Tiga ratus heißt dreihundert. Da die indonesischen Rupiah so wenig Wert sind, braucht man selbst für einfaches Einkaufen hohe Zahlen. Eine Million sind sechzig Euro. 422.600 Rupiah sind also ein realistischer Preis für ein schickes Abendessen oder ein schönes Kleid. Empat ratus dua puluh dua ribu enam ratus. Wir üben also fleißig Zahlen, oder wie Nobbi sagen würde, wir spielen Tiger raten.
Am 10. November fliegen wir von Singapur nach Yogyakarta. Wie schon viele Male zuvor sind wir beeindruckt von Changi Airport. Es ist ruhig, perfekt organisiert und schön. Die Bäume im Terminal sind echt, es gibt einen Teich mit Kois und auf Wunsch beheizte Toilettensitze mit Unterbodenwäsche. Das sind nur die Kleinigkeiten im Terminal, außerdem gibt es noch die großen Highlights wie den Indoor-Wasserfall. Warum das alles? Weil es schön ist.
In Yogyakarta genannt Yogya, Djogja, meistens Jogja, bestellen wir uns ein Grab (Taxi). Am neuen Flughafen gibt es eine Gruppe netter, junger Mitarbeiter, die dafür sorgt, dass die Touristen im richtigen Grab landen, sehr nett. Eine schöne Fahrt bringt uns zu unserer Unterkunft. Unser Fahrer ist sehr mutig und traut sich mit seinem Auto in die schmalen Gassen, obwohl wir beteuern, dass wir die letzten Meter zu Fuß gehen können.
Unsere Unterkunft ist ein Glückstreffer. Das nette Guesthouse ist blitzsauber, die Besitzer freundlich und jeden Tag gibt für uns ein anderes leckeres Frühstück. Gebratener Reis, Sommerrollen, Hühnchenspieß, indonesische Pfannkuchen, Obst, fluffige Pancakes, lecker gewürzte Haferflocken mit Rosinen und Kokos, Salat, Saft und immer auch Obst. Wir werden verwöhnt.
Ganze sieben Tag haben wir Zeit für Jogja und Umgebung. Natürlich besuchen wir die touristischen Highlights wie Borobodur und Prambanan, aber wir nehmen uns auch viel Zeit, um uns durch die Stadt treiben zulassen. Ein Saft in einer kleinen Nebenstraße, ein Kaffee mitten im Gewusel. Es werden sehr viele Ausflüge angeboten, bei denen man sich Abseilen soll oder in Autoreifen durch einen Fluss treibt, die besten Selfi-Spots besucht oder europäische Wahrzeichen in Miniaturgröße anschaut. Das interessiert uns weniger. Wir freuen uns über die kleinen Wohnviertel, deren Straßen so schmal sind, dass keine Autos fahren. Denn hier kann man gut zu Fuß gehen. Der Spaziergang ist kein indonesisches Konzept. Man geht nicht zu Fuß und Fußgänger haben praktisch keine Rechte. Hier gibt es keine Fußgängerampeln und wenn es Bürgersteige gibt, werden sie zugeparkt, als Ladenerweiterung genutzt oder enden abrupt. Wir gehen trotzdem zu Fuß, nur dann erlebt man diese vielen lustigen kleinen Straßenszenen, die in Wirklichkeit spannender sind, als touristische Highlights. Kleine Garküchen mit leckeren Süßigkeiten, gut riechenden Gerichten und fremdartigen Eintöpfen stehen überall, auf einem Roller lassen sich halbe Haushalte und ganze Familien transportieren. Bedauernswerte Vögel sitzen in kleinen Käfigen und singen ihr fröhliches Lied und im kleinsten Innenhof ist Platz für eine Papayapflanze. Stolze Taubenbesitzer lassen ihr Vögel abfliegen und beobachten, ob sie in die richtige Richtung verschwinden und kleine Laster mit tausenden Eiern, die lose in großen Kisten liegen, beliefern winzige Läden. Wir beobachten wie die Männer zum Freitagsgebet eilen, zum Teil in traditioneller Kleidung inklusive Kris, dem Dolch. Das sieht toll aus.
Taman Sari ist das kleine Wasserschloss, das zu einer Freizeitanlage des Sultans gehörte, die um 1750 gebaut wurde. Von dem Komplex mit Park, künstlichen Seen und verschiedenen Pavillons ist nur das Herzstück erhalten geblieben, das Bad. Drei Becken werden von hohen Mauern eingefasst. Zutritt zu diesem Bereich hatten nur Frauen und der Sultan, für den es in der Mitte einen kleinen Turm gab, von dem er beim Baden zuschauen konnte. Die Tore zum Bad sind besonders schön gestaltet.
Während Taman Sari heute eine touristische Attraktion darstellt, wird der Sultans Palast noch genutzt. Ein Teil des Palastes ist jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich. In einem der Innenhöfe gibt es eine Tanzvorführung mit Javanischen Tänzen und Gamelan Orchester. In einem Nebengebäude gibt es eine Ausstellung, die das Leben des aktuellen Sultans beschreibt, außerdem sind Batik, Porzellan (zum Teil aus Deutschland) und Kleidung, die bei wichtigen Anlässen getragen wurde.
Vor dem Sultanspalast werden wir von einer Gruppe Studenten abgefangen. Sie haben die Aufgabe Touristen zu interviewen und ihr Englisch auszuprobieren. „Unsere“ Gruppe ist sehr nett, höflich und es macht Spaß die Fragen zu beantworten. In den nächsten Tagen erleben wir das noch häufiger. Indonesische Lehrer scheinen diese Aufgabe zu lieben. Wir landen auf unzähligen Fotos und sprechen Grußworte zum Geburtstag einer Highschool. Jetzt sind wir vorbereitet und stellen Gegenfragen. Welches Javanische Gericht sollten wir unbedingt probieren? Was ist das Lieblingsessen? Und wie gefällt der Palast oder Tempel? Meistens verlaufen diese Begegnungen sehr nett.
Borobodur ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Sie wurde um das Jahr 800 erbaut, geriet im elften Jahrhundert in Vergessenheit, wurde von Vulkanasche und Vegetation bedeckt und 1814 wieder entdeckt. 1835 wurde der Tempel freigelegt und zwischen 1973 und 1983 restauriert.
Der Tempel hat die Form einer Stufenpyramide mit einer quadratischen Grundfläche und einer Seitenlänge von 123m. Auf sechs quadratische Ebenen, folgen drei kreisförmige und schließlich eine zentrale große Stupa, die den Abschluss bildet. Im Buddhismus ist das Universum in drei Welten geteilt, jeder Abschnitt des Gebäudes ist einer der drei Welten gewidmet.
