Abschied von Teneriffa

Das Sturmtief Therese, schickt uns in Santa Cruz schließlich doch noch Regen und Gewitter. In den Regenpausen male ich unseren Marisol-Schriftzug an die Mauer des Hafenbeckens. Das bringt uns sicherlich Glück auf den nächsten Etappen. Nobbi wechselt Dichtungen in den Brennstoffleitungen des Motors. Große Sauerei. Als das dicke Tief sich endlich auffüllt und verschwindet, nehmen wir Abschied von unserem Winterliegeplatz in Santa Cruz, der Stadt, in der wir uns zuhause gefühlt haben und beginnen die Segelsaison 2026!
Es weht mehr als uns lieb ist. Zum Ablegen warten wir auf eine Pause zwischen den Böen. Als wir im Hafenbecken Segel setzen, fegt eine 30er Böe übers Boot. Noch im Hafenbecken halse ich unfreiwillig, zum Glück geht nichts kaputt und Nobbi zieht seine Arme schnell genug weg. Die ersten Meilen sind anstrengend, Phasen mit kaum Wind wechseln sich mit starken Böen ab. Als wir die Nordspitze Teneriffas hinter uns lassen, wird es besser. Der Wind ist nun gleichmäßiger, die Wellen sind aber ganz schön hoch. Wir wollen die 130 Meilen nach Lanzarote in einem Rutsch segeln. Zu Beginn fragen wir uns, ob wir die Höhe halten können. Der Wind kommt aus Norden, wir wollen nach Nordosten. Manchmal krachen wir in ein Wellental. Wir schauen uns an, dazu haben wir keine Lust. Sollen wir nach Fuerteventura abdrehen? Dann entscheiden wir uns, dem Wind noch einige Stunden die Chance zu geben zu unseren Gunsten zu drehen und reffen das Vorsegel stark ein. Nun sind wir nicht mehr schnell, aber wir klettern wie eine Gummiente über die Wellenberge und fallen nicht in die Wellentäler. Das ist leiser und schonender für Material und Nerven. Nachts hat der Wettergott ein Einsehen, der Wind dreht ein wenig westlicher und das Wellenbild wird ruhiger. Nobbi trifft gleich sechs große Schiffe an der Kreuzung nördlich von Gran Canaria. Das Verkehrstrennungsgebiet zwischen Gran Canaria und Fuerteventura ist eine beliebte Durchfahrt zwischen den Inseln. Morgens rollen wir die Fock aus und Mari darf zeigen was sie kann. Im Schutz von Lanzarote macht das Segeln dann so viel Spaß, dass wir fast traurig sind, schon angekommen zu sein.
Am frühen Nachmittag laufen wir in die Marina Rubicon ein. Wir können sofort am Empfangssteg festmachen und werden sehr nett eingecheckt, bevor wir an unseren angewiesenen Liegeplatz umziehen dürfen.
Santa Cruz de Tenerife war für uns der ideale Überwinterungsort. Schöne Ausflüge, das reiche kulturelle Angebot, die interessante Stadt mit guten Einkaufsmöglichkeiten für Boot und Mensch, die Werft und nicht zuletzt die netten Nachbarn haben die Zeit schnell und schön vergehen lassen. Jetzt ist es schön, wieder unterwegs zu sein!

Abschied von Santa Cruz – Plaza Espana mit Fontäne.
Nobbi tauscht die Dichtungen. Das gestaltet sich nicht ganz so einfach wie gedacht.
Ich kann nicht bei Niedrigwasser malen, dann ist unser Logo in der Wasserlinie, und bekommen reichlich Beratung von vorbei laufenden Seglern.
Fertig!
Ankunft in der Marina Rubicon