Zurück bei den Krähen in Port Dickson

Die Admiral Marina in Port Dickson kennen wir schon. Im Januar haben wir hier bereits zwei Nächte verbracht. Da wir diesmal ein paar Tage länger eingeplant haben um Melaka und Kuala Lumpur zu besuchen, wurde uns von den Marina-Mitarbeitern geraten eine Inlandseinklarierung zu machen. Leider gibt es in Malaysia die Regel, dass man auch „domestic“, also zwischen den Häfen, ein- und ausklarieren muss. Die Behördengänge sind kostenlos, man verliert aber jedes Mal einen halben Tag, weil man nach Port Dickson fahren muss und dort die Hafenbehörde, den Zoll und die Immigration aufsuchen muss.
Wir stellen fest, dass es in Port Dickson nichts zu sehen gibt, finden aber einen hervorragenden indischen Essensstand, den wir auch bei der Abreise wieder besuchen.

Einer der Marina-Mitarbeiter erklärt sich bereit unsere leeren Dieselkanister zu füllen. Der Dieselpreis ist am 10. Juni stark angehoben worden. Der Preisanstieg von 2,05 RM auf 3,35 RM ist wirklich groß. Bisher wurden Benzin und Diesel flächendeckend subventioniert. Diese Subventionen sollen nun sukzessive zurückgefahren werden. Deshalb ist Diesel in Westmalaysia (im Osten wird weiter subventioniert) nun teurer.
Für uns ist Diesel noch immer günstig (5 RM entsprechen 1 Euro), wir verbrauchen relativ wenig und segeln ohnehin lieber. Hier hat man jedoch häufig keinen Wind, deshalb muss die Maschine viel häufiger ran als uns lieb ist.

Die Marina hat ihre besten Zeiten hinter sich. Ein Steg ist gesperrt, die eine oder andere Klampe ist lose, die Stromleitungen eher abenteuerlich. Eine Marina-Crew werkelt aber an den Stegen herum, es gibt also Hoffnung.
Das Hotel ist überraschend gut besucht. Wenn im Pool viel los ist, fallen die vielen Krähen auch nicht so sehr auf. Einmal zählen wir sieben Krähen, die gleichzeitig auf dem Rand sitzen und trinken, dazu Dutzende in den Palmen um den Pool herum. Am ersten Abend schwimmt nur ein weiteres Paar, als ein 1,20m langer Waran erst aus dem Pool trinkt und sich dann ins Wasser gleiten lässt. Wir retten uns auf den Rand. Ich finde diese Urzeitviecher zwar cool, möchte mit ihnen aber weder kuscheln noch schwimmen.
Die Krähen sind ein Problem. Auch in anderen Häfen. In Penang waren auch viele Krähen unterwegs und in Puteri leben auch zu viele der schlauen Vögel. Doch nirgends haben wir so viele Krähen gesehen wie in der Admiral Marina. Sie landen an den Achterstagen, fahren Karussell auf den Windanzeigern, machen gerne Windindikatoren und Antennen kaputt und hinterlassen nicht nur ihren Kot. Uns haben sie Lammknochen aus dem Müll an Deck geworfen. Nur weil uns das Geräusch der aufschlagenden Knochen an Deck gerufen hat, haben wir die Schildkröte neben dem Boot gesehen. Endlich mal wieder eine Schildkröte. Es ist schon erstaunlich, wie viele Tiere (noch) in der dreckigen Straße von Malacca leben.
Highlight der Marina zwischen Verzweiflung und Hoffnung ist die Live-Musik in der Bar. Die Band singt toll. An unserem letzten Abend war es richtig gut gefüllt und die Mädels vom Nachbartisch haben uns mit außergewöhnlich guten Gesang beeindruckt. Ein schöner Abschied von diesem merkwürdigen Ort.

Kuala Lumpur

Unser nächster Ausflug führt uns nach Kuala Lumpur. Wir buchen ein Auto direkt zu den Batu Caves im Norden von Kula Lumpur. Auf der Fahrt gießt es in Strömen und wir fragen uns, was wir machen falls das Wetter so bleiben sollte.
In den Kalksteinhöhlen wurden mehrere Hindu-Tempel errichtet. In der größten, 100 m hohen Höhle befindet sich der Haupttempel. Als wir die 272 Stufen lange Treppe hinaufsteigen hat es glücklicherweise aufgehört zu regnen. Als eine der wichtigsten Attraktionen KLs, wie Kuala Lumpur meist genannt wird, ist hier immer viel los. Heute ist Sonntag, noch dazu ein langes Wochenende und viele Menschen nutzen die freien Tage für Zeremonien, Andachten und Hochzeiten. Noch nie habe ich so viele tolle Saris an einem Ort gesehen, die Frauen sind unglaublich schön und festlich angezogen. Goldene Borten, glitzernde Steine und leuchtende Farben kombiniert mit aufwendigen Frisuren und klimpernden, goldenen Armreifen.
Störend sind einzig die vielen Bananenschalen, die die Treppe in eine glitschige Angelegenheit verwandeln. Leider werden die Affen auf der Treppe gefüttert, sie sind entsprechend fordernd und lassen ihre Bananenschalen auf der Treppe zurück.
In einem kleinen indisch-malaiischen Restaurant bekommen wir ein leckeres Mittagessen und Gelegenheit uns zu überlegen, was wir als nächstes unternehmen wollen.
Der Montag, der nächste Tag, ist ein Feiertag. Hari Raya Haji, das islamische Opferfest ist einer der höchsten Feiertage, deshalb sind die meisten Museen geschlossen. Wir entscheiden uns also von den Batu Caves direkt ins National Museum zu fahren. Nach den Museen in Melaka bin ich nur mäßig motiviert, aber dieser Besuch hat sich wirklich gelohnt. Die Dauerausstellung beschreibt die Geschichte Malaysias beginnend vor 500.000 Jahren, bis zur Unabhängigkeit, Trennung von Singapur und Entstehung der Nation Malaysia. Viele Themen, die uns in den letzten Wochen begleitet haben, ob Gummi oder Palmöl, Melaka oder Penang werden aufgegriffen.

