Liebe auf den zweiten Blick

Lanzarote ist karg und übersichtlich. Als wir im Süden der Insel angekommen sind, waren wir bereits mit dem Auto unterwegs und haben Vieles gesehen. Nun haben wir wieder ein Auto gemietet.
Unser Auto wartet am Flughafen. Der Flughafen ist nicht weit entfernt. Neulich sind wir von der Landebahn zum Boot gelaufen. Trotzdem ist die Anreise etwas kompliziert. Viele Busse fahren im Kreis, Busse, die teilweise die gleiche Strecke fahren halten deshalb noch lange nicht an den gleichen Bushaltestellen. Im Vergleich zu Teneriffa fahren die Busse selten. Eine halbe Stunde laufen wir zum Busbahnhof, fahren dann wenige Stationen und steigen direkt vorm Terminal aus.
Wie immer haben wir das kleinste Auto gemietet, einen Fiat 500. Unsere erste Station sind die Steinformationen an einem alten Steinbruch. Beim letzten Besuch war es hier so windig, dass wir in einer Kuhle gepicknickt haben. Jetzt machen wir einen Spaziergang über aufgegebene Terrassen. Es ist nicht mehr so grün wie bei unserem letzten Besuch, viele Gräser sind schon gelb und wir fühlen uns ein wenig wie im Spätsommer. Doch bei den Falken herrschen Frühlingsgefühle. Wir beobachten sie bei der Paarung. Auch ein Schmutzgeier kreist über dem Steinbruch, landet aber nicht.
Die Strände an der Nordostküste nehmen wir genau unter die Lupe, hier gibt es viele kleine Buchten mit weißem Strand zwischen schwarzen Felsen. Wir sind auf der Suche nach einem schönen perfekten Badeplatz und entscheiden uns schließlich für einen kleinen einsamen Strand mit glasklarem Wasser.

Die meisten Terrassen werden nicht mehr bewirtschaftet.
Es ist viel trockener als bei unserem ersten Besuch, das Grün ist an den meisten Stellen Gelbtönen gewichen.
Das weiche Gestein wurde vom Wind und vom Menschen geformt
Turmfalken-Gespräch
Der Schmutzgeier
Nobbi wünscht sich auch einen Kaktus im Vorgarten
Die Wahl fällt auch diese schöne Badebucht

Für den nächsten Vormittag haben wir uns eine Wanderung ausgesucht, doch leider war die Zufahrt zu dem Dorf, wo sie beginnen sollte, gesperrt. Wir halten, um die Karte zu konsultieren und machen spontan einen Spaziergang auf einem namenlosen Feldweg mit wunderbarer Aussicht.
Auf einer Halbinsel an der Westküste finden wir auf schwarzen Felsen den idealen Platz für die Mittagspause. Den langen Strand und die Dünen von Famara sehen wir noch bei strahlendem Sonnenschein, doch später schieben sich große Wolken über die Berge und es beginnt zu nieseln. Es erscheint uns wenig sinnvoll einen Aussichtspunkt anzusteuern, der in einer Wolke liegt, also biegen wir ab und besuchen stattdessen das Dorf Arietta an der Ostküste.

Trocken, aber nicht langweilig
Wein am Wegesrand
Alter Falter! Was für tolle Antennen!
Auf der Halbinsel liegt ein Sporthotel
Mittagspause auf schwarzen Felsen
Der lange Strand von Famara
Ziemlich wüstig!
Im Tal der Palmen liegt Haria

Der folgende Morgen ist sonnig und wir wollen einen zweiten Versuch in Sachen Aussichtspunkt unternehmen. Auf die schmale Straße nach Tabayesco biegen wir nur ab, weil wir sie noch nicht gefahren sind. In dem fruchtbaren Tal, Valle de Temisa, werden viele der Terrassenfelder noch bewirtschaftet und auf der schmalen Straße herrscht praktisch kein Verkehr. Die Karte verrät, dass es hier, nicht weit von der Straße, eine Quelle geben soll. Wir finden einen Platz, um das Auto zu parken und laufen zu dem Wasserbecken. Der Fußweg gefällt uns und so laufen wir immer weiter. Viele Vögel und Insekten sind zwischen den Sträuchern unterwegs und die trockenen Gräser bohren sich durch die Socken. Es fühlt sich hochsommerlich an. Irgendwann kehren wir um, da der weitere Weg hinunter ins Tal lange nicht benutzt und nicht mehr zu erkennen ist, der Pfad den Berg hinauf sieht besser aus, führt aber in die falsche Richtung. Unverhofft und ungeplant war das eine sehr schöne kleine Wanderung.
Heute schaffen wir es tatsächlich bis zum Mirador de Guinate. Die steil abfallenden Berge und der „Wasserfall“ aus Lava sind beeindruckend, gegenüber leuchtet Graciosa in der Sonne.
Auf dem Rückweg halten wir beim Casa Museo del Campesino, der von Cesar Manrique, wie sollte es auch anders sein, gestaltete Komplex ist eine wilde Mischung aus einem Bauernmuseum und Veranstaltungsraum, mit Restaurant, Handwerksmarkt, Café und Souvenirladen. Sollte ich mal eine Veranstaltung mit über 300 Leuten auf Lanzarote planen, ist diese Location definitiv meine erste Wahl.

Umso länger wir auf Lanzarote sind, umso besser gefällt es uns. Das gilt nicht nur für Arrecife, sondern für die gesamte Insel. Daher haben wir nächste Woche nochmal ein Auto gemietet und freuen uns auf die Ausflüge.

Artenvielfalt und gutes Wetter
Wasser tropft in das Sammelbecken
Sempervivum – Hauswurz
Ein abwechslungsreicher Wanderweg zwischen aufgegebenen Feldern.
Schlafmohn
Nobbi am Wasserbecken
Es fliegt und schwirrt
Der Weg führt entlang der alten Terrassen, oberhalb des Tals.
Blick vom Mirador auf Graciosa
Eremita de San Francisco Javier in Ye
Casa Museo del Campesino