In den letzten Stunden des Jahres liegt es nahe das vergangene Jahr Revue passieren zulassen. 2025 ist wahnsinnig schnell vergangen. Es scheint noch nicht lange her zu sein, dass wir das Jahr in Durban begonnen haben. Auch wenn wir seitdem sehr viel erlebt haben.
Ein Blick auf die Eckdaten: 8693 Meilen haben wir zurückgelegt. Fast alle Etappen sind wir in der ersten Jahreshälfte gesegelt. Die längste Etappe – von Ascencion nach Mindelo – war 2300 Meilen lang, die kürzeste 26 Meilen kurz von Horta nach Velas. Wir waren in sechs Ländern: Südafrika, Namibia, Großbritannien (mit St. Helena und Ascension), Cabo Verde, Portugal und Spanien und sind 15 Häfen angelaufen, darin sind Jamestown und Georgetown inkludiert, auch wenn wir dort geankert haben. 12 Nächte haben wir geankert und 80 Nächte auf See verbracht. Nur in 2019 sind wir mehr Meilen gesegelt, noch nie haben wir an so wenigen Orten angelegt und in keinem anderen Jahr haben wir so wenig geankert. So ist jedes Jahr (und jedes Revier!) anders.
Die entspannteste Segelstrecke waren die 700 Meilen zwischen St. Helena und Ascension. Stabiler Passat, wir rollen fröhlich vor dem Wind, schiften ab und zu das Großsegel und kommen nach sechs Tagen an. Dieses Jahr hatte auch viele anspruchsvolle Segeletappen zu bieten. Die knappen Wetterfenster an der südafrikanischen Küste, Nebel an der namibischen Küste und hunderte (tausende!) Meilen am Wind zwischen dem Äquator und den Azoren. Die langen Am-Wind-Etappen waren anstrengend, aber besser als gedacht und viel besser als uns prophezeit wurde. Der doppelte Getriebeschaden (in Kapstadt und Horta) hat uns Nerven, Geld und Zeit gekostet. In Kombination mit dem kaputten Wärmetauscher und dem verspäteten Paket waren wir viel länger in Horta als wir je geplant hatten, rückblickend aber eine schöne Zeit. Auch in Durban waren wir wetterbedingt viel länger als erhofft und haben mit vielen Spieleabenden das Beste aus der Zwangspause gemacht. Das Jahr hatte viele Highlights wie Kapstadt oder die Postkarten-Ausblicke der Azoren. Mir kommen als ersten die tierischen Höhepunkte ins Gedächtnis: der Orca am Kap Agulhas, die Seebären in Namibia, Walhaie in St. Helena, Schildkröten auf Ascencion und die Wale und Delfine der Azoren. Orte wie St. Helena und Ascension sind so besonders, weil wir dort ohne Boot nie hingekommen wären und eine ganz spezielle Atmosphäre haben. Am 29. April kreuzen wir unseren Kurs vom November 2017. Wir sind um die Welt gesegelt! Als wir darauf anstoßen sind wir müde und können kaum glauben, dass es dann doch irgendwie einfach war. Immer weitersegeln. Inzwischen ist die Müdigkeit leisem Stolz gewichen. Nach so vielen Hochseemeilen und den entsprechenden Ankerplätzen (das Geschaukel vor St. Helena wird mir ewig in Erinnerung bleiben), freuen wir uns auf Tagesetappen entlang der Küste. Wer weiß, was 2026 bringt!
Wir wünschen euch einen guten Rutsch und ein schönes, gesundes, spannendes und interessantes neues Jahr 2026!