Die Basisebene stellt Kamadhatu, die Welt der Menschen dar. Die Reliefs wurden vermutlich aus Gründen der Stabilitätssicherung schon beim Bau abgedeckt und sind nur an einer Stelle sichtbar. Die Reliefs zeigen gute und schlechte Taten und die daraus folgenden Konsequenzen. Die quadratischen Ebenen der Pyramide repräsentieren Rupadhatu, die Übergangswelt. Hier zeigen die Reliefs das Leben Buddhas und seiner früheren Existenzen. Fünf Kilometer Reliefs schmücken den Borobodur, weshalb unsere fröhliche Führerin ihn auch als größten Comic der Welt bezeichnet. Die runden Terrassen auf denen 72 kleinere Stupas eine große Haupt-Stupa einrahmen, sind Arupadhatu, der Welt der Götter gewidmet. In jeder der Stupas, glockenförmige durchbrochene Kuppeln, sitzt ein Buddha. Natürlich gibt es unzählige weitere Symbole und Verzierungen, in jedem Abschnitt sitzen Buddhas mit anderer Handhaltung und Löwen bewachen die verschiedenen Tore, die selbstverständlich eine Bedeutung haben. Wir haben Glück, die Regenwolken drohen nur und regnen nicht, und unsere Führung ist humorvoll und informativ. Anschließend laufen wir auf dem Gelände noch zu einem kleinen Aussichtspunkt. Hier war länger niemand zu Fuß unterwegs, die Treppe ist unter vielen Blättern versteckt. Borobodur ist eines der touristischen Highlights auf Java und natürlich voller Touristen. Trotzdem konnte man sich alles in Ruhe ansehen und einen schönen Eindruck gewinnen.
Lange durften Touristen nach Lust und Laune auf dem Tempel herumklettern, dann wurde das Betreten ganz und gar verboten. Seit einigen Monaten darf man nur mit einer Führung wieder auf den Tempel und trägt dabei elegante Spezialschuhe. Bambuslatschen – bestimmt ein großer Spaß, wenn es regnet, die Stufen sind ziemlich hoch.
Vom Borobodur ist es nicht weit zur Gereja Ayam, der Hühnerkirche. Das Gebäude sieht tatsächlich aus wie ein riesiges Huhn. Nicht besonders schön, aber sehr besonders. Das Haus wird als Treffpunkt und Gebetsraum für alle Religionen genutzt und soll eine Taube darstellen. Aus dem Schnabel kann man den Borobodur sehen.
Im Nordosten der Stadt liegt der Hindu-Tempel Prambanan, der etwa zur gleichen Zeit wie Borobodur erbaut wurde. Die Prambanan Tempelanlage gehört zu den größten Hindutempeln der Welt und ist Indonesiens größer Hindutempel. Obwohl, eigentlich müsste es heißen ein Puzzle für eine hinduistischen Tempelanlage, denn Vulkanausbrüche, Erdbeben und die Suche nach Steinen für den Hausbau haben auch hier ganze Arbeit geleistet, allerdings ist die riesige Anlage nicht so komplett wieder aufgebaut worden wie Borobodur. Der Komplex besteht aus acht Haupttempeln und 250 (!) Einzeltempeln, die die Haupttempel umgeben und von denen häufig nur Bruchstücke übrig sind. Die drei größten Schreine sind Vishnu, Shiva und Brahma geweiht. Die hohen, spitzen Tempel sind beeindruckend, der größte ist 47 m hoch. Uns gefällt besonders die Liebe zum Detail in den unzähligen Darstellungen, die die Schreine schmücken.
Auf dem gleichen Gelände stehen noch weitere, allerdings buddhistische, Tempel. Die wir uns auch noch ansehen. Candi Sewu besteht aus einem Haupttempel und über 200 streng geometrisch angeordneten Nebentempeln und ist interessant, auch wenn große Teile der Anlage nicht wieder aufgebaut wurden, weil so viele Teile fehlen.
Natürlich schlendern wir über die Malioboro, die große Einkaufsstraße, doch sie spricht uns nicht an. Viel billiger Ramsch wird verkauft. In den Querstraßen gibt es unzählige Artschools, in anderen Worten Verkaufsräume, in denen Batiken den Besitzer wechseln sollen. Auf der Hauptstraße drehen Männer die Runde, die Touristen ansprechen. Das funktioniert etwa so: Oh, ihr seid aus Deutschland? Aus München? Berlin? Mannheim? Mein Bruder arbeitet bei Siemens. Hier um die Ecke ist eine Ausstellung, da kannst du meine Kunst ansehen. Nur noch heute, morgen fliege ich nach Australien. Komm, ich bringe dich hin. Gucken kostet nichts… und so weiter. Beim ersten Mal ganz lustig. Dann doch ziemlich penetrant. Bald lachen wir nur noch und gehen weiter.
Das Sonobudoyo Museum hat zwar einige nette Exponate, doch wir stellen fest, wie wichtig die Einordnung und Beschreibung der Ausstellungsstücke ist, die weitgehend fehlt. Tolle Schnitzereien, Batiken, Masken, Dolche, Pfeile und Musikinstrumente sind zwar schön anzusehen, aber ohne weitere Informationen haben wir das Gefühl, dass uns Vieles entgeht. Sind sie alt? Oder besonders gefertigt? Ein Beispiel für eine Region, eine Fertigungsweise oder im Besitz einer berühmten Persönlichkeit?
Ganz anders beim Besuch des Ullen Sentalu Museums, nördlich von Jogja. Eine junge Frau führt uns sehr souverän durch die Geschichte der Königshäuser. Könige, fragt ihr euch? Ja. Die Region Yogyakarta hat einen Sonderstatus innerhalb des demokratischen Indonesiens. Yogyakarta hat einen Sultan und Surakrata (genannt Solo) hat einen Sunan. Das Sunanat Surakarta und das Sultanat Yogyakarta sind die Nachfolger des Sultanats Mataram. Das Sultanat Mataram war die letzte große unabhängige Monarchie auf Java vor der Kolonialisierung durch die Holländer. Dann kam es zur Aufspaltung in einen Yogyakarta- und einen Surakarta-Zweig, die sich wiederum jeweils in zwei Familien aufgespalten haben. Während der Sunan und seine Familie in Solo nur repräsentative Aufgaben übernehmen, hat der Sultan von Jogja das Amt des Gouverneurs inne. Dieses Amt wird in Jogja also nicht gewählt, sondern ererbt. Die zweite Familie stellt den Vize Gouverneur. Das Museum führt durch die Geschichte der Familien und vermittelt dabei natürlich auch viel Wissen zur Indonesischen Geschichte, die Verknüpfungen mit dem holländischen Königshaus und der modernen indonesischen Politik. Höchst spannend und viel zu komplex für diesen Beitrag. Wir bekommen die ausgestellten Batiken erklärt, ähnlich wie bei den schottischen Klans gibt es Familienmuster. Und für jeden Anlass gibt es ein anderes Muster. Ob Geburt, Hochzeit oder als Leichentuch, zu formellen Anlässen oder zum Familientreffen. Höher gestellte Familienmitglieder tragen größere Muster. Wir lernen, dass diese Muster früher der königlichen Familie vorbehalten waren und heute von jedem getragen werden dürfen. Bei der informativen Führung können wir viele Fragen stellen, auch zu Dingen die nichts mit der Ausstellung zu tun haben. Alle werden sehr nett beantwortet. Darüber hinaus ist das private Museum architektonisch sehr spannend. Ein Besuch, der sich gelohnt hat.
