Zwei Tage nach unserer Ankunft auf Lanzarote mieten wir ein Auto. Das ist für uns eher untypisch, meistens sehen wir uns zunächst zu Fuß in der näheren Umgebung um.
Wir wollen einen Eindruck von der Insel bekommen, die so ganz anders ist als Teneriffa. Lanzarote ist die trockenste der kanarischen Inseln und wenig bewachsen. Felsen, Sand, Lavafelder und Vulkankegel bestimmen das Bild.
Kommt man von Teneriffa, empfindet man Lanzarote als sehr karg. Tatsächlich ist es aber vergleichsweise grün. Der Regen der vergangenen Wochen sorgt für einen grünen Schimmer auf Bergen, die sich sonst eher in braun oder gelb präsentieren, und es blüht überall.
Wir kurven kreuz und quer über die Insel. Sehen uns Lavafelder an, stoppen an einem Besucherzentrum, wo wir etwas über Vulkane und die Entstehung Lanzarotes lernen, schauen vorsichtig über die hohen Felsen an der Westküste, picknicken im Windschutz einer Kapelle, weichen den Touristenmassen in der Nähe von Märkten aus und genießen den Ausblick auf die Nachbarinsel Graciosa. In dieser kargen Landschaft wird ausgerechnet Wein angebaut. In kleinen Kuhlen (mit und ohne Lavasteinmauer) kauern sich die Reben. Die Reben mögen die warmen Füße, jedoch nicht den starken Wind. Die Pflege der Weinstöcke und die Weinlese sind mühsam. Alles findet sehr dicht über dem Boden statt. Die leuchtend grünen Reben bilden einen tollen Kontrast zum schwarzen Boden. Das Tal der tausend Palmen mit dem Ort Haría, ist einer der wenigen Orte, an dem es hohe Pflanzen gibt. Im Tal wachsen viele kanarische Dattelpalmen. Bäume gibt es auf Lanzarote nur wenige (Palmen sind keine Bäume), abgesehen von Exemplaren in Vorgärten sehen wir nur wenige Feigen und Kiefern. Der Krater von El Golfo mit seiner grünen Lagune und die Salinen, etwas weiter südlich, leuchten im Abendlicht und bilden für uns den letzten Stopp unserer Inselrundfahrt.
Bei einem Besuch auf Lanzarote kommt man an César Manrique nicht vorbei. Der Künstler setzte sich vor allem dafür ein, dass der ursprüngliche Charakter Lanzarotes trotz des zunehmenden Tourismus erhalten bleibt und hat der Insel mit seinem Engagement wahrlich ein Geschenk gemacht. Seine Windspiele zieren zahlreiche Verkehrsinseln, er gestaltete eine Höhle als Ausstellungsraum, einen Aussichtspunkt und viele weitere Orte. Wir besichtigen sein beeindruckendes Haus, das in Lavablasen hineingebaut wurde. Das Domizil, was sich fast ganz in der erstarrten Lava versteckt, ist beeindruckend. Allerdings ist es brechend voll und der Besuch nur bedingt entspannt. Anschließend düsen wir in unserem Mietwagen noch ein bisschen über die Insel, es ist aber so windig, dass wir Probleme haben einen geschützten Platz für die Mittagspause zu finden. Der Wind pfeift über die karge, baumlose Insel und es ist spürbar, wie er ihr Aussehen geformt hat.




































Calima ist eine Wetterlage, bei der der Wind trockene Saharaluft mit feinem Sand zu den kanarischen Inseln trägt. Die aktuelle Calima ist besonders heftig und staubt für zwei Tage die ganzen Kanaren ein. Bei uns wird morgens nicht richtig hell, es ist dunstig und der Sand dringt überall hinein. Mari wird von einer Staubschicht bedeckt.



Die Marina Rubicon liegt mitten in der Touristenmeile im Süden Lanzarotes. Hotels, Restaurants, Bars, Boutiquen, Souvenirläden, Minisupermärkte und Eisdielen reihen sich aneinander. Wir unternehmen ausgiebige Spaziergänge entlang der Promenade, die entspannte Urlaubsstimmung gefällt uns. Doch wir haben lange nicht so viele sehr sonnenverbrannte Menschen gesehen. Abgesehen davon, dass es ungesund ist, das tut doch weh! Der Spaziergang zu Aldi punktet nicht mit einer sehenswerten Strecke, aber diesmal lassen wir uns nicht von den Feiertagen überraschen, sondern kaufen vorher ein.
Man kann es hier schon aushalten. Mari liegt an einem schönen Liegeplatz am Ende des Stegs und die Duschen sind first-class mit heißem Wasser, aber uns zieht es trotzdem weiter.


Unsere nächste Etappe ist sehr kurz, keine zwei Meilen sind es zum Ankerplatz. Am Strand davor herrscht ein reges Treiben. Ausflugs-Katamarane machen einen Badestopp, Kanutouren umrunden uns, viele Tagesausflügler ankern für ein paar Stunden und ziehen dann weiter. An der Landspitze, vor der wir liegen, reihen sich die schönsten Strände der Insel aneinander. Der Playa Papagayo und seine Nachbarn sind gut besucht, Familien verbringen hier die Osterferien, es wird geschwommen, gespielt und gesonnt. Wir schließen uns an und machen auch Urlaub. Baden, lesen, sonnen, aufs Wasser gucken. Sommergefühle. Ab und zu rollt Mari etwas im Schwell der Fähren, aber wenn man im Cockpit liegt und liest, stört das gar nicht.
Ostersamstag ist es morgens grau im Süden der Sonneninsel. Da fällt es nicht ganz so schwer sich loszureißen. Bei sehr wenig Wind motoren wir entlang der Ostküste nach Arrecife. In der Einfahrt liegt die „Mein Schiff Relax“ und bietet eine gute „Landmarke“ zur Ansteuerung. Kaum haben wir sie passiert, reißt der Himmel auf und es wird heiß. Wir finden unseren Liegeplatz und legen trotz der „Hilfe“ der Marineros problemlos an.




