Wieder an Bord – Viren, Käfer und Gewitter

Nach einer schönen Reise nach Singapur und Indonesien, sind wir wieder in Puteri Harbour bei unserer Marisol.
Mittlerweile kennen wir uns in Singapur recht gut aus, trotzdem gibt es noch immer etwas zu entdecken. Auf der Suche nach einer Klemme zur Befestigung unserer Bowdenzüge werden wir von Laden zu Laden geschickt und landen schließlich in einem Motorteil-Laden, leider ist er auf Yanmar spezialisiert und nicht auf Volvo. Der Eigentümer wälzt das Telefonbuch, nimmt den Hörer seines Schnurtelefons ab, bespricht unser Anliegen, wühlt im Schreibtisch und zieht eine Visitenkarte hervor. Die angegebene Adresse ist es zu Fuß nur eine Viertelstunde entfernt, dort bekommen wir Klemmen. Wer hätte gedacht, dass uns ausgerechnet in Singapur ein altes Telefonbuch hilft. In Singapur kann der gesuchte Laden im Innenhof eines Wohnblocks oder im zweiten Stock einer Ladenzeile liegen. Es gibt (fast) alles, es gilt nur herauszufinden wo. Unterwegs entdecken wir ein Spezialgeschäft für Klebeband, einen O-Ring Händler, unzählige Schraubenläden, einen Kabelspezialisten und viele andere spannende, kleine Geschäfte. Inzwischen hat sich bestätigt was wir ahnten, die Klemmen passen nicht.
Singapur stand vor allem im Zeichen des Abschieds, ein letztes Mal zum Familien-Vietnamesen, noch einmal Dumplingsessen, natürlich in den botanischen Garten. Mit den jüngsten Familienmitgliedern suchten wir Hammerhaie und Clownfische im Aquarium, ein schönes Erlebnis für uns alle. Und schließlich kam der Abschied von der Lieblingsschwester samt Rudel, der mir sehr, sehr schwer fiel.

Erst hatte es Nobbi erwischt, dann mich. Wir waren noch nie so oft krank wie im letzten dreiviertel Jahr. Ob es am Wetter, an den vielen Menschen, am Fliegen und Busfahren liegt, wir hoffen, es wird besser sobald uns wieder Seewind um die Nase weht.
Leider sind wir nicht allein an Bord. Rüsselkäfer. Die Vorräte, die in Plastikflaschen lagern sind sicher vor ihnen, alles was in Plastiktüten verpackt ist, ist gefährdet. Wir räumen also jedes Schapp leer, wischen, suchen nach befallenen Lebensmitteln und räumen alles wieder ein. Eine mühsame Angelegenheit. Belebte Lebensmittel hatten wir im Laufe der Reise immer mal wieder. Larven von Mehlmotten oder Rüsselkäfer sind die häufigsten blinden Passagiere. Hier ist die Quote der befallenen Lebensmittel besonders hoch. Wir haben mehrere Versuche gemacht, leider krabbelte es in jedem der begehrten Knäckebrot-Pakete so, dass es diesmal kein Knäckebrot im Bordproviant gibt. Mehlmotten im Roggenmehl, Larven in Kräckern, Käfer im Reis. Solange die Lebensmittel sofort verpackt werden, beschränkt sich der Befall auf ein Paket und der Schaden ist überschaubar. Diesmal haben wir die Rüsselkäfer leider außerhalb einer Verpackung angetroffen, deshalb wurde die unfreiwillige Putzaktion nötig. Inzwischen macht sich vorsichtiger Optimismus breit, es scheint als wären wir die Übertäter (weitgehend) los.
Nicht weit von uns liegen die recht neuen Gebäude der Landesregierung des Bundesstaats Johor. Wir sehen uns die hübschen Garten, die aufwendigen Gebäude und die Ausstellung an. Die Mischung aus maurischen Verzierungen, britischem Kolonialstil und modernen Elementen gefällt uns. Uns beeindruckt auch, dass wir nicht von Sicherheitspersonal verscheucht werden. Besucher sind willkommen, man nickt uns zu.
Am Montag wollen wir Malaysia verlassen, die Straße von Singapur überqueren und segeln dann wieder in Indonesien. Wir hoffen auf einen windarmen Tag ohne Gewitter. Im Moment wechseln sich sonnige Tage und Tage mit heftigen Gewittern ab. Mal sehen, ob die Wettergötter uns wohlgesonnen sind.

Vorbereitungen in Puteri

Mittlerweise ist es mehr als drei Wochen her, dass wir in Puteri Harbour angekommen sind. Die Marina gehört einem neuen Betreiber, es gibt eine neue Telefonnummer und eine Preiserhöhung, sonst ist alles beim Alten.

Eine Woche haben wir in Singapur verbracht. Diesmal haben wir die Singapore City Gallery besucht. Dort gibt es eine große, interaktive Ausstellung zur Stadtplanung und -entwicklung Singapurs. Wir lernen nicht nur, dass Singapur seine Fläche weiter vergrößert, der Containerhafen verlegt und der Flughafen ausgebaut wird, sondern auch, dass Singapur als Stadtstaat ganz besondere Herausforderungen meistern muss. Die Ausstellung hat uns ausgesprochen gut gefallen, wir haben dort einige Stunden verbracht, grüne Straßen geplant und Vergleiche mit anderen Städten angestellt. Singapur soll noch grüner werden, noch mehr Grünanlagen, Dachbegrünungen und Parks bekommen. Neben den Singapurer Plänen, werden auch Projekte aus anderen Städten vorgestellt, wie der Hamburger Autobahndeckel oder die Umgestaltung von Bostons Wasserseite.
Zurück in Puteri hatten wir Besuch an Bord. Die jüngsten Familienmitglieder haben Marisol ausgiebig erkundet und alles ausprobiert. Nun können sie sich viel besser vorstellen, wie wir leben.

