São Miguel ist die größte Azoreninsel und Ponta Delgada ihre Hauptstadt. Mehr als die Hälfte der Azorianer wohnen auf São Miguel, immerhin etwa 140.000. Die Insel ist 64 km lang und 16 km breit, wir brauchen also ein Gefährt um sie zu erkunden. In der Nähe des Hafens mieten wir einen Roller.
Unsere erste Tour soll uns zu einem Aussichtspunkt im Westen der Insel führen. Bei gutem Wetter fahren wir los. Die Straße schlängelt sich die Berge hoch und es wird zunehmend grau. Angekommen am Aussichtspunkt sehen wir nichts, wir stehen in der Wolke und werden nass genieselt. Also drehen wir um und sehen uns an der Südküste um. Wir besuchen den Leuchtturm, der uns nachts willkommen geheißen hat, und sehen uns eine sehr überlaufene Badestelle an. Am späten Nachmittag fahren wir von der Westseite der Insel auf die Berge, an deren Südseite wir ein paar Stunden zuvor umgekehrt waren. Die Wolkendecke hat sich aufgelockert und die tiefstehende Sonne beleuchtet die spektakulären Krater mit ihren Seen. Sete Cidades, so heißen die vulkanische Caldera, der Ort und der See, ist ausgesprochen schön. Der See besteht aus zwei Teilen, einer soll grün, einer blau schimmern.








Unser Ausflug am nächsten Tag ist von Sperrungen und Umwegen geprägt. Lagoa do Fogo, der Kratersee in der Mitte der Insel soll besonders schön sein. Auf dem Weg dorthin stellen wir fest, dass wir ihn mit den Roller nur nachts besuchen dürfen. Tagsüber müssten wir den Shuttlebus nehmen. Bei einem Espresso beschließen wir eine Routenänderung, die geschotterte Nebenstrecke stellt sich als etwas abenteuerlich aber sehr hübsch heraus. Wir folgen der Küste nach Osten und biegen dann wieder ins Inselinnere ab. Lagoa do Congro, ein weiterer Kratersee, ist vom Parkplatz in einer Viertelstunde zu erreichen. Danach folgen wir der Straße an die Nordküste und sehen uns dort eine Teeplantage an. Auf São Miguel wächst tatsächlich Tee! Der Parkplatz ist brechend voll, die Teefelder gehören zu den beliebtesten Sightseeing-Punkten.
Der kürzeste und einfachste Weg zurück zum Boot wäre die Schnellstraße, die wir jedoch zu umgehen versuchen. Auf Nebenstraßen wollen wir wieder die Insel überqueren. Auf Autos treffen wir nur selten, halten aber um eine Kuhherde auf dem Weg zum Melken durchzulassen. Wir sind bereits wieder in der Mitte der Insel, als wir auf ein Umleitungsschild stoßen. Es weist in die Richtung aus der wir kommen. Kein Schild weist daraufhin, dass unsere Straße gesperrt ist, also fahren wir erstmal weiter. Nach einigen Kilometern erreichen wir die Baustelle. Hier ist die Straße gesperrt. Die Baustelle ist deutlich länger als wir überblicken können. Nobbi geht ein paar hundert Meter und kommt dann zurück. Kein Ende der Baustelle in Sicht.
Zurück an der Kreuzung mit dem Umleitungsschild nehmen wir die Straße, die wir noch nicht kennen. Die Strecke ist sehr schön, schlängelt sich durch den Wald und führt uns schließlich wieder an die Nordküste. Als unsere Straße an einer Furt endet müssen wir lachen, das kann doch nicht wahr sein! Die nächste Querstraße ist so sandig, dass sie für unseren Roller nicht in Frage kommt. Als wir ein Stückchen die Schnellstraße benutzen, wundern wir uns nicht mehr, dass unsere Abfahrt gesperrt ist (Prozession in Santa Barbara!) und auch nicht, als unsere „Abkürzung“ höchstens als geschottert durchgeht und wir doch lieber durch die Dörfer fahren. Einiges später als geplant kommen wir in Ponta Delgada an.












Am nächsten Tag besuchen wir Furnas, einen kleinen Ort der in einer Caldera liegt und für seine heißen Mineralquellen und Fumarolen berühmt ist. Der Wasserdampf der Fumarolen steigt mitten im Dorf auf und überall gibt es Schilder zu den heißen Quellen. Man kann Thermalbäder und Parks besuchen. Wir hatten auf der Fahrt hierher schon einige Abenteuer- einmal war die Straße so steil, dass ich absteigen musste- und beschließen, dass es uns reicht uns im Ort umzusehen.













Bevor wir den Roller wieder abgeben, besuchen wir noch einmal den Aussichtspunkt, an dem wir am ersten Tag von einer Wolke verschluckt wurden. Diesmal können wir einen Blick auf die Landschaft werfen, wenige Kilometer nach dem Aussichtspunkt beginnt es jedoch wieder zu regnen. Wir drehen um. Unten an der Küste ist es wieder schön sonnig!


