Schon fast in Spanien – Vila Real de Santo Antonio

Dienstagmorgen klingelt der Wecker um 4.30 h. Nicht unsere Lieblingsaufstehzeit, doch wir wollen in den Ria Guadiana den Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Der Fluss hat eine 2m flache Barre, deshalb wollen wir dort mit Hochwasser ankommen und haben uns entschlossen die Lagune von Faro bei Niedrigwasser zu verlassen.
Wir wecken uns mit Kaffee, um fünf ist der Anker an Deck und es geht los. Der Morgen ist ganz ruhig, es ist fast windstill und sternenklar. Nur ab und zu fliegt eine Möwe auf, die wir beim Schlafen stören. Um halb sechs, genau bei Niedrigwasser, passieren wir die Ausfahrt. Hier fällt der Meeresboden innerhalb weniger Meter von 12m auf über 60m ab, hier wohnen die Fische und dementsprechend sind viele Fischer unterwegs. So sind wir beschäftigt, wir beobachten die Fischer und wir fahren Slalom um Fischerbojen und Schwimmer von Netzen. Die hellen Strahler mit denen die Fischer ihr Deck beleuchten überstrahlen die Positionslichter, so dass wir häufig erst mal nicht erkennen können,  ob sie in die gleiche Richtung fahren oder ob sie entgegen kommen. Pünktlich zu Sonnenaufgang bekommen wir Besuch von Delfinen, die uns ein Stück begleiten. Fast zu kitschig, aber wunderschön. Den ganzen Morgen ist es völlig windstill, so dass wir die gesamte Strecke motoren, trotzdem ist es ein toller Tag. Es hat richtig Spaß gemacht mal wieder im Dunkeln unterwegs zu sein, unter dem Sternenhimmel, mit den vielen Lichtern und einem schönen Sonnenaufgang.
Vor der Flussmündung erwarten uns unglaublich viele Fischerfähnchen. So viele Bojen haben wir noch nirgends gesehen. Wir waren etwas schneller als gedacht und sind eineinhalb Stunden vor Hochwasser am Ziel. Es ist aber bereits genügend Wasser über der Barre, wir messen nirgends weniger als 4,7 m. Wir entscheiden uns Vila Real de Santo Antonio, den Ort auf der portugiesischen Seite anzulaufen. Im Hafen versetzt uns der Strom, aber wir waren darauf vorbereitet und machen gleich neben der Einfahrt am Empfangssteg fest. Zunächst dachte ich es gäbe im Hafen Papageien, doch das wilde Gezwitscher stammt aus der Möwenabschreckungsanlage.
Nachmittags machen wir einen langen Spaziergang durch den Ort an den Strand. Der Ort ist hübsch und für Portugal ungewöhnlich flach bebaut. Die meisten Häuser haben nur 2-3 Stockwerke. Der ursprüngliche Ort wurde 1755 vom Erdbeben zerstört und 1774 wurde die Stadt auf dem Reißbrett geplant und in nur 5 Monaten wieder aufgebaut. Viele hübsche Häuser sind erhalten, das Pflaster der Fußgängerzone ist sehr schön und im Ort herrscht eine fröhliche Atmosphäre. Zum Abschied von Portugal essen wir in einem netten Café noch einmal Pasteis de Nata.