An unserem schönen Ankerplatz bei Miro baden wir ausgiebig, bevor wir ihn nach dem Frühstück verlassen. Mal wieder hat Sumbawa eine Überraschung für uns: frischen SW-Wind. Wir freuen uns, dass wir segeln können. Eine Stunde später ist die Freude ein wenig verhalten, inzwischen haben wir unser Segel stark verkleinert, siebener Böen fegen über uns hinweg. Ich habe aufgehört mich nach jeder überkommenden Welle abzutrocknen, nur noch das Gesicht wird vom Salzwasser befreit. Der Ankerplatz, den wir anlaufen wollen, ist bei solchem Wetter nicht geeignet, wir bereiten Plan B vor.
Zwei Stunden später segeln wir bei entspannten vier Windstärken und kaum Welle zur Pulau Medang, Plan B wandert wieder in die Schublade. Segeln kann so viel Spaß machen!
Im Norden der Insel liegt eine weite Bucht mit einigen Riffen. Mit dem Satellitenbild und dem schönen Wetter ist die Einfahrt unproblematisch. Wir ankern und gehen erstmal baden. Nobbi versucht eine Pumpe zu reparieren (sehr schweißtreibend, auch das sie hinter dem noch heißen Motor eingebaut ist) und ich wasche Wäsche. Als es dunkel wird sind wir beide ziemlich erledigt und beschließen, dass wir einen weiteren Tag hier bleiben wollen. Nachts sehen wir nur das Licht des Leuchtturms, das über die Bucht streicht. Das Dorf liegt auf der anderen Seite der Insel, dort scheint ein Fest zu sein. Ab und zu weht Musik zu uns hinüber oder der Rufe des Muezzins.
Den heutigen Tag verbringen wir mit der Planung unserer Route und ausgiebigem Schnorcheln. Die Korallen sind in gutem Zustand und wir sehen viele verschiedene Arten. Etwas anders sieht es leider bei den Fischen aus. Die meisten Exemplare sind sehr klein und ganze Fischfamilien fehlen völlig. In der Bucht wird viel geangelt, mit dem Netz gefischt und mit dem Speer getaucht, vielleicht sind die schmackhaften Fische einfach weggefangen worden?
Abends sehen wir zum ersten Mal den über 3726m hohen Vulkan Gunung Rinjani auf der Insel Lombok. Dorthin geht’s als nächstes.