//WL2K Atlantik – Tag 15

Um 7.39 Uhr haben wir den Aequator ueberquert. Von der Halbkugel der Eisbaeren auf die Halbkugel der Pinguine. Das Ueberqueren des Aequators wurde natuerlich gefeiert, vor allem haben wir uns bei Neptun bedankt. Er hat es uns nicht leicht gemacht, uespruenglich hatten wir gehofft bereits vor drei Tagen ueber den Aequator zu segeln. Das Kreuzen gegen Wind und Welle ist ungemuetlich und zeitweise frustrierend. Die ’nur noch 300 Meilen bis zum Ziel‘-Marke konnten wir gleich dreimal feiern. An Tag 12 haben wir nur 2 Meilen nach Süden und 40 Meilen nach Osten gut gemacht. Doch jetzt koennen wir unser Ziel fast anliegen. Waehrend wir gestern einen fast gemuetlichen Segeltag hatten, schuettelt uns die Welle heute wieder kraeftig durch, unter Deck fuehlen wir uns wie in der Waschmaschine. Gestern gab es Pfannkuchen zum Fruehstueck, das ist heute voellig undenkbar, schon Kaffeekochen glich einer sportlichen Hoechstleistung. Man muss sich immer festhalten und wir sammeln fleissig blaue Flecken.
Trotz der elenden Am-Wind-Segelei vergehen die Tage schnell. Lesen, essen, schlafen. Heute Nacht hatten wir wieder Vogelbesuch auf dem Bimini, unser Passagier ist abends gelandet und bis zum Sonnenaufgang geblieben. Ansonsten haben wir ein kleines Forschungsprojekt und versuchen zu ergruenden weshalb unser eines Kuechenhandtuch nur quer gefaltet auf der Stange vor dem Herd haengen bleibt, das andere, baugleiche, jedoch nur wenn man es laengs faltet. Seit ein paar Tagen merken wir, dass es kuehler wird. Die Wassertemperatur sinkt langsam aber kontinuierlich und nachts wird es in kurzer Hose und T-shirt frisch, ich decke mich im Cockpit mit einem grossen Handtuch zu.
Langsam beginnen wir zu rechnen, wann wir wohl ankommen und ob es eine Landung bei Tageslicht wird.