Weihnachten auf Langfahrt ist immer anders. Anders als zuhause und anders als in den letzten Jahren. Heiligabend waren wir in der Kirche. Die erste Herausforderung war es, herauszufinden wann der Gottesdienst stattfindet. Für ein wenig Verwirrung sorgte die Erkenntnis, dass die Misa de Gallo, die Mitternachtsmesse in der Heiligen Nacht, um 19 Uhr stattfindet. Nicht überall, aber in einer der nächstgelegenen Kirchen. Ein Gottesdient in einem fremden Land ist immer interessant und außerdem ist es (natürlich) eine katholische Gemeinde. Aufstehen, wieder setzen, aufstehen, knien, usw. Kirchenlieder kann man auch in einer fremden Sprache vom Blatt singen und wir sind erstaunt, dass wir doch das ein oder andere verstehen. Die Engel darstellenden Kinder sind sehr müde und der kleine Joseph weiß nicht, was er mit seinem Stock machen soll. Ein ganz normaler Weihnachtsgottesdient. Waren die Straßen auf dem Weg zum Gottesdienst noch voll, sind sie auf dem Rückweg wie leergefegt. Dank eines ausgiebigen Weihnachtspicknicks am Nachmittag haben wir abends keinen Hunger und verschieben das Weihnachtsessen. „Love Actually“ und Marzipanstollen sorgen für Weihnachtsflair und dann ist der Heilige Abend auch schon vorbei. Am ersten Weihnachtsfeiertag ist das 31. Weihnachtskonzert. Praktischerweise unmittelbar neben der Marina. Der Hafen „Puertos de Tenerife“ richtet das Konzert aus. Viele lokale Unternehmen sponsern es, die Eintrittskarten kosten nur fünf Euro und die Einnahmen werden gespendet. Das Symphonieorchester spielte mit einigen Solisten ein abwechslungsreiches Programm zum Thema „Tänze der Welt“. 8500 Zuschauer freuten sich, dass das Wetter mitspielte und es nicht regnete. Wir hatten sicherheitshalber die dünnen Regenhosen in der Jackentasche, typisch Segler. Nobbis Sitznachbarin hat übrigens wieder mitgesungen. Diesmal Carmen. Wieder schief! Es scheint ein spanisches Ding zu sein, dass man sich aktiv ins Konzert einbringt. Die anderen Stücke hat sie zum Glück „nur“ auf den Schenkeln mitgeklatscht. Die Zugabe ging direkt in ein Feuerwerk über! Ein schönes Konzert. Allerdings nicht das einzige des Abends. Kurz entschlossen machen wir einen kleinen Abstecher auf den Weihnachtsmarkt, dort bleiben wir beim Konzert einer fantastischen Soul-Band hängen. Weshalb sich zwei so tolle Konzerte nicht nur zeitlich, sondern auch akustisch überschneiden, müssen wir nicht verstehen. Bevor wir zum Konzert gegangen sind, haben wir unser Weihnachtsessen, Rinderfilet und grünen Spargel mit Cherry-Tomaten, gegessen. Das war so lecker, dass wir gleich nochmal grünen Spargel gekauft haben und es die Spargel-Tomaten Mischung am nächsten Tag zu Nudeln gab. Übrigens, wir haben bei der Weihnachtslotterie gewonnen! Nein, nicht „El Gordo“, den dicken Hauptgewinn, wir kaufen kein neues Schiff, doch nach Abzug des Einsatzes ist immerhin ein Restaurantbesuch drin.
Zum Weihnachtsfest in Spanien gehört die Weihnachtslotterie. Sie ist wohl die größte Lotterie weltweit, dieses Jahr werden fast 2,8 Milliarden ausgeschüttet. Bereits seit 1812 findet sie statt. Ein ganzes Los kostet 200 Euro, in den staatlichen Verkaufsstellen werden „décimos“, Zehntellose, verkauft. Man gewinnt mit den Losnummern, muss also keine Zahlenkombination tippen. Es gibt besonders beliebte Losnummern, und Verkaufsstellen, die als glückbringend oder häufig gewinnend gelten. Wir sind einfach zur nächsten staatlichen Verkaufsstelle gegangen und haben zwei „decimos“ gekauft. Am 22. Dezember, also morgen, findet die Ziehung vormittags statt, dann wissen wir, ob die Reisekasse einen unerwarteten Zufluss erlebt. Der kleine Weihnachtsmarkt auf der Plaza España hat inzwischen geöffnet. Als wir im Nieselregen zwischen den Essensständen frieren, kommen weihnachtliche Gefühle auf. Es ist viel wärmer als in Bremen, aber dort bin ich auch nicht in kurzen Hosen, sondern im Wintermantel unterwegs. Beim nächsten Weihnachtsmarktbesuch entscheide ich mich dann doch für lange Hosen. Auf einer Bühne gibt es häufig Konzerte und Vorführungen, es herrscht eher Party-Stimmung als Besinnlichkeit.
Bevor wir im Oktober nach Deutschland geflogen sind, haben wir ein neues Bimini und eine neue Sprayhood in Auftrag gegeben. Beide wurden sehr oft geflickt und alle Nähte hatten wir bereits nachgenäht, doch nun war der Stoff endgültig mürbe. Als wir zurück in Santa Cruz waren, haben wir vorsichtig angefragt, wann die Teile fertig sein werden. Aus der „nächsten Woche“ wurde dann doch die übernächste. Leider hatten wir dann gerade in der Zeit als der Sturm Emilia vorbeikam, keine Sprayhood. Sehr unangenehm, es hat ständig in den Niedergang reingeregnet. Als das Regenwetter dann endlich vorbei war wurde die neue Sprayhood angepasst und noch einmal nachgebessert und auch beim Bimini musste Samuel noch einmal nacharbeiten. Nun sind wir zufrieden mit dem Resultat. Endlich hat Mari ihre neuen Kleider und sieht wieder sehr hübsch aus.
