Wir haben in Salvador ganz viel Zeit

Die Anfragen, ob wir immer noch in Salvador sind und wann wir weiterfahren mehren sich, Zeit für eine kleine Vorschau.
Auf den Kanaren haben wir erstmals begonnen einen konkreten Reiseplan aufzustellen. Es gibt ja so viele Möglichkeiten, allerdings unterliegen Segler auch gewissen Saisons. Im (Nord-)Sommer zum Beispiel ist die Karibik Hurrikan bedingt no-sail-area. Letztlich haben wir vier Routen als grobe Planung für 2018 gebastelt. Nachdem wir die Durchschnittstemperaturen von Punta Arenas (Süd-Chile) nachgeschlagen haben, ist die Süd-Südamerika-Route ausgeschieden. Schließlich haben wir uns entschieden, in die klassische Kanaren-Karibik-Route (ob mit oder ohne Kap Verden) eine ausführliche Brasilienschleife einzubauen.
Leider dürfen wir nur 90 Tage in Brasilien bleiben, das ist uns zu kurz, deshalb haben wir beschlossen uns zweimal 90 Tage Brasilien zu gönnen. Von unseren ersten 90 Tagen sind jetzt 53 Tage um, dann müssen wir ausreisen. Anders als in vielen anderen Ländern reicht es nicht, nur einmal die Grenze zu überqueren. Wir dürfen erst nach 90 Tagen wiederkommen. (Ganz genau dürfen wir 90 Tage innerhalb von 180 Tagen bleiben).
Da wir den südlichsten Punkt unserer geplanten Segelroute bereits erreicht haben, haben wir so viel Zeit die Bucht Todos os Santos und Salvador zu erkunden. Mari wird hier in Salvador bleiben wenn wir Brasilien verlassen. Während unseres zweiten Brasilienaufenthalts werden wir dann nach Norden segeln und Brasilien in Richtung Französisch Guayana verlassen.
Brasilien ist ein riesiges Land, in dem es unglaublich viel zusehen gibt, nicht nur an der Küste. Wir planen noch einige Ausflüge, werden es aber trotzdem nicht schaffen alle Highlights dieses tollen Landes zu besuchen.
Rio wollen wir nicht auslassen, auch wenn wir uns entschlossen haben, es nicht mit dem Boot zu besuchen. Deshalb wechseln wir das Verkehrsmittel und fliegen am Montag nach Rio. Gefühlt ist es gar nicht mehr weit, das liegt aber daran, dass Brasilien so riesig ist. Der Flug von Salvador dauert zwei Stunden.
Am Donnerstag sind wir von Itaparica nach Ribeira gesegelt, in der Hoffnung hier einen Platz zu finden, an dem Mari sicher liegt, während wir Rio unsicher machen. Dabei haben wir nicht daran gedacht, dass Lavagem de Bomfin ist, eine riesige Prozession quer durch Salvador, die hier in der Nähe endet. Trotzdem hatten wir Glück, haben einen Platz gefunden und Mari kann bleiben. Nachmittags haben wir uns ins Getümmel gestürzt und uns die vielen Pferde angesehen, die auch zur Prozession gekommen waren und mit denen fröhlich auf der Straße galoppiert wurde, entgegen der Fahrtrichtung versteht sich.
Gestern waren wir im Reisebüro um unsere Tickets abzuholen. Das war an sich unspektakulär, doch die Fahrt hatte es in sich. Wir hatten beschlossen den Bus zu nehmen und haben auch ziemlich schnell einen Bus mit dem richtigen Ziel gefunden. Im dichten Verkehr kam der Bus nur langsam voran. Wir waren schon über eine halbe Stunde unterwegs, als der Bus kaputt ging. Niemand hat geschimpft oder sich aufgeregt. Alle sind ausgestiegen, der Busfahrer hat andere Busse angehalten und dafür gesorgt, dass alle einsteigen dürfen ohne noch einmal zu bezahlen. Wir hatten mal wieder Glück mit den netten Brasilianern. Eine nette Frau hat sich darum gekümmert, wo wir hin wollen, dem Busfahrer Bescheid gesagt, dass wir nichts verstehen und welches Ziel wir haben, und schließlich haben uns gleich mehrere Leute in den richtigen Bus gewinkt. Letztlich haben wir eineinhalb Stunden für die Hinfahrt gebraucht, dabei unterschiedlichste Wohngegenden besichtigt und uns wieder über die brasilianische Hilfsbereitschaft gefreut.
Heute und Morgen tüddeln wir am Boot rum und packen unser kleines Gepäck. In der Nacht zu Montag geht es nach Rio. Wir freuen uns auf die spannende Stadt und auf ein Hotelzimmer mit eigener Dusche!