Tiefe fjordähnliche Buchten, die Rías, machen die Nordostküste Spaniens zu einem fantastischen Segelrevier. Vigo liegt im südlichsten der Rías, nicht weit entfernt von der Grenze zu Portugal. Auf dem Weg nach Norden wollen wir einige Zwischenstopps einlegen. Es gibt unzählige kleine Buchten und Inselchen, viele Orte und Städte, kleine Häfen und Ankerbuchten, die entdeckt werden wollen.
Nachdem wir in Vigo mit Freunden die Ankunft gefeiert haben und ausgiebig einkaufen waren, ziehen wir nach zwei Nächten weiter. Die erste Ankernacht verbringen wir bei Bueu im Ría de Pontevedra. Ein warmer Sommerabend, wir baden und beobachten das Treiben am Strand.















Die Insel Sálvora gehört zum Nationalpark, um dort zu ankern, brauchen wir eine Genehmigung. Um die Ankererlaubnis zu beantragen, braucht man die Nummer der Befahrens-Genehmigung. Diese Erlaubnis haben wir vor zehn Jahren beantragt, seitdem bekommen wir jährlich eine Mail: die Erlaubnis wird automatisch verlängert. Im Kartentisch findet sich ein Ausdruck, es geht doch nichts über einen gut sortierten Haushalt. Online beantragen wir die Ankergenehmigung für den gleichen Tag, die uns umgehend erteilt wird.
Sálvora liegt am Eingang zum Ría Arousa und ist ein recht karger Steinhaufen. Die Insel gehört den Seevögeln. Die Anzahl der Besucher ist begrenzt. Wir dürfen nur in der einen Bucht ankern und zum Leuchtturm laufen. Andere Bereiche der Insel sind nur mit einem Guide zugänglich. Große rundgeschliffene Granit-Brocken liegen über die Insel verstreut und gerupft aussehende Möwenkinder sitzen überall am Weg. Der Spaziergang über die Insel fühlt sich nach Sommerurlaub an. Wunderbar! Auch der schöne Ankerplatz mit ganz klarem Wasser lädt zum Bleiben ein, doch der Wind hat andere Pläne, und so ziehen wir abends tief in den Ría Arousa um und ankern vor dem Ort O Grove.
Die Rías sind voll mit Muschelfarmen. Überall liegen die großen Holzflösse, an denen die Muscheln hängen. Zu den Muschelfarmen gehört eine riesige Armada von Arbeitsbooten. Diese Boote sind, zusätzlich zu den vielen Ausflugsschiffen und Fähren den ganzen Tag in den Rías unterwegs. Es gilt einen Ankerplatz zu finden, an dem wir nicht so sehr stören.
















Während in den letzten Tagen südliche Winde vorherrschten, soll der Wind nun auf Nord drehen. Zeit, umzuziehen. Diagonal durch die Ría Arousa geht’s zum Playa Lobeira Grande. Wir machen einen ausgiebigen Strandspaziergang und klettern auf den Steinen am Ufer rum. Mit den vielen Kiefern und Felsen erinnert die Landschaft an die schwedischen Schären. Es ist ein bisschen wärmer und bewohnter. Eukalyptusbäume am Ufer sind in Skandinavien auch eher selten.
Die nächste Etappe ist sehr kurz. Nach nur einer Meile lassen wir den Anker vor der Playa de Manons fallen. Eine kleine Insel und einige Felsen bieten uns außerordentlich dekorativ Schutz. Der Platz ist so schön, dass wir beschließen noch einen Tag zu bleiben. Baden, Strandspaziergang, lesen, Sommerurlaub. Dann kommt Nobbi auf die Idee, dass ich ihm die Haare schneiden könnte. Falls ihr ihn in nächster Zeit nur mit Mütze seht, ist das vielleicht kein Zufall.