Unser Abend-Spaziergang führt uns über den zentralen Platz, vorbei am Zusammenfluss der Flüsse, an der Jamek -Moschee, der ehemaligen Post, dem Sultan Abdul Samad Gebäude bis zum zentralen Markt. Die Stimmung in der Stadt ist entspannt, wir treffen viele festlich gekleidete Männer, die am Feiertag gemeinsam mit Freunden die Moschee besuchen.
Unser Weg führt uns schließlich nach Chinatown. Auf dem quirligen Nightmarket kann man sehr viele „Markenprodukte“ kaufen. Wir brauchen weder eine „echte“ Rolex, noch eine supergünstige Handtasche. Erbeuten hier aber unser Abendessen. Am Dumpling-Stand bekommen wir den Stuhl des Verkäufers und dürfen im Sitzen am einzigen Tisch essen. Wir beobachten ein winziges, unscheinbares Restaurant auf der anderen Straßenseite. Das Chicken-Rice scheint berühmt zu sein, die Schlange ist 100m lang und bewegt sich kaum. Die Kunden sind bereit stundenlang in der Schlange zustehen. Wir stellen uns nicht an und essen eine gebratene Banane zum Nachtisch.

Unser zentral gelegenes Hotel ist nicht nur recht günstig, sondern überrascht mit sehr umfangreichem Frühstücksangebot. Nudelsuppe, Müsli, Croissants, Eier, Nudelauflauf, geschmorter Kürbis, hier gibt es für jeden Geschmack etwas. Unser Frühstück fällt entsprechend etwas länger aus. Noch einmal spazieren wir durchs zentrale KL. Wir wollen den angeblich schönsten Bahnhof der Welt sehen und sind ziemlich enttäuscht. Man kann erahnen, dass er einmal schön war. Jetzt ist er vor allem heruntergekommen. Leider sind auch viele andere Gebäuden aus der Kolonialzeit, wie beispielsweise der ehemalige Supreme Court, in sehr schlechtem Zustand.
In der alten Markthalle sehen wir uns Souvenirs an, die wir nicht kaufen, und dann wird es Zeit aus dem Hotel auszuchecken. Wir laufen zu den Petronas Towers und machen ein paar Fotos von KLs ikonischem Gebäude. Die Zwillingstürme sind 452m hoch und galten nach ihrer Fertigstellung 1998 als höchstes Gebäude der Welt. Namensgeber ist Petronas, der staatliche, malaysische Mineralölkonzern, der diese Türme gebaut und hier seinen Hauptsitz hat. Uns gefallen sie besonders nachts, dann sehen sie so filigran aus, als seien sie aus Silber.

Wir fühlen uns beide nicht wohl und Gewitterwolken ziehen auf, also treten wir den Rückzug an und beschließen zurück zu Mari zu fahren. Kaum sitzen wir im Auto, da beginnt es zu gießen. Es hört erst auf, als wir an der Marina aussteigen. Das nenne ich Timing.
Der Kurzbesuch in der Hauptstadt hat uns Spaß gemacht, nicht nur wegen des klimatisierten Hotelzimmers.

Melaka

Die Stadt hat eine wechselhafte Geschichte, die sie nicht zuletzt ihrer strategisch interessanten Lage in der Straße von Malacca verdankt. Dieser abwechslungsreichen Geschichte verdankt sie auch die vielen Schreibweisen: Melaka, Malacca, Malakka. Ich kann mich nicht so recht entscheiden und nehme die aktuelle, malaiische.
Die Stadt wurde etwa 1396 vom Prinz Parameswara gegründet, so eine der Legenden. Schon bald interessierten sich fremde Handeltreibende für die junge Stadt. Anfang des 15. Jhd erklärte Chen Ho Melaka zum Protektorat der Ming-Dynastie. Nach den Chinesen kamen 1509 die Portugiesen, die hier ab 1511 regierten. Der Sultan von Melaka versuchte etliche Male die Portugiesen zu vertreiben, war aber nicht erfolgreich. Anders als die Niederländer, die Melaka 1641 eroberten. 1824 fiel Melaka endgültig an die Briten und wurde (zusammen mit Singapore und Penang) Teil des „Straits Settlements“, was es, mit Ausnahme der japanischen Besetzung im 2. Weltkrieg, bis zur Unabhängigkeit Malaysias 1957 blieb.