Wir wollen ein bisschen ins Grüne, etwas vom Umland sehen und kontaktieren einen Touranbieter, den wir zufällig kennengelernt haben. Er war es, der uns zum Ullen Sentalu Museum brachte und uns rat eine Tour am Merapi, dem Hausvulkan Jogjas, zu machen. So landen wir bei einer Jeepfahrt. Das war ja eigentlich genau das, was wir nicht wollten, die Tour macht uns aber Spaß. Unser Guide hält uns wohl für etwas durchgeknallt. Wir wollen keine Selfies, sondern fotografieren Grünzeug und wir haben gar keine Ambitionen mit dem Jeep durch Schlammlöcher zufahren. Wir freuen uns über Reisterrassen, Kleinbauern, Erdbeerfelder, Chillipflanzen und Jackfruitbäume. In einem, für unseren Geschmack, merkwürdigen Museum zeigt uns unser Guide Bilder von den letzten Ausbrüchen des Merapi. Der aktivste Vulkan Javas ist zuletzt im März ausgebrochen. Insgesamt hat sich der Ausflug gelohnt, auch die Autofahrt war interessant und unser netter Fahrer hat sich gerne mit uns unterhalten.
Die Regenzeit beginnt. Die Menschen berichten uns, dass es seit Monaten nicht geregnet hat und sie sehr froh sind, dass es in dieser Woche endlich begonnen hat zu regnen. Das können wir gut verstehen, trotzdem sind diese tropischen Schauer, bei denen sich der Himmel öffnet, suboptimal wenn man Sightseeing macht. Wir haben Glück, einmal beginnt es zu gießen und wir fliehen in ein Restaurant, einmal biegen wir in ein Einkaufszentrum ab und treffen auf der Rolltreppe Segler, die wir seit Monaten nicht gesehen haben. Verrückt – die Welt ist klein. Die kräftigsten Regengüsse gab es nachts und obwohl bei unseren Tempelbesuchen sehr dunkle Wolken den Himmel schmücken, brauchten wir unsere Regenschirme dort nicht.
In der Nachbarschaft unseres Gästehauses gibt es gleich mehrere gute Restaurants. Eins hat es uns besonders angetan und wir werden Stammkunden. Zur Attraktivität mancher Restaurants trägt auch die Tatsache bei, dass man dort Bier bekommt. Schon auf unserer Segeletappe durch Indonesien haben wir festgestellt, dass es in manchen Teilen Indonesiens schwieriger geworden ist, alkoholische Getränke zu kaufen. Das liegt weniger daran, dass die meisten Indonesier Moslems sind, sondern daran, dass kleine Supermärkte seit einigen Jahren kein Bier mehr verkaufen dürfen und man teure Lizenzen erwerben muss um alkoholische Getränke anbieten zu dürfen. Auf früheren Indonesienreisen gab es praktisch überall Bintang Bier. Und viele Indonesier, egal welcher Religion, trinken auch selbst Bier. Unser neues Lieblingsrestaurant punktet bei uns übrigens weniger mit dem Bier, als mit dem grandiosen Apfelkuchen.
Mittags futtern wir uns bei kleinen Restaurants oder Ständen durch. Neben den indonesischen Klassikern probieren wir auch die lokalen Spezialitäten. Gudek aus Jackfruit gefällt mir und ein merkwürdiger Trunk aus Wurzeln und Blättern, die mit heißem Wasser aufgegossen werden, schmeckt mir so gut, dass ich gleich noch ein Glas trinke. Das Zeug hilft sicher gegen alles. Und dann ist da natürlich noch das leckere Obst und die zugehörigen Säfte. Neben Klassikern wie Mango oder Soursop ist hier Avocado in Kombination mit Schokosoße (schmeckt mir sehr) beliebt. Außerdem trinken die Indonesier so gerne Kaffee und Tee wie wir, eine Tasse bekommt man immer und überall für ganz kleines Geld.
Gestern haben wir Jogja verlassen und sind nach Bali geflogen. Punkt zehn Uhr steht das Leben still, der ganze Flughafen hält kurz inne. Die indonesische Hymne wird gespielt, dann geht das Leben weiter. Das kannten wir noch nicht. Im Flieger gibt es in der Sitztasche Gebete für die verschiedenen großen Religionen. Sollte mich das beunruhigen? Nobbi behauptet ein Flieger, der in Finkenwerder zusammen geklöppelt wurde, sei ein Stückchen Heimatland und ein gutes Omen. Dann kann ja nichts schief gehen.
Wir waren schon mehrmals auf Bali und sind gespannt, welche der Gerüchte, dass sich die Insel der Götter verändert haben soll, sich bestätigen werden. Wir freuen uns!
Für das Chaos mit den Singapur-Einträgen entschuldige ich mich. Der Beitrag vom 3. November hatte sich irgendwie versteckt und war noch gar nicht online. Das habe ich leider erst gemerkt, nachdem ich den neuen Post über unseren zweiten Singapur-Besuch veröffentlicht hatte. Bilder von unserer Indonesienreise gibt es erst, wenn wir wieder an Bord sind. Wir sind mit leichtem Gepäck und ohne Laptops unterwegs.
Schon wieder Singapur
Nach nur drei Tagen auf Mari in Puteri Harbour geht’s wieder los. Zunächst fahren wir mit dem Bus nach Singapur. Nun kennen wir das Prozedere schon und sind noch schneller.
Auch bei diesem Singapur-Besuch stehen Familienmitglieder unter einem Meter Größe im Mittelpunkt, aber für ein wenig Sightseeing ist natürlich trotzdem Zeit.
Wir sehen uns das Asians Civilizations Museum an. Die Ausstellungen sind sehr interessant, aber ein Besuch reicht eigentlich nicht aus. Nicht nur die vielen Exponate, sondern auch die Vielfalt an Themen, bietet genug Beschäftigung für zwei Besuche. Wir werden wieder kommen.
Diesmal sehen wir uns die Ausstellung über die maritime Seidenstraße an. Kern der Austellung ist das sogenannte Tang Wrack, das vor Belitung gefunden wurde. Etwa im Jahr 830 war es von China auf dem Weg nach Iran. Geladen hatte es tausende von Schalen, designed im Geschmack der Kunden am persischen Golf. Und sogar Auftragsarbeiten typisch persischen Stils. Globalisierung vor 1200 Jahren. Natürlich lassen wir uns die Ausstellungen mit 4500 Jahre altem Porzellan, wunderschönen Batiken und beeindruckenden Schnitzereien nicht entgehen. Sie sind sehr schön präsentiert und toll erklärt.
Im fünften Stock eines Bürokomplexes finden wir hinter einer Brandschutztür das Büro des Seekartenvertriebs. Hier haben wir drei Papierseekarten bestellt. Zwischen riesigen Stapeln mit Büchern, Tagebüchern, Vordrucken und Seekarten für die Großschifffahrt entdecken wir einen Mitarbeiter. Mr. Norbert unterschreibt und unsere Karten werden liebevoll aufgerollt und in Papier eingeschlagen.
Wir wandern in den Baumwipfeln durch die Stadt, verlaufen uns im Einkaufszentrum, fliehen vorm Gewitter durch den Botanischen Garten, laufen am Singapore River entlang und streifen auf Futtersuche durch Chinatown. Und dann ist es schon wieder Zeit unsere Sachen zu packen.
Obwohl wir gerade in Indonesien waren, zieht es uns wieder dorthin. Eine Landreise nach Yogyakarta und Bali wartet auf uns.