Singapur hat sich gewaltig verändert. Die Bilder sind aus der Singapore City Gallery.

Das Beste an der Puteri Marina ist die Nähe zu Singapur. Die Umgebung ist nicht sehr spannend. Einige Restaurants, gut erreichbare Supermärkte und sehr viel Leerstand. Wohnblocks in denen nur ein Teil der Wohnungen bewohnt sind, leerstehende Bürogebäude, einige Betonskeletts, Bauzäune. Einen Abend laufen wir eine der Straßen entlang, eine Brücke über einen Kanal bringt uns zu einer exklusiven Wohnsiedlung. Natürlich hinter hohen Zäunen. Trotzdem sehen wir, dass nur wenige Häuser bewohnt sind und viele bereits verfallen, noch bevor sie das erste Mal genutzt wurden.
Von der Brücke haben wir eine gute Aussicht auf die Siedlung. Es gibt eine eigene Schleuse mit zwei großen Kammern, viele Häuser haben einen eigenen Steg. Die Steganlagen sind sehr aufwendig, luxuriöser als in den meisten Marinas. Wir sehen kein einziges Boot in der Anlage. Wer hier ein Haus hat lebt einsam und kann es nicht verkaufen.
Mit Ausnahme von Penang, haben wir überall an Malaysias Westküste diese Ruinen, schiefgegangenen Investments und Leerstand gesehen. Ein Paradies für Liebhaber von „lost places“.

Schöne Häuser mit eigenem Steg, die meisten stehen leer.
Neben den Häusern findet sich auch das obligatorische Betonskelett.

Wir haben viele kleine und einige große Dinge an Bord erledigt. Nachdem wir auf der Reise in der Malacca Straße zunächst dachten, dass wir vielleicht ein Problem mit unserer Ankerwinsch haben, waren wir uns bald sicher, dass unsere Bordnetzbatterien hinüber sind. Also, haben wir Batterien bestellt, deren Einbau zwar nicht so schwierig aber sehr, sehr schweißtreibend war, da die drei Batterien jeweils 32 kg wiegen. Beim Messen der Kapazität der alten Batterien, hatte Nobbi die Starterbatterie auch gemessen, sie ist in besserem Zustand als die Bordnetzbatterien. Trotzdem entscheiden wir uns diese auch zu ersetzen. Den Verkäufer, der einfach nicht verstehen will, dass wir die Batterie nicht für ein Auto, sondern für ein Boot kaufen, lassen wir ratlos zurück. In seinen Unterlagen steht nun, dass wir die Batterie für einen Volvo gekauft haben, was ja nicht falsch ist.
Neue Lager für den Steuerkopf der Steuersäule sind mit der Familienpost nach Singapur geliefert worden. Wir überlegen uns lange, ob wir uns zutrauen die Baustelle zu eröffnen. Wenn wir den Steuerkopf kaputt machen, uns Ersatzteile fehlen oder wir in der Mitte der Reparatur nicht weiterkommen, haben wir ein Schiff ohne Ruder. Der Austausch der Lager in der Steuersäule damals in Nouméa hat uns vorsichtig werden lassen. Das war ein ziemlich großes Projekt. Schließlich nehmen wir unseren Mut zusammen und arbeiten uns vorsichtig Schritt für Schritt vor. Der Austausch der Lager funktioniert problemlos. Allerdings nur, weil wir das passende Werkzeug, einen Abzieher, an Bord haben. Auf der Suche nach einen Sprengring, ein kleines Ersatzteil, das uns fehlt, lernen wir lauter kleine Läden kennen und bekommen den passenden schließlich in einer Motorradwerkstatt geschenkt.

Neue und alte Lager.
Hier haben wir einen Sprengring der passenden Größe geschenkt bekommen.

Auch ob wir die Bowdenzüge zwischen Schaltung und Motor austauschen wollen, überlegen wir uns gut. Das halbe Schiff muss auseinander gebaut werden. Beim Ausbau finden wir gleich zwei Fehler. Eine Befestigung ist gebrochen und eine Halterung verbogen. Die Halterung ist vermutlich schon seit dem Einbau verborgen und könnte die Ursache für die Abnutzung des Bowdenzugs sein. Der Einbau der neuen Züge funktioniert ganz gut, genau wie die Feineinstellung. Bei der Gelegenheit stellen wir auch fest, dass sich die Schraube zur Einstellung des Leerlaufs losgerüttelt hat. Ganz ohne Probleme verläuft auch diese Reparatur nicht. Die Klemmen, die die Bowdenzüge halten, sind aus Plastik und eine ist zerbröselt. Mal sehen, ob wir Ersatz bekommen.

Beim Bimini musste eine Naht erneuert werden, der neue Außenborder hat einen Gurt bekommen, mit dem man ihn am Windgeneratormast hochziehen kann, um ihn zum Schlauchboot abzusenken. Unsere Windanzeige musste schon wieder ersetzt werden. Wir dachten, das Display hätte seinen Geist aufgegeben, aber tatsächlich war schon wieder die Masteinheit kaputt. Hoffentlich hält diese länger.
Lange haben wir überlegt, wie wir unser Schlauchboot verpacken wollen und wie es an Deck angebunden werden soll. Nun haben wir festgestellt, dass es in der Kabine unter den Tisch passt. Mit dieser Lösung sind wir fürs erste zufrieden.
Außerdem haben wir ganz viele Kleinigkeiten erledigt, von denen mir die meisten gar nicht mehr einfallen, nun wo sie erledigt sind. Dinge wurden wegsortiert und weggeworfen, Schrauben nachgezogen, Klebestreifen und Bändsel erneuert. Unsere alte Genua, die seit Jahren eigentlich aussortiert ist und uns trotzdem noch tausende Meilen gezogen hat, ist nun wirklich von Bord gegangen und wir haben die Fock angeschlagen. Auf der nächsten Etappe segeln wir vermutlich auf Am-Wind-Kursen, eventuell werden wir Kreuzen müssen.