Die Fahrt nach Melaka ist interessant, so bekommen wir einen kleinen Einblick ins dörfliche Leben und die Fahrt führt oft entlang der langen Strände. Wir durchqueren große Ölpalmen-Plantagen. Ölpalmen sind schöne Pflanzen und die dunkelgrünen Palmen bilden ein grünes Meer soweit man sehen kann. Obwohl die Pflanze ursprünglich aus Afrika kommt, sind die größten Anbauflächen in Südostasien. Malaysia ist der zweitgrößte Palmölproduzent, Indonesien produziert inzwischen aber mehr als doppelt so viel Palmöl. Es gibt einen sehr hohen Ertrag pro Fläche, viel höher als bei anderen Ölpflanzen. Leider wird noch immer viel Regenwald gerodet, um neue Plantagen anzulegen. Dies gilt insbesondere für Borneo. Der Verlust des Regenwaldes geht mit dem Verlust der Artenvielfalt, des Lebensraums der Orang Utans und der Vertreibung der Bewohner einher.

Zurück nach Melaka. Wir steigen auf dem „Dutch Square“, dem zentralen Platz Melakas, dessen Gebäude rot gestrichen sind, aus dem Auto. Die holländische Christus-Kirche von 1753 und das Stadthys von 1650 stehen an diesem Platz mit seinem Victoria-Brunnen und dem Uhrturm. Im Stadthys ist ein Museum, das wir uns ansehen. Die Geschichte der Stadt als Einstieg in diesen Ausflug. Die Ausstellung ist leider eher mäßig und etwas ungepflegt, die wenigen schönen Ausstellungsstücke kommen nicht so recht zur Geltung, trotzdem bekommen wir einen geschichtlichen Überblick. Nobbi hat beschlossen, dass er einmal zum Meer laufen muss und so tapern wir in der Mittagszeit, in der prallen Sonne, bis an die Mündung des Sungai Melaka. Der Ausblick ist nicht wahnsinnig ergiebig und wir ziehen weiter. Nach einem leckeren Mittagessen, checken wir in unser Hotel ein. Das Hotel hat eine sehr hübsche Fassade und ist unglaublich tief und um mehrere Innenhöfe gruppiert. Obwohl die Kühle der Klimaanlage sehr verlockend ist, widerstehen wir der Versuchung und gehen noch einmal los. Ein Spaziergang führt uns vorbei an Tempeln, Moscheen und Kirchen, an Versammlungshäusern und an gut erhaltenen Wohnhäusern, und führt uns schließlich am Fluss entlang.
Nach dem Abendessen erleben wir die Stadt im Dunkeln. Am Fluss ist alles beleuchtet, die Gebäude, die Ufer und eine Melaka Werbung (mit Krümelmonster?!). Für unseren Geschmack ist es etwas zu bunt und zu blinkend.

Am nächsten Morgen sehen wir uns Teile des maritimen Museums und den Nachbau der „Flor de Mer“ an. Das portugiesische Schiff hatte lauter Schätze aus Melaka an Bord und ist 1511 vor Sumatra untergegangen. Die Geschichte ist spannend, aber für das Museum sehen wir noch Potential.
Eine kleine Runde bringt uns am Nachmittag zum Nachbau des Sultans Palastes, zu den Resten des portugiesischen Forts und am Unabhängigkeitsdenkmal vorbei. Viele Stufen führen auf den Bukit Melaka, einen Hügel von dem man einen netten Ausblick auf Melaka hat und auf dem die Grundmauern der St. Pauls Kirche von 1521 stehen. Wir lassen uns noch etwas durch die Stadt treiben, essen Mittag und machen uns auf den Weg zurück zu Mari.

Melaka war interessant, aber das Highlight für uns beide war aber, ehrlich gesagt, eine Nacht mit Klimaanlage in dem wirklich schönem Hotelzimmer. Unter einer Bettdecke schlafen ohne zu schwitzen. Wahrer Luxus!

Von Penang nach Port Dickson

Wir verabschieden uns von Penang. Noch schnell einkaufen und dann geht’s los. Vorsichtig schieben wir Mari zwischen den großen Motorbooten raus, beide Nachbarn sind 15m länger als wir.
Vor der Marina ist ein riesiges Sperrgebiet. Landgewinnung ist das Stichwort. Hier entstehen zwei neue Inseln. Um dieses Sperrgebiet müssen wir drum herum. Abkürzen ist nicht nur verboten, sondern auch wenig empfehlenswert. Tag und Nacht werden hier Steine abgeladen und Sand aufgeschüttet.
Wir fahren zwischen Penang und dem Festland durch, das ist interessant. Wir passieren die uns nun wohl bekannte Altstadt und sehen die City Hall, den Uhrenturm und die vielen Häuser auf Pfählen. Die Swettenham-Pier ist frei, der Kreuzfahrer ist uns gerade entgegengekommen.
Von der Pier in Butterworth (am Festland) legt gerade ein Containerschiff ab und vor uns dreht ein Schleppverband. Das sieht zunächst interessant aus, denn es scheint als ob er uns entgegen kommt, in Wirklichkeit treibt er aber mit der Strömung rückwärts. Schließlich gibt der Schlepper wieder Gas und beginnt die Barge, die er schleppt zu drehen. Das kommt auch in keinem Bootsführerschein vor. Zwei lange Brücken verbinden die Insel Penang mit dem Festland, beide haben eine Durchfahrtshöhe von 28m, genug Platz für uns. Ganz im Süden der Ostküste Penangs finden wir einen guten Ankerplatz. Nachts haben wir eine schöne Aussicht auf die Lichter der 24 km langen, südlichen Brücke.

