Sie nutzen die Gelegenheit zu einer Übung und wir werden ganz sanft am Steg der Marina abgesetzt. Wir sind sehr dankbar für den Einsatz des NSRI (National Sea Rescue Institute) und beeindruckt von der Professionalität und Freundlichkeit. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt.
Nun liegen wir am Steg des Royal Cape Yacht Club mit Blick auf den Tafelberg. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, unsere Ankunft wurde beobachtet. Der Sohn eines befreundeten Amateurfunkers hat uns vom Lions Head, einem Berg am Meer, gesehen und kommt später im Yacht Club vorbei, um uns eine Flasche Sekt zu schenken. Was für ein herzliches Willkommen!
Diese Etappe war etwas aufregender als nötig. Wir sind völlig übermüdet, aber sehr froh heil um die Kaps gekommen zu sein.

Ruhiges Wetter am Abend des ersten Tages.
Es wird frisch. Ich trage nicht nur Mütze und Schal, sondern auch Strümpfe!
Ein Containerschiff vorm Kap Agulhas. Wir müssen gut aufpassen, hier ist viel Verkehr. Alle „Großen“ weichen uns bereitwillig aus.
Das Kap der Guten Hoffnung.
Albatrosse fliegen Schleifen um uns.
Der Wind lässt nach, doch die Wellen sind hoch.
Hallo!? Was macht ihr denn hier?
Einfach abhängen und den Bauch in die Sonne halten.
Seltener Besuch! Ein Orca kommt ganz dicht ans Boot.
Die Zwölf Apostel und der Lions Head am frühen Morgen.
Der Rettungskreuzer rauscht heran.
Die Leinenverbindung wird hergestellt.
Nobbi belegt die Schlepptrosse auf dem Vorschiff.
Wir werden in den Hafen geschleppt.
Liegeplatz im RCYC mit Blick auf den Tafelberg.

Von Port Elizabeth nach Mossel Bay

Als wir am Montag (3. Februar) aus Port Elizabeth auslaufen ist bestes Wetter. Strahlender Sonnenschein, leichter Wind und nur wenig Welle. Trotzdem sind wir nervös wie selten zuvor. Es war nicht ganz einfach die Entscheidung zum Abfahren zu treffen, die meisten anderen Booten entscheiden liegen zu bleiben. Nach der zweiten Kanne Tee geht’s uns besser.
Am Cape Recife treffen wir auf einen hohen Schwell aus Süden. Da die Wellen jedoch sehr lang sind, ist das nicht unangenehm. Die 190 Meilen nach Mossel Bay verlaufen erfreulich unspektakulär. Ab und zu sichten wir einen Seebären. Die netten Robben schwimmen auf dem Rücken und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen, sie sind neugierig und schwimmen aufs Boot zu und machen gelegentlich artistische Sprünge.
Dienstagnacht erreichen wir nach 38 Stunden Mossel Bay. Es ist fast windstill, als wir Port Control anfunken, um sie darüber zu informieren, dass wir im Schutz der Hafenmole ankern werden. Der nette Mann fragt, ob wir nicht längsseits an der Pier im Hafen liegen wollen. Damit haben wir nicht gerechnet. Offiziell kann man den Hafen nur im Falle eines Notfalls anlaufen. Wir hatten gehofft, dass wir in den Hafen kommen dürfen, sollte der Wind drehen und den Ankerplatz gefährlich machen. Nun sind wir überrascht, dass wir sogar nachts bei Windstille in den Hafen einlaufen dürfen. Freunde von uns lagen hier an einer Boje als der Wind drehte. Sie reagierten nicht schnell genug, die Leine zur Boje brach und sie strandeten. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen und auch das Boot hat es ohne größere Schäden überstanden. Dieser Zwischenfall ist uns allen eine Warnung.
Die Polizisten, die unsere Daten aufnehmen, sind sehr zufrieden mit unserer Angabe, dass wir Schutz vorm Wetter suchen und nehmen sogar unsere Leinen an. Nach einem Mitternacht-Ankunfts-Bier im Cockpit, unter den Augen hunderter Dominikaner-Möwen, fallen wir müde in die Koje.
In Mossel Bay herrscht eine freundliche Atmosphäre. Im Hafenbüro ist man ausgesprochen freundlich und wir müssen nichts bezahlen. Auch der Ort wirkt sehr nett. Wir gehen einkaufen, füllen unsere Dieselkanister und machen einen kleinen Spaziergang. Es gibt viele Restaurants, Cafés und Läden. Hier hätten wir gerne mehr Zeit verbracht
Der Liegeplatz ist etwas abenteuerlich, aber uns gefällt es. Mari liegt mit ihren Fendern auf den dicken Traktorreifen und wir sind wieder einmal froh, dass wir lange, dicke Festmacher haben. Fischer kommen rein, bringen ihren Fang an Land, machen Sicherheitsübungen und kleine Reparaturen. Ein Seebär wartet vor dem Abfluss der Pier auf Fische oder auf Fische, die auf Fischreste warten. Auf der anderen Seite der Pier liegt ein Arbeitsschiff, das die Gaspipeline versorgt. Dort sind immer Männer an Bord, die uns bereitwillig Auskunft über den Hafen und die anderen Schiffe geben.