Sogar unseren Großeinkauf für die nächste Etappe, die uns von Malaysia nach Südafrika bringen soll, haben wir erledigt. Kaffee, Haferflocken, Nudeln, Konserven, getrocknete Früchte und Nüsse sind in den Schränken verstaut, Olivenöl, Orangensaft und Kokoswasser lagern in der Bilge. Eigentlich fehlen nur noch die frischen Lebensmittel und dann können wir weitersegeln.
Doch bevor es weitergeht machen wir noch einen kleinen Abstecher. Marisol liegt startbereit in Puteri Harbour in Malaysia, während wir mal wieder in Singapur sind. Mitte der Woche fliegen wir von hier nach Jakarta. Wenn wir Ende des Monats wieder zurück sind, geht es wirklich los – via Indonesien hinaus auf den Indischen Ozean!

Ein anstrengender Endspurt

Am 19. Juni verlassen wir Port Dickson am frühen Morgen. Nachmittags ankern wir bei Pulau Besar. Die knapp 40 Meilen verlaufen wunderbar unspektakulär. Wir können etwas segeln und die einzige Abwechslung bieten die vielen Tanker, die wir unterwegs passieren.
Da wieder eine sehr lange Etappe vor uns liegt, klingelt der Wecker bereits um drei. Wenig später sind wir unterwegs. Bei sternenklarem Himmel runden wir Pulau Besar, gegen Morgen zieht es sich immer weiter zu. Mal wieder wundern wir uns, dass am Rande einer der wichtigsten Wasserwege der Welt 200m lange Schiffe ohne AIS ankern, einer der Bagger ist nicht mal beleuchtet.
Erst als es bereits hell ist, sehen wir einige Fischer. Heftige Schauer bringen uns bis zu 40 kn Wind. Zum Glück kommen Wind, Regen und Strömung von achtern. So sind wir wenigstens schnell unterwegs und der Seegang ist nicht allzu ungemütlich. Nach einer Stunde ist es vorbei. Einige Zeit sind wir ganz gemütlich unterwegs, bis der Müll stark zunimmt und wir erste Baumstämme sichten. Bis wir am späten Nachmittag bei Pulau Pisang ankern, sehen wir 30 dicke Baumstämme direkt auf unserem Kurs. Obwohl wir nicht so ganz glücklich sind mit dem Ankerplatz, entscheiden wir uns nicht weiterzufahren. Wir würden es nicht im Hellen zu einem besseren Platz schaffen und wir wollen nicht mit einem Baumstamm kollidieren oder im treibenden Müll hängenbleiben.
Ich versuche früh schlafen zu gehen, kann aber nicht einschlafen, weil der Schwell um die Insel läuft und ich in der Koje gelegentlich abhebe. Nobbi schläft besser ein und verpasst das Gewitter, das zwischen halb zehn und elf direkt über uns wütet. Blitzen tut es hier ständig, aber so ein ausgewachsenes Gewitter hatten wir lange nicht. Immer wieder schlagen die Blitze ins Wasser ein. Wir haben Glück und bekommen nichts ab. Um halb vier wachen wir von einfallenden Böen auf. Sieben Windstärken hatte uns keine Wetterprognose versprochen. Bei einem Winddreher von Süd auf Südwest rutscht unser Anker. Wir starten den Motor und stecken mehr Kette. Etwa nach 80m hält der Anker wieder. Es ist ungemütlich, der Strom läuft entgegen der Welle, die sich nun schnell aufbaut. Aber unser Anker hält. Um fünf nimmt der Wind ab. Nobbi bewacht den Anker und ich darf mich nochmal ausstrecken und schlafe sofort ein. Um sieben gibt es Kaffee und wir verlassen den schaukligen Platz. Gegen Strom und Wind kämpfen wir uns mühsam um die Insel Pisang. Dann schiebt der Strom und wir sind flott unterwegs. Umso näher wir Singapur kommen, desto mehr Schiffe sehen wir. Im Verkehrstrennungsgebiet ziehen die vollbeladenen riesigen Containerschiffe nach Norden, wir fahren durch eine Reede auf der große Tanker liegen. Das Containerterminal auf der malaiischen Seite in Tanjung Pelepas ist komplett belegt, das sehen wir daran, dass alle Kräne unten sind und arbeiten.
Auf der Singapurer Seite ist die Reede voller Schiffe, die auf einen Platz warten. Der Hafen wird ausgebaut, Singapur erweitert seine Hafenfläche gewaltig. Wir haben einen tollen Blick auf einige Werften, da liegt ein Neubau, ein großes Spezialschiff für Ölplattformen, ein Marineschiff und ein großer Gastanker wird gerade ausgedockt. Sehr spannend, aber kein Gebiet für Sightseeing, wir stören hier doch eher und sehen zu, dass wir die Johor Strait erreichen, den Meeresarm der Singapur und Malaysia trennt. Mitten im Fahrwasser wird gebaggert, wir können aber leicht um die beiden Schwimmbagger herum fahren. Heute wird uns wirklich viel geboten.
In der Puteri Marina werden wir herzlich willkommen geheißen. Abends stoßen wir mit einem frischgezapften Tiger-Bier an. Nicht nur, weil Mittsommernacht ist, auch weil wir hier nach unserem kleinen Umweg wieder heil angekommen sind. Ende Dezember haben wir hier abgelegt. In diesem halben Jahr haben wir 1300 Meilen zurückgelegt, einen Heimaturlaub gemacht, Langkawi erkundet und einen Abstecher nach Thailand gemacht. Zwei Törns durch die Straße von Malacca reichen uns aber nun erstmal.
Bevor wir wieder nach Indonesien segeln, wollen wir hier ein paar Kleinigkeiten erledigen und natürlich auch noch einen Abstecher nach Singapur machen.