Die Gebäude mit den roten Dächern rahmen die Straits Quay Marina ein.
Schleppverband vor Georgetown
Penangs 24 km lange Südbrücke.

Am nächsten Morgen stehen wir um fünf Uhr auf. Sobald der Kaffee fertig ist, geht’s los. Fast 60 Meilen liegen vor uns. Die Etappe verläuft herrlich unspektakulär und am späten Nachmittag erreichen wir die kleine Insel Talang. Bei Einbruch der Dunkelheit werden einige Angler auf der Insel abgesetzt, die dort nachts mit beleuchtetem Köder angeln. Was es nicht alles gibt. Es regnet nachts und auch morgens, die Angler tun uns leid, wie sie auf ihren Felsen stehen. Bald tun wir uns auch leid, der Wind steht unangenehm auf den Ankerplatz und zusammen mit der gegenlaufenden Strömung entsteht eine ungemütliche Welle. Noch vor dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Pulau Pangkor. Die Etappe heute hat nur 16 Meilen und wäre richtig entspannt gewesen, wenn wir nicht eine neue Art von Fischernetzen kennengelernt hätten. Vor uns taucht eine lange Kette von weißen Bojen auf, die kennen wir schon, denken wir. Normalerweise liegen die Netze tief und man kann gefahrlos zwischen den Bojen hindurch fahren. Die Netze, die an der Oberfläche liegen, haben deutlich mehr Bojen. Wir peilen eine Lücke an und erschrecken, als wir ganz kurz vor dem Netz sehen, dass es sich nur etwa einen halben Meter unter der Oberfläche befindet. Wir können nicht mehr stoppen. Mit einem leisen „Klöng“ taucht das Netz hinter uns wieder auf, Glück gehabt. Wir hatten ausgekuppelt, dann wickelt man sich das Netz wenigstens nicht um den Propeller. Aber trotzdem möchten wir ungern gefangen werden.

Bei unserer Ankunft leuchtet Talang in der Sonne.

Der Wetterbericht ist sich sehr uneinig. Wind aus Nord oder Süd. Schwell aus West. Schwierig, danach einen Ankerplatz auszuwählen. Wir verbringen einen schönen Sonntag in der Ankerbucht im Süden Pangkors. Das Wasser ist so klar, wie schon lange nicht mehr und endlich etwas kühler. Wir baden ausgiebig, nur ein weiteres Bad am Abend fällt aus. Nachdem wir hörten, dass in der Nähe ein französischer Segelfreund zu engen Kontakt mit einer Qualle hatte und sich ernsthaft verletzt hat, haben wir keine Lust mehr dazu.

Sonnenuntergang bei Pangkor. Der Beginn einer sehr kurzen Nacht.

Die vor uns liegende Etappe ist 80 Meilen lang. Zu lang, um es bei Tageslicht zu schaffen. Wir überlegen hin und her und entschließen uns sehr früh aufzustehen. Um Mitternacht klingelt der Wecker. Es ist sternenklar und wunderbar ruhig. Gleich südlich von Pangkor liegen eine Handvoll großer Schiffe auf der Reede. Eins bewegt sich, wir fahren lieber hinter ihm durch. Es führt drei rote Rundumlichter, das heißt, dass es tiefgangsbehindert ist. Das Schiff hat laut AIS einen Tiefgang von 23m. Wahnsinn. Es handelt sich um einen ganz großen Bulkcarrier, der 360m lang ist und Eisenerz transportiert.
Nachdem wir das Ankerfeld hinter uns gelassen haben, schicken uns Gewitterwolken ihre kühlen Böen, als der Wind abnimmt und es nur noch heftig blitzt, nähern wir uns einem Bereich mit vielen Fischern. Die sind leider wieder kreativ beleuchtet, man sieht also nicht wohin sie fahren. Wir sind froh, dass wir zu zweit sind und sie ganz gut im Blick behalten können. Die Blitze aus dem Gewitter erreichen vor uns nun auch die Wasseroberfläche, das ist sehr unheimlich, hat aber den Vorteil, dass wir die Boote um uns herum für einen kurzen Moment erkennen können. Als es hell wird, werden auch die Fischer weniger. Der Strom schiebt uns erst, bremst uns dann ein paar Stunden und läuft dann wieder mit uns. Die Genua darf ein bisschen mitziehen und wir kommen besser voran als erwartet. Als wir uns Port Klang nähern, wimmelt es wieder von Fischern, es ist aber problemlos möglich ihnen auszuweichen. Wir hängen noch zehn Meilen dran und erreichen den Ankerplatz gegenüber von Containerterminal in Port Klang am frühen Abend. 91 Meilen in 17 Stunden, das war ein langer Tag. Um halb neun fallen wir in die Koje und schlafen sofort ein.