Summerstrand in Port Elizabeth von See.
Mari an der Pier zwischen den Fischerbooten.
Wir stören ein bisschen.
Hübsche ehemalige Hafengebäude.
Ein Schliefer am Hafen.
Zu Besuch bei „Port Control“.
Ausblick vom Hafenbüro. Von Mari ist nur der Mast zu sehen.
Die Fischer machen eine Sicherheitsübung.
Schöne Gebäude in Mossel Bay
Bei uns gibt es heute kein Eisbein.

An der Küste

Wir folgen der Küstenstraße nach Südwesten. Das Wetter ist fantastisch, der Himmel ist blitzblank und das Meer leuchtet blau. Ein wunderbarer Segeltag, käme der Wind nicht aus der falschen Richtung.
Wir haben die Straße für uns und halten nur gelegentlich um einen Blick auf die Küste zu werfen. Dort wo die Straße endet, beginnt der Sacramento Trail. Hier sank 1647 die portugiesische Galeone Sacramento. In den 1970er Jahren wurden von ihr 40 Kanonen aus Macau abgeborgen, die sie an Bord hatte.
Der Wanderweg führt uns durch die Dünen und am Strand entlang. Sommerferiengefühl. Mittags finden wir ein Gartenlokal mit einem Hofladen, wo wir Obst kaufen und die Katze streicheln, die zwischen den Obstauslagen schläft. Unser nächstes Ziel ist der Strand von Sardinia Bay. Wir erklimmen die hohen Dünen und laufen mit den Füßen im Wasser den Strand entlang. Wahrlich ein großartiger und fast menschenleerer Strand.
Zeit, das Auto wieder abzugeben. Bevor wir zur Rückgabe zum Flughafen fahren, machen wir einen Abstecher zum Cape Recife und zum Leuchtturm. Es ist Niedrigwasser und so ist der Strand sehr breit. Wir machen einen ausgiebigen Spaziergang und beobachten Seevögel. Die großen Dominikanermöwen gefallen uns, Möwengeschrei sorgt für Heimatgefühle.

