Kleine Bootsarbeiten

Wer ein Boot hat, dem wird nicht langweilig. Neulich hatte Nobbi festgestellt, dass die automatische Pumpe unter der Stopfbuchse nicht funktioniert. Bevor wir sie wegwerfen, haben wir die ausgebaute Pumpe in einem Eimer Wasser erneut getestet. Sie funktioniert. Also wird sie gründlich gesäubert und „mal eben“ wieder eingebaut. Nobbi hängt kopfüber in der Bilge und flucht. Die Pumpe geht nicht, sie bekommt gar keinen Strom. Nach längerem hin- und her wird klar, Schuld ist nicht die Pumpe, sondern der korrodierte Schalter. Ein neuer Schalter findet sich in der Elektrokiste. Um den alten Schalter auszubauen, müssen die Kabel im Motorraum enttüdelt werden. Nach dem Wechsel des Schalters werden alle Kabel wieder mit Kabelbindern gezähmt. Immerhin 4 Stunden Arbeit, aber eine neue Pumpe brauchen wir nun nicht kaufen.
Eine der Leisten der Gräting im Cockpit wackelt und beim Wäschesack sind die Henkel durchgescheuert. Winzige Kleinigkeiten, deren Reparatur ein mittleres Chaos nach sich zieht.
Dann gibt es Arbeiten, die sollen gemacht werden, aber die Lust sie zu beginnen wird durch die Befürchtungen, wie kompliziert es sich gestalten könnte, stark gemindert. Als wir Besuch bekommen haben, haben wir unser Schlauchboot unterm Salontisch hervorgeholt und an Deck gelegt. Dabei haben wir gesehen, dass einer der Bolzen, der das Tischgestell im Boden befestigt seinen Kopf verloren hat. Der Bolzen muss nun raus. Da er kopflos ist, kann man ihn kaum anfassen. Außerdem haben wir Angst um unser Fußbodenbrett, das die Arbeiten unbeschadet überstehen soll. Nach unten können wir den Bolzen nicht herausschrauben. Dafür ist er schlicht zu lang, bzw. nicht genügend Platz in der Bilge. Schließlich schrauben wir das Tischgestell und das Bodenbrett komplett ab und heben es nach oben heraus. Das ist nicht so einfach wie es sich anhört, weil es schmatzend zwischen Salonsofa, Backskiste und Schott zur Kombüse passt. Nun lässt sich der abgerissene Bolzen relativ einfach mit einer Zange, Kraft und Geduld entfernen. Wir beschließen das Bodenbrett zu lackieren, bevor wir es wieder einbauen. Das ist schnell erledigt. Nobbi schleift an, ich lackiere. Leider ist das Wetter nicht gut. Das Brett muss unter Deck trocknen. Da wir nun weder einen Tisch haben noch der Fußboden begehbar ist (er wurde ausgebaut oder dient als Ablagefläche für das frisch lackierte Brett), gehen wir erst ins Naturkundemuseum und anschließend mit Freunden ein Glas Wein trinken.
Beim Einbau am nächsten Morgen bricht von einem weiteren Bolzen der Kopf ab. Kopflose Gesellen, diese Edelstahlbolzen, zum Glück haben wir noch einen Ersatz an Bord. Vom „neuen“ Fußboden sieht man nicht viel, weil das Schlauchboot wieder seinen Platz unterm Tisch eingenommen hat, aber noch genug, um die Idee zu nähren „mal eben“ den Rest des Fußbodens zu lackieren.

Die Bewegungsfreiheit unter Deck ist eingeschränkt.
Das Tischgestell hat wieder vier Bolzen mit Kopf und der Fußboden darunter glänzt.
Der reparierte Wäschesack betätigt sich als Windsack.