Sommer im Norden

Wir warten auf Nachricht, wie es mit unserer Reise weitergeht. Die Ungewissheit ist anstrengend und macht eine langfristige Planung unmöglich. Doch Neuseeland macht keine Anstalten uns einreisen zulassen. Für uns heißt es geduldig sein, nicht unsere Kernkompetenz!

Unser Wanderbuch zeigt uns immer wieder Ecken in der näheren Umgebung die wir noch nicht kennen. Wir freuen uns Zeit zu haben Familie und Freunde zu treffen, machen Besuche in der Umgebung und bekommen Besuch von lieben Segelfreunden, die auf der Durchreise einen Stopp bei uns einlegen.
Wir bemühen uns den unfreiwilligen Aufenthalt zu genießen. Zum Beispiel haben wir endlich eine Tour mit den Hafenbus in Bremerhaven gemacht, das wollten wir schon lange und hatten nie Zeit. Und wir sind seit Jahren auch mal wieder im Besitz eines Bibliothekausweis.
Auch im August haben wir wieder eine kleine Reise gemacht. Für fünf Nächte haben wir ein kleines Ferienhäuschen in Mölln gemietet und Ausflüge in die Umgebung unternommen. Wir waren in Lübeck und haben dort Marzipantorte gegessen, in Schwerin haben wir uns die wirklich außerordentlich schöne Innenstadt und das Schloss angesehen und in Ludwigslust sind wir durch den Schlosspark spaziert.
Von Lauenburg aus haben wir eine besonders schöne Wanderung in den Auen an der Elbe gemacht und in Mölln haben wir lange Abendspaziergänge unternommen. Wir waren verwundert, dass sich die meisten Feriengäste anscheinend auf die Küste konzentrieren. Ob bei unserer Wanderung um den Küchensee oder am Wisentgehege, oft waren wir ganz allein unterwegs.
Mitten auf dem Pazifik haben wir einen Podcast über die Nandus, die sich in Mecklenburg Vorpommern pudelwohl fühlen, gehört. Nun haben wir sie tatsächlich gesehen. Sie standen in einem Feld an der Landstraße und haben die Sonne genossen. Insgesamt hat es uns sehr gut gefallen und Glück mit dem Wetter hatten wir auch noch!
Im MARKK (so heißt das Völkerkundemuseum jetzt) in Hamburg gibt es die Sonderausstellung „Im Schatten von Venus“. Eine riesige Videoinstallation zeigt einen zum Leben erweckten Tapetenentwurf, der die Südsee-Expeditionen von James Cook und das Zusammentreffen mit den Südseebewohnern zeigt. Diese Ausstellung wollten wir gern sehen und wurden nicht enttäuscht, natürlich haben wir uns anschließend auf einen Streifzug durchs Museum begeben. Besonders gut hat uns die Masken-Ausstellung aus dem Westpazifik gefallen.
Letzte Woche waren wir in der Lüneburger Heide und waren erstaunt. Die Heide ist ein ziemlich populäres Ausflugsziel, obwohl wir unter der Woche bei durchwachsenem Wetter unterwegs waren, standen auf den Parkplätzen doch viele Autos, die auf ihre wandernden Besitzer warteten. Trotzdem haben wir bei unserem Spaziergang mehr Kühe gesehen als Menschen.
Am Schiffshebewerk in Scharnebeck im Elbe-Seitenkanal haben wir uns angesehen wie ein Schiff Aufzug fährt. Mit dem Schiffshebewerk werden maximal 38 m Höhenunterschied überwunden. Das Schiff fährt in eine riesige Wanne und diese wird dann hochgehoben bzw. hinuntergelassen. 21.000 Schiffe benutzen die Anlagen jährlich, darunter viele Sportboote. Die Tröge, also die „Wannen“ in denen die Schiffe transportiert werden, fassen Schiffe bis 100 m Länge.
So etwas Interessantes haben wir mit unserer Marisol noch nicht genutzt. Falls wir den Elbe-Seitenkanal befahren, um ihr das Schiffshebewerk zu zeigen, müssten wir allerdings den Mast legen.
Das Schiffshebewerk soll durch eine Schleuse ersetzt werden, um die Durchfahrt auch für längere Schiffe und Schubverbände zu ermöglichen.