Wir sehen viele große Tanker.
Schiffstankstelle
Ein Tanker an einer Festmacher-Tonne.
Ein Baumstamm, mit dem wir nicht kollidieren möchten.
So werden kleine Schiffe gemacht. Viele denken ja noch immer, dass sie aus der Werft kommen.
Auf jeder Tonne ein Vogel.

Zurück bei den Krähen in Port Dickson

Die Admiral Marina in Port Dickson kennen wir schon. Im Januar haben wir hier bereits zwei Nächte verbracht. Da wir diesmal ein paar Tage länger eingeplant haben um Melaka und Kuala Lumpur zu besuchen, wurde uns von den Marina-Mitarbeitern geraten eine Inlandseinklarierung zu machen. Leider gibt es in Malaysia die Regel, dass man auch „domestic“, also zwischen den Häfen, ein- und ausklarieren muss. Die Behördengänge sind kostenlos, man verliert aber jedes Mal einen halben Tag, weil man nach Port Dickson fahren muss und dort die Hafenbehörde, den Zoll und die Immigration aufsuchen muss.
Wir stellen fest, dass es in Port Dickson nichts zu sehen gibt, finden aber einen hervorragenden indischen Essensstand, den wir auch bei der Abreise wieder besuchen.

Einer der Marina-Mitarbeiter erklärt sich bereit unsere leeren Dieselkanister zu füllen. Der Dieselpreis ist am 10. Juni stark angehoben worden. Der Preisanstieg von 2,05 RM auf 3,35 RM ist wirklich groß. Bisher wurden Benzin und Diesel flächendeckend subventioniert. Diese Subventionen sollen nun sukzessive zurückgefahren werden. Deshalb ist Diesel in Westmalaysia (im Osten wird weiter subventioniert) nun teurer.
Für uns ist Diesel noch immer günstig (5 RM entsprechen 1 Euro), wir verbrauchen relativ wenig und segeln ohnehin lieber. Hier hat man jedoch häufig keinen Wind, deshalb muss die Maschine viel häufiger ran als uns lieb ist.

Die Marina hat ihre besten Zeiten hinter sich. Ein Steg ist gesperrt, die eine oder andere Klampe ist lose, die Stromleitungen eher abenteuerlich. Eine Marina-Crew werkelt aber an den Stegen herum, es gibt also Hoffnung.
Das Hotel ist überraschend gut besucht. Wenn im Pool viel los ist, fallen die vielen Krähen auch nicht so sehr auf. Einmal zählen wir sieben Krähen, die gleichzeitig auf dem Rand sitzen und trinken, dazu Dutzende in den Palmen um den Pool herum. Am ersten Abend schwimmt nur ein weiteres Paar, als ein 1,20m langer Waran erst aus dem Pool trinkt und sich dann ins Wasser gleiten lässt. Wir retten uns auf den Rand. Ich finde diese Urzeitviecher zwar cool, möchte mit ihnen aber weder kuscheln noch schwimmen.
Die Krähen sind ein Problem. Auch in anderen Häfen. In Penang waren auch viele Krähen unterwegs und in Puteri leben auch zu viele der schlauen Vögel. Doch nirgends haben wir so viele Krähen gesehen wie in der Admiral Marina. Sie landen an den Achterstagen, fahren Karussell auf den Windanzeigern, machen gerne Windindikatoren und Antennen kaputt und hinterlassen nicht nur ihren Kot. Uns haben sie Lammknochen aus dem Müll an Deck geworfen. Nur weil uns das Geräusch der aufschlagenden Knochen an Deck gerufen hat, haben wir die Schildkröte neben dem Boot gesehen. Endlich mal wieder eine Schildkröte. Es ist schon erstaunlich, wie viele Tiere (noch) in der dreckigen Straße von Malacca leben.
Highlight der Marina zwischen Verzweiflung und Hoffnung ist die Live-Musik in der Bar. Die Band singt toll. An unserem letzten Abend war es richtig gut gefüllt und die Mädels vom Nachbartisch haben uns mit außergewöhnlich guten Gesang beeindruckt. Ein schöner Abschied von diesem merkwürdigen Ort.

Kuala Lumpur

Unser nächster Ausflug führt uns nach Kuala Lumpur. Wir buchen ein Auto direkt zu den Batu Caves im Norden von Kula Lumpur. Auf der Fahrt gießt es in Strömen und wir fragen uns, was wir machen falls das Wetter so bleiben sollte.
In den Kalksteinhöhlen wurden mehrere Hindu-Tempel errichtet. In der größten, 100 m hohen Höhle befindet sich der Haupttempel. Als wir die 272 Stufen lange Treppe hinaufsteigen hat es glücklicherweise aufgehört zu regnen. Als eine der wichtigsten Attraktionen KLs, wie Kuala Lumpur meist genannt wird, ist hier immer viel los. Heute ist Sonntag, noch dazu ein langes Wochenende und viele Menschen nutzen die freien Tage für Zeremonien, Andachten und Hochzeiten. Noch nie habe ich so viele tolle Saris an einem Ort gesehen, die Frauen sind unglaublich schön und festlich angezogen. Goldene Borten, glitzernde Steine und leuchtende Farben kombiniert mit aufwendigen Frisuren und klimpernden, goldenen Armreifen.
Störend sind einzig die vielen Bananenschalen, die die Treppe in eine glitschige Angelegenheit verwandeln. Leider werden die Affen auf der Treppe gefüttert, sie sind entsprechend fordernd und lassen ihre Bananenschalen auf der Treppe zurück.
In einem kleinen indisch-malaiischen Restaurant bekommen wir ein leckeres Mittagessen und Gelegenheit uns zu überlegen, was wir als nächstes unternehmen wollen.
Der Montag, der nächste Tag, ist ein Feiertag. Hari Raya Haji, das islamische Opferfest ist einer der höchsten Feiertage, deshalb sind die meisten Museen geschlossen. Wir entscheiden uns also von den Batu Caves direkt ins National Museum zu fahren. Nach den Museen in Melaka bin ich nur mäßig motiviert, aber dieser Besuch hat sich wirklich gelohnt. Die Dauerausstellung beschreibt die Geschichte Malaysias beginnend vor 500.000 Jahren, bis zur Unabhängigkeit, Trennung von Singapur und Entstehung der Nation Malaysia. Viele Themen, die uns in den letzten Wochen begleitet haben, ob Gummi oder Palmöl, Melaka oder Penang werden aufgegriffen.

