Georgetown ist die quirlige Hauptstadt Penangs. Die britische Altstadt hat der architektonisch einzigartigen Stadt den Weltkulturerbe Status eingebracht. Am Wasser liegen neben dem alten Fort Cornwallis, die Town Hall und City Hall, sowie der Uhrenturm. Dies war das britische Verwaltungszentrum und auch heute sind hier hauptsächlich Verwaltungs- und Bürogebäude.
Das Gebiet, das vor allem von der alten, zweistöckigen Bauweise geprägt ist, ist erstaunlich groß. Viele Häuser wirken etwas verfallen oder renovierungsbedürftig, sind auf der anderen Seite aber auch nicht totsaniert. Zwei Seiten derselben Medaille. Uns gefallen die Wohnstraßen mit ihren Shophouses. Unten der Laden, oben die Wohnung. Dazwischen befinden sich Kirchen, Hindu-Tempel, buddhistische Tempel und Moscheen. Nachkommen indischer Einwanderer, Malaien und chinesischer Einwanderer stellen die größten Bewohnergruppen. Im Stadtkern fällt der chinesische Einfluss sehr auf, fast die Hälfte der Einwohner Penangs hat chinesische Wurzeln. Viele Straßenzüge sind in der Hand der Nachkommen chinesischer Einwanderer, das sieht man nicht nur an den Restaurants und den chinesischen Schriftzeichen an den Läden, sondern auch an den Kongsi, den Klanhäusern. Hier versammeln sich (Groß-)-Familien, Einwanderer gemeinsamer Herkunft oder mit demselben Beruf. Die Kongsi sind teilweise sehr prächtig und haben meistens einen eindrucksvollen Tempel. Chinesische Familien sind es auch, die auf Pfahlsiedlungen über dem Wasser wohnen. Wohnhäuser, Geschäfte und sogar Tempel stehen auf Pfählen über dem Wasser. Touristen dürfen sich die „Jetties“ ansehen, während der Besuch von Mitgliedern anderer Klans angeblich nicht gerne gesehen wird.
Wir wollen an einer Stadtführung teilnehmen, doch am Treffpunkt taucht niemand auf. Also ziehen wir auf eigene Faust los. Am nächsten Tag klappt es dann doch mit der Führung. Wir haben uns bei der Touri-Information angemeldet und sind die einzigen Teilnehmer. Nachdem wir einem geschichtlichen Überblick erhalten haben, machen wir eine schöne Runde durch die Stadt und werden auf viele bauliche Besonderheiten aufmerksam gemacht. Außerdem lernen wir viele interessante Kleinigkeiten und hören nette Geschichten, zum Beispiel kennen wir jetzt das Gebäude von dem der Opiumhandel kontrolliert wurde. Und wir erfahren, dass es einen Tempel mit einem Hinterausgang gibt, durch den gerade eben ein kleiner Chinese, aber auf keinen Fall ein Brite in Uniform passt. Der Opiumhandel und andere wenig legale Aktivitäten erforderten gelegentlich ein rasches Verschwinden.
Gemeinsam besuchen wir einen buddhistisch-taoistischen Tempel (wir erfahren, dass die Religionen hier ein wenig verschwimmen) und lernen, wie man um Hilfe bittet, durch ein Ritual schließlich eine Zahl bekommt, die einen dann zu einem Text führt, der eine Geschichte und Ratschläge enthält. Sehr modern per QR-Code, wenn man möchte.
Unsere Stadtführerin empfiehlt uns auch ein Nyonya Restaurant. Die nyonya oder peranakanische Küche, ist eine Mischung aus chinesischer und malaiischer Küche mit vielen Gewürzen und farbenfrohen, süßen Leckereien. Hier essen wir hervorragend. Wir probieren uns durch lauter Kleinigkeiten. Meine Favoriten sind die „Empanadas“ (viele Grüße nach Argentinien), die Teigtaschen sind hier mit Hühnchen-Curry gefüllt. Um in den Gastraum zu kommen läuft man durch die Küche. Das ist nicht nur interessant, sondern schafft auch Vertrauen.
Überhaupt kann man hier hervorragend essen. Im Indisch-malaysischen Restaurant schmeckt es so gut, dass wir anschließend das Abendessen ausfallen lassen müssen. Wir haben einfach zu viel gegessen. An einem anderen Tag landen wir zufällig beim besten Käsekuchen außerhalb Deutschlands.
Georgetown, ist nicht nur kulinarisch, einen Besuch wert!





