Seit gestern haben wir ein Auto gemietet, einen sympathischen Fiat 500. Hier in Santa Cruz haben wir saisonbedingt kein Auto mehr bekommen, bzw. wir waren nicht bereit knapp tausend Euro für eine Woche zu bezahlen. Also sind wir gestern mit dem Bus zum Autovermieter in der Nähe des Flughafens Teneriffa Nord gefahren. Samstags gibt es nur wenige Busverbindungen, trotzdem hat es gut geklappt. Eigentlich wollten wir dann zurück nach Santa Cruz fahren, sind aber spontan im sechzig Kilometer entfernten Garachico im Süden gelandet und haben dort nach einem Spaziergang durchs Historische Centrum eine ausgesprochen gute Pizza gegessen. Heute haben wir eine gemütliche, sonnige Inselrundfahrt in den Süden unternommen. In den nächsten Tagen stehen einige kleinere Erledigungen und viel „Urlaub“ auf dem Programm. Heute ist „Mittwinternacht“ ein guter Grund sich aufs Sofa zu kuscheln. Von nun an geht’s aufwärts, zumindest was die Tageslänge betrifft.
Unsere Lose hängen am Mast.
Vor den Lottoverkaufsstellen bilden sich Schlangen.
Emilia hieß der Sturm, der uns am dritten Adventswochenende besucht hat. Die Kanaren haben viel Wind und Regen abbekommen. Überschwemmte Keller, Straßensperrungen und Fahrplanänderungen der Kreuzfahrtschiffe waren die Folge. In den hohen Lagen hat es ordentlich geschneit. Bei uns an Bord war es nur ungemütlich und sehr nass. Der Wind kam von achtern übers Steckschott. Das gab‘s seit den Zyklon Hale in Neukaledonien nicht mehr! In Santa Cruz wurde die Eröffnung des Weihnachtsmarkts verschoben und die Deko ist zum Teil weggeflogen. Die drei Könige am Hafen haben den Sturm nicht überstanden und der große Baum hat eine Macke bekommen. Beim letzten Konzert im Auditorio stellte Nobbi fest, dass er die Orgel gerne einmal hören würde. Die bordeigene Veranstaltungsagentur entdeckt im Programm, dass die Orgel bald 20. Geburtstag feiert und es zu diesem Anlass natürlich ein Konzert gibt. Am dritten Advent sind wir also wieder im Auditorio und hören Orgelmusik. Das Konzert ist toll und sehr abwechslungsreich. Juan de la Rubia spielt ganz unterschiedliche Stücke von Händel und Bach bis zu Filmmusik und zeigt nicht nur wie hervorragend er spielen und improvisieren kann, sondern auch wie unterschiedlich die Orgel klingt. Das Publikum ist begeistert. Da die Orgelpfeifen um das Publikum im Konzertsaal gruppiert sind, ergibt sich ein einzigartiger Klang, der auch uns begeistert. In Sachen Bootsgetüddel gibt es Fortschritte zu vermelden. Das aus Bremen mitgebrachte neue Getriebe konnte in zwei Tagen eingebaut werden. Nebenbei wurden alle Seewasserschläuche ausgetauscht. Erste Tests verliefen erfolgreich. Nobbi hat sich bei der unschönen Arbeit den Brustkorb eingedrückt und die Unterarme zerkratzt, ist aber bereits weitgehend wieder hergestellt. Das Loch unter der Bank, wo wir den Wassermacher ausgebaut haben, ist hinter einer lackierten Teakholzplatte verschwunden. Unser Segel war beim Segelmacher. Zwei Mastrutscher mussten neu angenäht werden und ein kleines Loch sollte geflickt werden. Die Reparatur wurde sehr schnell erledigt. Schon am nächsten Vormittag konnten wir das Segel wieder abholen. Da der Abhol- /Bringe-Service jeweils 40 Euro kosten sollte, haben wir den Transport selbst übernommen. Wozu haben wir eine Sackkarre? Und bei einem Zwischenstopp auf dem Markt konnten wir einen Teil des gesparten Geldes gleich wieder im Café investieren.
Die drei Könige haben den Sturm leider nicht überstanden.
Einige der 3800 Pfeifen.
Eine Orgel passend zum Design des Auditorio.
Nobbi auf dem Weg zum Segelmacher.
Weihnachten guckt schon mal vorsichtig durch den Türspalt.
Auf dem Flug nach Teneriffa hatten wir schönes Wetter und oft gaben die lockeren Wolken den Blick frei. Auf den Bergen Nordspaniens liegt schon Schnee. Um Teneriffa sind wir einen Kringel geflogen und konnten so die Westküste, den Süden und den Pico de Teide bewundern. In den ersten Tagen nach der Ankunft war das Wetter durchwachsen, unsere Nachbarn sind sich einig, dass wir den Regen aus Deutschland mitgebracht haben. Allerdings ist der Regen erheblich wärmer als der in Bremen. Jeden Tag wurde das Wetter ein bisschen besser und am letzten Wochenende war es wunderschön sonnig. Gleich am Tag nach unserer Ankunft haben wir weihnachtlich geschmückt. Lichterkette, Kugeln, diverse Weihnachtsflamingos und Mini-Tannenbäume. Auch Santa Cruz hat sich geschmückt. Der Weihnachtsschmuck ist ganz nach meinem Geschmack, hier gilt „viel hilft viel“. An Lichtern wurde wirklich nicht gespart: große Weihnachtsbäume, eine riesige Christbaumkugel, Engel, Schleifen und Ornamente überall in der Innenstadt. Zusätzlich werden alle Beete, egal ob auf Verkehrsinseln oder in der Fußgängerzone großzügig mit Weihnachtssternen bepflanzt. Wir wollten uns gern einen Weihnachtsstern für den Salon kaufen, doch alle Exemplare, die wir bisher gesehen haben, sind schlicht zu groß.