Kuschelige Tage in Puteri
Zurück von unserem Abstecher nach Singapur werfen wir einen vorsichtigen Blick auf die ToDo Liste. Es gäbe genug zu tun, allerdings ist es warm, sehr warm. Nachmittags haben wir im Boot deutlich über 35 Grad. Draußen ist es noch wärmer. Wir machen also zunächst einen Abstecher in ein Shoppingcenter und kaufen uns zwei Ventilatoren. Das verbessert die Situation unter Deck enorm. Wir suchen Ersatzteilnummer aus Katalogen, kümmern uns um Bestellungen, die Nähmaschine kommt mal wieder zum Einsatz und einige Kleinigkeiten können wir auch schon erledigen.
Bevor wir unseren Singapur-Ausflug gemacht haben, hatten wir bereits die Segel abgeschlagen, den Wassermacher konserviert, einige Leinen gewaschen und die Logge gezogen.
Die Puteri Harbour Marina ist eigentlich ganz nett, hat aber den Ruf, dass hier absolut nichts los sei. Der Komplex zu dem die Marina gehört steht zum Teil leer. Es gibt einige Restaurants, aber in der Ladenzeile sind fast alle Räume nicht vermietet und noch im Rohbauzustand. Auch scheinen nicht alle Wohnungen in den Hochhäusern bewohnt zu sein. In der Umgebung sieht es ähnlich aus. Hohe Wohntürme, die meisten recht neu, ein paar Bauruinen, wenige Läden und nur vereinzelnd auch einige Menschen auf der Straße. Die Versorgungslage ist trotzdem nicht schlecht: zu Fuß kann man zwei Supermärkte und mehrere Restaurants erreichen. Die Marina ist in gutem Zustand, es gibt breite Stege und erfreulich schöne Duschen.
Uns gefallen die sauberen, schattigen Fußwege, die dafür sorgen, dass wir trotz der Hitze Bewegung bekommen. Und eine Überraschung gibt es auch noch. Am Ende des unscheinbaren Fußwegs entlang der Marina gibt es einen Springbrunnen, der nachts bunt erleuchtet unterschiedliche Choreografien zu Musik tanzt. Wirklich hübsch.
Wir freuen uns nette Segler (wieder-) zutreffen und verbringen lustige Abende in den umliegenden Restaurants, bei denen das Topthema die Reiseroute in der nächsten Saison ist. Rotes Meer oder das Kap der Guten Hoffnung? Uns zieht es noch einmal auf die Südhalbkugel und wir sind sehr gespannt wen wir dort wieder treffen werden.
Mir gefallen auch unsere tierischen Nachbarn sehr. In der Marina gibt es viele Warane, die unter, zwischen und auf den Stegen unterwegs sind. Das kuschelnde Pärchen haben wir gleich am ersten Tag entdeckt. Wer hätte gedacht, dass Warane so romantisch sind?
Die Geschichte mit der Ikea-Tüte hätte ich nicht erzählt, wenn sie nicht so ein glückliches Ende genommen hätte. Auf dem Rückweg zum Boot haben wir einen kleinen Stopp bei Ikea eingelegt und ein wenig Kleinkram wie Frühstücksbrettchen, Plastikdosen und Tüten gekauft. Dann sind wir in den Bus gestiegen, der uns über die Grenze nach Malaysia gebracht hat. Als wir am malaiischen Immigration-Schalter stehen, stelle ich fest, dass ich meine Ikea-Tüte im Bus habe stehen lassen. Die Einkäufe sind mit mir aus Singapur ausgereist und dann habe ich sie sozusagen im Nichts zwischen Singapur und Malaysia im Bus stehen lassen. Ich ärgere mich sehr über mich selbst. Als wir an der Bushaltestelle ankommen, ist der Bus schon weg. Weil ich nicht damit aufhören kann mich zu ärgern, schreibe ich eine Mail an die Busgesellschaft und rechne nicht damit jemals wieder von meinen Einkäufen zuhören. Zwei Tage später bekomme ich eine sehr nette Mail, meine Tasche sei gefunden worden, wann ich sie im Büro abholen wolle. Eine 30-minütige Taxifahrt (für 6 €) bringt uns zum Büro der Busgesellschaft in Johor Bahru, wo wir die Tasche entgegennehmen. Der Fahrer fährt nicht weg, bevor wir im Gebäude verschwunden sind, er kann sich einfach nicht vorstellen, was Touristen im Industriegebiet wollen, auch wenn wir mehrfach versichert haben, dass es sich um die richtige Adresse handelt. Der Fahrer auf dem Rückweg ist ebenfalls sehr nett und berichtet uns von seiner Arbeit als Gefängniswärter in Singapur. Unter den Insassen waren auch einige Piraten. Er beruhigt uns, auf unserer Route brauchen wir keine Angst vor Piraten zu haben.
Vielleicht stand der Aufwand die Tasche wiederzubekommen in keinem Verhältnis zum Warenwert, die vielen netten Begegnungen, waren den ungewöhnlichen Ausflug aber auf jeden Fall wert.




Ein Ausflug nach Singapur
Singapur liegt von Puteri Harbour aus in Sichtweite. Die Anreise gestaltet sich unkompliziert, wenn man einmal weiß wie es geht. Wir rufen uns ein Grab (Grab ist hier das einfachste Verkehrsmittel, Taxi via App), das uns zum Busbahnhof bringt. Der Fahrer ist fröhlich und kommunikativ, er hält direkt hinter dem Bus, der uns über die Grenze bringt. Wir bezahlen im Bus umgerechnet einen Euro pro Person und schon geht’s los. Erster Stopp Immigration Malaysia. Wir reisen aus Malaysia aus, laufen mit dem Gepäck durch den Zoll und steigen wieder in den Bus. Der Bus fährt über die Brücke, die über die Johor Strait führt, die Singapur von Malaysia trennt und unter der wir mit Mari hindurch gefahren sind. Zweiter Stopp Immigration Singapur. Wir reisen nach Singapur ein, unser Gepäck wird vom Zoll durchleuchtet, wir steigen wieder in den Bus und schon sind wir wieder unterwegs. Der Bus hält an einer MRT-Station. Die MRT ist Singapurs U-Bahn. Wir kaufen uns wieder aufladbare Karten (ich freue mich sehr, dass auf meiner Snoopy abgebildet ist) und schon sitzen wir in der MRT und nach einigen Stationen auf dem Sofa meiner Schwester.
Für uns ist dieser Singapuraufenthalt mehr ein Familienbesuch als ein Sightseeing-Trip. Wir genießen die gemeinsame Zeit mit meiner Schwester und ihrer Familie sehr und freuen uns Freunde wieder zu treffen.
Das Wunderbare an Singapur ist, dass es so viel jenseits der touristischen Highlights zu entdecken gibt und, dass es so viele Orte gibt, an denen man sich immer wieder auf Entdeckungsreise begeben kann. Bei keinem Singapurbesuch darf der Spaziergang im Botanischen Garten fehlen, wir bummeln durch Chinatown und kaufen Souvenirs, wir spazieren durch Wohnstraßen mit wunderschönen alten Häusern und lassen uns durch glitzernde Malls treiben. Mit der ganzen Familie sehen wir uns die Stadt aus dem, in der Tat, riesigen Riesenrad von oben an und schlemmen uns durch die Stadt. Nobbi und ich nehmen uns diesmal Zeit für zwei Museen. Im National Museum lernen wir ganz viel über die Geschichte Singapurs und in der National Gallery erkunden wir die Gemäldesammlungen „SE-Asien“ und „Siapa nama kamu?“. „Wer bist du?“ fragt die Sammlung mit Werken die das Leben in Singapur beschreiben. Den fantastischen Ausblick vom Dach und den Rundgang durch den ehemaligen Supreme Court gibt’s als Zuschlag.
