Ein kleiner Schreck und eine angenehme Reise

Samstagmorgen verlassen wir schließlich die AoPo Marina, natürlich nicht ohne ein letztes Mal im Pool geschwommen zu sein. Wir hatten es gut hier, auf Dauer gefällt uns so eine Luxusmarina, in der lauter schwimmende Auslandskonten geparkt sind, jedoch nicht.
Mühsam legen wir die Strecke nach Koh Phi Phi zurück, wir haben kaum Wind, dafür Gegenstrom. Auf der Insel steppt der Bär, zur normalen Belegung kommen die Kreuzfahrer, deren Schiff weiter im Süden ankert. Wir merken davon wenig. Unser Ankerplatz ist ruhig, das Wasser super klar und wir baden ausgiebig.
Als wir morgens den Anker aufholen, freue ich mich über die sehr großen Fische unterm Boot, die alarmiert um uns herum schwimmen, als ich Gas gebe. Dann kommt Nobbi ins Cockpit und stellt fest, dass der Motor komische Geräusch macht. Ein Blick über die Kante ergibt: viel zu wenig Kühlwasser. Wir drehen um und ankern wieder am selben Platz. Der Kühlwasserfilter ist etwas schmuddelig, doch das kann nicht die Ursache sein. Der Übeltäter ist schnell gefunden, der Impeller der Kühlwasserpumpe hat nur noch zwei Flügel, drei weitere stecken im Gehäuse, der sechste fehlt. Der fehlende Flügel findet sich vorm Wärmetauscher. Wir haben nicht nur einen neuen Impeller, sondern auch einen neuen Deckel für die Wasserpumpe und eine Dichtung an Bord, eine unproblematische Reparatur. Nobbi schwitzt so sehr, dass er tropft und sicherlich einen Liter Wasser verliert. Wir müssen den Boden wischen und ich schraube die Pumpe zu, Nobbi ist einfach zu nass um mit einer Papierdichtung zu arbeiten. Wir sind erleichtert, dass es eine relativ einfache Sache war und wir die Ersatzteile an Bord hatten. Wenn das nachts oder im Gewitter passiert wäre, oder wir es nicht so schnell gemerkt hätten…
Der nächste Abend bei Koh Kradan ist wunderschön und sehr kitschig. Es ist ganz ruhig, die fluffigen Wölkchen, die den Sternenhimmel dekorieren, werden von Fischern, die wir nicht sehen, grün angestrahlt und am Ufer spiegeln sich die Lichter der kleinen Hotelanlage im Wasser.
Die Rückreise nach Malaysia ist schöner, als der Hinweg. Die Sicht es besser. Wir sehen die Inseln diesmal in Farbe und nicht nur im Dunst. Die einsetzende Regenzeit hat Bäume, die vor einer Woche noch kahl waren, zum Austreiben angeregt und die Inseln sind von einem frischen Frühlingsgrün überzogen. Besonders fällt uns das an unserem letzten thailändischen Ankerplatz im Norden von Tarutao auf.
Der Plastikmüll im Meer lässt uns verzweifeln, wir schätzen, dass wir alle 30 m eine Plastikflasche treffen. Manchmal schwimmt ein paar hundert Meter nichts vorbei, manchmal kommen alle 20 cm FlipFlops, Flaschen oder Tüten vorbei. Zum Glück sehen wir auch einen springenden Rochen, große Fischschwärme und einen Delfin. Wir treffen den Delfin an der gleichen Insel, an der wir auch auf der Hinreise einen Delfin gesehen haben, es handelt sich jedoch um ein anderes Tier. Dieses hat große rosa Flecken. Ein Sonnenbrand? Eine Verletzung? Oder eine Hautkrankheit?
Ab und zu konnten wir segeln und sind zügig zurück nach Langkawi und damit nach Malaysia gekommen. Flott verläuft auch die Einreise. Wir dürfen wieder 90 Tage bleiben.
Ein paar Tage wollen wir in Langkawi bleiben, ein wenig Kleinkram erledigen, einkaufen und es uns gut gehen lassen, bevor wir den langen Weg durch die Malacca-Straße antreten.

Der muss neu.