Ein Fischer, der ein Netz schleppt.

Am nächsten Morgen stehen wir wieder früh auf und verlassen unseren Ankerplatz noch im Dunkeln. Der Sonnenaufgang wird von dunklen Gewitterwolken verdeckt und in den großen Wolken blitzt es mal wieder gewaltig.
Wir fahren entlang der kilometerlangen vollbesetzten Containerpier und müssen einem indonesischen Frachter ausweichen, der beschlossen hat auf unserer Seite zu fahren. Ein spannender Kontrast: indonesisches Holzschiff mit der Ladung in Säcken, neben vielen modernen großen Containerschiffen. Südlich von Port Klang liegen über 50 Schiffe im Ankerfeld. Der Hafen ist voll, sie warten alle auf ihren Liegeplatz. Wir schlängeln uns zwischen den Ankerliegern hindurch.
Auch heute läuft es besser als erwartet, der Seegang ist etwas unangenehm, aber wir können Segel setzen und sind so nicht nur schneller sondern auch bequemer unterwegs. Der Strom meint es gut mit uns und schiebt uns fast den ganzen Tag mit einem halben Knoten.
Kurz vor Port Dickson queren wir das Ankerfeld mit den großen Tankern, sehen am Ufer ein gewaltiges Kraftwerk und eine riesige Raffinerie und erreichen nachmittags nach 55 Meilen die Admiral Marina in Port Dickson.
Nach vielen langen Etappen haben wir uns eine Pause verordnet. Port Dickson selbst ist nicht so aufregend, aber ein ganz guter Ausgangspunkt für Ausflüge.

An der langen Pier sind alle Plätze belegt.
Kleiner hölzerner Frachter und große Containerschiffe
Port Klang verschwindet im Dunst.
Schiffe und noch mehr Schiffe auf der Reede von Port Klang.

Kek Lok Si Tempel

Dieser Tempel gilt als größter buddhistischer Tempel Malaysias und ist einer der größten Südost-Asiens. Der Name bedeutet etwa „Tempel des höchsten Glücks“.
Der Bau des Tempels wurde 1890 begonnen, zwanzig Jahre später eröffnet und ist seitdem quasi permanent im Bau. Es gibt mehrere Schildkrötenteiche und verschiedene kleine und große Andachtshallen. Am auffälligsten sind die siebenstöckige, 30m hohe Pagode und die riesige Kuan Yin Statue der Göttin der Gnade mit ihrem Pavillon.
Auf der Fahrt regnet es. Wir haben Glück, als wir ankommen hört es auf und wir erklimmen die vielen Stufen zum Tempel. Erst als wir fast fertig sind und nur noch zur Kuan Yin-Statue hinauffahren wollen, regnet es wieder. Wir investieren trotzdem 6 Ringgit (1,20 Euro) in den Aufzug, der uns an den Fuß der großen Statue bringt und schlagen Zeit in den Andenken-Läden tot. Unglaublich was für furchtbares Zeug verkauft wird. Winke-Einhörner sind noch eher harmlos gegen Mäusefamilien in blauem Glitzer.
Eine beeindruckende Tempelanlage, auf der es sehr viel zu sehen und viele Stufen zu erklimmen gibt. Unsere tierischen Highlights sind die Tempelkatze und die Kolibris im Garten.

Rettungsinsel-TÜV und Crew-Aufhübschung

Auf Penang sind wir nicht nur aus touristischen Gründen. Hier haben wir die Möglichkeit unsere Rettungsinsel warten zulassen.
In der kleinen Werkstatt von „Ocean Success“ werden wir nett begrüßt. Die Insel wird ausgepackt. Wir sind positiv überrascht. Obwohl sie seit Jahren an Deck liegt, ist kein Wasser eingedrungen. So soll es sein. Sie wird mit Druckluft aufgepustet und wir haben Gelegenheit sie uns anzusehen. Das Equipment wird sofort durchgesehen und Abgelaufenes ausgetauscht. Die Signalraketen sind überlagert, genau wie die Trinkwasserbeutel, und auch die Batterien in den Taschenlampen werden ausgetauscht. Wir verabschieden uns. Die Rettungsinsel muss zeigen, dass sie 24 Stunden die Luft hält bevor sie wieder zusammengefaltet, eingeschweißt und in ihrem Container verpackt wird. Zwei Tage später können wir sie wieder abholen.
Es war interessant sich die Wartung einmal anzusehen und auch eine gute Gelegenheit die eigene Insel kennenzulernen. Wir hoffen sehr, dass wir sie nie einsetzen müssen.