Wie immer vergeht die Zeit viel zu schnell und das Ende unseres Aufenthalts kommt nach über einer Woche doch wieder überraschend. Der Rückweg verläuft ebenso unproblematisch wie der Hinweg, bemerkenswert ist lediglich, dass die Busfahrt in die Gegenrichtung den dreifachen Preis kostet. Mit umgerechnet 3,50 Euro sprengt er trotzdem nicht das Budget.
Mari hat unsere Abwesenheit gut überstanden und wartet mit sehr kuscheligen Temperaturen unter Deck auf uns.













Duschen in Nongsa Point und eine unschöne Passage der Singapore Strait
Zwei unspektakuläre Tagesfahren bringen uns in den Norden Batams in die Nongsa Point Marina. Nur die Wahl des letzten Ankerplatzes fällt nicht leicht. Den ersten Platz testen wir eine halbe Stunde und fühlen uns dann doch unwohl, der Grund steigt sehr steil an. Wir holen den Anker wieder auf und segeln (wir haben tatsächlich Wind!) noch fünf Meilen weiter. Dieser Platz gefällt uns besser, auch wenn der Nachbar auf seiner Pfahl-Fischerhütte einen Generator betreibt, der fast die ganze Nacht läuft. Morgens schwimmen wir noch einmal ums Boot, wer weiß wann es wieder so gute Badebedingungen gibt.
In der Nongsa Point Marina entsalzen wir uns und unsere Marisol. Nicht nur unsere Kleidung, auch Bettwäsche, Polsterbezüge und Vorhänge wandern in die Waschmaschine. Endlich ist es unter Deck nicht mehr klamm und salzig. Der Dusche habe ich seit Wochen entgegengefiebert. Die letzte Dusche gab es in Cairns! Auf Lombok in der Marina del Ray kam so wenig Wasser aus der Dusche, dass sie nicht mitgezählt werden kann. In Belitung war ich nach dem Schnorcheln in eine Öllache geraten. Ein Fischerboot hatte seine Bilge gelenzt. Es hat einige Haarwäschen gedauert, bis meine Haare nicht mehr nach Motoröl rochen. Durch dieses Erlebnis wurden meine Duschträume befeuert.
Das Essen im Restaurant der Resort Anlage zu dem die Marina gehört ist sehr gut. Wir unternehmen lediglich einige Spaziergänge durch die weitläufige aber sehr wenig belegte Hotelanlage, sonst sehen wir nichts von der Umgebung. Der Hauptort ist 30 Taxi-Minuten entfernt. Nach drei Tagen klarieren wir aus, bzw. die Marina kümmert sich um die Papiere, gelegentliches Nachhaken bewährt sich dennoch. Der Mitarbeiter von Immigration überreicht uns unsere Pässe und macht ein Foto von uns und dem Boot. Das war es schon.




Am nächsten Morgen (Mittwoch, 18. Oktober) stehen wir früh auf, trinken Kaffee und warten darauf, dass es richtig hell wird. Zwar liegt nur eine Tagesetappe vor uns, doch dies ist eine ganz besondere. Wir passieren Singapur, queren das Verkehrstrennungsgebiet (vergleichbar mit einer Autobahn mit Grünstreifen in der Mitte) einer der meistbefahrensten Schifffahrtstrassen der Welt und die verschiedenen Hafeneinfahrten nach Singapur. Hier spürt man den Puls des globalen Handels mit den riesigen Containerfrachtern, den Gas- und Öltankern sowie den Massengutfrachtern (Bulkies).
Der Tag beginnt friedlich. Die Sonne scheint, der Flutstrom schiebt uns mächtig voran. Wir müssen zwei Schleppverbänden ausweichen und passieren viele Ankerlieger. Sie warten darauf, dass ihr Liegeplatz frei wird oder sie neue Aufträge bekommen. Wir durchfahren eine schmale Enge zwischen einer Insel und einem Riff, das war vielleicht keine so gute Idee. Hier strömt es gewaltig, aber nur kurz, dann sind wir schon durch.
Das Queren des Verkehrstrennungsgebiets ist gar nicht so schlimm. An der Stelle, an der wir auf die andere Seite fahren ist es recht schmal und wir können die großen Schiffe gut sehen. Wir kommen heil auf die andere Seite. Leider wird nun das Wetter schlechter. Die hochaufgetürmten, schwarzen Wolken kündigen ein Gewitter an. Es donnert und blitzt, es regnet, so dass wir kaum noch etwas sehen können und im Gewitter stecken starke Böen. Wir halten uns zwischen dem Verkehrstrennungsgebiet und der Grenze des Singapurer Hafens, mittlerweile fährt ein Schiff der Singapurer Polizei neben uns her und passt auf, dass wir der Hafengrenze nicht zu nahe kommen. Wir werden sogar angefunkt und darauf aufmerksam gemacht, dass wir nicht über die Hafengrenze fahren dürfen. Nobbi behält unter Deck Radar und AIS im Blick, ich steuere. Die ganz großen Schiffe fahren dort, wo wir sie erwarten, doch einige kleine Schleppverbände haben kein AIS, genau wie die Polizeiboote. Das zweite Gewitter was wenig später über uns herein bricht ist noch schlimmer als das erste. Es ist genau über uns, wir fühlen das Donnern im ganzen Körper, die Böen, die das Gewitter vor sich hertreibt, erreichen 35 bis 40 Knoten, 8 Windstärken. Zum Glück haben wir kein Segel oben. Der Blitz schlägt neben uns ein. Schließlich beginnt ein heftiger Schauer, wir sehen nun fast nichts mehr, ich versuche Mari irgendwie auf Kurs zu halten und den großen Schiffen nicht zu nahe zu kommen. Spaß macht das schon lange nicht mehr. Tatsächlich habe ich richtig Angst, aber da müssen wir nun durch. Dies ist nicht unser erstes Gewitter, aber das schlimmste und ein sehr ungünstiger Zeitpunkt. Der Regen wird vom Wind voran gepeitscht und schmerzt im Gesicht, klatschnass sind wir beide schon lange. Mitten in diesen Wassermassen entdecken wir einen Schlepper und weiteres Polizeiboot, kommen aber beiden nicht zu nahe. Als wir schließlich auf der Straße von Johor, der Wasserstraße, die Singapur und die malaysische Halbinsel voneinander trennt, unterwegs sind, trifft uns das dritte Gewitter. Jetzt ist das auch egal, hier ist kein Verkehr mehr, abgesehen von den Booten der Singapurer Polizei. Seit wir auf die Singapurer Seite gewechselt haben, ist immer mindestens ein Polizeiboot in Sichtweite, meistens fährt eins direkt neben uns her.
Am späten Nachmittag erreichen wir Puteri Harbour, eine geschützte Marina auf der malaysischen Seite. Einklarieren können wir noch nicht, essen gehen dürfen wir aber trotzdem. Sehr sympathisch. Wir stoßen darauf an, dass wir Singapur erreicht haben (auch wenn wir uns für die malaysische Seite entschieden haben). So gerne wollte ich meine Lieblingsschwester mit dem Boot besuchen, dass wir nun tatsächlich hier sind rührt mich mehr, als ich gedacht hätte.
