Training für die Seebeine auf Santa Maria

Am Tag unserer Ankunft in Vila do Porto legen wir lediglich den Weg zu den Duschen und zum Restaurant des Segelclubs zurück. Am nächsten Tag laufen wir in den Ort, das ist nicht weit, aber der Ort liegt oberhalb des Hafens. Ein steiler Weg will erklommen werden. Das geht dann doch erstaunlich gut, auch wenn wir in den elf Tagen zuvor lediglich die eineinhalb Höhenmeter ins Cockpit überwunden haben. Praktischerweise geht’s mit leerem Rucksack bergauf, auf dem Rückweg mit den Einkäufen im Gepäck nur bergab. Wie im letzten Jahr wundern wir uns, wie preiswert der gute portugiesische Wein ist: günstiger als Orangensaft!
An Tag drei in Porto do Vila steigern wir unser Pensum und laufen gleich dreimal den Berg hinauf. Morgens zum Einkaufen, nachmittags besuchen wir das kleine Museum und abends findet ein Fest statt. Das Museumsgebäude ist erstaunlich modern und architektonisch ansprechend. Zurzeit gibt es eine Ausstellung mit Fotos und Gemälden zweier deutscher Künstler. Lustig finde ich den Titel der zweiten kleinen Ausstellung: Urban Sketching. Eine Malgruppe hat ein paar Häuser gezeichnet. Nur ist Santa Maria ungefähr „as unurban as it gets“. Der nette Herr am Empfang hatte uns erklärt, dass diese Bilder nicht zu verkaufen seien, die aus der Fotoausstellung jedoch schon. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Damen aus der Malgruppe auch verkaufen würden, falls einer von euch ein Angebot unterbreiten möchte. Damit sich der zweite Weg auch richtig lohnt, setzen wir uns vor der Weinbar auf die Straße und beobachten das „urbane“ Leben. Auf der Hauptstraße wird erstaunlich schnell gefahren, man könnte sagen gerast, und wir kommen uns vor wie in der „Truman-Show“, die Autos fahren auf der Hauptstraße Richtung Hafen und tauchen kurz darauf in einer Nebenstraße wieder auf.
Abends findet das Fest anlässlich von „Sao Joao“ zu Ehren des heiligen Johannes statt. Verschiedene Gruppen und Vereine präsentieren sich in aufwendigen Kostümen, singen und tanzen. Es gibt einen kleinen Markt, einige Essenstände und später am Abend auch ein Konzert. Die Veranstaltung zieht sich etwas in die Länge und irgendwann tun uns vom Stehen die Füße weh, aber die familiäre Stimmung und die gute Laune gefallen uns sehr.
Zu Trainingszwecken könnten wir nun am folgenden Tag fünf Mal in den Ort laufen, wollen aber lieber einen kleinen Ausflug machen. Von unserem letzten Santa Maria Aufenthalt erinnern wir, dass es nicht ganz einfach ist mit den Bussen (es gibt eine App, deren Angaben nicht immer stimmen…) und so wundern wir uns dann auch nicht, als der Bus nicht kommt. Da die Wanderschuhe geschnürt und das Picknick im Rucksack verstaut sind, laufen wir an der Küste entlang Richtung Praia Formosa. Einen Teil des Weges kennen wir schon, doch das macht nichts. Sonniges Wetter, klarer Horizont, ein abwechslungsreicher Weg am Meer entlang, viele Blüten und allerlei Getier, wie Vögel, Frösche, Kühe und ein sehr zutraulicher Esel bescheren uns einen schönen Wandertag. Die müden Seebeine müssen sich nun vor der nächsten Tour ein wenig erholen.

Der Hafen liegt unterhalb des Ortes.
Quallendeko zu Sao Joao.
Von der Weinbar kann man das Leben beobachten.
Katze im Regal – aber nicht zu verkaufen.
Vorführung „Romeo und Julia“
Im Piratenkostüm
Der Hafen von Vila do Porto bei Nacht.
Bei schönstem Wanderwetter laufen wir entlang der Küste.
Katze mit Ausblick.
Sei ein Frosch!
Segler brauchen Auslauf.
Auf den Azoren gibt es die schönsten Kühe.
Der Wanderweg ist abwechslungsreich.
Die Kontaktaufnahme.
Sagen diese Augen nicht „Nimm mich mit!“?
Kälber die bei der Mutterkuh trinken dürfen!
An manchen Stellen ist der Wanderweg fast verwunschen.
Blick auf die Praia Formosa
Die Wandergruppe
Auch die Opuntien blühen.