Unser Abend-Spaziergang führt uns über den zentralen Platz, vorbei am Zusammenfluss der Flüsse, an der Jamek -Moschee, der ehemaligen Post, dem Sultan Abdul Samad Gebäude bis zum zentralen Markt. Die Stimmung in der Stadt ist entspannt, wir treffen viele festlich gekleidete Männer, die am Feiertag gemeinsam mit Freunden die Moschee besuchen.
Unser Weg führt uns schließlich nach Chinatown. Auf dem quirligen Nightmarket kann man sehr viele „Markenprodukte“ kaufen. Wir brauchen weder eine „echte“ Rolex, noch eine supergünstige Handtasche. Erbeuten hier aber unser Abendessen. Am Dumpling-Stand bekommen wir den Stuhl des Verkäufers und dürfen im Sitzen am einzigen Tisch essen. Wir beobachten ein winziges, unscheinbares Restaurant auf der anderen Straßenseite. Das Chicken-Rice scheint berühmt zu sein, die Schlange ist 100m lang und bewegt sich kaum. Die Kunden sind bereit stundenlang in der Schlange zustehen. Wir stellen uns nicht an und essen eine gebratene Banane zum Nachtisch.

Unser zentral gelegenes Hotel ist nicht nur recht günstig, sondern überrascht mit sehr umfangreichem Frühstücksangebot. Nudelsuppe, Müsli, Croissants, Eier, Nudelauflauf, geschmorter Kürbis, hier gibt es für jeden Geschmack etwas. Unser Frühstück fällt entsprechend etwas länger aus. Noch einmal spazieren wir durchs zentrale KL. Wir wollen den angeblich schönsten Bahnhof der Welt sehen und sind ziemlich enttäuscht. Man kann erahnen, dass er einmal schön war. Jetzt ist er vor allem heruntergekommen. Leider sind auch viele andere Gebäuden aus der Kolonialzeit, wie beispielsweise der ehemalige Supreme Court, in sehr schlechtem Zustand.
In der alten Markthalle sehen wir uns Souvenirs an, die wir nicht kaufen, und dann wird es Zeit aus dem Hotel auszuchecken. Wir laufen zu den Petronas Towers und machen ein paar Fotos von KLs ikonischem Gebäude. Die Zwillingstürme sind 452m hoch und galten nach ihrer Fertigstellung 1998 als höchstes Gebäude der Welt. Namensgeber ist Petronas, der staatliche, malaysische Mineralölkonzern, der diese Türme gebaut und hier seinen Hauptsitz hat. Uns gefallen sie besonders nachts, dann sehen sie so filigran aus, als seien sie aus Silber.

Wir fühlen uns beide nicht wohl und Gewitterwolken ziehen auf, also treten wir den Rückzug an und beschließen zurück zu Mari zu fahren. Kaum sitzen wir im Auto, da beginnt es zu gießen. Es hört erst auf, als wir an der Marina aussteigen. Das nenne ich Timing.
Der Kurzbesuch in der Hauptstadt hat uns Spaß gemacht, nicht nur wegen des klimatisierten Hotelzimmers.

Melaka

Die Stadt hat eine wechselhafte Geschichte, die sie nicht zuletzt ihrer strategisch interessanten Lage in der Straße von Malacca verdankt. Dieser abwechslungsreichen Geschichte verdankt sie auch die vielen Schreibweisen: Melaka, Malacca, Malakka. Ich kann mich nicht so recht entscheiden und nehme die aktuelle, malaiische.
Die Stadt wurde etwa 1396 vom Prinz Parameswara gegründet, so eine der Legenden. Schon bald interessierten sich fremde Handeltreibende für die junge Stadt. Anfang des 15. Jhd erklärte Chen Ho Melaka zum Protektorat der Ming-Dynastie. Nach den Chinesen kamen 1509 die Portugiesen, die hier ab 1511 regierten. Der Sultan von Melaka versuchte etliche Male die Portugiesen zu vertreiben, war aber nicht erfolgreich. Anders als die Niederländer, die Melaka 1641 eroberten. 1824 fiel Melaka endgültig an die Briten und wurde (zusammen mit Singapore und Penang) Teil des „Straits Settlements“, was es, mit Ausnahme der japanischen Besetzung im 2. Weltkrieg, bis zur Unabhängigkeit Malaysias 1957 blieb.

