Wir sind schon seit drei Wochen in Arrecife und wissen gar nicht so recht, wo die Zeit geblieben ist.
An manchen Tagen vergeht die Zeit einfach mit Alltagsgetüddel. Neulich wollten wir Bettwäsche zu waschen. Am Tag zuvor waren die Waschmaschinen außer Betrieb, scheinen jetzt aber wieder zu funktionieren. Wir ziehen die Betten ab, packen Münzen, Waschmittel und Wäsche ein, laufen zur Waschmaschine und stellen fest, dass die Waschmaschinen anscheinend noch kaputt sind. Also machen wir uns auf den Weg zum Waschsalon, das sind knapp zwanzig Minuten. Alle Waschmaschinen laufen, überall liegen große Berge schmutziger Wäsche und eine hektisch telefonierende Frau gestikuliert. Das heißt wohl, dass sie hier wäscht. Im nächsten Waschsalon, etwa 5 min Fußweg entfernt, können wir eine freie Waschmaschine ergattern. Während sie läuft, trinken wir einen Espresso. Mit unserer nassen Wäsche machen wir uns auf den Rückweg. Schon ist wieder ein Vormittag um. Nobbi hängt die Wäsche auf, die dank der trockenen Luft schnell trocknet, und kümmere mich ums Mittagessen.
Inzwischen funktionieren die Waschmaschinen an der Marina wieder, man muss nur Glück haben, dass eine der beiden Maschinen frei ist.
Ab und zu tüddeln wir ein bisschen am Boot rum. Durch die Griffe des Luks im Vorschiff tropfte es, wenn auf See Wasser über Deck lief. Wir haben sie auseinander gebaut, gründlich geputzt und die O-Ringe ersetzt. Nun sollte es auch bei überkommendem Wasser nicht mehr auf meine Koje tropfen.
Die Nähmaschine war wieder im Einsatz für einige kleine Reparaturen und irgendetwas zu putzen gibt es auch immer. Spätestens nach jeder Calima kann man auch unter Deck eine Wüste zusammenfegen.
Auch das Sozialleben kommt nicht zu kurz, wir feiern Wiedersehen, dürfen uns dem holländischen Stammtisch anschließen und waren zu einem fantastischen Geburtstagsessen eingeladen.


Nobbi und der Travel-Lift
Die Marina Lanzarote hat laut eigener Aussage den stärksten Travel-Lift Spaniens. 820 t kann das Monster heben. Das Ding lässt nicht nur Segel- und Motorboote, sondern auch Fischkutter, kleine Fähren und Rettungskreuzer mühelos an Land schweben und übt eine gewisse Faszination auf Nobbi aus.


Die Pfütze
Arrecife ist die Hauptstadt Lanzarotes und etwa die Hälfte der Inselbewohner leben hier. Von der Marina Lanzarote ist es nur ein kleiner Spaziergang zur „Pfütze“. Die Charco de San Ginés ist eine Lagune, um die sich Restaurants und Bars tummeln. Weiße Häuser, blaue Geländer, Fensterläden und kleine Boote an Bojen auf der Lagune – sehr sympathisch. Im Abendlicht ist es hier besonders romantisch.
In der Altstadt, etwas Abseits von der Fußgängerzone, haben wir eine Stammbar gefunden. Der Kellner lacht nur, wenn er uns sieht, sagt „dos café con leche“ und bringt uns – wie immer – zwei Cañitas, zwei kleine Bier.



Die Wasserseite mit ihren Stränden
Im Castillo de San José ist das Museum für zeitgenössische Kunst untergebracht. Nicht nur die Ausstellung, auch die Festung aus dem 18. Jahrhundert und der Ausblick über den Hafen sind sehenswert.
Während das Castillo nördlich von der Marina liegt, gelangt man im Süden zur Promenade, die sich endlos am Wasser entlang zieht. Im Castillo San Gabriel befindet sich das historische Museum, etwas weiter auf der Islote de Fermina, einem Inselchen, wurde eine aufwendige Poolanlage mit einem Café angelegt, leider darf man in den Pools nicht baden. Das ist nicht weiter schlimm, weil sich nun die Strände anschließen. Zunächst gelangt man zur Playa del Reducto, dem Stadtstrand, mit vielen Cafés und Restaurants. Läuft man weiter, wird es ruhiger. Nach einem steinigen Uferabschnitt kommt man zur Playa del Cable, dann zur Playa de la Concha und schließlich nach Playa Honda. Playa Honda ist ein Ort mit, ihr ahnt es, mehreren langen Stränden. Uns gefällt es sehr, dass wir hier, soweit wir mögen am Wasser entlang spazieren können, immer mit der Möglichkeit einer Badepause.
Einmal sind wir mit dem Bus nach Playa Honda gefahren. Der Strand grenzt an den Flughafen. Also sehen wir uns erstmal ein paar Starts an, Nobbi zählt die Sekunden auf dem Runway bis zum Take-off und schätzt das Startgewicht. Jeder hat so seine Hobbys. Dann laufen wir gemütlich die acht Kilometer zurück zu Mari.
Zu Beginn hatten wir ein paar kühle Tage und haben unsere Spaziergänge in Pullover und Jacke unternommen. Kräftige Calima hat uns, wieder einmal, komplett mit Sahara-Sand eingestaubt. Inzwischen ist es deutlich wärmer geworden, wir gehen wieder im T-Shirt spazieren und genießen das fast sommerliche Wetter.