Freitag waren wir endlich im Auditorio und haben Pablo Sorozábals Adiós a la Bohemia gesehen. Schon bei unseren letzten Teneriffa Besuchen wollten wir dort gerne ein Konzert hören und nun hat es endlich geklappt. Noch nie hat in der Oper jemand hinter mir mitgesungen, eine Erfahrung, die ich nicht dringend wiederholen möchte. Die Aufführung hat uns aber sehr gefallen und wir freuen uns schon aufs nächste Konzert. Sonntagnachmittag haben wir einen ausgiebigen Spaziergang durchs Palmetum unternommen, die Palmen im Palmengarten auf der ehemaligen Müllkippe sind in den letzten acht Jahren deutlich gewachsen und die Vogelpopulation hat weiter zugenommen.
Im Hafen ist einiges los. Viele Yachten legen hier einen Stopp ein, bevor sie über den Atlantik gehen. Segelboote aller Größen bereiten sich auf die Ozeanpassage vor, darunter echte Exoten wie die Segler der selbstgebauten 5,90 m langen Boote. Weniger als eine Tonne wiegen die kleinen Boote, das ist ganz schön wenig Boot für einen Ozean! Einige Tradis und Luxussegler mit bis zu 4 Masten sind ebenfalls zu sehen. Die Motoryachten der Luxusklasse liegen meistens nur wenige Nächte hier und sind dann auf dem Weg in die Karibik. Im anderen Hafenbecken legen jeden Tag mehrere Kreuzfahrtschiffe an und wir raten beim Frühstück gerne die Nationalität der vorbei flanierenden Kreuzfahrer. Kleidungsstil und Lautstärke der Unterhaltung sind dabei wichtige Anhaltspunkte.
Die Tage vergehen mit Alltags-Getüdel und kleinen Bootsarbeiten. In Bremen habe ich neue Vorhänge genäht. Die alten waren doch sehr ausgeblichen und hatten nach der letzten Wäsche einige Löcher. Da es 18 Vorhangteile (bei einer Länge von 35 cm kann man nicht von Schals sprechen) sind, war es ein recht mühsames Projekt. Die neuen Vorhänge passen und sehen aus, wie wir es uns vorgestellt hatten. Unser Windgenerator hatte uns nach Hause begleitet und Nobbi hat dort die Lager getauscht. Um die Lager zu entfernen, sollte der Generator im Backofen auf 80 °C erwärmt werden, das wollten wir lieber nicht in unserem Bord-Backofen ausprobieren. Um den Windgenerator anzubauen, durften wir wieder auf dem Vorschiff des Nachbarboots rumturnen und Michel hat uns auch gleich geholfen. Drei Paar Hände waren hier nicht zu viel. Nun produziert unser Superwind wieder flüsterleisen Strom. Fürs nächste Wochenende haben wir wieder Konzertkarten und der Weihnachtsmarkt öffnet dann auch. Ein Dezember in Santa Cruz ist keine Strafe und wir genießen es hier zu sein!
Abflug von Hamburg
Ankunft auf Teneriffa.
Gleich nach unserer Ankunft wird unsere Marisol weihnachtlich dekoriert.
Santa Cruz schmückt sich mit unzähligen Lichtern.
Der beeindruckende Weihnachtsbaum auf der Plaza España.
Auch nachts macht das Auditorio eine gute Figur.
Nobbi beim Abendspaziergang.
Im Palmetum unternehmen wir einen Abstecher in den Pazifik.
Die Araukarien lassen uns an Neukaledonien denken.
Kleine Boote bereiten sich auf die Passage über den Atlantik vor.
Endlich geht’s los. 5,90 m Boot sind nicht viel auf einem Ozean!
Auch die Großen wollen über „den Teich“.
Und auch die super großen Boote machen sich auf den Weg in die Karibik.
Die Zeit ist während unseres Heimaturlaubs verflogen. Wie so oft. Wir haben versucht so viel Zeit wie möglich mit lieben Menschen zu verbringen. Kaffeekränzchen, im Nieselregen an den Stadtmusikanten, Abendessen beim Vietnamesen, Überraschungs-Grünkohl und Museumsbesuch. Es war wunderbar. Vielen Dank euch allen, dass ihr euch Zeit für uns genommen habt! Nach langer Zeit waren wir mal wieder im Kino und wir haben bei den Deutschen Meisterschaften der Formationen Standard und Latein in Tanz-Erinnerungen geschwelgt. Wir erlebten einige goldene Herbsttage und sehr viel Regen in allen Erscheinungsformen: Dauerregen, Schauer, Niesel… und es gab sogar Schnee. Einmal sind wir über den verschneiten Deich nach Hause gestapft. Am nächsten Morgen war er wieder verschwunden.
