Kurzer Seehund-Stopp in Oostende

Montagmittag verlassen wir Dünkirchen. Die Ausfahrt ist ein bisschen spannend. Ein kleiner Frachter kommt rein, aber wir dürfen vorher noch durch die Ausfahrt schlüpfen. Wir segeln entlang der Küste Richtung Nordosten, immer entlang am langen Strand. Schwupps, sind wir in Belgien. Hier ist der Strand genauso lang, die Bebauung vielleicht noch etwas höher.
Beim ersten Segelversuch machten wir nur 2,5 Knoten durchs Wasser, zu wenig, etwas später hat der Wind zugenommen und nun macht das Segeln Spaß. Heute sehen wir nicht nur Seehunde, sondern auch einen Schweinswal! Nach 25 Meilen erreichen wir Oostende, kurz überlegen wir weiterzusegeln, es läuft gerade so gut. Doch wir waren noch nie in Oostende und freuen uns auf einen gemütlichen Abend und bleiben daher bei unserem Plan. Im Hafen biegen wir gleich rechts ab und suchen uns einen Platz am Steg des „Royal North Sea Yacht Club“. Den Hafenmeister erreichen wir telefonisch, bezahlen können wir per QR-Code.
Der Strand zwischen der alten und der neuen Mole war früher bestimmt ein toller Badeplatz, nun ist er gesperrt. Eine Gruppe Seehunde ist eingezogen. Im Abendlicht liegen die Tiere am Strand. Stundenlang kann ich zusehen, wie sie sich gelegentlich umdrehen oder hinter den Öhrchen kratzen. Einer rollt sich zwei Umdrehungen Richtung Wasserkannte und schläft dann wieder ein.

Am nächsten Vormittag treffen wir Freunde, machen einen Spaziergang und kaufen ein. Oostende macht einen wohlhabenden, gepflegten Eindruck.
Nachmittags segeln wir nach Zeebrügge. Der frische Westwind und der Strom bilden ein gutes Team und bescheren uns mal wieder eine schnelle Reise. Vor Zeebrügge wird es etwas ungemütlich. Obwohl Wind und Strom aus derselben Richtung kommen hat sich im flachen Wasser eine steile Welle gebildet. Die Einfahrt nach Zeebrügge zeigt rotes Licht. Einfahrt verboten. Anhalten ist für uns gerade schwierig, der Strom will uns an der Einfahrt vorbei schieben und in den starken Wind zu fahren ist auch keine schöne Vorstellung. Nobbi ruft Port Control an fragt, ob wir einfahren dürfen. Wir bekommen genaue Anweisungen. Direkt nach der Einfahrt sollen wir ganz auf der roten, also der falschen Seite fahren. Ein großer Autotransporter parkt rückwärts aus und dreht. Wir schleichen uns vorbei und nehmen dann Kurs auf den hinteren Teil des Hafens, in dem sich der Yachthafen befindet. Der „Royal Belgian Sailing Club“ hat eine tolle, fast neue Steganlage und sehr schöne Sanitäranlagen. Wir suchen uns den besten Liegeplatz aus. Hier können wir die kommenden windigen Tage verbringen.