Addo Elephant National Park

Das Südtor des Addo Elephant Parks ist nur 44 km vom Hafen entfernt. Da liegt es auf der Hand, dass wir noch einmal „Tiere gucken“ wollen. Wir haben aus unseren letzten Parkbesuchen gelernt, ein etwas größeres Auto gemietet und ein noch größeres Auto bekommen.
Der Nationalpark wurde 1931 zum Schutz der letzten elf Elefanten in der Region eingerichtet. 2022 lebten etwa 600 Elefanten im Park, was wohl mehr Tiere sind als ökologisch sinnvoll ist, auch wenn der Park immer weiter vergrößert wurde. Inzwischen umfasst er mehrere Teilgebiete und auch ein Meeresschutzgebiet, das die Inseln beinhaltet, auf denen sich die Brillenpinguinkolonien befinden.
Gut ausgerüstet mit einem üppigen Picknick, Ferngläsern und Kameras fahren wir morgens in den Park.
Gleich unsere erste Elefantenbegegnung ist spannend. Ein Bulle kommt uns entgegen. Langsam aber stetig. Er ist entspannt, wirft sich Schlamm aus einer Pfütze auf den Rücken und kommt gemächlich näher. Trotzdem macht er sehr deutlich, dass er nicht vorhat uns passieren zu lassen. Eine Elefantenkuh und ihr Junges folgen dem Weg, den der Bulle sperrt. Wir machen ein paar Fotos, setzen zurück und biegen lieber ab.
Im Grasland, in das der Elefant uns umgeleitet hat, sehen wir viele Tiere. Eine große Schildkröte kreuzt den Weg, ein Einhorn liegt im Gras, einen Strauß brütet und verschiedene Antilopen grasen auf der weiten Fläche.
Wir verbringen einen schönen Tag im Park. An den Aussichtspunkten futtern wir uns durch unseren Picknickkorb. Unser Auto kommt wunderbar mit den Schotterpisten zurecht, wir müssen uns nicht bei jedem größeren Schlagloch oder Pfütze Sorgen machen und uns gefallen die weich geschwungenen Wege durch den Park.
An einem kleinen Wasserloch baden mehrere Elefanten und an einem großen Wasserloch steht eine riesige Gruppe von vielleicht hundert Tieren mit den Füßen im Wasser. Ein beeindruckender Anblick. Wir reißen uns jedoch bald los. Hier ist uns zu viel los. Die Autos parken sich gegenseitig zu und können dann nicht mehr ausweichen wenn Elefanten den Weg kreuzen.
Es gibt einen Beobachtungsplatz hinter einem Holzzaun. Hier sitzen wir auf einer kleinen Bank und können drei Mütter mit ihren Kälbern beobachten. Definitiv unser Lieblingsplatz! Der jüngste Elefant suhlt sich im Schlamm, der nächst ältere macht mit dem Rüssel Blubberblasen und scheint ganz begeistert von den Geräuschen zu sein. Die Tante ist ungeduldig und geht eine Runde grasen, stellt sich dann aber auch wieder ins Wasser. Familie Warzenschwein nimmt ein ausgiebiges Schlammbad und ein Reiher trinkt das schlammige Wasser.
Im Park sehen wir sehr viele Zebras und Warzenschweine. Die Zebras scheinen abgeklärt und stehen gerne auf dem Weg. Dann beobachten sie wie Autos vorsichtig an ihnen vorbeifahren. Die Warenschweine sind hier weniger scheu als wir sie sonst erlebt haben. Sie baden ausgiebig. Zu unserer Freunde nicht nur in Wasserlöchern, sondern auch in der Pfütze unmittelbar neben unserem Auto.
Nobbi fährt souverän durch den Park, bremst für unzählige Pillendreher, er hat ein Herz für Käfer, und bringt mich wieder heil zurück zum Boot. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt!

Schlamm sorgt für Abkühlung.
Dieser Elefant leitet den Verkehr um.
Moin!
Morgens brütet die Straußenfrau.
Abends sitzt der Straußenmann auf den Eiern.
Ein Einhorn – eine Elenantilope.

Gqeberha – Altstadt, Summerstrand und Pinguin-Krankenhaus

Port Elizabeth heißt heute Gqeberha, uns scheint es allerdings als würden beide Namen verwendet. Der Name Gqeberha ist der Xhosa-Name für das Walmer-Township, das älteste Wohngebiet und wird seit 2021 für die Stadt verwendet. Der Name Port Elizabeth wurde 1820 vom Gouverneur Rufane Donkin eingeführt, der die Stadt nach seiner Frau benannte.

In der Innenstadt gibt es einen Leuchtturm von 1861, eine Steinpyramide, die zum Gedenken an Elizabeth Donkin errichtet wurde, interessante Denkmäler und viele alte, schöne Gebäude. Ein Sicherheits-Mann gibt uns eine kleine Stadtführung, die ein senegalesischer Händler in perfektem Deutsch fortsetzt. Trotz dieser netten Begegnungen und der freundlichen Dame bei der Touristen-Information fühlen wir uns nicht wohl. Es ist merkwürdig leer, viele der alten geschichtsträchtigen Gebäude stehen leer, es sind fast ausschließlich Männer unterwegs, keine Paare, keine Eltern mit Kindern, keine Geschäftsleute, keine anderen Touristen. Und wir werden gewarnt: geht nicht dort lang, hier ist es sicher, aber nicht nach links abbiegen. So werfen wir nur einen kurzen Blick auf das Rathaus, die Bibliothek und die viele anderen, sehenswerten Gebäude und treten den Rückzug an.
Der am Meer gelegene Stadtteil Summerstrand bietet sich für lange Spaziergänge auf der Promenade entlang der Bucht an. Hier gibt es schöne Häuser, Cafés, Restaurants, Schwimmbäder und ein Shoppingcenter mit mehreren Supermärkten. Hier fühlen wir uns sicher und werden häufige Besucher.