Natürlich liegt auch Bootsgetüddel an. Das Getriebe bekommt einen Ölwechsel, wir modifizieren die neue Starlink-Halterung und am dicken Radarkabel hat sich eine Verbindung gelöst und wird ersetzt. Die Sackkarre kommt mal wieder zum Einsatz. Wir laufen mit unserem leeren Kanister zur nächsten Tankstelle. Tanken macht Spaß, Diesel ist billiger als Cola und kostet 40 Cent/Liter. Der nicht so schöne Teil des Weges führt entlang einer dreispurigen Straße, auf dem interessanteren Teil des Weges beobachten wir junge Männer beim Cricket spielen und entdecken eine Ladenzeile, wo eine Apotheke all die Medikamente vorrätig hat, die noch auf unserer Liste standen.
Nicht nur Mari braucht Pflege, manchmal muss auch die Crew renoviert werden. Wir gönnen uns einen Friseurbesuch. Noch nie hatte ich so viel Schaum auf dem Kopf. Die Kopf- und Nackenmassage, die ich während der Haarwäsche bekommen habe, hat mich überzeugt.
Nobbi ist auch zufrieden mit seinem Haarschnitt und die Chefin bei „Ocean Success“ behauptet, er sähe aus wie George Clooney. Na dann!

Penang Hill

Seit 1923 gibt es die Standseilbahn auf den Penang Hill. Die höchste Erhebung Penangs ist 833m hoch, die Bahn bringt ihre Passagiere auf 780m. Die bewaldeten Berge waren schon während der Kolonialzeit ein beliebtes Ausflugziel und sind es bis heute. Wir und noch ganz viele andere wollen auf den Berg. Später erfahren wir, dass die einwöchigen Ferien gerade zu Ende gehen und deshalb viele malaiische Touristen unterwegs sind.
Eineinhalb Stunden stehen wir in der Schlange um innerhalb von 5 min unser Ziel zu erreichen. Oben angekommen, hat man einen fantastischen Ausblick über Georgetown. Es gibt Restaurants, Kioske, Fotostopps (Foto mit Papagei vor Leinwand oder Foto im Herz vor echtem Ausblick) und alle möglichen Bespaßungen. Uns interessieren die Spazier- und Wanderwege. Kaum hat man das Gewusel hinter sich, ist es ruhig, man kann den Blick genießen und die niedrigeren Temperaturen auf knapp 800m genießen. Die Wege führen meist im Schatten durch dichte Vegetation, an den wohl am schönsten gelegenen Häusern Penangs und an spektakulären Ausblicken vorbei. Wir sehen viele Tiere wie schwarz-rote Hörnchen, Eidechsen, Affen, Schmetterlinge und eine große Anzahl Vögel.
Uns gefällt es so gut, dass wir drei Tage später noch einmal auf den Berg fahren und eine andere Runde laufen.

Georgetown

Georgetown ist die quirlige Hauptstadt Penangs. Die britische Altstadt hat der architektonisch einzigartigen Stadt den Weltkulturerbe Status eingebracht. Am Wasser liegen neben dem alten Fort Cornwallis, die Town Hall und City Hall, sowie der Uhrenturm. Dies war das britische Verwaltungszentrum und auch heute sind hier hauptsächlich Verwaltungs- und Bürogebäude.
Das Gebiet, das vor allem von der alten, zweistöckigen Bauweise geprägt ist, ist erstaunlich groß. Viele Häuser wirken etwas verfallen oder renovierungsbedürftig, sind auf der anderen Seite aber auch nicht totsaniert. Zwei Seiten derselben Medaille. Uns gefallen die Wohnstraßen mit ihren Shophouses. Unten der Laden, oben die Wohnung. Dazwischen befinden sich Kirchen, Hindu-Tempel, buddhistische Tempel und Moscheen. Nachkommen indischer Einwanderer, Malaien und chinesischer Einwanderer stellen die größten Bewohnergruppen. Im Stadtkern fällt der chinesische Einfluss sehr auf, fast die Hälfte der Einwohner Penangs hat chinesische Wurzeln. Viele Straßenzüge sind in der Hand der Nachkommen chinesischer Einwanderer, das sieht man nicht nur an den Restaurants und den chinesischen Schriftzeichen an den Läden, sondern auch an den Kongsi, den Klanhäusern. Hier versammeln sich (Groß-)-Familien, Einwanderer gemeinsamer Herkunft oder mit demselben Beruf. Die Kongsi sind teilweise sehr prächtig und haben meistens einen eindrucksvollen Tempel. Chinesische Familien sind es auch, die auf Pfahlsiedlungen über dem Wasser wohnen. Wohnhäuser, Geschäfte und sogar Tempel stehen auf Pfählen über dem Wasser. Touristen dürfen sich die „Jetties“ ansehen, während der Besuch von Mitgliedern anderer Klans angeblich nicht gerne gesehen wird.

Wir wollen an einer Stadtführung teilnehmen, doch am Treffpunkt taucht niemand auf. Also ziehen wir auf eigene Faust los. Am nächsten Tag klappt es dann doch mit der Führung. Wir haben uns bei der Touri-Information angemeldet und sind die einzigen Teilnehmer. Nachdem wir einem geschichtlichen Überblick erhalten haben, machen wir eine schöne Runde durch die Stadt und werden auf viele bauliche Besonderheiten aufmerksam gemacht. Außerdem lernen wir viele interessante Kleinigkeiten und hören nette Geschichten, zum Beispiel kennen wir jetzt das Gebäude von dem der Opiumhandel kontrolliert wurde. Und wir erfahren, dass es einen Tempel mit einem Hinterausgang gibt, durch den gerade eben ein kleiner Chinese, aber auf keinen Fall ein Brite in Uniform passt. Der Opiumhandel und andere wenig legale Aktivitäten erforderten gelegentlich ein rasches Verschwinden.
Gemeinsam besuchen wir einen buddhistisch-taoistischen Tempel (wir erfahren, dass die Religionen hier ein wenig verschwimmen) und lernen, wie man um Hilfe bittet, durch ein Ritual schließlich eine Zahl bekommt, die einen dann zu einem Text führt, der eine Geschichte und Ratschläge enthält. Sehr modern per QR-Code, wenn man möchte.