Beim TransOcean-Wochenende in Cuxhaven nahmen wir nicht nur an der Mitgliederversammlung und dem Festabend teil, wir bekamen auch den TO-Weltumsegler-Preis überreicht. Unser Freund Horst-Peter hatte uns für den Preis vorgeschlagen und die Gelegenheit diese Ehrung persönlich entgegenzunehmen haben wir uns nicht nehmen lassen. Acht Crews haben einen Preis für ihre Weltumsegelung verliehen bekommen. Acht völlig unterschiedliche Reisen, auf verschiedenen Booten und Routen. Leider hatten wir nicht so viel Gelegenheit uns auszutauschen. Einige Crews hatten wir jedoch unterwegs getroffen und freuten uns über ein Wiedersehen. Der Festabend hat uns sehr gefallen, was vor allem an den netten Menschen an unserem Tisch lag. Fast könnte man sagen, dass der offizielle Teil des Abends ein wenig gestört hat. Aber nur fast! Wir haben uns sehr gut unterhalten und hoffen auf ein Wiedersehen. Überhaupt ist das der schönste Teil der TO-Veranstaltungen. Das Treffen mit Freunden. Besonders haben wir uns gefreut Segler zu treffen, die wir zuletzt 2019 in Französisch-Polynesien gesehen hatten. Die Seglerwelt ist eben ein Dorf. Wir haben nicht nur einen sehr schweren Preis bekommen, wir dürfen nun auch einen TO-Stander mit gelbem Rand und gelbem Stern führen. Natürlich haben wir diesen außergewöhnlichen TO-Stander nun an Bord und warten auf einen besonderen Moment, oder wenigstens leuchtend blauen Himmel, um ihn zu setzen. Und natürlich fragen wir uns, ob es für die zweite Weltumsegelung einen zweiten Stern gibt…
Als bekennende Weihnachtsfans freuen wir uns sehr, dass der Weihnachtsmarkt bereits geöffnet hatte. Bei trocknem Winterwetter und heißem Glühwein saugten wir die Weihnachtsatmosphäre auf, bevor wir am ersten Advent wieder zu unserer Marisol nach Teneriffa reisten.
Sonnenuntergang an der Lesum.
Das Bremer Weserufer im Nebel.
Herbststimmung an der Lesum.
Die Lesum im Nebel.
Die Stadtmusikanten im Nieselregen.
Vorübergehend ein Stillleben.
Die Nordsee zeigte sich beim TO-Wochenende im Cuxhaven in einheitlichem Grau.
Cuxhavener Klassiker: „Ich war nur beim Schiffsausrüster.“
Wir bekommen den TO-Weltumsegler-Preis überreicht. @Trans-Ocean/Fotoscheune OHZ
Der TO-Stander mit Stern. @Trans-Ocean/Fotoscheune OHZ
Alle (anwesenden) Preisträger. @Trans-Ocean/Fotoscheune OHZ
Der Regen fliegt waagerecht am Wohnzimmerfenster vorbei. Den Spaziergang verschieben wir auf einen späteren Zeitpunkt. Wir haben uns die schönste Zeit des Jahres für unseren Bremen-Besuch ausgesucht, allerdings sind wir nicht nur wegen des Wetters gekommen. Der Terminkalender füllt sich schnell und die Zeit fliegt nur so dahin. Diesmal sind nicht so viele Einkäufe zu erledigen, doch der Stapel mit Dingen fürs Boot wächst bereits. Im Boot ist wieder ein wenig Platz. 40 kg Bücher und Souvenirs haben wir im Koffer mitgebracht. Reiseführer, Cruising-Guides und Seekarten von Gegenden, die wir erstmal nicht wieder besuchen werden, und zahlreiche Andenken. Einige Dinge, wie die Tee Dosen aus Singapur oder die Maske aus Indonesien, hatten wir schon fast wieder vergessen. Sorgfältig verpackt sind sie ganz hinten im Schrank um die halbe Welt gereist.