Die Fahrt nach Melaka ist interessant, so bekommen wir einen kleinen Einblick ins dörfliche Leben und die Fahrt führt oft entlang der langen Strände. Wir durchqueren große Ölpalmen-Plantagen. Ölpalmen sind schöne Pflanzen und die dunkelgrünen Palmen bilden ein grünes Meer soweit man sehen kann. Obwohl die Pflanze ursprünglich aus Afrika kommt, sind die größten Anbauflächen in Südostasien. Malaysia ist der zweitgrößte Palmölproduzent, Indonesien produziert inzwischen aber mehr als doppelt so viel Palmöl. Es gibt einen sehr hohen Ertrag pro Fläche, viel höher als bei anderen Ölpflanzen. Leider wird noch immer viel Regenwald gerodet, um neue Plantagen anzulegen. Dies gilt insbesondere für Borneo. Der Verlust des Regenwaldes geht mit dem Verlust der Artenvielfalt, des Lebensraums der Orang Utans und der Vertreibung der Bewohner einher.

Zurück nach Melaka. Wir steigen auf dem „Dutch Square“, dem zentralen Platz Melakas, dessen Gebäude rot gestrichen sind, aus dem Auto. Die holländische Christus-Kirche von 1753 und das Stadthys von 1650 stehen an diesem Platz mit seinem Victoria-Brunnen und dem Uhrturm. Im Stadthys ist ein Museum, das wir uns ansehen. Die Geschichte der Stadt als Einstieg in diesen Ausflug. Die Ausstellung ist leider eher mäßig und etwas ungepflegt, die wenigen schönen Ausstellungsstücke kommen nicht so recht zur Geltung, trotzdem bekommen wir einen geschichtlichen Überblick. Nobbi hat beschlossen, dass er einmal zum Meer laufen muss und so tapern wir in der Mittagszeit, in der prallen Sonne, bis an die Mündung des Sungai Melaka. Der Ausblick ist nicht wahnsinnig ergiebig und wir ziehen weiter. Nach einem leckeren Mittagessen, checken wir in unser Hotel ein. Das Hotel hat eine sehr hübsche Fassade und ist unglaublich tief und um mehrere Innenhöfe gruppiert. Obwohl die Kühle der Klimaanlage sehr verlockend ist, widerstehen wir der Versuchung und gehen noch einmal los. Ein Spaziergang führt uns vorbei an Tempeln, Moscheen und Kirchen, an Versammlungshäusern und an gut erhaltenen Wohnhäusern, und führt uns schließlich am Fluss entlang.
Nach dem Abendessen erleben wir die Stadt im Dunkeln. Am Fluss ist alles beleuchtet, die Gebäude, die Ufer und eine Melaka Werbung (mit Krümelmonster?!). Für unseren Geschmack ist es etwas zu bunt und zu blinkend.

Am nächsten Morgen sehen wir uns Teile des maritimen Museums und den Nachbau der „Flor de Mer“ an. Das portugiesische Schiff hatte lauter Schätze aus Melaka an Bord und ist 1511 vor Sumatra untergegangen. Die Geschichte ist spannend, aber für das Museum sehen wir noch Potential.
Eine kleine Runde bringt uns am Nachmittag zum Nachbau des Sultans Palastes, zu den Resten des portugiesischen Forts und am Unabhängigkeitsdenkmal vorbei. Viele Stufen führen auf den Bukit Melaka, einen Hügel von dem man einen netten Ausblick auf Melaka hat und auf dem die Grundmauern der St. Pauls Kirche von 1521 stehen. Wir lassen uns noch etwas durch die Stadt treiben, essen Mittag und machen uns auf den Weg zurück zu Mari.

Melaka war interessant, aber das Highlight für uns beide war aber, ehrlich gesagt, eine Nacht mit Klimaanlage in dem wirklich schönem Hotelzimmer. Unter einer Bettdecke schlafen ohne zu schwitzen. Wahrer Luxus!

Von Penang nach Port Dickson

Wir verabschieden uns von Penang. Noch schnell einkaufen und dann geht’s los. Vorsichtig schieben wir Mari zwischen den großen Motorbooten raus, beide Nachbarn sind 15m länger als wir.
Vor der Marina ist ein riesiges Sperrgebiet. Landgewinnung ist das Stichwort. Hier entstehen zwei neue Inseln. Um dieses Sperrgebiet müssen wir drum herum. Abkürzen ist nicht nur verboten, sondern auch wenig empfehlenswert. Tag und Nacht werden hier Steine abgeladen und Sand aufgeschüttet.
Wir fahren zwischen Penang und dem Festland durch, das ist interessant. Wir passieren die uns nun wohl bekannte Altstadt und sehen die City Hall, den Uhrenturm und die vielen Häuser auf Pfählen. Die Swettenham-Pier ist frei, der Kreuzfahrer ist uns gerade entgegengekommen.
Von der Pier in Butterworth (am Festland) legt gerade ein Containerschiff ab und vor uns dreht ein Schleppverband. Das sieht zunächst interessant aus, denn es scheint als ob er uns entgegen kommt, in Wirklichkeit treibt er aber mit der Strömung rückwärts. Schließlich gibt der Schlepper wieder Gas und beginnt die Barge, die er schleppt zu drehen. Das kommt auch in keinem Bootsführerschein vor. Zwei lange Brücken verbinden die Insel Penang mit dem Festland, beide haben eine Durchfahrtshöhe von 28m, genug Platz für uns. Ganz im Süden der Ostküste Penangs finden wir einen guten Ankerplatz. Nachts haben wir eine schöne Aussicht auf die Lichter der 24 km langen, südlichen Brücke.

Die Gebäude mit den roten Dächern rahmen die Straits Quay Marina ein.
Schleppverband vor Georgetown
Penangs 24 km lange Südbrücke.

