Urlaub vom Marinaleben

Wir brauchen einen Tapetenwechsel. Die Vuda Marina ist nett, aber wir sind schon zu lange hier. Außerdem ist es staubig und sehr warm. Wir beschließen zu einer der vorgelagerten Inseln umzuziehen.
Wir legen uns vor Musket Cove vor Anker. Dies ist einer der beliebtesten Plätze Fijis. Auf der Insel Malolo Lailai gibt es einige Resorts und den Musket Cove Yacht Club. Wir sind nicht wegen des berühmten Clubs hier, sondern wegen des gut geschützten Platzes. Um die Insel tummelt sich eine ganze Gruppe kleinerer und größerer Riffe und sorgt für glattes Wasser. Damit man diese Riffe gut sieht empfiehlt es sich bei Sonne hineinzufahren. Wir haben dunkelgrauen Himmel und Sprühregen. Doch mit ein wenig Vorsicht und eingespielter Teamarbeit kommen wir gut an den Ankerplatz. Selbst bei schlechtem Wetter sieht man die Riffe gut.
Wir genießen den Wind am Ankerplatz, der das Schiff abkühlt. Nicht mal der Regen stört. Es ist schön wieder zu ankern. Wir lesen und baden. Ich backe Franzbrötchen und es gibt Falafel. Man könnte denken wir machen Urlaub. Doch natürlich gibt es auch wieder etwas zu tun. Am Relais der Ankerwinsch ist ein Kontakt korrodiert und wir putzen mal wieder unser Unterwasserschiff. Neuseeland möchte, dass wir mit sauberem Rumpf ankommen. Zum Glück ist Maris Bauch erfreulich sauber und wir hatten bereits bevor wir in die Marina gefahren sind geputzt. Das Marina Wasser hat einen schleimigen Saum am Wasserpass hinterlassen. Nach einer Stunde Hochleistungsschnorcheln waren wir platt, aber Mari ist schön sauber, sogar der Propeller glänzt. Das gefällt den Fischen bestimmt, da können sie sich mal spiegeln. Zwischen den Hotels und auf dem Ankerplatz ist reger Schiffsverkehr, Tauchboote, die kleinen Fähren, die Motorboote mit dem Personal, mehrere Arbeitsboote die eine Baustelle versorgen, es gibt den ganzen Tag etwas zusehen. Auch bei den Seglern herrscht Betrieb. Etwa fünfundzwanzig Boote liegen hier, aber es ist nicht voll. Sicher würden auch hundert und mehr Segler hier einen Platz finden. Wir haben uns etwas abseits einen schönen Platz gesucht und sind damit sehr zufrieden. Wir haben deutlich mehr Wind als erwartet und zwischendurch heftige Gewitter, unser Anker hält ausgezeichnet, Mari liegt ruhig und wir schlafen gut.
Gerne würden wir noch bleiben, gerne auch bei weniger wechselhaftem Wetter die Insel erkunden und ausgiebig schnorcheln, doch heute Morgen beschließen wir wieder in die Marina umzuziehen. Es sieht so aus, als könnten wir vielleicht am Dienstag starten. Falls das Wetter passt wollen wir dann bereit sein.
Nobbi holt den Anker hoch, ich stehe am Ruder. Kaum sind wir unterwegs setzt ein leichter Sprühregen ein. Ich ziehe mir eine dünne Regenjacke an und finde das alles ganz lustig. Bald geht der Sprühregen in Regen, dann in ernsthafte Schauer über. Jetzt finde ich es nicht mehr so lustig, es könnte mal wieder aufhören. Der Regen ist so stark, dass wir nichts mehr sehen und das Radar anmachen. Nobbi ist guter Dinge und berichtet „Das Regengebiet hat die Form von Südamerika, du fährst den Amazonas hoch“. Super. „Du bist jetzt auf der Höhe von Manaus“. Leider hört der Regen auch nicht auf, als ich die Anden überquert habe. Es regnet den gesamten Weg bis zur Vuda Marina drei Stunden ununterbrochen. Wir legen im Regen an. Dann hört es auf, pünktlich zu unserer Ankunft. Ich gehe erstmal duschen, ich bin ohnehin klatschnass.
Heute Nacht wird bei uns die Zeit auf Sommerzeit umgestellt. Um es etwas komplizierter zu machen stellt man nicht etwa mit Neuseeland gemeinsam die Uhr um, sondern gönnt sich eine verkürzte Sommerzeit. Am 13. Januar wird die Uhr schon wieder zurück gestellt. Wir haben schon heute Sommerzeit, weil Nobbi gestern den ganzen Tag dachte es sein Samstag und schon mal alle Uhren gestellt hat. Er ist aber nicht der einzige der sich eine eigene Uhrumstellung gönnt. Vodaphone ist letzte Woche in die Sommerzeit gewechselt. Seit letztem Samstag sind die Telefone uns also eine Stunde voraus. Warum auch immer.
Wenn der Wetterbericht so erfreulich bleibt, machen wir uns in drei Tagen auf den Weg nach Neuseeland, wenn nicht machen wir eben noch einmal „Urlaub“.