Unsere Stadtführerin empfiehlt uns auch ein Nyonya Restaurant. Die nyonya oder peranakanische Küche, ist eine Mischung aus chinesischer und malaiischer Küche mit vielen Gewürzen und farbenfrohen, süßen Leckereien. Hier essen wir hervorragend. Wir probieren uns durch lauter Kleinigkeiten. Meine Favoriten sind die „Empanadas“ (viele Grüße nach Argentinien), die Teigtaschen sind hier mit Hühnchen-Curry gefüllt. Um in den Gastraum zu kommen läuft man durch die Küche. Das ist nicht nur interessant, sondern schafft auch Vertrauen.
Überhaupt kann man hier hervorragend essen. Im Indisch-malaysischen Restaurant schmeckt es so gut, dass wir anschließend das Abendessen ausfallen lassen müssen. Wir haben einfach zu viel gegessen. An einem anderen Tag landen wir zufällig beim besten Käsekuchen außerhalb Deutschlands.
Georgetown, ist nicht nur kulinarisch, einen Besuch wert!

Es knallt

Klack! … Klack! … klack … Klack!
Knallkrebse oder Pistolenkrebse sind um uns herum unterwegs. Das komische Knallen hören wir, als wir im abends im Cockpit sitzen. Mit einer Taschenlampe leuchten wir ins Wasser und sehen hunderte dieser merkwürdigen Garnelen. Sie sehen etwa so aus wie ein kleiner Langustino oder eine Crevette (kennt ihr vielleicht von der Speisekarte) und haben zwei Scheren, wobei eine deutlich größer ist als die andere. (Alpheidae ist eine artenreiche Garnelenfamilie, unsere Exemplare sind ziemlich groß über 10 cm, haben einen breiten Schwanzfächer und sind bräunlich). Sie besitzen eine Spezialschere, mit der sie einen Wasserstrahl ausstoßen, der eine Kavitationsblase erzeugt, deren Implosion den Knall hervorruft. Klingt kompliziert? Ja. Physikalisch schon ziemlich abgefahren. Hinzukommt, dass die Implosion der Blase zu Sonolumineszenz führt, zur Aussendung eines Lichtblitzes. Der Shrimp muss das nicht verstehen, er nutzt den Wasserstrahl zum Beutefangen oder im Kampf mit Artgenossen.

Wir liegen hinter der kleinen Insel Pulau Bidan, etwa 40 Meilen von Langkawi entfernt. Wir haben unsere Etappe hier unterbrochen. Die Reise hierher war angenehm, immerhin konnten wir einen Teil der Strecke segeln und waren schneller als erwartet.
Die Nacht zuvor verbrachten wir in Langkawi bei Pulau Singa Besar. Ein schöner Ankerplatz und eine sehr ruhige Nacht. Während der Dämmerung, sowohl bei Sonnenaufgang, als auch bei Sonnenuntergang, erfüllte ein wunderbarer Blütenduft die Luft. So ähnlich wie Jasmin. Ein schöner Abschied von Langkawi, das uns sehr gut gefallen hat.

Überfahrt von Pulau Bidan nach Pulau Penang ist sehr grau. Erst spät schälen sich die Hochhäuser aus dem Dunst und wir sehen die Insel. Kurz von Penang ist wieder mehr Verkehr. Ein kleineres Containerschiff verlässt den Hafen, ein Schleppverband kreuzt unseren Weg dicht unter Land, das schwimmende „Casino Cruise Ship“, mit dem man Criuses to Nowhere ab Penang unternehmen kann, ist auch wieder da und wir sehen viele Bagger. Im Nordosten Penangs wird eine neue Insel aufgespült. Dicht hinter dieser zukünftigen Insel liegt die Straits Quay Marina, in der wir einen Platz reserviert haben. Die Einfahrt ist sehr flach, wir fahren ganz langsam, weil wir manchmal nur einen halben Meter Wasser unterm Kiel haben, kommen aber heil in die Marina. Mari findet ihren Platz neben einer großen Motoryacht. Manchmal ist es ein Vorteil, wenn man in die kleinen Lücken passt.
Einige Tage werden wir Penang erkunden, bevor wir unseren Weg nach Süden fortsetzen.

Ein treibender Baumstamm nimmt Kurs auf uns.
Segelwind!
Die Hochhäuser Penangs kommen in Sicht.
Mari passt in die kleine Lücke.