Und wir stoßen auf das Ende dieser ereignisreichen und anstrengenden Segel-Saison an, denn für uns endet die Segelsaison vorerst hier. Marisol wird einige Wochen in diesem Hafen liegen bleiben, während wir auf Landreise gehen.
Die nächsten, sehr heißen Tage, verbringen wir damit unsere Segel abzuschlagen, trocken zusammen zu rollen und unter Deck zu bringen, den Wassermacher zu konservieren, die Logge zu ziehen und lauter Dinge von Deck abzubauen, zu reinigen und zu verstauen, da wir sie in den nächsten Wochen nicht brauchen.








In gemütlichen Etappen von Inselchen zu Inselchen
Eigentlich wollten wir in drei Etappen weiter nach Batam segeln. Doch morgens (Montag 9. Oktober) haben wir keine Lust uns zu beeilen. Erstmal gibt es Pfannkuchen zum Frühstück, dann beschließen wir eine Planänderung. Wir machen einen kleinen Abstecher und entscheiden wir uns für den Weg westlich der Insel Sebangka. Die Route ist interessant. Kleine Dörfer, mit Häusern, die auf Stelzen am Wasser stehen, ein paar Fischer, ab und zu eine Fähre, Mädels auf dem Schulweg und Delfine bieten Abwechslung. Nach ein paar Stunden suchen wir uns einen Ankerplatz.
Nördlich der Insel wollen wir durch eine schmale Enge zwischen zwei Inseln fahren und da die Seekarten etwas rudimentär sind, ist es spannend. Aber mit dem Sattelitenbild und einem aufmerksamem Blick auf Strudel und Wellen, die die Strömung hier zaubert, lässt sich die Durchfahrt gut durchqueren. Die Landschaft ist toll! Kleine und große grüne Inseln. Die weiter entfernten Eilande liegen grau im Dunst. Felsen, kleine weiße Strände und große Bäume bilden Kontraste. Über uns kreist ein Adler.
Das Riff der Insel, vor der wir die Nacht verbringen ist sehr breit, so dass wir weit vom Land entfernt ankern. Es fühlt sich ein wenig merkwürdig an, als würden wir mitten im Meer liegen.
Am nächsten Tag erreichen wir die Riau-Inseln, die Inselgruppe gleich südlich von Singapur, zu der auch Batam gehört, die Insel auf der wir ausreisen wollen. Der Ankerplatz vor einem sehr kleinen Dorf, den wir uns auf dem Satellitenbild ausgesucht haben, gefällt uns gut. Die Häuser stehen auf Stelzen am oder im Wasser, Algen werden auf Gestellen getrocknet und auf dem Riff stehen Fischfallen aus Holzpfählen. Jeder kommt mit seinem Boot „zufällig“ vorbei, die Bewohner sind genauso neugierig wie wir. Abends weht Gitarrenmusik und Gelächter uns zu herüber. Uns gefällt es hier. Wir bleiben einen Tag.
Hier zwischen den Inseln fühlt es sich an, als wären wir ganz weit weg von allem. Wir ankern wie auf einem Binnensee, umgeben von Inseln und Riffen, mit kleinen Dörfern und kleinen Booten. Doch wir sind der modernen Zivilisation schon sehr nahe. Es gibt wieder mehr Sender als wir Speicherplätze im Radio haben, darunter auch welche, die wir hören mögen und mehrere aus Singapur. Ist ja auch schön, wenn man die Nachrichten versteht. Außerdem sehen und hören wir Flugzeuge, der Flughafen von Singapur ist nur 80km entfernt.
Wir genießen diese bummeligen Tage, auch wenn es sehr heiß und schwül ist. An den meisten Tagen regt sich kaum ein Lüftchen, meistens motoren wir, manchmal hilft die Genua.
Nachmittags sitzen wir auf dem Vorschiff auf der Suche an einem Windhauch und beobachten die Affen, die von Baum zu Baum springen oder an den kleinen Stränden nach Nahrung suchen. Abends stehen wir lange auf dem Vorschiff und lauschen den Delfinen, die prustend auftauchen. Glücklicherweise sind alle Ankerplätze gute Badeplätze, denn wir baden ausgiebig, mehrfach am Tag. Das Baden verschafft uns Abkühlung und etwas Bewegung, denn der Landgang ist hier meist schwierig.
Die verbliebenen Meilen werden wir in zwei kleine Etappen unterteilen. Unsere Zeit in Indonesien neigt sich dem Ende zu.



















Gebühren, Bürokratisches und das Ende der Saison
Ursprünglich wollten wir erst Ende des Jahres in Singapur sein und hatten die Idee drei bis vier Monate in Indonesien zu verbringen. Unterwegs haben wir, wie so oft, unsere Pläne geändert. Unbedingt wollen wir Java und Bali besuchen und (wieder)-entdecken, ein Boot ist für Inlandsreisen jedoch nur bedingt geeignet. Wir dachten, dass wir Marisol vielleicht auf Lombok lassen und dann zu Fuß einen Abstecher machen. Nun haben wir uns entschlossen die günstige Saison zu nutzen und mit dem SE Monsun nach Nord-Westen zu segeln. Wenn wir Java zu Fuß besuchen, freuen wir uns auch nicht unbedingt über feuchtes Wetter, der Nordmonsun (der irgendwann zum Ende des Jahres einsetzt) ist für Segler, die nach Norden wollen, jedoch sehr mühsam. Deshalb machen wir unseren Landausflug nicht in der Mitte unserer Indonesienzeit, sondern im Anschluss daran. Wir planen also bald wieder zurückzukommen. Schade, dass die Segelsaisons einfach immer zu kurz sind!
Zwischendurch hatten wir überlegt unser Visum trotzdem zu verlängern. Es gilt für 60 Tage und kann zweimal um je 60 Tage verlängert werden. Die Verlängerung kostet etwa 120 Euro, dazu kommen die Kosten für einen Agenten, da man einen neuen Sponsor Letter benötigt. Somit liegt man für eine Verlängerung bei ungefähr 180 Euro pro Person, und wenn es schnell gehen soll wird es häufig noch teurer. Leider ist die Visa-Verlängerung auch oft nicht so ganz schnell erledigt, meist dauert es drei bis fünf Tage und man muss zweimal zur Immigration, je nach Ort an dem man verlängert, kann es schneller oder eben sehr viel langsamer gehen. Wie immer in Indonesien, gibt es viele Ausnahmen. Wir werden unsere Visa nicht verlängern, sondern rechtzeitig ausreisen.
Dann galt es zu entscheiden, wo wir aus Indonesien ausreisen wollen. Wir haben uns für die Nongsa Point Marina auf Batam entschieden, auch wenn die Marina nicht günstig ist und wir hier auch für die Ausreiseformalitäten bezahlen müssen. So können wir gemütlich durch die Lingga- und Riau-Inseln bummeln. Und wir haben den Luxus, die Ausreiseformalitäten in einer Marina zu erledigen, müssen die Zöllner also nicht per Dinghi an Bord befördern. Das ist auch deshalb besonders attraktiv, da unser Schlauchboot ja das Zeitliche gesegnet hat und wir die Offiziellen rudernd mit dem Banana-Boot hätten transportieren müssten.
