Manchmal dauert es etwas länger

Manche Arbeiten laufen super, bei manchen Projekten hakt es und manchmal muss man Lehrgeld bezahlen. Leider nicht nur im übertragenen Sinne.
Die Erneuerung unserer Solarpanels hat uns länger auf Trab gehalten als gedacht. Irgendwo zwischen Namibia und St. Helena haben die alten Solarpanels langsam ihren Dienst eingestellt. Eins war ganz kaputt, das andere hatte nur noch etwa 30 % seiner Leistung. Nach unserer Ankunft auf Teneriffa machen wir uns auf die Suche nach Ersatz. Das war nicht so einfach wie erhofft. Unsere Solarpanels hängen auf beiden Seiten des Cockpits am Seezaun und wir wollen die alte Mimik zum Hochklappen und Verstellen behalten, daher sind die Maße weitgehend vorgegeben. Die Panels, die wir aussuchen sind nicht lieferbar, doch der ausgewählte Ersatz soll nach unserem Heimaturlaub in Santa Cruz auf uns warten.
Als wir Anfang Dezember wieder in Santa Cruz sind, holen wir die Panels beim Bootsausrüster ab. Zunächst müssen die alten Module abgebaut werden. An Steuerbord geht es ganz fix, an Backbord geht nichts. Die alte Verschraubung wehrt sich. Die Niroteile sind unter Einwirkung von Salzwasser eine innige Verbindung eingegangen. Auch mit größeren Mengen WD40, einem blauen Daumen, roher Gewalt und zwei Personen brauchen wir mehrere Tage, bis das alte Panel abgebaut ist. Dabei bricht von einer Stütze des Seezauns der Kopf ab. Alle abgebauten Teile wandern in warmes Seifenwasser und werden gründlich gereinigt und poliert.
Die Halterung für die Solarmodule ist elegant, sie werden quasi auf den Seezaun gefädelt. Leider ist der Rahmen der neuen Panels nicht genauso dick wie der alte, wir denken, dass es trotzdem funktionieren sollte. Ich mache es kurz. Es hat nicht funktioniert. Bei der Befestigung der Halterung gerät das Solarpanel unter Spannung und springt. Kaputt. Die Enttäuschung ist groß, aber es hilft nichts. Wir denken uns eine alternative Halterung aus, die wir mit den Teilen basteln können. Nun müssen wir zwar in den Rahmen bohren, ihn aber nicht aufsägen oder nieten. Es klappt, bald hängt das neue Solarpanel an Steuerbord und produziert Strom. Die beschädigte Seezaunstütze lassen wir schweißen.
Nobbi trabt, mal wieder, zum Ausrüster und bestellt ein neues Solarpanel. Die Lieferung verzögert sich. Erst ist Weihnachten, dann drei Könige, dann hängt es im Zoll, dann ist es durch den Zoll, wird aber trotzdem nicht ausgeliefert.
Kaum sind wir in der Werft, wartet das Solarpanel in Santa Cruz. Der Besitzer des Ladens ist unglaublich nett und bringt es uns an Bord. In den ersten Tagen auf der Werft teilen wir das Sofa also mit einem großen, flachen Paket. Extrem praktisch! Dann haben wir endlich Zeit es an den Seezaun zu hängen. Nachdem wir von der Werft zurück nach Santa Cruz gekommen sind, hat Nobbi es elektrisch angeschlossen.
Beide Solarpanels machen eifrig Strom und freuen sich mit uns auf schöne Ankerplätze. Nach fast fünf Monaten ist die „Mission Solarpanels“ endlich abgeschlossen!