Am nächsten Morgen stehen wir um fünf Uhr auf. Sobald der Kaffee fertig ist, geht’s los. Fast 60 Meilen liegen vor uns. Die Etappe verläuft herrlich unspektakulär und am späten Nachmittag erreichen wir die kleine Insel Talang. Bei Einbruch der Dunkelheit werden einige Angler auf der Insel abgesetzt, die dort nachts mit beleuchtetem Köder angeln. Was es nicht alles gibt. Es regnet nachts und auch morgens, die Angler tun uns leid, wie sie auf ihren Felsen stehen. Bald tun wir uns auch leid, der Wind steht unangenehm auf den Ankerplatz und zusammen mit der gegenlaufenden Strömung entsteht eine ungemütliche Welle. Noch vor dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Pulau Pangkor. Die Etappe heute hat nur 16 Meilen und wäre richtig entspannt gewesen, wenn wir nicht eine neue Art von Fischernetzen kennengelernt hätten. Vor uns taucht eine lange Kette von weißen Bojen auf, die kennen wir schon, denken wir. Normalerweise liegen die Netze tief und man kann gefahrlos zwischen den Bojen hindurch fahren. Die Netze, die an der Oberfläche liegen, haben deutlich mehr Bojen. Wir peilen eine Lücke an und erschrecken, als wir ganz kurz vor dem Netz sehen, dass es sich nur etwa einen halben Meter unter der Oberfläche befindet. Wir können nicht mehr stoppen. Mit einem leisen „Klöng“ taucht das Netz hinter uns wieder auf, Glück gehabt. Wir hatten ausgekuppelt, dann wickelt man sich das Netz wenigstens nicht um den Propeller. Aber trotzdem möchten wir ungern gefangen werden.

Bei unserer Ankunft leuchtet Talang in der Sonne.

Der Wetterbericht ist sich sehr uneinig. Wind aus Nord oder Süd. Schwell aus West. Schwierig, danach einen Ankerplatz auszuwählen. Wir verbringen einen schönen Sonntag in der Ankerbucht im Süden Pangkors. Das Wasser ist so klar, wie schon lange nicht mehr und endlich etwas kühler. Wir baden ausgiebig, nur ein weiteres Bad am Abend fällt aus. Nachdem wir hörten, dass in der Nähe ein französischer Segelfreund zu engen Kontakt mit einer Qualle hatte und sich ernsthaft verletzt hat, haben wir keine Lust mehr dazu.

Sonnenuntergang bei Pangkor. Der Beginn einer sehr kurzen Nacht.

Die vor uns liegende Etappe ist 80 Meilen lang. Zu lang, um es bei Tageslicht zu schaffen. Wir überlegen hin und her und entschließen uns sehr früh aufzustehen. Um Mitternacht klingelt der Wecker. Es ist sternenklar und wunderbar ruhig. Gleich südlich von Pangkor liegen eine Handvoll großer Schiffe auf der Reede. Eins bewegt sich, wir fahren lieber hinter ihm durch. Es führt drei rote Rundumlichter, das heißt, dass es tiefgangsbehindert ist. Das Schiff hat laut AIS einen Tiefgang von 23m. Wahnsinn. Es handelt sich um einen ganz großen Bulkcarrier, der 360m lang ist und Eisenerz transportiert.
Nachdem wir das Ankerfeld hinter uns gelassen haben, schicken uns Gewitterwolken ihre kühlen Böen, als der Wind abnimmt und es nur noch heftig blitzt, nähern wir uns einem Bereich mit vielen Fischern. Die sind leider wieder kreativ beleuchtet, man sieht also nicht wohin sie fahren. Wir sind froh, dass wir zu zweit sind und sie ganz gut im Blick behalten können. Die Blitze aus dem Gewitter erreichen vor uns nun auch die Wasseroberfläche, das ist sehr unheimlich, hat aber den Vorteil, dass wir die Boote um uns herum für einen kurzen Moment erkennen können. Als es hell wird, werden auch die Fischer weniger. Der Strom schiebt uns erst, bremst uns dann ein paar Stunden und läuft dann wieder mit uns. Die Genua darf ein bisschen mitziehen und wir kommen besser voran als erwartet. Als wir uns Port Klang nähern, wimmelt es wieder von Fischern, es ist aber problemlos möglich ihnen auszuweichen. Wir hängen noch zehn Meilen dran und erreichen den Ankerplatz gegenüber von Containerterminal in Port Klang am frühen Abend. 91 Meilen in 17 Stunden, das war ein langer Tag. Um halb neun fallen wir in die Koje und schlafen sofort ein.

Ein Fischer, der ein Netz schleppt.

Am nächsten Morgen stehen wir wieder früh auf und verlassen unseren Ankerplatz noch im Dunkeln. Der Sonnenaufgang wird von dunklen Gewitterwolken verdeckt und in den großen Wolken blitzt es mal wieder gewaltig.
Wir fahren entlang der kilometerlangen vollbesetzten Containerpier und müssen einem indonesischen Frachter ausweichen, der beschlossen hat auf unserer Seite zu fahren. Ein spannender Kontrast: indonesisches Holzschiff mit der Ladung in Säcken, neben vielen modernen großen Containerschiffen. Südlich von Port Klang liegen über 50 Schiffe im Ankerfeld. Der Hafen ist voll, sie warten alle auf ihren Liegeplatz. Wir schlängeln uns zwischen den Ankerliegern hindurch.
Auch heute läuft es besser als erwartet, der Seegang ist etwas unangenehm, aber wir können Segel setzen und sind so nicht nur schneller sondern auch bequemer unterwegs. Der Strom meint es gut mit uns und schiebt uns fast den ganzen Tag mit einem halben Knoten.
Kurz vor Port Dickson queren wir das Ankerfeld mit den großen Tankern, sehen am Ufer ein gewaltiges Kraftwerk und eine riesige Raffinerie und erreichen nachmittags nach 55 Meilen die Admiral Marina in Port Dickson.
Nach vielen langen Etappen haben wir uns eine Pause verordnet. Port Dickson selbst ist nicht so aufregend, aber ein ganz guter Ausgangspunkt für Ausflüge.