Eine positive Überraschung in Sachen Gebühren gab es in Australien. Vielleicht erinnert ihr euch, wir haben lange auf die Biosecurity gewartet, die schließlich erst zwei Tage nach unserer Ankunft an Bord kam. Wir hatten uns ziemlich geärgert, weil wir am Donnerstagmorgen im Juni in Cairns angekommen sind und nun einen Wochenendzuschlag, Überstundenzuschlag und die Gebührenerhöhung ab 1. Juli bezahlen mussten, da die Kontrolle erst am folgenden Samstagabend stattfand. Ärgern nutzt ja nix, wir haben es schnell abgehakt. Kurz bevor wir Cairns verlassen haben kam ein Brief für uns an. Eine Rechnung für die Biosecurity-Kontrolle. In einem längeren Telefonat konnten wir erklären, dass wir bei der Einreise per Kreditkarte bezahlt haben. Der Mitarbeiter kommt schließlich zum Ergebnis, das wir zu viel bezahlt haben und die Differenz erstattet bekommen. Dieser Vorgang hat uns wochenlang immer wieder beschäftigt und sehr viele Emails benötigt. Wir hatten Australien bereits verlassen, als das Geld schließlich auf dem Konto eingegangen ist. Die Kontrolle durch die Biosecurity hat aber immer noch umgerechnet 313 Euro gekostet. Ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass der Mitarbeiter keine halbe Stunde an Bord war.
Da wir mit der Erstattung nicht mehr gerechnet hatten, haben wir uns darüber sehr gefreut und das Geld natürlich umgehend in ein leckeres Essen investiert.
Von Belitung über Bangka auf die Nordhalbkugel
Zwei etwas längere und einige kurze Etappen liegen noch vor uns. 120 Meilen in den Norden zur Insel Bangka bedeuten etwa 24 Stunden, also mal wieder eine Nachtfahrt. Nach einem gemütlichen Frühstück geht’s los. Leider haben wir gar keinen Wind und es ist sehr heiß. Auch nachts sind deutlich über 30 Grad unter Deck und selbst draußen schwitzen wir. Es ist diesig und feucht. Mit der Lampe will ich mir den vorbeitreibenden Müll ansehen und der Effekt ist in etwa als ob man bei Schnee das Fernlicht einschaltet.
Sehr viele Fischer gestalten die Nacht abwechslungsreich. Die meisten sind hell beleuchtet und bleiben wo sie sind. In der Nähe eines Ortes sind die kleinen Fischerboote unterwegs, wenig beleuchtet, mit schwachen Blinklichtern, die man erst spät sieht. Frachter und Schleppzüge sind natürlich auch wieder unterwegs. Trotzdem kommen wir ganz gut durch die Nacht.
Als es hell wird, sehen wir, dass es sich bei einigen Fischern, die wir für Boote gehalten haben, um hölzerne Plattformen auf Stelzen handelt. Hunderte von diesen Konstruktionen mit einer Schutzhütte oben drauf und einem Netz darunter stehen in einer Wassertiefe von 25m viele Meilen vor der Küste. Kein Wunder, dass diese Fischer sich nicht bewegt haben! Wir können sie sehr gut umfahren.
Als wir aber einen Pfahl aus dem Wasser ragen sehen, graust es uns. Die Überreste einer alten Plattform. Wenn man so etwas ungünstig trifft… man mag es sich nicht ausmalen. Wie viele abgebrochene Pfähle warten hier unter der Wasseroberfläche auf ahnungslose Segler?
Vormittags erreichen wir die große Bucht im Norden Bangkas und ankern vor einem endlosen weißen Sandstrand. Es ist diesig und schwül. Wir sind müde und verbringen den Tag mit baden, backen und lesen. Während wir darüber nachdenken, ob die vielen Fischer, die hier ankern, etwas fangen, beobachten wir einen Schwarm Plattfische. Beim Schnorcheln oder im flachen Wasser haben wir sie schon häufig gesehen, aber noch nie als Schwarm um unser Boot kreisend.
Der nächste Abschnitt erfordert wieder eine Nachtfahrt. Diesmal können wir segeln und werden mit einem traumhaften Tag beschenkt. Endlich ist es mal wieder richtig klar und die Sicht fantastisch. Nun sehen wir auch etwas von Bangka. Wir kommen flott voran und werden lange von einem Delfin begleitet. Die Nacht ist ruhig, nur eine Handvoll Fischer zeigt sich am Horizont, es ist nicht so heiß und wir schlafen gut. Morgens schläft der Wind ein und wir haben Gegenstrom. Wir kommen nur noch langsam voran und die letzten Meilen bis zur Insel Kentar ziehen sich. Nur die Überquerung des Äquators sorgt für Unterhaltung. Da es unsere vierte gemeinsame Überschreitung des 0. Breitengrads ist, sind die Feierlichkeiten eher überschaubar. Eine kurze Ansprache an Neptun (Freunde nennen ihn Neppi) und der letzte Schluck Rum sollen den Gott der Meere auch weiterhin positiv stimmen. Sicherheitshalber bitten wir Neptun auch Ratu Kidul, der Göttin des südlichen Meeres, etwas abzugeben. Zwar sind wir nun wieder auf der Nordhalbkugel, aber wer weiß schon so ganz genau, welcher Gott wo zuständig ist.
Am 25. April 2019 haben wir auf dem Weg von Panama zu den Marquesas den Äquator übersegelt. Marisol war 1628 Tage auf der Südhalbkugel, das sind vier Jahre und fünfeinhalb Monate. Wir waren leider deutlich kürzer „im Süden“ als unser Boot. Falls wir unseren aktuellen Ideen zur Routenplanung folgen, war das nicht Maris letzter Ausflug auf die Südhalbkugel, aber der längste.





Belitung – Traumstrand und Felsen
Nach der ruhigen Nacht hinter der kleinen Mangroveninsel, machen wir uns auf den Weg in den Nord-Westen Belitungs.
Hier gibt es lange weiße Strände, viele riesige Granitblöcke, kleine Inselchen und türkises Wasser. Angeblich sieht’s hier aus wie auf den Seychellen. Wir waren noch nie dort und können deshalb keine Vergleiche anstellen. Auf jeden Fall ist es schön.
Zunächst verbringen wir drei Nächte an einem schönen Ankerplatz im Westen. Die Fischer kommen dicht vorbei, einen Abend schallt die Musik einer Karaoke-Party von einem Hotel hinüber, ansonsten ist es wunderbar ruhig.
Wir laufen am langen Strand herum, klettern auf die Felsen, schwimmen ausgiebig und schnorcheln an den kleinen Riffen. Der Strand ist ein Traum, pulverfeiner weißer Sand, nur den Müll am Hochwassersaum muss man ausblenden. Anscheinend wird hier ausgiebig gefeiert. Neben dem angeschwemmten Plastikmüll liegen hier viele Schnapsflaschen im Sand.
Unser Schlauchboot müssen wir für tot erklären. Die geflickte Stelle hält, aber nun geht die nächste Naht auf und das Wasser sprudelt hinein. Wir packen es ein letztes Mal in seine Tasche und verzurren es an Deck. Von nun an ist unser Radius auf Bananaboot-Ruder-Distanz begrenzt. Wie gut, dass Nobbi so fit ist.
