Ilha da Culatra

Am Sonntag haben wir Vilamoura wieder verlassen, wir hatten nur einen kurzen Törn in die Lagune von Faro vor uns. Wir haben uns über den schönen Wind gefreut und konnten die ganze Strecke segeln. Beim Auslaufen aus Vilamoura dachten wir noch, dass wir vielleicht zu wenig Wind haben würden, später haben wir sogar ein Reff ins Groß gebunden. Wir waren etwas unsicher, weil wir gelesen hatten, dass in der Einfahrt zur Lagune erhebliche Strömungen vorkommen können und hatten unsere Ankunft deshalb zu Niedrigwasser geplant. Die Einfahrt war dann trotz des zunehmenden Windes problemlos und wir ankerten hinter der Ilha Culatra. Einige Boote lagen hier bereits vor Anker, doch dort ist viel Platz, da kommt man sich nicht in die Quere, zumindest nicht im Februar, im August sieht es hier vermutlich ganz anders aus. Endlich mal wieder Ankern! Das Gefühl am Anker ist eben doch ein anderes als im Hafen, man sitzt in seiner ganz eigenen Welt und beobachtet was an Land vor sich geht.
Montagmorgen haben wir erst mal gebadet und dann beschlossen einen Inseltag einzulegen. Wir sind mit Donkey (unserem Banana Boat) zur Ilha Culatra, der Düne, die die Lagune vom Meer trennt, gerudert. Genauer gesagt hat Nobbi gerudert, ich habe lediglich die Richtung angesagt. Auf Culatra sollen etwa 1000 Menschen wohnen. Jetzt im Winter wirkt die Insel verschlafen und entspannt, es gibt keine Autos, nur einen Trecker und es sind nur wenige Tagestouristen unterwegs. Die Häuser stehen im Sand, auf den Wegen zwischen den Häusern liegen Betonplatten oder Fliesen, es gibt eine Schule, eine beachtliche Anzahl von Kindern, einen Laden und mehrere Cafés und Restaurants. Nachdem wir durch den Ort spaziert sind, sind wir am Strand entlang gewandert bis zum Leuchtturm in der Einfahrt. Der Februar hat uns einen warmen Tag geschenkt und wir genießen das T-Shirt-Wetter. Abends testen wir dann endlich unseren Omina-Backofen, eine Art Topf mit Loch die man auf den Gasherd stellt. Das Kartoffelgratin ist sehr lecker und der Omina darf dauerhaft an Bord bleiben. Die Kriterien für einen dauerhaften Platz an Bord sind streng. Seit unsere Nachbarn in Lagos beschlossen hatten ihr Schiff um mindestens 100 kg zu erleichtern, ist Gewicht immer wieder ein Thema an Bord. Mit dürfen nur Dinge die gebraucht werden, doch was braucht man wirklich? Im Sinne der Gewichtsreduzierung lesen wir gerade zunächst unsere „Papierbücher“, die können anschließend bei nächster Gelegenheit nach Bremen reisen oder werden ausgesetzt. Eine andere Möglichkeit das Schiff leichter zu machen ist das Auffuttern oder Austrinken von Vorräten, auch nicht unangenehm.