Das Nelson-Mandela-Denkmal.
Der Leuchtturm im Stadtzentrum.
Das Rathaus.
Der Händler aus dem Senegal erklärt uns in fließendem Deutsch die Altstadt.
Einer der vielen Strände. Im Hintergrund die Hafenanlagen.

Die ersten Tage war uns jedoch nicht nach Sightseeing, der Regen fegte waagerecht durch den Hafen, der Wind drückte uns auf die Fender und diese auf den „eisernen Steg“. Leider ist der eiserne Steg hier keine elegante Brücke, wie der Frankfurter Namensgeber, sondern ein sehr niedriger Steg aus Doppel-T-Trägern. An unserem Platz fehlen die Plastik-Bauteile die ursprünglich Rumpf und Stahl voneinander trennen sollten. Wir finden zwei Autoreifen und kaufen uns einen neuen Fender, Mari wird nun zwar schmutzig vom Reifenabrieb und altem klebrigem Fender, aber bekommt hoffentlich keine weiteren Kratzer. Wir liegen mitten im Handelshafen, von der Mangan-Verladepier weht ein klebriger Staub herüber, je nach Windrichtung ist es unruhig und Mari ruckt in ihren Leinen. Uns gefällt es trotzdem, es gibt immer was zu sehen. Wir entdecken ein geheimes, autonom fahrendes Boot, ein riesiger Bulk-Carrier wird im Hafen gedreht, das Kreuzfahrtschiff Europa läuft ein oder die Seenotretter laufen nachts aus, um einen Verletzten von einem norwegischen Schiff abzubergen. Besonders interessant ist dies, weil der Rettungskreuzer in einer Garage im Trockenen an Land liegt und mit einem nagelneuen System geslippt wird.

Im Hintergrund liegt ein Schiff an der Mangan-Pier.
Die Fischer liegen an der Pier gegenüber.
Der Steg ist etwas freesyle. Aber die Reiher sind cool.
Der hier dauerhaft liegt braucht viele Fender.
Der Rettungskreuzer wohnt in dieser modernen Garage
Bei Sonne sieht alles viel schöner aus. Sogar die Reiher.

Ein Blick auf den Wetterbericht verrät, dass wir einige Tage bleiben müssen. In diesem Jahr gibt es viel mehr Westwind als in normalen Jahren, lernen wir. Das haben wir schon gemerkt, wollen wir doch nach Westen. Wir mieten ein Auto, in der Umgebung von Gqeberha gibt es viel zu sehen. Die Dame bei der Autovermietung ist sehr unfreundlich. Wir haben bisher sehr viele ausgesprochen nette und offene Südafrikaner getroffen, eine hohe Servicebereitschaft gehört aber nicht zu den hervorstechenden, südafrikanischen Eigenschaften. Die Dame heute ist aber nicht nur nicht besonders aufmerksam oder nett, sondern einfach unfreundlich, spricht keinen ganzen Satz mit uns und antwortet auf meine Frage, was wir uns denn unbedingt ansehen sollen „Nichts!“.

Unseren ersten Ausflug unternehmen wir zum Pinguin-Krankenhaus. Die SANCCOB ist eine Station, die sich um verletzte Seevögel, vor allem um afrikanische Pinguine kümmert. Die Zahl der Brillenpinguine ist dramatisch zurückgegangen, weniger als tausend brütende Paare gibt es noch. Brillenpinguine sind die einzigen noch in freier Wildbahn vorkommenden Pinguine Afrikas. Die meisten Pinguine leben auf zwei Inseln in der großen Bucht vor Gqeberha, weitere in einer kleinen Kolonie bei Kapstadt. Wir bekommen eine kleine Führung durch die Station. Eine Gruppe von Pinguinen wird für immer hierbleiben. Die Tiere können auf Grund ihrer Verletzungen nicht mehr ausgewildert werden. Sie brüten in kleinen Höhlen im Zentrum und ihre Nachkommen werden in die Freiheit entlassen. In einem anderen Bereich werden Tiere gesund gepflegt, die nach ihrer Genesung wieder freigelassen werden können. Später erleben wir sogar noch die Fütterung. Uns gefällt die kleine Station mit den sehr enthusiastischen Mitarbeitern, die jeden Pinguin mit Namen kennen.