Eine Freundin sammelt Bilder, ein Bekannter Waffen, eine Seglerin Tassen und eine andere Stoffe. Unsere Souvenirsammlung folgt keinem Konzept. Wir kaufen was uns gefällt und einigermaßen gut transportiert und gestaut werden kann. Das 1,5m lange und hunderte Kilo schwere Nilpferd musste dann doch im Laden bleiben und auch der große gläserne Dodo wurde leider nicht Teil unserer Sammlung. Ein Elefant aus Thailand, eine ganze Wildtierherde aus Südafrika, ein Poster aus Kapstadt, ein Obstkorb von den Kapverden, neben diesen klassischen Souvenirs wie Kunstgegenständen und Bildern schaffen es manchmal auch Alltagsgegenstände ins Gepäck. Die Zeitung „St. Helena Independent“ oder den Newsletter „The Atoll“ von Cocos Keeling haben wir aufbewahrt. Der Copra-Sack aus Nuku-Hiva verströmt noch immer diesen unverwechselbaren Geruch, der uns sofort zurück in die Südsee reisen lässt. Kleine Andenken, die entweder angeklebt oder aufgehängt werden können, dürfen dauerhaft an Bord bleiben, so haben unter anderem ein Gebetsband aus einem buddhistischen Tempel auf Penang (göttlicher Beistand kann nicht schaden) und ein kleiner Wal von den Azoren einen permanenten Platz gefunden. Unsere neukaledonische Schnitzerei sollte eigentlich nur vorübergehend am Schott hängen, inzwischen hat sie (genauer er) einen Namen und bleibt im Boot. Göttlicher Beistand… Vieles sind für andere sicherlich Staubfänger, für uns sind es Anknüpfungspunkte für Erinnerungen. Die geschnitzten Komodo-Warane erinnern nicht nur an ihre lebenden Vorbilder, sondern an den schönen Ankerplatz, wo wir sie gekauft haben und an die fröhlichen Preisverhandlungen. Den hölzernen Elefant mit dem zu kleinen Kopf haben wir in Port Elizabeth bei einem Senegalesen gekauft, der hervorragend Deutsch sprach und uns viel über die Geschichte der Stadt erzählen konnte. Die Muschel, die ich im Tausch gegen Zucker erhalten habe, erinnert mich an die freundlichen Ni-Vanuatus. Viele Gegenstände im Alltagsgebrauch werden wegen ihrer Doppelfunktion als Souvenir besonders geschätzt. Klassiker sind die Geschirrtücher mit Kiwis aus Neuseeland. An Bord benutzen wir einen Salzstreuer von der Saline auf La Palma, den wir schon etliche Male aufgefüllt haben. Immer wenn ich die kleine Backpulverdose öffne, sehe ich den vollen Laden auf Langkawi vor mir, wo ich sie gekauft habe. Unser Wäschebeutel aus einer typisch portugiesischen Tischdecke mit Hahnenmuster hat uns um die Welt begleitet und die Bezüge unserer Sofakissen haben ihr erstes Leben als indonesischer Sarong verbracht. Ist es warm, aber nicht heiß genug für die Tücher aus Fiji, dienen uns Handtücher aus Portugal als Bettdecken.
Eine andere persönliche Erinnerungshilfe ist unser „Soundtrack zur Reise“. Wir hören fast immer lokales Radio, gefällt uns ein Lied besonders, oder wird es sehr häufig gespielt, nehmen wir es in unsere Sammlung auf. Viele Lieder sind typischer Radio-Mainstream und werden überall auf der Welt gespielt, aber es sind auch Südsee-Schlager, Oldies, Filmmusik oder afrikanischer Pop dabei. St. Helena hat einen sehr beschwingten Musikgeschmack, hören wir die ersten drei Takte von „Foss Dalon Dalonne“ sind wir im Bus auf Rodrigues mit unserer Reisegruppe von La Réunion und der Anfang von „Romance Com Safadeza“ beamt uns auf eine brasilianische Party. In unserem Blog halten wir Erinnerungen fest, gemeinsam mit dem Logbuch dient er uns als Tagebuch. Und natürlich stellen die tausenden Fotos unserer Reise einen riesigen Vorrat an Andenken und Gedankenstützen dar. Viele Bilder haben es in den Blog geschafft, außerdem habe ich begonnen Fotobücher zu erstellen, hänge der Realität aber noch einige Saisons hinterher.
Wie wertvollsten Erinnerungen und Erfahrungen sind jedoch die, die keine haltbare Form annehmen wollen, sich schwer an Fotos, Lieder oder Schnitzereien knüpfen lassen. Da sind zum einen die Naturerlebnisse. Die Weite des Ozeans und die Kraft großer Wellen. Die Weichheit der Luft in einer windstillen Tropennacht oder das überwältigende Gefühl nach 4000 Seemeilen Ozeanpassage eine Insel am Horizont zu entdecken. Der Dunst über südostasiatischen Bergen, ein diffuses Lichtspiel, das sich ebenso wenig fotografieren lässt, wie der türkise Farbenrausch einer Südsee-Lagune. Zum anderen die Begegnungen mit Menschen und Einblicke in ihr Leben. Menschen, die ein Leben leben, das nicht weiter von unserem entfernt sein könnte. So weit, dass kaum vorstellbar ist, dass wir auf dem gleichen Planeten leben. Ein Abend mit fremder Musik und neuen Freunden auf einem Südseeatoll, ein Treffen mit neugierigen Kindern und zurückhaltenden Frauen. Keine gemeinsame Sprache aber gemeinsames Lachen, zusammen essen, Austausch von Geschenken. Ich hoffe, dass diese Momente, die uns tief berührt haben, die unser wertvollster Schatz sind nicht verblassen. Sie lassen sich in keinem Foto festhalten und ich finde keine Worte um sie zu beschreiben. Die „Staubfänger“ in unserer Wohnung sollen unsere Gedanken auf die Reise schicken und wenn wir Glück haben, weisen sie uns den Weg zu den Schätzen unter den Erinnerungen.