Fleißige Tage und ein unfreiwilliges Bad

In Kuah legen wir souverän an, trotz Strömung von der Seite. Nach dem Chaos bei unserem Anlegemanöver in Rebak vor gut einer Woche, ist das erwähnenswert. Unser Helfer hat wirklich alles getan um das Manöver zu sabotieren und war damit dieses Mal auch ziemlich erfolgreich. Er hat es geschafft das Schiff gegen unseren Willen aufzustoppen noch bevor wir in die Box gefahren waren, hat dann die Vorleine aber ins Wasser fallen lassen und stand im Weg. Das Kuddelmuddel war perfekt. Am Ende lag Mari am Steg und ich schwamm im Hafenbecken.

Die Woche in Rebak ist schnell vergangen. Eigentlich wollten wir gar nicht so lange in Langkawi bleiben, sind aber guter Dinge, weil wir viel geschafft haben. Ein neues Solarpanel soll uns mit mehr Strom versorgen und wird bei Bedarf auf dem Bimini liegen, den Regler haben wir im Elektroschrank eingebaut (der früher mal ein Kleiderschrank war) und ein langes Kabel mit den entsprechenden Anschlüssen vorbereitet. Die Sprayhood hatte einige durchgescheuerte oder durchgesonnte Nähte und auch am Bimini wollten einige Nähte erneuert werden. Schon vor einigen Wochen haben wir eine Starlink-Antenne gekauft, die es ermöglicht via Satellit im Internet zu surfen. Nun haben wir die Halterung, die wir anfertigen lassen haben, abgeholt. Am aufwendigsten war es jedoch das Kabel durchs Schiff zu legen insbesondere, weil wir kein neues Loch ins Deck bohren wollten.

Der Wassersammler im Auspuff, hatte eine kleine Stelle, wo wir vermuteten, dass es leckt. Deshalb hatten wir in Deutschland ein Ersatz gekauft (extrem praktisch im Gepäck, wiegt zwar wenig ist aber sehr unförmig). Als wir das alte Teil ausbauen stellen wir fest, dass der Schaden viel größer ist als gedacht, auf der Unterseite war das Ding ziemlich korrodiert. Das neue Teil ist aus Plastik, das alte aus Edelstahl und natürlich sind die beiden völlig unterschiedlich geformt. Wir bestellen einen längeren Auspuffschlauch, damit wir das Plastikteil einbauen können, und fragen Frederick, ob er das alte Teil schweißen kann. Frederick hat auch unsere Antennenhalterung gebaut und ist der Mann für Edelstahlarbeiten. Er repariert den alten Wassersammler innerhalb rekordverdächtiger zwei Tage und macht uns damit sehr glücklich. Frederick, kann nicht nur mit Edelstahl umgehen, sondern spielt auch toll Gitarre und hat eine sehr schöne Stimme. So kommt es, dass wir das reparierte Teil bei live Musik an der Bar abholen.
Jetzt haben wir nun gleich zwei mögliche Lösungen und entscheiden uns das alte Teil einzubauen und das neue als Ersatz zu behalten. Weil wir gerade dabei sind bekommt der Motor noch Streicheleinheiten. Wir wechseln Motoröl und Filter.

Mit einer langen Einkaufsliste tigern wir durch den chinesischen Supermarkt und bekommen fast alles, sogar Kartoffelpüree. Nun ist Maris Bauch wieder gut gefüllt ist und wir werden bis auf weiteres nicht verhungern werden.

Wir sind eigentlich erstaunt, dass wir so gut vorangekommen sind. Es ist noch immer sehr heiß. Die Wetter-App sagt gerne 36 Grad, gefühlt wie 45. Mal denken wir, dass wir uns langsam dran gewöhnen, dann ist es wieder ganz schlimm. Wir haben das Gefühl zu schmelzen und trinken unglaubliche Mengen Wasser. Die T-Shirts können regelmäßig ausgewrungen werden. Jede Dusche ist eine willkommene Erfrischung, auch wenn man das Gefühl hat, es lohne sich nicht. Minuten später ist man wieder schweißnass. Ich habe jetzt auch am Hals Pusteln, die meistens jucken, manchmal verwandelt sich das in einen stechenden Schmerz. Hoffentlich verschwindet das bald wieder. Ich träume von Nieselregen und lese Krimis die im Winter nördlich vom Polarkreis spielen oder im Südwinter in der Antarktis.

Rebak hat uns wieder gut gefallen und den täglichen Morgenspaziergang haben wir beibehalten. Mal treffen wir einen großen Waran auf dem Weg, mal beobachten wir die Reiher beim Frühstück. Kolibris landen auf dem Dinghi des Nachbarboots, es gibt viele schöne Schmetterlinge und wir sehen Delfine von der Terrasse des Hotels. An den vielen Nashornvögeln und ihrem lustigen Flugstil kann ich mich nicht satt sehen, nur mit den Fröschen in der Damentoilette bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden.

In Kuah verbringen wir nur eine Nacht und besuchen die Behörden. Da wir Langkawi verlassen, brauchen wir eine „domestic clearance“.

Vermutlich besser als neu.
Das gute Stück ist wieder an seinem Platz.
Auch am Bimini wollen einige Nähte erneuert werden.
Ich brauche keinen Prinzen und mag Frösche draußen, aber nicht auf der Toilette.