Die Wohngruppe.
Im Krankenflügel.
Bei der Fütterung

Schöne Überfahrt mit garstigem Ende

Freitagabend (24. Januar) verabschieden wir uns vom Buffalo River Yacht Club, rudern zu Mari und bauen das Bananaboot auseinander. Als ich an Deck klettere zieht es in der rechten Seite, das hatte ich vor ein paar Tagen schon einmal. Es ist schmerzhaft, aber ich beschließe es zu ignorieren.
Samstagmorgen mache ich eine merkwürdige Bewegung und der stechende Schmerz ist wieder da. Diesmal will er nur nicht verschwinden und ich kann weder sitzen noch liegen. Auslaufen wollen wir trotzdem, einigermaßen gute Wetterfenster sind sehr selten. Wir wollen nach Port Elizabeth, das 140 Meilen und eine Nachtfahrt entfernt liegt. Ich nehme eine Schmerztablette und wir laufen nach dem Frühstück aus. Der Nebel liegt noch über der Küste, auf See klart es bereits auf. Wir haben wenig Wind und motoren, setzen aber das Großsegel. Ein wunderschöner Morgen mit goldenem Licht beginnt als die letzten Nebelreste verschwinden. Wir beobachten immer wieder Delfine, manchmal Gruppen mit hundert Tieren. Das scheint uns ein gutes Omen zu sein. Ein Albatros sitzt auf dem Wasser und wir sehen sogar zwei Haie.
Der Tag verläuft äußerst entspannt, mal haben wir etwas mehr Schiebestrom, mal etwas weniger. Die Delfine bleiben uns treu, auch nachts werden wir immer wieder von ihnen begleitet. Sie ziehen einen glitzernden Schweif aus Luftblasen und Meeresleuchten hinter sich her, springen direkt vorm Bug oder tauchen prustend am Heck auf.
Irgendwann nimmt der Wind zu, erst vergrößern wir die Segelfläche, dann können wir die Maschine endlich ausmachen. Als ich gerade ins Bett gehen will, werden wir über Funk gerufen. Ein Kriegsschiff möchte unsere Lizenznummer erfahren. Ich biete einfach mal alle Nummern an, die mir einfallen: MMSI, Registrierungsnummer oder Rufzeichen? Nach etwas Hin- und Her und vielen weiteren Fragen scheint das in Ordnung zu sein.
Irgendwann schläft der Wind ein und der Motor kommt wieder zum Einsatz. Als der Wind wieder erwacht kommt er genau von vorn. Bis zum Verkehrstrennungsgebiet kurz vor Port Elizabeth kommen wir gut voran. Dann nimmt der Wind zu und mit ihm die Welle. Für die letzten zehn Meilen brauchen wir dann vier Stunden. Als die ersten Böen mit 40 Knoten einfallen nehmen wir das Großsegel weg. Nun kreuzen wir nur noch unter Maschine auf den Hafen zu. Port Control erklärt den großen Schiffen, dass die Lotsen „due to strong winds“ nicht arbeiten. Manchmal machen wir kaum mehr einen Knoten Fahrt. Gerade noch rechtzeitig stellt Nobbi fest, dass der Motor überhitzt und wir reduzieren die Drehzahl. Es ist furchtbar, wir werden Salzwasser geduscht, die Welle schüttelt uns durch und wir müssen uns festhalten.
Schließlich erreichen wir die Hafeneinfahrt, endlich ein wenig Schutz. Vier Männer des Yacht Clubs nehmen unsere Leinen an und drücken uns von dem gefährlich scharfen Eisensteg ab.
Wir sind angekommen. Erschöpft fallen wir nach einem sehr späten Frühstück aufs Sofa und schlafen sofort ein.

Wind und Welle nehmen schnell zu.
Endlich kommt der Hafen näher.
Hier helft manchmal nur noch beten!