An der langen Pier sind alle Plätze belegt.
Kleiner hölzerner Frachter und große Containerschiffe
Port Klang verschwindet im Dunst.
Schiffe und noch mehr Schiffe auf der Reede von Port Klang.

Kek Lok Si Tempel

Dieser Tempel gilt als größter buddhistischer Tempel Malaysias und ist einer der größten Südost-Asiens. Der Name bedeutet etwa „Tempel des höchsten Glücks“.
Der Bau des Tempels wurde 1890 begonnen, zwanzig Jahre später eröffnet und ist seitdem quasi permanent im Bau. Es gibt mehrere Schildkrötenteiche und verschiedene kleine und große Andachtshallen. Am auffälligsten sind die siebenstöckige, 30m hohe Pagode und die riesige Kuan Yin Statue der Göttin der Gnade mit ihrem Pavillon.
Auf der Fahrt regnet es. Wir haben Glück, als wir ankommen hört es auf und wir erklimmen die vielen Stufen zum Tempel. Erst als wir fast fertig sind und nur noch zur Kuan Yin-Statue hinauffahren wollen, regnet es wieder. Wir investieren trotzdem 6 Ringgit (1,20 Euro) in den Aufzug, der uns an den Fuß der großen Statue bringt und schlagen Zeit in den Andenken-Läden tot. Unglaublich was für furchtbares Zeug verkauft wird. Winke-Einhörner sind noch eher harmlos gegen Mäusefamilien in blauem Glitzer.
Eine beeindruckende Tempelanlage, auf der es sehr viel zu sehen und viele Stufen zu erklimmen gibt. Unsere tierischen Highlights sind die Tempelkatze und die Kolibris im Garten.

Rettungsinsel-TÜV und Crew-Aufhübschung

Auf Penang sind wir nicht nur aus touristischen Gründen. Hier haben wir die Möglichkeit unsere Rettungsinsel warten zulassen.
In der kleinen Werkstatt von „Ocean Success“ werden wir nett begrüßt. Die Insel wird ausgepackt. Wir sind positiv überrascht. Obwohl sie seit Jahren an Deck liegt, ist kein Wasser eingedrungen. So soll es sein. Sie wird mit Druckluft aufgepustet und wir haben Gelegenheit sie uns anzusehen. Das Equipment wird sofort durchgesehen und Abgelaufenes ausgetauscht. Die Signalraketen sind überlagert, genau wie die Trinkwasserbeutel, und auch die Batterien in den Taschenlampen werden ausgetauscht. Wir verabschieden uns. Die Rettungsinsel muss zeigen, dass sie 24 Stunden die Luft hält bevor sie wieder zusammengefaltet, eingeschweißt und in ihrem Container verpackt wird. Zwei Tage später können wir sie wieder abholen.
Es war interessant sich die Wartung einmal anzusehen und auch eine gute Gelegenheit die eigene Insel kennenzulernen. Wir hoffen sehr, dass wir sie nie einsetzen müssen.

Natürlich liegt auch Bootsgetüddel an. Das Getriebe bekommt einen Ölwechsel, wir modifizieren die neue Starlink-Halterung und am dicken Radarkabel hat sich eine Verbindung gelöst und wird ersetzt. Die Sackkarre kommt mal wieder zum Einsatz. Wir laufen mit unserem leeren Kanister zur nächsten Tankstelle. Tanken macht Spaß, Diesel ist billiger als Cola und kostet 40 Cent/Liter. Der nicht so schöne Teil des Weges führt entlang einer dreispurigen Straße, auf dem interessanteren Teil des Weges beobachten wir junge Männer beim Cricket spielen und entdecken eine Ladenzeile, wo eine Apotheke all die Medikamente vorrätig hat, die noch auf unserer Liste standen.
Nicht nur Mari braucht Pflege, manchmal muss auch die Crew renoviert werden. Wir gönnen uns einen Friseurbesuch. Noch nie hatte ich so viel Schaum auf dem Kopf. Die Kopf- und Nackenmassage, die ich während der Haarwäsche bekommen habe, hat mich überzeugt.
Nobbi ist auch zufrieden mit seinem Haarschnitt und die Chefin bei „Ocean Success“ behauptet, er sähe aus wie George Clooney. Na dann!

Penang Hill

Seit 1923 gibt es die Standseilbahn auf den Penang Hill. Die höchste Erhebung Penangs ist 833m hoch, die Bahn bringt ihre Passagiere auf 780m. Die bewaldeten Berge waren schon während der Kolonialzeit ein beliebtes Ausflugziel und sind es bis heute. Wir und noch ganz viele andere wollen auf den Berg. Später erfahren wir, dass die einwöchigen Ferien gerade zu Ende gehen und deshalb viele malaiische Touristen unterwegs sind.
Eineinhalb Stunden stehen wir in der Schlange um innerhalb von 5 min unser Ziel zu erreichen. Oben angekommen, hat man einen fantastischen Ausblick über Georgetown. Es gibt Restaurants, Kioske, Fotostopps (Foto mit Papagei vor Leinwand oder Foto im Herz vor echtem Ausblick) und alle möglichen Bespaßungen. Uns interessieren die Spazier- und Wanderwege. Kaum hat man das Gewusel hinter sich, ist es ruhig, man kann den Blick genießen und die niedrigeren Temperaturen auf knapp 800m genießen. Die Wege führen meist im Schatten durch dichte Vegetation, an den wohl am schönsten gelegenen Häusern Penangs und an spektakulären Ausblicken vorbei. Wir sehen viele Tiere wie schwarz-rote Hörnchen, Eidechsen, Affen, Schmetterlinge und eine große Anzahl Vögel.
Uns gefällt es so gut, dass wir drei Tage später noch einmal auf den Berg fahren und eine andere Runde laufen.