Die Fotos im Beitrag sind vom Freimarkt, der seit 1035 in Bremen stattfindet. Mir gefallen die Lichter des traditionellen Marktes am Rathaus, dem Rummel mit Fahrgeschäften und Geisterbahnen auf der Bürgerweide kann ich wenig abgewinnen. Noch weniger interessiert mich nun Halloween. Und so verkleide ich mich heute Abend nicht als Zombie, sondern sortiere lieber Fotos.
Der Roland wacht „erst“ seit 1404 über den Freimarkt.
In Santa Cruz de Tenerife sieht es genauso aus, wie wir es in Erinnerung haben. Unsere ersten Wege führen zu den verschiedenen Schiffsausrüstern. Die Liste mit den Bootsprojekten ist lang. Die höchste Priorität hat der Tausch der vier Unterwanten. Wir messen sie aus. Dafür klettert Nobbi mit dem Maßband in den Mast und ich lese unten die benötigte Länge ab. Die Werte stimmen mit denen, die wir beim letzten Tausch aufgeschrieben haben überein, das ist doch schon einmal erfreulich. Mittags geben wir das alte gebrochene Want als Muster ab, abends werden wir bereits angerufen, dass unsere neuen Drähte fertig sind. Am nächsten Tag tauschen wir die alten gegen die neuen Unterwanten. Die alten wandern in den Schrank, man weiß ja nie. Ersatzwanten im Schrank haben sich bewährt. Wir schlagen die Segel ab, reinigen und kontrollieren sie und legen sie zusammen. Die Rollanlage wird gereinigt, die Lager gefettet und gecheckt. Dabei fällt uns auf, dass eine Ecke der Abdeckung abgebrochen ist. Der Ausrüster unseres Vertrauens hat Ersatz vorrätig. Die Achterstagen werden ein wenig nachgesetzt, wir stellen den Mast wieder schön gerade hin und überprüfen alle Spannschrauben und Beschläge. Wir waschen Reffleinen, Fallen und Schoten und gönnen uns eine neue Dirk. Unsere Solarpanels am Seezaun haben irgendwo bei St. Helena den Geist aufgegeben. Eins liefert noch ein wenig Strom, das andere ist ganz tot. Die vorrätigen Solarpanels sind alle zu groß, doch wir können passende bestellen. Die kommen sogar aus Deutschland, würden aber nicht in den Koffer passen. Unsere Sprayhood ist nicht mehr zu retten, die Nähte haben wir schon mehrfach nachgenäht, Flicken verdecken Löcher und der Stoff ist mürbe. Wir haben uns ein Angebot für eine neue machen lassen, die wir Ende des Jahres bekommen. Neben den größeren Aufgaben, erledigen wir viel Kleinkram. Kissen, Ölzeug, Fleeceanzüge und lange Unterhosen werden gewaschen und entsalzen. In der kanarischen Sonne trocknet alles innerhalb kürzester Zeit. Die Hydrovane freut sich über einige ausgiebige Frischwasserdusche genau wie alle Blöcke und Rollen. Unseren Windgenerator bauen wir ab. Unser Nachbar lässt uns nicht nur auf seinem Vorschiff rumturnen, er hilft uns auch dabei. Der Windgenerator soll neue Lager bekommen. Das Wechseln der Gummidämpfer in Horta hatte ihn leider nicht leiser gemacht. Wir räumen fast jeden Stauraum aus und wieder ein. Nicht nur zum Putzen. Wir suchen Souvenirs. In den letzten eineinhalb Jahren haben wir immer wieder Andenken gekauft und die wollen wir nun mitnehmen, wenn wir nach Bremen fliegen. Wir finden Schätze von denen wir gar nicht mehr wussten, dass sie an Bord sind.
Wir spazieren durch Santa Cruz, entdecken eine neue Lieblingseisdiele und treffen alte und neue Bekannte. In der Stadt jagt ein Event das nächste. Das Vollmondfest „Plenilunio“ bietet Musik auf mehreren Bühnen und Plätzen einen Markt, Kinderbespaßung, Sportwettbewerbe, einen Umzug mit Trommelgruppe und eine Drohnenshow. Alle sieben Jahre wird die Jungfrau von Candelaria nach Santa Cruz gebracht, begleitet von tausenden Pilgern. Die Prozession dauert den ganzen Tag und endet in der Hauptkirche von Santa Cruz. Ein Clownfestival sorgt für Unterhaltung auf schattigen Plätzen und begeistert vor allem Kinder. Der Triathlon Europa Cup findet gewissermaßen direkt vor unserer Haustür statt. Die Schwimmwettbewerbe werden im äußeren Hafenbecken ausgetragen, die Wechselzone ist auf der Promenade. Morgens sind die Jugendlichen dran, dann messen sich verschiedene Klassen und mittags geht’s um den Europa Cup. Die Stimmung ist prima und das Zusehen macht Spaß. Mit dem Bus fahren wir nach La Laguna, spazieren durch die schöne Altstadt der ehemaligen Hauptstadt und essen Torte. Nobbi entdeckt einen Frisör. In Sachen Frisör hat ihn das Glück verlassen. Die Frisur aus Mindelo war ganz schlimm, die aus Ponta Delgada kaum besser, aber vergleichsweise teuer und auch die aus La Laguna kann nicht überzeugen. Wenigstens waren die Frisörinnen nett.
