Roscoff und Trébeurden

Roscoff ist eine hübsche kleine bretonische Stadt. Berühmt ist sie für ihre Zwiebeln, die früher nach England verkauft wurden. Wir interessieren uns mehr für die Algen, die am Hafen von Booten in LKWs umgeladen werden und lernen, dass hier ganz verschiedene Algen geerntet werden. Nicht nur die Kosmetikindustrie interessiert sich für die Meerespflanzen, vor allem tauchen sie in der bretonischen Küche auf. Als Gemüse, Salat, Pesto oder Gewürz.
Die Kirche hat einen interessanten, schlanken Kirchturm und ist auch von innen hübsch. Am Markttag schieben sich die Menschen durch die Gassen der kleinen Stadt, doch abseits der Fußgängerzone ist es ruhig. Wir laufen zu den Stränden in Stadtnähe und machen einen Abstecher auf eine Landzunge.

Leuchtturm am alten Hafen von Roscoff
Kleiner Nobbi, hoher Pfahl
Friedhof mit Blick aufs Meer
Ein Seglerparadies
Der ungewöhnliche Kirchturm überragt Roscoff.
Der alte Hafen – das Wasser ist weg
Der alte Hafen – Wasser wieder da.

Eine kleine Sammlung bretonischer Häuser:

Das Algen-Gemüse wird an Land gebracht:

Trébeurden ist nur einen kleinen Nachmittagstörn entfernt. Wir laufen bei Hochwasser aus und kommen nach drei Stunden an. Trébeurden hat einen Hafen mit einer Schwelle und einem Tor. Der Bereich vor dem Hafen fällt bei Hochwasser trocken, hätte der Hafen keine Schwelle, würde er einfach leerlaufen. Wir haben richtig gerechnet und in das Wasser vor dem Hafen ist tief genug. In den Hafen geht es durch ein schmales Tor. Am Tor zeigt ein Pegel an, wieviel Wasser sich über der Schwelle befindet. Wenn das Wasser auf einen bestimmten Wasserstand fällt, schließt sich ein Tor (oberhalb der Schwelle). Nun können Boote nicht mehr in den Hafen fahren oder diesen verlassen. Der Wasserstand im Hafen ist nun höher als im Meer davor.
Der ganze Ort ist ein einziges Sommerferiengefühl. Hotels, Pensionen, Ferienhäuser, Strände und Boote. Abends beobachten wir mit vielen anderen Menschen die Sonnenfinsternis und die Menschen, die die Sonnenfinsternis beobachten. Die französischen Familien treffen sich mit üppigen Picknicks am Strand und zelebrieren diesen besonderen Abend. Das Glück schenkt uns, nicht nur freien Blick nach Nordwesten, sondern auch einen wolkenlosen Himmel.

Auf der Seekarte führt der Weg in den Hafen übers Trockene
Dieses Tor markiert die Einfahrt, hier ist das Wasser tief genug.
Leider ist das Niedrigwasser mitten in der Nacht. Ich hätte mir die Schwelle so gerne bei Tageslicht angesehen. Im Bild kann man sie zwischen dem roten Pfeiler und der gelben Stange erahnen.
Verrückter wird’s nicht. Ein AirBnB-Ufo für nur 280 Euro pro Nacht.
Beobachten der Sonnenfinsternis.
Sonnenfinsternis als Event mit Picknick
Sonnenuntergang nach der Sonnenfinsternis.
Dieses Schlösschen ist ein Hotel.
Hübsches Haus in der ersten Reihe.
Abend-Möwe

Den Hafen von Trébeurden müssen wir am nächsten Morgen zur Hochwasserzeit verlassen, damit wir wieder heil über die Schwelle kommen. Der Strom nach Osten setzt aber erst mit Niedrigwasser ein. Unser Plan: morgens kurz nach Hochwasser auslaufen, nahe des Hafens ankern, einen netten Vormittag am Anker verbringen, baden, sonnen, lesen. Am frühen Nachmittag wollen wir dann Anker auf gehen und uns vom Strom nach Treguier schieben lassen.
Als wir den Hafen verlassen, kommt Nebel auf. Minuten später können wir keine 100m weit sehen und tasten uns vorsichtig zum Ankerplatz.
Unsere Frühstücks-Pfannkuchen essen wir unter Deck. Draußen ist es uns zu kalt und zu feucht. Sehen tut man ja ohnehin nichts. Ab und zu taucht ein Felsen, eine Insel oder ein Seezeichen auf, um kurz darauf wieder zu verschwinden. Auf einer kleinen Insel mit einem breiten Traumstrand friert eine Gruppe Kanuten, wir sehen sie manchmal zwischen den Nebelschwaden. Statt zu baden trinken wir heißen Tee.
Auch als wir uns dann wieder auf den Weg machen ist es noch immer nebelig und wird erst gegen 16 Uhr besser. Am späten Nachmittag leuchtet die rosa Granitküste in der Sonne und macht ihrem Namen alle Ehre. Genau wie wir uns das vorgestellt hatten, setzt der Strom nach Osten und beschert uns eine flotte Reise. Das macht richtig Spaß, bis wir in den Jaudy, den Fluss an dem Treguier liegt einbiegen wollen, dann wird es unheimlich. Wir sind mit fast neun Knoten unterwegs und haben zeitweise mehr als dreieinhalb Knoten Strom. Da wir nun nach Süden in den Fluss einbiegen, kommt die Strömung von der Seite und möchte uns an der Einfahrt vorbeischieben. Das Wasser bildet kleine Strudel und kabbelige Wellen. Es erfordert einige Konzentration beim Steuern die Einfahrt zu treffen. Kaum sind wir hinter den ersten Inseln an der Flussmündung, ist nur noch ein angenehmer Flutstrom zu spüren, der uns den Fluss hinaufträgt. Die Fahrt auf dem Fluss ist sehr abwechslungsreich. Felder, Wiesen, Wälder, schöne Höfe und viele kleine Boote auf dem Fluss sorgen für Abwechslung. Wir sind schneller vorangekommen als gedacht und erreichen den Hafen bereits eineinhalb Stunden vor Hochwasser. Die Hafenmeisterin findet einen Platz für uns, auf dem wir gegen den Strom anlegen können.

Ankern im Nebel
Ab und zu taucht ein Seezeichen oder eine Insel auf
Dicke Seezeichen markieren die Flussfahrt nach Treguier.
Hinterm Türmchen kann man stehen, besser auf der richtigen Seite bleiben.
Eine schöne Flussfahrt bringt uns nach Treguier.