Wir haben noch nicht genug von Belitung und ziehen an einen anderen Ankerplatz um. Nach nur 6 Meilen fällt der Anker in den Sand. Selbst während dieser kurzen Fahrt werden wir mal wieder überrascht. Bei unserer Abfahrt ist es windstill und das Wasser so glatt, dass wir jeden Seegrashalm erkennen können. Noch bevor wir den neuen Ankerplatz erreichen haben wir 5 Windstärken. Kaum sind wir da, nimmt der Wind ab und dreht um 180 Grad. Um zum Ankerplatz zu kommen, schlängeln wir uns um große Korallenblöcke. Genau wie beim vorigen Ankerplatz sind Satellitenbilder hier sehr nützlich.
Auch hier wartet ein langer Traumstrand, dekoriert mit einigen Felsen. Das kleine Riff erkunden wir schnorchelnd. Viele verschiedene Korallen, die auch sehr gesund aussehen, und ganze viele Fische bilden eine spannende Unterwasserstadt. Wir sehen Seeschlangen, eine Schildkröte, einen wunderschönen Kofferfisch, Clownfische und sogar einige mittelgroße Fische im Schwarm. So schön es hier ist, fällt doch auf, dass alle größeren Fische fehlen. Alle Fische die Pfannengröße haben wurden bereits aufgegessen.
Am Strand reihen sich lauter kleine Restaurants und Imbiss-Stände aneinander, außerdem liegen hier viele kleine hölzerne Ausflugsboote. Es sind aber nur wenige Touristen unterwegs. Wir erfahren, dass hier vor Covid mehr Betrieb war. Jetzt gibt es keine internationalen Flüge mehr und viele Hotels sind geschlossen oder haben nur wenige Gäste. Am Sonntag waren viele Leute zum Baden am Strand. Wir mischen uns unter die Badegäste und trinken an einem Strand eine Kokosnuss.
In einem kleinen Hotel essen wir und fragen nach einem Fahrer, der uns in die Stadt fahren kann. Am nächsten Tag füllen wir zwei Dieselkanister, kaufen Eier, Obst und Bier. Tatsächlich drohte uns in diesem muslimischen Land das Bier auszugehen. Zunächst ist die Kommunikation mit dem Fahrer etwas schwierig, dann werden wir uns aber einig. Die Straßen sind gut ausgebaut und sehr leer. Unser Fahrer nimmt eine Abkürzung über eine neue Straße mit Fahrradwegen und ohne Verkehr, er nimmt immer schön die Innenspur im Vertrauen darauf, dass keiner entgegen kommt.
Die Tage vergehen schnell mit langen Strandspaziergängen, leckerem Essen im Restaurant, Treffen mit anderen Seglern und natürlich mit Schnorcheln.
Jeden Nachmittag dreht der Wind, von Süd-Ost erst auf Ost, dann auf Nord-West bevor er abends wieder einschläft. Etwas ungemütlich, aber da der Wind moderat bläst, ist es nicht so schlimm. Heute nahm er mittags aber stark zu und wehte mit 20kn auflandig. Schnell baut sich eine steile Welle auf, die sich bricht. Da lassen wir Mari nicht alleine, bleiben an Bord und bewachen sie und die anderen beiden Boote am Ankerplatz deren Crews an Land sind. Am späten Nachmittag nimmt der Wind zum Glück wieder ab und wir können doch noch an Land.
So schön es hier ist, müssen wir über die Weiterreise nachdenken. In zwei Wochen läuft unser Indonesien-Visum aus, deshalb ziehen wir morgen den Anker aus dem weißen Sand und segeln weiter nach Norden.



























Bawean
Die Teluk Promahan, die Bucht in der wir in Bawean ankern, wird von einem breiten Riff gesäumt, am Strand wachsen Palmen und viele hohe Bäume. Dahinter erheben sich bewaldete Berge. Die Insel gefällt uns sofort und erinnert ein wenig an die Marquesas, auch wenn die Berge lange nicht so hoch sind.
Auf dem Ankerplatz ist richtig was los. Bei unserer Ankunft sind wir das dritte Boot, einen Tag später sogar sechs. Es ist schön mal wieder Segler zu treffen, die wir schon kennen. Bei Kaffee und Kuchen (bei uns an Bord) und beim gemeinsamen Mittagessen im Warung an Land tauschen wir uns über die Erlebnisse der letzten Wochen aus.
Wir wollen einen kleinen Eindruck von der Insel bekommen und hoffen, dass wir irgendwo Obst kaufen können. Der Weg in den Ort ist zu Beginn angenehm schattig. Viele schöne, farbenfrohe und recht große Häuser säumen die Straße. Ein paar Mal werden wir gefragt, ob man wohl ein Selfie mit uns machen könnte. Hier ist nicht viel los und unser Besuch bietet Abwechslung. Fünf Mal fahren die beiden Frauen von der Regierungsstelle an uns vorbei, bis sie das Fenster runterkurbeln: „I like your outfit!“. Eine Gruppe junger Mädels möchte Fotos mit uns machen, dann kommen zwei von ihnen hinter uns her und fragen nach meiner Telefonnummer. Wir tauschen Fotos und später chatten wir noch ein bisschen mit einander. Sehr spannend und sehr nett!
Überhaupt, die Indonesier sind sehr neugierig und aufgeschlossen. In Lombok unterhalte ich mich mit einem jungen Paar, sie schauen gerne Segelvideos auf YT und kennen sich sehr gut aus. Sie sind sehr gebildet, führen ein Hotel und geben mir viele Tipps für unsere (Land-)Reise. Auf Gili Gede wird Nobbi in ein Gespräch über die Vor-und Nachteile von Katamaranen und den Nachteilen von sehr schweren Booten verwickelt. Der junge Mann träumt von einem Leben auf Bali oder sogar im Ausland. Für uns sind diese Gespräche auch kleine Puzzleteile zu unserem bunten, vielfältigen Indonesienbild.
Auf unserem Spaziergang kommen wir an den Moscheen vorbei, die wir sonst nur hören, an einigen Reisfeldern und an Fischen, die zum Trocknen ausgebreitet sind. Leider entdecken wir auch den Müllabladeplatz. Anscheinend gibt es keine Müllentsorgung, der Müll wird einen Uferhang hinunter geworfen und verschwindet vermutlich in der nächsten Regenzeit im Meer.
Vor einem Laden wird gerade Obst aus großen Kisten in kleinere Kartons umgepackt. Anscheinend handelt es sich um einen Großhändler. Wir fragen, ob wir Obst kaufen können und suchen uns zwei Ananas, Drachenfrüchte und einige Mangostan aus. Tomaten und Schlangenfrüchte bekommen wir geschenkt. Auf dem Rückweg frage ich zwei Frauen, was für Früchte sie ernten und bekomme Händeweise Rosenäpfel (wir kennen sie aus Brasilien als Jambo) geschenkt. Unsere Vitaminzufuhr ist also zunächst gesichert.
Zurück in der Bucht sehen wir uns noch das Schiff an, was dort am Stand repariert wird, bevor Nobbi uns wieder zurück zu Mari rudert. Ich habe mir tatsächlich eine Blase in meinen Wander-Flipflops gelaufen, daran sieht man, dass wir in der letzten Zeit zu wenig Bewegung hatten.





