Am Samstag, 27. September, ist noch immer sehr schwachwindig. Der Wind hat auf West gedreht und wir segeln langsam in die richtige Richtung. Wir hatten Delfinbesuch, wurden von einer Golddorade begleitet und haben kleine schwarz-weiß gestreifte Fische, die uns bei dieser geringen Geschwindigkeit vorausschwimmen. In der letzten Nacht hatten wir einen wolkenlosen, ganz klaren Sternenhimmel mit einer Milchstraße bis zum Horizont und vielen Sternschnuppen. Die Nächte sind angenehm warm. Die Temperatur sinkt kaum unter 22 Grad. Kein Grund Strümpfe anzuziehen, wir sind weiterhin auf unserer persönlichen Barfuß-Route. Sonntag nimmt der Wind weiter zu und dreht über Nordwest nach Nordost. Wir segeln mal wieder am Wind und es wird ungemütlicher. Wir versuchen ein bisschen mehr Ost zu machen als nötig, damit wir abfallen können, falls der Wind in der Nacht zunimmt. Noch eine Nacht auf See. Morgen kommen wir an. Ich liege schon im Bett, Nobbi organisiert sich gerade für seine Nachtwache und wir unterhalten uns. Es knallt. Gar nicht besonders laut oder spektakulär. Wir wissen beide sofort, was es ist. Das Unterwant. Wieder das Unterwant in Lee, wieder das achtere, diesmal an Steuerbord. Nobbi sagt, dass wir noch zehn Minuten Zeit haben, bis es dunkel ist. Wir schauen uns an. Das schaffen wir. Nobbi zieht Schuhe an, ich räume den Kleiderschrank aus. Das Ersatz-Unterwant ist hinten im Schrank. Wir leinen uns beide an. Ich reffe die Fock und steuere Mari auf einen ruhigeren Kurs. Nobbi klettert mit dem neuen Want in den Mast und hakt es ein. Während er das neue Want spannt, räume ich unter Deck auf. Keine zehn Minuten nach dem Knall sind wir fertig. Wenig später ist es stockdunkel. Nun haben wir keine Reserve-Wanten mehr im Kleiderschrank, sind aber guter Dinge, dass wir die verbleibenden Meilen nach Teneriffa ohne weitere Rigg-Probleme zurücklegen können. Ich hatte mir die Ankunft auf Teneriffa so schön ausgemalt: bei Sonnenaufgang wollte ich den Teide sehen. Wir sind umringt von tiefen, dicken, grauen Wolken. Dunkelgrau kann man die Nordspitze Teneriffas erkennen. Der Pico de Teide zeigt sich nicht. Es ist sehr böig, mal dümpeln wir dahin, kurz darauf rast Mari los. Wir sind nun mit halben Wind unterwegs. Die Wellen, die uns der Ex-Hurrikan Gabrielle schickt, kommen schräg von achtern, sind aber nur selten höher als zwei Meter. Als wir die Nordsitze Teneriffas runden wird der Wind gleichmäßiger, nimmt aber zu. Wir gehen vor den Wind. Es schaukelt ordentlich, aber wir sind schnell unterwegs. Wie schön, endlich mal wieder vor dem Wind zu segeln! Es reißt auf, blauer Himmel ist zu sehen, vor uns liegt der Hafen von Santa Cruz und endlich sehen wir auch den Teide. Alles fühlt sich vertraut an. Die Schnellfähren nach Las Palmas, die an uns vorausflitzen, die Buchten und Strände, der Fischereihafen. Auf den letzten Meilen begleiten uns Delfine. Was für ein wunderbarer Abschluss dieser Etappe. Port Control erlaubt uns die Durchfahrt zur Marina, im großen Hafenbecken bergen wir ganz in Ruhe die Segel und ziehen das Ruder der Windsteueranlage ein. Auch die Marina meldet sich gleich auf unseren Ruf über Funk. Am 29. September machen wir abends um sieben am gleichen Steg fest, an dem wir im Sommer 2017 lagen. Am nächsten Morgen melden wir uns in der Marina an, gehen einkaufen und besuchen die Schiffshändler. Fast alles sieht so aus, wie wir es in Erinnerung haben. Wir freuen uns wieder hier zu sein und fühlen uns heimisch.